Ausgabe 
(2.9.1943) 242
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Varreicmrtkclie Layeszettung

Dos Pml4dlatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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üer NationalldziaUsten. Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Bcicstsstaklstaltecs in Oldenburg und Bremen

71r. 242 , 1Z. Jahrgang

Donnerstag, 2. September 1S4Z

kinzelpreis 13 Dpf.

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6/ttS5S ^f/cr/ifungsn c/s5 ^/'/'t/sc/isn ^s/m nsusn ^ng5/'^ cru/ 6s/'/i'n

Drahtbericht unserer Berliner Schrift leitung Lr. v. «oL. Berlin, 1. September. In der olischen Presse wird die neue Phase des Luftkrieges mit auffällig zunehmender Ner­vosität erörtert. In der LondonerDaily Mail" wendet sich der Lüftsahrttorrespon- dent des Blattes. Lollin Vsdnall, mit schar­fer Ironie gegendie in der britischen Oes- rentlichkeit verbreitete irrige Ansicht, die englisch-amerikanische Luftwaffe könne Ver­luste, die zehn Prozent der angreifenden Flugzeuge nicht übersteigen, aushalten". Es dürfte schon seine besonderen Gründe haben, Wenn in so zugespitzter Weise die englische Oeffentlichkeit darüber belehrt werden mutz, datz sie sich auf diesem Gebiet der Kriegfüh­rung nicht länger einem verhängnisvollen Irrglauben hingeben darf. und diese Gründe werden nach dem militärischen Fehlschlag des Luftangriffes gegen Berlin erst recht ein«

1 Verstärkung erfahren haben.

, . Ja, wenn zehn Prozent noch die äußerste D Grenze der Derlustquote für den Angreifer « im Luftkrieg darstellten, dann könnte man v vielleicht, vielleicht diese gewiß schon ge- r nügend schmerzliche Tatsache der britischen

2 Oeffentlichkeit gegenüber zu vernebeln ss suchen. Wie man das macht, dafür konnten i wir gerade in den letzten Tagen einige ^ typische Beispiele verzeichnen. Entweder man i erhöhte willkürlich die Zahl der tatsächlich

eingesetzten Flugzeug«, um den Prozentsatz ! der Verluste scheinbar zu senken, oder man ab nur einen Bruchteil der tatsächlich >er- ttenen Verluste zu. Auf beiden Wegen ben die agitatorischen Helfer Churchills r Glück schon versucht. Die Sache gewinnt <cker ein ganz anderes Gesicht, wenn die Derlustquote oerart ansteigt, daß die mili­tärisch verantwortlichen Stellen in Ueber- legungen darüber eintreten müssen, ob das Programm des Terrorkrieges in der ur- ,s sprünglichen Form aufrecht erhalten werden L kann. Der Luftfahrtkorrespondent derDaily D Mail" dürfte ja nicht ohne Fühlung mit ff maßgeblichen Stellen einfach ins Blaue hin- » Eingeschrieben haben, wenn er es schon als 1 fraglich bezeichnet, ob Verluste in 8er durch- f schnittlichen Höhe von 1V Prozent auf die t Dauer ertragen werden könnten. Bei den letzten Unternehmungen der britisch-amerika­nischen Luftwaffe gegen das Reichsgebiet ist Über die Verlustquote durch die Neuorgani­sation der deutschen Abwehr auf 20 und in

- einigen Fällen sogar auf 30 Prozent gestei- k gert worden, während gleichzeitig den geg- ! lyrischen Angriffen die beabsichtigte Entfal-

tung, konzentrische Durchführung und Wir- t kung verwehrt blieb.

In besonders auffälliger Weise ist das bei > dem letzten Angriff auf die Reich ^Hauptstadt i in Evscheinung getreten. Die Zersplitterung ! des feindlichen Angriffs schon auf dem An- ' fing hat unter anderem bewirkt, daß die angerichteten Schäden und erfreulicherweise

- auch die Opfer an Toten und Verletzten in keiner Weise mehr in dem vom Feinde er­strebten Verhältnis zum Einsatz stehen. Wenn es in diesem besonderen Falle so weif ge­kommen ist. daß die Zahl der Gefallenen auf unserer Seite nur einen Bruchteil von der Zahl der abgeschossenen Vesatzungsmit- glieder der feindlichen Flugzeuge darstellt, so muß uns das bei allem Schmerz um jedes einzelne Opfer auf unserer Seite doch im Hinblick auf die Gesamtentwicklung zum Anlaß der Genugtuung und des wachsenden Vertrauens werden, während man umgekehrt in London sich vor sehr ernste Probleme ge­stellt steht und gewiß keine Ursache fürFren- denausbrüche mehr finden wird. Die Frage, wieweit angesichts dieser Entwicklung des Luftkrieges der Einsatz vieler lang ausge­bildeter Spezialtruppen noch gerechtfertigt werden kann, werden sich heute immer mehr nachdenkliche Engländer stellen.

' Der erwähnte Luftfahrtkorrespondent der Daily Mail" weist insbesondere auf die Frage der Erlatzquoie hin. die die einzel­nen Fluqzeugformationen für Ausfälle er­hielten. Diese Quote, so sagt er. kenne man leider nicht, wie man auch nichts über die Bauzeit eines Bombers wisse. Er habe nur gehört, daß für die Herstellung etwa 70 000 Arbeitsstunden nötig seien und das vermittle immerhin einen Begriff davon, wie schwer für die Gesamtproduktion der Verlust auch

vrsl nsus LicksolimdtrSssr

Berlin, 1. September. Der Führer ver­lieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an folgende Angehörige der Luftwaffe: Major Hartmann Erasser, Eruppenkommandeur in einem Jagdgeschwa­der, als 288; Oberleutnant Wolf Udo Eitel, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, als 288. und Hauptmann Heinrich Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Gruppenkomman- deur in einem Nachtjagdgeschwader, als 280. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Oberleutnant Wolf Eitel hat die Ver­leihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes nicht mehr erlebt, da er im Juli d. I. den Heldentod starb.

Ferner verlieh der Führer das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleut­nant Siegmund Freiherr v. Schleinitz, Kommandeur einer Infanterie-Division; Ge­neralleutnant Friedrich Hochbaum. Kom­mandeur einer Infanterie-Division; Gene­ralleutnant Vollrath Luebbe, Komman­deur einer Panzer-Division; Major Wudolf Tritt el, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment; Oberleutnant d. Res. Werner Flack, Kompaniechef in einem Läger-Regiment. ^ ^

nur eines einzigen großen Bombers wiege, ganz abgesehen davon, daß jeweils eine wertvolle Besatzung mit verloren gehe. Gleich­zeitig wird in dieser Betrachtung festgesteltt, daß die britischen und amerikanischen Pilo­ten auf Grund ihrer Erfahrungen durchaus nicht optimistisch seien. Sie hätten vielmehr die Ueberzeugung gewonnen, daß der vor ihnen liegende Weg sehr hart und schwer sei. In der Luftverteidigung jedenfalls sei der Widerstand der Deutschen beispiellos. Die deutsche Luftverteidigung werde von sehr fähigen Händen gelenkt. Der Feind müsse eine große Anzahl Nachtjäger besitzen, denn sowohl bei dem Luftangriff auf Berlin als auch Lei dem auf Nürnberg seien feindliche Jäger in einem sehr großen Umfange zur Abwehr eingesetzt worden. Einzelne Ve- satzungsmitglieder hätten bei den letzten An­griffen mit eigenen Augen gesehen, wie fünf

oder manchmal sogar sechs der mit ihnen fliegenden Bomber auf einmal abgeschossen worden seien. Berlin und Nürnberg lägen nun aber so weit auseinander, Laß es nicht die gleichen Nachtgeschwader gewesen sein könnten, auf die die augloamerikanischen Bomber gestoßen seien. In beiden Fällen aber sei die Abwehr gleich stark gewesen.

Diese besorgten und geradezu beschwören­den Betrachtungen derDaily Mail" wurden geschrieben, ehe die Erfahrungen des neuen Luftangriffes auf Berlin vorlagen. Wie die Stimmung demnach heute bei den verant­wortlichen Männern aussehen mutz, kann man sich danach ungefähr ausmalen, zumal sie ja noch gar nicht wissen, wie die weitere Ent­wicklung der neuen deutschen Abwehrorga­nisation aussehen wird. Das Loch in der Spekulation mit dem Terrorkrisg wird je­denfalls immer größer.

Hatt^esieaeete

Von 1Iniv.-?roksssor vr. Hans ll. ll o k I t s I ä, Köln

I« eiuer Zeit. i» der das Grotzbeutsche Reich und mit ihm der europäische Kouti- «eut zum Eutscheiduugskampf gegen die auglo-amerikanischen Demokratie» angetreten ist. erscheint es notwendig, auch dem lebten Volksgenosse» klarzumachen, dah es zwischen den Gruudanssassunge» der Plutokratie und des Kapitalismus, der Demokratie nud des Liberalismus auf der eine» Seite und unserer nationalsozialistischen Lehre und Praxis auf der anderen keine Brücke gibt. Liberalismus das ist eine Weltanschauung, die sich aus den verschiedenste» Gebieten des menschliche» Zusammenlebens, in der Sphäre der Politik, der Wirtschaft, der Kultur, des Rechtslebens und zahlreichen anderen. Lubert. Welche außerordentliche« Gefahren die Konzeption des Liberalismus aus wirt­schaftlichem Gebiet hervorruft, zeigt hier ein führender Vertreter der deutschen Wirt­schaftswissenschaft mit dem Ergebnis: Der Liberalismus gehört endgültig der Vergan­genheit au. Wo er noch Stellungen hält. müssen diese überwunden werden.

Manch einer, namentlich von den Aelteren unter uns, denkt gern an die Jahre vor dem ersten Weltkrieg zurück, in denen er sein Ge­halt oder seine sonstigen Einkünfte in klin­gender Münze, in glänzenden Gold- oder Silberstücken entgegennehmen konnte. Frei und ungehindert durste er mit seinem Ein­kommen verfahren wie er wollte; jedes käuf­liche Gut stand ihm zum Erwerb zur Ver­fügung, und die einzige Grenze für seine Kauflust zog die Zahl und der Wert jener Gold- und Silbermünzen, die so angenehm in seinem Beutel klirrten. AÜzuleicht er­scheinen ihm jene Jahrzehnte als die Zeit

Die Lugiislbilsus äss Seekrieges

/ci^/rs/c^s unc/ 70 /"/anc/s/rrc/ii^s mit 377 000 verrenkt Vs/tsc/sr 134 3ow/'stp0tirs5

vernietet 33 trrt'tt'rcki-omsnkomrc/is f/ugrsugs obgsrckiosrsn

AusdemFührerhauptquartier, 1. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Mehrere seindliche Angriffe gegen Stel­lungen rumänischer Truppen am Kuban- Brückenkopf brachen zusammen. Im Kampf­gebiet wostlich des Mius, westlich Char­kow im Raum von Ryisk, Ssewsk und westlich Wjasma scheiterten zahlreiche so­wjetische Angriffe zum Teil in harten Nah­kämpfen. Eigene Gegenangriffe waren er­folgreich. Im Nordabschnitt der Front verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Die Sowjets verloren gestern 181 Panzer.

Bor dem Hafen Jeisk am Asow-Meer versenkten leichte deutsche Seestreitkräfte ein feindliches Kanonenboot. Bei den Abwehr- kämpfen im Raum von Isjum hat sich das 40. Panzerkorps unter Führung des Ge­nerals der Panzertrupprn Henri ci beson­ders ausgezeichnet. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen einen feindlichen Kriegsschisfsverband vor der englischen Küste unter Feuer und schössen «in Fahrzeug in Brand.

I» der vergangenen Nacht griffen starke britische Fliegerkriifte erneut das Gebiet von

Eroß-Berlin an. Unsere Nachtjäger zer­sprengten im Zusammenwirken mit Flak- und Scheinwerferbatterien die feindlichen Bomberverbände, so dah die vom Feind be­absichtigte zusammengefaßte Wirkung nicht zustande kam. In einigen Stadtbezirken so­wie in der Umgebung der Reichshauptstadt entstanden zum Teil erhebliche Zerstörungen. Die Bevölkerung hatte geringe Verluste. Einzelne feindliche Störflug­zeuge warfen planlos Bomben auch auf an­dere Orte des Reichsgebiets. Luftverteidi- gungskräfte brachten nach bisher vorliegen­den Meldungen 47 britische Bomber zum Ab­sturz. Acht weitere Flugzeuge verlor der Feind am gestrigen Tage über den besetzten Westgebieten.

Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Monat August zwei Kreuzer, sechs Zer­störer, ein Unterseeboot, ein Minensuchboot und fünf Schnellboote und beschädigten ein Schlachtschiff, zehn Kreuzer, neun Zerstörer, fünf Schnellboote sowie fünf weitere Kriegs- schisfseinheiten.

Ferner wurden 70 Handelsschiffe mit 377 000 BRT. sowie vier Transportsegler ver­nichtet, 125 weitere Schiffe mit rund 580 000

Vruttoregistertonnen getroffen. Die Beschädi­gungen eines Teiles der getroffenen Kriegs­und Handelsschiffe sind so schwer, daß auch mit ihrem Verlust gerechnet werden kann." *

Wie der OKW.-Bericht meldet, wurden im Monat August 70 Handelsschiffe mit 377 000 BRT. sowie vier Transportsegler vernichtet. Ferner wurden 125 andere Schiffe mit rund 580 000 BRT. durch Bomben ge­troffen. Ein nicht unerheblicher Teil der bom­bardierten Schiffe ist so schwer beschädigt worden, daß dieser Frachtraum von der Gegenseite auf das Verlustkonto gesetzt wer­den mußte. Es sind beinahe eine Million BRT., die von unseren Kampfeinheiten über und unter Wasser und in der Luft in die Vernichtungszangen genommen wurden. Die Erfahrung lehrt, daß nicht allzuviel dieser Schiffe in Reparatur gegangen sind, oder überhaupt reparaturfähig blieben. Man mutz dem August-Ergebnis das Ergebnis des Monats Juli an die Seite stellen. Im Juli begann das Sizilienunternehmen unter Ein­satz ungezählter feindlicher Transporter. Aus den Landungsflotten, aber auch aus E:leit- lFortsetzung auf Seite 2j

vie letzten lege Honigs voris

8/Klärung clss dulgorkclisn ^tin/Ltsrprä5i'äsntsn ?ro/sL§or l-i/oll

ep. Sofia, 1. September. Der bulgarische Ministerpräsident Professor Filoff gab vor der bulgarischen Presse eine Darstellung des Lebens und der Erkrankung des Königs Voris. Einleitend teilte er mit, daß sich der verstorbene Herrscher eine Woche vor seiner Erkrankung im Kurort Tschamkorja im Rila- Eebirge aufhielt. Am 8. August habe er zu Pferde einen Ausflug auf den höchsten Berg Bulgariens, den fast 3000 Meter hohen Mu­sallah, unternommen. Den Rückweg legte der König teils zu Fuß, teils zu Pferde zurück, wobei ihm viele Touristen begegneten, die den König herzlich begrüßten und mit denen er auch einige Worte wechselte. Am Abend dieses Tages traf er wieder auf seinem Jagdschloß in Tschamkorja ein. Am folgenden Tage, dem 19. August, begab er sich auf einen Ausflug in die Umgebung von Tschamkorja und empfing am 20. August den bulgarischen Gesandten in Berlin, Professor Zagoroff, in Audienz. Hierauf folgten am 21. August, einem Sonnabend, vormittags eine Jagd auf Hirsche, während am Nachmittag die könig­liche Familie im Schloß eintraf.

Der Sonntag war einer zweistündigen Audienz für den Kriegsminister General­leutnant Michoff gewidmet, und am Mon­tag, dem 23. August, fuhr der König in sei­nem Wagen nach der Hauptstadt, um wieder im Schloß Aufenthalt zu nehmen und dort zu arbeiten. Während des Nachmittags er­stattete der Chef der Privatkanzlei des Kö­nigs, Eruef, einen Bericht und legte ihm einige Erlasse zur Unterschrift vor. Am glei­chen Tage, um 19.31 Uhr, traten die ersten Anzeichen einer Erkrankung beim König auf, die auf nervöse physische Ueberarbeitung schließen ließen. Der Hofarzt Dr. Daskaloff und die übrigen Aerzte waren sich sofort über die Diagnose der Krankheit klar und trafen die entsprechenden ärztlichen Maßnahmen. Der König aber zeigte sich schon müde und schlummerte zeitweilig. Am Freitag trat eine gewisse Besserung in seinem Befinden ein, die sich, wie bekannt, als nur vorüber­gehend herausstellte.

Ministerpräsident Pros. Filoff fügte dieser Darstellung hinzu, daß der König schon frü-

fi'nden. Das feierliche Psgräbnis des toten Monarchen wird am Sonntag wahrscheinlich um 9.30 Uhr vormittags mit einem Trauer­akt in der Nswski-Kathedrale beginnen, worauf sich der Trauerzug durch die Straßen Sofias bewegen wirb. Die Beisetzung erfolgt nicht in der Gruft der Newski-Kathsdrale zu Sofia, sondern in dem größten National- heiligtum Bulgariens, im Rila-Kloster. ,

»sia Isslsmvnl sskuväsn

sv. Sofia, 1. September. Vergeblich wurde in Sofia nach einem Testament des verstorbe­nen Königs Boris gesucht, wie Minister­präsident Filoff am Dienstag mitteilte. Der Ministerpräsident erklärte auf Anfragen von Journalisten, ob der verstorbene König ein Schreiben mit der Bezeichnung eines Regent­schaftsrates hinterlassen habe,leider nein". Er fügte hinzu, auf der Suche nach einem solchen Schriftstück sei weder ein Testament noch irgend eine Aufzeichnung darüber ge­funden worden, aus der aus die Existenz eines Testaments geschlossen werden könne.

her mehrfach den Wunsch geäußert hatte, im Auch gegenüber seinen Verwandten habe sich Rlla-Eebirge (wo sich das berühmte Rila- der König niemals über die Abfassung eines Kloster befindet) seine letzte Ruhestätte zu solchen Testaments geäußert.

vis Loivjets am klius sckver sersedlssea

Onbofmksrr/g rsirck/ogsn ciis ^ng,i//Lvs,k>ä5iäs c/s§ kissrss imä c/sr äsn K/iäsirtonä

Wie das Oberkommando der Wehrmacht bekanntgab, lind die Versuche des 'Feindes, am Mius unsere Front zu durchbrechen, unter hohen Verlusten abgewiesen. Der nachstehende Bericht gibt einen Ausschnitt aus den heftigen Kämpfen am Mius, die von den S.owjets unter Einsatz von Panzern und zahlreichen Schlachtfliegern geführt wurden und doch er­gebnislos verliefen.

js-PK. Tausend Schluchten, Täler und Balkas durchziehen das weite, sonnendurch- glllhte Land nördlich des Asowschen Meeres. Dort, wo die Schwarzerde der Ukraine auf­hört, steht Steppengras, soweit das Auge reicht. Vereinzelt ist diese Steppe durchsetzt von Sonnenblumenfeldern, von Birkenwäld- chen und Dörfern, deren Häuser aus Fels­gestein, Spielzeugschachteln gleich, an den Hängen kleben. Von Norden nach Süden strömt in unzähligen Windungen der Mius, im Sommer wasserarm dahinrieselnd, im Frühjahr wildschäumend über seine Ufer tre­tend und im Winter in Eis und Schnee er­starrend. Das ist die Landschaft, die man die Miusfront nennt, nachdem im Winter

breitert sich, und über der Steppe am west­lichen User stehen kilometerhohe Rauchwol­ken gegen den Himmel. Erneut ist der Geg­ner mit stärksten Kräften angetreten. Die Ziele waren die gleichen wie früher. Nur die Mittel, die ihm diesmal zur Verfügung standen, übertrafen alles Dagewesene. Es war weit gesteckt, das feindliche Angriffs­ziel. Kurz gesagt, bezweckte es die Ausrottung der gesamten deutschen Südfront und eine Kesselbildung im Dreieck Stalino-Taganrog- Mariopol. Griff der Gegner früher am Mius frontal an, so verlegte er sich diesmal aus Schwerpunktbildungen.

Ein Feuerorkan raste in der Julimitte über die deutschen Stellungen westlich des

1941-42 deutsche Divisionen westlich des Mius. Hunderte von sowjetischen Schlacht- Flusses ihre H^ st^en sich auf die Bunker und

gezahlte Angriffe hat diese Front Schützengräben. In diesem Schleier wurde

gehalten Immer wieder bildete der Mius der Mius überwunden. Fünf Panzerdivi- einen Prellbock in den sowfetlschen Stürmen, stonen und achtzehn Eardeschutzendivisionen

I Jetzt färben sich seine Wasser wieder rot. kDvS Trichterfeld an seinen Rändern »er­

stürmten auf engstem Raume gegen unsere Linien, gegen den Abschnitt nur schwacher

deutscher Stellungsdivisionen eine lleber- macht, die jeden Gegner überrennen mußte. Doch in der sowjetischen Rechnung waren nur die deutschen Geschütze, Bunker und Gewehre vorgesehen. Womit der Gegner nicht rechnete, das war der Geist, der Wille zum letzten Widerstand. Dieser Geist wurde getragen von Soldaten, die bereits zw,ei Jahre im Osten stehen, die gewohnt waren, den Geg­ner nicht nur im Angriff, sondern auch in der Verteidigung zu schlagen. So lebte die­ser Geist auch im ärgsten Trommelfeuer in den Schluchten, Tälern und Balkas am Mius. Kompanien, zu Zügen zusammenge­schmolzen, bissen um sich wie die Löwen. Jede Höhe, jedes Haus verwandelten sie in feuernde Festungen. Nur wenn die Muni­tion zu Ende war, zogen sie sich zurück. Kaum waren die Patronentaschen wieder gefüllt, drehten sich die Grenadiere um und verteidigten weiter. Regimenter, die im Winter bereits Unmenschliches geleistet hat­ten, gaben hier erneut Proben einer un­beugsamen Härte.

Und der Feind? Er jubelte in die Welt hinaus:Sieg! Wir haben einen Brücken­kopf westlich des Mius gebildet. Noch hun-

lFortsetzMg auf Seite 21 ,

einer bewunderungswerten wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung und das System, das sie gebracht hat, alslchlechthin ideal. Ein ge­schichtlicher Rückblick wie auch logische Ueber- legungen zeigen freilich, daß nicht alles Gold ist. was glänzt so auch im Geld-, Kredit- und Währungswesen.

Wesentlich für das Verständnis der Geld­wirtschaft der Vorweltkriegszeit ist, daß es sich hierbei um ein weltumspannendes Sy­stem handelt, um eine Art Mechanismus, der so konstruiert war, daß er ohne Zulun einer staatlichen oder sonstwie von außen her wirksamen Gewalt sich selbst steuerte an­ders ausgedrückt, daß in ihm Regulative ein­gebaut waren, die dafür sorgten, daß jedes Aus schlagen der Entwicklung in der einen oder anderen Richtung sofort Gegenkräfte aus den Plan rief, die das Pendel wieder zurück auf einen Normalpunkt drängten. Ebenso wie in einem Dampfkessel beim Ent­stehen eines Ileberdrucks von selbst Ventile in Bewegung gesetzt werden, die die zulässige Belastung wieder herstellen, so trug auch die Eeldwirtschaft des Liberalismus eine ganze Reihe derartig selbsttätig wirksamer Ven­tile, Bremsen, Hebel usw in sich. Aus den ersten Anblick hat ein solchermaßen konstru­iertes System sicher etwas Faszinierendes an sich: eine Wirtschaftsversassung also, die ohne menschliches Zutun aus einer inneren Gesetz­mäßigkeit heraus sich selbst lenkt, und es gibt auch heute noch viele Leute, die dem Zauber einer solchen eiskalten, angeblich ewiggültigen Wirtschaftsmechanik erliegen, obgleich die Schwächen dieses Gebildes heute mit Händen zu greifen sind.

Das Währungsmetall des Liberalismus ,war das Gold. Wir sind heute geneigt, an­zunehmen, daß die gesamte liberale Wirt- Ichaftsepoche, also etwa die Zeit vom Aus­gang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegen­wart, währungsmäßig mit der Anwendung des Goldstandards zu identifizieren ist. Dem ist aber keineswegs so. Nur ein Land hatte Interesse an der Einführung von Goldwäh­rungen: England, das die damals höchstent­wickelte Jnbustriewirtschaft der Welt besaß und außerdem der Händler und Frachtführer der Welt war. Es hatte 1797 die Goldwäh­rung angenommen, mußte sie freilich als Folge der napoleonischen Kriege unmittel­bar darauf wieder aufgeben, um sie 1816 schließlich auf Empfehlung des Londoner jü­dischen Bankiers David Ricardo endgültig einzuführen.-Auf dem Pariser Münzkongreg von 1867 setzte die britische Vertretung die übrigen europäischen Nationen, die sehr ver­schiedenartige Währungsverfassungen hatten, unter starken Druck, um den allgemeinen Uebergang zur Goldwährung zu erreichen. Deutschland nahm im Münzgesetz von 1873 und im Bankgesetz von 1875 den Erund'atz der Goldwährung an, jedoch zeigen verschie­dene Bestimmungen dieser Gesetze, daß Vis- marck den von englischen Zungen vorgetra­genen Vorschlägen mit erheblichen Vor­behalten gegenüberstand. Die meisten Na­tionen nahmen in der Folgezeit die Gold­währung an, zuletzt auch die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Erst in den letz­ten Jahrzehnten vor dem Weltkrieg kann man also von einer Vorherrschaft der Eold- währungsidse sprechen. In der Zeit vorher war das Gold als Währungsmetall zumin­dest stark umstritten.

Trotzdem kann kein Zweifel darüber be­stehen, daß das Gold Eigenschaften besitzt, die er als prädestiniert für eine liberalistisch organisierte Weltwirtschaft erscheinen lassen müssen. Mit anderen Worten: wer den wirtschaftlichen Liberalismus bejaht, muß auch das Gold als Währungsmetall bejahen. Wie gezeigt, ist für die liberale Wirtschaft de.r Grundsatz der Selbststeuerung kennzeich­nend. Dazu bietet das Gold in vollem Um­fang die Handhabe. Erkennt die Weltwirt­schaft das Gold und dies geschah in den letzten Dezennien vor dem Weltkrieg als das letztlich alleinige internationale Zah- an,- so ergibt sich ein rein System der Steuerung, das folgende Gedankengänge um-

lunasmittel

mechanisches

etwa durch rissen ist:

Wie jedes Zahlungsmittel, so steht auch das Gold den umlaufenden Waren gegen­über. Sein Wert hängt ab von seiner Fä­higkeit, Waren zu erwerben. Ist wenig Gold da. und der Warenvorrat relativ groß, so steigt sein Wert. Ist viel Gold vorhanden, dagegen das Warenangebot gering, so fällt sein Wert. Hieraus ergibt sich zweierlei: erstens einmal, daß der Wert des Goldes nichts Absolutes ist, wie manche Leute glau­ben, sondern etwas Relatives, und zweitens, daß er vom stets schwankenden Verhältnis des vorhandenen Goldes zu den vorhandenen Waren abhängt. Der Goldwert errechnet sich mithin, wie der Wert eines jeden anderen Zahlungsmittels, reziprok aus der Gesamt­heit der Warenpreise.

Hieraus folgt eine weitere Ueberlegun Eine Wirtschaft, die so konstruiert istz da sie sich selbst steuert, muß ein Zahlungsmittel haben, das in einer der jeweiliqen wirtschaft­lichen Lage entsprechenden Menge vorhan­den ist. Anders gesagt: es darf weder zuviel, noch zu wenig im Umlauf sein. Diese Selbst- steurung setzt an den Erzeugungsstättvn des Goldes, in den Minen, ein. Sntt die Waren­preise hoch, so pflegen auch die Löhne dex