Ausgabe 
(13.9.1943) 253
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PtU^teiarntliciie Tayeszettung

^as Pmtsbiatt des ^legierenden Vürgermeistcrs der Zrcicn Hansestadt vremen

üev NationcttjdzIaMen, Bremens

flmtliches verkündungsbiatt des Neichsstattstalters in Oldenburg und vremen

Nr. 25Z 1Z. Zaliryang

Montag, 1Z. September 1S4Z

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tice sus üsr Usnü üsr VsrrSter bekreit

6s/ungsnsi-^c,nc/Lti-si'cst c/sut§c/is5fc,//Lc/i,>mtruppsn, ^sännsr c/ss 5ic/isr/isit5c/iSii5tSL unci c/sr

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2ivsi asus LicksnIsudirSssr

Au» dem Führerhauptquartier. 12. September. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als 296. Soldaten der deutschen Wehrmacht an ss-Standartenführer Heinz Harmel, Regimentskommandeur in der ss-Panzer-Grenadier-Division „Das Reich", und als 297. Soldaten an ss-Brigadesührer und Generalmajor der Waffen-ss Hermann Prietz, Kommandeur der ss-Panzer-Erena- dier-Division „Totenkops".

Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an -Standartenführer Helyiuth Becker, Regimentskommandeur 'ist der ss-Panzer-Grenadier-Division „Toten­kopf". und an Leutnant Berthold Karts, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader.

IViwäsr üsr UmorgLnisslion

Drahtbericht unseres Vertreters stv. Stockholm. 12. September. In dem Reisebericht eines Schweden, der die von Luftangriffen besonders heimgesuchten Teile Westdeutschlands besichtigte, finden sich in der Stockholmer Zeitung „Dagens Nyheter" einige Feststellungen und Beobachtungen, die in dem alles andere als deutschfreundlichen Blatt ausfallen, weil sie die Konzentration des englisch-amerikanischen Terrorlustkrieges auf die Wohnviertel der deutschen Städte bestätigen und gleichzeitig erkennen lassen, wie wenig damit der deutschen Produktion Abbruch getan werden kann. Vom Ruhrge biet sagt der Bericht, man sehe überall be­schädigte Wohnhäuser, „aber die Arbeit geht weiter. Die großen Fabrikhällen weisen hier und da ein eingedrücktes Dach auf, aber

die Fackeln der Hochöfen sind entzündet. Von Schmiede- und Walzwerken hört man ohren­betäubenden Lärm. Hier wird Taq und Rächt gearbeitet, allen Berichten zum Trotz."

Von einer großen Stadt am Rhein, deren pulsierendes Leben den fremden Beobachter ebenfalls überrascht zu haben scheint, berichtet er Wunder der Umorganisation bei den aus­quartierten Jndustriewerkleitungen. Sie

mutzten wandern, denn die Innenstadt wurde zerstört. ..Die Jndustriebezirke der Peripherie Und die Vorstädte sind gelinder davongekom­men". Am meisten imponierten dem schwe­dischen Besucher der Einblick in die neuen Kontore eines Werkes, das früher vier grotzc moderne Gebäude in der Stadt besatz Ob­wohl unter primitiv?» Umständen, geht auch hier die Arbeit voll weiter: „Die Zeichner stehen an ihren Tischen, neue Zeichengeräte sind auf geheimnisvolle Weise beschafft, und eine Offerte nach der anderen verlätzr die verschiedenen Abteilungen, es handelt sich dabei nicht etwa um kleine, sondern um Millionenobjekte."

8ÄISPMSIM vor «Isr vsrlinor 8L.

Berlin, 12. September. Die SA.-Eruppe Berlin-Brandenburg hielt am Sonntag in der Krolloper einen Führerappell ab. in dessen Mittelpunkt eine richtunggebende Rede des Stabschefs Schepmann stand. Der Füh­rer der Gruppe Berlin-Brandenburg. Bri­gadeführer Künemund, eröffnete den Führer- appell und gab einen Ueberblick über die bisher geleistete Arbeit. Seine Worte spiegel­ten den Geist wieder, der die Berlin-Bran­denburger SA. in dieser Zeit des Kampfes beseelt. Dann nahm Stabschef Schepmann in einer Rede zu allen die SA bewegenden Fragen Stellung. Die SA hat. so sagte er u. a.. die grotze Aufgabe, die Wehrmänner des Reiches mit nationalsozialistischem Geist zu erfüllen. Die Aufgabe iit grotz. SA.-Arbeit ist Parteiarbeit. Der Ursprung all unserer Arbeit liegt in der Partei. Der Stabschef er­innerte dann an die germanischen Tuaenden, die der deutsche Meirich besitzt, die Grund­pfeiler, die die SA. stützen. Durch unseren Einsatz werden wir der Front den Rücken stärken. Wie sich in der Kampfzeit der Wille der Vartei dnrchaeiekt hat. so wird er aucki in diesem m-ltae'ckiichtlichen Ringen unser Volk zum Endsiege führen.

fius dem süfirerfiauptquartler, 12. September. Deutsche sallschirmlruppen und Männer des Sicherheitsdienstes und der wassen-ss jährten heute eine Unternehmung ;ur Sejreiung des von der Verräier-tlique in Sejangenschajt gehaltenen Sure durch. Der Handstreich ist gelungen. Der Duce befindet fich in sreiheit. Die von der Vadoglio-Negierung vereinbarte flusliejerung an die flngloamerikaner ist damit vereitelt.

Wohl keine der in den letzten Tagen ein­ander jagenden Meldungen über die Vor­gänge in Italien wird das deutsche Volk so stark bewegt haben wie die am späten Sonntagabend durch Sondermeldung über den Grotzdeutschen Rundfunk verbreitete Nachricht, datz entschlossene und mutige deutsche Männer den Duce herausgehauen und befreit haben. Nach feiner Verhaftung war der Duce nach der dem Golf von Nea­pel vorgelagerten Insel Ponza verschleppt worden in der offenkundigen Absicht, ihn dort dem verhältnismäßigen leichten Zugriff der Feinde auszusetzen. Als dieser nicht er­folgte, weil die Engländer und Amerikaner Italien die Schande einer Ausliefe­rung des Duce an sie nicht ersparen woll­ten, beschloß Badoglio in der Tat, deti Plu- tokratien auch diesen ehrlosen Gefallen zu erweisen. Der spätere Aufenthaltsort des Duce wurde von der Vadoglio-Clique wohl­weislich geheimgehalten. Er konnte aber dennoch ausfindig gemacht werden.

Mit dem Führer teilt das deutsche Volk das Gefühl der Freude darüber, daß nun nach sieben Wochen der Ungewißheit der größte Sohn italienischer Erde und treue Freund Adolf Hitlers und Deutschlands, Be­nito Mussolini, vor einem Schicksal bewahrt geblieben ist, das ihm die Bande der Ver­räter um Victor Emchnuel und Badoglio ganz sicher ohne Bedenken bereitet hätte, wenn sie sich nur irgendwie einen Nutzen davon versprochen hätten. Vor allem ist dem Duce die Schmach erspart worden, seinen ärgsten nutzeren Feinden auf Gnade oder Ungnade ausgeliefert zu werden.

Am 28. September 1937 rief der Duce in seiner grotzen, in deutscher Sprache auf dem Berliner Maifeld gehaltenen Rede vor vie­len Zehntausenden aus: „Der Faschismus hat seine Ethik, und diese Ethik dockt sich mit meiner persönlichen Moral: wenn man einen Freund hat, mit ihm zusammen bis ans Ende marschieren!" Und als der Duce-i

während der Heimkehr der Ostmark ins Reich Gelegenheit hatte, dtese seine Worte durch die Tat zu beweisen, sandte ihm der Führer ein Telegramm, das nur die wenigen Worte enthielt: „Duce, das werde ich Ihnen nie vergessen!"

Der Führer hat jetzt dieses Wort einge­löst und seinen persönlichen Freund, zu dem er sich erst in seiner letzten grotzen Rede wie­der in ergreifenden Worte» bekannt hat, in der Stunde der grötzten Not und Gefahr für Leib und Leben gerettet. Todesmutige deutsche Fallschirmtruppen und des Führers Garde, die deren Wahlspruch lautet: „Meine Ehre heißt Treue", haben den kühnen Handstreich vollbracht, durch den der Duce jetzt auch wieder der Schar seiner getreuen Faschisten zurückgegeben worden ist, die sein Werk nach dem schmählichen Verrat Bado- glios fortsetzen konnten, das Mussolini an jenem berüchtigten 25. Juli unterbrechen mutzte.

Dokument ekrloeer. riskier Lckmsck

vskk/st 6oc/og/»'o c/is /4c/i§s — Osk c/sL ^/c>//s5i§t»//5tcmc/Lvsltfcrgs5 vom Z. 8sp1smbsr 1942

Stockholm, 12. September. Die Bedin­gungen des Waffenstillstandes mit Italien wurden am Sonntagmorgen in London bekanntgegeben. Der Text lautet wie folgt:

„Vorgeschobenes Alliiertes Hauptquartier, 11. September. Folgende Bedingungen des militärischen Waffenstillstandes wurden am

3. September von den Vertretern General Eisenhowers und dem Vertreter Mar­schall Badoglios unterzeichnet.

1. Die sofortige Einstellung jeder feind­seligen Handlung der italienischen bewaffne­ten Streitkräfte.

2. Italien wird alles im Bereich des Mög­

lichen Stehende tun, um den Deutschen Er­leichterungen vorzuenthalten, die im Kamps gegen die Bereinigten Nationen von Vorteil sein würden. !

3. Alle Kriegsgefangenen oder Internierten der vereinigten Nationen sind sofort dem Alliierten Oberbefehlshaber auszuliefern, kejne Kriegsgefangene oder Internierten dürfen jetzt oder zu irgendeinem anderen Zeitpunkt nach Deutschland verbracht werden.

4. Die italienische Flotte und die italieni­schen Luftstreitkräfte haben sich zur Ueber- gabe sofort an die Stellen zu begeben, die von dem alliierten Oberbefehlshaber mit Einzelheiten für die Entwaffnung bekannt­gegeben werden.

5. Die italienische Handelsflotte kann von dem alliierten Oberbefehlshaber zum Zwecke der Durchführung des militäri­schen Flottenprogramms requiriert werden.

6. Sofortige Uebergabe Korsikas und

2 vei Ureiirer vor 8 s!erna vernicklet

6,o6sr kl/o/g SMS5 f/otersg/msnlr unc/ UN5S5S5 KcrmpWsgst- V^/c/s,Ltcmci ks» Hsnt gsgsn gs/cmc/sts öri'tsn

Aus dem Führerhauptquartier, 1L. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

In Noworossijsk wurde der im West­teil des Hafens gelandete Feind nach er­bittertem Kamps vernichtet. Im Ostteil dauern die Kämpfe noch an. An der übrigen Front des Kuban-Brückenkopfes blie­ben feindliche Angriffe ohne Erfolg.

Im Südabschnitt der Ostfront zwischen Asowschen Meer und Des na wurden zahlreiche starke Angriffe der Sowjets in harten Kämpfen zerschlagen. An mehreren Stellen warfen eigene Infanterie- und Pan- zerkräste den Feind in erfolgreichen Gegen­angriffen zurück.

2m mittleren Frontabschnitt wurden starke örtliche Angriffe abgewiesen, durchgebrochene Kavallerie- und Panzerkräfte von ihren Ver­bindungen abgeschnitten. 2m Nordabschnitt verlief der Tag im allgemeinen ruhig.

Im Raum von Salerno dauert die Schlacht mit den gelandeten feindlichen Kräf­ten an. Die Luftwaffe bekämpfte mit star­ken Verbänden die britisch-nordamerikanische Landungvslotte. Kampfflieger vernichteten

einen Kreuzer und zwei Transporter und erzielten Bombentreffer auf einem weiteren grotzen Kriegsschiff sowie 18 Handelsschiffen. Abteilungen des Flakregiments 57 versenk­ten in der Nacht zum 9. September einen feindlichen Kreuzer und Zerstörer so­wie einen mit Truppen und Gerät vollge­ladenen Transporter und acht Lan­dungsboote. Ein zweites großes Trans­portschiff wurde in Brand geschossen.

Den von Calabrien nach Norden vor­dringenden Feindkräften setzten unsere Nach­huten energischen Widerstand entgegen. Kühne Eegenstötze zusammen mit nachhalti­gen Sprengungen und Verminungen lassen den Feind nur langsam Boden gewinnen. Bei Tarent gelandete Engländer stietzen auf starken Widerstand der dort eingesetzten star­ken Sicherungsabteilungen.

Bei Nachtgefechten im Kanal versenkten Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine zwei britische Schnellboote untt schössen ein wei­teres in Brand. 2m Küstenraum der be­setzten Westgebiete und über dem Atlantik wurden gestern sechs feindliche Flugzeuge vernichtet.

des gesamten italienischen Gebietes, der ita­lienischen Inseln und des italienischen Fest­landes an die Alliierten zum Zwecke der Er­richtung von Operationsstützpunkten und zu anderen Zwecken, die von den Alliierten für notwendig erachtet werden.

7. Die sofortige Zusicherung des freien Zu­ganges der Alliierten zu allen Flugplätzen und Flottenstützpunkten auf italienischem Ge­biet ohne Rücksicht darauf, in welchem Tempo der italienische Boden von deutschen Truppen gesäubert wird. Diese Häfen und Flugplätze müssen unter dem Schutz der ita­lienischen bewaffneten Streitkräfte stehen, bis diese Funktion von den Alliierten selbst über­nommen wird.

8. Der sofortige Rückzug der italienischen bewaffneten Streitkräfte von allen Kriegs­schauplätzen, auf denen sie sich zur Zeit be­finden, nach Italien.

9. Die Garantie.der italienischen Regie­rung, datz, wenn nötig, alle zür Perfügung stehenden bewasfnetetfStreitkräfte zur promp­ten und exakten Ausführung der Bedingun­gen dieses Waffenstillstandes eingesetzt werden.

10. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte behält sich das Recht vor, jede Matznahme fgesture) zu ergreifen, die seiner Meinung nach für den Schutz und die In­teressen der alliierten Streitkräfte zur Wet­terführung des Krieges notwendig sein mag. Die italienische Regierung verpflichtet sich ihrerseits, jede Verwaltungsbehörde oder Behörde anderer Art hinzunehmen, die der Oberbefehlshaber für notwendig erachtet: vor allem wird der Oberbefehlshaber eine alliierteMilitärregierungin den Teilen des italienischen Gebietes errichten, in denen er eine derartige Matznahme im militärischen Interesse der alliierten Na­tionen für erforderlich hält.

11. Der Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte hat das volle Recht, die Matz- nahmen zur Entwaffnung, zur Demobilisie­rung und zur Abrüstung durchzuführen.

12. Lindere Bedingungen, politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Natur, die Italien zu erfüllen haben wird. werden zu einem späteren Zeitpunkte übermittelt.

(Fortsetzung auf Seite 2)

WrkclisMcke folgen aus klein ilsllenkcken Verrat

I)/s ^ng/oomskikcmsk Ho/tsn Icslns l/irsf VskLprsc/iUligsn — 6c»/kcmsk2sugmL5s gs/isn nc»c/i Osutsc/i/cmc/

Sr in. Berlin, 12. September. Die Zerstö­rung der italienischen Moral wurde von der Gegenseite mit allen möglichen Verheißun­gen verfolgt. Es war ven Italienern ein Paradies auf Erden versprochen worden, wenn Italien aus dem Kriege ausscheide/! würde. Schon seit Jahr und Tag wird über­haupt nur noch mit Lebensmitteln gewinkt, die irgendwo bereitstünden, tatsächlich jedoch nicht vorhanden sind. Nun ist es so, datz Italien, obwohl es eigentlich ein Selbstver­sorger sein könnte, auf Lebensmittelzufuh­ren angewiesen ist. Es hat von Deutschland erhebliche Mengen bekommen. Die Gegen­lieferungen an Obst und Gemüse Netzen je­doch sehr zu wünschen übrig und sind in letzter Zeit Weitgehend ausgeblieben.

Immerhin ist nach dem Abschluss des Waffenstillstandsabkammens die Frage akut, wie nun das Ausscheiden Italiens aus dem Kriege von den Feinden honoriert werden soll. Normalerweise mühten jetzt die groß­

artigen Versprechungen in Erfüllung gehen. Es müßte sofort ein reger Verkehr mit Le­bensmittelschiffen nach Italien einsetzen, und auch die gerade in den letzten Wochen in Aussicht gestellten enormen englischen Kohlen- licferungen müßten schon im Anrollen sein. Aber die Italiener werden weder englische und amerikanische Lebensrnittel, noch Kohlen, noch irgendwas anderes sehen. In der Lon­doner Presse ist schon zu verstehen gegeben worden, daß man gar nicht daran denke, sich selbst irgendwelche weitergehende Einschrän­kungen aufzuerlegen und womöglich Kohlen nach Italien zu liefern. Davon könne gar keine Rede sein. Englische Kohle, so sagt der „Daily Expreß", würde es in diesem Winter in Italien nicht geben, höchstens würde man diejenigen Fabriken und Bahnen, die man brauche, mit Kohlen beliefern. Allerdings mutz man erst diese Bahnen und Fabriken haben, wovon vorerst keine Rede ist.

Italien wird aber auch deutsche Kohlen im bisherigen Umfange nicht mehr bekom­

men. Wir haben jährlich 12 Millionen To. an Brennstoff geliefert. Das war viel zu viel! Aber wir sind unserem Bundesgenossen gegenüber vertragstreu geblieben. Jetzt gehen nur die Brennstoffe herunter, die für die Kriegsindustrie erforderlich sind. Es xvirü aber auch noch andere Veränderungen im italienischen Wirtschaftsleben geben, die eine Folge des Badoglio-Verrats sind. Beispiels­weise wird der gesamte Südosthandel eine Umstellung erfahren, denn Italien scheidet aus dem Balkanhandcl aus. Dafür wird der Balkan sich noch mehr als. bisher nach dem deutschen Markt wenden.

Der Londoner Korrespondent von „Svenska Dagbladct" betont die Größe und Schwie­rigkeit der Versorgung Italiens durch die Alliierten, besonders dann, wenn es den Deutschen gelingen sollte. Norditalien mit seinen grotzen Weizenfeldern und Industrie­anlagen erfolgreich zu verteidigen. Die ita­lienische Ausfuhr nach Deutschland habe keinerlei bedeutenden Umfang gehabt, dage­

gen sei Deutschland von Lieferungsverpflich­tungen von weitaus größerer Bedeutung be­freit worden.

So habe Deutschland jährlich 12 Millionen Tonnen Kohle an Italien geliefert, was beim Fortsall dex Lieferung, eine jährliche Ersparnis von 300 Lokomotiven und 15 000 Eisenbahnwagen bedeute. Auch das rumä­nische Oel könne jetzt voll Deutschland zu­gute kommen. Die Einstellung dieser Oel- lieferungen nach Italien würde eine Erspar­nis von 20 000 Eisenbahnwagen jährlich be­deuten. Deutschland habe an die italienische Industrie, die in dieser Beziehung völlig von Deutschland abhänge, jährlich 500 000 Tonnen Maschinen und Werkzeuge geliefert, seiner Italien mit 10- bis 15 000 Tonnen Kupfer 1- bis 3000 Tonnen Nickel und 1000 Tonnen Zinn jährlich beliefert. Deutschland habe zu 73 Prozent den Gummibedärf Italiens ge­deckt. Die Holzmasse aus Skandinavien, die über die deutschen Bahnen lief. habe 1000 Eisenbahnwagen beansprucht.

Man mag überlegen und nach stichhaltigen Gründen der italienischen Verräterclique um Victor Emanuel III. und sein Werkzeug Badoglio für ihren Verrat suchen, soviel man will — man kann einfach keinen ver­nünftigen- Grund finden, es sei denn den eines abgrundtiefen Hasses einer vergreisten Oberschicht gegen Deutschland und alles Deutsche. Dieser Hatz, gemischt mit einer ge­hörigen Portion Angst und verbunden mit einem Minderwertigkeitsgefühl, richtet sich gar nicht einmal so sehr gegen das national­sozialistische Deutschland, obwohl natürlich den Wortbrechern, jener kleinen Schar deka­denter feiger Lumpen, der Nationalsozialis­mus ohne Zweifel ebenso unsympathisch ge­wesen ist wie der Faschismtis, der bestrebt war, aus einem verluderten Regime und einem dem Bolschewismus nahen Lande einen Staat straffer Ordnung aufzurichten. Nein, dieser Haß ist viel älter. Er hat nahe­zu anderthalb Jahrtausende überdauert. Er hat seinen Ursprung in jenen ersten Jahr­hunderten nach der Zeitwende, als junge, starke germanische Stämme, die Ostgoten, die Langobarden, die morsche und von Gene­ration zu Generation mehr zerfallende Herr- schaft des weströmischen Kaiserreiches abzu­lösen begannen und den römischen Weltherr- ichaftswahn zerstörten.

Jedem einigermaßen mit den ewigen Ge­setzen von Blut und Nasse Vertrauten ist schon beim Anblick des äußeren Erscheinungs­bildes des italienischen Volkes klar. datz Italien den, schließlich im italienischen Volks- tum aufgegangenen deutschen Elementen die stärksten Impulse und die wertvollsten auf­bauenden Elements verdankt. In der Hoch­blüte des mittelalterlichen Kaiserreiches, des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation war eigentlich das verwirklicht, was auch den «chopfern der Achse vorgeschwebt hatte: ein einheitlicher starker Block im Herzen »ach dem sich einfach die umliegen­den Volker und Staaten ausrichten mutzten.

Jnzwl chen. und zwar wenige Jahre vor der deutschen Einigung von 1870/71, war dank der klugen und weitsichtigen Politik des ^^anoers der jetzigen erbärmlichen ZE'talt des an der Schwelle seines Lebens stehenden und wahrscheinlich letzten Monarchen auf ^dem Thron Italiens und seines genialen Mitarbeiters Graf Cavour ^ auch vor allem dank der wohlwollenden Z?,-Ung Preußens das geeinte Königreich Italien entstanden. Der Zustand, daß der >chiA Enssene Lebensraum des . alrenischen Volkes staatlich in unzählige kleine und kleinste Fürstentümer und Stadt- .°„>! c-^H-"^n<war. war beseitigt, wäh­rend sich ,n dem benachbarten Deutschland — A ^trachtet - eine solche Eini­gung erst abzuzeichnen begann.

auch dem geeinten Jta- ^'Ktrauen und das Unbehagen vor « "-b^^pblschen und später politi­schen Begriff Deutschland nicht zum Schwei-

Zu stark ist eben die histo- -m Unterbewußtsein allen Üarke ?^!, Denkens und die Furcht vor einem

ck>en1?in-^k"'Ä^"^° Regime ist in man- chen seinen Handlungen nicht freigewesen von

solchen historischen Belastungen. Als oberen denr persönlichen Vertrauen, das sich ?,e hei- den überragenden Gestalten unserer jüngsten ""d Gegenwart, der Führer und "'.verholtem Eedanken-

^Miiungsausta entgegenbrachten, d Ä7°'pb°re geklärt war. schien damit d r be d-« für ein Zusammengehen

^ Nationen aus Gedeih und Ver- ^ /dnen schon allein ganz nüch-

feiten jm Leben der Völker

Trolln E"-den Begriff der Dankbarkeit.

Trotzdem mutz man anerkennen datz die Re- g-erung des Duce sich Deutschland gegenüber ^ ""pll'chlet suhlte, als Italien nach dem Nbessimenkneg 1935/30 zum „Kaise?-

Der Due-^7-, proklamiert werden konnte. ^Er-^U" hat das bei seinem ersten Bemcb im .v°r last genau sechs Jahren,

nu September 1937 in seiner Amprache in ^abe ki/»»^druckt, als er sagte, Deutschland b-? S,, "?^>./ ''^brcchcrischen Sanktionen" der Volkcrbundstaaten nicht beteiligt. Der Duce erklärte damals mit Nachdruck' Wir " das niemals vergessen!" Er ha, sein Wort schon wenige Monate später eingelöst st!- er Zweifel im schärfsten

Gegensatz zu der setzigen Verräterclique um 13. März den Anschluß der Ostmark durch eine Haltung unterstützte . atz von dem empörten und enttäuschten Wutgeheul unserer heutigen Feindmächte ab- stach.

Zweifellos aber hat schon damals das un­terirdische Wühlen der reaktionären monar­chistischen Kreise in Italien gegen die Achsen- politik eingesetzt. Wenn einst die Archive in Rom der Forschung offenstehen werden, wer­den wir die Bestätigung hierüber in allen Einzelheiten erhalten. Nicht übersehen wer-