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Einswarden, 3. September. Mit einer überfüllten Massenversammlung im Gemeinschaftsraum eines Betriebes in Einswarden im nördlichen Teil des Kreises Wesermarsch begann Gauleiter Paul Wegener am Sonnabend die Rdihe seiner Versammlungen, die ihm im September Gelegenheit geben wird in fast allen Kreisen des Nordseegaues vor den Volksgenossen zur politischen Lage und zu den Ausgaben im engeren Bezirk unserer Heimat Stellung zu nehmen. Die Arbeiter und Bauern des nördlichen Teiles des Kreises Weser- marsch bereiteten ihrem Gauleiter einen herzlichen Empfang und spendeten ihm immer wieder dankbaren Veisall sür seine Worte, mit denen er auch die kleinen Sorgen und Nöte des Kriegsalltags ansprach und Einzelfragen der politischen Situation unserer Tage klärte. Die von starkem Siegesglauben getragene eineinhalbstündige Rede des Gauleiters gab den Männern und Frauen neue Kraft und neuen Glauben für ihre landwirtschaftliche Arbeit und für ihr Schassen in der Rüstungsindustrie.
Nach kurzen Begriigungsworten des Kreisleiters Meier stellte der Gauleiter an den Beginn seiner Ausführungen die Feststellung: „Einen Kraftaufwand ohnegleichen an der Front und in der Heimat sehen wir zu Beginn des fünften Kriegsjahres. Bei dem Blick in die Zukunft tuen wir gut, daran zu denken, dah der Krieg erst dann zu Ende geht, wenn der Sieg unser ist."
Der Gauleiter führte dann die Gedanken seiner Zuhörer, namentlich jener, die noch die Zeit vor dem ersten Weltkrieg und diesen selbst in lebendiger Erinnerung haben, zurück in jene Zeit, da auf den Weltkrieg 1914/18 der Zusammenbruch folgte und die Jahre von der Revolte bis zum 39. Januar 1933 kamen. Es sei notwendig, so hieh es in der Rede des Gauleiters weiter, von dieser Zeit eine klare Schau zu haben. „Wir sind damals Nationalsozialisten geworden", so sagte der Gauleiter wörtlich, „weil wir
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Berlin, 5.' September. Der Führer verlieh am 4. September 1843 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Horst Groß m a n n, Kommandeur einer Infanterie-Division, als 282. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
angesichts des Elends jener Jahre predigten, dah wir Deutschen unser Schicksal selbst gestalten mühten. So sind wir einst mutig aus Werk gegangen. Im Augenblick der Machtübernahme waren wir nur ein paar hunderttausend. Und wir haben es doch geschafft, das Reich wieder mächtig und wehrhaft zu machen, bis uns der Haß und der Neid unserer Feinde diesen Krieg aufzwang."
Der Gauleiter betonte dann, dah es die Aufgabe aller Nationalsozialisten sei, immer wieder den Glauben zu bewahren, damit die Kraft bleibe, alle Schwierigkeiten unserer Zeit zu meistern. Unter Zustimmung des überfüllten Saales stellte der Gauleiter zu den Gesetzen des Zusammenlebens im Kriege fest: „Nur wenn alle sich einordnen, geht es weiter. Unsere Wehrmacht kann auch nur geführt werden, wenn alles in Ordnung und Disziplin vor sich geht. Genau so ist es an der Inneren Front. Es hat keinen Sinn, bloh von der Gemeinschaft zu reden, wenn man nicht bereit ist. sich in sie einzuordnen. Der Krieg ist die Sache des ganzen Volkes. Niemand kann jetzt auherhalb bleiben. Wir sind 1933 alle auf ein Schiff gestiegen. Am Ruder steht seitdem mutig
und verbissen der Führer. Wer jetzt aus- steigen will, da sich dieses Boot im Sturm befindet, der wird ohne Gnade ertrinken. Wir müssen gemeinsam in die Riemen greifen, und wenn aus dem Sturm auch ein Orkan werden sollte. Die' Kleingläubigen und Mihmutigen sollen sich, wenn sie diesen Orkan scheuen, nicht mehr Deutsche nennen, denn der wahre Deutsche wird alle Wechselfälle dieses Krieges überstehen. 1933 war es leicht, laut und vernehmlich „Heil Hitler" zu rufen. Heute ist es bei weitem schwerer, den Glauben zu behalten. Ich weih aber, dah es vor allem die sind, die in diesem Kamps nur wenig persönliche Opfer brachten, welche heute mißmutig und schwarzseherisch sind. Jene aber, die den Vater oder den Mann verloren haben oder denen der Bombenterror alles nahm, sind zumeist die Treuesten Es ist heute wie immer in unserer Geschichte: Ein ewiger Schicksalskampf muh bestanden werden!"
„Wie halten unsere Stellung!"
Nach einer Würdigung des Einsatzes der deutschen Frau in der Kriegs- und Landwirtschaft wandte sich Gauleiter Paul Wegener dem brutalen feindlichen Luftterror zu. Er nahm zu Einzelfragen der Abwehr und der Schädenlninderung ausführlich an Hand vieler Beispiele und mit drastischen Worten Stellung und sagte u. a.: „Ich appelliere an
euren Gemeinschaftsgeist, jetzt, da wir entschlossen sind, im Gau AZeser-Ems die Stellung zu halten, selbst euren Schutzraum oder den Splittergraben je nach Lage der örtlichen Dinge auszubauen oder immer wieder zu verbessern. Ich habe kein Verständnis für Undisziplinierte. ^So zum Beispiel muh jeder den Bombengeschädigten helfen, denn keiner von uns weih, ob er nicht morgen selbst ein Geschädigter ist".
Abfuhr für die Gerüchtemacher und Schwarzseher
Mit überlegenem Humor und kraftvollen Worten bereiteten die weiteren Ausführungen des Gauleiters unter dem immer wieder laut werdenden Beifall den Gerüchtemachern und Schwarzsehern eine Abfuhr. Jenen sei kein Gerücht — angefangen von angeblichen Rationskürzungen bis hin zu gar nicht existierenden Niederlagen — zu dumm, um es nicht weiter zu verbreiten oder durch irrsinnige Vermutungen zur politischen und militärischen Lage anständigen und fleihigen Volksgenossen das Leben zu vermiesen. Anschließend gab der Gauleiter einen Ueberblick über die gegenwärtige Situation, stellte heraus, wie gläubig gerade der Frontsoldat aus dem Osten heute auf Urlaub komme und wie er manchen in der Heimat durch diesen Glauben beschäme. Eewih sei die Zeit ernst und die Gefahr groh, aber die bisherigen Kriegsjahre hätten uns nicht in die Knie zu zwingen vermocht. Warum sollten das die nächsten Monate fertig bringen, zumal unsere gegenwärtige Lage besser sei als die Ausgangsstellung 1939.
Der Gauleiter schloh mit den von lauter Zustimmung begleiteten Worten: „Der
Glaube des Führers an das deutsche Volk ist unermeßlich. Wer heute zaghaft ist. der wird den Krieg nicht überstehen. Wer aber trotz allem treu seine Pflicht tut, der wird den Sieg sehen. Komme was kommen mag: Am Ende der ungeheuren Krastanstrengung, die wir alle machen müssen, steht doch der Sieg!"
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Von Walter W o I ll o rv s k i
Vor fünf Jahren, in den ersten Septembertagen des Jahres 1938, beging die nationalsozialistische Bewegung ihren letzten Reichsparteitag in Nürnberg, dem der Führer den programmatischen Namen „Parteitag Erohdeutschland" gegeben hatte. Die Schatten der Sudetenkrise lagen über jenem grohen Treffen der Parteigliederungen. Tausende deutscher Volksgenossen flüchteten damals vor dem Terror der Benesch-Regierung über die Grenzen in das schützende Reich, das seit einem knappen halben Jahr, seit dem „Anschluß" Oesterreichs, zum Grohdeutschen Reich geworden war.
Es mutet fast wie eine historische Parallele zu den Einigungsjahren von 1870/71 an,
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Sofia, 3. September. Der Vertreter des Führers bei den Beisetzungsfcierlichkeiten für König Boris III. und Führer der deutschen Delegation, Großadmiral Raeder, legte am Sonnabendabend an der Bahre des Verstorbenen in feierlicher Weise den Kranz des Führers des Erohdeutschen Reiches nieder.
Am Sonnabend nachmittag besuchte Großadmiral Raeder den bulgarischen Ministerpräsidenten Filoff und übermittelte ihm das Beileid des Führers.
Der Kranzniederlegung wohnten außer den Mitgliedern der deutschen Delegation der Gesandte in Sofia, Beckerle, und hohe bulgarische Persönlichkeiten bei.
In der Alexander-Newski-Kathedrale, wo die sterbliche Hülle des Zaren sechs Tage lang aufgebahrt war, hatte das Volk in der Nacht zum Sonntag bis zum ersten Glockenschlag Abschied genommen. Tausende standen, als die Türen der Kirche für die Vorbereitungen
zum Trauergottesdienst geschlossen wurden, noch vor den Pforten.
Am Sonntag gegen 9 Uhr begann die Trauerfeier. Auf dem Platz vor der Kathedrale hatten die Ehrenformationen Aufstellung genommen; darunter ein Ehren- bataillon der deutschen Wehrmacht, bestehend aus einer Kompanie des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe unter Vorantritt der Reichskriegsflagge und eines Musikzuges der Kriegsmarine. Kurz daraus trafen die Trauergäste ein, die Führer der ausländischen Delegationen mit den Mitgliedern der Abordnungen, die Chefs des diplomatischen Korps in Sofia, begleitet von den Wehrmachtattaches. Die deutsche Abordnung wurde geführt von Großadmiral Raeder als dem Vertreter des Führers, mit ihm kamen Generalfeldmarschall Keitel, Staatssekretär von Seengracht, Botschafter Graf Schulen- burg, Generaloberst Loehr, Generaloberst
Lindemann, Admiral Fricke, -Obergruppenführer und General der Waffen-ü Wllnne.r- berg, Gesandter Veckerle, Gesandter Altenburg und Landesgruppenleiter der AO. in Bulgarien Dr. Drechsler. Es folgten die italienischen Sonderabordnung, an ihrer Spitze der Vertreter des Kaisers und Königs von Italien, der Herzog von Bergamo; die japanische Delegation unter Vorantritt des Vertreters des Tenno, des japanischen Gesandten in Sofia, Pamatschi; die rumänische Abordnung, an der Spitze der Sonderbeauftragte des Königs Michael, General Sanata, und als Vertreter des Marschalls Antonescu Kriegsminister General Pantasi; als Vertreter des ungarischen Reichsverwesers Horthy Kriegsminister Generaloberst Vitez Csatay, als Beaustragter des Poglavnik Staatssekretär General Begitsch; als Vertreter des finnischen Staatspräsidenten der (Fortsetzung auf Seite 2)
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Drabtbericht unterer Berliner Schriftleituna
Zoe. Berlin, 5. September. Eine Umfrage der „Daily Mail" aus Anlaß des Beginns des fünften Kriegsjahres erbrachte aus dem Munde bekannier britischer Politiker und Militärs eine Fülle von Aeußerungen zur derzeitigen Kriegslage, die auf Grund der in ihnen enthaltenen Eingeständnisse von Interesse sind. Unter den Befragten befinden sich unter anderem der frühere britische Botschafter in Berlin und Paris, Sir Eric Phipps, weiter die Generale Sir George Jeffreys und Sir Eordon-Finlayson, der Großadmiral Eearl of Pork and Orrey, ferner der Publizist Ward Price und der frühere Sekretär des Ersten Lords der Admiralität Lord Winfter. Für die Beurteilung der gesamtstrategischen Lage, wie sie sich aus den Aeußerungen der Befragten in offiziellen britischen Kreisen offensichtlich ergibt, ist es bezeichnend, dah die genannten Personen ohne Ausnahme ihre meisten Hoffnungen auf eine Zermürbung der deutschen Moral und Widerstandskraft durch die Terrorangrifse setzen. Interessant ist jedoch, dah alle Besragten diese Hoffnung fast ausnahmslos an verschiedene Bedingungen knüpsen. Unter ihnen ist die erste, dah der Druck der Sowjets auch weiterhin anhält. Als zweite unerläßliche Bedingung wird die erfolgreiche Jnvasipn in Europa genannt.
Bezeichnend sind weiter die Einschränkungen. die von einer.Reihe anderer britischer Politiker, die ebenfalls zu den Befragten gehören. gemacht werden. So äußerte George Mürray starke Zweifel daran, dah durch die Luftanarifse der Zuiammenbruch des deutschen Widerstandes erreicht werden könne. Als Grund seiner Bedenken nennt er den Umstand, dah die Deutschen inzwischen viele ihreL.,Jndustrien in bombensichere Gebiete
verlegt hätten. Der Militärkritiker Liddle Hart äußert sich in ähnlicher Weise, wenn er meint, dah die Abwägung des gegenseitigen Kräfteverhältnisses zu dem Schlüsse zwinge, dah „der Gegner noch sehr lange Zeit durchholten" werde. Interessant ist seine weitere Aeußerung, dah das Kräftegleichgewicht beispielsweise durch die Erfindung neuer Waffen und die Anwendung neuer Methoden plötzlich radikal geändert werden könne. Nicht weniger bedeutsam schließlich ist aber auch das Eingeständnis Liddle Härts, dah die Aussichten der Alliierten sich auch in dem Faste verschlechtern würden, wenn es Deutschland nur gelinge, -die gegenwärtige Situation zu stabilisieren und Zeit zu gewinnen, um sich völlig auf die Defensive umzustellen.
Diese sehr realistische Einsicht wird durch den konservativen Unterhausabgeordneten Elliot und den Labourabgeordneten Shinwell noch nach zwei anderen Richtungen hin ergänzt. Elliot legt den FinZer auf eine ganz besonders empfindliche Wunde, wenn er meint, die Alliierten mühten, um siegen zu können, zunächst einmal einen vernünftigen Plan haben und mit eiserner Entschlossenheit an ihm festhalten. Es sei unmöglich, die gigantischen deutschen Streitkräfte von rund 300 Divisionen im Handumdrehen mit einem Kniff oder durch ein Manöver zu schlagen. Wenn Shinwell ganz ähnlich erklärt, daß die Regierungen der Achsengegner bis jetzt noch „keine gemeinsame Strateg e entwickelt" hätten die es ihnen ermögliche, den Sieg zu erringen, so darf man annehmen, daß sich diese Kritik ebensosehr auf das Fehlen einer einheitlichen militärischen Planung bezieht, wie sie sich offensichtlich auch auf den Zusammenbruch der anglo-amerikarn-
schen Krtegszieltheorien und damit auch der Atlantik-Charta erstreckt.
Die englische Wochenzeitschrift „New Sta- tesman and Nation" nennt als „dritte Front in Europa" die politische und stellt dazu fest, dah die Alliierten bei den Kämpfen an dieser Front kläglich gescheitert seien. Man behaupte, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen, und habe diese Grundsätze in der Atlantik-Charta niederzulegen versucht. Doch sei das in einer derart vagen und allgemeinen Form geschehen, dah in jedem, der sie lese, unweigerlich die Erinnerung an die Versprechungen Milsons und an die Versailler Konferenz, auf der man diese Versprechen verleugnet habe, auftauchten. Die politische Strategie der Alliierten sei schwach; sie schwanke und löse in jedem ein unbehagliches Gefühl aus. Man könne sich offenbar nicht entscheiden und wisse überhaupt nicht, was man wolle.
Wenn die Aeußerungen englischer Politiker und Militärs aus Anlaß der angeführten Umfrage der „Daily Mail" bereits aufschlußreich genug sind, so werden sie nochmals unterstrichen durch die düstere Voraussage Litt- letons auf einer Pressekonferenz, wo er erklärte, die Antiachsenmächte gingen zweifellos einer Reihe schwerer Kämpfe in Europa entgegen, während man aber auch noch mit den Japanern fertig werden müsse. „News Cbrönicle" äußert si.> ganz ähnlich: „Ein jeder weih, dah wir jetzt eine der größten Krisen dieses Krieges durchmachen. Die deutsche Wehrmacht ist noch immer gewaltig stark und ihre Moral hoch". Die Zeitung begründet ihre Warnung damit, dah sie erklärt, immer noch mühten die Alliierten erst einmal die äußeren Derteidigungswerke der Festung Europa überwinden. Noch nicht in einem einzigen Punkt« sei man wirklich in diese
Festung eingedrungen. Wer wolle daher angesichts dessen daran zweifeln, dah den Alliierten noch schwerste Kämpfe bevorständen?
Zu ähnlichen Schlüssen kommen nach einer Reutermeldung hohe Beamte der britischen und amerikanischen Regierung, wenn sie glauben, dah die deutsche Kriegsmaschine nicht nur zu einer starken Verteidigung innerhalb der europäischen Festung in der Lage sei, sondern dah sie sogar zum Gegenangriff übergehen könne. Gut informierte Kreise weisen nach dieser Meldung darauf hin, dast, da Deutschland nach'wie vor über eine gewaltige Kraft verfüge, die einzige Hoffnung der Alliierten in dem Zusammenbruch der deutschen Moral und des deutschen Vertrauens bestehe.
Mit dieser Aeußerung schließt sich der Ring der angloamerikanischen Betrachtungen zur gegenwärtigen Kriegslage. Sie gipfeln immer wieder, wie es auch jene Aeußerung Rooscvelts anläßlich seiner kllrzlichen Begegnung mit Churchill tat, in der Erkenntnis, daß eine militärische Niederwerfung des Reiches unmöglich ist. Aus dieser Erkenntnis wird die Rolle klar, die von den Angloamerikanern einerseits dem gesteigerten Nervenkrieg, auf der anderen Seite aber vor allem den Terroranariffen auf die Zivilbevölkerung zugemessen wird. Sie sind die Hintertüren, durch welche die Angloamerikaner in d-n grohen Tempel des Sieges hin- einzuschlüpfen versuchen, nachdem ihnen die Kraft der deutschen. Waffen den Eintritt durch das Hauptportal verwehrt. Die Entschlossenheit. die das ganze deutsche Volk in allen seinen Gliedern beseelt, der Haß,»der uns gegen die verbrecherischen Methoden unserer Feinde erfüllt, wird dafür sorgen, dah auch diese Hoffnung unserer Feinde, die letzte, die sie besitzen, zunichte wird.
was sich im Jahre 1938 abgespielt hat. Im deutsch-französischen Kriege hatten die vielen „souveränen" Bundesstaaten schon seit dem Juli und August 1870 ihre Truppenkontingente einheitlich dem Oberbefehl des Königs von Preußen unterstellt, und erst am 18. Januar 1871 wurde das zweite, das kleindeutsche Kaiserreich im Spiegelsaal zu Versailles feierlich proklamiert. Und auch nach dem 13. März 1938, dem Tag der spontanen Volkserhebung der Ostmark und ihrer Heimkehr ins Reich, vergingen noch sechs Monate, ehe der Führer am 6. September 1938 durch eine Proklamation, die Gauleiter Adolf Wagner in Nürnberg verlas, folgendes verkündete: „Ich trete vor Sie hin,
meine alten Parteigenossen, nicht mit einem Pakt, sondern mit den sieben neuen deutschen Gauen meiner eigenen Heimat. Es ist Erohdeutschland, das in diesen Tagen zum ersten Mal in Nürnberg in Erscheinung tritt. Für uns und für alle nach uns Kommenden wird das Reich der Deutschen nunmehr aber stets nur noch Erohdeutschland sein." Damit war Punkt 1 des Parteiprogramms der NSDAP. in Erfüllung gegangen. Dieser Punkt 1 des Parteiprogramms vom 24. Februar 1920 lautet: „Wir fordern den Zusammenschluh aller Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu einem Erohdeutschland."
Ein Erohdeutsches Reich aller Deutschen war am 6. September 1938 proklamiert worden. Noch aber lebten Millionen deutscher Brüder auherhalb Erohdsutschlands Grenzen: im Tschechenstaat, in Polen, in den baltischen vtaaten, in Südosteuropa. Sie alle waren schon durch den 30. Januar 1933, den Tag des Anbruches des nationalsozialistischen Reiches, wachgerüttelt worden Der 13. März 1938 hatte den Ruf der Ostmärker: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!", der weit mehr bedeutete als nur ein Propagandaschlagwort, auch zu ihnen dringen lassen und in ihnen die Hoffnung erweckt, einmal in diesem einigen grohen Deutschen Reich leben zu können. Und am 6. September 1938 war ihnen diese Hoffnung zur Gewißheit geworden, wenngleich auch noch niemand wuhte, wie die Vereinigung aller Deutschen Europas und darüber hinaus der ganzen Welt in einem Reich vor sich gehen würde.
Wenn nun der 6. September 1938 nicht den gleichen hellen Schimmer eines historischen Datums trägt wie etwa der 18. Januar 1871, so mag das daran liegen dah der 18. Januar den Abschluß und Höhepunkt einer Entwicklung darstellte, der auf Jahrzehnte hinaus bis zum Weltkriege durch keine gleichwichtigen oder noch bedeutsameren Ereignisse Lbertros- fen wurde. Das Bismarckreich war schließlich Wirklichkeit geworden nach e.inem ruhmvoll verlaufenen siegreichen Kriege. Das Eroß- deutschland Adolf Hitlers aber entstand zwar in spannungsreichen Krisenzeiten, die jedoch noch weit überstrahlt werden sollten durch den ein Jahr später beginnenden Krieg, die erste große Bewährungs- und Feuerprobe, die das Großdeutsche Reich zu bestehen hat, und die über seinen Bestand und sein Schicksal entscheiden wird.
Das Schicksal ^ des Reiches ist seit einem Jahrtausend auf das engste verbunden mit dem Schicksal Europas. Die Kl.-.'.h:chre lehrt uns. daß die glücklichsten Zerren 'ür unseren Kontinent stets diejenigen waren >n denen das Reich stark und mächtig war, daß e ne Schwäche oder gar Ohnmacht des Reiches aber stets mit Zeiten der Unruhe, m;t wirtschaftlicher und kultureller Not iür ganz Europa verbunden war. Die krassesten Bei-' spiele hierfür sind das starke deutsche Kaiserreich des Mittelalters, das leinen Mackt- bereich von Italien bis nach Narwa und Ne- val erstreckte, und aus der anderen Seite eas nach dem Testament Richelieus :n Hunderte von Duodezsürstentümern und freien Slod-en zerrissene Deutschland nach dem Dre ßia'äh- rigen Kriege. Aber niemals, auch nicht in Zeiten größter Ohnmacht und Bedeu'ungs- losigkeit der Reichsgewalt, ist der R-'chs- gedanke unter den Deutschen, gleichviel, wo sie lebten, ganz ausgelöscht gewesen. Selbst