Ausgabe 
(19.9.1943) 259
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V Lrleicnnttictie Layeszettung

Dos Amtsblatt des legierenden lürgermeisters der Zielen Hansestadt Vremen

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7lr. 23g , 1Z. Jahrgang

Sonntag, 19. September 1S4Z

üev NarionLlldzial.isteri.Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Neichsstattlsallers in Olden burg und vremen

kinzelpreis 15 Npf.

Italien v/irä ein nationaler um! sorisler 81sst

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die Lasprscke ckes Duce

Rom» 18. September. Der Duce sprach am Sonnabendabend über den italienischen Rundfunk zum italienischen Volk. In seiner Ansprache, der ersten nach seiner Befreiung, erklärte der Duce:

Schwarzhemden! Italiener!

Italienerinnen!

Nach einem langen Stillschweigen ver­nehmt ihr wiederum meine Stimme. Ich bin sicher, Latz ihr sie erkennen werdet, die Stimme, die euch so oft in schweren Zeiten zusammengerufen und mit euch die schönsten Tage des Vaterlandes gefeiert hat. Ich habe einige Zeit gewartet, bevor ich wieder vor euch getreten bin, denn ich brauchte eine Zeit­spanne seelischer'Zuriickgezogenheit, bevor ich wieder vor die Welt trat, denn nach meiner Isolierung war es nötig, Latz ich wieder mit der Welt Berührung fand. Der Rundfunk erlaubt keine langen Reden. Ich möchte mich auch nicht mit den Vorgängen allzu lange befassen, sondern ich beginne gleich mit den Ereignissen des 25. Juli.

vss MglaudUökste aller Ldenlsiisr

Es ereignete sich in meinem wahrlich an Abenteuern reichen Leben das unglaub­lichste aller Abenteuer. Die Unterredung mit dem König dauerte 29 Minuten oder sogar weniger. Irgendeine Verständigung war unmöglich, denn er hatte seinen Ent- schluh schon vorgesagt. Der Ausbruch der Krise stand unmittelbar bevor. Es ist schon im Kriege und im Frieden vorgekommen, dah ei» Minister gehen muhte, datz ein Ge­neral abgesetzt worden ist. Aber man hat «och nie gehört, dah man einen Mann wie mich, der seinem König über 2V Jahre in absoluter Treue gedient hat, aus -er Treppe des Prioathauses des Königs verhaften lieh, ihn zwang, einen Sanitätswagen zu besteigen unter dem Vorwand, ihn aus einer Verschwörung retten zu wollen, und in rasendem Tempo von einer zur anderen Kaserne verschleppte.

Ich habe sofort den Eindruck, datz dieser Schutz in Wirklichkeit unsicher war. Dieser Eindruck wurde verstärkt, als ich von Rom nach Ponza verschleppt wurde, und aus

Kapitän 6ro88i bei vönitr

Berlin, 18. September. Im Verlaufe einer persönlichen Meldung beim Oberbe­fehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Groh- admiral DLnitz, erklärte der erfolgreiche italienische U-Bootkommandant und jetzige Führer der italienischen U-Boote im Atlantik, Ritterkreuzträger Kapitän zur See Enzo Erossi, im Sinne der Anordnung des Duce seine und seiner ihm unterstellten Verbände bedingungslose Bereitschaft auf deutscher Seite und stellte sich und seine Besatzungen dem Oberbefehlshaber der deutschen Kriegs­marine zur Verfügung.

meinem Verdacht wurde Gewißheit, als ich von Ponza zur Insel Maddalena über­geführt wurde und von Maddalena zum Gran Sasso, wie der festgesetzte Plan, Meine Auslieferung tin den Feind, vorsah. Ich hatte aber das sichere Gefühl, datz, ob- schon ich von der anderen Welt abgeschnit­ten war, der Führer sich trotzdem um meine Person sorgte, noch mehr brüderlich als kameradschaftlich. Später schickte mir der Führer eine wunderbare Ausgabe der Werke Nietzsches.

Das Wort Treue hat einen tiefen Sinn, ich möchte sagen, ewigen Sinn im deutschen Herzen, das im allgemei­nen die geistige Welt der Deutschen widerspiegelt. Ich war überzeugt, daF ich eine Probe davon erhalten würde.

Her keinä Kälte äsn Duos nickt Isdsnä erkalten

In Kenntnis der Waffenstillstandsbedin- gungen, hatte ich nicht den geringsten Zwei­fel hinsichtlich dessen, was sich im Artikel 12 der Bedingungen verbarg. Ein hoher Beam­ter sagte, dah ich als Geisel festgehalten würde. Aber «in der Nacht vom 11. zum 12. September lieh ich wissen, datz mich die Feinde nicht lebendig in ihre Hände be­kommen würden.

In der klaren Luft des Gebirges lag eine Stimmung der Erwartung. Es war gegen 14 Uhr, Als ich den ersten Fallschirmspringer herunterkommen sah, und dann folgten die andern, entschlossen, jeden Widerstand zu brechen. Die Mannschaften, die mich bewach­

ten, sahen das ein und schössen nicht. Das' alles spielte sich in fünf Minuten ab. Die Befreiung, die ganze Unternehmung war ein Muster der Organisation und der Entschluß­kraft der Deutschen, das in der Geschichte denkwürdig bleiben wird. Mit der Zeit wird die Tat zur Legende werden. Hier endet das dramatische Kapitel meiner Person.

Ms Iragölks äss Itslismlcksn Volkes

Aber es ist eine Kleinigkeit gegenüber der entsetzlichen Tragödie» in die diedemokrati­sche Regierung" am 25. Juli die italienische Nation gestürzt hat. Der unglaubliche Opti­mismus, sogar von Faschisten, hielt es nicht für möglich» dah die Regierung solch katastro­phale Pläne gegenüber der Partei, dem Regime und der Nation selbst schmieden konnte. Abep die Maßnahmen, die nach dem 25. Juki getroffen wurden, deuteten ein Pro­gramm, das daraus hinzielte, das Werk von 20 Jahren zu zerstören und 29 Jahre des Ruhmes auszulöschen, um die Erinnerung an die Schaffung eines Imperiums und einen Rang, wie ihn das Vaterland noch nie ge­habt hatte, zu beseitigen.

Heute, angesichts der Ruinen des weiter- tobenden Krieges, möchte man krampfhaft nach Möglichkeiten suchen, um eine Form der Rechtfertigung zu finden für den, der die Verantwortung zu tragen hat. Die heute über die Partei herziehen, sind dieselben Nichtstuer, die bereits bei Beginn unseres Marsches versucht haben, den sozialen Fort­schritt zu sabotieren und die nationalen und imperialen Erfolge zu verkleinern. Während (Fortsetzung auf Seite 2)

vllrckbrueksversueks bei Vljssma verekelt

ksgsngürrs /m 5üc/sn c/s5 Ort/xont ltc>//smsc/isr l-/-6oot vsrssnkts ^tinsn/sgsp /m 5c/itvoprsn -- ^n/io/tsnc/s /(ämp/s bsi §o/srno

Aus dem Führerhauptquartier, 18. September^ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Siidabschnitt der Ostfront beeinträch­tigen die seit Tagen anhaltenden starken Re­genfälle die Kampfhandlungen. Der Feind versuchte vergeblich» in die Absetzbewegungen unserer Truppen hereinzustohen. Er wurde in erbitterten Kämpfen abgeschlagen.

Im Raum westlich Wjasma scheiterten alle Durchbruchsversuche massierter Sowjet- kräfte am entschlossenen Widerstand der deut­schen Divisionen, die dabei 7V Panzer ab­schössen. Von den übrigen Frontabschnitten wird bis auf den ganzen Tag über an­dauernde Angriffe des Feindes südlich des Ladogasees nur örtliche Kampftätigkeit ge­meldet.

Im Schwarzen Meer versenkte ein auf deutscher Seite weiterkämpfendes italieni­sches Unterseeboot einen von Schnellbooten gesicherten feindlichen Minenleger.

Im Kampfraum von Sakerno wechsel­ten gestern eigene Angriffe mit heftigen, von starken Fliegerkräften und schwerer Schiffs­artillerie unterstützten Gegenangriffen des Feindes. Besonders im Südostabschnitt der Front haben die Kämpfe mit den neu ge­landeten überlegenen feindliche» Kräften an Umfang zugenommen. Unsere aus Calabrien unter ständigen Gefechten und «ach gründ­licher Zerstörung aller Verkehrsverbindun­gen zurückgehenden.Sicherungstruppen stell­ten gestern die Verbindung mit den im Raum von Salerno kämpfenden Divisionen her.

Die Badoglio hörige Besatzung der Insel Elba in Stärke von 7999 Soldaten hat be­dingungslos kapituliert und wurde ent­waffnet.

Wenige feindliche Flugzeuge überflogen bei Tag und in der Nacht das Reichsge­biet. Durch vereinzelte Bombenabwürfe ent­standen nur geringfügige Schäden.

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ver Duce, geleitet von seinen Lskreissn, verlLüt sein (llekengnis in cken ^brurren. PK.-Luku.: «riezsdericdter v. Ksxssr t»N)

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Bremen, 19. September.

Heftiger denn je ist iu diesen Wochen und Monaten der Abwehrkampf der Festung Eu­ropa entbrannt. Vor die höchsten Anforderun­gen ihrer Abwehrkraft gestellt, teilen unsere Soldaten unbeirrt und. unbeirrbar von der zahlenmätzig ungeheuerlichen, ihnen überall entgegenstehenden lleberlogenheit der Feinde an allen Fronten Schläge aus, die die Politiker und Militärs unserer Gegner nun schon veranlaßt haben, allgemein vor übergroßem Optimismus zu warnen. Allen Ernstes versuchen diese, nunmehr schon die im sogenannten Nervenkrieg vor kurzem noch so freventlich ausgelösten Siegeserwariungen alsunsinnigen und kindischen Ueberopti- mismus" abzutun und bringen, in Erkennt-'

ksknenklüclitige Lckitte llommsnäsnten olme kkrs

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britischer und in geringem Umfang

In Malta und Gibraltar und in den Häfen der spanischen Balearen-Eruppe haben sich die zersprengten Reste der Italienischen Flotte eingesunden, soweit sie nicht von ehrenhaften Italienern in den Dienst des europäischen Kampfes gestellt, von - schnell zupackenden deutschen Kommandos am Aus­laufen gehindert oder auf der Flucht auf­gebracht werden konyten. Fahnenflüchtige Schiffe, Kommandanten ohne Ehre, Strand­gut des Verrats, das willenlos an feind­lichen Küsten antreibt. In den Straßen von La Valetta hat die Bevölkerung die ita­lienischen Seeleute ausgepfiffen. wo sie sich nur an Land zeigten. Die Briten berichten darüber, ganz sachlich und kaum bemüht, die eigene Verachtung zu verbergen.

Um so lärmender begrüßt die englische und amerikanische Presse den Zusammen- bruch der italienischen Seemacht und das Einlaufen fahnenflüchtiger Schiffe in die Stützpunkte der Alliierten. Aber die saure Frage, bis zu welchem Grade es sich bei den übernommenen Schiffen um einfatz- fähige Kampfkraft handelt, bis zu welchem Grade vor allem der Zuwachs an schweren Einheiten auch ein Gewinn, eine Vermeh­rung der Kraft bedeutet, ist noch nicht be­antwortet. Auch hat sich eine Hoffnung, die man in den Tagen zwischen der Unterzeich­nung des Waffenstillstandes am 3. Septem­ber und seiner Veröffentlichung am 8, Sep­tember in den Kreisen der britischen Admi­ralität hegte, nicht erfüllt: Es ist nicht ge­lungen. alle vier modernen Schlachtschiffe derLittorio"-Klasse. die einst das Rück­grat der italienischen Seemacht bildeten, in den Dienst des englischen Seekrieges zu stellen.

Don den vier 35 0l>0-Tonnen-2chiffen er­reichten nur zwei die schützenden Hafenforts von Malta, dieVittorio Veneto" undJta- lia". die frühereLittorio". Auf die bei­den anderen Schiffe dieser Klasse warteten die Briten vergeblich. Lines ihrer Flug­

zeuge. das zu einem Aufklärungsflug im Seegebiet des Westmittelmeeres eingesetzt war, wurde zufällig Augenzeuge des Kampfes, ,in dessen Verlauf deutsche Luft- waffenstreitkräfte das Schlachtschiff,Roma" versenkten, das mit einem Verband leichter Seestreitkräfte nach Westen zu- entkommen versuchte.

Außer den Schiffen derLittorio"-Klasse verfügte die Flotte Italiens noch über vier ältere Schlachtschiffe, deren Klasse nach der Conte di Cavour" benannt war. Diese Schiffe sind in den Jahren 1911 bis 1913 vom Stapel gelaufen oder in Dienst gestellt und in den Jahren 1933 bis 1937- umge­baut und modernisiert worden. Aus dieser Klasse sind die beiden 23 OOO-Tonnen-Schiffe Giulio Cesare" undAndrea Doria" aus ih­ren Stützpunkten nach Malta geflüchtet. Die Euilio Cesare" war eines von den Schis­sen, die bei dem Ueberfall britischer Tpr- pedoflieger aus den Flottenliegeplatz von Tarent schwer getroffen worden waren.

Die Schiffe derCavour"-Klasse hatten im Urteil der britischen Admiralität und Presse eine unterschiedliche Bewertung gefunden. Noch vor wenigen Monaten galt ihre Kampf­kraft als kaum nennenswert, aber heute, da sie unter den Geschützen von La Valetta vor Anker liegen, hat man in London wenig­stens was die Presse angeht sein Urteil wesentlich geändert. Wie aber die britische Flotte den unterschiedlichen Eefechtswert der übernommenen italienischen Kriegsschiffe be­wertet, geht aus der Tatsache hervor-, datz Admiral Eunningham die beidenLittorio"- Schkachtschiffe mit einigen italienschen Kreu­zern und Zerstörern sofort nach Alexandrien bringen ließ, wo sie unter strenger Bewachung einliefen und von dem englischen Befehls­haber im Mittelmeer vereinnahmt wurden. Die alten Schiffe derCavour"-Klasse beließ man indessen in La Baletta.

Man darf bei der Beurteilung der neuen seeftrategischen Lage im Mittelmeer, die ja

auf die Weltmeere zurückwirken mutz, nicht allein die technisch-materielle Seite der See­macht betrachten. Jedes Schiff ist jensnts von Artilleriebestückung und Maschinenleistung nur soviel wert, wie die Männer, die auf ihm kämpfen sollen und es erst zur Waffe machen. Ob dem menschlichen Strandgut, das auf den italienischen Kriegsschiffen in die Häfen des Feindes kam, noch eine moralische Kampfkraft innewohnt, wird sich erst zeigen müssen. Es besteht kein Zweifel, datz der Teil der italienischen Flotte, der kaum ernst­haft im Kampf stand, in der entscheidenden Stunde versagt hat, während solche Besatzun­gen, die in drei Jahren des Kampfes die Schwere des Krieges getragen haben, ihren Sinn für Ehre bewahrt haben.

So stehen ebenso wie die Kommandanten leichter Einheiten im Mittelmeer vor allem die italienischen U-Boot-Leute des Atlantik­stützpunktes unerschüttert an der Seite des deutschen Verbündeten. Aus ihren Reihen sind Männer wie der frühere Kommandant des U-BootesBarbarigo", Kapitän Enzo Grossi, heute Führer der italienischen U- Boote im Atlantik, der zwei nordamerika- nische Schlachtschiffe versenkte, und die beiden anderen Ritterkreuzträger der italienischen Flotte hervorgegangen. Es ist in diesem Sinne auch bezeichnend, datz von den italie­nischen Kriegsschiffen im Mittelmeer, die in den Konflikt zwischen Befehl und Ehre ka­men, es zwei Torpedoboote waren, die sich in den Gewässern der Valearen selbst ver­senkten, anstatt den schmachvollen Marsch nach Gibraltar anzutreten.

Ueber die Wirkungen im Mittelmeerraum hinaus, wo ja nach der Landung des Fein­des auf dem europäischen Festland der Krieg nicht mehr allein ozeanischen, sondern in wachsendem Matze kontinentalen Gesetzen zu folgen hat. mutz die Auslieferung der ita­lienischen Flotte Rückwirkungen auf die see- strategischsn Kräfteverhältnisse in den Mee­ren des Fernen Ostens haben. Die Bindung

auch

nordamerikanischer Flottenstreitkräfte, die von den italienischen Schiffen auch zu der Zeit noch ausging, La sie alsllset iv deins" in ihren Stützpunkten lag, hat aufgehört. Wenn auch bei den Landungsoperationen und hen Kämpfen an den Küsten des Mittelmeeres gegenwärtig die Anwesenheit von Schlacht­schiffen notwendig sein mag, so ist doch auf weitere Sicht anzunehmen, daß für die Siche­rung von Flugzeugträgern und Landungs­booten leichte Seestreitkräfte und Kreuzer und für die artilleristische Unterstützung von ausgeschifften und an Land kämpfenden Truppenverbänden die mit schwerer Artille­rie bestückten Monitore eingesetzt werden, die schon während der Kämpfe auf Sizilien ge­gen die Küsten -operiert haben.

Es kann somit wenig zweifelhaft sein, datz die anglo-amerikanischen Mächte in Zukunft auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz mit stärkeren Seestreitkräften auftreten können. Möglicherweise ist schon die Aufgabe des vor­geschobenen Aleuten-Stiitzpunktes Kiska, die vor einigen Wochen von den Japanern be­kanntgegeben wurde, im Hinblick auf eine derartige Entwicklung im Mittelmeerraum zu erklären gewesen. Ob der Feind zur Ver­stärkung seiner Position in Ostasien auch die jetzt nach Alexandrien gebrachtenLit- torio"-Schlachtschiffe heranziehen wird, mutz sich zeigen. Die Japaner haben ihr Urteil über den moralischen Wert der italienischen Besatzungen in das überlegene Wort zu­sammengefaßt, man habe in' Tokio von den Schiffen nichts zu fürchten, wenn die alten Besatzungen an Bord geblieben sein sollten.

Diese Seite des Verrats vom Hause Sa- voyen liegt dem kontinentalen Denken we­niger nahe, wiegt aber weltpolitisch gesehen kaum weniger schwer. Dennoch kann es kein Zweifel sxin. daß seinen Auswirkungen in Ostasien Japans Seemacht harte Grenzen setzen wird.

Llarias-LrisLsbsriobtsr vr. öurws S. RsiLbsrät

Von

llobann 8. vistriet»

nis des ihnen erst richtig klar gewordenen Risikos, das sie im Krieg gegen Deutschland eingegangen, es- fertig, den Bevölkerungen ihrer Länder klar zu machen, datz der Krieg jetzt eigentlich ja erst beginne.

Soweit die USA. in Betracht kommt, mag das richtig sein. Denn mit den Streitkräften dieses Landes sind wir auf unserem Erdteil erst richtig zusammengeschlossen und den Kräfteverschleitz, den gerade die USA. mit ihren überaus Hohen, blutigem Verlusten bei Salerno erlitten, werden sie kaum als ein Plus auf ihrer Seite und einen hoffnungs­reichen Auftakt des Ansturms aus die euro­päische Festung buchen wollen. Und wgnn unsere Gegner also statt des WortesBeginn des Krieges" die Worte setzen möchtenBe­ginn der Entscheidung", dann brauchten wir ihnen auch darin nicht zu widersprechen.

Die letzte Entscheidung in diesem gewaltigen Ringen Europas um seine höchsten Lobenswerte hat tatsächlich begonnen, und niemand kann verkennen, um was es geht. Wenn nun schon an die drei Monate die Millionen-Massen Stalins unermüdlich an den lebendigen Schutzwall unserer Front im Osten anrennen, wenn andererseits in Italien die gelandeten Truppenverbände der Angloamerikaner mit einer Verbissenheit sondergleichen (wenngleich ohne Erfolg) sich abkämpfen, Boden zu ge­winnen, und immer neue erhebliche Trup­penkontingente unter dem Schutz ihrer stärk­sten Kriegsschiffeinheiten und Luftwaffen- verbände auf den Schauplatz des Kampfes von Salerno werfen, so bedarf es keines weiteren Hinweises, um deutlich zu machen, was ihnen als Ziel vorschwebt. An die Grenze des Reiches möchten sie heran, diese mit gewaltiger Wucht einrennen und das deutsche Volk erwürgen, um unumstrittene Herren der Erde zu werden. Jeder Deutsche weiß das und wird, zumal jeder Soldat durchdrungen d^von ist, datz jetzt siegreiche Abwehr um jeden Preis gilt. mit Ruhe und Entschlossenheit und ungebrochener Sieges­zuversicht den weiteren Kämpfen entgegen­sehen.

Von den Menschen- und Materialmassen der Gegner aber ist jetzt schon ein hoher Prozentsatz ausgefallen. Im Osten wie im Süden der Europafestung stehen unsers Soldaten als lebendiger Schutzwall, zäh und tapfer kämpfend, im Vorgelände. Und es ist dieser Wall nicht nur lebendig, das heißt beseelt von der Größe der ungeheuren Ausgabe, die seinen Verteidigern mit dem Schutze Deutschlands und Europas geworden ist. Er ist auch beweglich und somit imstande," die jeweils zweckmäßigste Verteidigung ela­stisch zu führen und damit in strategischen Rückverlegungen von Frontteilen und Fron­ten die anbrandenden Massen der Gegner aufzuhalten.

Im Osten .die sturmflutartig anstür­menden bolschewistischen Massen abzu­dämmen und ihre manchmal überwältigend erscheinende Gewalt zu brechen, inItalien den der Gefahren ihres Landungsunterneh­mens nicht ganz bewußt gewesenen Feinden das ganze Risiko ihres Vorhabens beizu­bringen, ist unter möglichster Schonung deH

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