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Vremer Zeitung
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ParietLEticlie Layeszettnny
Das pmtsdlatt des Negierenden VÜrgermeisters der §reien Hansestadt vremen
der NationaildziaMen. Bremens
flmtliches verkündungsblatt des Ncichsstatttialters in Oldenburg und Nremen
Nr. 250 , 1Z. 7atsrgang
Zreitag, 10. September 1S4Z
kinzelpreis 15 Npf.
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kegienma im Namen Wasoliais
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oa der italienische« E r « n z e, I faschistische Nationalregierung gebildet, sie S. September. Die italienische faschistische > arbeitet im Sinne Mussolinis. Die
Nationalregierung hat einen Aufruf a« das italienische Volk erlasse«, der durch Rundfunk verbreitet worden ist. In diesem Aufruf heißt es u. a.:
„Pietro Badoglio hat seinen Verrat vollendet. Derjenige, der als Generalstabs- ches Italiens beim Eintritt Italiens in den Krieg verantwortlich ist für seine mangelnde militärische Vorbereitung, ist jetzt da bei, das Vaterland den Feinden auszulie fern. Der Mann, der durch Jahre hin durch den Duce getäuscht hat, und der auf dem Wege über die Niederlage hartnäckig die Macht angestrebt hat» beabsichtigt - letzt, seinen monströsen Plan auszuführen durch den das Vaterland für immer verstüm melt werden soll. Ein Vaterland ohne Si zilien, ohne Sardinien, ohne die überseeischen Besitzungen, voraussichtlich auch ohne Süditalien, das ist die düstere Aussicht, die sich dem Schicksal -es Vaterlandes eröffnet.
Der Verrat wird nicht vollendet «erden! Es haj sich eine italienische
venoaäsrs Koks ksinüvsrlusts im Vonvrdsrksn
Erwarteter Verlauf der Maßnahmen gegen den Verrat Badoglios
Aus demFührerhauptquartier. 8. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Don.ezbecken führen die Sowjets neue Truppenverbände in die Schlacht, die uuter besonders hohen Verlusten für den Feind anhält. Südlich und westlich Charkow scheiterten mehrere feindliche Angriffe. Im upttleren Frontabschnitt griffen die Sowjets nur im Raum westlich Kirow mit stärkeren Kräften an. In den übrigen Abschnitte«-war die feindliche Angriffstätigkeit schwächer als an den Vortagen. Eine im Verlauf der Abwehrkämpfe eingeschlossene feindliche Gruppe wurde vernichtet.
Deutsche und rumänische Fliegerverbände unterstützten auch gestern in zahlreichen Einsätzen die Truppen des Heeres. Dabei erzielte Oberleutnant Nowotny» Führer einer Jagdfliegergruppe, seinen 198. bis 299. Luftsieg.
An der Ostfront wurden gestern 298 Panzer abgeschossen.
Im Finnischen Meerbusen beschossen Ma- rinebatterien der Insel Tytaers einen sowjetischen Minenräumverband. versenkten ein Minensuchboot und beschädigten zwei weitere schwer.
Bei den verbissenen Kämpfen westlich Tharkow haben sich die Panzergrenadier- Division „Erohdeutschland", die hessische 11.» die «iedersächsische 19. Panzerdivision und die rheinische 31. Infanteriedivision besonders ausgezeichnet.
In Südfrankreich, in Italien und auf dem Balkan, wo deutsche und italienische Truppen bisher gemeinsam gekämpft haben, siüd alle Maßnahmen im Gange, die durch den Verrat der Regierung Badoglio notwendig wurden. Sie nehmen den von uns erwarteten Verlauf.
An der calabrischen Westküste griff ein Verband deutscher Schlachtflugzeuge feindliche Landungskräfte in der Bucht von Eufe- mia an, versenkte einen Truppentransporter und erzielte Bombentreffer schweren Kalibers auf vier großen Schiffen, darunter einem Kreuzer.
Bei Angriffen starker britisch-nordameri« konischer Bomberverbände auf die besetzten Westgebiete und über dem Atlantik wurden ' elf feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Schnelle deutsche Kampfflugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben auf militärische Ziele in Süd- und Mittelengland.
faschistische Nationalregierung wird unnach- fichtlich jeden Verräter bestrafen, die einzigen wahren Verantwortlichen für unsere Niederlage. Sie wird alle Mittel anwenden, um Malren mit unverletzter Ehre und mit der Möglichkeit eines weiteren Lebens in der Zukunft aus dem Kriege herauszuführen.
Es ist zu Ende mit der traurigen Phrase einer sogenannten Freiheit, die aufgezwun- gen wurde durch den Belagerungszustand, Polizeistunde und die Zensur. Das reine Blut der Euardisten und Soldaten, die in den Tagen der Schande ermordet wurden, fällt zurück aus die Köpfe der Mörder, der geringen sowohl wie vor allem der hochgestellten. Zu Ende ist es mit dem Abgleiten in den Bolschewismus. Zu Ende ist es mit dem Wiedererscheinen der alten Männer in einem Italien, das die Tore der soldatischen Jugend öffnen wird und das die durch Opfer
und kriegerische Leistung erworbenen Ansprüche anerkenne« wird. Um unser Banner reihen sich zusammen mit den Soldaten und der Jugend die Kräfte der Arbeit, deren auf dem sozialen Gebiet mit dem Faschismus angetretener Marsch unter dem Faschismus ans Ziel gelangen wird."
Der Aufruf schließt mit einem Appell an die italienischen Soldaten: „Soldaten! Gehorcht nicht faschen Befehlen des Verrates, weigert euch dagegen, daß ihr dem Feinde ausgeliefert werdet, weigert euch dagegen, daß ihr gegen eure deutschen Kameraden kämpfen sollt! Alle die, denen es möglich ist, sollen den Kampf an der Seite der Deutschen fortsetzen. Die anderen sollen nach Hause gehen in ihre Dörfer und ihre Städte in Erwartung weiterer Befehle. Aus Leid und Schmach soll nach unserem Willen ein reines und mächtiges Italien auferstehen!
Die italienische faschistische Nationalregierung."
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Agram. 9. September. In der Nacht zum Donnerstag hat der Poglavnik eine Proklamation an das kroatische Volk erlassen, in der die Wiederinbesitznahme der an Italien abgetretenen Gebiete des Küstenlandes und Dalmatiens angekündigt wird.
In dem Aufruf des Poglavnik heißt es: „In dieser geschichtlichen Stunde vereinigen wir uns um unsere-Wehrmacht, ^die gemeinsam mit der verbündeten deuffchen Wehrmacht die kroatischen Länder an der Adria befreien wird. IN" dieser Stunde vereinigen wir uns in der Liebe zum Vaterland und zu jenen unglücklichen Bürgern, die wir befreien und ans Herz drücken werden — vereinigen wir uns alle in dem Gedanken nur an das Glück und um die Freiheit des kroatischen Volkes und an den eigenen unabhängigen Staat Kroatien. Der kroatischen Wehrmacht habe ich den Befehl erteilt, ihre militärische Pflicht zu tun. Kroaten! Unterstützt alle die kroatische Armee in der Erfüllung dieser historischen Pflicht! Vom heutigen Tage an ist die Freiheit und Unabhängigkeit Kroatiens durch-.nichts mehr begrenzt!"
Kriegsminister General Friedrich Narr r a t i l gab einen Tagesbefehl des Poglavnik an die gesamte kroatische Wehrmacht bekannt. in dem der Poglavnik verkündete, daß Kroatien durch den Verrat Italiens seiner aufgezwungenen Pflichten entledigt sei und nunmehr die italienischen Gebiete besetzen und verteidigen werde. In diesem Tagesbefehl gibt der Poglavnik seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß somit der Wunsch des Volkes und seiner Armee in Erfüllung gegangen sei und daß die kroatische Wehrmacht bis zum letzten Mann ihre Pflicht treu erfüllen werde, da die Stunde der Rückckkehr ier adriatischen Küste zum Mutterland geschlagen habe.
Luek jspLnislks kegenmagnakmen
Tokio, S. September, Der Tenno empfing am Donnerstagmorgen nacheinander in Son- deraudienz den Außenminister Schige- mitsu und Ministerpräsidenten Tojo. Um 11 Uhr japanischer Zeit gab die japanische Regierung zur Kapitulation Italiens folgende Erklärung ab:
„Die italienische Regierung Badoglio hat ich den Engländern und Amerikanern bedingungslos ergeben. Dies muß als Verrat bezeichnet werden an dem Dreierpakt und an dem Abkommen, wonach keiner der Vertragspartner einen Sonderfrieden schljehen würde. Das Ereignis wird vom japanischen Kaiserreich äußerst be
dauert. Die japanische Regierung sah jedoch eine derartige Entwicklung voraus und hat die entsprechenden Gegenmaßnahmen ergriffen. so daß dieses Ereignis keinen entscheidenden Einfluß auf die gesamte Kriegslage haben wird. Japan glaubt mehr denn je an den endgültigen Sieg und wird die Zusammenarbeit mit Deutschland und den anderen verbündeten Völkern in Europa und Großostasien verstärken» um den gemeinsamen Feind England und Amerika zu vernichten. Das japanische Hundertmillionenvolk wird im Geiste seiner dreitausendjährigen Geschichte seine höchsten Kampfkräfte entwickeln, um das Ziel dieses Krieges zu erreichen."
Osutsc/i/oncis 6sgsnmo6nc>/imsn gsgsn c//s Vsrräts5 Von Or. Walter Leffneicler
Ueber den bodenlosen Abgrund eines so gemeinen und schamlosen Verrats, wie ihn die moderne und die alte Geschichte in dieser Maßlosigkeit bisher nicht kannte, ist im Hinblick auf die praktische Auswirkung im -Kriegsgeschehen^ von unserer Seite augenblicklich eine militärische Brücke geschlagen worden. Sie besteht in der Feststellung, daß die deutschen Maßnahmen seit der Bekanntgabe der Kapitulation Badoglios überall planmäßig verlaufen. 'Der gigantische politische und militärische Betrugsversuch ist im Hinblick auf seine Ziele an der vorausschauenden Klugheit und Umsicht der deutschen militärischen Führung gescheitert.
Heute wird es die deutsche Oeffentlichkeit verstehen, wenn unsere maßgeblichen Stellen über das, was sie seit Wochen erkannt hatten und wußten, und was sie in ihre Berechnungen und vorbereitenden Handlungen einstellen mußten, eisern geschwiegen haben. Die römischen Verräter wollten im Einvernehmen mit unseren Feinden Zeit gewinnen, um uns in bestimmte militärische Abenteuer zu wcken und in den eigenen Zusam- menbruch mit hineinzureißen. Als wir den Plan schnell durchschaut hatten, kam es für uns darauf an, die Zeit in unserem Sinne zu nutzen, und dafür war Voraussetzung, daß wir uns den Verrätern gegenüber gutgläu-, big stellten.
Nur so konnte das, was gegen uns geplant war. von uns zum eigenen Besten gewendet werden. So konnte durch unsere rechtzeitig, zielsicher und umfassend durchgeführten Maßnahmen die Absicht, dem verratenen Bundesgenossen auch noch militärisch in den Rük- ken zu fallen, im Keim erstickt werden. Darüber hinaus wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß wir heute auch in Italien denjenigen Raum militärisch einwandfrei beherrschen, der zur Sicherung unserer strategischen Stellung in Europa notwendig ist-,
Nachdem die Gegner selbst den Zeitpunkt für gekommen erachtet haben, den Schleier vor den Tatsachen des Verrates zu zerreißen, fällt von uns die schwere Last,-es Schweigens und der Tarnung ab. und wir können Nun endlich einmal mit aller Offenheit über
die Dinge sprechen, wie sie waren und wie sie sich entwickelt haben. Als am 25. Juli der Mann, der allein Italien aus der Not eines beengten und zerfallenden Strats- wesens in die politische und wirtschaftliche Freiheit und Unabhängigkeit eines wirklichen Großstaates zu führen vermochte, von einer Verschwörerbande feige in einen Hinterhalt gelockt und dort nach Nordamerika« nischer Eangstermanier verhaftet wurde, war das ein Abjchluß und eine Wende zugleich.
Die politischen Abenteurer und internationalen Finanziers, die national entwurzelten Feudalherren und unsoldatischen Salongenerale, die sich von der sozialen Leidenschaft, von der politischen Dynamik und von der frontsoldatischen Einsatzforderung des Faschismus in ihrem persönlichen und gesellschaftlichen Wohlbefinden aufgestört und getroffen fühlten, haben offenbar seit Kriegs- beginn ihre Chance gewittert, auf dem Wege über die Niederlage und unter Aufopferung des eigenen Volkes ihre persönlichen Interessen zu sichern. Das ganze Verhalten dieser verrotteten Gesellschaft war direkte und in» direkte Sabotage an den Kriegsanstrengungen der Achsenmächte. Sie brachten es tatsächlich fertig, militärische Rückschläge herbeizuführen, die das italienische Volk in seiner Gesamtheit so schwer belasteten und erschütterten, daß im geeigneten Moment der Verrat sein Haupt erheben konnte. Der Chef des Hauses Savoyen, der 1915 auf der Höhe seiner Mannesjahre, schon einmal schmählichen Verrat am Bundesgenossen geübt hatte, blieb sich nur selber treu, wenn er als Greis am Rande des Grabes sein erbärmliches Tun wiederholte, um als Viktor Emanuel der Verräter in die Geschichte einzugehen.
So wurde der 25. Juli in einer dramatischen Zuspitzung einmal zum Abschluß einer Verschwörung, um dann mit mathematischer Sicherheit schnell im völligen moralischen Zusammenbrach zu enden. Es erfüllte sich auch
Lllilcdlolleiies üsnäeln unserer Veluinsclit
Vsrs/nrs/tsr ärt/iciisr Wic/srstonc/ vvurcis roscii gsdrociisn
Berlin, 9. September. Nach bisher vorliegenden Meldungen haben in Süd- frankreich, im deutsch-italienischen Grenzgebiet und weiteren Bereichen Italiens sowie in Südosteuropa die deutschen Truppen den Schutz der europäischen Küste und die Sicherung der militärischen oder kriegswirtschaftlich wichtigen Objekte übernommen, nachdem erhebliche Teile der itqlienischen Wehrmacht infolge der feigen Kapitulation Badoglios die Waffen niedergelegt haben. Die deutschen Maßnahmen mußten vor allem daraus Bedacht nehmen, daß die erfolgreiche Fortführung des Kampfes gegen die Amerikaner und Briten nicht Lurch den Verrat Badoglios gefährdet wurde. Deshalb waren die deutschen Truppen genötigt, die italienischen Truppen überall da, wo man dem Kurs Badoglios folgen wollte, zur N-iederlegung der Waffen zu veranlassen. Im allgemeinen kam es hierbei nurzuwenigen Zwischen- sälsen, die durch entschlossenes Auftreten rasch bereinigt werden konnten. Oertlicher Widerstand, der nur vereinzelt geleistet würde, war rasch gebrochen. Mehrere ehe- mälige Milizformatronen unterstellten sich der deutschen Führung und konnten in die deutschen Verbände eingereiht werden.
Dank der rasch durchgeführten Maßnahmen waren die im Raum von Neapel-Salerno eingesetzten deutschen Verbände in der Lage. den Kampf gegen amerikanische und britisch« Landungsstreifkräfte ohne Gefährdung ihrer rückwärtigen Verbindungen sofort entschlafen aufzunehmen. Auch die in Siidcalabrien kämpfenden deutschen Nachhuten behaupteten sich erfolgreich gegen die längs der Westküste
und von See her angreifende« britischen Divisionen in hinhaltendem Gefecht.
Lygrruny
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Berlin, 9. September. Amtlich wird bekanntgegeben: Die deutsch-italienische Grenze ist für den zivilen Reiseverkehr bis auf weiteres gesperrt. Don der Stellung entsprechender Sichtvermerkanträge ist daher zu nächst abzusehen.
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Bochum, 9. September. Die in Bochum beschäftigten italienischen Arbeiter haben in einer Entschließung sich zur faschistischen italienischen Nationalregierung bekannt und in einem Telegramm zum Ausdruck gebracht, daß sie, treu der faschistischen Tradition, be
sch
reitstehen für alle künftigen Maßnahmen des faschistischen Italiens.
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ep. Bern, 9. September. Die Verräter- regierung Badoglios hat das Erscheinen aller antisemitischen Zeitschriften Italiens verboten. Insbesondere betrifft das Verbot das Organ Telesio Jnterlandis „Die Verteidigung der Rasse" und die „Vita Jta- liana", die von Prozzolioni geleitet wurde. Jnterlandi wurde verhaftet. Das 'Kriegsministerium hat ferner die Vereinigung italienischer Reserveoffiziere ermächtigt, die früheren jüdischen Offiziere, die infolge der Rassengesetze aus der italienischen/Wehrmacht ausgestoßen worden war, wiederaufzunehmen.
Me äsr vuce unü äss jtslieiüscke Volk verraten wurüeil
öcrc/og//o5 Vsrdrscirsn von /cmgsr kionc/ vorbsrs/tst — Osn c/sutsclisn 7>uppsn p/onmö6/g /n c/sn Kücken gs/o//sn
Berlin, 9. September. Nach zuverlässigen Berichten aus Rom hat sich der Staatsstreich des 25. Juli und die Entführung des Duce wie folgt abgespielt: Nach einer Sitzung des faschistischen EroßraHes begab sich der Duce zum König, um von ihm Vollmachten für schärfstes Vorgehen gegen die von gewissen Kreisen systematisch betriebene Sabotage der Kriegsanstrengungen der italienischen Nation zu fordern. Er wollte insbesondere Vollmachten erwirken zu rücksichtslosem Durchgreifen gegen das feige Desertieren von Generalen und hohen Offizieren der italienischen Wehrmacht, das sich vor allem auf Sizilien gezeigt hatte, gegen das unsoziale Verhalte« des höheren italienischen Offizierskorps gegenüber den Mannschaften und Unteroffizieren, sowie gegen die Korruptionserscheinungen in der Armee und in der Kriegswirtschaft. Er verlangte Vollmachten für ein sofortiges scharfes Durchgreifen gegenüber all jenen reaktionären und korrupten Elementen, die allein - für die fortgesetzten Fehlschläge der italieni-
Der Duce wußte nicht, daß der König und Marfchall Badoglio schon während der vorhergehenden Tage insgeheim den Staatsstreich vorbereitet hatten. Don einer kleinen Abteilung seiner Leibgarde begleitet, bestieg Mussolini sein Auto und gab Weisung, ihn nach der Privatresidenz des Königs zu fahren. Die Zusammenkunft des Königs Viktor Emanuel mit Mussolini dauerte ungefähr zwei Stunden. Der König hörte aufmerksam zu und machte den Eindruck, daß ihn der Bericht lebhaft interessierte.
Am Schluß der Ausführungen Mussolinis erklärte der König: „Ich muß Ihnen mitteilen» daß Ihr Nachfolger in der Ministerpräfi- dentschaft bereits bezeichnet ist und fein Amt praktisch schon angetreten hat, nämlich Marschall Badoglio. Stellen Sie sich ihm zur Verfügung."
Der^Duce, der von dieser Erklärung völlig überrascht wurde, entgegnete, daß er sich, um das italienische Volk zu retten, stark genug
scheu Kriegführung verantwortlich zu machen fühle, sich der Krone und nötigenfalls sogar seien. jder Armee zu widersetzen. Mussolini ging
dem Ausgang zu, indem er kurz erklärte, daß er seine Entschlüsse bereits gefaßt habe.
Während dieser Unterredung hatte Badoglio schon alle nötigen Maßnahmen des Anschlages gegen Mussolini getroffen. Er hatte insgeheim dem ehemaligen Polizeikommandanten Senise die Poljzeigewalt übergeben und die königlichen Carabinieri sich selbst unterstellt. Die verschiedenen Kommandanten der faschistischen Miliz erhielten ein gefälschtes Telegramm, das die Mitteilung enthielt, daß die Miliz in Zukunft ein Bestandteil der Armee sei. Die lokalen Polizeikommandanten wurden aufgefordert, den Weisungen des Marschalls Badoglio.zu gehorchen. Auf Hiess Weise wurden alle das faschistische Regime stützenden Waffen von den Verrätern lahmgelegt.
Während seines Aufenthaltes beim König waren das Auto und die Leibgarde Mussolinis vom Eingang der Villa Savoia entfernt und unter einem Dorwand in einer abgelegenen Allee postiert worden. Bald darauf traf ein Sanitätsauto unter dem Befehl eines Carabinieri-Obersten, den einig«
andere Offiziere begleiteten, vor der Privatresidenz des Königs ein. Als Mussolini die letzten Stufen der Eingangstreppe Hinausschritt und sein Auto nicht sah, befahl er dem Personal des Königlichen Hauses mit lauter Stimme: „Laßt mein Auto
kommen!"
In diesem Moment trat der Oberst auf Mussolini zu und sagte zu ihm: „Exzellenz, ich habe den Auftrag, Sie in Hast zu nehmen. Ich bitte Sie deshalb, dieses Auto zu besteigen." Mussolini widersetzte sich heftig, wurde aber mit brutaler Gewalt in das Auto ge- zerrt und auf der Tragbare gefesselt.
In rascher Fahrt fuhr das Auto von der Villa Savoia nach der Carabinieri-Kaserne auf der Piazza del Popolo. wo Mussolini unter schärfster Bewachung gehalten wurde, um später an einen anderen Ort transportiert zu werden. Sein Aufenthalt wurde noch des öfteren gewechselt. Es scheint als sicher zu gelten, daß Mussolini nach dem Fort Braschi bei Rom und dann nach der Insel Ponza im Golf von Gaeta übergeführt wurde.
(Fortsetzung auf Seite 2)
nsus Licksnlsudlrägsr
Führerhauptquartier.9. Sept. Der Führer verlieh am 7. September 1913 da» Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiserne« Kreuzes an General der Panzertruppen Joachim Lemelsen, Kommandierender. General eines Panzerkorps, als 291. Soldaten, und an General der Infanterie Erich Jaschke, Kommandierender General eines Armeekorps, als 295. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
in diesem Falle das geschichtliche Gesetz, daß ein Wechsel in der Führung, der auf dem Höhepunkt des Kampfes vorgenommen wird, unweigerlich ins Verderben führen muß. Diesmal kam hinzu, daß die niederträchtige Gesellschaft, die sich mit Hilfe des Verräterkönigs die „Macht" erschlichen hatte,' vom ersten Augenblick an den Verrat am eigenen Volke und am Bundesgenossen in einer Form ins Auge gefaßt hatte, die tatsächlich in der Weltgeschichte erstmalig und einmalig ist. Ein Rückblick auf die Ereignisse bestätigt dieses Urteil mit zwingender Kraft.
Der ehrlose Exponent dieser reaktionären italienischen „Oberschicht", die zum Teil mit englischen Kreisen versippt ist und an nichts anderes als an ihre ausländischen Kapitalien und an die gesellschaftlichen Vorrechte einer vergnüglichen Plutokratenexistenz dachte, verkündete nach dem Umsturz mit verlogenem Pathos, daß der Krieg weitergehe.
In Wirklichkeit schickte Badoglio schon etwa in der zweiten Augustwoche Vertreter ins „neutrale Ausland". Es scheint, daß an der Spitze dieser Delegation der persönliche Feind Mußolimis, Dino Erandi, gestanden hat, der als alter Faschist in doppeltem Sinne zum Verräter wurde. Obgleich Badoglios Vertreter nur die Forderung Roöse- velts und .Churchills nach bedingungsloser Kapitulation zurückbringen konnten, ließen sich Viktor Emanuel und Badoglio vom'Wege ihres Verrates nicht mehr abbringen. Schon am 3. September wurde, wie wir heute wissen, der Waffenstillstandsvertrag unterzeichnet, der nicht die geringste Bürgschaft für irgendeine gesicherte Zukunft Italiens einschließt, sondern die restlose Auslieferung des italienischen Volkes an Plutokraten. Ju, den, Freimaurer und Bolschewisten darstellt. Vor allem an die Bolschewiken; denn inzwischen war bekanntgegeben worden, daß der Abschluß des Waffenstillstandsvertrages „in vollem Einvernehmen mit Statt n" erfolgt sei, und Stalin weiß schon, was er will. Er hat nicht umsonst die Aufnahme eines bolschewistischen Agenten in den Ausschuß fü; Sizilien und Italien durch- geietzt.
Was nach dem 3. September geschehen ist, das ist nun wirklich das tollste und grauenhafteste Stück der Weltgeschichte, Das ist noch nicht dagewesen, daß nach der U n t e r z e i ch- nung eines Waffenstillstandsvertrages eine Regierung nach dem Willen der einen Partei lediglich zu Zwecken der Tarnung und um den bisherigen Waffengefährten so weit wie möglich in die eigene Katastrophe hinein- zureißen, weiterhin eigene Soldaten verbluten ließ, um dem Anschein zu erwecken, als ob der Kampf noch ernsthaft weiter- efuhrt werden sollte. Als der Gipfel der Schamlosigkeit und bodenlosen ^Gemeinheit erscheint es aber schließlich, wenn schließlich zu „Tarnungszwecken" Hunderte von Frauen und Kindern der Stadt Neapel unter einem anglo-amerikanischen Bombenangriff geop- ert wurden. Solch einen beispiellosen Vtzr- rat am eigenen Volke, solch einem grauenhaften Handeln völlig ehrvergessener Lumpen
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