Ausgabe 
(8.9.1943) 248
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Varleianrtkciie Layeszettung

Hos Amtsblatt des Negierenden vürgcrmcistcrs der 5rcicn fjanscstadt Vremen

Nr. 248 t 1Z. Zalirgang

Mittwoch, 8. September 1S4Z

der Nationalsozialisten. vremens

flmtiiches verkündungsbiatt des Ncichsstattlialters in Oldenburg un d Nremen

kinzeipreis 15 Npf.

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. Berlin,?. September. Südlich und west­lich Charkow griff der Feind unter Zu- sammenballung seiner Verbände an einigen Punkten mit Infanterie, Panzern und Schlachtfliegern an. Auch diese Vorstöße wurden von den deutschen Truppen im Zu­sammenwirken mit der Luftwaffe in hin- und herwogenden Kämpfen abgeschlagen. Was die nun seit Wochen tobende Schlacht im Raum von Charkow Tag für Tag von unseren Soldaten verlangt, übersteigt fast die Kraft der Grenadiere, und dennoch zerbricht an ihnen immer wieder der Ansturm der bolschewistischen Divisionen und Panzerbri­gaden.

Jeder Angriff wird mit Gegenangriffen beantwortet. Jedem Einbruch folgen Stöße in die Flanke und in den Rücken der ein­gebrochenen Bolschewisten. Jedem Panzerkeil werfen sich Grenadiere, Panzerjäger und eigene Panzer mit unerschütterlichem Mut entgegen und zerbrechen ihn. In der Tiefe des Kampfseldes wogt das Ringen hin und her, eingeschlossen und durchgebrochen, um­saht und dennoch standhaft, trotz aller Ueber- müdung jeden Augenblick zur Abwehr oder zum Eegenstoh bereit, so bilden unsere Divi­sionen eine elastische, aber feste Front gegen den unaufhörlichen Druck der Bolschewisten. Jeder Meter Boden, den der Feind zu ge­winnen vermag, kostet ihm Ströme an Blut und Massen an Material. Die von unseren Divisionen gemeldeten Erfolgszahlen legen dafür Zeugnis ab. In ihnen sind die Lei­stungen der einzelnen Bataillone und Kom­panien zusammengefaht.

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Führerhauptquartier,. 7. Sep­tember. Der Führer verlieh am 3! September 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an General der Infanterie Hans Zorn^ Kommandierender General eines Pmizerkorps, als 281. Soldaten der Deutschen Wehrmacht. General der Infanterie Zorn sand bei den Kämpfen an der Ostfront am 2. August inmitten seiner Soldaten den Heldentod.

Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Siegfried Knemeyer, in einem Aufklärungsverband; Hauptmann d. R. August Endrih. Batterie­chef in einem Artillerie-Regiment: Leutnant Hans Christian Stock, Zugführer in einer Sturmgeschütz-Abteilung; Oberwachtmcister Kurt Krüger, Batterieoffizier in einem Artillerie-Regiment; Feldwebel Herbert Kriening, Zugführer in einem Grena­dier-Regiment; Unteroffizier Gerhard Vruchmann, Gruppenführer in einem Grenadier-Regiment; Unteroffizier Hans Passegger, Fernsprechtruppführer in einem Grenadier-Regiment; Unteroffizier Eottwald Stier, Geschützführer in einer Sturmgeschützabteilung.

Eigener Drabtbericbt

Berlin, 7. September. In den letzten 48 Stunden haben die Engländer und Nord- amerikaner südwestdeutsches Gebiet mit ihren Terrorflügen heimgesucht und vor allem in den Städten Mannheim, Ludwigshafen, Stuttgart, Strahburg und München Kultur­stätten und Wohnbezirke vernichtet. Trotz zum Teil schwieriger Abwehrverhältnisse, her­vorgerufen durch unsichtiges Wetter, hat der Feind auch diese Angriffe wieder mit empfindlichen Verlusten bezahlen müssen, ab­gesehen davon, daß es ihm nicht gelungen ist, die von ihm beabsichtigte massierte Wir­kung geschlossener Angriffe zum Tragen zu bringen. Jagdflieger, Flakartillerie und Nachtjäger haben in den letzten beiden Ta­gen und Nächten insgesamt 90 feindliche Bomber abgeschossen, darunter allein bei den Tages- und Nachtangriffen des Montags 53 viermotorige. Ausdrücklich wird jedoch vom OKW. daraus hingewiesen, daß diese Ab- schutzzahlen erst aus Grund von bisherigen, noch nicht vollständigen Meldungen bekannt­gegeben worden sind.

Wie schon in vielen früheren Fällen, so haben sich die Luftpiraten auch bei ihren letzten Mordflügen gegen Südwestdeutschland nicht im geringsten um die Lufthoheit neu­tralen. in diesem Falle schweizerischen Ge­bietes gekümmert, wie das auch besonders bei dem letzten Angriff auf Berlin der Fall war, als Hunderte von Britenbombern schwedisches Gebiet überflogen. Die Reaktion von schwedischer Seite aus war zwar die Ankündigung eines Protestes, jedoch werden solche Gesten in London und Washington schon längst nicht mehr tragisch genommen.

Nachdem bereits am Montagvormittag vier viermotorige nordamerikanische Bomber auf Schweizer Gebiet hatten notlanden müssen und ein weiterer bei Romanshorn in den Bodensee gestürzt war, wird aus Bern amtlich bekanntgegeben, daß in der folgen­den Nacht zum Dienstag der schweizerische Luftraum erneut in mehreren Wellen von einer großen Anzahlfremder" Flugzeuge überflogen worden sei. In Zürich wurde von 22.30 bis 1.30 und in Lausanne von 1 bis 2 Uhr Alarm gegeben, ebenso in den meisten anderen Städten der Schweiz Die ^Flug­abwehr trat in verschiedenen Orten in Ak­tion. Ueber Abschußerfolge über Schweizer Gebiet wird nichts gemeldet, wohl aber, daß in Dotzeil im Kanton Thurgau ein Spreng­geschoß auf einem Dorfplatz krepiert sei und eine Person verwundet und Sachschaden an­gerichtet habe.

Ueber den Angriff auf Mannheim in der Nacht zum Montag berichtet Kriegsberichter

Karl Rumpf unter anderem, daß abermals das zivile Leben dieser Stadt an der Rhein- Neckar-Mündung schwer getroffen und daß abermals Wohnviertel, Krankenhäuser. Kin­derheime, Kirchen und Schulen niederge­brannt seien.Abermals aber stellten wir fest", so fährt er fort.daß trotz aller un­vorhergesehener Schwierigkeiten, die mit einem Male auftraten, angefangen von den zerstörten Fernsprechleitungen über die ge­störte Licht- und Wasserversorgung, die >o- fort einsetzenden Hilfsmaßnahmen der Par­tei, ihrer Gliederungen, der verschiedenen Wehrmachtteile, der Polizei, de^ Deutschen Roten Kreuzes im Verein mit der immer wieder ganz eindeutig ins Auge fallenden Hilfsbereitschaft der gesamten Bevölkerung dieser Stadt fast wie am Schnürchen klappten. Trotz allem ordnet sich das anfängliche Durcheinander zu einem geregelten Bild ge­faßter und zuversichtlicher Menschen wieder, die, geführt von eingesetzten Lotsen, die Stadt verlassen, um draußen an weniger ge­fährdeten Stellen zunächst wieder Unterkunft und Ruhe finden, bis drinnen in der Stadt die Wirrnisse der ersten Schreckensstunden ein klares Bild ergibt und über den weiteren Verbleib dieser von schwerstem Leid Be­troffenen, vielleicht ihrer Kinder und Müt­ter. Väter beraubten und von ihrem gesam­ten Besitz entbößten Menschen entschieden werden kann. Das ist der zuversichtliche Eindruck, den jeder in Mannheim schon am

Ausdem Führerhauptquartier, 7. September. Das Oberkommando der Wehr- mach. gibt bekannt:

Im Süden der Ostfront standen un­sere Truppen gestern in sehr schweren Ab­wehrkämpfen gegen starke sowjetische Infan­terie- und Panzerkräste. Von der übrigen Ostfront werden bis auf örtliche Kampstätig­keit am Kubanbriickenköps und im hohen Norden keine besonderen Ereignisse ge­meldet.

Einheiten der Kriegsmarine wiesen im Finnischen Meerbusen an der Ost- küste der Logabucht Landungsversuche so­wjetischer Stoßtruppe ab und schössen dabei zwei kleine Landungsboote in Brand. Bei einem Nachtgefecht wurde ein feindliches Schnellboot versenkt.

frühen Morgen nach diesem britisch-amerika­nischen Verbrechen gewinnt

Wieder muß festgestellt werden, daß es sich nicht um einen geplanten und auch durch­geführten Jndustrieangriss handelt, sondern daß die feindlichen Terroristen in die irgend­wo einmal entstandenen Brandherde ihre weiteren Bomben setzten, vor allem die In­nenstadt in verderbenbringender Weise heim­suchten. So ist es auch zu erklären, daß die kostbarsten kulturhistorischen Werte dieser Stadt ein Opfer der Minen, Brand- und Sprengbomben wurden.

Am Abend zuvor hatte das Mannhei­mer National-Theater die neue Spielzeit mit demFreischütz" eröffnet. Mit­ten in die Vorstellung hinein ertönt der Alarm. Am Beginn einer wieder vielen Menschen in dieser ernsten, schweren Zeit Erbauung und Entspannung bringenden Spielzeit fiel diese alte Kulturstätte echt deutscher dramatischer Kunst, die die Urauf­führung von SchillersRäuber" und eines Fiesco" erlebte, dem britischen Terror zum Opfer. Die Jesuitenkirche, die nach Bibienas Entwürfen erbaut und glanzvoll ausgestaltet worden war. wurde in dieser Nacht ebenfalls vernichtet. Eines der statt­lichsten Schlösser, die Europa auszuweisen hat, das Mannheimer Schloß, im Barockstil erbaut, das vor allem in seinem

(Fortsetzung aus Seite 2)

Der Feind verlor gestern an der Ostfront 144 Panzer und 59 Flugzeuge.

Aus der Calabrischen Halbinsel hatten unsere Sicherungstrnppen nur geringe Gefechtsberührung mit dem Feinde. Nördlich Palmi wurde ein britischer Angriff abge­wiesen.

Feindliche Bomberverbände drangen am gestrigen Tage, begünstigt durch unsichtiges Wetter. in den s L d w e st d e u t s ch e n Raum ein. Sie wurden durch Jagdflieger und Flakartillerie zersprengt und kamen da­durch nicht zu einem einheitlichen Angriff. Mehrere schwer beschädigte feindliche Flug­zeuge landeten auf Schweizer Gebiet. Bom­benabwürfe aus die Städte Stuttgart und Straßburg verursachten Personen- verluste und Schäden. .

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Berlin, 7. September. Die Deutsche Ar­beitsfront führt seit Jahren mit den Be­triebsführern eine Erziehung der schaffenden Menschen zur Entfaltung -ihres Leistungs­vermögens durch. Im Rahmen der uns durch den Krieg aufgezwungenen nationalen Kraft- anstrengung legen die Schaffenden in den Betrieben eine besondere Bewährungsprobe ab. Ein eindrucksvoller Beweis hierfür ist die Entwicklung des betrieblichen Vorschlags­wesens. das auf Initiative des Leiters der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisations­leiters Dr. Ley, während des Krieges in hohem Maße aktiviert wurde. Bei der Er­öffnung der ersten ReichsausstellungBe­triebliches Vorschlagswesen" gab Dr. Ley Einblicke in die bisherigen Erfolge des be­trieblichen Vorschlagswesens. Besonders wich­tig war die Feststellung Dr. Leys, daß die Brauchbarkeit der Verbesserungsvorschläge noch 1941 bei rund 25 vH. lag, während sie heute zwischen 70 und 80 vH. beträgt.

Die meisten Vorschläge stammen vom ein­fachen Arbeiter. Dr. Leu wertete diese leb­hafte Anteilnahme der Schaffenden als ein Zeichen dafür, daß der Klassenkampf aus pnseren Betrieben verschwunden und an fei­ster Stelle die Betriebsgemeinschaft der Nähr­boden für die außergewöhnlichen Produk­tionsleistungen geworden ist. die heute voll­bracht werden. Die Masse der schaffenden Volksgenossen steht seit Jahr und Tag un­ermüdlich an ihren Arbeitsplätzen und schafft unter mancherlei Entbehrungen Waffen und Munition für die Front, die daran niemals Mangel haben wird. Wir haben noch bedeu­tende Leistungsreserven, deren volle Aktivie­rung im Gange ist. Die Reichsausstellunq Betriebliches Vorschlagswesen" der eine große Anzahl ähnlicher Ausstellungen in zahlreichen Gauen vorausgegangen ist. be­weise. daß gerade von den schaffenden deut­schen Menschen alle Kräfte und Energien aufgewendet werden, um Produktion und Leistung fortlaufend zu steigern.

Der Geschäftsführer der DAF., Oberbe­fehlsleiter Marrenbach, gab bekannt, daß der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichst leiter Dr. Leq, mit den heutigen Tage das Leistungsbuch" für die deutschen Schaffenden gestiftet habe. DasLeistunasbuch" stellt eine Anerkennung besonderer Einsätze deutscher Eefolgschaftsmitglieder dar. dir sich vor allem durch ihre Beteiligung am betrieblichen Vor­schlagswesen als aufgeschlossene Aktivisten er­wiesen haben. Der Redner ermähnte die wachsenden Leistung« ausländischer Arbeits­kräfte in den deutschen Betrieben und stellte

auch für die Ausländer besondere Anerken­nungen in Aussicht. Auch die intensiye Ju- gendberusserziehung in den Betrieben be­deute einen großen Eemeinschaftsbeitrag un­serer Wirtschaft, der bereits der Wehrmacht zugute komme. Ebenso garantiere eine stän­dige Ertüchtigung der Erwachsenen, der sich die DAF. seit jeher widmete, technischen Fortschritten und Arbeitsverbesserungen.

Der Leiter des Amtes für Leistungs­ertüchtigung, Berufserziehung und Betriebs­führung der DAF., Jng. Steinwarz, erstat­tete einen eindrucksvollen, bis in Einzelhei­ten gehenden Lcistungsbericht über Entwick­lung und Fortschritte des betrieblichen Vor­schlagswesens, das nicht nur Einsparungen an Arbeitszeit, Arbeitskraft und Material bringe, sondern zugleich eine personelle Aus­lese bedeute. Die durch Verbesserungsvör-

Her Arbeiter

(Eigener Bericht)

Berlin, 7. September. In einem großen Jndustriewerk in Berlin wurde dieReichs- ausstelluna für betriebliches Vorschlagswesen" eröffnet. Diese Schau zeigt den augenblick­lichen Stand einer mehr als zweijährigen Entwicklung, deren Bedeutung für die deutsche Rüstung sich zwar nur schätzen läßt, aber nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Die von Werken aus dem ganzen Reich beschickte Ausstellung zeigte die mannigfach­sten Geräte und Vorrichtungen, die dazu dienen, um Material, Arbeitskraft und Zeit zu sparen. Da gibt es z. B. Schleifpendel, die es ermöglichen, Stahl durch ungelernte Ar­beiter schleifen zu lassen. Ein anderes Werk zeigt ein von einem Rohrleger erfundenes Rohrausbeulungsgerät. Während man ein­gebeulte Leichtmetallrohre früher nicht aus­heulen konnte und sie zum Ausschuß warf, ist es jetzt möglich, sie mit Hilfe einer sinn­reichen Vorrichtung wieder instandzusetzen. Ein Arbeiter, der mit dem Umfüllen pon Schmieröl beschäftigt war, und dabei ent­deckte, daß immer noch einige zähe Tropfen aus dem Faß hinausliefen, ersann eine ein­fache schwengbare Oelfangvorrichtung in Ge­stalt einer Art Regenrinne, die seinem Be­triebe und bald auch anderen Betrieben im Monat Hunderte von Litern Oel spart.

Gewiß ist der Wert dieser Erfindungen, die vom kleinsten Hilfsmittel bis zum be­deutendsten Fertigungsverfahren reichen, nicht immer zahlenmäßig zu belegen. Doch kann man sich denken, daß. wenn z. B, in einem Betriebe im Rheinland im Jahre 1942

schlüge erzielten Materialersparnisse ließen sich zwar wertmäßig für das ganze Reich nicht erfassen, doch handle es sich um ge­waltige Mengen an Eisen, Stahl und Edel­metallen. Energie, Oel usw. Der seit dem 30 Januar 1943 gegebene Rahmen von Prä­mien bis zu 500 Mark im Einzelfall und ohne Einzelgenehmigung des Reichstreuhän­ders der Arbeit müsse der Belohnungsbereich fürnormale" Prämien sein. Besondere Lei­stungen müßten zudem im Einvernehmen mit dem zuständigen Reichstreuhänder auch mit höheren Prämien als 500 Mark bedacht werden. Trotz der bisherigen Erfolge stän­den wir erst am Anfang des betrieblichen Vorschlagswesens, das in noch viel höherem Maße als bisher die seelischen und geistigen Kräfte in den Gefolgschaften aktivieren müsse.

virä Lrkiillter

über 180 000 brauchbare Verbesserungsvor­schläge eingelaufen sind, das betriebliche Vorschlagswesen einen wesentlichen prak­tischen Nutzen haben muß. Zahlenmäßig be­legt ein Unternehmen seine Ersparnis an Fertigungsstunden durch diese Betriebsver­besserungen die von der Gefolgschaft vorge­schlagen wurden. Es hat im Jahre 1941 'etwa 7000 Fertigungsstunden monatlich er­spart, im Jahr 1942 schon 13 000 und im Jahre 1943 betrug die ersparte monatliche Stundenzahl sogar 33 000. Ein Erfolg, der den verhältnismäßig geringen Aufwand an Zeit um die Vorschläge zu prüfen und an Werbungsmaterial, um das Eefolgschafts- mitglied zum Einreichen seines Vorschlages zu bewegen, reichlich rechtfertigt. Von der Ausgabe der Prämien ganz zu schweigen.

^ Alle möglichen Hilfsmittel hat man in den Dienst der Sache gestellt. Nicht nur, daß in den Betrieben Plakate das Eefolgschafts- mitglied mahnen, darauf zu achten, ob seine Arbeit noch zu verbessern sei, auch die Werk- zeitung macht auf das betriebliche Vorschlags­wesen aufmerksam, individuelle Briefe der Betriebsführung fragen den Dreher Krause und die Packerin Müller, wie sie sich ihre Arbeit erleichtern und Material oder Zeit sparen könnten.

Nicht nur in Industriebetrieben hat sich der Arbeiter als Erfinder gezeigt, auch Han­delsunternehmungen und Banken haben vom betrieblichen Vorschlagswesen profitiert. Eine Großbank zeigte z. B. eine vereinfachte Zins- tabelle, die von einer Angestellten entworfen wurde. 6. RexsUo.

In der vergangenen Nackt griffen britische Bomber das Gebiet von München an. Auch sie wurden bereits vor Erreichen des Zieles zersprengt. Es entstanden Schäden in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden der Stadt sowie in einigen Ortschaften Süd­bayerns. Die Bevölkerung hatte Verluste. Bei den gestrigen Tages- und Nachtangriffen ver­nichteten Luftvertsidigungskräfte nach bisher vorliegenden, unvollständigen Meldungen 53 viermotorige britische und nordamerikanische Bomber.

Verbände der Luftwaffe bekämpften in der vergangenen Nacht wirksam stark belegte Flugstützpunkte im Raum von Cam­bridge. Zwei deutsche Flugzeuge werden vermißt."

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Rom, 7. September. Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag lautet:

Im Verlauf des geordneten und lang­samen Rückzugsmanövers an der Küstenzone Südcalabriens haben sich zwischen feindlichen Vorausabteilungen und Nachhuten der Ver­teidigung lebhafte Kämpfe entwickelt. In den Gewässern Siziliens wurde ein Schiff von einem unserer Flugzeuge torpediert; deutsche Flugzeuge haben über den Hafen von Bizerta zahlreiche Bomben abgeworfen.

Eine bedeutende Anzahl viermotoriger feindlicher Flugzeuge hat das Zentrum der Stadt Neapel angegriffen und schwere Schä­den verursacht. Ebenso wurden Ortschaften in den Provinzen Neapel und Salerno an­gegriffen, wobei schwere Schäden entstanden sind. Drei feindliche Flugzeuge wurden von italienisch-deutschen Jägern abgeschossen, ein weiteres wurde von der Artillerie eines Ee- leitzuges vernichtet.

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Führerhauptqnartier, 7. September. Der Führer überreichte auf Vorschlag des Reichs­ministers des Auswärtigen von Ribbentrop dem Gesandten Dr. Hermann Neubacher für seine hervorragenden Leistungen im Dienste des Reiches das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes.

Hermann Neubacher wurde am 24. Juni 1893 in Wels.(Oberdonau) geboren. Seit 1943 ist er Sonderbeauftragter der Reich-regierung für wirt­schaftliche und finanzielle Fragen in Griechen­land. Neubacher ist Teilnehmer des Weltkrieges 1914/18 und seht SA.-Obergruppennsührer. Er gründete 1925 den ..Oesterreichisch-deutschen Polksbund", der sich für den Anschluß einsetzte, und führte ihn als Obmann bis 1938. Seit 1925 war er Leitungsmitglied der ,,Oesterreichisch- deutschen Arbeitsgemeinschaft" und seit 1927 Mitbegründer und Leitungsmitglied der Dele­gation für den österreichisch-deutschen Wirtschasts- zusammenschluß. Dezember 1934 übernahm er die Landesleitung Oesterreichs, im März 1935 wurde er stellvertretender Landesleiter.

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längere Unterredung

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Zu Theodor Fritschs zehnjährigem Todestag

Als vor nunmehr zehn Jahren am 8. September 1933 im 81. Jahre seines ar- beitserfüllten Lebens Theodor Fritsch die Augen schloß, da konnte er es in dem Be­wußtsein tun die sich anbahnende Verwirk­lichung alles dessen noch mit eigenen Augen geschaut zu haben, wofür er länger als ein halbes Jahrhundert hindurch unter den schein­bar aussichtslosesten Verhältnissen gestritten und gelitten hatte. Vom ersten Tage nach der Machtergreifung an machte der National­sozialismus mit der Lösung der Judensrage entschlossen Ernst. Diesen ersten Schritten, deren Zeuge er noch selber war, würden, das wußte Fritsch, weitere folgen, und über dem Ziel dieses Marsches in die neue Zeit würde das Seherwort leuchten, mit dem er Jahr­zehnte hindurch jedes seiner grünenHam­mel-Hefte geschlossen hatte: die Genesung der Völker durch die Ausscheidung des jü­dischen Giftstoffes.

Drei Motive waren es welche die Juden­gegnerschaft Fritschs, die sein Schicksal wer­den sollte, bestimmten: Erstens seine Herkunft aus einer seit Generationen der Scholle ver­bundenen mitteldeutschen Bauernsippe, die ihm aus sicheren Instinkt heraus das heimat­lose Nomadentum der Hebräer verdächtig machte. Zweitens die Erfahrung der Grün­derzeit und die Brüchigkeit seiner persön­lichen Beziehungen zu jüdischen Bekannten und Studiengenossen während seiner Ber­liner Lehr- und Wandersahre. Drittens die Lektüre von Wilhelm Marrs Kampfschrift Del: Sieg des Judentums über das Ger­manentum".

Als Fritsch zehn Jahre nach der Grün­dung des Zweiten Reiches mit seinenLeucht­kugeln" in den Kampf wider das Judentum eintrat, befand sich die sogenannteanti­semitische" Bewegung im Zustande verhäng­nisvollen Niederganges ' und der Auflösung, verschuldet durch den Mangel an echtem Führertum. Fritsch war es nie um seine Per­son. Glidern nur um die Sache zu tun; er diente ihr erst durch die ..Brennenden Fra­gen" (1883 ff). achkseitige Flugschriften, die das unerschöpfliche Thema der einander aus­schließenden Wesensart von Nichtjuden und Juden in immer neuer Abwandlung aus ihre letzten Ursachen zurückzuführen suchten, dann durch dieAntisemitische Correspondenz" (1885 ff.).

Zwar war diesem Plan kein Dauererfolg beschieden, dafür aber gelang es Fritsch, eine Vielzahl gleich ihm selbstlos um ihr Volk be­mühter Einzelner zur Mitarbeit zu-gewin­nen. so daß die Zeit'chriftDeutschsoziale Blätter" mit ihrer Bestrebung der Vereini­gung der nationalen und sozialen Kompo­nente allen völkischen Lebens bald ein gro­ßer Aufschwung beschieden war Damals be­soldete das Judentum einen eigenen Anwalt dafür, baß er jede Veröffentlichung Fritschs auf die Aussichten eines Eingreifens des Staatsanwaltes hin durchprüfte.

Beschlagnahmen. Verhöre. Prozesse, Ver­urteilungen zu Geldstrafen und Gefängnis rissen Jahre hindurch nicht ab und entzogen seipe Arbeitskraft und Zeit wirklich wesent­lichen Aufgaben schöpferischer Natur. Nur sein BuchZwei Grundübel Bodenwucher und Börse" ( Börsenspekulation) von 1894 legt Zeugnis davon ab. welche Fülle frucht­barer Gedanken Fritsch bewegte.

Nach zehnjährigem ununterbrochenem Kampf gegen das Judentum mußte sich Fritsch, um seine Arbeitskraft überhaupt der völkischen Sache zu erhalten, für eine Zeit lang aus der vordersten Linie des politischen Kampfes zurückziehen. Er trat seinen Buch- nerlag und seine Zeitschrift an befreundete Mitstreiter ab Das Judentum frohlockte; es glaubte. Fritsch zur Strecke gebracht zu haben. Wie schlecht kannte es denBe­siegten". Geduldig, ohne Ueberstürzung. traf er seine Vorbereitungen. Ende 1901 war es endlich so weit, daß die ersteHammer"- Nummer erscheinen konnte. Das neue Blatt war von vornherein für den Kamp' gegen das Judentum bestimmt; um ihm aber den Weg in die Öffentlichkeit nicht zu verbauen, stellte der Herausgeber in den ersten Jabren die allgemein-völkischen Aufgaben in den Vordergrnn

Die Arbeit Fritschs erschöpfte sich jedoch keineswegs in der Redaktion derHammer"- Hefte. Mit Sonderdrucken, die er jährlich zu