Ausgabe 
(20.9.1943) 260
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vos Amtsblatt des Negierenden vurgcrmeiskcrs der Zielen Hansestadt vremrn

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üer NationassoziaUsten. Vremens

flmtiiches vcrKündungsblatt des Ncichsstattstalters in Oldenburg und vrernen

Nr. 260 , 1 Z. Z alirgang

Montag, 20. September 1S4Z

^eintägiger kesulA lies Vucv beim kiikrsr

sittirerstauptquartier, lS. September, ver sture stattete so.ort nach seiner ve- sre ung dem siistrer einen metirliigigen vesuch ab.

vsr ssrdiscks Mni8tsrvrSsiüvat im rütirstltsuptksllsrtter

Führerhauptquartier, 19. September. Der Führer empfing am 18. September in sei­nem Hauptquartier den serbischen Minister­präsidenten Generaloberst Milan Neditsch. Vor dem Empfang beim Führer hatte der Reichsminister des Auswärtigen eine län­gere Unterredung mit dem serbischen Mini­sterpräsidenten über die Frage der künftigen Gestaltung in Serbien.

ritt äsm Licksnlsud susyvrsiiLuisl

Führerhauptquartier, 19. Sep­tember. Als 304. Soldaten der deutschen Wehrmacht verlieh der Führer am 18. Sep­tember 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Ulrich Kleemann, Kommandeur einer Sturmdivision.

Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Ni­kolaus von Vormann, Kommandeur einer Panzerdivision; Major Friedrich Richter, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment; Hauptmann Ernst Metelmann, Bataillons-Kommandeur in einem Panzergrenadier-Regiment; Haupt­mann Otto Wohlseil. Bataillons-Kom­mandeur in einem Grenadier-Regiment; Oberleutnant d. R. Wilhelm König. Schwadronschef in einem Kavallerie-Regi­ment; Oberleutnant d. R. Ludwig Streit. Batterieführer in einem Artillerie-Regiment

Hauvtmann Otto Wohlfeil, am 13. De­zember 1916 als Sohn des 1917 gefallenen Mon­teurs Otto Wohlfeil in S in d e n geboren, hat im Raum von Charkow in zehntägigen schweren Kämpfen mit feinen ostvrenkiichen Grenadiere» alle aröhtcntcils zahlcnmähig überlegenen An­griffe des g-eindcs abgewehrt: vier Tage lang war er während dieser Zeit clngesMosse». An der Nackt znm 28. August brach er unter Ber­gung aller Verwundeten und Mitnahme zahl­reicher Gefangener durch einen von den Sowjets stark besetzten Wald zum Nackbarrcgiment durch. Hauvtmann Wohlfeil trat nach Ablegnng der Reifeprüfung am Rcalanmnasiiim in Marien- werder 1936 als Schütze in das Infanterie- Regiment 35 ein. in dem er 1939 Leutnant d. R. wurde. Im gleichen Jahre erfolgte seine Uebernahme in die aktive QffizierSlaufbahn und 1843 seine Beförderung zum Hauvtmann.

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Aus dem Führerhauptquartier, 19. September. Der Führer verlieh Reichs­minister Dr. Jng. Dorpmüller und Staatssekretär Dr. Jng. Ganzen müller das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkrruzes. Mit dieser hohen Auszeichnung der verant­wortlichen Männer des deutschen Verkehrs­wesens hat der Führer zugleich die Millio­nen Eisenbahner geehrt, die durch ihre un­ermüdliche und aufopferungsvolle Hingab an ihren schweren Beruf das Transportwesen zu solcher Schlagkraft und Leistung empor führten.

Rcichsminister Dr. Dorpmüller, der den Neuaufbau des deutichen Verkehrswesens durchgeführt hat, hat damit die Grundlage für. seinen heutigen hohen Stand geschaffen, die es zur Löfklna der gewaltigen Ausgaben im Kriege, die Ws Verkehrsnetz ganz Euro­pas umspannen, befähigte. Durch sein Vor­bild hat Reichsminister Dr. Dorpmüller trotz seines hohen Alters auch dön letzten Gefolgs­mann zur bedingungslosen Erfüllung seiner Aufgaben und Pflichten geführt. Staatssekre­tär Dr. Ganzenmüllcr wurde auf Grund sei­ner im Osten bewiesenen Leistungen im Mai 1942 zum Staatssekretär im Reichsverkehrs­ministerium berufen. Stets am Brennpunkt der Ereignisse. leitete Dr. Ganzenmüllcr überall persönlich den Einsatz der deutschen Eisenbahner, ein Vorbild unerschrockener Einsatzbereitschaft und Tapferkeit; Dr. Gan­zenmütter wurde bereits vor kurzem mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

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Aus dem Führerhauptquartier, 19. September. Im Siidabschnittder Ost­front verlaufen die eigenen Bewegungen planmäßig. Der stark nachgedrängte Feind wurde abgewiesen. Im mittleren Frontab­schnitt sind im Raum westlich Ielnja und südlich Belyj anhaltend schwere Kämpfe im Tätige. Angriffe starker feindlicher Kräfte wurden zerschlagen. An der übrigen Ostfront werden bis auf lebhafte örtliche Kampftätig­keit am Kuban-Brückenkopf und heftige, aber erfolglose Angriffe der Sowjets südlich des Ladogasees keine Kämpfe von Bedeutung ge­meldet.

Die im Raum von Salerno seit zwei Wochen anhaltenden schweren Kämpfe haben den britisch-nordamerikanischen Landungs­truppen nicht den erwarteten operativen E»° folg gebracht. Es gelang ihnen nicht, die in Süditalien befindlichen deutschen Divisionen abzuschneiden. Gegen zahlenmäßig weit über­legene Kräfte haben unsere Truppen jede Ausweitung des feindlichen Landekopses ver­hindert. Im Gegenangriff wurde der Feind trotz starken Feuers der Schiffsgeschntze aus einen engen Küstenstreisen zusammengedrängt. Er erlitt dabei schwere Verluste. Dadurch ist es gelungen, die aus Kalabrien und Apulien nach restloser Zerstörn»«» aller wichtigen An­lagen zurückgezogenen eigenen Truppen mit den Divisionen im Raum von Salerno zu vereinigen. Der auf dem Verrat Badoalios ausgebaute britisch-amerikanische Overations- plan ist damit restlos gescheitert. Die ener- aische deutsche Führung und die beispielhafte Kaltuna der Truppe, die trotz starker feind­licher Ueberleaenbeit an Luft- und Seestreit­kräften dem Ansturm von acht Jpfanterie- nnd zwei Vanrerdivisionen standhielt, haben diesen großen Abwchrerfolg ermöglicht.

Nach den bisher vorliegenden, noch unvoll­ständigen Meldungen verlor der Feind mehr als 19 999 Mann an Toten und Verwunde­ten sowie 4429 Gefangene. 153 Panzer, 54 Geschütze, 82 Granat- und Raketenwerfer so­wie zahlreiche leichte und schwere Infante­

riewaffen und ungezähltes Kriegsgerät wur­den vernichtet oder e.rbeutet. Im Kampf ge­gen die feindliche Landungsflottc versenkten Luftwaffe und Kriegsmarine in der Zeit vom 8. bis 17. September drei Kreuzer, zwei Zerstörer, ein Torpedoboot, 15 Landungs­boote und neun Transporter mit 58 999 BRT. Ferner wurden zwei Kreuzer, drei Zerstörer, ein Landungsboot, ein Kroßtanker und sieben Transporter mit rund 35 999 BRT. so schwer getroffen, daß mit ihrer Ver­nichtung zu rechnen ist. Neben einigen wei­teren Kriegsschiffen wurden 125 Transport- und Tankschiffe mit rund 699 999 BRT., neun Landunosboote und ein Vewacher durch Treffer beschädigt.

Auch am gestrigen Tage wurde im Raum von Salerno und südlich erbittert gekämpst. Nach der Vereinigung aller in Süditalien stehenden deutschen Verbände haben sich un­

sere Truppen planmäßig vom Feind gelüst und eine kürzere Widcrstandslinie bezogen. Ein deutsches Unterseeboot versenkte in der Bucht von Salerno einen englischen Zer­störer derJcrois"-Klafse und beschädigte einen großen Tanker durch Torpedotrcsser schwer. Verbände der Luftwaffe beschädigten durch Bombenwurf einen Zerstörer und eine Anzahl Schiffe döx feindlichen Transport­flotte erheblich. Elf Flugzeuge wurden über dem Kampfraum abgeschossen.

Deutsche Fernkampfflugzeuge schössen am gestrigen Tage weit über dem Atlantik einen viermotorigen Bomber und einen großen Lastensegler ab, der sich im Schlepp eines viermotorigen Flugzeuges befand.

Wenige feindliche Störflngzeuge warfen in der vergangenen Nacht über dem Reichs­gebiet planlos einige Bomben, die nur ge­ringe Schäden verursachten.

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Berlin, 19. September. Die Vereinigung der aus Kalabrien und Apulien nach restloser Zerstörung aller wichtigen Anlagen zurück­genommenen eigenen Truppen mit den im Raum von Salerno kämpfenden Divisionen ist < gelungen. Zehntägige schwerste Kämpfe unserer Panzer- Und Panzer-Grenadier-Divi­sionen, hervorragend unterstützt durch die Luftwaffe, haben damit den Feino um einen von ihm mit Sicherheit erwarteten opera­tiven Erfolg gebracht, zu dessen Durchführung er nicht allein die überlegene Streitmacht von zehn Divisionen, starke Kräfte seiner Luft­waffe und eine gewaltige Schiffsartillerie auf zahlreichen schwimmenden Einheiten zu­sammengefaßt. sondern auch Untreue, Verrat und Hinterlist für seine Zwecke ausgenützt hatte.

Die Bekanntgabe der bereits am 3. Sep­tember vollzogenen Kapitulation der Bado- glio-Eligue wurde bis zum Abend des 8.

September hinausgezögert, da erst zu diesem Zeitpunkt die Vorbereitungen zu dem groß­angelegten Landungsunternehmen im Golf von Salerno beendet waren. Die britisch- amerikanische Führung hatte damit gerechnet, daß die Ueberraschung der deutschen Führung, deren Truppen in dem italienischen Chaos festgehalten werden sollten, eine vollkommene lein würde. Den wenigen zersplitterten deut­schen Verbänden, die überhaupt nicht in der Lage seien, bei Salerno einzugreifen, wür­den so erhebliche Landungskräfte mit schwer­sten Waffen gegenüberstehen, daß deren schneller Durchstoß durch den schmalen ita­lienischen Raum bis zur Adria in keiner Weise in Frage gestellt-sein könnte. Die Folge wäre die völlige Vernichtung derjenigen deutschen Verbände gewesen, die noch in Ka- labricn und Apulien standen und mindestens eine Woche Zeit für ihren Rückmarsch be­nötigten.

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Drahtbericht unserer Berliner Schrrftlcituna

xoe. Berlin, 19. September. Zu der Ruud- funkansprache des Duce liegen bereits die ersten Pressestimmen vor. Ucberall wird die Rede in langen Auszügen wiedergegeben, wobei die Schilderung der Befreiung des Duce und sein Dank an den Führer beson­ders hervorgehoben werden. Man ist sich über die Bedeutung der Erklärungen Musso­linis im klaren, wonach das Haus Savoyen d'e Ve-'niwortviig für den Staatsstreich Ba-

doglios trägt. Auch wird vor allem die Er­klärung des Duce gewürdigt, daß das faschi­stische Italien wieder an der Seite seiner Bundesgenossen stehe.

Der allgemeine Eindruck besteht darin, daß der Duce eindrucksvoll und stark gesprochen hat. Es mag sein, daß einige in dieser ersten Rede Mussolinis nach seiner Befreiung etwas von dem Pathos vermissen, das viele der früheren Ansprachen des Duce auszeichnete. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß es sich hier um eine Rundfunkansprache und nicht

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Wie cker Duce bekreit rvurcke. Das sckneicligs Unternehmen cker CsIIockirmfäZer, ll nncl 8O. lieber 2000 bleter hock liegt ckas Qsbäucke, in dem der Duce gekangengeksltsn vnrds. Dort droben ist der Handstreich Zsgiüclct, und ?aiischirmj.äger-?c>8ten sickern das Lelsnde. kll.-Lulii.: UrieLsberickier Lcllneillers N» (tzresse-Noitmrnn)

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etwa um eine Rede vom Balkon des Palazzo Venezia vor Zehntaufenden handelte, wo dieses Pathos sich an der Atmosphäre der gespannten Erwartung und des lebendigen Kontaktes zwischen Redner und Zuhörer von selbst entzündet. Dafür bietet die neue Rede eine Meisterleistung des politischen Realisten Mussolini, der die Wirklichkeit der verwandelten Situation in Italien erkennt und zur Grundlage seines politischen Kalküls macht. /

Die Worte der Dankbarkeit und der Freundschaft, die der Duce für den Führer findet, erinnern in ihrer schlichten Herzlich­keit besonders stark an die Diktion seines Buches ..Ich spreche mit Bruno", das er sei­nem gefallenen Sohne widmete und in dem die Menschlichkeit des großen Politikers und Staatsführers Mussolini so eindrucksvoll in Erscheinung tritt. Mit seinen Worten:Ich hatte das sichere Gefühl, daß sich der Führer um meine Person sorgte", setzte der Duce die Inschrift auf das unvergängliche Denk­mal der Freundschaft, das mit seiner Be­freiung vor der Geschichte errichtet wurde. Das starke historische Gefühl des Duce und sein sicherer Instinkt für kommende Entwick­lungen lassen ihn das Werk der Befreiung selbst mit dem Worte feiern, daß diese Tat nicht nur denkwürdig in der Geschichte blei­ben, sondern eines Tageszur Legende wer­den" wird. /

Wenn aber Mussolini in dieser Rede Worte höchsten Ruhmes für die Treue und den ewi­gen Sinn findet, den sie im deutschen Her­zen und als ein unverrückbarer Bestandteil der geistigen Welt der Deutschen bildet, so

(Fortsetzung auf Seite 21

Lsäoslio selnvorbei seiner Lolästenelire" kreumiscdstt

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dr. m. Wir haben in den letzten Tagen unendlich viel Material über die systemati­sche Vorbereitung des Zusammenbruchs Ita­liens ebenso wie über den Verrat an dem deutschen Bundesgenossen zutage fördern können. Jetzt liegt uns eine sehr ausführliche Schilderung des englischen Reuterbüros über das Wirken zweier amerikanischer Offiziere vor, die als Unterhändler nach Rom kamen, dort aber ganz offenkundig nicht mehr ver­handeln, sondern persönliche Spionage trei­ben sollten. Es waren dies General Maxwell Taylor von den USA.-Luftlandetruppen und USA.-Fliegeraberst William Tudor Eardi- ner. die vor der Bekanntgabe des Waffen­stillstandes in geheimer Mission eine Nachr in Rom verbrachten und von Marschall Ba- doalio zu Beratungen hinter dicht verschlosse­nen Türen empfangen wurden.

Dies enthüllt der Reuter-Korrespondent David Brown in einem Bericht aus dem

gegnerischen Hauptquartier. Die Entsendung der beiden USA.-Offizicrc wurde über eine geheime Funkverbindung vereinbart, die nach der Lissaboner Fühlungnahme eingerichtet worden war. Die Nordamerikancr wurden von einem italienischen Kriegsschiff von der Insel Ustica vor Sizilien abgeholt und nach Gaeta gebracht, von wo die Fahrt nach Rom in einem Auto mit Milchglasschreiben fort­gesetzt wurde. Um ihre Mission zu tarnen, wurden die USA.-Offizierx, welche Uniform trugen, alsaus dem Meer gerettete abge­schossene USA.-Flieger" ausgegeben. Gene­ral Taylor erklärte, daß siedie große Ge­fahr, in der sie schwebten, nur aus dem ner­vösen Verhalten der sie begleitenden Offi­ziere bemerkt hätten". Die Badoglio-Offiziere hätten genau gewußt, daß es mit ihnen aus sein würde, wenn deutsche Soldaten sie zu­sammen mit Nordamerikancrn gefaßt hätten.

Die Beratungen fanden so wird wei­ter berichtet in der Bibliothek einer Villa

in Rom statt, in deren Verlauf Badoglio bei seiner Soldatenchre schwor, daß sein ein­ziger Wunsch die Zusammenarbeit mit den Achsengegnern sei. Beim Abschied versicherte Badoglio, wie General Taylor berichtet, er­neut:Wir sind die Freunde der Westmächte und ihrer Verbündeten und haben nur einen günstigen Moment abgewartet, um ihnen die Hand zu reichen!"

Die Ergebnisse der Eeheimmission der bei­den USÄ.-Offiziere waren, wie Brown er­klärt, vonunschätzbarem Wert", da sie den Erfolg der achsengegnerischen Operationen verbürgten, die in einem festen Fußhalt auf dem italienischen Festland und wertvoller Zusammenarbeit mit den Badoglio-Truppen endeten?

Diese Reuter-Darstellung wirft ein sehr interessantes Licht auf den Verrat Vadog- lios. Es wird hier nur noch bestätigt, was wir von diesem Mann bereits wissen, der seinen Verrat in voller Uebereinstimmung mit dem König Viktor Emanuel vollzog. Be­

zeichnend ist es, daß die Alliierten diese und ähnliche Einzelheiten über das Verbrechen der italienischen Verschwörer fortlaufend der Öffentlichkeit übergeben, um damit ihre Kreaturen bloßzustellen. Diese Elemente sind jetz^ kaum noch zu irgend etwas zu gebrau­chen. Infolgedessen kann man auch die Taten aufdecken und durch eingehende Schilderun­gen diese Charakterlumpen aller Welt vor Augen führen.

Das, was sich Eisenhower von dem Verrat Vadoglios und Viktor Emanuels versprach, ist allerdings nicht eingetreten, denn, wie die politische spanische Wochenzeitschrift Mundo" sagt, wurden drei Faktoren außer acht gelassen: 1. die Unmöglichkeit für Ba­doglio, alle gegebenen Versprechungen zu er­füllen, 2. die überraschend schnellen Gegen­maßnahmen Deutschlands und 3. die Psycho­logie der italienischen Truppen die mit Aus­nahme einiger Teile der Marine überwie­gend den verlangten Kampf gegen den Ka­meraden von gestern verweigerten.

kinzelprers 15 lips.

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Von ?rok. vr. ^otiann von beors

Russen und Schweden sind alte Todfeinde. Diese Erkenntnis stammt nicht von uns, son­dern von Gustaf Erikson Wasa, der seinem Sohn, dem späteren König Erik XIV. schrieb: Der Moskowiter befleißigt sich und er strebt, eine solche Monarchie, Macht und Gewalt rings um die ganze Ostsee hier in Europa zu bekommen, wie sie der Türke in Asien und Afrika hat. Und es ist höchlich zu be­fürchten, daß er mit der Zeit eine solche Macht in Europa erlangen wird, wie dies den Türken infolge der Zwietracht, Uneinig­keit und Versäumnisse der Griechen vor Zei­ten in Asien gelungen ist, wenn nicht die christlichen Herren und Regenten um die Ost­see beizeiten daran denken, solchem tyranni­schen Vorhaben ernstlich zuvorzukommen."

Dieser große und bedeutende schwedische König sah völlig richtig die Entwicklung kommen. Die schwedische Großmacht, die die Wasas aufgebaut haben, ist von niemand anders als von Rußland ruiniert worden. Die verlorenen Kriege gegen Rußland unter Karl XII., bann 1778 bis 1790. dann 1808 bis 09, haben Schweden aus dem Licht einer auch politisch noch mitzählenden Macht in das Halbdunkel eines Staatswesens, dem man große Politik nicht mehr zutraut, ge­schleudert. Die Schweden haben seitdem jede Gelegenheit, wieder eine politische Rolle in der Welt zu spielen, verpaßt.

Als ihr König Karl XIH. Vernadotte im deutschen Freiheitskrieg gegen Napoleon an­griff, war es kaum mehr als eine Episode; als Karl XV. Dänemark Hoffnungen auf schwedische Unterstützung in der schleswig- holstetnischen Frage anachte und den poli­tischen Skandinavismus proklamierte, zog es Schweden vor, das gegebene Wort seines Königs wegzuinterpretieren und sich lieber doch nicht die Finger zu verbrennen. Als im Weltkrieg die Entscheidung um Finnland 1917 heranreifte und alle Welt erwartete. Schweden werde dem Freiheitskampf Finn­lands gegen die Russen zu Hilfe kommen, nachdem Jahrhunderte hindurch die Schwe­den für Finnland gefochten hatten, meldeten sich ein paar brave Freiwillige 'aus Schwe­den Schweden seloer aber blieb neutral und nahm es den Deutschen übel. daß sie Finnland befreit hatten. In diesem Krieg ist es wieder das gleiche. Schwedens Sym­pathie ist in der Masse seiner Bevölkerung auf der englisch-amerikanischen Seite, die in Wirklichkeit Schweden gar nichts geben kann und will, die ohne Bedenken bereit wäre, Schweden den Sowjets zum Frühstück zu servieren; man hat schließlich ein wenig Hilfe nach Finnland geschickt im übrigen nimmt man Deutschland gegenüber übel. Man nimmt übel. daß Deutschland so ist. wie es ist, daß Deutschland kriegerische Er­folge gehabt hat, daß es die Sowjets bis in die Ukraine zurückgeworfen hat. daß es Dänemark und Norwegen besetzt hat: man nimmt ihm eigentlich alles übel.

Es gibt kaum ein sonderbareres geistiges Verhältnis als das zwischen Deutschland und Schweden In Deutschland besteht eine alte Liebhaberei für Schweden, ja fast eine Schwedenschwärmerei in manchen Kreisen. Ernst Moritz Arndt ist ihr erster tzroßer Künder gewesen, deutsche Schwedenreisende, bezaubert von dem nordischen Sommer von den hübschen, bunten Dörfern und dem mü­deren Lande, der klangvollen Sprache, den großen Wäldern, haben die Schweden- Schwärmerei weiter verbreitet. Auch ha> Schweden immer eine große Anzahl Denker 'und Dichter gehabt, von denen einige in Deutschland herzliche Sympathie fanden schon weil sie selber Deutschland gegenüber freundlich und aufgeschlossen waren. Sven Hedin. wirklich ein treuer Freund Deutich­lands Verner af Heidenstam, Eeijerstam von den Aeltcren der Künder germanischen Wesens Nudbeck, dazu manche andere, auch das unvergänglich schöne Werk der Selma LagcrlöfEösta Berling Saga" fmag die Dichterin später auch recht häßlich über Deutschland geredet Habens , haben in Deut'ch- land immer wieder die Sympathie für Schweden und schwedisches Wesen aufs neue erweckt. Hinzu kommt, daß in Deutschland die Verbundenheit der germanischen Völker oft recht stark empfunden worden ist lehr viel stärker als in den anderen germanisch-'n Ländern, daß man sich freute, in Schweden und im schwedischen Volke viel alte gemein­same Ueberlieferung zu finden, ja es ein wenig wie den Urbrunncn. die unverfänckste Urheimat besten eigenen Wesens ansah und in manchen Kreisen auch heute ansieht

Wenn man gerecht sein will, so darf man sagen, daß die Schweden von sich aus nicht viel getan haben, um dieie Illusion ins Le­ben zu rufen. Solange sie sich machtpolitisch rühren konnten, sind sie kaum je unsere Ver­bündeten gewesen. Solange Schweden noch Macht darstellte, war es man muß allen Schweden-Schwärmern diese nüchterne Wahr­heit gegenüber aussprechen ein böser, hart­gesottener Reichsfeind König Gustav Adolf, derLöwe aus Mitternacht" landete ja in Pommern nicht nur, um den Protestanten Deutschlands zu Hilfe zu kommen und das Evangelium zu beschirmen, sondern vor allem, um die schwedische Vorherrschaft in der Ostsee aufzurichten und finanziert durch einen französischen Subsidienvertrag des Kardinals Richelieu. Er erklärte ausdrück­lich, der Bau der kaiserlichen Flotte in der Ostsee habe ihn zu den Waffen greifen lassen, denn die Herrschaft über die Ostsee sei seit grauer Vorzeit ein Privilegium der schwedischen Krone Nachdem im treuen Ver­ein mit den Franzosen und den reichsreb-lli- schen deutschen Landessürstcn des protestan­tischen Bekenntnisses Schweden im Dreißig- '