Ausgabe 
(14.9.1943) 254
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7mal wöchentlich

Monatsbezug r,S0 RM einschl Zustellgebühr: Postbezugspreis monatlich 2.80 RM (einschl.

80,1 Rpf. Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Npf Bestellgeld. Postscheck: Hamburg 17272. Anzei­

genpreise und Aufnahmebedingungen It. Preis­liste. Aufnahmetsrmin« ohne Verbindlichkeit,

M

G e f ch S f r s st e H r nr

Bremen: Teeren S/8. Ru» L1SS1: Nachtruf o. sonntags 2 47 88: Obernstr. SS. Ruf 219 81; Eqke: Mühlendamm 2; Br.-Hemelingen: Bahn« hosstratze 6. Eck- Poststratze, Ruf 484 88: Br.« Degesack: Rohrstr. 24. Ruf 4 a. 8:Br.-Blumen- thal: Kzpt.-Dallmann.Str. 41748. Ruf SS u. SS

VLvreiarnt^rclie Layeszettuny

Das flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zielen Hansestadt Vrrmen

der Nationalsozialisten. Vremens

Nr. 254 , 1Z. Jahrgang

Dienstag, 14. September 194Z

flmtliches NerKündungsbiatt des Neichsstatttialters in Oldenbu rg und Vremen

kinzelpreis 15 Nps.

krmoräullg lies Lucs «sr bö§cklo§§ens Lacke

?s/sfONgS5p5ÖcK ^ü/l5S5-/)uc7S / /^U55o//n/§ /"OM///S kn / /^o/)S -4u5^S/'c/lNUNg /üs c//S ös^S/S/'

Unverletzt

seinen Meckern entrissen

Berlin, 13. September. Wie das Deut­sche Nachrichtenbüro erfährt, ist der Duce trotz des seiner Bewachung von Vadoglio erteilten Befehls, ihn bei seinem Vesrei- ungsverfuch zu ermorden, bei dem am Sonntag gemeldeten Unternehmen nicht verwundet worden.

Der Duce hat sofort nach seiner Befreiung telephonisch mit dem Führer ge­sprochen. Es ist schwer, mit Worten den Gefühlen Ausdruck zu geben, die den Führer und den Duce Lei diesem historischen Ge­spräch bewegten. Später hat sich der Duce zu seiner Familie begeben, die ebenfalls von einem Sonderlommando des Sicherheits­dienstes der ss aus der Jnternierung be­freit worden war. Der Führer hat, wie wir erfahren, den an der Aktion beteiligten

Männern des Sicherheitsdienstes der Waf­fen-sf und der Fallschirmtruppen hohe Auszeichnungen verliehen.

Ueber die Umstände, unter denen die Be­freiung des Duce vorbereitet wurde und schließlich gelang, erfährt das Deutsche Nach- richteübüro folgende Einzelheiten:

Das Vefreiungsunternehmen, das zu sei­nem so sensationellen Erfolg geführt hat, ist von einem Sonderlommando des Sicherheits­dienstes der und der Fallschirmtruppe unter größten Schwierigkeiten vorbereitet worden. Die Regierung Vadoglio hat den Aufenthaltsort des Duce durch außerordent­liche Maßnahmen unter allen Umständen ge­heim zu halten gesucht. In dem Bestreben, jede Spur der Unterbringung des Duce zu verwischen, wurde sein Aufenthaltsort seit dem 25. Juli mehrmals gewechselt. Während der letzten Zeit wurde er alle zwei bis drei Tage in ein neues Gefäng­nis, in Kasernen, auf Inseln und Kriegs­

schiffe verschleppt. Zur Bewachung waren stets große militärische Verbände herange­zogen, die ebenfalls regelmäßig wechselten. Die unmittelbare Bewachung stellte eine Ab­teilung Carabinieri, die den Befehl hatte, den Duce im Falle eines Befreiungsvcr- suches sofort zu ermorden.

Erst in der letzten Zeit gelang es, die Spur der Verschleppung so genau festzustellen, daß nicht nur die früheren Aufenthaltsorte, son­dern auch die gegenwärtige Unterbringung des Duce ermittelt werden konnte. Zuletzt wurde mit Sicherheit festgestellt, daß der Duce ineinvölligunzugänglichesBerg- massiv verbracht worden war und dort unter den schmählichsten Umständen und un­ter verstärkter Bewachung gefangengehalten wurde. Diese Gewißheit gab das Signal zum Start des kühnen .Unternohmens, dessen Durchführung von einem hervorragenden ff- Hauptsturmführer des Sicherheitsdienstes, einem gebürtigen Ostmärker, geleitet wurde.

Lsäoglio-IIser im iveseMcken vulvattvel

Obse 500000 /tcr/i'snse /i's/srtsn c//s V/o/isn ob — 56 vsm/cbtsts ?onrs5 unc/ 7400 6s/cmgsns bs/ 5o/scno

Aus dem Fiihrerhauptquartier, 13. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„In Noworossijsk wurden durch den konzentrischen Angriff von Truppenteilen des Heeres und Landverbänden der Kriegs­marine weitere Teile des gelandeten Fein­des vernichtet. Die Sowjets erlitten hohe blutige Verluste. Mehrere hundert Gefan­gene wurden eingebracht. Im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront hält, das er­bitterte Ringen an- Durch Gegenangriffe an zahlreichen Stellen wurden vorübergehend Erfolge der Sowjets zunichte gemacht.

Im Raum von Salerno schreitet ein eigener Angriss im nördlichen Kampfab­schnitt fort. Der Feind wurde nach heftigen Abwehrkämpfen aus die Stadt und den Küstenstreifen zurückgeworsen. Südöstlich Sa­lerno versuchte der Feind seinen Landekops zu erweitern und die Höhenstellung östlich der Küstennrederung zu durchbrechen. Die Kämpfe sind noch im Gange. Hierbei brachte

kauplmsmi Kali erkikll äss Lickenlauk mit 8ckvler1ern

Berlin. 13. September. Der Führer verlieh dem Hauptmann Günther Rall» Eruppenkommandeur in einem Jagdgeschwa­der, als 31. Soldaten der deutschen Wehr­macht das Eichenlaub mit Schwertern zum .Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Hauptmann Günther Rall erreichte nach Major Graf und Major Philipp' als dritter deutscher Jagdflieger am 29. August 1943 die hohe Zahl von 209 Luftsiegen. An der Spitze seines Verbandes fliegend, erzielte der jetzt '25jährige Offizier vor allem im August 1943 eine besonders hohe Zahl von Abschüssen. In der Zeit vom 4. bis zum 29. August 1943 brachte er 30 Sowjetflugzeuge zum Abschuß. Mit Hauptmann Günther Rall wurde der 81. Angehörige der deutschen Luftwaffe mit dem Eichenlaub mit Schwertern zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

Der draufgängerische und erfolgreiche Jagd­flieger und hervorragende Verbandsführer wurde am 10. März 1918 in Eaggenau in Vctden geboren. Hauptmann Rall, der ins­gesamt viermal in Luftkämpfen abgeschossen wurde, hat seine Erfolge im Verlaufe von insgesamt 555 Feinslügen errungen. Er wukde im November 1941 schwer verwundet und kehrte erst nach längerem Lazarettaufent- Halt an die Front zurück.

eine Panzerdivision bis zum 11. September 28 Offiziere und 1409 Mann als Gefangene ein, vernichtete 58 meist schwere Panzer und erbeutete zahlreiche schwere und leichte Waffen.

Deutsche Kampf- und Schlachtflugzeuge versenkten im Gols von Salerno zwei große Handelsschiffe und ein Torpedoboot, beschä­digten mehrere Kriegs- und Handelsschiffe zum Teil schwer und erzielten Vombenvoll- treffep inmitten der Ausladungen. Schnell­boote versenkten einen Truppentransporter von 10 000 BRT.

Im Seegebiet von Korsikrr und Elba vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge einen feindlichen Zerstörer, Fahrzeuge eines deutschen Geleits drei italienische Schnell­boote, die das Geleit anzugreifen versuchten.

Die Entwaffnung des italienischen Vadog- lio-Heeres ist im wesentlichen abgeschlossen. Die Zahl der entwaffneten Soldaten hat eine halbe Million überschritten. Sowohl fn Ita­lien als auch in Südsrankreich und aus dem Balkan erklärten in den letzten Tagen immer zahlreichere Truppenteile des italienischen Heeres und besonders Verbände der faschisti­schen Miliz ihre Bereitschaft zur Fortsetzung

des Kampfes auf deutscher Seite. Sie wurden zum Teil bereits für Sicherungsaufgaben wieder eingesetzt. Hierbei schlugen sie zusam­men mit deutschen Truppen in Nordostitalien lleberfälle von Banden ab.

Die gesamte Ostküste des Adriatischen Mee­res mit dem Kriegshafen Pola befindet sich nunmehr in deutscher Hand. Auch im Ab­schnitt Mentone — Genua stehen überall deutsche Truppen an der Küste des Ligurischen Meeres. Nachdem bereits vor einigen Tage» gegen starken Widerstand italienischer Ba- doglio-Truppen der befestigte Mont-Te­il is-Tunnel in schwungvollem Angriff genommen wurde, besetzten deutsche Truppen am 11. September abends Fort und Hospiz auf dem KleinenSt. Bernhard.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, führten deutsche Fallschirmtruppen und Män­ner des Sicherheitsdienstes und der Waffen-ss eine Unternehmung zur Befreiung des von den Badoglio-Anhängern in Gefangenschaft gehaltenen Duce durch. Der Handstreich ist ge­lungen. Der Duce befindet sich in Freiheit. Die von der Vadoglio-Regierung vereinbarte Auslieferung an die Angloamerikaner ist da­mit vereitelt.

van 330v6-lonnsn-8ckilscki8c!iikk „Koma

6s/ Oksk/au/rvsksuclisn rum ?s/n6s vsrrsnkt

Berlin, 13. September. Wie der Wehr­machtsbericht vom 10. September meldete, griffen deutsche Kampf- und Torpedoflug­zeuge am 9. September einen Verband ita­lienischer Kriegsschiffe an, der zum Fsind überzugehen versuchte. Bei diesem Angriff wurden mehrere Kriegsschiffe, darunter ein Schlachtschiff, versenkt. Wie jetzt bekannt wird, handelt es sich um das 35 000 Tonnen große Schlachtschiff „Roma", das erst 1940 vom Stapel gelaufen war.

Die „Roma" war das neueste Schlachtschiff der italienischen Marine. Ihre Bestückung mit drei 38,1-Drillingstiirmen, zwölf 15,2- om-Eeschützen und zahlreichen Schnellfeuer- waffen sowie ihre Geschwindigkeit von 30 Seemeilen in der Stunde machte sie darüber hinaus zu einem der modernsten Schlacht­schiffe der Welt.

I-uklvsttsnsckISge vor Salerno

Berlin, 13. September. Die im Wehrmacht­bericht gemeldete Versenkung von zwei gro­ßen Transportern und einem Torpedoboot

des Feindes im Seegebiet vpn Salerno erfolgte bei einem schweren Angriff deut­scher Kampffliegerkräfte in der Nacht zum Sonntag. Zahlreiche weitere Schiffe erhiel­ten Bombentreffer. Zwei leichte Kreuzer so­wie zwei Transporter mit zusammen 13 000 BRT. wurden schwer beschädigt-

Im Laufe des Sonntags setzten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ihre überraschenden und kühn durchgeführten Angriffe fort. Sie durchbrachen die starke Sperre der von Flug­zeugträgern gestarteten feindlichen Jäger und bekämpften die Ausladungen in der Küsten- zone des Golfs von Salerno wirksam mit Bomben und Bordwaffen. Der Feind erlitt große Verluste an Menschen und Material. Auch bei Tagesangriffen aus Schiffe im Hafen von Salerno im Laufe des Sonn­abends waren deutsche Kampfflugzeuge, wie nachträglich bekannt wird, sehr erfolgreich. Sie trafen u. a. einen feindlichen Leich­ten Kreuzer durch zwei Bombenvolltref- fer- schiper.

HM E

WW

Lntvvsllnete itslieaiscke Truppen in Loren. In einem riesigen llsger weicken auf cksrn Lportplatr von Loren ckis entvakkneten Truppen cker Vsrrätsrregierung Lacloglio intsr-

?K.-Lukll.: Uriegsdeiicdter Mecker (NN)

AsA-eL«- L/e- D§ee ^ öiMöoö

O/s lVs/töf/snt//clilcs/t t/si srgn/fsn — O/inmäckt/gs lVut c/sr /-smc/s

Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung

är. V. sck. Berlin, 13. September. Ganz selten in der Weltgeschichte waren wenige zu­sammengedrängte Tage von einer solchen dra­matischen Wucht erfüllt wie die Zeitspanne zwischen dem Abend des 8. September und dem Abschluß des 12. September 1943. Als unsere Feinde am Mittwoch der vergangenen Woche den Zeitpunkt für gekommen erachte­ten, um die vollzogene schmähliche Kapitula­tion der Badoglio-Verräter der Weltöffent­lichkeit bekanntzugeben, da taten sie es in dem Glauben, daß es ihnen nunmehr gelungen sei, Italien „aus dem Krieg herauszuboxen" und „die weiche Bauchseite des europäischen Kon­tinents vom Süden her dufzuschlitzen". Im Besitz der Zusicherungen, die ihnen die römi­schen Verräter gegeben hatten, waren sie in dem Wahn befangen, daß die deutschen Trup­pen auf italienischem Boden in die militäri­sche Katastrophe mit hineingerissen werden könnten, und daß damit eine entscheidende Etappe auf dem Wege zu ihrem Endsieg zu­rückgelegt sein werde. Als am Sonntagabend die Aetherwellen die Befreiung des Duce ver­kündeten, da konnte diese Nachricht nach den Ereignissen der vorausgegangenen Tage in der ganzen Weltöffentlichkeit nur als symbo­lisch dafür aufgenommen werden, daß die ganze großangelegte strategische Spekulation der Achsengegner, auf die sie seit der Konfe­renz von Casablanca all' ihre Kräfte und Anstrengungen gesetzt hatten, um ihre ent­scheidenden Wirkungen gebracht worden ist.

Eine bulgarische Zeitung trifft den Kern der Sache, wenn sie die Befreiung des Duce als die Krönung des deutschen Eegenschla- ges auf den römischen Verrat und auf die darauf gestützten militärisch-politischen

Die Vorgeschickte äes ecksmiosea Verrate vsäoglioe

kng//§cs,s5 6snsro/ aus /to//sn/5cki65 Oslcmgsnrclio/t cr/r „6sws/§ c/sr ^ulr/c/it/gks/t" snt/osrsn

Stockholm, 13. September. Aus einer Ver­öffentlichung des englischen Reuterbüros er­fährt man jetzt Einzelheiten, die in aller Eindeutigkeit den schamlosen Verrat Ba- doglios und seiner Clique beweisen. Wie der diplomatische Korrespondent der Reuter­agentur meldet, informierte Vadoglio bereits Mitte August die britische Regierung davon, daß „er bereit sei, sich mit den Alliierten zu vereinen, sobald diese in Italien landeten". Diese verräterische Erklärung Badoglios führte dann zum Abschluß bes Waffenstill­standes. Im einzelnen berichtete Reuter über die geheimen Besprechungen, die dem Waffen­stillstand vorausgingen, u. a. folgendes:

Lissabon war die Szene des Hauptaktes des Dramas. Die Hauptdarsteller waren der britische Botschafter Sir Ronald H. Camp­bell und ein italienischer General, dessen Name noch geheimgehalten wird. In der er­sten Woche des Monats August traten ita­lienische Diplomaten auf Anordnung Bado­glios an die britischen Vertreter in zwei neutralen Ländern heran. Sie wurden unter­richtet. daß die alliierten Regierungen nur die bedingungslose Kapitulation anerkennen

könnten. Mitte August stellte sich ein weiterer italienischer General mit einem Beglaubi­gungsschreiben Marschall Badoglios Leim britischen Botschafter in Madrid Sir Samuel Haare vor, und am folgenden Tage beim britischen Botschafter in Lissabon, Sir Ro­nald Campbell.

Der General erklärte, er sei von Marschall Vadoglio ermächtigt, zu erklären, daß bei einer Landung der Alliierten in Italien die italienische Regierung bereit sei, sich mit ihnen gegen Deutschland zu vereinen.

Diese Mitteilung wurde an die britische Regierung weitergeleitet, die ihrerseits so­fort die USA,-Regierung unterrichtete. Die britische und amerikanische Regierung be­schlossen, die italienische Regierung durch den italienischen General von den Bedingungen zu unterrichten, unter denen sie bereit wären, die Feindseligkeiten gegen Italien einzu­stellen. Zuerst müsse Italien bedingungslos kapitulieren und danach diejenigen Bedin­gungen annehmen, deren Auferlegung die Alliierten beschließen würden. Höhergestellte Offiziere aus dem Hauptquartier General Eisenhowers begaben sich nach Lissabon und unterrichteten den italienischen General von diesen Bedingungen in einer Konferenz, bei

der der britische Botschafter den Vorsitz führte und der amerikanische Geschäftsträger zugegen war.

Der italienische General, der ohne Befra­gung seiner Regierung keine Antwort ertei­len konnte, kehrte darauf Mit den inzwischen bekannten alliierten Bedingungen nach Rom zurück. Man erklärte dem Beauftragten, es bleibe den Italienern überlassen, „durch ihr Betragen" die Haltung der Alliierten bei der Anwendung dieser Bedingungen zu be­einflussen. Der italienischen Verräterclique dauerten die Verhandlungen ihres Abge­sandten zu lange, wie aus den weiteren Aus­führungen des Reuterbüros hervorgeht, dar­um sandte Vadoglio, der inzwischen die deut­schen Verbündeten immer aufs neue von sei­ner „Treue" zu überzeugen suchte, noch einen zweiten italienischen General — dessen Name Reuter ebenfalls nicht nannte — nach Lissabon. Als Beweis der „Aufrichtigkeit ihrer Absichten" übersandte die Badoglio- Regierung, wie Reuler meldet, mit diesem zweiten Parlamentär den britischen General Carton de Wiart, den man zu diesem Zweck aus der Gefangenschaft entlassen hatte.

„Mittlerweile traf", so berichtete die briti­sche Agentur weiter, „der erste italienische

General verabredungsgemäß mit der Ant­wort det Vadoglio-Regierung in Sizilien ein. Die Antwort bestand darin, daß die Vadoglio- Regierung bereit sein würde, den Wünschen der Alliierten nachzukommen. Es sei ihr aber unmöglich, den Waffenstillstand vor der Alliierten Landung in Italien bekanntzu­geben. Dem italienischen General wurde er­klärt, die Alliierten könnten sich auf keine Abänderung des Abkommens einlassen, wo­rauf er nach Rom zurückkehrte, um seine Re­gierung zu konsultieren. Eine endgültige Ant­wort wurde innerhalb von 24 Stun­den gefordert. Am darauffolgenden Tage wurde im Hauptquartier General Eisenhowers die Botschaft übermittelt, daß die Badoglio-Regierung die Bedingungen an­genommen habe und daß ihr Vertreter zu­rückkehren werde, um den Waffenstillstand zu unterzeichnen."

Tatsächlich wurde, so stellt Reuter abschlie­ßend fest, der Waffenstillstand in Anwesen­heit General Eisenhowers und General Alexanders von General Bedel Smith, dem persönlichen Eeneralstabschef Eisenhowers, und von General Caftellano, der Marschall Badoglios Eeneralstabschef sein soll. unter­zeichnet. Das Datum war der 3. September.

Pläne der Briten und Amerikaner bez net. Geradezu atemlos verfolgt die Welt­öffentlichkeit das rasende Tempo der Maß­nahmt», durch die die deutsche militärische Führung einen teuflich berechneten Anschlag unserer Feinde und ihrer verräterischen Kumpane in seiner praktischen Auswirkung in sein Gegenteil verkehrt und in der Feindwelt einen jähen Absturz aus ver­frühter hysterischer Jubelstimmung in jäm­merlichen Katzenjaprmer bewirkt hat.

Usberall in der Welt fühlt man sich von der menschlichen wie von der politischen Seite der dramatischen Wende, für die die Befreiung des Duce Symbol geworden ist, in gleicher Weise gefesselt und hingerissen, „AeberwäMgt v.or Freude" ist, wie der Präsident des japanischen Informations­büros heute vor Pressevertretern versicherte, die gesamte japanische Nation. Aus Spa­nien wird berichtet, daß dort die Befreiung Mussolinis als „die ergreifendste Kund­gebung der Freundestreue" empfunden werde, die es je gegeben habe. In ganz­seitigen Balkenüberschriften künden Extra­blätter in Buenos Aires, daß „Adolf Hit­ler sein Wort gehalten hat." Die argenti­nische Zeitung „Cabildox" spricht von. der „herrlichsten Verteidigung der Freundschaft" und erklärt: „Nicht alles wird durch die Lava des Materialismus erstickt. Es bleibt das heroische Lebensgefühl, das in Adolf Hitler in all seinen Taten beseelt."

Aus allen Hauptstädten unserer verbün­deten treffen Nachrichten ein, nach denen man dort durch die schnelle und vollkommene Wen­dung der Dinge aufs tiefste beeindruckt ist. „Die Ereignisse der letzten Tage", so meldet Sofia als bulgarische Reaktion auf die Be­freiungsaktion, „haben alle Spannungen ge­löst, die im Laufe der letzten Wochen die Stimmung des bulgarischen Volkes beeinflußt hatten. Das Vertrauen in die deutsche Kraft ist erneut aufs höchste gestiegen". Eine nor­wegische Zeitung sagt, daß die Nachricht von der Befreiung Mussolinis „wie eine Fan­fare" gewirkt habe. Nach Lüge und Falsch­heit siege nun die Gerechtigkeit. '

Auch in England vermag man sich der Erkenntnis nicht zu entziehen, daß die Be­freiungstat moralische Ausstrahlungen von denkbar stärkster politischer Bedeutung haben wird. „Die politischen Wirkungen", so weh­klagt ein Reuter-Korrespondent, „werden wahrscheinlich besonders auf dem Balkan er­heblich sein; denn die Befreiung Mussolinis stellt sich nicht nur als ein Husarenstück dar, londexn auch als eine Kundgebung in dem Sinne, daß diejenigen, die treu zur deutschen Sache stehen, durch die gleiche Treue belohnt werden". Wo im Feindlager noch Sinn für soldatische und sportliche Leistung besteht, kann man nicht umhin, wenn vielleicht auch mit einem zwischen den Zähnen zerquetschten Fluch, die Befreiung des Duce als „die ver­wegenste und sensationellste Heldentat die­ses Krieges" anzuerkennen. In einem Bericht aus London heißt es, daß dieser Streich „phantastisch wie ein Jules-Berne-Roman sei."

Man macht sich in England diesmal nicht die Mühe, die Richtigkeit der deutschen Dar­stellung anzuzweifeln oder die Bedeutung des Ereignisses zu bestreiken. Man ist im Hinblick auf die zu erwartenden politischen Auswir­kungen geradezu fassungslos vor Enttäuschung