Ausgabe 
(19.7.1943) 197
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pavreiamtliclie Tayeszettung

vos Amtsblatt des Negierenden vllrgermeislers der Zielen liansestadt vremen

Nr. 1 g? , 1 Z. IMgang

Montag, 1 g. Juli 1 S 4 Z

der Nationalsozialisten. Vremens

flmtliches vcrkündungsbiatt des Neichsstattlialters in oldenburg und vr emen

kinzelpreis 19 lips.

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Aus dem F ü hrerhauptquartiee, 18. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Die Schlacht an der Ostfront hat sich gestern auch auf die Südfront aus­gedehnt und insgesamt an Heftigkeit zuge­nommen. Am Kubanbrückenkopf setzte der Feind seine Angriffe gegen einen Höhenblock westlich Krymskaja vergeblich fort. Nach hef­tigem Artillerieseuer traten die Sowjets an der Mius- und Donezfront zum Angriff gn. Ihre Versuche, mit starken Infanterie- und Panzerkräften die Front zu durchbrechen, scheiterten an dem hartnäckigen Widerstand unserer Truppen. Gegenangriffe zur Bereini­gung kleiner örtlicher Einbruchsstellen sind im Gange. Im Raum von Orel halten die schweren Abwehrkämpse in unverminderter Stärke an. Am gestrigen Tage wurden ins­gesamt 415 Sowjetpanzer abgeschossen. Die Luftwaffe griff mit Kampf- und Nahkampf- fliegergeschwadern in die schweren Abwehr­kämpfe des Heeres ein und fügte der Sowjet­luftwaffe durch den Abschuß von 127 Flug­zeugen hohe Verluste zu. In der Nacht wurde der feindliche Eifenbahnnachschub bekämpft.

Auch im sizilianischen Raum haben die Kämpfe an Härte zugenommen. Unter dem Druck starker Panzerkräfte wurde die Stadt Agrigent geräumt. Wirksame Angriffe der Luftwaffe richteten sich gegen feindliche Truppen und Schiffsziele an der Ostküste Siziliens.

Nach einem von deutschen Jagdgeschwadern vereitelten Versuch nordamerikanischer Bom­berverbände, in die Deutsche Bucht einzuslie- gen, griff der Feind holländisches Gebiet an. Durch Bombenwürfe auf Wohnviertel der Stadt Amsterdam hatte die Bevölkerung er­hebliche Verluste. Zehn viermotorige Bomber wurden abgeschossen. Fünf eigene Jagdflug­zeuge werden vermißt: Leichte deutsche See­streitkräfte wurden in den Morgenstunden des 18. Juli vor der holländischen Küste durch Schnellboote mehrmals angegriffen. Hierbei gelang es dem deutschen Verband, ein feind­liches Schnellboot in Brand zu schiehen. Auf deutscher Seite traten leine Ausfälle ein. Einzelne feindliche Flugzeuge flogen am gestrigen Tage und in der Nacht in das Reichsgebiet ein. Zwei dieser Flugzeuge wur­den vernichtet."

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Die Schlacht im Osten hat eine weitere Ausdehnung erfahren. Am 17. Juli wurde nahezu an allen. Fronten vom Kuban- Brückenkopf bis in den Raum südwestlich Ssuchinitschi hinauf hart gekämpft. An der Mius- und Donezfront löste der Feind in den frühen Morgenstunden des 17. Juli seine seit langem gewarteten Angriffe aus. Schon aus den umfangreichen Vorbereitungen, die un­serer Luftaufklärung nicht verborgen ge­blieben waren, hatten sich die Schwerpunkte herausgeschält. Wohl hatten die Bolschewisten durch ihre Vorstöße am Vortage die Angriffs­richtungen zu verschleiern gesucht, die Haupt­

stöße erfolgten jedoch an den erwarteten Punkten. Nach schwerer Artillerievorberei­tung und rollenden Angriffen von Vomben- und Schlachtslugzeugen begann der Ansturm starker Infanterie- und ' Panzerverbände. Unsere von Artillerie und Luftwaffe wirk­sam unterstützten Truppen leisteten hart­näckigen Widerstand. An einer Stelle allein vernichteten sie 21 Panzer und brachten H70 Gefangene ein. an anderer Stelle verlor der Feind über 550 Mann an Toten und Gefan­genen, und überall forderten unsere Solda­ten vom Feid auch für die geringsten, vor­übergehend erzielten Vorteile schwere Opfer an Blut und Material. Bei dem massierten Einsatz der/ feindlichen Kräfte war es nicht zu verhindern, daß vereinzelte Einbrüche ent­standen, zu deren Bereinigung unsere Trup­pen zum Gegenangriff übergingen. Nach bis­herigen Meldungen verlor der Feind bei seinem vergeblichen Versuch, die deutsche, Front zu durchbrechen, allein durch die Waf- fenwirkung der Heeresverbände in diesem Abschnitt 41 Panzer sowie Tausende von To­ten, Verwundeten und Gefangenen. Zahl­reiche weitere Panzer und Geschütze vernich­teten Kampf- und Sturzkampfflugzeuge, un­ten ihnen auch ungarische und rumänische Staffeln, durch Bombenangriffe auf Panzer­ansammlungen, Batteriestellungen und an­rückende Reserven. '

Trotz der neuen Angriffe an der Südfront hat der Druck des Feindes im Kampfraum VjelgorodOrel nicht nachgelassen. Nord­östlich Bjelgorod waren die Vorstöße aller­dings nur schwach und die an einigen Stellen unter Panzerschutz vorgehende .Infanterie wurde unter Absckftiß von' sieben Panzer­kampfwagen überall abgewiesen. An den Orelfronten dagegen griffen die Bolsche­wisten nach Auffüllung ihrer schwer mitge­nommenen Verbände durch frische Truppen von neuem an. Obwohl unseren Soldaten südlich Orel zum Teil nur behelfsmäßig aus­gebaute Stellungen zur Verfügung standen, hielten sie ihre Kampflinien gegen den massierten Angriff des Feindes. Im Verlauf der wechselvollen Kämpfe setzten sie allein an diesem Abschnitt erneut 130 Sowjetpanzer außer Gefecht.

Oestlich Orel bildeten die Sowjets durch Zusammenballung von 250 Panzern, die sie mit zahlreichen Batterien und Schlachtslug­zeugen unterstützten, im Abschnitt einer deut­

schen Jnfanterie-Divisioi einen 'neuen An­griffsschwerpunkt. Durch die Massierung die­ser Waffen auf schmalem Raum gelang es dem Gegner, vorübergehend in unsere Stel­lungen .einzudringen. Unter Mitwirkung eigener Panzer, Sturmgeschütze, Sturzkampf­und Schlachtflugzeuge wurde aber die Ein­bruchsstelle abgeriegelt und der Feind im Gegenangriff zurückgeworfen, wo­

bei er nicht weniger als 134 Panzer einbüßte. Am Abend des Kampftages war die Haupt­kampflinie wieder fest in unserer Hand. Nordöstlich und nördlich Orel hielten die schweren Abwehrkämpfe ebenfalls an. Am zähckli Widerstand unserer Soldaten, zerbrach auch dort die Angriffskraft hes Feindes, der allein bei diesen Kämpfen in einer Ein­bruchsstelle über 40 Panzer verlor.

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Rom, 18. Juli. Das Hauptquartier der italie­nischen Wehrmacht gibt bekannt:Die Heftigkeit des Kampfes um Agrigent nahm weiter zu. Unter dem Vorstoß überlegener Panzerkräfte wurden die Truppen, die die Stadt in diesen Tagen tapfer ver­teidigt hatten, gezwungen, ihre Stellungen weiter zurückzuverlegen. Oestlich von Sizilien erzielten Luftwaffenverbände der Achse auch gestern Erfolge und trafen Handels- und Kriegsschiffe verschiedener Tonnage mit Torpedos und Bomben. Sechs Flug­zeuge wurden von deutschen Jägern zerstört Feindliche Schisfseinheiten bombardierten wiederholt die Stadt Catania. Das Feuer der Bodenartillerie traf einen Kreuzer und setzte einen Zerstörer in Brand.

Neapel wurde wiederum wiederholt von großen Verbänden viermotoriger Bomber angegriffen. In den Stadtvierteln des Zen­trums und der Vororte wurden beträchtliche Schäden verursacht. Die Opfer wurden fest­gestellt. Die Fkrkabwehr der Stadt, die schnell und präzise eingriff, schoß 10 Bomber ab. Weitere 8 Bomber stürzten im Luftkampf von unseren Jägern getroffen ab. Kleine Angriffe mit Sprengbomben und MG.-Fcuer wurden in der vergangenen Nacht auf die Umgebung von Neapel, auf Littoria und Cianpino unternommen. Bei den Luftangrif-

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fen, die in den Wehrmachtberichten vom Freitag und Sonnabend bekanntgegeben wurden, wurden außer den schon gemeldeten weitere 4 Flugzeuge zerstört. Eines-davon stürzte südwestlich von Jvrea ab und drei, von der örtlichen Flak getroffen, im Gebiet von Genua. Fünf unserer Flugzeuge kehrten während der letzten zwei Tage nicht zu ihren Stützpunkten zurück. .

Italienische Schnellboote versenkten bei bewaffneter Aufklärung in den Gewässern östlich Sizilien einen Dampfer von 9000 Brutto-Register-Tonnen. Das unter dem Kommando von Korvettenkapitän Silvio Cavo aus Boissano (Savona) fahrende Tor­pedoboot versenkte im Mittelmeer ein U-Boot."

Vss bedeuten vlsrlswrsllä Sovjvlpsursr?

L)/s l/sr/urls c/sr öokcksivistsn c//'s strotsgkrclisn ?/cins unssrsr Osgnsp

Den MSnner» 4s; 9eicli;sflisi»;4isnsto; «ursen sua, ,n 4»v »iile>ineosl<il;ts iviclillzo »uly-aion iU>oiwsj,s>>: Unser 8U4 reizt ArbsitsmSnner Seim Ssu von 9snrsr;i>err- >»susrn. PLV.-Kriexsbcricbter Linolil (8ck.)

Trahtbericbt unserer Berliner Echristleituna.

dr. v. scU, Berlin, 18. Juli. Die Ziffer der vernichteten Sowjetpanzdr ist im Zeitraum von nur zwölf Tagen seil dem Beginn des deutschen Gegenschlages an der Orel-Bjel- gorod-Front auf über viertausend gestiegen. Deutlicher als es durch diese Zahl geschieht, kann die soldatische, technische und sührungs- mäßige lleberlegenheit unserer Truppen an der Ostfront kaum noch unterstrichen wer­den. Kein Zweifel, daß ein so gewaltiger Aderlaß die sowjetischen Pläne entscheidend umgebogen hat. Daß sie im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit den englisch- amerikanischcR Landungsmanovern im Mit­telmeer zur Offensive schreiten wollten, das bezeugt die seit gestern zuxverzeichnende Ent­wicklung an der Mius- und Donezfront. Es ist als wahrscheinlich anzusehen, daß die sowjetischen Angriffe im Süden und im Norden des Kursk-Bogens ursprünglich als zahnradmäßiges ^Eingreifen nach dem ge­planten Vorstoß aus dem Raume westlich von Kursk gedacht waren. Wie sich die Dinge infolge des rechtzeitigen Eingreifens des deutschen Schlages entwickelt haben, ver­lieren die sowjetischen Angriffe an der Mius- Front und gegen den Bogen nördlich von Orel die ihnen ursprünglich zugedachte operative Bedeutung. Sie haben statt dessen den Charakter von Entlastungsangriffen an­genommen, in denen die Sowjets täglich ganz besonders schwere Verluste zu verzeich­nen haben und erheblich geschwächt werden.

Di« Strategen von Lasablanca mögen sich seinerzeit die Sache so gedacht haben, daß sich die bolschewistische Dampfwalze unaufhaltsam in Bewegung setzen würde, sobald die Briten und Amerikaner zu einer Bedrohung des Kontinents schreiten würden und daß dann

in einer gewaltigen Angriffsklammer die Entscheidung sehr schnell erzwungen werden könnte. Nun sieht die Sache ganz anders aus. Der Sowjetofsensive sind die deutschen Truppen zuvorgekommen und die weiteren Angriffsunternehmungen des Feindes im Osten sind nun durch die rekordartigen hohen Verluste im Verlauf von nbch wicht zwei Wochen ganz erheblich belastet. Gleichzeitig sehen sich die Engländer und Amerikaner auf und um Sizilien in schwere Kämpfe ver­wickelt, in denen die Landungs- und Nach­schubflotte jeden Tag neue schwere Verluste erleidet, so daß auch hier schon, im Kampfe um ein insulares Vorwerk der Festung Europa, alle weiteren Offensioplüne unserer westlichen Gegner ebenfalls mit einer schwe­ren Hypothek von Verlusten im Abnutzungs­krieg um Sizilien belastet werden.

Der Zeitoerlult ist für-die Engländer und Amerikaner ebenso peinlich wie für die Bol­schewisten. Gerade aus der Tatsache, baß Roosevelt und Hhurchill sich jetzt mit einer so naiven Botschaft an das italienische Volk glaubten wenden zu können, werden in der italienischen Presse Schlußfolgerungen im Hinblick auf die Rolle des Zeitfaktors in der gegenwärtigen strategischen Lage ge­zogen.Carriere della Sera" sagt, daß diese Botschaft erkennen .lasse, baß der Gegner nicht mehr warten könne.Die Amerikaner", so führt das Blatt aus,können nicht war­ten, weil der Pazifik nicht warten kann und weil Burma nicht warten kann. Wenn sie es innerhalb von drei Monaten nicht fertig bringen, die Achsenmächte in Europa außer Gefecht zu setzen, haben sie keine Hoffnung mehr, für Japan die Gefahr zu bilden, das täglich stärker wird und sich mit dem Heer Böses anschickt, Indien zu befreien."

Die Wer voll Miuiks lebenäig begraben!

k/k /ü!i/snc/s ^srtrsksr c/sr gsr/clit/icjisn /^sc//r»ri vvsi/tsn cm c/sr Äätts c/ss Orausn§

Berlin, 18. Juli. Aus Einladung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete bat der Reichsgesundheitssiihrer eine Kom­mission der bekanntesten internationalen Gerichtsmediziner nach Winniza, um an Ort und Stelle die Ermordeten in den Massen­gräbern im Hinblick aus die Todesursachen zu untersuchen.

Elf führende Vertreter der gerichtlichen Medizin sowie der pathologischen und des­kriptiven Anatomie aus Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien. Holland, Rumänien, Schweden, der Slowakei und Ungarn weilten gemeinsam mit dem Leiter des Gesundheitswesens in den besetzten Ostgebieten, Dr. Wagner, und dem Leiter der Deutschen Gesellschaft für gerichtliche Medizin und Kriminalistik vom 13. und. 15. d. M. in Winniza. Die Kommission be­

stätigte die von Professor Dr. Schröder be­reits getroffenen Feststellungen und deckte darüber hinaus einen neuen grauenhaften Umstand der Ermordung auf. Es wurde fest­gestellt, daß die Ermordeten suchen Massen­gräbern von Winniza zM großen Teil noch lebend begraben wurden. Das durch die elf Professoren und Aerzte unterzeichnete Pro­tokoll ihrer Untersuchungen enthält fol­gende Feststellungen:

Vor Eintreffen der Kommissign hat Pros. Dr. Schröder folgende Feststellung gemacht: Es wurden bis zum 15. Juli drei Masscn- gräberstätten ermittelt, nämlich: Fundort I Obstgarten" mit 38 Massengräbern. Fund ort llFriedhof" mit etwa 40 Massengrä­bern, Fundort lllVolkspark"" mit etwa 35 Massengräbern (davon bisher vierzehn geöffnet). Bisher wurden aus den erst zum

Teil entleerten Gruben 1206 Leichen ge­borgen, von denen unter Leitung des Pros. Dr. Schrader unter Zuhilfenahme deutscher und einheimischer Aerzte 817 Leichen ge- richtsärztlich untersucht wurden. Die Mit­glieder der Kommission haben alle bisherigen Fundorte von Winniza besichtigt. Sämtliche Leichengruben waren von gleicher Form, Größe und Tiefe, nur zehn Gruben waren größer und tiefer. In den von uns be­sichtigten Gruben lagen die Leichen regel­los durcheinander. Von Mitgliedern der Kommission wurden elf Obduktionen eigen­händig ausgeführt und 24 Fälle einer ge- richtsärztlichen Leichenschau unterzogen.

Wenn man in Betracht zieht, daß nach den bisherigen Unterfuchungsergebnissen die Leichen seit fünf Jahren eingescharrt lagen, G lFonietzung au> Sen« 2)

Auch im neutralen Auslande ist es nicht als ein Zeichen der Stär/e unserer Gegner gedeutet worden, wenn sie in diesem Augen­blick sich wiederum vom Nervenkrieg, von agitatorischen Manövern mehr versprechen als von Erfolgen auf dem Schlachtfelde. In portugiesischen politischen Kreisen, so heißt es in einer Meldung aus Lissabon, wird die Auffassung vertreten, daß leicht der Eindruck entstehen könnte, daß Staatsmänner, die zu solchen Mitteln wie zum Versuch des Wilson- Schwindels ihre Zuflucht nehmen, dies nur jun, weil sie keine andere Möglichkeit, sehen, um eine schwierige Operation zum erfolg­reichen Ende zu führen.

In England selbst scheinen ebenfalls Zwei­fel um sich zu greifen, sonst brauchte sich die ZeitschriftTime and Tide"" nicht gegen die Tendenz zu wenden, den Sieg Allein von den Einwirkungen der Luftwaffe zu erhoffen. Ganz abgesehen davon, daß der Gegner die weikere Entwicklung des Luftkrieges noch gar nicht im voraus zu erkennen'vermag, bleibt es dabei, daß man uns den Sieg. den wir auf dem entscheidenden europäischen Sek­tor errungen haben, nur auf dem europäi­schen Festland selbst entreißen könnte. Wie sich der Anlauf zur Invasion entwickelt hat und wie dabei der größere und kombinierte strategische Plan der Gegner von unserer Seite aus bereits durcheinandergebracht wer­den konnte, sieht die Sache vom Standpunkt des Feindes aus wirklich nicht besonders hoffnungsvoll aus.

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ki. bckll. Die gleichzeitigen dramatischen Kriegsereignisse an der Ostfront und -aus Sizilien legen die Frage nahe, wie sich wohl die strategische Lage im europäischen L u f t - räum für die Achsenmächte gestaltet hätte, wenn die Bolschewisten 1941 ihre Flughafen unmittelbar hinter der damaligen Demarka­tionslinie im früheren Ostpolen behauptet hätten. Wer bei der Beantwortung dieser Frage den Dingen auf den Grund geht, dem wirh auch vom Blickpunkt des Luftkrieges aus die entscheidende Bedeutung des erfolg­reichen Abwehrfchlages, den der Führer vor zwei Jahren g'egen die zur Niederwalzung Europas aufgefahrene sowjetische Militär­maschine führte, erneut einleuchten. Welche Ziele der UdSSR.-Luftwaffe vorschwebten, offenbart sich jedoch erst in voller Klarheit, wenn man die in der Vorkriegszeit betriebene Lustpolitik der, Sowjets mit in Betracht zieht.

Schon vor fünf und mehr Fahren hatte der Rätebund seine über die eigenen Grenzen htnausgreifenden Verkehrs-Fluglinien fast ausschließlich in den Dienst der politischen und fluatechnischen Annäherung an seine jetzigen Bundesgenossen gestellt. Wir dürfen als bekannt voraussetzen, daß die sowjet- russischenöffentlichen" Flugeinrichtungen im Gegensatz zum deutlchen Luftverkehrsdienst wirtschaftliche Zweckbestimmungen lediglich vortäuschten Es ist heute besonders aufschluß­reich, sich der Wege zu erinnern, auf denen das marxistische Moskatz rechtzeitig den Luftanschlüß an das hochkapitalistische Lon­don anstrebte: Noch bevor 1937 der Deutsch­land-Sowjetunion-Flugdienst in Ungleichung an die politischen Realitäten von der Bild­fläche verschwunden war, tasteten sich die Machthaber des Kreml an das Dersailler .,Flugzeugmutterschiff Europas", die soge­nannte Tschecho-Slowakei, heran. Tatsächlich kam es noch im gleichen Jahr zur Einrich­tung derVerkehrslinie" MoskauKiew KlausenburgPrag und von dort, allerdings unter französischer Regie, über Paris nach London; der südöstliche Umweg über rumä­nisches Hoheitsgebiet hatte gewählt werden müssen, weil Warschau seinerzeit den Bolsche­wisten die.Neberfliegung polnischen Gebietes nicht gestattete.

Eine noch engere sowjetrussisch-britische Verbindung zur Luft wurde 1938 im Norden unseres Kontinents hergestellt, und zwar war die bcslogene Strecke MoskauWelikije-Luki RigaStockholm für die Drahtzieher der Komintern nicht zuletzt deshalb von beson­derem Wert, weil man auf dem Flugplatz dsft schwedischen Hauptstadt den begehrten un­mittelbaren Anschluß an das Netz derBri- tiish Airways" gefunden hatte. Nunmehr' konnte die Entfernung zwischen Moskau und London über Kopenhagen und Amsterdam in weniger als 12 Stunden überwunden wer­den. Interessant ist. daß die Sowjets auf dem Teilabschnitt bis Stockholm neben ihren eigenen Ant - 35 - Maschinen amerikanische Douglas-DC-3-Fluazeuge benutzten. Um nach Beginn des neuen Weltkrieges auch den Süd­osten in das machtpolitiiche Aktionsprogramm der Sowjets miteinzubeziehen, schlug Stalin im Frühjahr 1940 eine Brücke nach Sofia, und zwar diesmal unter auffallender Ver­meidung rumänischer Zwischenlandeplätze über Kiew. Lhcrson und Burgas.

Das vielsagende Bild der bolschewistischen Planungen zür Luft findet seine Abrundun-g durch die weniger bekannte Tatsache, daß die Moskowiter fast ein halbes Jahr vor dem Kampsbeginn im Osten mit einem weitqus- holcndenFrachl"-Flugdienst über Sibirien zur Beringstraße vor Alaska den Kontakt mit derPan American Airways" fanden. Die Sowjets zeichneten damit amerikanischen Kriegshetzern einen gefahrlosen Flugweg vor, den diese, als die Masken auf beiden Seiten fallen durften, trotz mancherlei Un­bequemlichkeiten wiedorholt in Anspruch nah­men. Auch dieses vorsorgliche Zusammenspiel des Rätebundes mit den Gegnern der Ach­senmächte vor dem 22. Juni 1941 gehört in das Schuldkapitel der Vorgeschichte des jüdi­schen Krieges.

Als dann für den Kreml zwar die Tschecho- Slowakei infolge' der Gründung des Protek­torates ausfiel, dafür aber die Besetzung des früheren Ostpolens durch die bolschewistische Armee die Poraussetzungen des heimlichen

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Eigener Dtahtbericht

rlr. m. Berlin, 18. Juli. Der Direktor der Cunnard - White - Star - Line, Sir Thomas ^rocklebank, macht sich in einer Zuschrift an die britische Fachpresse zum Sprecher der schweren* Sorgen, hie die britische Handels­schiffahrt ganz allgemein, vor allem aber die einzelnen Schiffahrtsgesellschaften, haben. Er kennzeichnet die gegenwärtige Lage als völ­lig unhaltbar. Alle Schiffahrtsgesellschaften häuften zwar gewaltige Kapitalien an, die sie von der Regierung für die versenkten Schiffe erhielten, doch reichten diese Sum­men, wie hoch sie auch seien, nicht aus, mehr als etwa die Hälfte der verlorenen Tonnage durch neue zu ersetzen. Ja, die Reedereien, die auf Grund der Erkenntnisse, die ihnen der U-Boot-Krieg gebracht habe, auch noch dazu übergegangen sind, -schnellfahrende Schiffe auf Stapel zu legen, könnten mit den Mitteln, die ihnen die Regierung für die erlittenen Verluste zahle, nicht einmal 25 Prozent der versenkten Schiffe neu bauep. Außerdem bereiten den Reedereien die Be­triebskosten erhebliche Sorgen, denn nicht nur

die Schiffe selbst, sondern alles, was zu ihrem Betriebe gehört, verursache sehr hohe Kosten. Die Versicherungsprämien seien außerordent­lich gestiegen, und auch die den Besatzungen gezahlten Kriegsrisikozuschläge stellten eine beachtliche Belastung dar.

Sir Thomas Brocklebank spricht mit diesen Feststellungen den deutschen U-Booten un­freiwillig eine hohe Anerkennung aus, die übrigens noch deutlicher in einer Erklärung der britischen Admiralität zum Ausdruck kommt, die sich in diesen Tagen, wie bereits berichtet, entgegen allen Behauptungen Churchills und Roosevelts, daß die U-Boot- Eefahr gebannt sei. gezwungen sah zu er­klären:Wir können den Krieg verlieren, wenn die Versenkungskuroe wieder ansteigt". Diese Feststellung zeigt den ganzen Ernst der Lage, in der sich die britische Schiffahrt dank der unermüdlichen Tätigkeit der deut­schen U-Boote befindet. Sie ist auf keinen Fall geeignet, die ohnehin schon beträcht­lichen Sorgen der britischen Schiffahrts-, gesellschaften, wie sie Sir Brocklebank kenn­zeichnete, zu beseitigen.

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