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Varreicmrtkclie Layeszettung
Dos Pml4dlatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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üer NationalldziaUsten. Vremens
flmlliches verkündungsblatt des Bcicstsstaklstaltecs in Oldenburg und Bremen
71r. 242 , 1Z. Jahrgang
Donnerstag, 2. September 1S4Z
kinzelpreis 13 Dpf.
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Drahtbericht unserer Berliner Schrift leitung Lr. v. «oL. Berlin, 1. September. In der „olischen Presse wird die neue Phase des Luftkrieges mit auffällig zunehmender Nervosität erörtert. In der Londoner „Daily Mail" wendet sich der Lüftsahrttorrespon- dent des Blattes. Lollin Vsdnall, mit scharfer Ironie gegen „die in der britischen Oes- rentlichkeit verbreitete irrige Ansicht, die englisch-amerikanische Luftwaffe könne Verluste, die zehn Prozent der angreifenden Flugzeuge nicht übersteigen, aushalten". Es dürfte schon seine besonderen Gründe haben, Wenn in so zugespitzter Weise die englische Oeffentlichkeit darüber belehrt werden mutz, datz sie sich auf diesem Gebiet der Kriegführung nicht länger einem verhängnisvollen Irrglauben hingeben darf. und diese Gründe werden nach dem militärischen Fehlschlag des Luftangriffes gegen Berlin erst recht ein«
1 Verstärkung erfahren haben.
, . Ja, wenn zehn Prozent noch die äußerste D Grenze der Derlustquote für den Angreifer « im Luftkrieg darstellten, dann könnte man v vielleicht, vielleicht diese gewiß schon ge- r nügend schmerzliche Tatsache der britischen
2 Oeffentlichkeit gegenüber zu vernebeln ss suchen. Wie man das macht, dafür konnten i wir gerade in den letzten Tagen einige ^ typische Beispiele verzeichnen. Entweder man i erhöhte willkürlich die Zahl der tatsächlich
eingesetzten Flugzeug«, um den Prozentsatz ! der Verluste scheinbar zu senken, oder man ab nur einen Bruchteil der tatsächlich >er- ttenen Verluste zu. Auf beiden Wegen ben die agitatorischen Helfer Churchills r Glück schon versucht. Die Sache gewinnt <cker ein ganz anderes Gesicht, wenn die Derlustquote oerart ansteigt, daß die militärisch verantwortlichen Stellen in Ueber- legungen darüber eintreten müssen, ob das Programm des Terrorkrieges in der ur- ,s sprünglichen Form aufrecht erhalten werden L kann. Der Luftfahrtkorrespondent der „Daily D Mail" dürfte ja nicht ohne Fühlung mit ff maßgeblichen Stellen einfach ins Blaue hin- » Eingeschrieben haben, wenn er es schon als 1 fraglich bezeichnet, ob Verluste in 8er durch- f schnittlichen Höhe von 1V Prozent auf die t Dauer ertragen werden könnten. Bei den letzten Unternehmungen der britisch-amerikanischen Luftwaffe gegen das Reichsgebiet ist Über die Verlustquote durch die Neuorganisation der deutschen Abwehr auf 20 und in
- einigen Fällen sogar auf 30 Prozent gestei- k gert worden, während gleichzeitig den geg- ! lyrischen Angriffen die beabsichtigte Entfal-
tung, konzentrische Durchführung und Wir- t kung verwehrt blieb.
In besonders auffälliger Weise ist das bei > dem letzten Angriff auf die Reich ^Hauptstadt i in Evscheinung getreten. Die Zersplitterung ! des feindlichen Angriffs schon auf dem An- ' fing hat unter anderem bewirkt, daß die angerichteten Schäden und erfreulicherweise
- auch die Opfer an Toten und Verletzten in keiner Weise mehr in dem vom Feinde erstrebten Verhältnis zum Einsatz stehen. Wenn es in diesem besonderen Falle so weif gekommen ist. daß die Zahl der Gefallenen auf unserer Seite nur einen Bruchteil von der Zahl der abgeschossenen Vesatzungsmit- glieder der feindlichen Flugzeuge darstellt, so muß uns das bei allem Schmerz um jedes einzelne Opfer auf unserer Seite doch im Hinblick auf die Gesamtentwicklung zum Anlaß der Genugtuung und des wachsenden Vertrauens werden, während man umgekehrt in London sich vor sehr ernste Probleme gestellt steht und gewiß keine Ursache fürFren- denausbrüche mehr finden wird. Die Frage, wieweit angesichts dieser Entwicklung des Luftkrieges der Einsatz vieler lang ausgebildeter Spezialtruppen noch gerechtfertigt werden kann, werden sich heute immer mehr nachdenkliche Engländer stellen.
' Der erwähnte Luftfahrtkorrespondent der „Daily Mail" weist insbesondere auf die Frage der Erlatzquoie hin. die die einzelnen Fluqzeugformationen für Ausfälle erhielten. Diese Quote, so sagt er. kenne man leider nicht, wie man auch nichts über die Bauzeit eines Bombers wisse. Er habe nur gehört, daß für die Herstellung etwa 70 000 Arbeitsstunden nötig seien und das vermittle immerhin einen Begriff davon, wie schwer für die Gesamtproduktion der Verlust auch
vrsl nsus LicksolimdtrSssr
Berlin, 1. September. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an folgende Angehörige der Luftwaffe: Major Hartmann Erasser, Eruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, als 288; Oberleutnant Wolf Udo Eitel, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, als 288. und Hauptmann Heinrich Prinz zu Sayn-Wittgenstein, Gruppenkomman- deur in einem Nachtjagdgeschwader, als 280. Soldaten der deutschen Wehrmacht.
Oberleutnant Wolf Eitel hat die Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes nicht mehr erlebt, da er im Juli d. I. den Heldentod starb.
Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalleutnant Siegmund Freiherr v. Schleinitz, Kommandeur einer Infanterie-Division; Generalleutnant Friedrich Hochbaum. Kommandeur einer Infanterie-Division; Generalleutnant Vollrath Luebbe, Kommandeur einer Panzer-Division; Major Wudolf Tritt el, Bataillonskommandeur in einem Grenadier-Regiment; Oberleutnant d. Res. Werner Flack, Kompaniechef in einem Läger-Regiment. ^ ^
nur eines einzigen großen Bombers wiege, ganz abgesehen davon, daß jeweils eine wertvolle Besatzung mit verloren gehe. Gleichzeitig wird in dieser Betrachtung festgesteltt, daß die britischen und amerikanischen Piloten auf Grund ihrer Erfahrungen durchaus nicht optimistisch seien. Sie hätten vielmehr die Ueberzeugung gewonnen, daß der vor ihnen liegende Weg sehr hart und schwer sei. In der Luftverteidigung jedenfalls sei der Widerstand der Deutschen beispiellos. Die deutsche Luftverteidigung werde von sehr fähigen Händen gelenkt. Der Feind müsse eine große Anzahl Nachtjäger besitzen, denn sowohl bei dem Luftangriff auf Berlin als auch Lei dem auf Nürnberg seien feindliche Jäger in einem sehr großen Umfange zur Abwehr eingesetzt worden. Einzelne Ve- satzungsmitglieder hätten bei den letzten Angriffen mit eigenen Augen gesehen, wie fünf
oder manchmal sogar sechs der mit ihnen fliegenden Bomber auf einmal abgeschossen worden seien. Berlin und Nürnberg lägen nun aber so weit auseinander, Laß es nicht die gleichen Nachtgeschwader gewesen sein könnten, auf die die augloamerikanischen Bomber gestoßen seien. In beiden Fällen aber sei die Abwehr gleich stark gewesen.
Diese besorgten und geradezu beschwörenden Betrachtungen der „Daily Mail" wurden geschrieben, ehe die Erfahrungen des neuen Luftangriffes auf Berlin vorlagen. Wie die Stimmung demnach heute bei den verantwortlichen Männern aussehen mutz, kann man sich danach ungefähr ausmalen, zumal sie ja noch gar nicht wissen, wie die weitere Entwicklung der neuen deutschen Abwehrorganisation aussehen wird. Das Loch in der Spekulation mit dem Terrorkrisg wird jedenfalls immer größer.
Hatt^esieaeete
Von 1Iniv.-?roksssor vr. Hans ll. ll o k I t s I ä, Köln
I« eiuer Zeit. i» der das Grotzbeutsche Reich und mit ihm der europäische Kouti- «eut zum Eutscheiduugskampf gegen die auglo-amerikanischen Demokratie» angetreten ist. erscheint es notwendig, auch dem lebten Volksgenosse» klarzumachen, dah es zwischen den Gruudanssassunge» der Plutokratie und des Kapitalismus, der Demokratie nud des Liberalismus auf der eine» Seite und unserer nationalsozialistischen Lehre und Praxis auf der anderen keine Brücke gibt. Liberalismus — das ist eine Weltanschauung, die sich aus den verschiedenste» Gebieten des menschliche» Zusammenlebens, in der Sphäre der Politik, der Wirtschaft, der Kultur, des Rechtslebens und zahlreichen anderen. Lubert. Welche außerordentliche« Gefahren die Konzeption des Liberalismus aus wirtschaftlichem Gebiet hervorruft, zeigt hier ein führender Vertreter der deutschen Wirtschaftswissenschaft mit dem Ergebnis: Der Liberalismus gehört endgültig der Vergangenheit au. Wo er noch Stellungen hält. müssen diese überwunden werden.
Manch einer, namentlich von den Aelteren unter uns, denkt gern an die Jahre vor dem ersten Weltkrieg zurück, in denen er sein Gehalt oder seine sonstigen Einkünfte in klingender Münze, in glänzenden Gold- oder Silberstücken entgegennehmen konnte. Frei und ungehindert durste er mit seinem Einkommen verfahren wie er wollte; jedes käufliche Gut stand ihm zum Erwerb zur Verfügung, und die einzige Grenze für seine Kauflust zog die Zahl und der Wert jener Gold- und Silbermünzen, die so angenehm in seinem Beutel klirrten. AÜzuleicht erscheinen ihm jene Jahrzehnte als die Zeit
Die Lugiislbilsus äss Seekrieges
/ci^/rs/c^s unc/ 70 /"/anc/s/rrc/ii^s mit 377 000 verrenkt — Vs/tsc/sr 134 3ow/'stp0tirs5
vernietet — 33 trrt'tt'rcki-omsnkomrc/is f/ugrsugs obgsrckiosrsn
AusdemFührerhauptquartier, 1. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Mehrere seindliche Angriffe gegen Stellungen rumänischer Truppen am Kuban- Brückenkopf brachen zusammen. Im Kampfgebiet wostlich des Mius, westlich Charkow im Raum von Ryisk, Ssewsk und westlich Wjasma scheiterten zahlreiche sowjetische Angriffe zum Teil in harten Nahkämpfen. Eigene Gegenangriffe waren erfolgreich. Im Nordabschnitt der Front verlief der Tag im allgemeinen ruhig. Die Sowjets verloren gestern 181 Panzer.
Bor dem Hafen Jeisk am Asow-Meer versenkten leichte deutsche Seestreitkräfte ein feindliches Kanonenboot. Bei den Abwehr- kämpfen im Raum von Isjum hat sich das 40. Panzerkorps unter Führung des Generals der Panzertrupprn Henri ci besonders ausgezeichnet. Fernkampfbatterien der Kriegsmarine nahmen einen feindlichen Kriegsschisfsverband vor der englischen Küste unter Feuer und schössen «in Fahrzeug in Brand.
I» der vergangenen Nacht griffen starke britische Fliegerkriifte erneut das Gebiet von
Eroß-Berlin an. Unsere Nachtjäger zersprengten im Zusammenwirken mit Flak- und Scheinwerferbatterien die feindlichen Bomberverbände, so dah die vom Feind beabsichtigte zusammengefaßte Wirkung nicht zustande kam. In einigen Stadtbezirken sowie in der Umgebung der Reichshauptstadt entstanden zum Teil erhebliche Zerstörungen. Die Bevölkerung hatte geringe Verluste. Einzelne feindliche Störflugzeuge warfen planlos Bomben auch auf andere Orte des Reichsgebiets. Luftverteidi- gungskräfte brachten nach bisher vorliegenden Meldungen 47 britische Bomber zum Absturz. Acht weitere Flugzeuge verlor der Feind am gestrigen Tage über den besetzten Westgebieten.
Kriegsmarine und Luftwaffe versenkten im Monat August zwei Kreuzer, sechs Zerstörer, ein Unterseeboot, ein Minensuchboot und fünf Schnellboote und beschädigten ein Schlachtschiff, zehn Kreuzer, neun Zerstörer, fünf Schnellboote sowie fünf weitere Kriegs- schisfseinheiten.
Ferner wurden 70 Handelsschiffe mit 377 000 BRT. sowie vier Transportsegler vernichtet, 125 weitere Schiffe mit rund 580 000
Vruttoregistertonnen getroffen. Die Beschädigungen eines Teiles der getroffenen Kriegsund Handelsschiffe sind so schwer, daß auch mit ihrem Verlust gerechnet werden kann." *
Wie der OKW.-Bericht meldet, wurden im Monat August 70 Handelsschiffe mit 377 000 BRT. sowie vier Transportsegler vernichtet. Ferner wurden 125 andere Schiffe mit rund 580 000 BRT. durch Bomben getroffen. Ein nicht unerheblicher Teil der bombardierten Schiffe ist so schwer beschädigt worden, daß dieser Frachtraum von der Gegenseite auf das Verlustkonto gesetzt werden mußte. Es sind beinahe eine Million BRT., die von unseren Kampfeinheiten über und unter Wasser und in der Luft in die Vernichtungszangen genommen wurden. Die Erfahrung lehrt, daß nicht allzuviel dieser Schiffe in Reparatur gegangen sind, oder überhaupt reparaturfähig blieben. Man mutz dem August-Ergebnis das Ergebnis des Monats Juli an die Seite stellen. Im Juli begann das Sizilienunternehmen unter Einsatz ungezählter feindlicher Transporter. Aus den Landungsflotten, aber auch aus E:leit- lFortsetzung auf Seite 2j
vie letzten lege Honigs voris
8/Klärung clss dulgorkclisn ^tin/Ltsrprä5i'äsntsn ?ro/sL§or l-i/oll
ep. Sofia, 1. September. Der bulgarische Ministerpräsident Professor Filoff gab vor der bulgarischen Presse eine Darstellung des Lebens und der Erkrankung des Königs Voris. Einleitend teilte er mit, daß sich der verstorbene Herrscher eine Woche vor seiner Erkrankung im Kurort Tschamkorja im Rila- Eebirge aufhielt. Am 8. August habe er zu Pferde einen Ausflug auf den höchsten Berg Bulgariens, den fast 3000 Meter hohen Musallah, unternommen. Den Rückweg legte der König teils zu Fuß, teils zu Pferde zurück, wobei ihm viele Touristen begegneten, die den König herzlich begrüßten und mit denen er auch einige Worte wechselte. Am Abend dieses Tages traf er wieder auf seinem Jagdschloß in Tschamkorja ein. Am folgenden Tage, dem 19. August, begab er sich auf einen Ausflug in die Umgebung von Tschamkorja und empfing am 20. August den bulgarischen Gesandten in Berlin, Professor Zagoroff, in Audienz. Hierauf folgten am 21. August, einem Sonnabend, vormittags eine Jagd auf Hirsche, während am Nachmittag die königliche Familie im Schloß eintraf.
Der Sonntag war einer zweistündigen Audienz für den Kriegsminister Generalleutnant Michoff gewidmet, und am Montag, dem 23. August, fuhr der König in seinem Wagen nach der Hauptstadt, um wieder im Schloß Aufenthalt zu nehmen und dort zu arbeiten. Während des Nachmittags erstattete der Chef der Privatkanzlei des Königs, Eruef, einen Bericht und legte ihm einige Erlasse zur Unterschrift vor. Am gleichen Tage, um 19.31 Uhr, traten die ersten Anzeichen einer Erkrankung beim König auf, die auf nervöse physische Ueberarbeitung schließen ließen. Der Hofarzt Dr. Daskaloff und die übrigen Aerzte waren sich sofort über die Diagnose der Krankheit klar und trafen die entsprechenden ärztlichen Maßnahmen. Der König aber zeigte sich schon müde und schlummerte zeitweilig. Am Freitag trat eine gewisse Besserung in seinem Befinden ein, die sich, wie bekannt, als nur vorübergehend herausstellte.
Ministerpräsident Pros. Filoff fügte dieser Darstellung hinzu, daß der König schon frü-
fi'nden. Das feierliche Psgräbnis des toten Monarchen wird am Sonntag wahrscheinlich um 9.30 Uhr vormittags mit einem Trauerakt in der Nswski-Kathedrale beginnen, worauf sich der Trauerzug durch die Straßen Sofias bewegen wirb. Die Beisetzung erfolgt nicht in der Gruft der Newski-Kathsdrale zu Sofia, sondern in dem größten National- heiligtum Bulgariens, im Rila-Kloster. ,
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sv. Sofia, 1. September. Vergeblich wurde in Sofia nach einem Testament des verstorbenen Königs Boris gesucht, wie Ministerpräsident Filoff am Dienstag mitteilte. Der Ministerpräsident erklärte auf Anfragen von Journalisten, ob der verstorbene König ein Schreiben mit der Bezeichnung eines Regentschaftsrates hinterlassen habe, „leider nein". Er fügte hinzu, auf der Suche nach einem solchen Schriftstück sei weder ein Testament noch irgend eine Aufzeichnung darüber gefunden worden, aus der aus die Existenz eines Testaments geschlossen werden könne.
her mehrfach den Wunsch geäußert hatte, im Auch gegenüber seinen Verwandten habe sich Rlla-Eebirge (wo sich das berühmte Rila- der König niemals über die Abfassung eines Kloster befindet) seine letzte Ruhestätte zu solchen Testaments geäußert.
vis Loivjets am klius sckver sersedlssea
Onbofmksrr/g rsirck/ogsn ciis ^ng,i//Lvs,k>ä5iäs c/s§ kissrss imä c/sr äsn K/iäsirtonä
Wie das Oberkommando der Wehrmacht bekanntgab, lind die Versuche des 'Feindes, am Mius unsere Front zu durchbrechen, unter hohen Verlusten abgewiesen. Der nachstehende Bericht gibt einen Ausschnitt aus den heftigen Kämpfen am Mius, die von den S.owjets unter Einsatz von Panzern und zahlreichen Schlachtfliegern geführt wurden und doch ergebnislos verliefen.
js-PK. Tausend Schluchten, Täler und Balkas durchziehen das weite, sonnendurch- glllhte Land nördlich des Asowschen Meeres. Dort, wo die Schwarzerde der Ukraine aufhört, steht Steppengras, soweit das Auge reicht. Vereinzelt ist diese Steppe durchsetzt von Sonnenblumenfeldern, von Birkenwäld- chen und Dörfern, deren Häuser aus Felsgestein, Spielzeugschachteln gleich, an den Hängen kleben. Von Norden nach Süden strömt in unzähligen Windungen der Mius, im Sommer wasserarm dahinrieselnd, im Frühjahr wildschäumend über seine Ufer tretend und im Winter in Eis und Schnee erstarrend. Das ist die Landschaft, die man die Miusfront nennt, nachdem im Winter
breitert sich, und über der Steppe am westlichen User stehen kilometerhohe Rauchwolken gegen den Himmel. Erneut ist der Gegner mit stärksten Kräften angetreten. Die Ziele waren die gleichen wie früher. Nur die Mittel, die ihm diesmal zur Verfügung standen, übertrafen alles Dagewesene. Es war weit gesteckt, das feindliche Angriffsziel. Kurz gesagt, bezweckte es die Ausrottung der gesamten deutschen Südfront und eine Kesselbildung im Dreieck Stalino-Taganrog- Mariopol. Griff der Gegner früher am Mius frontal an, so verlegte er sich diesmal aus Schwerpunktbildungen.
Ein Feuerorkan raste in der Julimitte über die deutschen Stellungen westlich des
1941-42 deutsche Divisionen westlich des Mius. Hunderte von sowjetischen Schlacht- Flusses ihre H^ st^en sich auf die Bunker und
gezahlte Angriffe hat diese Front Schützengräben. In diesem Schleier wurde
gehalten Immer wieder bildete der Mius der Mius überwunden. Fünf Panzerdivi- einen Prellbock in den sowfetlschen Stürmen, stonen und achtzehn Eardeschutzendivisionen
I Jetzt färben sich seine Wasser wieder rot. kDvS Trichterfeld an seinen Rändern »er
stürmten auf engstem Raume gegen unsere Linien, gegen den Abschnitt nur schwacher
deutscher Stellungsdivisionen — eine lleber- macht, die jeden Gegner überrennen mußte. Doch in der sowjetischen Rechnung waren nur die deutschen Geschütze, Bunker und Gewehre vorgesehen. Womit der Gegner nicht rechnete, das war der Geist, der Wille zum letzten Widerstand. Dieser Geist wurde getragen von Soldaten, die bereits zw,ei Jahre im Osten stehen, die gewohnt waren, den Gegner nicht nur im Angriff, sondern auch in der Verteidigung zu schlagen. So lebte dieser Geist auch im ärgsten Trommelfeuer in den Schluchten, Tälern und Balkas am Mius. Kompanien, zu Zügen zusammengeschmolzen, bissen um sich wie die Löwen. Jede Höhe, jedes Haus verwandelten sie in feuernde Festungen. Nur wenn die Munition zu Ende war, zogen sie sich zurück. Kaum waren die Patronentaschen wieder gefüllt, drehten sich die Grenadiere um und verteidigten weiter. Regimenter, die im Winter bereits Unmenschliches geleistet hatten, gaben hier erneut Proben einer unbeugsamen Härte.
Und der Feind? Er jubelte in die Welt hinaus: „Sieg! Wir haben einen Brückenkopf westlich des Mius gebildet. Noch hun-
lFortsetzMg auf Seite 21 ,
einer bewunderungswerten wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung und das System, das sie gebracht hat, alslchlechthin ideal. Ein geschichtlicher Rückblick wie auch logische Ueber- legungen zeigen freilich, daß nicht alles Gold ist. was glänzt — so auch im Geld-, Kredit- und Währungswesen.
Wesentlich für das Verständnis der Geldwirtschaft der Vorweltkriegszeit ist, daß es sich hierbei um ein weltumspannendes System handelt, um eine Art Mechanismus, der so konstruiert war, daß er ohne Zulun einer staatlichen oder sonstwie von außen her wirksamen Gewalt sich selbst steuerte — anders ausgedrückt, daß in ihm Regulative eingebaut waren, die dafür sorgten, daß jedes Aus schlagen der Entwicklung in der einen oder anderen Richtung sofort Gegenkräfte aus den Plan rief, die das Pendel wieder zurück auf einen Normalpunkt drängten. Ebenso wie in einem Dampfkessel beim Entstehen eines Ileberdrucks von selbst Ventile in Bewegung gesetzt werden, die die zulässige Belastung wieder herstellen, so trug auch die Eeldwirtschaft des Liberalismus eine ganze Reihe derartig selbsttätig wirksamer Ventile, Bremsen, Hebel usw in sich. Aus den ersten Anblick hat ein solchermaßen konstruiertes System sicher etwas Faszinierendes an sich: eine Wirtschaftsversassung also, die ohne menschliches Zutun aus einer inneren Gesetzmäßigkeit heraus sich selbst lenkt, und es gibt auch heute noch viele Leute, die dem Zauber einer solchen eiskalten, angeblich ewiggültigen Wirtschaftsmechanik erliegen, obgleich die Schwächen dieses Gebildes heute mit Händen zu greifen sind.
Das Währungsmetall des Liberalismus ,war das Gold. Wir sind heute geneigt, anzunehmen, daß die gesamte liberale Wirt- Ichaftsepoche, also etwa die Zeit vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, währungsmäßig mit der Anwendung des Goldstandards zu identifizieren ist. Dem ist aber keineswegs so. Nur ein Land hatte Interesse an der Einführung von Goldwährungen: England, das die damals höchstentwickelte Jnbustriewirtschaft der Welt besaß und außerdem der Händler und Frachtführer der Welt war. Es hatte 1797 die Goldwährung angenommen, mußte sie freilich als Folge der napoleonischen Kriege unmittelbar darauf wieder aufgeben, um sie 1816 schließlich auf Empfehlung des Londoner jüdischen Bankiers David Ricardo endgültig einzuführen.-Auf dem Pariser Münzkongreg von 1867 setzte die britische Vertretung die übrigen europäischen Nationen, die sehr verschiedenartige Währungsverfassungen hatten, unter starken Druck, um den allgemeinen Uebergang zur Goldwährung zu erreichen. Deutschland nahm im Münzgesetz von 1873 und im Bankgesetz von 1875 den Erund'atz der Goldwährung an, jedoch zeigen verschiedene Bestimmungen dieser Gesetze, daß Vis- marck den von englischen Zungen vorgetragenen Vorschlägen mit erheblichen Vorbehalten gegenüberstand. Die meisten Nationen nahmen in der Folgezeit die Goldwährung an, zuletzt auch die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Erst in den letzten Jahrzehnten vor dem Weltkrieg kann man also von einer Vorherrschaft der Eold- währungsidse sprechen. In der Zeit vorher war das Gold als Währungsmetall zumindest stark umstritten.
Trotzdem kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das Gold Eigenschaften besitzt, die er als prädestiniert für eine liberalistisch organisierte Weltwirtschaft erscheinen lassen müssen. Mit anderen Worten: wer den wirtschaftlichen Liberalismus bejaht, muß auch das Gold als Währungsmetall bejahen. Wie gezeigt, ist für die liberale Wirtschaft de.r Grundsatz der Selbststeuerung kennzeichnend. Dazu bietet das Gold in vollem Umfang die Handhabe. Erkennt die Weltwirtschaft das Gold — und dies geschah in den letzten Dezennien vor dem Weltkrieg — als das letztlich alleinige internationale Zah- an,- so ergibt sich ein rein System der Steuerung, das folgende Gedankengänge um-
lunasmittel
mechanisches
etwa durch rissen ist:
Wie jedes Zahlungsmittel, so steht auch das Gold den umlaufenden Waren gegenüber. Sein Wert hängt ab von seiner Fähigkeit, Waren zu erwerben. Ist wenig Gold da. und der Warenvorrat relativ groß, so steigt sein Wert. Ist viel Gold vorhanden, dagegen das Warenangebot gering, so fällt sein Wert. Hieraus ergibt sich zweierlei: erstens einmal, daß der Wert des Goldes nichts Absolutes ist, wie manche Leute glauben, sondern etwas Relatives, und zweitens, daß er vom stets schwankenden Verhältnis des vorhandenen Goldes zu den vorhandenen Waren abhängt. Der Goldwert errechnet sich mithin, wie der Wert eines jeden anderen Zahlungsmittels, reziprok aus der Gesamtheit der Warenpreise.
Hieraus folgt eine weitere Ueberlegun Eine Wirtschaft, die so konstruiert istz da„ sie sich selbst steuert, muß ein Zahlungsmittel haben, das in einer der jeweiliqen wirtschaftlichen Lage entsprechenden Menge vorhanden ist. Anders gesagt: es darf weder zuviel, noch zu wenig im Umlauf sein. Diese Selbst- steurung setzt an den Erzeugungsstättvn des Goldes, in den Minen, ein. Sntt die Warenpreise hoch, so pflegen auch die Löhne dex