Ausgabe 
(25.7.1943) 203
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Parteiamtliche Layeszeitung

Dos flmtsdlatt des Negierenden Bürgermeisters der §reien fjansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten vremens

flmtliches verkündungsbiatt des Beichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 20Z , 1Z. Jahrgang

Sonntag, 25. Juli 1S4Z

kinzelpreis 13 Npf.

Vslsscdell gegen keüiäsiiellulslionen

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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleituna

vr. V. scd. Berlin, 24. Juli. Im Osten tobt die Schlacht nunmehr fast an der ge­samten Front von rund 17VÜ Kilometer. Viele Hunderte von Divisionen und Mil­lionen von Soldaten sind auf beiden Seiten eingesetzt. Die Entwicklung» die die Kämpfe im Verlauf der letzten Wochen genommen haben, entspricht ganz offenkundig nicht den ursprünglichen Auffassungen der sowjetischen Heeressührung.

Wie sich im Verlauf unseres Angriffes im Raum um Kursk ganz unzweifelhaft heraus­gestellt hat, zielte der Plan des Gegners darauf hin, von einem herausragenden Bal­kon der Front aus nach vorausgehender ge­waltiger Massierung von Material und Trup­pen einen Durchbruch zu erzwingen, um dann die anschließenden Frontabschnitte mit dem (Ziel in Bewegung zu bringen, unsere Stel- ^lungen aufzurollen. Als jedoch auf der Sowjetseite der Angriffsbefehl östlich und nördlich von Orel sowie an der Mius- und Donez-Front gegeben wurde, war der hier ins Auge gefaßte Charakter der Kämpfe als. zahnradmäßig ineinander greifende Auswei­tung eines Hauptoffensivstoßes und eines Durchbruchs sozusagen schon denaturiert.

Angesichts der Beweglichkeit der deutschen Truppenführung mußten die Sowjets in- - zwischen zu der Erkenntnis gelangen, daß sie durch Ballung der Kräfte an einzelnen Frontabschnitten nicht zum Ziel gelangen können. Darum versuchten sie es in der neuen Phase der Kampfentwicklung mit einer Ausweitung des Drucks auf fast die ganze Front. Man muß den Eindruck gewin­nen, daß die sowjetische Heerführung jetzt an Truppen und Material in die Offensive hineinwirft, was ihr überhaupt im gegen­wärtigen Zeitpunkt zur Verfügung steht, um, käste es was es wolle, doch noch an ir­gend einer Stelle den Durchbruch zu erzwin­gen.Die Tatsache", so folgert der ^Popolo D' Jtalia" in einer Betrachtung zur Lage im Osten,daß Stalin trotz der anfänglichen Zerschlagung seines Planes auf der Absicht beharrt, eine unmittelbare und möglichst definitive Entscheidung herbeizuführen, in­dem er um jeden Preis seine Anstrengungen vervielfältigt, und zwar nicht nur an Schwerpunkten des Kampfes, wo dies eine gewisse Berechtigung haben könnte, sondern nahezu überall an der Front, bedeutet ganz offensichtlich, daß er keine Zeit mehr sieht, abzuwarten, bis der Kontinent vom Westen oder vom Süden her überfallen wird, son­dern seinerseits mit dem Willen zum größt­möglichen Resultat seine letzten Geschosse abschießt".

. In diesem gewaltigen Ringen ist es in der Tat zu einem in diesem Kriege noch nicht er­lebten Materialeinsatz gekommen, das auf sowjetischer Seite in einem riesigen Ausmaß ständig.verschlissen wird, während sich unsere Verluste demgegenüber wirklich in relativ engen Grenzen bewegen. Da, wo ein starr­sinniges Festhalten an der ursprünglichen

Frontlinie angesichts der Möglichkeit von Flankenbedrohungen die Gefahr auch größerer Verluste auf unserer Seite einschließen würde^ wie das in dem nach Osten aus- schwingenden Bogen auf der Sehne von Suchinitschi bis Orel der Fall sein könnte, zögert unsere militärische Führung durchaus nicht, den feindlichen Plan durch den Ueber- gang zu einer mehr elastischen Kampffllh- rung zu vereiteln, an allen anderen Stellen der riesigen Front, wo sie nämlich im gro­ben und ganzen schon auf begradigter Linie verläuft, sind alle sowjetischen Bemühung gen bisher unter unheimlichen Verlusten schon im Anlauf zerschlagen worden.

Wenn es sich also bei dieser Sommeroffen­sive der Sowjets um einen Verzweiflungs­ausbruch handelt, weil sie nämlich ohne die Ernährungsgrundlage der Ukraine nicht mehr lange auszuhallen können glauben, wenn sie darum alle verfügbaren Kräfte in die Schlacht geworfen Haben, so ist, wenn nach dem bisherigen Verlauf der Kämpfe unsere weiteren Hoffnungen sich erfüllen sollen, der Zeitpunkt abzusehen, wo der östliche Gegner in einen Zustand schwerster Ermattung fal­len mutz.

Wie sich die Dinge also bisher darstellen, klappt es auch nicht recht mit dem zeitlichen Zusammenspiel der Sowjetoffensive und dem anglo-amerikanischen Unternehmen im Mit­telmeerraum. So viele Kräfte vermögen die Sowjets an der Ostfront eben doch nicht zu binden, daß der Westen und Süden der Festung Europa entblößt werden müßte und daß die Engländer und Amerikaner ihren Angriff auf den Kontinent wie einen Spa- ziergang durchführen könnten. Wenn jetzt, von Eisenhower angefangen, sich die verschie­densten maßgeblichen Stellen in England und den Vereinigten Staaten gegen übertriebe­nen Optimismus im Hinblick auf die weite­ren Ereignisse im Mittelmeerraum wenden, so ist das mit der Enttäuschung darüber zu erklären, daß gerade der Einsatz deutscher

Truppen, die man im Osten gebunden wähnte, zur Versteifung des Widerstandes auf Sizilien geführt hat.

Der General Eienhower hat Nach einer Meldung des spanischen^"-Korresponden­ten festgestellt,daß der deutsche Widerstand in Sizilien nicht schwächer, sondern stärker werde. Die Deutschen hätten ihre Verteidi­gungslinie am Aetna aufeinem sehr star­ken Terrain" angelegt, seien umorganisiert und kämpften mit Tapferkeit und Geschick- lichkeit, so daß man noch mit sehr schweren Kämpfen auf Sizilien rechnen müsse. Statt rascher Vormärsche werde man, ganz im Ge­gensatz zu Tunesien, Meier um Meter feind­lichen Bodens erobern müssen. Der englische Nachrichtendienst berichtet ebenso von einem außerordentlichen zähen Widerstand" der Deutschen bei Catania. Viele unserer Män­ner, die die ganzen Wllstenkämpfe mitmach­ten, bezeichnen die gegenwärtige Schlacht als die schwerste die sie je erlebten. Deutsche Soldaten aus der Ebene von Catania sind als Typen entschlossener Männer und über­zeugter Nazis bekannt, die das Feuer bis zum letzten Augenblick aufrechterhalten." Schließlich verweist auch noch der Washing­toner Korrespondent der in Buenos Äires erscheinenden ZeitungNacion" darauf, die Schlacht um Catania beweise, daß die Alliier­ten in Italien keineswegs mit offenen Ar­men aufgenommen würden. 2m Raum von Catania stehen jedenfalls deutsche Truppen in einer festen Abwehrfront, und auch der rechte Flügel der Front macht dem Gegner in erfolgreicher Verteidigung das Loben weiterhin schwer. Die anglo-amerikanisch- sowjetische Spekulation, daß man uns ent­weder im Osten oder im Mittelmeerraum schnell würde überrennen können, ist von der Verwirklichung ebenso weit entfernt wie am Beginn der kombiniert geplanten feindlichen Sommerunternehmungen. Die Zeit aber ar­beitet in dieser Lage offenkundig nicht für den Gegner.

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Im OLW.-llerickt vom 21. ckuli land ein kükner Vorstoü eines ckeutscken Lcknsllboot- verbsnckes gegen den vom ?eind besstrtsn Haken von L^rakns.besonders llrivsknung. Die Lckneliboote Zriktsn in cker bellen, klaren Ivlondnackt einen britiscksn Lsleitrug an und versenkten kierbsi in übsrrascksndew /^ngrikk rv/ei Zerstörer und einen vampker.

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Von Zoknnn 8. Oietrick

Wir können mit den Bolschewisten keine Verträge schließen, wir haben zu unterschei­den zwischen Recht und Unrecht, zwischen Verrat und Ehre." So sprach Winston Chur­chill in seiner Unterhausrede vom 12. April 1919. Das Wort ist in seiner lapidaren Wucht so stark und wirksam, daß Gutgläubige es als die Fundamentalerkenntnis eines in seinem Urteil vermeintlich kompromißlosen Poli tikers geradezu als Dogma britischer Politik betrachten könnten, wenn nicht desselben

Me sowjelkckev viircdbrlieksvsrLiiclie abgewiesen

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Führerhauptquartier, 24. Juli. Der Führer verlieh am 23. Juli 1843 das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberst Dietrich Peltz als-31. Soldaten der Deutschen Wehr­macht. Die hohe Auszeichnung wurde ihm vom Führer persönlich überreicht.

Oberst Peltz, der als dritter Kampfflieger das Eichenlaub mit Schwertern erhielt, ist als Sohn eines Fabrikdirektors am 9. Juni 1914 in Eera (Neust) geboren. Im Frühjahr 1933 würde er mit dem Eintritt in eine Kraftfahrabteilung des Heeres Soldat, um später zur Luftwaffe versetzt zu werden. Im Kriege zeichnete er sich als Staffelkapitän in einem Sturzkampfgeschwader hervor­ragend aus: Nach Polen und Frankreich er­wuchs auf zahlreichen unermüdlichen und erfolgreichen Einsätzen gegen England sein hoher fliegerischer Ruhm. Für ferne großen Leistungen verlieh der Führer dem dama­ligen Oberleutnant im Oktober 1940 das 'Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Schiffs- bekämpsung und Sturzkampfangrifse waren die besonderen Gebiete dieses glänzenden Kampffliegers, neben dessen Kühnheit und Schneid gleichwertig vorbildliche Führer­eigenschaften stehen, die ihn befähigten, sich als Angriffsführer deutscher Kampfverbände hervorzutun. Als ihm der Führer am 31. 12. 1941, das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes verlieh, war er noch Hauptmann. Dann stieg er in rascher Folge zu seinem jetzigen Dienstgrad auf, mit "29 Jahren einer der jüngsten Obersten der Luftwaffe.

Aus dem Führerhauptquartier, 24. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Am Kuban-Brückenkopf, an der Mius- und Donez-Front, bei Bjelgorod sowie südlich des Ladoga-Sees wurden die fortgesetzten Durchbruchsversuche der Sowjets blutig abgewiesen. Eine in die eigene Stel­lung eingebrochene feindliche Panzerstoß­gruppe in Stärke von 50 Panzern wurde vernichtet. Die wechselvollcn Kämpfe im Raum von Orel halten an. Starke feindliche Infanterie- und Panzerangrisfe wurden hier

in schweren Kämpfen zum Stehen gebracht. Im Gegenangriff gelang es» eine feindliche Kräftegruppe völlig zu vernichten. Insge­samt wurden gestern 357 Panzer abgeschossen.

Auf Sizilien besetzte der Feind zögernd den schon seit Anfang in Räumung befindlichen Westteil der Insel mit der Stadt Palermo. An der Abwehrfront der deutsch-italienischen Verbände scheiterten mehrere feindliche An­griffe; ein eigener Vorstoß verlief erfolgreich. Im Angrisf gegen feindliche Schiffsziele vor Augusta beschädigten schwere deutsche Kampf-

Verstärkter kemääruck auk Liriliei»

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Rom, 24. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt:Der verstärkte Druck starker feindlicher Panzer­streitkräfte hat in Sizilien eine neue Auf­stellung der Truppen der Achsenmächte und die damit verbundene Räumung der Stadt Palermo notwendig gemacht- An der ganzen Front stehen italienische und deutsche Ein­heiten in erbitterten Kämpfen. Die 161. und 163. Gruppe motorisierter Artillerie hat in den letzten Tagen mit außerordentlicher Tapferkeit gekämpft und damit die Aus­zeichnung einer Nennung im Wehrmacht­

bericht verdient. Oestlich der Insel versenk­ten unsere Torpedoflugzeuge zwei Dampfer mit zusammen 15 000 BRT. und trafen und beschädigten weitere zwei Dampfer und einen Tanker. Die feindliche Luftwaffe führte heftige Angriffe auf die calabrisch- sizilianische Küste zwischen Cap Peloro und .Villa 2. Giovanni durch. Fünf feindliche Flugzeuge wurden vernichtet. Auch Salerno, die Insel Ventotene und am heutigen Vor­mittag Bologna waren das Ziel feindlicher Luftangriffe, ^die noch nicht festgestellte Opfer und Schäden verursachten."

slugzeuge sechs Transportschiffe und versenk­ten einen Frachter von 2000 BRT. Fahr­zeuge der deutschen Kriegsmarine schössen im Seegebiet nördlich Siziliens acht feindliche Flugzeuge ab. Bei einem erfolglosen Versuch feindlicher Fliegerkräste» die Insel Kreta an­zugreifen, schössen Luftverteidigungskräfte aus den angreifenden Verbänden zehn Flugzeuge ab und beschädigten zahlreiche weitere.

In der Nacht zum 23. Juli fingen Siche­rungsfahrzeuge eines deutschen. Geleits den Angriff britischer Schnellbootverbände vor der niederländischen Küste ab und beschädig­ten in mehrstündigen Gefechten vier feind­liche Schnellboote so schwer, daß mit ihrem Verlust gerechnet werden kann. Das Geleit ist vollzählig in seinem Bestimmungshafen eingetroffen."

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Ergänzend wird mitgeteilt: Am Kuban- Brückenkopf wirkten sich beim Feind die schweren Verluste des Vortages aus. Bei den Kämpfen des 22. Juli hatten die Sowjets die Höhen westlich Krimskaja von Osten her mit der geschlossenen Masse von sechs bis sieben Divisionen, drei Brigaden und 100 Panzern und gleichzeitig von der Flanke her mit drei Divisionen und zwei Panzer­brigaden angegriffen. Mit dem blutigen Zusammenbruch dieses großen Angriffes gin- (Fortsetzung aus Seite 2)

üöläöllksNe Ldwekr am?sn2srgrsben vor Lstsnis

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Das Ritterkreuz des

Kreuzes

Eisernen

verlieh der Führer an Oberst Kurt Moeh- ring, Kommandeur eines Eöttinger Ere- 'naidier-Regiments; Oberstleutnant Walter Hollaender, Kommandeur eines würt- tembergisch-badifchen Grenadier-Regiments; Oberfeldwebel Willi Zahn, Zugführer in einem pommerschen Grenadier-Regiment.

Oberstleutnant Walter Holländer, in Verden/Aller als Sohn des 1916 verstorbenen Studienrates Eugen Holländer geboren, drang bei der deutschen Gegenoffensive süd­lich Orel an der Spitze seines Regiments tief in ein schwerbefestigtes Stellungssystem ein.

Von Xriegsdsricbtsr kutr Kock ?X. Aus Sizilien, im Juli. Der Kampf um die Ebene von Catania steht im Zeichen einer Ueberlegenheit des englischen Gegners an Material, vor allem an schweren Waffen, aber auch an Infanteristen, die er nun schon seit fast einer Woche pausenlos in sich stän­dig erneuernden Angriffen gegen unsere Li­nien vortreibt. Aber noch immer liegen sie wie vor Tagen an dem Nordhang eines mächtigen Dammes, der sich mit einem tie­fen Graben davor als starkes Panzerhinder­nis vom Meer her quer durch die Ebene süd­lich des Flugfeldes von Catania dahinzieht. Zwar mußten weiter vorgeschobene Stellun­gen an der Simeto-Brücke unter dem über­mächtigen Druck langsam und unter schwersten Verlusten für den Gegner ausgcg ' werden, die Hauptstützpunktlinie aber, der Panzergra­ben, ist nach wie vor fest in unserer Hand. Auch jetzt liegen wir wieder in den rasch die Erde hineingetriebenen Schützen­löchern am Hang und starren hinaus in die flimmernde Ebene, die manchmal für Stun­den in einer so bleiernen Ruhe zu verhar­ren vermag, daß keiner, der nicht die berei­ten Waffen sähe. vermuten könnte, wie er­bittert hier gekämpft wird. Dann aber kom­men Stunden und jeder hier vorn hat sie erlebt wo die Hölle losgebrochen scheint. Dann schüttet der Brite unter gro­ßem Verschleiß an Munition einen dichten Hagel von Bomben, Granaten, von Ma­

in

schinen- und Panzersprenggranaten Lberi Trotzdem greift der Engländer, der die jeden Quadratmeter des Angriffsraumes. Ebene von Catania und damit auch die Folgt nach zwei, drei Stunden rasenden Stadt, den Flugplatz und den Hasen haben Feuers dann schlagartig der Angriff, so I will, Tag für Tag und Nacht für Nacht,

stehen die Kämpfer vom Panzergraben vor Catania. wenn sie das höllische Feuer ver­schont hat, wieder wie schon ein Dutzend mal vorher an ihren Waffen. An dieser Masse schwerer, und schwerster Waffen, in die sich immer wieder auch die Breitseiten der schwe­ren und leichten Kreuzer und der Zerstörer einschalten, haben wir nichts gleiches dem Gegner entgegenzusetzen. Aber wenn der Brite unsere Stellungen haben will, so muß er sie sich mit seinen Infanteristen holen, und in diesen Augenblicken des Ansturms fand er bisher noch immer seinen Meister!

Fiebernde Nerven, erregt durch den star­ken Beschüß und etwas von der Unwider- bringlichkeit des Geschehens ahnend, lasten den sich anpirschenden Gegner auf nächste Entfernung herankommen, bevor Maschinen­gewehre, Gewehrgranaten und gut gezielte Karabinerschüsse ihm entgegenjagen. Diese Männer es sind zumeist Soldaten, die schwerste Einsätze kennen, sind so hart. daß es ihnen auch nichts ausmacht, einmal den Gegner in den eigenen Stellungen zu be­kämpfen. Dann sprechen Handgranaten und Nahkampswafsen eine unerbittliche Sprache und reiben einen Angreifer auf, der glaubte, mit der Ueberfülle seines Materials allein den Verteidiger mürbe machen zu können.

jeweils nach gründlichster Feuervorbereitung, an. Jedesmal aber wijd er abgewiesen. Ma­jor E., Abschnittskommandeur, zeigt mit einer stolzen Handbewegung auf seine Män­ner:Seit vier Tagen sind sie fast ohne Schlaf. Nur für wenige gibt es ein kurzes; dumpfes Hinübernicken während der Feuer­pausen. Sie sind so müde, daß ihnen auch unter dem Trommelfeuer manchmal der Kopf im Schützenloch schlafend auf die Brust her- untersinkt. Aber wenn der Tommy kommt, schlagen sie zu. Es ist mir unbegreiflich, wo­her sie diese Kraft nehmen!"

Vor- und Hintergelände des Panzergra­bens ist übersät mit Sprengtrichtern. Jedes Fahrzeug, das sich auf der Anfahrtstraße sehen läßt, wird vom Engländer unter wü­tenden Beschüß genommen. Man muß die ruhigen Stunden des Tages und in der Nacht schon genau kennen, um einmal den Sprung mit dem Fahrzeug nach vorn an die Abwehr­stellung machen zu können. Essenholer und Sanitätssoldaten stehen in einem ewigen Kampf mit dem feindlichen Artilleriebeschuß, den sie durchqueren müssen. Aber Wasser und Kassee, Esten, Verbandszeug und Kranken­tragen müssen nach vorn zu den Kameraden. So hält die Wacht am Panzergraben vor Catania.

Winston Churchill Taten von heute seiner Rede von damals ins Gesicht schlagen würden.

Recht oder Unrecht ist, dem bekannten Leit« spruch englischer Unmoral entsprechend, lei­der den Engländern immer ein auswechsel­barer Begriff gewesen und das Wort eines Kaganowitsch':Wir haben unsere Verpflich­tungen immer gebrochen, wenn die Kündi­gung oder die Verletzung eines Vertrages zu unseren Gunsten und zum Schaden des Gei genzeichners geschehen konnte", trifft in sei­ner bodenlosen Brutalität ebenso sehr den Kern aller Bolschewistenpolitik wie auch der britischen Politik, der sich die der USA. wür­dig zur Seite gesellt hat. Ob es sich um Churchills, die Gefahren des Bolschewismus beschwörenden, im Brustton heiligster Ueber­zeugung ausgesprochenen Warnungen von ehedem, ob es sich um Roosevelts, dem ameri­kanischen Volke feierlich gegebene Wahlver­sprechen (die USA. nicht in den Krieg zu führen), handelt, oder um Stalins heim­tückische Kriegsvorbereitungen gegen das mit der Sowjetunion in einem Nichtangriffspakt- Verhältnis gestandene Eroßdeutsche Reich: Versprechungen, Abmachungen, Verträge gelten jedem Kumpan des oben ge­nannten würdigen Trios als leerer Hauch oder Papierfetzen, sobald ihr Inhalt den eigensüchtigen Zwecken der Politik jener Männer entgegensteht.

So ist es ganz natürlich, daß auch völker­rechtliche Verpflichtungen diesen Menschen keinerlei Skrupel auferlegen; sowie ja auch ihr ständiges Gerede von der Zivilisation, die schützen zu.müssen sie vorgeben, das stän­dige Geplapper von Freiheit und Kul­tur. für die sie angeblich kämpfen, nur für leichtgläubige und sentimentale Menschen berechnet ist, deren Zahl allerdings selbst schon in ihrem eigenen Lager dahinzuschmel- zen beginnt. Es waren freilichTaten", die in der Kulturgeschichte der Menschheit ewig und unauslöschlich verzeichnet fein werden, den Dom von Köln und dann auch noch Rom zu bombardieren. Es waren Herostratentaten, bei denen nur jene Sorte von Menschen ihre Freude bezeigen konnten, die wie jener sau­bere Geistliche Altenglands, schon vor Mo» nuten der britischen Negierung die Frage ins Gesicht warfen, warum man nicht den Köl­ner Dom und die Peterskirche in Rom bom­bardiere. Dem Wunsch ist nun Erfüllung ge­worden, soweit er gegen das deutsche Na- tionalheiligtum und Rom, die Stätte ehr­würdigster Kultur, sich richtete. Und wie seit Monaten schon, am laufenden Band, sind in Deutschland wie in Italien wieder Hun­derte von wehrlosen Frauen. Kindern und Greisen den brutalen Mordbrennern anglö- amerikanischer Herkunft zum Opfer gefallen. Daß diese Bombardements jedem Völker­recht widersprechen, macht weder den Her­ren in London noch in Washington Kopf-' zerbrechen; denn im Rechte fühlen sie sich je­weils dann, wenn sie ihrem Gegner schaden und diesen bezichtigen sie des Unrechts, wenn er sich dagegen wehrt.

Recht odet Unrecht gilt den Verbrechern im Weißen Hause, in der Downing Street sowie im Kreml gleichviel. Und wenn es eines Be­weises bedurft hätte, daß diese Moral sich auch gegen die eigenen Bundesgenossen rich­ten kann, so ist er erbracht durch die jüngste Programmforderung derChicago Daily Tri­bune", England möge sich entschließen, mit seinen Dominions im Staatenbund der USA. aufzugehen. Was das Blatt hier vorlaut aus- sprach, stand ja längst als Wunsch und Wille Roosevelts fest. Und wenn England bis heute auch noch wicht de forma Staatsgebiet der USA. geworden ist, de facto jedenfalls ist es nicht weit davon entfernt. Denn wenn es wohl richtig ist, daß die Unabhängigkeit der USA., die dereinst in langjährigen, blutigen Freiheitskämpfen gegen England errungen werden mußte, diesem selben England gegen­über heute als vollkommen erscheint, so ist nichtsdestoweniger ebenso richtig, daß dieses selbe, einst weltbeherrschende England, inzwi-