Ausgabe 
(9.9.1943) 249
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Vm?keianrtl.iclie Layeszettung

Das flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zielen Hansestadt Bremen

HUW

der NationalldzraMen. Vremens

pmtlickes BerKündungsblatt des Beicksstattkalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 24S / 1Z. Jalirgang

Donnerstag, g. September 1S4Z

Einzelpreis 13 Npf.

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Berlin, 8. September. Der amtliche britische Nach­richtendienst hat heute abend aüs dem Hauptquartier des Generals Eisenhower bekanntgegeben, datz die italienische Regierung die bedingungslose Kapi­tulation der italienischen Streitkräfte angeboten habe. Eisenhower hat die Kapitulation ange­nommen und Italisch einen militärischen Waffen st ill st and gewährt, der von seinem Ver­treter und einem Beauftragten Marschall Badoglios unterzeichnet wurde. Der Waffenstillstand sei mit der Unterzeichnung sofort in Kraft getreten.

Inzwischen hat auch Badoglio, nachdem der König und er selbst noch am 8. September jeden solchen Ge­danken als Verleumdung zurückgewiesen hatten, in einer Bekanntgabe im römischen Rundfunk die Kapitulation

bestätigt. Er gab zu, Eisenhower um Waffenstillstand er­sucht zu haben. Tatsächlich fand die Unterzeichnung schon am 3. September statt. Die italienischen Streitkräfte mutzten demgemätz, so erklärte er, jede feindselige Handlung gegen die englisch-amerikanischen Streltkräfte einstellen.

Seit dem verbrecherischen Anschlag auf den Duce am 25. Juli und dem mit den Engländern und Amerikanern vorbereiteten Putsch zur Be­seitigung der bündnistreuen faschistischen Regierung war die deutsche Führung auf diesen offenen Verrat der der­zeitigen italienischen Regierung vorbereitet, und sie hat daher alle erforderlichen militärischen Matznahmen ge­troffen. Der verräterische Anschlag gegen die Verteidigung Europas wird am Ende genau so scheitern wie alle ähn­lichen Unternehmungen.

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Von j-js/mut 5ünc/srmonn, Äobs/sitsf c/sr ks/c/iLplSLLsc/is/r

In einer Zeit der Entscheidung, in einer Phase harter Prüfung der Völker und Men­schen wiegt der einzelne mehr als jemals sonst. Mag es einst für den Starken ein be­drückender Gedanke gewesen sein, das Leben verrinnen zu sehen ohne eine Chance der Bewährung, ohne einen zwingenden Augen­blick zur Entfaltung wahrer Kraft, und ist er deshalb oft aus eigenem Entschluß an das Leben herangetreten, um es herauszu­fordern, so ist heute das Schicksal die große, befehlende Gewalt, die uns in ihren Bann zieht, die uns Prüfungen und Pflichten auf­erlegt, an denen auch das größte Kraftgefühl noch zu wachsen hat.

VlstteilÄilktsllä §ckon am 3. September unterreicknet

6ocfog!io5 Vsrrot war ss/t Woc/isn vofbsrs/tst Ois Vsr/icrnc//ungsn /crnc/sn auf nsutro/sm 6oc/sn statt Osrgünstige ^ugsnb/iclc" gekommen

Stockholm, 8. September. In einer Sondermeldung der Reuter-Agentur nach Abgabe der Erklärung des Generals Eisen- howers wird gesagt, daß der Waffen­stillstand am 3. September be­reits unterzeichnet wurde, doch wurde vereinbart, daß er erst in einem Augenblick in Kraft treten würde» der für die Alliierten am günstigsten sei. Dieser Augenblick sei jetzt gekommen. In einem Bericht über die Ver-

Vor einigen Wochen trat die italienische Regierung an die britische und die amerika­nische Regierung mit der Absicht heran, einen Waffenstillstand abzuschließen. Ein Zusam- mentrefsen wurde arrangiert und hat auf neutralem Gebiet stattgefunden. Es wurde dem Vertreter der italienischen Regierung sofort verständlich gemacht, daß sie be­dingungslos zu kapitulieren hätte. Mit die­sem Einverständnis wurden die Vertreter des Alliierten Oberkommandierenden bevoll-

Vor 4er VeHgescdickls gericktet

Der militärische Machthaber Italiens, Marschall Badoglio, hat an seinem Volk und darüber hinaus an den Verbündeten Ita­liens, an Deutschland und Japan, in einer Weise schändlichsten feigen Verrat geübt, wie man ihn sich nicht schlimmer vorstellen kann. Noch fünf volle Tage hat dieser Volksver­räter es mit ansehen können, daß die Bom­ben der englischen und nordamerikanischen Terrorflugzeuge auf italienische Städte, auf unersetzliche Kulturdenkmäler, auf Kirchen, Schulen und Krankenhäuser niederhagelten und wehrlose Angehörige seines eigenen Volkes inordeten. Fünf volle Tage lang, bis zu jenem Zeitpunkt, den die Alliierten für dengünstigsten" halten würden um diese schmähliche Kapitulation in Kraft setzen zu lassen. Noch gestern, am 8. September, hat dieser Verräter mit geheuchelter Entrüstung jeden inzwischen leider nur zu berechtig­ten Verdacht von sich gewiesen, nachdem er längst den italienischen Truppen befohlen hatte, die Waffen zum gegebenen Zeitpunkt zu strecken.

In der gleichen Weise wie Badoglio aber hat der italienische König an dem deutschen Bundesgenossen Verrat geübt, und zwar jetzt schon zum Arbeiten Male. Er hat vielleicht nicht damit gerechnet, daß wir aus den Er­fahrungen des ersten Weltkrieges gelernt haben könnten. Er hat damit ebenso wie Badoglio und jener verhältnismäßig kleine Kreis von italienischen Militärs sein Volk verraten, die, anstatt an der Front den alten Feinden Italiens gegenüberzutreten, es vor­zogen, den Krieg im Innern entfesselten und zwar gegen den Faschismus und seine hervor­ragendsten Vertreter. Gleichzeitig aber haben sie den Anglo-Amerikanern eine Hintertür in die Festung Europa öffnen wollen, während sie der deutschen Führung vorzutäuschen ver­suchten, an der Seite Deutschlands weiter­kämpfen zu wollen. Sie werden in Kürze eine Quittung auf ihr Verhalten.bekommen, die sie sich nicht haben träumen lassen.

Jetzt erst hellt sich der Blick auf die Vor­gänge des 25. Juli 1943 auf, als der Duce

Benito Mussolini, der unbeirrbare Verfechter des hartnäckigen Widerstandes Italiens an der^ Seite Deutschlands, schnöder verbreche­rischer Jntrige zum Opfer fiel und das Staatsrudör, das er über 20 Jahre fest in Händen gehalten hatte, fahren lassen mußte. Schon damals also paktierte der Kreis um Badoglio mit den Feinden der Achse, die niemals einen Zweifel daran gelassen hatten, welches furchtbare Schicksal sie im Falle eines Sieges nicht nur Deutschland, sondern auch Italien zugedacht hatten. Mit teuflischer Be­rechnung wurden alle Repräsentanten des Faschismus fortgejagt unter Berufung auf die .allein mögliche Autorität des Königs­hauses. Mussolini, dem das junge Italien seinen Ehrenplatz in der Welt verdankte, wurde in eine Falle gelockt, verhaftet und ab­geführt. Diese schmähliche Tat war nur mög­lich, weil die Widerstandskraft Mussolinis durch eine schwere innere Erkrankung ge­lähmt war.

Nach der Verhaftung des Duce überstürzten sich die Ereignisse. Italienische Truppen ver­weigerten teilweise den Kampf gegen die englisch-amerikanischen Eindringlinge, so daß zeitweise auch gewisse Rückwirkungen auf die deutschen Truppen in Italien nicht ausblie­ben. Darüber hinaus leisteten in mehreren Fällen italienische Truppen dem Feinde direk­ten Vorschub. Es muß jedoch festgestellt wer­den, daß gewisse faschistische Kreise Deutsch­land die Treue hielten in der selbstverständ­lichen Ueberzeugung, daß Faschismus und Nationalsozialismus in fester Freundschaft auf Grund gemeinsamer Weltanschauung zu­sammenstehen müssen.

Schon von diesem 25. Juli ab war die deutsche Führung im Bilde, was hinter den Kulissen in Rom eigentlich vor sich ging. Mit der Zeit zeichnete sich das Bild immer klarer ab, bis jetzt die Bestätigung des in der Weltgeschichte einzigartigen Verrates eines hohen Offiziers an seinem Volke klar ge-, worden ist. Die deutsche Führung hat daher ausreichend Zeit gehabt, alle militärischen

Maßnahmen zu treffen, um zu gegebener Zeit dasjenige zu tun, was angesichts der sich abzeichnenden Entwicklung zur Sicher- stellung des deutschen Endsieges und zur Er­rettung Europas und damit auch des ita­lienischen Volkes notwendig werden würde.

Ein Offizier und Staatsmann, der unter solchen erniedrigenden Umständen, wie im Falle der bedingungslosen Kapitulation Badoglios. hinter dem Rücken seines Ver­bündeten sich bereit findet," außer Landes zu gehen und mit den ärgsten Feinden seines Volkes und Staates zu paktieren und alles,, wofür Hunderttausende von italienischan Soldaten und Soldaten des mit Italien dutch ein feierlich abgeschlossenes Bündnis auf Gedeih und Verderb verbundenen Groß- deutschen Reiches gekämpft und geblutet haben, in so schmählicher Weise preisgibt, ist vor der Geschichtet gerichtet Die Ehre des deutschen Volkes und Reiches würden es nicht zulassen, daß dieser Verrat für die Feinde Deutschlands^ und Italiens seine Früchte

trägt. Die harte Notwendigkeit unseres Kampfes um Sein oder Nichtsein Eroß- deutschlands und damit Europas zwingt uns aber umsomechr, jetzt diejenigen militärischen

Schritte zu ergreifen, für did uns durch den

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den sind.

Verrat Badoglios nun die Hände freigewor-

Die Verteidigung Europas wird nicht an den Nordgrenzen Italiens, sondern in Italien selbst, weit von den Grenzen Deutsch­lands entfernt, fortgesetzt werden. Faschi­stische Verbände, die dem Duce nach wie vor die Treue halten, werden Seite an Seite mit den deutschen Soldaten die Schande auslöschen, die der König und Badoglio mitsamt seiner kleinen Clique über Italien gebracht haben. Die Fronten und die Ver­hältnisse sind jetzt klar umrissen.

Das deutsche Volk wird die Nachricht von dem Verrat Badoglios gelassen und ruhig aufnehmen im festen Vertrauen auf den Führer und auf die in unzähligen Schlachten ruhmvoll bewährte deutsche Wchrpracht. v. v.

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Ausdem Führerhauptquartier, 8. September. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Die Schlacht im Donezbecken dauert mit unverminderter Heftigkeit an. Im Laufe der beweglich geführten Kämpfe wurde zur Verkürzung der Front die Stadt Stalins nach Zerstörung aller kriegswichtigen Anla­gen planmäßig geräumt.

Auch im Kampfgebiet von Charkow griff der Feind unter schonungslosem Ein­satz seiner Kräfte unsere Stellungen an. wu^de aber in erbitterten Kämpfen unter hohen blutigen Verlusten zurückgeschlagen. An zahlreichen Stellungen des mittleren Frontabschnitts wurden starke, jedoch örtlich begrenzte Angriffe der Sowjets nach hartem Kampf abgewiesen. An der übrigen Front fanden nur noch am Kuban-Brücken­kopf lebhafte örtliche Gefechte statt.

Die Luftwaffe griff an den Schwerpunkten der Abwehrschlacht mit starken Verbänden wirksam in die Erdkämpfe ein.

Der Feind verlor gestern an der Ostfront 1ÜK Panzer und 77 Flugzeuge.

In den schweren Abwehrkämpfen im Raum von Orel und von Sswesk hat sich das westfälische Grenadier-Regiment 58 beson­ders ausgezeichnet.

In Siidcalabrien fühlte der Feind gestern nur an einigen Stellen gegen unsere Gefechtsposten vor. Seine Versuche, die deutsch-italienischen Sicherungen abzuschnei-

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DrahtberiLt unserer Berliner Schriftleitung

6r. seil. Berlin, 8. September. Im­mer wieder erregen uns die Nachrichten von der Ostfront bis in die letzten Tiefen unserer Gefühle. Nicht in dem Sinne,, daß sie irgendeine ernsthafte Unruhe darüber zu be­wirken vermöchten, daß nach Lage der Dinge in diesem Sommer im Osten die Gesichts­punkte der elastischen Verteidigung und der beweglichen Kriegführung des LUeren die Räumung vorgeschobener Frontbogen und der einen oder der anderen Stadt erforder­lich machen. Wir sind uns darüber klar. daß es in den gewaltigen Räumen, die wir mili­tärisch erobern konnten, tatsächlich entschei­dend daraus ankommt, den strategischen Durchbruch des Gegners zu verhindern und die innere und äußere Geschlossenheit der deutschen Abwehr zu erhalten. Aber eben weil wir wissen, daß wir nach dieser Rich­tung unbegrenztes Vertrauen zu unseren

Soldaten und zu unserer militärischen Füh­rung haben dürfen, bedeutet uns die er­neute Feststellung des Wehrmachtsberichtes über die unrnrminderte Heftigkeit der Ab­wehrschlachten im Donezgebiet und im Raum von Charkow gleichzeitig die Kunde, daß von unseren Vätern, unseren Söhnen und Vrüdern an der Orstfront seit ««mehr über zwei Monaten jeden Tag aufs neue und ohne Pause ein heldenmütiger kämpferischer Einsatz und eine Opferbereit­schaft verlangt werden, die ohne Beispiel in der Kriegsgeschichte sind.

Der erfahrene Jäger weiß, daß ein wildes Tier dann am gefährlichsten wird und fürch­terlichste letzte Kräfte zu entwickeln vermag, wenn es bereits tödlich verwundet ist. Wenn wir uns auch nicht Illusionen hingeben wollen, so können wir uns doch manchmal des Eindruckes nicht erwehren, daß es sich bei dem maßlos wilden Ansturm der Sowjets

ohne die geringste Rücksichtnahme auf uner­hörte Verluste an Menschen und Material um die verzweifelten Zuckungen eines stark ange­schossenen Raubtieres handle. Irgendwann muß den Sowjets der Atem für ihre Som­meroffensive ausgehen, und dann wird sich im Winter zeigen, wie ihre fürchterlichen Ader­lässe sich auf die Kampfkraft des Bolschewis­mus ausgewirkt haben.

Nicht nur das deutsche Volk. sondern dar­über hinaus ganz Europa und die abend­ländische Kultur ist dem Opfermut und dem Einsatz der deutschen Soldaten im Osten zu einem Dank verpflichtet, der in Worte gar nicht zu fassen ist. Das weiß mark im Grunde selbst in denjenigenneutralen" Bereichen, in denen man auf dir anglo-amerikanische Karte setzen und den beruhigenden Agita­tionsphrasen unserer westlichen Gegner Glau­ben schenken möchte.

(Fortsetzung auf Seite 2)

den, mißlangen. Feindliche Kräfte, die in der vergangenen Nacht im Golf von Eufemia in Calabrien landeten, werden seit heute früh konzentrisch angegriffen. Beim Vorstoß gegen den Hafen von Bisertain der Nacht, zum 7. September erzielten deutsche Kampf­flugzeuge Treffer auf fünf feindlichen Trans­portern und Handelsschiffen mit zusammen 28 üüv BRT. Ein Teil dieser Schiffe kann als vernichtet angesehen werden.

Durch Tagesangriffe feindlicher Bomber­verbände auf das Gebiet von Brüssel entstanden unter der Zivilbevölkerung hohe Verluste und große Zerstörungen in Wohn­vierteln.

Sicherungsfahrzeuge eines deutschen Ge­leits schössen vor der norwegischen Küste von acht erfolglos angreifenden feindlichen Tor­pedoflugzeugen drei ab. Ueber den besetzten Westgebieten wurden vier feindliche Bomber und in der vergangenen Nacht an der deut­schen Westküste ein schnelles britisches Stör­slugzeug abgeschossen.

*

Bei den erbitterten Kämpfen im Donez­becken brachten unsere Truppen dem mit erheblichen Kräften anstürmenden Feind durch Abnutzung aller Vorteile des unüber­sichtlichen Jndustriegeländes sehr schwere Ver­luste bei. Unsere Pioniere. Grenadiere und Panzerjäger ließen die Bolschewiken gegen das Gewirr ihrer Stützpunkte anlaufen und warfen sie durch zusammengefaßtes Feuer, im Nahkampf oder im Gegenstoß nieder. Zwi­schen den gesprengten Kokereien. Walzwerken und Hochöfen suchten sich feindliche Panzer­keile vorzuschieben, stießen dort aber auf un­sere Pak-Geschütze und Batterien und wurden zerschlagen. Immer wieder stießen unsere Soldaten in Flanke und Rücken oder ohne Rücksicht auf Verluste in die Schlacht gewor­fene Bolschewisten, denen es. trotz aller An­strengungen nicht gelang, die Schächte und Fabriken vor der völligen Zerstörung zu be­wahren.

Durch die verzweifelten Angriffe und er­bitterten Gegenstöße hatten sich schließlich die Fronten stark ineinandergeschoben. Um sich den Raum zur Entfaltung neuer Gegen­angriffe zu schaffen, setzten sich unsere Trup­pen an einigen Stellen bei Stalins ab und überließen dem Feind einige Teile des Ruinenfeldes. Was dabei den Sowjets als Preis für ihre riesigen Opfer an Menschen und Material in die Hände fiel, walken wertlose Trümmerstätten. die auf lange Zeit hinaus keine produktive Ausnutzung Massen. Im Raum südlich und westlich Charkow hatten die Sowjets ebenfalls schwere Ver­luste. Den ganzen Tag über griffen sie mit Infanterie. Panzern und Schlachtflugzsugen an, wurden aber überall abgeschlagen.

Die Forderung des Schicksals trifft alle, sie macht, keinen Unterschied zwischen den Krieg­führenden, und sie kennt auch keine ^Aus­nahme: das ist das besondere Gesetz dieses Krieges, daß es um ganze Entschei­dungen geht; er ist wie eine gewaltige Flut, die durch den Kampf gelenkt wird und oie dort, wo sie einbricht, keine friedlichen Inseln und keine Rettungsboote kennt.

Für jeden Deutschen ergibt sich aus dieser Erkenntnis schon verstandesgemäß der unab­weisbare Entschluß zum Hartbleiben und zur Erzwingung des lebensnotwendigen Sieges. Der Gedanke an die eigene, vom Schicksal der Eesamtnation untrennbar verbundene Zu­kunft ist ein antreibendes Moment für den Einsatz aller Volksgenossen in dem großen Krieg. Die Erkenntnis, daß wir in diesem Kampfe siegen müssen, setzt w?der welt­anschauliche Ueberzeugungen noch ideologische Standpunkte voraus: der nüchterne Blick auf die Entstehung und Entwicklung des gegen­wärtigen Krieges sagt uns. daß es in diesem bewußt zur Auslöschung Deutschlands her­beigeführten Krieg nur gelten kann, den Feinden die Waffen aus der Hand zu win­den, ihnen die Eiftzähne auszubrechen, mit denen sie uns töten wollen.

Zu solcher Einstellung zum Kriege, so wichtig und für den Sieg bedeutsam sie ist, bedarf es nur verstandesmäßige UeberlL- gung: Wir Parteigenossen, die wir mit unserem Bekenntnis zur NSDAP. den Schwur zu besonderer gesinnungsmäßigsr und fanatischer Verbundenheit mit unsere« Volke abgelegt haben, bekennen uns zu einer noch tieferen inneren Verbundenheit mit dem Kriegsgeschehen. Nicht etwa daß wir den Krieg lieben oder ihn gewünscht hätten wer Nationalsozialist ist, weiß. was eine solche Prüfung für ein Volk bedeutet, und wird tiefer ergriffen von den Opfern, die solcher Kampf fordert, als jemand, dem die Blickpunkte rassischer Erkenntnis fehlen. Aber wir Nationalsozialisten sehen den gegen­wärtigen Kampf um Sein oder Nichtsein in dem größeren Zusammenhang des tausend­jährigen Schicksalskampfes unseres Volkes, wir fühlen heißen Herzens, daß sich unser Volk heute den großen Anfang der glück­lichen Zukunft erkämpft.

Wir sind als Fanatiker des Glaubens an diese Zukunft unseres Volkes Partei­genossen geworden. Wir haben uns bekannt, weil wir zum Kreis der Starken in unserem Volke treten wollten, weil wir als festen Glauben in uns tragen, was anderen nur stille Ahnung war. Wir haben den ersten, inneren Kampf um das Schicksal unseres Volkes durchgekämpft in dem unerschütter­lichen Bewußtsein, daß die Synthese von Nationalismus und Sozialismus der große revolutionäre Gedanke ist, in dem und durch den die Kräfte des deutschen Volkes nach jahrhundertelanger quälender Teilung und Schwächung ihre endliche Einigung und schöp­ferische Entfaltung finden werden.

Als der große Krieg vor vier Jahren ausbrach. hat uns deshalb ein Gefühl in­nerer Ergriffenheit erfaßt; nicht nur mit dem Verstände, mit dem Herzen stehen wir im Kriegsgeschehen, von dem wir wissen, daß sich in ihm der Sinn unseres Lebens erfüllen muß. Das meiste, was wir vordem taten und was wir späterhin tun werden, wenn er nicht die letzte Forderung an uns stellt, wird verblassen und schließlich gleich­gültig werden gegenüber unserer Tat und unserer Haltung heute: weil wir National­sozialisten sind, die nach einer wahren Er­füllung des Lebens suchen, ist uns eine solche Erkenntnis der stärkste mitreißendste Ansporn unseres Einsatzes.

Wir sehen das Schicksal unseres Volkes in der Entscheidung uns Nationalsozialisten ist das ein alarmierender Ruf zur Tat. Wir erkennen die stärksten Werte rassischer Kraft auf der Waagschale der Geschichte uns Nationalsozialisten ist dies eine starke Basis unseres Glaubens an den Sieg. Wir wissen um die Größe Deutschlands in ihrer härtesten Prüfung - uns National, sozialisten ist dies eine Erkenntnis, die uns anfeuert, weil sie unserem Einsatz gs- schichtlichen Sinn verleiht. Und wir erblicken schließlich deutlicher als alle anderen die große Zukunft, die sich vor un­seren Augen ausbreitet als das von uns un­endlich hart erkämpfte, aber durch das Feuer des Krieges auch gehärtete und gestählte Volks reich der Deutschen?

Dieses neue Land deutscher Große und deutschen schöpferischen Glückes sehen wir Nationalsozialisten strahlen vor unseren Äugen, sein Glanz erhellt uns, die wir es gläubig erkennen, auch die härtesten Stun- den des gegenwärtigen Kampfes; wir mö­gen uns in diesem Ringen verzehren oder in ihm fallen unserem Volk die Tore einer neuen Zeit aufzn« stoßen: das war unser Schwur, als wir Parteigenossen wurden, dies ist der Sinn. den wir dem Kriege geben, und das ist der Inhalt, mit dem wir unser Leben er­füllen!