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Dos Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zrelen kfansestadk Bremen
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der NarionalsoziaMen. Vremens
Amtliches verkündungsvtatt des Neichsstatttialters in Oldenburg und Bremen
7lr. 25? , 1Z. Jahrgang
Sreitag, 1?. September 1S4Z
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Licdslllsub mit LcdvsNsrn kür VsvsrLioberltHotbimüKensrLMsros
Führerhauptquartier» 16. September. Der Führer verlieh am 1s. September das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generaloberst Hermann Hoth, Oberbefehlshaber einer Panzerarmee, als 35. Soldaten und an General der Panzertruppen Josef Harpe, Kommandierender General eines Panzer- korps, als 38. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
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Fiihrerhauptquartier, 18. September. Der Führer verlieh am 13. Ssptem- , ber 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst d. R. Dr. Walter Lange, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, als 369. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
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Führerhauptquartier» 16. September. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an ---Hauptfturm- führer Hans Juchen, Bataillonskommandeur; ---Hauptsturmführer Günther Silier, Bataillonsführer; ---Oberscharführer Helmut Bauer, Zugführer in einem Panzer-Regiment;^ Oberst Helmut Wohlfahrt, Kommandeur eines Grenadier-Regiments; Major Helmut E ro ß, Bataillonskommandeur in einem Füsilier-Regiment; Major Walter Vogel, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment; Hauptmann Ernst Fach, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader; Oberleutnant Bernhard Brambrin.k, Kompanieführer in einem Pionier-Bataillon; Oberleutnant Fritz Biermann, Kompanieführer in einer Panzerausklärungs-Abteilung; Oberleutnant Walther. Luitjens, Kompaniefiihr,er in einem Grenadier-Regiment; Feldwebel Josef Schwabenberger. Zugführer in einem Grenadier-Regiment. —
Hauptmann Ernst Fach, am 6. Juli 1912 in Remscheid geboren, fand an der Ostfront den Fliegertod.
A-kLnrsr-Mvjsloii „vss Seick" vsrnicklels 1860 ?snLsr
Berlin, 16. September. Die ---Panzer- gxenadier-Division „Das Reich" vernichtete am 14. September seit dem Beginn der protzen Abwehrschlacht im Osten, dem 3t Juli 1943, ihren 1500. Feindpanzer. An diesem' Gesamterfolg war das Panzerregiment der Division mit 800 Abschüssen am stärksten bx- teiligt. Erst am 27. August hatte der OKW.- Bericht den 1000. Panzerabschutz der Division „Das Reich" gemeldet.
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Rom, 16. September. Der Duce hat einen weiteren Tagesbefehl erlassen, der folgenden Wortlaut hat: „Tagesbefehl der Regierung Nummer 6:.In Ergänzung der vorhergegangenen Tagesbefehle beauftrage ich den Generalleutnant Renata Ricci mit dem Ober-
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Berlin, 16. September. Im südlichen und mittleren Frontabschnitt verstärkten die Volschewiften am 15. September ihren Druck an den bisherigen Schwerpunkten. Autzer- dem griffen sie von neuem nördlich und südlich der Rollbahn Moskau—Smolensk sowie südlich des Ladogasees an. Unsere Truppen leisteten dem Feind zähesten Widerstand und schlugen ihn unter Abschuß von 296 Panzern blutig zurück. Außerdem verloren die Volschewiften an den letzten beiden Tagen 291 Flugzeuge.
Am Kuban-Brückenkopf führten die So wjets ihre Vorstöße bei Noworofstjsk und beiderseits des Kuban-Flusses fort. Die Angriffe hatten jedoch nur örtliche Ziele und wurden im Zusammenwirken mit der Luftwaffe verlustreich für den Feind abgewiesen. Zwischen dem Asowschen Meer und Lharkow entwickelten sich aus den gruppenweise mit Kräften bis zu Regimentsstärke vorgetragenen Angriffen der Bolschewisten erbitterte, beweglich geführte Abwehrkämpfe, in deren Verlauf unsere Truppen die Durchbruchsabsichten des Feindes zunichte machten.
Die im Wehrmachtbericht gemeldete Zerschlagung abgeschnittener bolschewistischer Verbände geschah gleichfalls in diesem Raum. Die Sowjets hatten vor einigen Taigen versucht, westlich Krasnoarmeiskoje in Richtung auf den Dnjepr durchzustoßen. Vorgeprellte Kräfte waren aber von deutschen Panzerverbänden abgeschnitten worden und wurden nunmehr'in sechstägigen Kämpfen vernichtet. Da sich Teilgruppen durch schleunigen Rückzug ddr Umfassung entziehen konnten, sind die Verluste der Bolschewisten an schweren Waffen mit 110 Panzern und 84 Geschützen noch verhältnismäßig schwerer als die Ausfälle an Menschen, die über 2500 Tote und 600 Gefangene betrugen.-
Westlich Charkow und zwischen den Flüssen WorLklamnd Pssiol erhöhte der Fei^d seinen Druck. An einem schmalen Abschnitt standen allein zwei von zahlreichen Batterien und Schlachtfliegerstafseln unterstützte Divisionen im Angriff. Dennoch blieben die Sowjets unter sehr schweren Verlusten im deutschen Feuer liegen. Ebenso blutig scheiterten die im Laufe des Tages mehrfach wiederholten feindlichen Vorstöße im Raume Romny—Konotop. Starke Kampf-, Sturz-
kampf- und Schlachtfliegerverbände entlasteten die Erdtruppen durch fortgesetzte Angriffe gegen sowjetische Bereitstellungen und Trup- penansammlungen. Beim Zerschlagen feindlicher Stoßgruppen und Reserven vernichteten oder beschädigten sie zahlreiche Panzer, Geschütze und Fahrzeuge.
Im mittleren Abschnitt der Ostfront setzten unsere Truppen dem vordringenden Feind an der Desna erbitterten Widerstand entgegen. 2m Nahkampf oder in Gegenstößen wurden hier feindliche Angriffe abgewehrt und Einbrüche abgeriegelt. Auch südwestlich
wistischs Kolonne von etwa 1000 Mann durch Artilleriefeuer erfaßt und unter hohen Verlusten für den Feind zersprengt wurde.
Bei den Angriffen beiderseits der Rollbahn Moskau—Smolensk lag der Schwerpunkt westlich Jelnja. Am 7 Ahr morgens began die dreiviertelstündige, sich zum Trommelfeuer steigernde Artillerievorbereitung, die unsere Stellungen sturmreif machen sollte. Der Feuerwalze folgten sehr starke von zahlreichen Schlachtfliegerstafseln unterstützte Infanterie- und Panzvrangrifse. Den ganzen Tag über brandeten die bolschewistischen Divisionen gegen unsere Stellungen. Der Großangriff wurde aber von unseren vorbildlich kämpfenden und von der Luftwaffe wirksam unterstützten-' Truppen unter Abschuß einer großen Anzahl von Panzern aufgefangen oder abgewiesen. Den nördlich der Rollbahn im Raum südlich De ^ yi vorstoßenden Infanterie- und Panzerkräften des Feindes blieb ebenfalls der Erfolg versagt. Auch sie scheiterten am hartnäckigen deutschen Widerstand. Am unsere Luftabwehr, die den feindlichen Schlachtfliogern immer wieder schwer zu schaffen machte, auszuschalten, griffen die Bolschewisten in mehreren Wellen Feldflugplätze hinter der Front an. Die von zahlreichen Jägern begleiteten Kampffliegergeschwadsr waren rechtzeitig gemeldet worden, so daß sie bereits vor Erreichen der Ziels durch deutsche Jagdflieger in heftige Luftkämpfe verwickelt
und abgedrängt wurden. Unsere Jäger errangen in der Luftschlacht einen eindrucksvollen Erfolg und schössen in kürzester Zeit nicht weniger als 80 bolschewistische Flugzeuge ab. Hierbei errang Eichenlaubträger Oberleutnant Nowotny den im Wehrmachtbericht erwähnten besonderen Erfolg durch Abschuß von sechs feindlichen Flugzeugen. > Sieben weitere Maschinen holte Flakartillerie der Luftwaffe herunter. ,
Im nördlichen Abschnitt der Ostfront herrschte an einigen Stellen, so bei Well s h - W e l i k i j e Luki und am Ilmen- s e e, lebhafte beiderseitige Späh- und Stoßtrupptätigkeit. Die Haüptkämpfe entbrannten jedoch südlich des Ladogasees, wo der Feind wieder einmal seine schon so oft gescheiterten Angriffe gegen die Ssinjawino- Höhen erneuerte. Nach heftigem Artillerie- feuer, das durch Bomben und Bövdwaffen- beschuß zahlreicher Echlachtflieger noch verstärkt wurde, stürmten die Bolschewisten mit Jntanterie und Panzern an, brachen aber unter Verlust von neun Panzern im Feuer der ihre Gräben erbittert verteidigenden Grenadiere und Jäger zusammen.
In der Nacht zum 16. September bombardierten deutsche Kampf- und Sturzkampfflugzeuge vor allem im Süden der Ostfront feindliche Nachschubbahnen und warfen neun Bahnhöfe und mehrere Züge, darunter einen Munitionszug, in Brand.
Rode biuligo Verluste üor Lovjels
5c/nvs7s /(ämp/s /m Ostsn — l.onc/skäp/s bsi 5o/srno vvsitsr si'ngssngt ^/tc>v///c7 gestürmt — LOOO-Tonnsr versenkt, s/i Tc/ff/is bsrc/iäc//gt
Aus dem Führerhauptguartfer, 18. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: " —
. Beiderseits des Kuban und rm südlichen Abschnitt der Ostfront wurden zahlreiche feindliche Angriffe abgewiesen. Bei der Vernichtung einer von ihren rückwärtigen Verbindungen abgeschnittenen Kräftegruppe verlor der Feind mehrere tausend Tote, 899 Gefangene, 110 Panzer und 84 Geschütze. Im mittleren Frontabschnitt traten die Sowjets westlich Jelnja mit starker Panzer- und Luft- waffenunterstützung zu dem erwarteten Angriff an. Sie wurden nach erbitterten Kämpfen unter schweren blutigen Verlusten abgewehrt oder aufgefangen. Die Kämpfe sind in vollem Gange. Auch südlich Belqj und südlich des Ladogasees griff der Feind nach starker Artillerievorbereitung vergeblich an. In den beiden letzten Tagen verloren die Sowjets 291 Flugzeuge.
Im Raum von Salerno und Eboli wurde auch gestern erbittert gekämpft.
der Erstürmung von Altavilla verloren die Amerikaner zahlreiche Tote und Gefangene. Die Luftwaffe vernichtete gestern einen Transporter von 8999 BRT. und beschädigte elf breitere Schiffe der Lan-ungsflotte.
Starke britisch-nordamerikanifche Fliegerverbände griffen in den späten Abendstunden des 15. September nord- und westfranzösische Gebiet an. Besonders in Wohnvierteln der Stadt Paris entstanden'erhebliche Zerstörungen und Verluste unter der Bevölkerung. In der letzten Nacht flogen wenige feindliche Flugzeuge nach Nord- und Westdeutschland ein. Vereinzelte Bombenwürfe verursachten nur unbedeutende Schäden. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden neun feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.
Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht Cinzelzi-lle im Raum von London.
Das Jagdgeschwader Mölders erzielte am 15. September den 7999. Flugzeugabschuß. Oberleutnant Nowotny» Führer einer Jagdfliegergruppe, schoß in den beiden letzten Tagen an der Ostfront 12 feindliche Flugzeuge
ve;ehl der freiwilligen Miliz für vie na- nrrow oauerren ore schweren Gefechte an, Einige feindliche Kräftegruppe» wurden ver- Tagen an der Ostfront 12 feindliche Flugzei «tionale Sicherheit. Mussolini." j in deren Verlauf eine vorrückende kölsche- nichtet, die Landeköpfe weiter eingeengt. Bei I ab und errang damit feinen 215. Luftsieg.
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^skkä/'pskung c/ss po/lt/sc/isn 5o/c/otsn — Osr ös/rs/'sr c/ss Oucs sc/ii/c/skt neue k»'nrs//isi'tsn c/se unc/ Ourc/l/ü/irung c/sf vvs/t/zsvvsgsnc/sn Tot
Berlin, 16. September. Der Neichsführer hat den Hauptsturmführer der Waffen--- im Sicherheitshauptamt, Otto Skorzeny, mit Wirkung vom 12. September, dem Befrei- ungstage des Duce, zum fs-Sturmbannführer befördert.
Otto Skorzeny wurde am 12. Juni 1908 in Wien als Sohn des Bauingenieurs Anton Skotzeny geboren. Er verbrachte seine Jugend in Wien und besuchte hier eine Realschule, die er mit dem Abitur verließ. Anschließend studierte er an der Technischen Hochschule in Wien. Im Dezember 1931 beendete er das Studium als Diplom-Ingenieur. Er war dann in verschiedenen Stellungen, und seit 1934 als selbständiger Betriebsführer in der Automobil- und in der Vaubranche tätig. Schon während seiner Schul- und Studienzeit wirkte Skorzeny in seiner Heimatstadt aktiv und kämpferisch in großdeutschem Sinne. Er gehörte als Schsiler dem nationalistisch ein- gestellten Mittelschülevbund an. Später be-' tätigte er sich in Studentenfreikorps und im steirrschen Heimatschutz. Gleichzeitig hatte er maßgeblichen Anteil an der politischen Schu- lungsärbeit der großdeutsch eingestellten österreichischen Burschenschaften.
Im Mai 1932 trat Skorzeny in Wien in die NSDAP. ein. Am 1. Februar .1934 wurde er Angehöriger der allgemeinen F Er gehörte in diesen Jahren des Kampfes zu jenen fanatischen Nationalsozialisten, die trotz aller Verfolgungen und Schikanen des Dollfuß- und SchüfchniHg-Regims unablässig für die nationalsozialistische Idee arbeiteten und insgeheim, den Anschluß -mit vorbereiten halfen. Der 13, März 1938, der Tag des Anschlusses, sah Skorzeny als Führer eines Krastfahrsturmes der illegalen F in Wien. Anschließend wirkte -er als Kraft- fahrinspekteur eines F-Abschnitts in der Ostmark. Bei Kriegsausbruch, tat Skorzeny als Reserveoffiziersanwärter bei der Luftwaffe Dienst, um im Januar 1940 als Freiwilliger zur Waffen-ft zu gehen. In der jfs-Dioifion „Das Reich" nahm er, zuletzt als Obersturmführer, an den Feldzügen im Westen, auf dem Balkan und gegen die Sowjetunion teil. Später wurde er als
-Hauptsturmführer in den Sicherheitsdienst der sibernommen.
Nachstehend schildert F-Kriegsberichter Robert Krötz in der Nationalsozialistischen Korrespondenz neue unbekannte Einzelheiten über die Vorbereitung und Durchführung der Befreiung des Duce, die sich aus einem Gespräch mit Sturmbannführer Skorzeny ergeben haben. F-Kriegsberichter Krötz schreibt:
Vom Schlachtfeld stümmer Heldentaten
si-LKs. Die Befreiung des Duce, deren äußerer Ablauf der Oeffentlichkeit inzwischen bekannt geworden ist, lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Typus tollkühner, entschlossener Männer, die an einer lautlosen Front in rücksichtslosem Einsatz Unvergleichliches leisten. Ueber den eigentlichen Vorgang hinaus, der in seinen politischen Auswirkungen zweifellos so viel bedeutet wie eine gewonnene Schlacht, ist der Handstreich des am 12. September zum -Sturmbannführer beförderten SD.-Führers Otto Skorzenyder willkommene Anlaß, das Bild derjenigen nachzuzeichnen, die in engster Kayieradschast mit den allschirmjägern eine Leistung vollbracht aben, die sich als Maßstab tapferen und treuen sj-Geistes ansprechen läßt. Aus den Schilderungen des Einsatzführers sind im folgenden Einzelheiten zusammengetragen, die ein Schlaglicht auf das gespenstische Schlachtfeld stummer, verbissener, von hervorragenden Soldaten gemeisterter Kämpfe werfen.
Die liebenswürdige, lebhafte Art des Sturmbannsührers Dr. Skorzeny zu erzählen. verrät den Wiener, den das politische Klima feiner kämpfenden Heimat frühzeitig erzogen und gereift hat. Seine hervorragende Tapferkeit im Verein mit besonderen politischen und menschlichen Fähigkeiten haben ihn schließlich vor Aufgaben gestellt, die äls strenge Vorschule für die Befreiung des Duce gelten können. Als äußere Anerkennung für diese glänzende Tat, die nach seinen Plänen angefaßt, und unter seiner entschlossenen Führung durchgeführt wurde,
amt. Seine engsten Helfer, von ihm theoretisch und praktisch herangöfchu-lt, rekrutierten sich aus der Waffen-F und dem Sicherheitsdienst. Mit den Fallschirmjägern gemeinsam haben sie nun alle zusammen einem neuen Typ des Kämpfers ein Denkmal gesetzt. das den totalen, den politischen Soldaten der Oeffentlichkeit eindringlich vor Augen führt.
Die Erkundung des Aufenthaltsortes
In den Tagen der Verhaftung des Duce, als die Anzeichen des späteren Verrats sich anzudeuten begannen, fuhr ss-Sturmbannführer Skorzeny mit einem kleinen Kommando nach Rom und schaffte sich in mühevoller, getarnter Arbeit die Unterlagen für seinen späteren, damals noch nicht bekannten Einsatz. Aufgefangene Gerüchte, kühne Spähtrupps und die enge Zusammenarbeit mit den vorhandenen deutschen und italienischen Nachrichtendienststellen brachten die" Spur des Duce, die sich im Laufe der Tage immer verlor, weil die nervöse Wachmannschaft ihren Gefangenen vierzehnmal überraschend verlegte.
Bei dieser Aufklärungstätigkeit hat sich besonders ein italienisch sprechender Untersturmführer ausgezeichnet. Verkleidet, mit italienischen Matrosen zechend, fand er etwa 24 Stunden vor der Kapitulation den damaligen Aufenthalt des Duce, eine Villa auf einer kleinen Insel. Am Tage des Verrats, als aus der Aufgabe, über den Verbleib des Gefangenen unterrichtet zu sein, die politische Notwendigkeit wurde, ihn den Verrätern zu entreißen,begab sich ---Sturmbannführer Skorzeny in einem Schnellboot auf die Insel, um die Befreiung vorzubereiten. Er fand aber ein leeres Nest vor. Im Morgengrauen war der Duce im Wasserflugzeug nach einem neZen Ort verschleppt worden.
Im Aufklärer über dem Berghotel
Von vorn, bedrängt von der Drohung sich überstürzender Ereignisse, begann die Fahndung. Diesmal wiesen schwache Anzeichen auf
ihrer wirklichen Aufgabe nichts wußten, und dies, weil sie noch nichts wissen durften. Sie kamen zurück mit der Meldung, daß die Talstation der Bergbahn, die in den mutmaßlichen Unterkunftsort des Duce führte, gesperrt sei und von einem stärkeren Aufgebot von Karabinieri bewacht werde.
In größter Höhe überflog daraufhin Skorzeny in einem Aufklärer, den der General der Fallschirmtruppen Student zur Verfügung gestellt hatte, das Aktionsqelände. (Hier fügt der Erzähler ein, daß die Mitwirkung des Generals von entscheidender Bedeutung für seine Arbeit gewesen sei.) Die Aufnahmen ergaben, daß eine Landung im Hotelgelände lebensgefährlich sein würde. Sie ist später gewagt und von den umsichtigen und wagemutigen Flugzeugführern erfolgreich durchgeführt worden.
Die Auswahl der Mannschaft
Blieb noch die Auswahl der Mannschaft. 17 Männer des Sicherheitsdienstes und der Wäffen-ll sollten, tatkräftig unterstützt von ejnem stärkeren Verband von Fallschirmjägern, den Handstreich durchführen. Es war unmöglich, Freiwillige zu bevorzugen, weil sich alle meldeten. „Also habe ich im Grunde nur denen Unrecht getan, die^ich nicht mitnehmen konnte", sagt Skorzeny. Und er fügt hinzu, daß er keinen einzigen der Beteiligten^ ob jj-Fiihrer, ---Männer oder Fallschirmjäger, besonders erwähnen könne, weil sie alle mit größter Leistung -an das Unternehmen gegangen seien und es kaltblütig und umsichtig durchgeführt hätten. Ein Unterscharführer gehörte zü ihnen, der das Fliegen nicht vertrug, sich während des Anflugs mehrmals übergab, bei der Landung aber „wie ein Wilder" aus der Maschine sprang und ganz vorbildlich feknen Mann stand. '
Warum kein einziger Schutz fiel
In großen Zügen sind die Ereignisse, die sich zwischen Start und Heimkehr abspielten, bekannt. Zu klären bleibt die Frage, warum die übermächtige Bewachung keinen Schuß
. . .ein Berghotel im Gran-Sasso-Massiv in den . - - » - , „
trägt er das Ritterkreuz. Der Rahmen für Abruzzen. Wieder wurden Spähtrupps aus- löste und sich den deutschen Befehlen beugte, seine Arbeit ist das RsichssicherhMshaupt-! gesandt und dabei Leute angesetzt, die von! (Fortsetzung auf Seite 2)
VeM-iesUe ö-rkaOnswe —
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
xoe. Berlin, 16. September. Auch heute beherrschen die militärischen Ereignisse im Osten und in Italien das Bild der Lage. Sowohl aus dem OKW.-Bericht wie aus ergänzenden Einzelmeldungen gehen die schweren blutigen Verluste hervor, die die Sowjets als Preis jür ihre immer wiederholten Bor- stöße bezahlen mnssrn. Eine gute Charakteristik des Geschehens an der Ostfront gibt die Kopenhagener Wochenschrift „Kritisk llge- revue", wo es heißt: „Die Sowjets haben nach drei Monaten heftiger Offensive nur ein Dreißigstel der Ukraine zurückgewonnen, aber sie setzten ihre Offensive fort und erleiden dabei Verluste» die in keinem. Verhältnis zu dem errungenen Gebiet stehen. Die deutschen Heere weichen mit nur kleine« Verlusten aus. Die Sowjets waren nicht imstande, durchzubrechen. Nun nähert sich die Schlammzeit, die der Offensive ein Ende bereitet. Was wird geschehen, wenn die Offensive stockt?"
Tatsächlich ist es diese letztere Frage, die angesichts der Ereignisse im Osten wie in Italien bei dem Gegner ihre besorgniserre- genden Schatten vorauswirft. Für den Herrn des Kreml fällt die Antwort daruf noch am leichtesten. Der Herausgber der englischen Wochenzeitschrift „World Review" betont die sehr bestimmte Form, in der Stalin von fernen Verbündeten jetzt die zweite Front verlange. Die Sowjets-erklären, daß sie in den Operationen der Alliierten im Mittelmeer keineswegs eine zweite Front erblicken, zumal durch diese auch nicht eine einzige deutsche Division zum Abzug von der Ostfront genommen fei. Man weiß, daß Engläikder und Amerikaner schon von Anfang an nur mrt immer neuen Vorbehalten der sowjetischen Forderung nach der zweiten Front gegen- übertraten und daß sie am liebsten ihre Verpflichtung mit Agitationsphrasen, aber nicht mit der verlangten Invasion auf^dem europäischen Kontinent erfüllen würden. Was aber augenblicklich zu diesem Kapitel der zweiten Frontkampagne im Rahmen des britischen Gewerkschaftskongresses vor sich geht, scheint selbst für die Geduld, die man bisher in Moskau in dieser Frage aufbrachte, zu viel geworden zu fein. Die sowjetische Presse behauptet nämlich, daß der Generalsekretär des Kongresses, Sir Walter Citrine, den Kongreß durch falsche Angaben zum Verzicht auf die Beschlußfassung über die Notwendigkeit einer alsbaldigen Errichtung der zweiten Front gebracht zu haben.
Als dieser Antrag, der die sofortige Errichtung der Zweiten Front forderte, zur Tagesordnung stand, habe nämlich Citrine erklärt, ein derartige.! Beschluß erübrige sich, da, wie er wisse, militärische Aktionen zur Errichtung der Zweiten Front bereits im vollen Gange seien. Die amerikanische Flotte befinde sich bereits in Genua, sodann aber fänden im Augenblick auch bereits große kombinierte Operationen zwischen Boulogne und Dünkirchen statt, und zwar -Seeschlachten und Landungen. Infolge dieser Mitteilungen Ci-> trines hielten die Eewerkfchaftsdelegationen einen Beschluß über die Errichtung einer Zweiten Front für nicht mehr notwendig und verzichteten infolgedessen auf die Abstimmung. Als sich am nächsten Tag die Unrichtigkeit der Angaben Citrines erwies, versuchte er sich damit herauszureden, er habe „aus mehreren Quellen ungenaue Auskünfte" erhalten. Der auf diesen Sachverhalt hin um die Person Citrines entstandene Konflikt .braucht uns weniger zu interessieren, als der Umstand, daß man in England wahrscheinlich nicht zuletzt unter dem Eindruck der Kampfereignisse in Italien offenbar keine rechte Begeisterung für das bolschewistische Verlangen nach einer echten Zweiten Front, die den sowjetischen Wünschen entspricht, aufzubringen vermag. Mit ziemlicher Entrüstung schreibt der „Star": „Wir lassen uns von niemand diktieren, wo die Zweite Front errichtet werden soll". Ueberhaupt macht sich in allen zu dieser Frage vorliegenden englischen Kommentaren eine gewisse Gereiztheit und Verärgerung gegenüber all jenen bemerkbar, die Italien nicht als die Zweite Front anerkennen wollen.
Diese Empfindungen mögen in den anglo- amerikanischen Ländern noch genährt werden durch die Eingeständnisse, die der USA.- Finanzminister Morgenthau soeben über die angloamerikamschen Verluste auf Sizilien machte. Er erklärte dabei, daß ällein an Ma- terialverlusten rund 54 v. H. von allem, was im Sizilienunternehmen eingesetzt wurde, verloren ging und erklärte dann: „Wir halten wohl im Gebiet bek Neapel stand, aber nur gerade so und unter furchtbaren blutigen Verlusten". Morgenthau sagte dann weiter, die Lage sei kritisch, denn mit den Deutschen müsse um jeden Zoll breit Boden erbittert gekämpft werden. „Selbst wenn wir ganz Italien erobern sollten, so werden wir noch nirgends in die Nähe Deutschlands gelangt sein. Uebermäßiges Vertrauen ist verbrecherisch, weil wir jedesmal, wenn wir be- häupten den Krieg gewonnen zu haben, das Todesurteil von weiteren tausend zweitausend oder fünftausend amerikanische,» Soldaten und Seeleuten unterzeichnen".' Dieses Eingeständnis Morgonthaus ist um so bezeichnender als es Hand in Hand geht mit einer Auslassung der „New York Times", in der es Heißt, daß die augenblicklichn Kämpfe in Jtalin für die amrikanischen Truppen die bisher erbittertsten und blutigsten dieses Krieges seien. Die Periode relativ leichter Siege sei jetzt für die USA. zuende.
Diese angloamerikanischen Erkenntnisse finden ihre Bestätigung in der Mitteilung des Wehrmachtsberichts, daß die feindlichen Landeköpfe in Salerno weiter eingeengt wurden und daß die Amerikaner neuerdings bei der Erstürmung von Altavilla zahlreiche Tote und Gefangene verloren. Die turnr-
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