Ausgabe 
(21.7.1943) 199
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Dos Amtsblatt des Negierenden vürgcrmeisters der Zreien fjanscstadt vremen

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der Na^tionalsoziairsten. vremens

flmtiiches Nerkündungsbiatt des Ncichsstattiialters in Oldenburg und Nremen

Nr. Igg, 1Z. Jahrgang

Mittwoch, 21. Juli 1S4Z

kinzelpreis 15 Npf.

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Drahtbericht unseres Vertreters

ckr- v. l. Rom, 2«. Juli. 24 Stunden nach dem schweren Terrorangrifs amerikanischer Bomber auf Rom bietet die Stadt trotz der ruhigen Haltung der Bevölkerung, die auch m den tragischen Stunden des Vortages keine Veränderung erfuhr, noch nicht völlig das normale Bild. Nachdem das Ausmaß der Verwüstungen im Stadtteil Tiburtino und vor allem das Blutbad auf der Piazza Prinestino, wo die amerikanischen Bomber im Tiefslug die flüchtende Bevölkerrung un­ter Bordwaffenbeschuh nahmen, bekannt ge­worden war, zogen es große Teile der römi­schen Bevölkerung vor, die Nacht in den Luftschutzräumen zu verbringen und erst ge­gen Morgen bei entsprechender Mehrbe­lastung des noch nicht völlig wiederhergestell­ten Verkehrs ihre Häuser auszusuchen. Die ersten Schäden sind, soweit das in 24 Stun­den möglich war, unter Einsatz der Miliz und der Arbeiterstohtrupps der „Sofort­hilfe" beseitigt worden. Zum Rettungswerk in den verwüsteten Strahenzügen der öst­lichen Stadtteile von der Universitätsstadt bis Sän Lorenzo wurden auch Truppen ein­gesetzt.

Tiefer Ernst liegt über dem am härtesten betroffenen Stadtteil von Tiburtino. Mittel­punkt der Trauer Roms ist der von amerika­nischen Bomben geschändete Friedhof von Sän Verano geworden, in dessen Kapelle die Opfer -des Angriffs, vor allem Kinder uyd

Frauen, aufgebahrt sind. Nachdem der Papst sowie der Sekretär der faschistischen Partei und der Gouverneur von Rom sich kurze Zeit nach dem Angriff in die betroffenen Stadt­teile begeben hatten, während die Königin die Verwundeten in den Krankenhäusern be­suchte, begann schon in den ersten Morgen­stunden des Dienstag als Zeichen der soli­darischen Anteilnahme der Zuzug der Be­völkerung nach dem Stadtteil Tiburtino, um den Betroffenen zu helfen und auf dem Friedhos Abschied von den durch amerika­nische Mörderhand gefallenen Mitbürgern zu nehmen. Im Stadtteil Prinestino wurde übrigens ein mit 500 Kindern besetztes Wai­senhaus getroffen.

Starken Eindruck in der römischen Bevöl­kerung hat der Besuch Papst Pius XII. in seiner Eigenschaft als Bischof von Rom in der zerstörten Basilica Sän Lorenzo und im Stadtteil Tiburtino gemacht. In Ausübung seiner Pflicht ist, wie die römische Presse be­kanntgibt, der Kommandeur der Larabinieri, General Hazon, mit seinem Stabschef Oberst Barenzo gefallen, als er um 12 Uhr mittags am Montag die ersten Bergungsarbeiten lei­tete. Sein Auto wurde.durch einen Bomben- volltresfer zerstört. ;

Die Bevölkerung Roms ist einstimmig der Ansicht, daß es sich beim Tagesangriff am Montag um einen vorsätzlichen schweren Ter­rorangriff handelte, dessen Hauptziel die Er­schütterung der moralischen Haltung der ita­lienischen Hauptstadt sein sollte. Durch die vorhergehende Feindagitation von der an-

eblichen Unverletzbarkeit Roms sollte die evölkerung in Sicherheit gewiegt werden. Zugleich war dieses, wie „Messaggero" aus­führt, eine wohl berechnete Spekulation von London und Washington, um für die Sache der Plutokraten in der katholischen Welt. vor allem unter den Katholiken Nord- und Südamerikas, Sympathien zu werben. Im gleichen Sinne waren die während des An­griffs abgeworfenen Flugblätter gehalten, in denen die Bevölkerung in den Glauben gewiegt werden sollte, das; nur „militärische Ziele" angegriffen werden würden. Um diese Lüge vor der Weltöffentlichkeit gegenüber den aus Rom kommenden Nachrichten über den terroristischen Charakter des Angriffs zu vertreten, konnte sich die feindliche Agi­tation nicht genug tun, zu versichern, das; die amerikanischen Flugzeugführer „den strikten Befehl" erhalten hätten, „religiöse und kul­turelle Monumente zu schonen", wie es wört­lich in dem Kommunique des sogenannten alliierten Hauptquartiers in Nordafrika heißt. Die Zerstörung der exterritorialen, im vatikanischen Besitz befindlichen Patriarchal- kirche von Sän Lorenzo, des Grabmals der Eltern Papst Pius,XII„ des Universitäts- vierkels und des Krankenhauses ist Beweis dafür, wie dieser Befehl gemeint war.-

Wie Stefani meldet, erklärte der Papst dem Erzbischof von Turin, Kardinal Fossati, den er Dienstagvormittag in Audienz emp­fing. daß die Bombardierung Roms eines der grausamsten Erlebnisse seines Lebens ge­wesen sei.

Vergeblicher Ansturm äer Volscdsvislvu

klnsut 562 vsMl'c/itst — ^Vuckit/gs 6sgsncmgrst/s im Kampfraum von Ofs/

AusdemFührerhauptquartier, 20. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Der Ansturm der Sowjets gegen die Ostfront scheiterte auch gestern an der erfolgreichen Abwehr unserer von der Luftwaffe hervorragend unterstützten Trup­pen, die dabei erneut 582 Panzer abschössen. Am Kuban-Brückenkopf scheiterten mehrere feindliche Angriffe gegen die Höhen- stellung westlich Krymskaja. zum Teil wurden sie schon in der Bereitstellung zer­schlagen. Unter Einsatz weiterer Verstärkun­gen wiederholte der Feind seine heftigen Durchbruchsversuche am Mius und am mittleren Donez. sie wurden in harten und wechselvollen Kämpfen abgewiesen.

Während im Raum nördlich Bjelgorod nur örtlich begrenzte Teilangrifse des Geg­ners gemeldet werden, halten die schweren Abwehrkämpfe im Kampfraum von Orel weiter an. Durch wuchtige Gegenangriffe wurden die Sowjets an einigen Stellen zu­rückgeworfen. An anderen Stellen brachten unsere Truppen in erbitterten Kämpfen die Angriffe starker feindlicher Infanterie- und Panzerkräfte zum Stehen.

Aus Sizilien wurden zahlreiche An­griffe starker feindlicher Infanterie- und Panzerkräfte in harten Kämpfen und im Zu­sammenwirken mit deutschen Nahkampfslieger- kräften abgeschlagen. Die deutsche upd ita­lienische Luftwaffe setzte ihre Angriffe gegen die Transportflotte des Feindes auch gestern mit gutem Erfolg fort. Bei diesen Angriffen wurde u. a. ein feindlicher Frachter von über 10 000 BNT. durch Bombenwurf ver­senkt. In der vergangenen Nacht griffen deutsche Kampfflugzeuge Malta an "

kuck sul SiriNsn ...

Rom, 20. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Der verstärkte feindliche Druck aus die Stellung der Achientruppen in Sizilien wird weiter­hin hartnäckig aufgehalten. Oestlich von Si- zilrdn versenkten italienische U-Boote einen Dampfer von 8000 BRT. und torvedierten einen weiteren Dampfer großer Tonnage. Ein Handelsschiff mittlerer Größe und ein .Kriegsschiff von nicht näher bezeichnetem Typ wurden von unseren Torpedoflugzeugen ge-

Vsul8cksr lEtsrallscke in I4säriü löälick verunglückt

Madrid. 20. Juli. Bei einem Autounfall ist am Sonntag in Madrid der deutsche Militär­attache Oberst Otzen, ums Leben gekommen. Oberst Otzen war im Dezember von Rom. wo er stellvertretender Militärattache an der deutschen Botschaft war. nach Madrid ge­kommen. Vorher war Oberst Otzen stellver­tretender Militärattache in Haag und gehörte dann zum Stab des deutschen Militärbefehls­habers von Paris. Er stand im Alter von 47 Jahren. ' s

Usus KMeckreurlrSysl

Berlin, 20. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Haupt- mann Gerhard Nemnich, Kommandeur eines Panzer-Pionier-Bataillons: Oberleut­nant Heinz Küster, Kompanieführer in einem Grenadier-Regiment: Unteroffizier

Heinrich Ofenl o ch , Gruppenführer in einem Pionier-Bataillon.

troffen. Aus der Reede von Augusta und im Hafen von La Valetta beschädigten italieni-. sche und deutsche Bomber vor Anker liegende feindliche Schiffe. Die Schäden, die von ame­rikanischen Verbänden, welch? mit mehreren hundert viermotorigen Bombern gestern drei Stunden lang Rom angriffen, verursacht wur­den, sind sehr groß. U. a. wurden Gebäude, die der Religionsausübung und der Wissen­schaft geheiligt sind, sowie Arbeiterwohnvier­tel schwer getroffen und zum Teil zerstört: vor allem die Basilica Sän Lorenzo, der Friedhof Verano, die Universitätsstadt, der

Gebäudekomplex der Poliklinik, die Wohn­häuser der Stadtteile Prenestina und Latina. Die bisher festgestellte Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung beträgt 166 Tote und 1650 Verletzte. Während und nach dem An­griff bewahrte die Bevölkerung Disziplin und Ruhe. Sieben Flugzeuge würden von der Flak und eines von Jägern abgeschossen. In der vergangenen Nacht waren Neapel und kleinere Orte in Campania und Latium das Ziel feindlicher Luftangriffe. Es werden leichte Schaden und beschränkte Verluste un­ter der Bevölkerung gemeldet."

Irettsll kükrer - Lucs

süstrerstauptquartier, 20. luli. vor süstrer und der vuce stoben sich am Montag, 1S. lull, in einer Stadt in Sberitalien getroffen, ks wurden militärische fragen besprochen.

Lngliscksr Auüenllsnäel in Hüten

m. Berlin, 20. Juli. Der britische Indien- minister Amery hat unlängst " vor einem Ausfuhrinstitut in London über die Ent­wicklung des Außenhandels in der Nach­kriegszeit gesprochen und ist dabei zu sehr aufschlußreichen Erkenntnissen gekommen, die den Engländern vor Augen führen, daß sie selbst dikrch diesen Krieg den Ast abgesägt haben, auf dem sie saßen. Man müsse der Tatsache ins Auge sehen, meinte Amery, daß der größte Teil der Welt England nach Beendigung des Krieges nicht mehr die alten Fertigwaren wie früher abnehmen werde: England müsse daher seine Export­industrie mehr auf neue Erzeugnisse um­stellen und eine gute Qualität bestimmter Ausfuhrartikel liefern. Darüber hinaus müsse die technische Seite des Ausfuhr­handels wesentlich vervollkommnet werden. Ganz besonders gelte das für Indien: denn Indien besitze nicht nur die Rohstoffe, sondern. auch nach Kricgsschluß die Indu­strie, um sie zu verarbeiten. An Arbeits­kräften und Geschicklichkeit fehle es Indien

ebenfalls nicht. Die Hoffnung, daß Indien für den englischen Handel und das englische Kapital ein ausschließlicher Absatzmarkt sei. müsse man aufgeben.

Das sind bittere Wahrheiten. Die Englän­der haben es sich im letzten Menschenalter sehr bequem gemacht, in dem sie verlangten, -daß die Welt sich ihrem Geschmack anpasse, und sie haben das auch erreicht. Sie ruinier­ten in Indien das ganze Handwerk, um In­dien mit englischen Jndustriewaren versor­gen zu können. Jetzt sind sie aus dem Zwang des Krieges heraus genötigt worden, in In­dien selbst Industrien anzulegen, die zumin­dest billiger erzeugen als die englischen. Tat­sächlich wird also der indische Markt der englischen Ausfuhr nicht leicht fallen, uird das in einem Augenblick, wo England nach Verlust seiner Auslandskapitalien gezwungen wäre, seine Ausfuhr zu erhöhen, um die'aus- ländischen Schulden zu verzinsen und den Einfuhrüberschuß auszugleichen. Soweit Aus­fuhr noch möglich ist, haben sich überall bereits die Amerikaner in das von den Engländern gemachte Bett gelegt.

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Drahtbericht unserer Berliner Schriftleituna

Or. vv.sek. Berlin, 20. Juli. Durch die ganze Welt gellen heute nach dem verbreche­rischen Bombenabwurf auf Rom die Auf­schreie des maßlosen Entsetzens und des tiefsten Schmerzes. Zwar Hai Churchill in seinen Erinnerungen aus dem ersten Welt­kriege mitgeteilt, daß damals bereits Plälie für einen Terrorkrieg größten Ausmaßes gegen die Zivilbevölkerung in Vorbereitung waren, und daß die britische Regierung ge­gebenenfalls vor einer verbrecherischen Kata- strophenpolitik jenseits rlon allen Gesetzen der Kultur und der Menschlichkeit nicht zurückgeschreckt sein würde. Dennoch Hand aufs Herz: Wer hätte es trotz dieser Ent­hüllungen damals für möglich gehalten, daß ein Vierteljahrhundert später <er Papst vor den Trümmern einer der ehrwürdigen Basiliken der ewigen Stadt stehen würde, die noch aus den Zeiten Konstantins stammt und nun zum Opser von Bomben wurde, die anglo-amerikanische Luftgangster abgeworfen haben? Trotz allem, was die Briten und, Amerikaner sich bereits tm ersten Weltkrieg an Verbrechen gegen die Gesetze menschlicher Kriegsführung geleistet haben, indem sie vor allem oen Hungerkrieg gegen die Zivil­bevölkerung des Gegners führten, bätte man vor den Entartungen dieses Weltkrieges eine solche Vorstellung als geradezu unmög­lich von sich gewjesen. Rom gilt allen Men­schen der abendländischen Kultur als die „Ewige Stadt", die in drei Jahrtausenden Ausgangspunkt und Symbol der westlichen Zivilisation gewesen ist. Der Führer, gab diesem Gefühl bei seinem Besuch in Rom so Ausdruck, daß man in dieser Stadt „auf dem ehrwürdigsten Boden unserer Mensch­heitsgeschichte" stehe.

Der tiefen Erschütterung, von denen die weitesten Bereiche der Welt heute erfüllt sind, gab der Kardinalprimas von Argen­tinien so Ausdruck: „Zu dem tiefen Kum­mer, der seit Beginn des jetzigen Krieges unsere Herzen erfüllt wegen der Verluste an Menschenleben und der gtoßen Leiden, die gänzlich Unschuldigen zugefügt werden, we­gen der Vernichtung so vieler moralischer und materieller Werte, kommt jetzt noch die Trauer, die uns die Nachricht von dem Luftangriff auf das ewige Rom, auf die Wiege der christlichen Zivilisation zugefügt hat. Diese Nachricht ist für uns besonders schmerzlich, und unser Schmerz wird ohne Zweifel von allen geteilt." Selbst eine Zei­tung wie die argentinische „Critica", die sich sonst in schärfster Weise antifaschistisch gebär­det. kann es heute nicht mehr wagen, sich von der allgemeinen Empörung der bewußt auf die abendländische Kultur eingestellten Menschheit auszuschließen. Das Blatt bekun­det „tiefe Trauer und großer Schmerz". In Rom sei jeder Stein heilig und jedes Ge­bäude eine Seite aus der Geschichte. Die Zerstörung der Jahrhunderte alten Denk­mäler werde von der gesamten westlichen Zivilisation als schmerzliche ' Kränkung empfunden. .

Wo marxistische Schmierfinken irgendeiner Entschuldigung für

noch nach das Ver-

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Von Xrießsbsrioktsr /^cksin i! a s s ?X. (rd.) Im Ostpn, im Juli. Während die Sonne am Abend dieses schweren Kampf- lages mit einem Feuerband über den wei­ten im Kriege wieder zur Steppe geworde­nen im Blumenteppich des Sommers wuchernden Feldern bei Orel untergeht, leuchten ihr am östlichen Horizont glutrote Fackeln mit schwarzen Fahnen entgegen. Es sind die abgeschossenen Sowjetpanzer, die hier brennen. Zeugen einer Schlacht von fanatischer Härte.

Der Angriff war nicht überraschend ge­kommen. Noch am Abend des Vortages hat­ten unsere Aufklärer Rudel von Panzern ge­sehen, die sich in kleinen Schluchten bereit­

stellten. „Das ist Alarm!" sagte der le des Korps, der noch spät nachts in seinem Be­fehlswagen, der bis zum Dach in die Erde eingegraben ist. arbeitet. Er sieht auf die Feindlagekarte. Auf einer Frontbreite v'on nur wenigen Kilometern stehen die neu hcr- angeworfenen sowjetischen Luftjandedivisio- nen, ein Panzerkorps mit noch 200 Panzern, Haubitzenbrigaden, Salvengeschützregimenter und Ärtilleriedivisionen, Granatwerfer-Re­gimenter. Sieben Eisenbahnzüge mit Kraft­fahrzeugen und Panzern sind aus de;n Marsch. Morgen wird ein harter Tag wer­den.

Wenige Stunden später: Der Bataillons­kommandeur hat in seinem Bunker einige hundert Meter hinter dem vordersten Gra­

ben die Warnung erhalten. Er trifft alle Vorbereitungen. Minen, Sprengladungen und andere Panzervernichtungsmittel sind bereit. Zuletzt befiehlt er die Grenadiere zu sich, die sich bei den Angriffskämpfen der letzten Tage ausgezeichnet hatten. Mancher von ihnen wird die Sonne des nächsten Tages nicht mehr untergehen sehen, so soll er noch eine Stunde des Stolzes und der Freude er­leben. Beim Schein einer Kerze, eng an die Erdwand gepreßt, stehen die jungen Kame­raden mit harten Gesichtern, und der Kom­mandeur heftet ihnen an die lehmvcrkrustete Uniform die leuchtenden Zeichen bückTtcr männlicher Bewährung.

(Fortsetzung auf Seite 2>

brechen der Luftgangster suchen, kommt es nur zu einem jämmerlichen Gestammel. Die Erschütterung der Welt angesichts des Ver­brechens gegen die ewige Stadt hat auch diesen Leuten die Sprache verschlagen. Auch sie scheinen sich darüber klar zu sein, daß nach allem, was vorausgegangen ist und was früher schon gesagt wurde, kein Ver­schleierungsmanöver und keine Ausrede der Briten und der Amerikaner noch eine Wir­kung haben kann.

Zu tief wird allgemein der unheimliche Abgrund empfunden, der sich auftnt zwischen der widerlichen Heuchelei aus der „Poto- mac", wo Roosevelt und Churchill als Ver­fasser der Atlantik-Charta die Gesangbücher hervorholten» um „Vorwärts Soldaten» Christi"! zu singen und dem ruchlosen An­schlag auf die ewige Stadt der abendländi­schen Menschheit. Der „Daily Telegraph" sagt in einem Artikel, daß der Bomben­angriff aus Rom keine neue Frage auswerfe. Nun, dann soll der Mann, der das schrieb, recht behalten. Er muß es schließlich besser wissen, als wir und andere Kreise der Welt­öffentlichkeit, die bis zuletzt noch an die Möglichkeit irgendeiner Hemmung auf eng­lischer oder amerikanischer Seite glaubten. Aber nein, auch der Sender London be­stätigt es uns: „Die Pläne für den Angriff waren sorgfältig vom wissenschaftlichen Standpunkt aus vorbereitet."

Man beruft sich ferner darauf, daß für den Angriff auf Rom die geschicktesten und am besten geschulten Piloten ausgesucht worden seien und daß ein großer Teil der Besatzungen katholisch gewesen sei. Man stelle sich diese Blasphemie praktisch vor: Katho­liken vor die Front! Auf zum Verbrechen gegen die Wiege der Christenheit! Wenn wirklich die geschicktesten Piloten nach „wis­senschaftlicher Vorbereitung" am hellen, kla­ren, Tage gegen Rom geschickt wurden und wenn dann eine der ehrwürdigsten Kirchen' der ewigen Stadt neben anderen Baudenk­mälern, neben der Poliklinik und Arbeiter­siedlungen zerstört wurden, so kann das ja beinahe als eine bewußte Beweisführung in dem Sinne angesehen werden, daß es den feindlichen Luftgangstern einzig auf barba­rische Zerstörung und auf unmenschlichen Terror angekommen ist. Die Tatsache, daß eines der ältesten Heiligtümer der katho­lischen Kirche, eine der wenigen dem Papst direkt unterstehenden Basiliken, von Bom­ben zerstört wurde, wird wohl auch die Feindagitation nicht zu bestreiten wagen, nachdem der Papst persönlich vor den Trüm­mern keinem tiefsten Schmerz Ausdruck gab. Oder sollten die feindlichen Luftgangster ver­mutet haben, daß in der Basilika von Sän Lorenzo ein MuNitionsdcpot eingerichtet ge­wesen sei? Eine solche Frechheit werden selbst, die unverschämtesten Juden im feind­lichen Agitationslaaer gegenüber dem Ober­haupt der katholischen'Kirche nicht vorzu­bringen wagen. Dann bleibt es aber dabei und wird durch alle anderen Begleiterschei­nungen des Angriffes auf Rom noch beson­ders erhärtet, daß die Briten und Amerika­ner mit dieser letzten Entartung ihres Ter­rorkrieges alles noch einmöl viel stärker un­terstrichen haben, was sie ,elbst bisher lchon an Bekenntnissen über ihre letzten verbreche­rischen Absichten von sich gegeben haben.

Nach dem letzten Bombenangriff auf Köln sagte der britische Luftmarichall Harris zynisch, daß er sich dazu berufen fühle, „die Bevölkerung Deutschlands und Italiens zu martern bis sie zusammenbreche". Sind etwa die Maichinengewehrqarben. mit denen die feindlichen Luftgangster die in die Luft­schutzkeller eilende Bevölkerung verfolgte, gegen militärische Ziele gerichtet gewesen? Ilnd dienen Bomben mit Zeitzündern an­deren Zwecken als denen. Schrecken und Panik in der Bevölkerung zu verbreiten? In der neutralen Presse wird heute wieder daran erinnert, daß die deutsche Wehrmacht während des Westfeldzuqes all? Anstrenaun- gen darangesetzt hat, die französischen Kathe­dralen zu schonen In Nouen haben deutsche Soldaten mit höchstem Einsatz gckämpft. »m die Kathedrale dem Feuer zu entreißen. Die