Ausgabe 
(16.9.1943) 256
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Vavlercmrtlrclie Laystszettung

Dos Amtsblatt des legierenden vürgermeislers der Zreien Hansestadt Riemen

71r. 256 , 1Z. Jahrgang

Donnerstag, 16. September 1S4Z

der NationatldziaMen. Vremens

pmMkffes verkündungsbiatt des leichssta ttlialrers in Oldenburg und Vremen

, kmzelpreis 15 Npf.

S Isgesdökellls äes vucs

n Mussolini übernimmt wieder Leitung des Faschismus — Exemplarische Bestrafung der Feigen und Verräter

^ Rom, 15. September. Benito Musso­lini hat am heutigen Tage wieder die oberste Leitung des Faschismus in Italien über­nommen. Der Duce erließ anr 15. September 1913 folgende Tagesbefehle der Megierung, . die über den römischen Rundfunk verbreitet s wurden:

Tagesbefehl der Regierung Nr. 1

„An die treuen Kameraden in ganz Ita­lien! Ab heute, dem 15. September, über­nehme ich wieder die oberste Leitung des Fa­schismus in Italien. — Mussolini."

Tagesbefehl der Regierung Nr. 2

«Ich ernenne Pavolini zum vorläufi­gen Sekretär der Faschistischen Nationalen Partei» die ab heute Republikanische Faschistische Partei heißen wird. — Mussolini.«

Tagesbefehl der Regierung Nr. 3

„Ich befehle, daß alle militärischen, politi­schen, Berwaltungs- und Schulbehörden souffe alle anderen, die von der Regierung der Ka­pitulation ihres Amtes enthoben wurden, unverzüglich ihre Stellen und Aemter wieder einnehmen. — Mussolini." '

Tagesbefehl der Regierung Nr. 4

- „Ich befehle die sofortige Wieder- s errichtn ng aller Parteidienst- steilen mit folgenden Aufgaben: a) die deutsche Wehrmacht, die sich auf ita­lienischem Boden mit dem gemeinsamen Geg­ner schlägt, tätig und kameradschaftlich zu unterstützen,

d) dem Volk sofort tatkräftigen moralischen Und materiellen Beistand zu leisten, c) den Stand der Parteimitglieder in be- zug auf ihr Verhalten angesichts des Staats­streiches der Kapitulation und der llnehre zu überprüfen und die Feigen und Verräter > ! exemplarisch zu bestrafen. — Mussolini."

Tagesbefehl der Regierung Nr. 5

„Ich befehle die Wiedererrichtung aller Verbände und der Spezialabteilungen der freiwilligen Miliz für die nationale Sicher­heit. — Mussolini."

KsiisraUsulllMl Ikomssckki srdielt äs§ Licksnlaud

Führerhauptquartier, 15. Septem­ber. Der Führer verlieh am 11. September 1913 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Sieg­fried Thomaschki, Kommandeur der 11. Infanterie-Division, als 299. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Generalleutnant Thomaschki wurde am 20. März 1894 als Sohn eines Pfarrers in Mis- wälde. Kreis Mehrungen in Ostpreußen ge­boren. ist Inhaber her Lebensrettungsme­daille am Band und des Silbernen Ehren­zeichens für vierfache Lebensrettung.

KMerkrölir Mr äsn Lekreier Ü8§ vucs

Führerhauptquartier, 15. Sep­tember. Der Führer hat dem Hauptsturm­führer der Waffen-und des Sicherheits­dienstes Otto Skorzeny, der das Unter­nehmen zur Befreiung des Duce durchgeführt hat, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Der Führer hat Hauptsturmführer Skorzeny heute in seinem Hauptquartier zur Berichterstattung über den Verlauf der Ak­tion empfangen.

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Tokio. 15. September. Eine Abordnung des japanischen Nationalisten-Verbandes Ko- kusui Domei überreichte dem deutschen Bot­schafter in Tokio eine Dankadresse anläßlich der Befreiung Mussolinis. Es wird darin Bewunderung und Freude über.die Tat des Führers ausgedrückt, die „Beweis einer bei­spielhaften Freundschlaft zwischen zwei gro- i ßen Männern und Führern ihrer Nation" ' -genannt wird.

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verlin, 1S. September. Me Neiüisregierimg und die kaiserlich japanische Regierung geben gemeinsam folgende krklSrung bekannt:

»der itreubruch der Regierung des Marschatls vadoglio berichrt in keiner weise den vreimSchtepakt, der nach wie vor uneingeschränkt in Kraft bleibt. Sie Reichsregierung und die japanische Regierung sind ent­schlossen, den Krieg gemeinsam mit allen ihnen zur Verfügung steifenden Mitteln bis zum kndsieg fortzusetzen".

Die gemeinsame Erklärung der Reichs- regterung und der Kaiserlich Japanischen Regierung trägt in ihrer Kürze den.Cha­rakter eines Manifestes. St erstellt ein klares Bekenntnis zu dem Willen Deutschlands, Ja­pans und ihrer Verbündeten dar, den Krieg gemeinsam und mit allen ihnen zur Ver­fügung stehenden Mitteln bis zum Endsiege fortzusetzen. Wie auch der frühere japanische Botschafter in Rom, Shiratori, der bereits zu der Erklärung der.Presse gegenüber Stel­lung nahm, betonte, wird durch diese feier­liche Verlautbarung der beiden Regierun­gen vor allem mit der Meinung, die der Verrat Badoglios zunächst mit sich brachte, aufgeräumt, als gebe es für die Dveier- paktmächte ein „italienisches Problem". Mit dieser Erklärung wisse jedermann nunmehr woran er sei. ' Gleichzeitig sei jedoch der feindlichen Agitation die Möglichkeit ge­nommen, durch immer neue Lügen oder Falschmeldungen Verwirrung zu stiften oder im Trüben zu fischen.-Hier sei vor aller Welt eindeutig und mit klaren Worten der Wille des japanischen und des deutschen Vol­kes ausgesprochen worden, den gemeinsamen Krieg für ein gemeinsames Ziel in unver­brüchlicher Wafsenkameradschast zum sieg­reichen Ende zu führen. Mit der Befreiung des Duce dürfe man außerdem damit rech­

nen, daß auch das neue nationalfaschistische Regime wieder seine Verpflichtungen gegen­über dem Dreierpakt wie bisher übernehme. Jedenfalls begrüße Japan freudig die Rück­kehr Mussolinis.

Wenn diese Erläuterung Shiratoris noch einer weiteren Ergänzung bedürfte, dann höchstens eine solcke, die die seelischen und nMeriellen Reserven der Mächte des Dreier- paktes und seiner Freunde betrifft. Denn ge­rade der Verlauf des Badoglio-Aufstandes ge­gen das. faschistische Italien Mussolinis be­weist, daß die inneren Kräfte des National­sozialismus wie des Faschismus stärker sind als unsere Gegner glaubten. Mit der Errich­tung der faschistischen Nationalregierung rea­gierten die jungen, gesunden Kräfte in Ita­lien spontan aus den Verrat Viktor Emanu- els und Badoglios. Der Führer des natio­nalsozialistischen Deutschlands aber gab der Welt mit der Befreiung des Duce ein solches Beispiel der Vündnistreue, des Mutes und einer jede Schwierigkeit überwindenden Tapferkeit, daß es über alle Zeiten hinweg unvergänglich in der Geschichte bleiben wird. Der Gang weniger Tage genügte, um der Welt die Torheit jenes Glaubens unserer Feinde nachzuweisen, die meinten, daß durch den ebenso dummen wie feigen Verrat Ba- doglios und seiner Clique ein Werk vernich­tet werden könnte, das in mehr als 20 Jah­

ren geradezu riesenhafter Arbeit von einem Genie verwirklicht wurde. Der Feind jubelte weniger Wer die militärische Niederwerfung Italiens, als vielmehr darüber, daß er meinte, die faschistische Ideologie zerschlagen zu haben. An dieser Stelle wird die Schwäche der gegnerischen Position offenbar. Denn wenn es für die vereinte Kraft des Erdteils Amerika und des britischen Empire kein be­sonderes Rühmesblatt hätte bedeuten kön­nen, mit dem vergleichsweise kleinen Italien fertig zu werden, so würden doch die entnerv­ten und überalterten Ideen der Demopluto- kratien in der Niederwerfung des Faschis­mus eine Rechtfertigung ihrer selbst und eine Hoffnung auch für ihren Kampf gegen den NatiMalsozialismus erkannt haben. Wenn sowohl die militärische wie auch die ideologi­sche Unterwerfung des Faschismus heute ge­scheitert ist, so bedeutet das nichts anderes, als daß die alte Erkenntnis wahr bleibt, daß Ideen stärker sind als jede materielle Macht. Weil dcks aber so ist, deswegen geht auch der Dreimächtepakt, wie die Erklärung der deut­schen und der kaiserlich japanischen Regierung zeigt, nur gereinigt und gestärkt auch aus dem schweren Geschehen der letzten Wochen hervor. Sein Wille zukn Sieg ist nicht zu brechen. Der Sieg aber ist ihm gewiß, weil er die stärkere und mächtigere Idee ver­tritt. gc>e.

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koorevest unci dkiukckil! wollten übel ösm'to /Vlunolim' tlissik'slkcli „ru Oenckl

Lissabon, 15. September. In Lissabpner anglo-amerikanischen Kreisen sickern Einzel­heiten durch über das. was man mit Mus­solini vorhatte. Man erklärst, die Deutschen seien den Anglo-Amerikanern um 24 Stun­den durch die überraschende Befreiung zu­vorgekommen. Es sei beabsichtigt gewesen, Mussolini nach Washington zu bringen, wo Churchill und Roosevelt auf ihn warteten. Nur. deshalb habe sich Churchill noch in Washington aufgehalten.

Roosevelt wollte den Transport Musso­linis nach den USA. zu einem großen Agi- tationsrummel im Hinblick auf die nächst­jährige Präside-wtschäftswahl ausschlachten. Roosevelt hatte zu-diesem Zweck bereits den gesamten amerikanischen Propagcmdäapparat in Bewegung gefetzt. Filmoperateure, Presse-

photographen und Presseberichter sowie Rundfunksprecher hätten sich schon in der Nähe Eifenhowsrs befunden, um vom ersten Augenblick der Uebergabe Mussolinis am in Wort und Bild alle Vorgänge genau fest­zuhalten und der novdamelitauischen Oeff fentlichkeist ein Schauspiel ohnegleichen zu bieten. Dem Direktor für das ASA.-Jnfor- mationswesen, Eimer Davies, sei die An­weisung gegeben worden, entsprechende Vor­kehrungen auch in den USA. zu tröffen, da­mit ein möglichst großer Teil der nordameri- kanifchen Oeffentlichkeist an allem, was sich auf amerikanischem Boden nach dem Eintref­fen Mussolinis abspiele, teilnehmen könne. Dieses ganze entwürdigende Schauspiel haben tapfere deutsche Männer jetzt zunichte ge­macht.

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Aus dem Führerhauptquartier, 15. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Kuban-Brückenkopf herrschte auch gestern lebhafte Kampstätigkeit. Bei vergeblichen Angriffen im Abschnitt von Krymskaja verloren die Sowjets 32 Panzer. Im Süden und in der Mitte der Ostsront setzte der Feind seine Durchbruchs­versuche, besonders in den Abschnitten von Kraßnoarmeiskoje, südlich und west­lich Charkow, an der Des na und bei Kirow fort. Sie wurden in hartem Rin­

gen größtenteils abgewehrt. An verschiede­nen Einbruchsstellen sind eigene Gegen­angriffe angesetzt. Neue heftige Angriffe der Sowjets südwestlich Belyj scheiterten trotz des Einsatzes starker Infanterie- und Pan­zerkräfte.

Im Finnischen Meerbusen versenkten Ein­heiten der Kriegsmarine ein bolschewistisches Schnellboot und brachten während des Ge­fechts zwei angreifende Bombenflugzeuge zum Absturz. Sicherungsstreitkräfte eines deutschen Geleits, Jagd- und Zerstörerstaf­feln der Luftwasse schössen vor der nordnor-

wegischen Küste von 55 angreifenden sowje­tischen Jagdbombern 31 ab.

In den schweren Abwehrkämpfe« nördlich des Asow-Meeres zeichnete sich der Oberge­freite Rieß in der Panzerjäger-Kompanie eines Eranadier-RckMments besonders aus. Er vernichtete am 11. September in kurzer Zeit 10 von 27 im Abschnitt seiner Kompa­nie durchgebrochenen Panzern.

Der Angriff gegen die britisch-nordameri- kanischen Landungsverbände bei Salerno und Eboli hat gestern zu großen Erfolgen geführt. Eine feindliche Kräftegruppe wurde eingeschlossen, eine zweite vernichtet. Die Beute- und Eefangenenzahlen sind im stän­digen Wachsen. Der gestern bei Eboli zurück­geworfene Feind hat sich unter dem Schutz seiner Schifssartillerie nahe der Küste zu er­neutem Widerstand gesetzt. Die Luftwaffe griff die feindliche Landungsflotte laufend an. Ein Transporter von 1000 BRT. wurde vernichtend getroffen, fünf weitere Schisse mittlerer Größe erhielten Bombentreffer schwere« Kalibers. Deutsche Schnellboote tor­pedierten einen feindlichen Kreuzer und brachten zwei italienische Motorsegler auf.

An der Küste der besetzten Westgebiete und bei einzelnen nächtlichen Störflügen über dem nördlichen Reichsgebiet wurden von Luftverteidigungskräften drei, von Ein­heiten der Kriegsmarine fünf feindliche Flugzeug zum Absturz gebracht.

Die Durchführung der Transporte auf sämtlichen Kriegsschauplätzen stellt an alle Transportdienststellen die höchsten Anforde­rungen. Bei der raschen Wiederherstellung zerstörter Strecken oder Inbetriebnahme neuer Linien zeichnen sich Eisenbahn­pioniere und die Betriebstruppe immer wieder aufs neue aus.

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„5o si/ig ist ss c/ocki nickt", sagte Qsnscai öastico, o/§ sinsp seinem Oivisionsgsnsfo/s ckingsnc/ scklvsls ^ctii/scis oniorc/srts

(Eigener Bericht)

Als im Mai des Jahres 1941 das deutsche Dfrikakorps zu seinem kühnen Zug durch die -Eyrenaika aufbrach, um in Mechilli den Geg­ner einzuschließen und ihm in der Bucht von Bombrr die Küstenstraßen über Derna abzu­schneiden, schlug sich die italienische Division .Santa Maria" tapfer und beispielhaft an unserer Seite. Vor Tobruk stießen wertere italienische Divisionen zu uns, um hier zu­nächst jene Abschnitte zu übernehmen, dre defensiv zu besetzen waren. In diesen Tagen geschah es aber, daß im Rahmen deutscher größerer Angriffshandlungen auch Teile der Divisipn „Trento" eingesetzt wurden, um ge­meinsam mit dem Angriffskeil der damaligen 5. Leichten Division den Ring um die Festung zu verengen.

Die italienischen Jnfanteriebataillone er­reichten am späten Nachmittag die Ausgangs­stellung, etwa 17 Kilometer vor Tobruk. Auf

18 Uhr war der Angriff angesetzt. Es wurde

19 Uhr. endlich kam die Nacht, und nichts ge­schah. In einigte Verlegenheit erklärte end­lich ein höherer italienischer Offizier, der Re­gimentskommandeur sei nicht eingetroffen, und es sei daher anzunehmen, daß der An­griff auf den nächsten Morgen verschoben sei. Diese dem Gesamtangriffsplan wider­

sprechende, eigenmächtige Handlung hatte ihre guten Etünde, denn am nächsten Morgen fand zwar der Angriff statt, allein auf döm Gesichtsfeld stießen wir lediglich auf einige Züge Bersaglieri, die hier ohne Kenntnis der Angriffsziele und ohne Offiziere herumirrten. Dem^„tgpferen" Kommandeur begegneten wir dafür später bei der Artilleriestellung, Rot­wein trinkend und sich bei uns erkundigend, wo seine Einheit wohl. sei. Es war das erste­mal, daß der deutsche Soldat das Versagen der italienischen militärischen Führung er­lebte.

Dafür aber war einer der einschneidend­sten Gründe die unsoziale Haltung des Offi­zierskorps. Der Offizier lebte wie etwa der wohlhabende Italiener in dei: Heimat. Er aß seine Vorgerichte, seinen Braten mit Ge­müsen, er hatte seinen Mokka und s-knen gut ausgesuchten Portwein. Das Unteroffiziers- korsts war schon um einige Grade schlechter in der Verpflegung gestellt, der Landser aber bekam einen „Schlag" aus dem, was übrig blieb, und nur zu gerne lud er sich daher bei der deutschen Feldküche ein, deren für Offizier und Mann bestimmtes Essen etwa dem der italienischen Unteroffiziere ent­sprach. Diese Unterschiede in der Magen­frage aber übertrugen sich auch auf alle anderen Gebiete. Der italienische Offizier

kannte nicht -jene selbstverständliche Kame­radschaft, die bei uns Offizier und Mann verdündet. Er kannte nicht die selbstver­ständliche Pflicht des Offiziers, mit seinen Männern Erdloch, Brot und letzte Zigarette zu teilen, ja mit ihnen zusammenzuleben, zu darben, zu kämpfen und auch zu berufen. Es erregte bei italienischen Soldaten gewal­tiges Aufsehen, als deutsche Offiziere mit ihren Soldaten aus denselben Kochgeschirren aßen, und fast schon eine -Revolution, als sie die Italiener völlig gleichberechtigt behan­delten, ja ihnen für diese oder jene Gefällig­keit danken und ihnen die Hand gaben.

-Im Zuge dieser Erkenntnis, die der Ita­liener sehr schnell gewann und die sich über­all verbreiteten, ergab sich, daß der einzelne Soldat in geradezu auffallende.r Kamerad­schaft dem deutschen Waffenbruder half, wo er nur konnte, und kein Gespräch konnte be- g; nen werden, ohne daß der Italiener nicht feine schwarzen Zigaretten zunächst an­geboten hätte. Wie ein Wunder erschien es dem einfachen Italiener, als Feldmarschall Rommel tagaus, tagein in den vorderen Stellungen erschien, um hier nach dem Rech­ten zu sehen, zu loben, zu tadeln und zu verbessern. Niemals zuvor hatte sich ein italienischer General hierher verirrt, und auch der italienische Oberbefehlshaber in

Libyen erschien in den Stellungen von To­bruk oder auf dem Halfaya-Paß erst, als Rommel mit ihm ungeachtet des Artillerie- feuers gemeinsam unsere Linien abfuhr und inspizierte.

Freilich muß klar und unmißverständlich zum Ausdruck gebracht werden, daß alle diese Erscheinungen nicht verallgemeinert werden dürften; denn wir haben in Li­byen und späterhin in Tunesren Heeresver­bände und Verbände der faschistischen Miliz kennengelernt, die sich tapfer und entschlossen schlugen, um es ihren Waffenkameraden gleich,zutun. Am Friedhof Kilometer 31 vor Tobruk liegen viele hundert italienische Offi­ziere, Unteroffiziere und Soldaten, die ihre Treue und ihren Mut mit dem Blut be­siegelten.

Wer von jenen anderen „Waffenbrudern", den Badoglio-Leuten, ihrem offensichtlichen Versagen und ihrer Verräterdi zu sprechen, ist jetzt die Zeit gekommen. Im Zuge der Operationen in Aegypten bis vor die Tore von Alexandria hat sich immer wieder das gleiche Bild ergehen. Fast jeder Rückschlag wurde durch das Versagen der italienischen Führung verursacht. Der Durchbruch durch die Alamein-Stellung, von Rommel in küh-

(Fortsetzung auf Seite 2)

52. Oedurtstsg ckes Oberdekeklskabsrs cker Kriegsmarine, lleicbsmsrscksll Qöring unä Qroösckiniral vünitr bei einer Sesprsekung im kmkrsrksnptgusilisr. presse-NokkMLva

Von Helmut Zünäermsnn, Ltabslslter ckes lleicksprsssecbsks

Keiil Parteigenosse wird die Rede des Führers vernommen haben, ohne von der Kraft und Entschlossenheit »ergriffen worden zu sein, die aus seinen Worten sprach, und ohne die große Verpflichtung und geschicht­liche Verantwortung zu fühlen, die unserer Generation in unserem heutigen Schicksals» kämpf übertragen ist. Auch uns Parteigenos­sen hat der Führer ff- seinem Appell an die Nation ein Mahnwort zugerufen und eine Parole gegeben. „Die Partei aber hat tu allem das Vorbild zu sein." Das waren seine Worte. Wir verstehen sie im Zukammenhang mit den großen Forderungen,, oi-e der Führet der deutschen Ration als die Voraussetzungen des Sieges aufgezeigt hat.

Und es ist an uns, gewissermaßen eine neu« Bilanz aufzustellen und uns zu prüfen, in­wieweit wir das Wort des Führers vom „Vorbild-Sein" bereits mit Inhalt erfüllen, und was wir noch weiter tun müssen, um ihm gerecht zu werden. Wir müssen uns da­bei bewußt sein, daß an Haltung und Einsatz, an Leistung und Opfer von allen Volks­genossen so viel gefordert und von ihnen tap­fer erfüllj wird, daß es kein Leichtes ist, sich über diese hohe Stufe nationaler Bewährung hinauszuheben und ein so mitreißendes Bei­spiel zu geben, wie es der Führer von uns erwartet und wie wir selbst auf Grund un­serer Auffassungen über den Sinn des Par- teiigenossemtnms es allgemein bewährt zu> sehen wünschen. Wir sind Pareigenossen, weil wir uns entschlossen haben, ein Mehr an Pflichten gegenüber unserem Volke zu über­nehmen, und wenn von uns.gefordert wird, Vorbild zu sein, wo immer wir stehen und was immer für Ausgaben an uns gestellt sind, so ist das nichts anderes als die selbst­verständliche Konsequenz aus unserer Grund- einstellung züm deutschen Schicksal.

' Wie für den Offizier der totale Einsatz im Kriege eine qus Beruf und Bekenntnis fol­gende Selbstverständlichkeit ist, so gilt vom Parteigenossen das gleiche in dem ausgedehn­ten und abgewandelten Sinne, daß er an jedem Platz, an dem er steht, mag er mit dem Kriegsgeschehen direkte oder nur in­direkte Verbindung haben, Beispiel für an­dere sein will und sein muß. Dieses Vorbild- Sein beschränkt sich bei Parteigenossen nicht auf technische Fertigkeiten, arbeitsmäßigen Einsatz, sachliche Kenntnis oder kriegsmaßi- aes Verhalten, es bedeutet eine über all' die­ses hinausgehende aktiv ist ische Einstellung, eine unermüdliche Bereitschaft zur Tat, eins entschlossene Haltung gegenüber jeder For­derung des Kriegsgeschehens, sei sie nun sol­datischer Art oder verlange sie nationalsozia­listischen Einsatz in der Heimat, erhebe sie Ansprüche in praktischer oder moralischer Hinsicht.

In diesem Sinne ist die erste Voraussetzung zur Erfüllung der Forderung, die der Führer an uns Parteigenossen stellt, eine stets fest­bleibende innere Einstellung zum Kriegs- geschehen, die auch dann nicht wankend oder zweifelnd wird, wenn Unerwartetes geschieht oder scheinbar Unerklärliches auf uns ein­dringt. Gerade die Ereignisse der letzten Mo­nate haben immer wieder den Parteigenos­sen auf die Probe gestellt und ihm Gelegen­heit gegeben, zu zeigen, daß ein starkes Herz in seiner Brust schlägt und ein unerschütter­licher Wille ihn erfüllt. Erinnern wir uns nur der Ereignisse in Italien seit dem 25. Juli. Der Führer hat zu Beginn seiner Red« selbst davon gesprochen: Es war für die deut­sche Führung von der ersten Stunde an klar, daß hier Verrat am Werke war, und es konnte doch nicht ausgesprochen werden, sollte nicht wertvolle Zeit der Vorbereitung auf die jetzt eingetretene Entwicklung verloren­gehen. Ohne ein Wort der Führung, ohne ein Argument aus unserer Presse müßte der Parieigenosse wochenlang den Geschehnissen gegenüberstehen,, deren innere Zusammen­hänge auch er zu ahnen vermochte.

In solchen Momenten, in denen es keine Möglichkeit des Wissens oder des deutlichen Erkenntns gibt, doch eine größere Schau der Dinge zu bewahren, erschlossen auf die eigene Kraft zu vertrauen und den festen inneren Halt sowohl zu bewahren, wie ihn auch auf andere zu übertragen: das ist zwar nur eine Seite des großen Begriffes „Hals