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Vcwleramtliclie Layeszettung
vos flmtsdlatt des Negierenden vürgermeistcrs der Freien fjanscstadt vremen
WGM
der Nationalsozialisten. Vrernens
Amtliches llerkündungsbiatt des Neichsstattiialters in Oldenburg und lZremen
Nr. 201 , 1Z. Mrgang
Zreitag, 2Z. IuU1S4Z
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gesell eoivjettscke ^Lcksckudlläksll
Berlin, 22. Juli. Im Schwarzen Meer und Asowschen Meer eingesetzte Einheiten der deutschen Kriegsmarine haben schon seit Beginn des Ostfeldzuges in zahlreichen Unternehmungen dem Feinde beträchtlichen Schaden zugefügt und die feindlichen Bewegungen laufend gestört. Die ständige Beunruhigung des Feindes ist allein schon durch die Tatsache der Anwesenheit dieser Seestreitkräfte in beiden Seegebieten bedingt. Auch im Kampf mit der sowjetischen Luftwaffe haben die deutschen Seestreitkräfte beachtliche Abwehrerfolge erzielt. In der Nacht zum 21. Juli standen, wie der Wehrmacht- bericht mitteilt, deutsche Seestreitiräfte im Rahmen ausgedehnter Operationen gegen wichtige sowjetische Nachschubhäfen nördlich des Kuban-Brückenkopfes längs der gesamten Ostküste des Asowschen Meeres und vor den küstennahen Stellungen der Bolschewisten an der Mius-Front. Der kurz nach dem Erreichen der befohlenen Positionen an allen Stellen gleichzeitig und schlagartig einsetzende artilleristische Feuerüberfall traf vor allem die Häfen Jeisk, Promorsko-Achtari und Atschujew sowie die Landstellen des Gegners am Mius.
Damit haben deutsche Seestreitkräfte im Gebiet des Asowschen Meeres nunmehr erstmalig auch in die Landkämpfe einbegriffen. Durch die Beschießung, die von Land her von eigenen Heeresbatterien unterstützt wurde, konnten zahlreiche Treffer erzielt werden, die heftige Explosionen und Brände zur Folge hatten. 2m Hafengebiet von Jeisk; das bereits am 20. Juni nachhaltig beschossen wurde, fielen gleich zu Anfang durch gutliegende Treffer die feindlichen Landscheinwerfer aus. so daß die Bolschewisten, eines wichtigen Abwehrmittels beraubt, das Feuer nur zerstreut und wirkungslos erwidern konnten. Auch hier hatte die Beschießung in der Nähe des Scheinwerferstandes Explosionen zur Folge. Weitere Explosionen und Brände wurden im Hafen selbst beobachtet, verschiedene Anzeichen deuteten darauf hin, baß auch Getreidelager getroffen wurden.
2m Zuge der Beschießung von Primoski- Achtari, das ebenfalls bereits am 14. 2uli schwere Treffer durch Beschüß erhalten hatte, wurden zahlreiche Brände beobachtet, auch hier fiel ein starker Scheinwerfer durch Volltreffer aus. Eines unserer Boote schoß einen feindlichen Bewacher zusammen, der brennend auf Strand gesetzt werden mußte. Sechs feindliche Artillerie-Schnellboote liefen während der Beschießung des Hafens aus, kamen aber infolge der überlegenen Feuerkraft unserer Boote und durch deren geschickte Manöver nicht mehr zur Aktion. Auf dem Rückmarsch wehrten die deutschen Boote einen Angriff sowjetischer Cchlachtflugzeuge erfolgreich ab. Bei der Beschießung von Atschujew war infolge starken Dunstschleiers eine genaue Beobachtung der Ergebnisse nicht möglich, doch sahen unsere Besatzungen beim Angriff noch lange Zeit den Feuerschein eines Eroßbranües. Die an diesen Unternehmungen beteiligten Einheiten kehrten alle in ihren Stützpunkt zurück, nur zwei von ihnen erlitten unbeträchtlichen^Schaden. In der Nacht zum 22. 2uli wurde die Beschießung eines Abschnittes an der Mius- Front durch, den gleichen Verband unserer Seestreitkräfte planmäßig wiederholt.
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ep. Stockholm, 22. 2uli. Wie die Londoner Nachmittagsblätter berichten, wird der mit großer Reklame angekündigte und nach d?m Buch des Nordamerikanischen Botschafters in Sowjetrußland,. Davies, gedrehte Film „Mission in Moskau" 'wahrscheinlich in Moskau nicht gezeigt werden. Stalin soll die Szenen, die die Gerichtsverhandlung und Hinrichtung des . Generals Tuchatschewski im Jahre 1937 darstellen, beanstandet haben. Wie „Aftontidningen" dazu meldet, soll der Film Stalin bei einem Besuch des USA.- Botschafters in Moskau gezeigt worden sein. Bei den Szenen um Tuchatschewski soll der Uebersetzer plötzlich angefangen haben, zu stammeln, um dann auf einen Wink Stalins zu schweigen. Die amerikanischen Gäste waren peinlich überrascht, als Stalin nach der Vorführung mit einem kurzen Nicken den Raum verließ, ohne ein Wort zu seinem Ehrengast Davies zu sprechen.
Der eagliscke König trete ab!
^Ü<HLcll-0MSf/KctM5c/l6 V^s/t/l6f55c/iait5p/ä5IS snt/lü//t — öf/tonm'sn M c/sc /?o//s VON Isxa§ — Os5 c/s5 ^ckssnmÖckts /Ü5 o//s Ls/kLtksrvu6tsn ^Ö/1tS5
Drobtbericht unserer Berliner Schriftlcitung clr. vr. ock. Berlin» 22. 2uli. Einige Zeit nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg wurde von einem enttäuschten Emigratenhäuptling in London die boshafte Bemerkung berichtet, daß es England nichts schaden könne, wenn es nun auch einmal am eigenen Leibe verspüren müsse, was es bedeute, einen angelsächsischen Verbündeten zu haben. Damit wurde sehr deutlich auf die brutale 2nteressenpolitik und auf die ungehemmte Treulosigkeit Englands gegenüber all seinen Verbündeten hingewiesen, die von London nur so lange als 2nstrumente des eigenen Imperialismus und als Kanonenfutter mißbraucht werden, wie es der britischen Politik in den Kram paßt, um dann in einer veränderten Lage rücksichtslos verraten oder gar aufgeschluckt -zu werden. Polen hat im Auftrage von London und im Zeichen einer britischen Garantie den Weltkrieg entfesselt, und inzwischen mußte Si- korski fallen, weil er nicht mit absolutem Schweigen der Auslieferung Polens an den Bolschewismus zusehen wollte.
Wie England das Bündnis mit Frankreich aufgefaßt hat, das zeichnete sich in ganz besonders greller Beleuchtung in den letzten
Tagen des französischen Zusammenbruchs ab, als Churchill dem französischen Ministerpräsidenten Reynaud kaltschnäuzig die Zumutung stellte, daß er Frankreich als Dominion im britischen Empire aufgehen lassen möge. Damals hätte es Churchill wohl als unvorstellbar bezeichnet, daß ihm selbst und England wenige 2ahre später ein ganz gleichartiger Vorschlag von feiten eines anderen, stärkeren Verbündeten gemacht werden könnte, dem gegenüber Churchills Amoklauf sowohl das englische Mutterland wie das Weltreich in eine absolute Abhängigkeit gebracht hat.
Tatsächlich hat eine der größten amerikanischen Zeitungen, die „Chikago Daily Tribune", kürzlich mit einer geradezu unglaublichen Unbekümmerthcit die Aufforderung an England und seine Dominien gerichtet, einen Antrag auf Ausnahme in den Verband der „United States of America" zu stellen. So erlebt nun tatsächlich England, was es heißt, einen stärkeren angelsächsischen Verbündeten und zudem noch einen solchen unter ausschlaggebender jüdischer Führung zu haben.
Was heute die große Zeitung in Chikago mit allem Ernst und mit vielen staatsrechtlichen, weltpolitischen und wirtschaftlichen Ar
gumenten vorschlägt, stellt den Endpunkt einer Entwicklung dar, deren Tendenzen bereits im Pacht- und Leihgefetz ihren Ausdruck fand und die in der Verhökerung der westindischen Besitzungen Englands für ein paar Dutzend alter Zerstörer zuerst praktisch faßbar in Erscheinung ckrgt. In den parlamentarischen Erörterungen um das Pacht- und Leihgefetz wurde in Washington immer wieder festgestellt, daß die englische Gegenleistung unter Umständen später nicht in Form einer Geldzahlung, sondern durch politische und strategische Konzessionen, offenbar also durch Abtretung von Stützpunkten und anderer Vorrechte im bisherigen Bereich des Empire, erfolgen solle. Dann kam der Sprung Noose- velts nach Afrika, dem zeitlich parallel die Schaffung amerikanischer Positionen im Nahen Osten und in 2ndien verlief. Was den Nahen Osten betrifft, so haben die Vereinigten Staaten bereits ganz offiziell erklärt, daß sie dort ihre politischen Stellungen nach dem Kriege erst recht auszubauen gedächten, und im Hinblick auf 2ndien konnte sich Churchill niemals darüber im unklaren sein, was die Entsendung „technischer Kommissionen" aus den Vereinigten Staaten und des Sonder- (Fortsetzung auf Seite 2)
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Aus dem Führerhauptquartier, 22. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die Sowjets setzten gestern an der gesamten Front vom Asowschen Meer bis in den Kampfabschnitt Orel ihre vergeblichen Bemühungen, die deutschen Stellungen zu durchbrechen, fort. Ihre zum Teil mit frischen Kräften vorgetragenen Angriffe, deren Schwerpunkt bei Kuibyschews, Jsjum, nördlich Vjelgorod und aiy Orel-Bogen lagen, brachen entweder im Abwehrfeuer und Bombenhagel vor den eigenen Linien zusammen oder wurden in der Hauptkampflinie im Nah- kampf zum Stehen gebracht. Oertliche Einbrüche konnten überall im sofortigen Gegenangriff bereinigt werden. Die deutsche Infanterie hat sich in den letzten schweren Kämpfen in allen Lagen ganz besonders ausgezeichnet. Bor allem verdient die srän- kische-sudetendeutsche 48. Infanteriedivision genannt zu werden. 163 Sowjetpanzer wur
den gestern abgeschossen. Deutsche Seestreitkräfte beschossen in der Nacht zum 21. Juli wichtige sowjetische Nachschubhäfen an der Ostkiiste des Asowschen Meeres und Stellungen an der Mius-Front. Hierbei wurde ein feindliches Bewachungsfahrzeug versenkt, ein anderes in Brand geschossen. In den Gewässern der Fischerhalbiusel vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge ein sowjetisches Schnellboot. -
Auf Sizilien kam es nur im Ostteil zu Kampfhandlungen. Der Angriff einer englischen Kampfgruppe wurde zerschlagen. Der Feind verlor zahlreiche Gefangene und hatte hohe blutige Verluste. 13 schwere Panzer wurden abgeschossen und einige Geschütze erbeutet. Beim Angriff auf Schisfs- ,ziele im Hafen von Augusta in der Nacht zum 21. 7. versenkte die deursche Luftwaffe einen Tanker von 19 900 BRT. und beschädigte durch Bombentreffer fünf weitere Schisse sowie ein Panzer-Landungsboot. Ein deutsches Unterseeboot drang in kühnem Vor-
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Rom, 22. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „In Sizilien hat dsr Feind am Ost- und am Westabschnitt der Front Infanterie- und Panzeraktionen eingeleitet, denen die Streit- kräfte der Achse zähen Widerstand entgegen-, setzen, indem sie den angreifenden Einheiten bedeutende Verluste an Menschen und Material zufügten. An den SUdostküsten Siziliens trafen unsere Torpedo-Flugzeuge sieben große Schiffe, von denen eins explodierte. Ein Tanker wurde versenkt, und sechs Handelsschiffe wurden beschädigt, als Bombenflugzeuge der Achse die Reede von Augusta angriffen. 2n der Nacht zum 17. Juli hat vor Syrakus eines unserer U-Boote einen aus zwei großen Einheiten und zahlreichen Zerstörern bestehenden feindlichen Verband angegriffen und dabei zwei Torpedotreffer auf einer der ^größeren Einheiten erzielt. Erosseto, Neapel, Salerno und Cagliari sind von der englisch-amerikanischen Luftflotte bombardiert worden. Die Schäden sind unerheblich. In der Umgebung von Salerno
beschossen feindliche Maschinen einen Zug mit Kriegsgefangenen mit MG. Unsere Flakbatterien haben ein-Flugzeug bei Miliz und ein zweites bei Uras ((Sardinien) zum Absturz gebracht. Die italienischen Nachtjäger haben drei Maschinen abgeschossen. In den ersten Morgenstunden des Donnerstag vernichtete ein deutsches Flugzeug ein zwei- motoriges britisches Flugzeug, das mit ME- Feuer einen Flughafen der Hauptstadt anzugreifen versucht hatte."
717 lots in Kom
Nom, 22. Juli. Wie amtlich bekanntgegeben wird, beträgt die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung bei dem anglo- amerikanischen Terrorangrifs aus Rom vom 19. Juli 717 Tote und 1599 Verletzte.
Durch den Angriff der anglo-amerikani- schen Luftgangster in der Nacht zum 22. Juli wurde in Neapel der Monumentalfriedhof von Poggiorcale, der schon hei einem früheren Angriff mit Bomben belegt worden war, zum größten Teil verwüstet.
stoß in den Hafen von Syrakus ein und vernichtete einen Truppentransporter von 12 900 BRT."
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Ergänzend teilt das OKW. mit: Im Kampfraum von Catania und in Mittelsizilien bekämpften deutsche Jagd- und Zerstörerverbände am 2K Juli während des ganzen Tages feindliche Stellungen, Versorgungsstützpunkte und Nachschubtransporte. Besonders schwere Ausfälle erlitten die britisch-amerikanischen Streitkräfte bei Caltani- setta, als einer unserer Zerstörerverbände die feindlichen Transportkolonnen überraschend angriff und im Reihenwurf zahlreiche Fahrzeuge vernichtete. Ansere Jäger griffen ebenfalls hartnäckig in die Bekämpfung des feindlichen Nachschubs ein und schössen in Tiefflügen, Lasttkraft- und Tankwagen in Brand. In der Nacht zum 21. Juli bombardierten deutsche Kampffliegerverbände wiederum die feindliche Transportflotte vor der Südostküste Siziliens. Dabei wurden sieben Schiffe mit über 30 000 BRT. in und vor Augusta schwer getroffen. Ein Tanker von 10 000 BRT. sank unter heftigen Explosionen. Bombeneinschläge in die Hafenanlagen von Augusta setzten Nachschub- und Versorgungslager in Brand. Bei diesem Angriff gingen zwei deutsche Flugzeuge verloren. Dagegen ist das bei dem Nachtangriff gegen La Valetta auf Malta am 21. Juli als vermißt gemeldete deutsche Kampfflugzeug inzwischen zu seinem Stützpunkt zurückgekehrt.
Vis „Sskreisr" girr Ausbeuter
Trabtbcricht unseres Vertreters
op. Stockholm, 22. Juli. Die britische Regierung hat nach einer Mitteilung des Schatzkanzlers Sir Kingley Wood im Unterhaus im Einvernehmen mit der Regierung der Vereinigten Staatey den Kurswert der italienischen Lire auf 400 pro Pfund Sterling und 100 pro Dollar festgefetzt. Diese Maßnahme ist, wie die willkürliche Festsetzung der Pfund- bzw. Dollar-Parität zum Franc in den besetzten novdamerikanischen Gebieten, nach Ansicht wirtschaftlicher Sachverständiger geeignet, die Bevölkerung der von Engländern und Nordamerikanern besetzten italienischen Gebiete erheblich zu benachteiligen.
Die Ursachen der Gerüchtebildung
Vor»
Pros. Dr. lobsnn vyn Issrs
Als die alte Garde Napoleons I. bei Wa- terloo noch zuletzt das Schlachtfeld behauptete und schon von her feindlichen Reiterei umzingelt war, soll ihr Befehlshaber, General Lambronne, auf die Aufforderung zur Uebergabe stolz geantwortet haben: „Die Garde stirbt, doch sie ergibt sich nicht." Nein, sagen „besser Unterrichtete", so fein hat sich der General Cambronne gar nicht ausgedrückt, er hat vielmehr die Aufforderung zur Waffenstreckung mit einem groben zweisilbigen Soldatenwort abgewiesen. In Wirklichkeit war weder das eine noch das anders der Fall, die ganze Sache ist eine Legende, die eine' französische Zeitung schon 1815 erfunden hatte, um sich über den Schmerz der Niederlage stolz hinwegzutrösten — in Wirklichkeit wurde der General Cambronne von dem hannöverschen Reiterführer Frhr. von Halkett aus seiner alten Garde heraus gefangengenommen.
In Hunderten von Schulbüchern steht die Geschichte von der Mühle von Sanssouci. Friedrich der Große habe sich durch das dauernde Klappern der Mühle belästigt gefühlt und versucht, sie dem Müller abzukaufen. Der Müller habe das abgelehnt und Friedrich der Große. habe darauf gedroht, er werde die Mühle enteignen. Stolz antwortete der Müller: „Ja. wenn das Kam- mevgericht in Berlin nicht wäre." In Wirklichkeit hieß der Müller Grävenitz, war ein armer Teufel, hat dem König mit Klagen und Bittgesuchen immer wieder in den Ohren gelegen genau so wie sein Nachfolger — aber niemals hat der König die Mühle kaufen oder gar wegnehmen wollen.
Als 1807 die Franzosen die Festung Grau- denz belagerten, forderte der französische belagernde General den Kommandanten von Graudenz, den alten General de l'Homme de Lourbiere auf, sich zu ergeben und teilte ihm mit, daß der König von Preußen sein Land verloren habe. In Hunderten von Darstellungen heißt es nun, der preußische Kommandant habe geantwortet: „Wenn es keinen König von Preußen mehr gibt, so bin ich König von Preußen" oder ,,. . . so bin ich König von Graudenz". Alles falsch! Dem alten General lag es weltenfern, sich derartig respektlos auszudrücken. Er sagte nur ganz einfach und vernünftig: „Wenn es keinen König von Preußen mehr gibt, so gibt es wenigstens noch einen König von Graudenz" pnd wahrte damit seinem König das Recht auf die Festung.
Aus dem Siebenjährigen Krieg stammt eine andere Legende: Es wird erzählt, daß der ungarische Reiterführer Graf Hadik. als er vorübergehend Berlin besetzen konnte, von der Stadt die Lieferung eines Dutzend schöner Damenhandschuhe gefordert hätte, um siL der Kaiserin Maria Theresia zu schenken. Die Berliner Stadtverwaltung Habs ihm darauf geschickt ein Dutzend linker' Handschuhe verehrt, und die Kaiserin habe sich darüber sehr geärgert. In Wirklichkeit war der ungarische Reiterführer einer der vernünftigsten Heerführer seiner Zeit, der bei seiner kurzen Besetzung Berlin planmäßig vor jeder Plünderung bewahrt hat, niemals solche Handschuhe gefordert und auch keine linken Handschuhe bekommen hat. Die ganze Sache ist ein boshaftes Witzchen, mit dem die Berliner sich über die Tatsache wegtrösteten, daß ihre Stadt von den Weiß- röcken besetzt war.
Weniger harmlos ist die Erzählung aus dem Jahre 1848, daß die Artillerie der königlichen Truppen in der Vreitenstraße eine Kanonenkugel mit der Aufschrift „An meine lieben Berliner" gefeuert habe. Hier handelt es sich um eine geradezu böswillige Hetze. Als die Kämpfe am 18. März schön heftig im Gange waren, versuchte der König durch eine Proklamation „An meine lieben Berliner" die Ruhe wieder herzustellen. Die revolutionären Scharfmacher jene Tage verbreiteten dann sofort die Wendung, seine richtige Proklamation „An die lieben Berliner" seien die Kanonenkugeln gewesen. Daraus wurde dann die Behauptung, die
Lrklsruirg äe§ ?sp 8 te§ 211m Isrrorverbrecken sii kam
kt'n Lt/sl X//. an c/sn (psnsro/vskcrr c/se „ 3 tcrc/t cr//sr 3 täc/ts"
Rom, 22. Juli. Unter dem Eindruck der frevelhaften Vernichtung Jahrtausende alter Heiligtümer und Kulturdenkmäler in der ewigen Stadt-Rom richtete Papst Pius XII. ein Schreiben an seinen Generalvikar in Rom, den Kardinal F. M. Selvaggjani, in dem er einleitend „in einer Stunde besonderer Bitterkeit" den Bombenangriff auf Rom als ein „trauriges Schauspiel des Blutbades und der sich häufenden Ruinen im Kampf gegen eine wehrlose und unschuldige 'Bevölkerung" kennzeichnet und die Kriegfüh-" renden daran erinnert, daß sie, wenn sie die Würde ihres Volkstumes und die Ehre ihrer Waffen hochhalten wollten, die Unverletzlich- keit der friedlichen Bürger und der Denkmäler des Glaubens und der Kultur respektieren müßten. „Denkt, so wollen wir ihnen zurufen, an das strenge Urteil, das die künftigen Generationen über diejenigen fällen werden, die rilles das zerstört haben, was eifersüchtig behütet und bewahrt werden mußte, weil es den Reichtum und der Glanz der ganzen Menschheit und des Fortschritts der Völker bildete."
Pius XII. bezeichnet in diesem Zusammenhang die Stadt Rom als einen „Edel
stein, von wunderbaren Denkmälern der Religion und der Kunst eingefaßt", die Hüterin sehr wertvoller Erinnerungen und Dokumente. Es ist das gleiche Rom, dessen Stadtgebiet mit Gebäuden der römischen Hurie und zahlreichen päpstlichen Instituten und Schulen mit unzähligen Weihestätten, nicht eingerechnet unsere großartigen Pat- riarchalkirchen, zahlreiche Bibliotheken und .Werke der größten Geister der bildenden Künste, das Rom, zu dem so viele Menschen aus der ganzen Welt wallfahren, um nicht nur den Glauben, sondern auch die antike Weisheit zu lernen, Menschen, die diese Stadt als ein Leuchtfeuer der Kultur betrachten".
Der Papst weist ferner darauf hin, daß die Vatikanstadt — ein unabhängiger und neutraler Staat — fast im Zentrum Roms liege. Er habe darauf klar und wiederholt hingewiesen, indem er mit Recht den Schutz Noms dem Gefühl für menschliche Würde und christliche Kultur anempfahl. Es schien, so heißt es in dem Brief weiter, die Hoffnung erlaubt, daß das Gewicht so ausschlaggebender Gründe bei den kriegführenden Parteien eine günstige Aufnahme zugunsten
R,oms finden würde. „Aber leider", so erklärte Papst Pius XII. ferner, „wurde unsere so vernünftige Hoffnung getäuscht. Das, was wir befürchtet hatten, ist eingetroffen, und was wir vorausgesehen hatten, ist jetzt traurige Wirklichkeit. Denn eine der berühmtesten römischen Basiliken, die von Sän Lorenzo, die von .allen Katholiken wegen der Erinnerung an die Antike, die sie hervorruft, und wegen des Grabmals Pius IX. hochgeschätzt wurde, liegt nun zum größten Teil in Trümmern.
Zum Schluß.erhebt der Papst erneut seine Stimme „zum Schutze der höchsten Werte, die die Menschheit und das Christentum zieren", um de^ „überlieferten und anvertrauten geistigen" Schatz vor dem Urteil der künftigen Generationen und der Meinung aller Wohlgesinnten in Schutz zu nehmen".'
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Die Erklärung, die der Kardinal Erzbischof von Buenos Aires, Cvpello, am Montag über die Bombardierung Roms abgegeben hat, wird am nächsten Sonntag in allen argentinischen Kirchen während der Messen verlesen werden.
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