Ausgabe 
(4.9.1943) 244
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flmtiiches verkündungsblatt des Neichsstatltialters in Oldenburg und Nremen

Nr. 244 , 1Z. Zalsrgang

Sonnabend, 4. September 194Z

kinzetpreis IS Nps.

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Aus dem Führerhauptquartier, 3. September. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt:

Im Südabschnitt der Ostfront wurden auch gestern die wiederholten Angriffe der Sowjets in den Räumen westlich des Mius und besonders südwestlich Charkow in harten und wechselvollen Kämpfen abgeschla­gen. Eigene Panzer fliehen dabei über­raschend in feindliche Bereitstellungen und vernichteten 29 Geschütze sowie mehrere feindliche Panzer. Im mittleren Front­abschnitt sind weitere schwere Kämpfe in den Räumen von Ssewsk, südwestlich und west­lich Wjasma im Gaizge.

In den Morgenstunden des heutigen Tages landeten englische Truppen an der Südwest- spitze von Calabrien. Kämpfe mit deutschen und italienischen Sicherungen sind im Gange. Verbände der deutschen Luftwaffe griffe» am Tage und bei Nacht Schisfsziele vor der Ostküste Siziliens und im Seegebiet westlich Algier an. Mehrere feindliche Transporter wurden durch Bomben schweren Kalibers ge­troffen. Deutsche Jäger schössen gestern bei Neapel 18 feindliche Flugzeuge ab.

Luftwaffe und Kriegsmarine vernichteten über dem Küstengebiet der besetzten West­gebiete und über dem Atlantik 12 Flugzeuge.

Einige feindliche Flugzeuge unternahmen in der vergangenen Nacht Störflüge über Westdeutschland.

Zu der nach wochenlangen harten Kämp­fen abgeschlossenen Schlacht im Orel- boge» wird nach der Beendigung der plan­mäßigen Räumung dieses Gebietes nunmehr gemeldet:

Unter dem Befehl des Gencralseldmar- schalls von Kluge und des Generalober­sten Model haben Truppen des Heeres, wirksam unterstützt durch fliegende Verbünde der Luftwaffe und der Flakartillerie, die unter dem Befehl des Generalobersten Rit­ter von Greim standen, im Orelbogen in einer Materialschlacht gröhten Ausmaßes einer konzentrischen sowjetischen Grohossen- sioe von elf Armeen standgehalten. Dem Feinde mihlang trotz seiner gewaltigen Ueberlegenheit der beabsichtigte Durchbruch durch die deutsche Front. An dem helden­mütigen Widerstand unserer Truppen sind alle Anstürme des Feindes zerbrochen. Die blutigen Verluste des Feindes sind sehr schwer. Er verlor über 11 ÜNV Ecsangcne, 5111 Panzer und 851 Geschütze wurden ver­nichtet, 2119 Flugzeuge abgeschossen.

In dieser großen Abwehrschlacht haben sich die rheinisch-westfälische 0., die niedersächsi- sche 31., die rheinisch-westfälische 30. Infan­terie-Division, die niederbayerisch-obcrpsäl- zische 10. Panzergrenadier-Division, die main- fränkische 1. Panzerdivision und die wiirt- tembergisch-badische 78. Sturmdivision beson­ders ausgezeichnet.

Wenn der Wehrmachtbericht aus der gro­ßen Reihe erbitterter Schlachten, die seil nunmehr gerade zwei Monaten entbrannt sind. die Kämpfe im Orel-Vogen besonders hervorhebt, so unterstreicht das die beson­dere Bedeutung, die den Ereignissen im Zentrum der Ostfront zukommt. Nicht um­sonst hatten die Bolschewisten hier nicht we­niger als elf Armeen zusammengezogen. Seit Monaten waren im Raum der OKA. im-

Londoner Isckeckvo paktieren mit Stalin

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Genf, 3. September. Der Premierminister der tschechischen Schattenregierung ohne Land und Volk in London, Sramek, kündigte nach einer Meldung der englischen Nachrichten­agenturExchange Telegraph" in einer Rundfunkrede die in Kürze bevorstehende Unterzeichnung eines neuen gegenseitigen Beistandspaktes an und erklärte unter an­derem:Wir sind überzeugt, daß eine Er­weiterung unserer gemeinsamen Bündnis- verpflichtung mit der Sowjetunion durch einen neuen langfristigen Pakt des gegen­seitigen Beistandes nicht nur unsere Sicher­heit. sondern auch diejenige ganz Europas stärken wird. Wir glauben, dah es unbedingt notwendig ist, daß die Sowjetunion an der Europapolitik dauernden Anteil nimmt."

An sich hat ja ein Bündnispakt zwischen einem kleinen, von den Engländern ausge­haltenen Emigrantenklüngel und dem Kreml nur reinsymbolischen" Charakter, denn die Masse des tschechischen Volkes empfindet sehr wohl die segensreiche Auswirkung jenes Schrittes des Staatspräsidenten Hacha vom März 1939, als dieser die Geschicke der Tsche­chen dem starken Schutz des Erohdeutschen Reiches anvertraute. Gleichwohl ist die hoch­trabende Ankündigung des Herrn Sramek doch ein neuer Beweis, dah die Emigranten in London aus den letzten vier Jahren noch immer nichts gelernt haben, und das; sie nach wie vor bereit sind, lieber ihr Volk der Ver­nichtung durch den Bolschewismus preiszu­geben, als der Stimme der Vernunft zu folgen.

Voneiner Stärkung der Sicherheit Euro­pas" durch einen Pakt mit Stalin zu spre­chen, ist geradezu blutiger Hohn angesichts der bitteren Erfahrungen, die andere kleine europäische Staaten machen muhten, nach­dem sie mit den Sowjets bedenkenlos pak­tiert hatten. Denn es war noch kein Jahr Vergangen, seitdem die Regierungen in Reval. Riga und Kauen im Herbst 1939 ihre Beistandspakte mit Moskau abgeschlossen und ihre Häfen und andere Stützpunkte den Bolschewisten geöffnet hatten, als sie hin­weggefegt. verschleppt und ermordet wurden, während über die Bevölkerung das Grauen des roten Terrors hereinbrach. Die Zehn­

tausende von Esten, Letten und Litauern, die von der GPU. liquidiert oder ins In­nere der Sowjetunion verschlept wurden, hätten eigentlich auch Landes- und Volks- verräter vom Schlage eines Herrn Sramek nachdenklich stimmen sollen.

Dah dieser sauberePremierminister" jetzl aber solche Erklärungen im Einverständnis mit den englischen Regierungsstellen über den Londoner Rundfunk abgeben kann, zeigt jedoch schlaglichtartig aufs neue, dah die englische Plutokratie bedenkenlos bereit ist, Europa dem Bolschewismus zu überantwor­ten in der trügerischen Hoffnung, dadurch vielleicht die eigene Existenz retten zu kön­nen. Sie irren sich; die deutsche Wehrmacht wird auch diesen neuenBeistandspakt" illu­sorisch machen und das ihrige dazu beitragen, dah Europa vor dem Schrecken des Bolsche- wis bewahrt bleibt.

mer neue Massen von Panzern, Artillerie und Fliegern konzentriert worden; glaubte doch die bolschewistische Führung, bei einer riesenhaften Anhäufung von Menschen und Material relativ leichtes Spiel gegenüber der deutschen Armee des Generalobersten Model zu haben, die im Bogen um die durch das Hin- und Herwogen der Kämpfe hart mitgenommene Stadt Orel aufgestellt war. Hier schien die Möglichkeit zu winken, eine beträchtliche Anzahl deutscher D wisionen abzuschneiden und dadurch zugleich eine tiefe Lücke in die deutsche Verteidigungs­front zu reihen.

In dem wütenden Ringen, das sich über länger als sieben Wochen ausgedehnt hat, sind diese Absichten des Feindes völlig zu­nichte gemacht worden. Selbstverständlich konnte das nicht geschehen, indem die deut­schen Truppen sich an jeden Fetzen Bodens anklammerten. Wenn das operative Ziel der Bolschewisten vereitelt werden sollte, so war vielmehr eine bewegliche Kampfführung not­wendig. Für die deutsche Stellung gegen­über den Sowjets ist es ohne Belang, ob die Verteidigungslinie diesseits oder jen­seits einer bolschewistischen Provinzstadt verläuft. Der Vormarsch, den unsere sieg­reichen Armeen im Jahre 1911 erzwängen, hat unsere Positionen so weit nach Osten vorgeschoben, dah wir es uns leisten können, im Ausweichen dem Feinde Schaden zuzu­fügen und Verluste beizubringen, die auf die Dauer für ihn nicht ersetzbar sind. und gleichzeitig die eigenen Kräfte zu schonen.

Diese Tendenz, die auf der Wende vom vierten zum fünften Kriegsjahr gegenüber dem Massenansturm des Gegners an der ganzen Ostfront mit durchschlagendem Er­folg angewandt wird. hat sich in den letzten schweren Wochen gerade an der Front von Orel als besonders wertvoll erwiesen. Die Verluste des Feindes an Toten und'Ver­wundeten gehen in die Hunderttausende. Wenn aber trotz unserer ausweichenden Tak­tik 11909 Gefangene eingebracht werden konnten, so beweist das, wie erfolgreich die zahlreichen Gegenstöße gewesen sind. die zum Charakter der hinhaltenden Kampfführung gehören.

Neben den Menschenverlusten zählt die Einbuße an Material, die die Sowjets auf diesem relativ schmalen Raum zu verzeich­nen hatten, wesentlich mit. Wir haben uns allmählich an riesige Ziffern in Meldungen über vernichtete feindliche Angriffswaffen gewöhnt. Dennoch sind die Summen, die der Wehrmachtbericht heute verzeichnet, erstaun­lich. Wenn alleine aus diesem Abschnitt 5111 Panzer. 851 Geschütze und 2119 Flugzeuge der Bolschewisten vernichtet wurden, so ist das eine Menge, die eine beträchtliche Ab­nutzung der sowjetischen Kriegsmaschine be­deutet. Die Divisionen der Armee Model

(Fortsetzung auf Seite 2)

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In einem Augenblick, wo die westliche Hemisphäre mit allem Aufwand an Mitteln in die Entscheidung des europäischen Kamp­fes einzugreifen, Ihre Weltherrschaftsziele zu verwirklichen versucht und unter Ablenkung von der sozialen, kulturellen und wirtschaft­lichen Verelendung und Stagnation in ihrem eigenen Innern den Blick ihrer Massen auf das Geschehen des abendländischen Konti­nents zwingt, sind die amerikanischen Nach­richten, die Aufschluß über Leben und Wesen inGottes eigenem Land" um diesen jü­dischen Reklametitel zu gebrauchen. geben, oft von nicht geringem Interesse. Es kommt an Hand der amerikanischen Nachrichten zu einem wortlosen Abwägen und Abmessen der Kräfte, nicht aber nur der des materiellen Potentials, so beherrschend es jetzt auch er­scheinen mag, sondern vor allem auch zum Abschätzen der seelisch-geistigen Kampfkraft, die unser und die das Handeln des Gegners bestimmt.

Die äußeren Erscheinungen und inneren Gehalte des geistig-seelischen Raums,- dem der amerikanische Soldat dieinnere Rü­stung" zu entnehmen hat, sind alsAmeri- kanismus" hinreichend, ja erschöpfend um­schrieben; dieses Wort kennzeichnet prägnant die politischen, modischen, literarischen, kul-

kmulsirär» VerlsiäigiiilgLMllö imerscdüllvrllck

Drabtbericht unteres Vertreters

Helsinki, 3. September. Ueber die am Frei­tag unter Ausschluß der Öffentlichkeit abge­haltene Reichstagssitzung wurde am späten Freitagnachmittag folgende amtliche Ver­lautbarung herausgegeben:

Im Reichstag fand am Freitag um 10 Uhr eine Vollsitzung statt, in der Ministerpräsi­dent Linkomies auf Grund des Paragraphen 36 der Geschäftsordnung außerhalb der Ta­gesordnung eine Erklärung über die politische Lage abgab. Der Ministerpräsident hob ein­leitend hervor, dah der unerschütterliche Ver­teidigungswille der finnischen Armee für das ganze Volk vorbildlich gewesen sei. indem es sich den vom Kriege geforderten Opfern und Entsagungen unterwarf, und brachte die Dankbarkeit des ganzen finnischen Volkes an die Soldaten der Wehrmacht, seine Führung und seinen ruhmreichen Oberbefehlshaber für das vorbildliche Pflichtgefühl zum Ausdruck.

Danach gab der Ministerpräsident einen

^/ns c/s 5 ^/m'5tS7pfä5s^sntski vor c/sm /?si'c^5tog

ausführlichen Ueberblick jiber die wirtschaft- Vor allem bedarf es auch der Einmiitig- liche Lage des Landes und berichtete weiter keil, die jetzt ebenso unerlghlich ist wie in über die industrielle und landwirtschaftliche Tagen des Winterkrieges. Nur wenn das Produktion des Landes. Bezondere Aufmerk­samkeit lenkte er auf die Möglichkeiten zur Sicherung der Volksversorgung für den kom­menden Winter.

D^r Hauptteil der vom Ministerpräsiden-

finnische Volk in einer unerschütterlichen, ge­meinsamen Front steht» kann es die groben Schwierigkeiten überwinden, die ihm auf sei­nem Wege begegnen. Das finnische Volk wird

ten abgegebenen Erklärung betraf politische ^ ^ gewiß des Opfers würdig erweisen, das Fragen. Er behandelte den flnnijchen Ver-!' ^ kiir leine

teidigungskampf, die Stellung Finnlands in ehrlrch und ohne zu schwanken, für f

der gegenwärtigen internationalen Lage und die Beziehungen Finnlands zu den anderen Staaten. Zum Schluß bemerkte der Minister-

Rechte kämpfend, aber im Grunde friedlie­bend und fest aus dem Boden der Tatsachen stehend, in den Äugen der Welt erreicht hat.

präsident, dah das Ziel vor allem natürlich 1.. r»' . _... ....

ein sicherer Friede sei, und fuhr dann fort:>^^ Rcgrerung erwartet, d ß ch g,

Um ihn aber zu erreichen, wird von uns j nachdem er diese Erklärung gehört hat, sie vor allem Festigkeit und Ruhe verlangt. Die gutheißt und zur Tagesordnung übergeht. Bedeutung unserer bisherigen großen Opfer. der Diskussion nahm der Reichstag

kann davon abhängen, wie überlegt und ..... .

diszipliniert wir in kritischen Phasen han- ""^imnilg einen entsprechenden Barsch ag dein können >des Reichstagspräsidenten an.

vnll 6spän in Mut unä Lscdv legen

^nox ein nsusr LroöLprsc/isr /n rc/i/ogsr» c//s ^oponsr ru unc/ c/i's Hmsnkonsf vst/isrsri c/odsi ikrs Ärsittcröits

Stockholm, 3. September. Mister Knox Ruhm", der durch seine Großsprechereien sich in der Welt allgemein einenNamen" gemacht hat, ließ jetzt auch den stellvertre­tenden Chef des Admiralstabs der USA.- Flotte, Abteilung Seefliegerei, Vizeadmiral John S. Mccain, nicht ruhen. Nach dem Muster seines Herrn und Meisters Knox er­klärte McCain, laut Reuter,'wörtlich:Die amerikanischen See- und Luftstreitkräfte wer­den jetzt in solchem Umfange miteinander vereinigt, daß wir schließlich den größten Teil der japanischen Flotte versenken wer­den. Unsere Schläge werden an Tempo, Wucht und Intensität zunehmen, bis am Ende die japanischen Inseln in Blut und Asche liegen. Wir werden auch jedes Kampf­und Bombenflugzeug, das Japan besitzt, aus der Luft hinwegfegen."

Was werden jetzt angesichts dieser massiven Drohung die Japaner jetzt für Sorgen ha­ben, denn sie wissen ja, daß solche und ähn­liche Worte aus den USA. bisher stets in die

Tat umgesetzt wurden. Freilich mit umge­kehrten Vorzeichen: die Japaner schlugen zu und die Amerikaner verloren dabei ihre Streitkräfte (siehe Pearl Habour), was die smarten Pankees allerdings nicht hinderte, solcherlei Niederlagen einen großen Sieg zu nennen.

tlur lalen knlLcksiükll

Tokio, 3. September. Der Krieg habe heute eine Phase erreicht, wie der Sprecher der Re­gierung vor der Auslandspresse zur Chur­chill-Rede erklärte, wo Reden keinerlei Ein­fluß mehr auf die allgemeine Kriegslage und die militärischen Ereignisse haben. Für uns Japaner gibt es nur noch den aktiven Kampfeinsatz, wie der Sprecher fortfuhr. Der Sprecher ging alsdann auf die Propaganda der Gegenseite über bevorstehende größere Operationen gegen Japan ein. Hier mache der Feind den Versuch, die bestehende Un­ruhe im Lager Tschungkings zu besänftigen

und Tschiangkaischeck die Hoffnung zu lassen, daß die Hilfe von Seiten der Amerikaner jetzt wenigstens gewisse Formen annimmt. Japans'Positionen sind jedenfalls solide, so schloß der Sprecher, so dah wir bereit sind, den Kampf aufzunehmen, im vollen Ver­trauen auf den Endsieg.

Tschuhsinschi, der Kommandeur der 35. Vor­hut-Formation der in Ost-Schantung stehen­den Tschungking-Armee, hat sich den japani­schen Truppen ergeben. Tschuhsinschi erklärte, daß er von der Nutzlosigkeit eines weiteren Widerstandes überzeugt sei.

Bei dem Angriff auf die Marcus-Jnsel dürften die Amerikaner nach Auffassung hie­siger militärischer Kreise mehr als nur einen Flugzeugträger eingesetzt haben. Die An­nahme wird begründet mit der Tatsache, daß an diesem Angriff nicht weniger als 68 Bom­ber und 99 Jäger teilnahmen, die kaum alle von einem einzigen Flugzeugträger starten konnten. Außerdem glaubt man hier. daß die Flugzeugträger von mehreren Schlachtschiffen bzw. Kreuzern begleitet und geschützt waren.

Der Angriff der Flugzeug? auf die Marcus- Jnsel wurde rechtzeitig durch Horchgeräte festgestellt, so dah die feindlichen Maschinen sofort bei ihrem Erscheinen über der Insel eine starke Vodcnabwehr vorfanden. Der an­gerichtete Schaden muh Frontberichten zu­folge als verhältnismäßig geringfügig be­zeichnet werden. (Die Marcus-Jnsel liegt 3000 km südöstlich Tokios. Die Schriftltg.)

Das Kaiserliche Hauptquartier in Tokio gab am Freitagabend bekannt: Im Monat August wurden durch japanische Land- und Luftstreitkräfte bei den Operationen im Frontabschnitt bei Neu-Georgien mehr als 70 feindliche Schiffe versenkt, mehr als 50 Schiffe beschädigt und über 270 Flugzeuge abgeschossen. Die feindlichen Verluste bei den Landoperationen belaufen sich auf über 3000 Mann. In Luftkämpfen und durch die japanische Flakabwehr wurden bei einem feindlichen Luftangriff auf die japanischen Stellungen auf der Insel Kulambamgra (Salomonen) dreizehn feindliche Flugzeuge abgeschossen.

turellen und religiösen Massenzuckungen der Menschen dieser Welt. Massenzuckungen, heute um Wrightleys Kaugummi, Clark Gable oder Joe Louis, um denbest-seller" der Margaret MitchellVom Winde ver­weht"'oder um eine religiöse Parole, die mit Jazz und Girls an tausend Altaren zu­gleich zelebriert wird, heute um einen Filmschauspieler, Schriftsteller, Langstrecken­läufer, Boxer oder verstiegenen Referenten, morgen schön um einen Politiker. General, Minister oder Präsidenten, heute noch um eine Konservenmarke, morgen schon um Roo- sevelts New Deal und Noosevelts Krieg.

So oder doch zumindest ähnlich sind die Proportionen dieses geistig-seelischen Raums der USA., deren kollektivistische Triebkraft jederzeit einem Vergleich mit dem Bolsche­wismus standzuhalten scheint. Dieser Kollek­tivismus das dürfen wir nicht übersehen,

ist natürlich höchster materieller Energie­entfaltung fähig, aber eben nur materieller, niemals ideeller.

Die uns Deutschen eigene Objektivität ist es, die dgs durch hundertfache Kenntnis und hundertfache Erfahrung gewonnene Bild des Amerikaners selbst jetzt noch zu korri­gieren bereit wäre, wenn es gerechtfertigt wäre. Korrigierte nun der Krieg dieses Bild des Amerikaners? War der Krieg für ihn ein Wandler zum Wesentlichen, inneren hin? Ist der Amerikaner würdiger im Sinne je­ner. wenn auch nur heuchlerischen und nie ernst gemeinten europäischen Deklarationen Noosevelts geworden, der ja. wenn man ibm nur die Gelegenheit dazu gibt. den europäi­schen Kontinent vermittels desamerikani­schen Kolonisationsvermögens" neu gliedern und ordnen, vor allem aber zum Zweck der Ausbeutung beherrschen will? Ist nun der Amerikaner an seinenhohen Aufgaben", die ihm der Präsident in seinen Phrasen zu­erkennt. gewachsen? Entspricht er ihnen durch das Beispiel seiner Haltung und Mo­ral?

Die amerikanischen Zeitungen geben dar­auf eine in ihrer Eindeutigkeit erschütternde Antwort. Diese Blätter spiegeln nicht, das Bild in ihrem Ordnungswillen entschlosse­ner, durch ein Kriegsziel straff gebundener Völker, sondern sie berichten, entsprechend der verbrecherischen politischen Haltung, auch über eine gigantisch aufschießende Korruption und Kriminalität, gegenüber denen die Zeiten Al Eapones und Jack Diamonds geradezu harmlos erscheinen, berichten von einem Umfang der Nerderbt- heit der öffentlichen Moral, der mit erlchrek- kender Deutlichkeit zeigt, was an Werten hinter dem Wort Amerikanismus steckt.

Was beute im Innern Amerikas ge­schieht". schreibt ein Senator,ist viel ge­fährlicher als alle nur denkbaren Entwick­lungen auf militärischem Gebiet. Denn so­viel ist sicher: In den Vereinigten Staaten bricht die moralische Grundlage für unsern Krieg zusammen, wenn der Krieg nicht bald zu einem Ende gebrackit werden kann." Diese von uns nicht überschätzte Meinung, der Raum in einem bedeutenden USA-Ornnn gegeben wurde, ist umrankt von einer Fülle von Meldungen. Stories und Reportagen, die djc Aeußerung des Senators illustrieren:

Ausgerüstet mit Schnellfeueraewehren und großen Lastkraftwagen, durchführen von meatleggers" organisierte Banden die gro­ßen Weidegebiete des Westens, schießen in die Herden, schlachten das Vieh aus und bringen es auf dieschwarzen Märkte" der Städte."In Pittsburg, Philadelphia, Indianapolis, Sän Franzisko und anderen Städten sind Massenvergiftungen nach dem Genuß vonSchwarzfleisch" vorgekommen."

Chikagoer Hausfrauen geben in einer Woche rund 2 Millionen Dollar fürscbwar- zes Fleisch" aus."Mindestens fünf Mil­lionen Stück Großvieh und acht Millionen Schweine wurden in diesem Jahrschwarz", also auf ungesetzlichem Wege, verkauft."

In diesen Tagen konnte man weiter unter anderem folgende, amerikanischen Blättern