Ausgabe 
(18.7.1943) 196
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P arleiarntliclre Layeszettung

Dos flmtsblatl des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der NationalfoziaUsten. Vremens

sinnliches verkündungsblatt des Ncichsstattiialters in Oldenburg und Nremen

Nr. 196, 1Z. Mrgang

Sonntag, 19. Juli 194Z

kinzelpreis 15 Nps.

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Zimmer Illttsüialrbereit!

^ Gegen Schwätzer und Spaltpilze

' k. K. h. Borkum, 17. Juli. Gauleiter s Wegener stattete seit seinem Amtsantritt zum K erstenmal der Insel Vorkum einen Besuch ab. ' Freitag abend sprach er in einer überfüllten Kundgebung im Eorch-Fock-Saal über die letzten politischen und kriegerischen Ereignisse» über den totalen Einsatz aller Volksgenossen, i i insbesondere aber über die Luftschutzbereit­schaft für die Städte und Dörfer, sowie die ' Inseln im Gau Weser-Ems. Die grundsätz­lichen Ausführungen des Gauleiters zeigten dokumentarisch alle jene Tatsachen auf, die si augenblicklich im Vordergründe der Gescheh­nisse stehen und stehen müssen. Sie zeigten aber au«h^ in aller Deutlichkeit den Stoßkeil, auf den es heute ankommt: Den Stoßkeil j gegen England und die terroristischen Angriffe js auf friedliche Dörfer und Städte, j!' Daß der Gauleiter gerade auf der am wei­st testen gegen England vorgeschobenen deut- ' schen Insel sprach, hatte außerdem noch eine . besondere Bewandtnis. Borkum ist nicht nur - die nordwestlichste Insel Ostfrieslands und I damit Deutschlands, Borkum bildete schon seit i i Jahrzehnten das deutsche Bollwerk gegen das !, Judentum, das heute von England und den Vereinigten Staaten aus den Krieg gegen Deutschland führt. Dieser Judenhaß der Jn- selbevölkerung ist nicht von ungefähr gekom­

men, er ist älteren Datums. Schon 1876 und später 1904 schreibt Wilhelm Busch in mehre­ren Briefen von der sprichtwörtlichen Abnei­gung der Borkumer gegen das Judentum, die auf ihrer Insel keine Juden sehen wollen. Und so war es bis 1933 geblieben. Vorkum blieb judenrein, und man muß heute einmal die Borkumer von ihrem Kampf gegen das Judentum erzählen hören, den sie trotz ge­schäftlicher Einbußen unter der Führung der alten Nationalsozialisten streng durchführten. Vorkum war und blieb immer eine Hochburg des, Nationalsozialismus unter der bewähr­ten Führung des Ortsgruppenleiters Jan Varus Ackermann, der auch die Kundgebung am Freitag eröffnete und den Gauleiter herz­lich begrüßte. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Saal so überfüllt, daß Hunderte keinen Platz mehr finden konnten. Wenn die Borkumer ihren Gauleiter stür­misch begrüßten, so war das nicht nur der äußere Dank für sein Kommen; in dieser Freude lag auch die stark« opsermntige Ab­wehrbereitschaft und der Wille, den Kampf bis zum siegreichen Ende durchzuführen.

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Berlin^ 17. Juli. Der Führer hat dem spa­nischen Staatschef, Generalissimus Franco, zum spanischen Nationaltag.ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm übermittelt.

Drei Kernpunkte seien es, so führte der Gauleiter in seiner Rede aus, die heute bei jedem Deutschen im Vordergründe ste­hen, die jeden Volksgenossen beherrschten: einmal der unbeirrbare Wille, den Feind zu schlagen, dann die unbeugsame Einsatz­bereitschaft für den totalen Krieg und schließlich die immer wache Luftschutzbe­reitschaft jedes Deutschen zu jeder Stunde, am Tage und in der Nacht.

Hinter diesen drei Kernpunkten stehe das tiefgestaffelte Heer der Kämpfer in der Hei­matfront, stehe das deutsche Volk in allen Betrieben aus dem Posten, um Waffen zu schmieden, um Nahrung zu erzeugen, damit der deutsche Soldat unschlagbar bleibt. Paul Wegener gab einen Umriß dieser schicksals­schweren Zeit, in der sich gewaltige Entschei­dungen anbahnen, auch wenn sie nicht für jeden sichtbar seien, das Erdßmaß der Ent­scheidungen nicht abgewogen werden könne. Eine neue Welt zum Durchbruch zu verhel­fen, erfordere eine starke seelische Kraft. Sind wir in der Lage, so fragte der Gauleiter, nach drei Viertel des Krieges, die wir bis in seine letzten Phasen gemeistert haben, auch das letzte Viertel noch durchzustehen?

Wer war es denn, der Deutschland 1933 vor dem Untergang rettete? Doch nur un­ser Führer Adolf Hitler!

Diese Antwort hierauf geben täglich die Hunderttausende Männer und Frauen unse- (Fortsetzung auf Seite 2)

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Aus dem Führerhauptquartier, 17. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Während die Kampftätigkeit nördlich von Bjelgorod gestern nachließ, hielten die schweren Slöwehrkämpfe im Raum von Orel weiter an. Die Angriffe der So­wjets wurden in harten und wechselvollen Kämpfen abgeschlagen. Im Eesamtabschnitt wurden gestern wieder 251 Panzer abge­schossen. Von der übrigen Ostfront wird die Abwehr mehrerer von Panzern und Schlacht­fliegern unterstützter Angriffe gegen die Ost­front des Kubanbrückenkopfes und mehrerer örtlicher Angriffe an der Mius-Front ge­meldet. Die Luftwaffe bekämpfte gestern mit besonderem Erfolg Bereitstellungen und Truppenbewegungen des Feindes. 89 Sowjet­flugzeuge wurden in Luftkämpfen und durch Flakartillerie der Luftwaffe abgeschossen.

Auf Sizilien vermochte der Feind gestern trotz mehrfach wiederholter heftiger Angriffe besonders im Gebiet von Catania keine nen­nenswerten Erfolge zu erzielen. Deutsche Jagdflugzeuge und Zerstörerverbände fügten dem Feinde durch Tiefangriffe schwere Ver­luste zu und schössen über Sizilien 16 feind­liche Flugzeuge ab. Insgesamt verlor der

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Aus dem Führerhauptquartier, 17. Juli. Der Führer hat, wie bereits gemeldet, dem Generalmajor Walther von Hünersdorff, Kommandeur einer Panzer-Division, als 259. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Generalmajor von Hü­nersdorff ist, damals noch Oberst und Kom­mandeur eines Paderborner Panzer-Regi­ments, 1942 mit dem Ritterkreuz ausgezeich­net worden für seine hervorragende Tapfer­keit bei unserem Gegenangriff zwischen Wolga und Don gegen weit überlegene feindliche Kräfte, die südlich Stalingrad die deutsch-rumänischen Stellungen durchbrochen hatten.

Am 8. Juli hat er, nun Kommandeur der Panzer-Division, deren Panzer-Regiment er 1942 führte, nordöstlich Bjelgorod eine von starkem Feind zäh verteidigte Panzergraben­stellung durchbrochen. In Ausnutzung dieses Erfolges brach er mit seinem und einem niederdeutschen Panzer-Regiment, das er sich unterstellte, in kühnem, selbständigen Entschluß weiter nach Nordosten vor, stürmte eine wichtige Ortschaft und vernichtete 20 so­wjetische Panzer sowie 30 schwere Pakge- schütze. Wie stets führte er seine Panzer- Grenadiere, ein mitreißendes Beispiel von Draufgängertum. "

Generalmajor von Hünersdorff wurde am 28. November 1897 in Kairo als Sohn des Gutsbesitzers v. H. geboren. 1915 trat er als Fahnenjunker in das Husaren-Regiment von Schilt Nr. 4 ein. Während des ersten Welt­krieges und den anschließenden Freikorps kämpfen war er als Leutnant Zugführer, Re­gimentsadjutant und Schwadronsführer. 1941 wurde er zum Oberst befördert, war erster Eeneralstabsoffizier einer Infanterie-Divi­sion, des Eeneralstaibes einer Panzerarmee und zuletzt Kommandeur einer PanzerDivi- sion. (Siehe auch unseren PK.Bericht „Der General ihr Vorbild. . .")

Feind gestern im Mittelmeerraum 34 Flug­zeuge. In der Messina-Straße kam es zu mehreren Gefechten zwischen deutschen und britischen Schnellbooten, bet denen ein bri­tisches Schnellboot versenkt, ein weiteres wahrscheinlich vernichtet und mehrere andere in Brand geschossen wurden. Deutsche und italienische Flieger setzten die Angriffe gegen die Landungsflotte vor Sizilien auch gestern erfolgreich fort.

Im Seegebiet vor Pmuiden wehrten deutsche Hafenschutzboote den Angriff eines britischen Schnellbootoerbandes ab. Ein feindliches Torpedoschnellboot wurde so schwer beschädigt, daß mit seiner Vernichtung gerechnet werden kann. Wenige feindliche Flugzeuge überflogen in der vergangenen Nacht das nordwestliche und südliche Reichs­gebiet. Durch vereinzelte Angriffe entstanden unerhebliche Schäden."

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Rom, 17. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Auch gestern wurde auf Sizilien uyd besonders im Gebiet von Agrigent und von Catania er­bittert gekämpft Trotz seiner starken An­griffe gelang es dem Gegner nicht, weitere Vorteile zu erringen. Der Gegner erlitt hohe Verluste. Kampf- und Schlachtflugzeugver- bände brachten den feinvlichen Truppen bei wiederholten, im Tiefflug durchgeführten Angriffen, schwere Verluste an Menschen und Material bei. Torpedoflugzeuge und Kampf­flugzeuge der Achsenmächte führten starke Angriffe gegen feindliche Schiffe im Gebiet von Eap Passero und in der Nähe der Häfen Syrakus und Augusta durch. Ein in Brand gesetzter feindlicher Dampfer von 7000 VRT. ging unter. — Deutsche Jäger schössen über Sizilien 16 Flugzeuge, darunter 12 viermoto­rige „Liberator"-Maschinen. ab.

Feindliche Luftangriffe auf Neapel, Bari, Reggio, Calabria und Messina verursachten

keine bedeutenden Schäden. Die Zahl der Opfer ist gering. Mit Spreng- und Brand­bomben durchgeführte Luftangriffe von ge­ringer Bedeutung wurden auch gegen La Spezia sowie Ortschaften in der Lombardei und der Landschaft Emilia durchgeführt. Ins­gesamt wurden von der Abwehrartillerie und von den Jägern 18 Flugzeuge vernichtet. Hiervon wurden fünf zwischen Messina und Reggio Calabria, drei in Bari, sieben in Neapel, drei zwischen Varöse und Pavia ab­geschossen. Rom wurde in der vergangenen Nacht von Flugzeugen überflogen, die Pro- pagaiidablätter abwarfen.

In den Gewässern Ostsiziliens versenkte einer unserer Leichten Kreuzer, der von eini­gen Schnellbooten angegriffen wurde, zwei Schnellboote und führte dann feine Aufgabe zu Ende, ohne irgendwelchen Schaden davon­getragen zu haben. Ein feindlicher Zerstörer wurde von einem unserer U-Boote torpe­diert."

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Starke Verbände der lluktvrakks unterstützen ständig die Operationen unserer Inkanteris. Die Inksnteiiespitre bält. Die srsts^ IVells der Stukas sckleüdert ibre Loinbenlast in die keindlicbsn Stellungen. Tonnen von llrdrsicb.vrirbsln bock ip die bükt, während die Zweite Stukawslls ruin Sturr ansetzt. ?L-Lrisg;sbsi-i<:Iitöi- TsodSoksI (Soli)

öksnnpunkts stkatsg/sclisk knt§ciis/c/uligsn

Von

ZoksnnL. visiricli

Mit besonderer Spannung werden in diesen Tagen vom LMtschen Volke die Berichte des OKW. erwartet und ihr Inhalt mit großer Aufmerksamkeit gelesen. Seit in den letzten zwölf Tagen militärische Entwicklungen an zwei Brennpunkten des von uns gegen bri- tisch-plutokrati'sche Unterdrückungsmethoden und gegen jüdisch-amerikanisch-sowjetische Weltherrschaftsansprüche geführten Freiheits­kampfes sich anbahnten, die schon jedem Laien als bedeutsam und für den weiteren Verlauf des Krieges bestimmend erscheinen, ist das Verlangen besonders wach geworden, eine Würdigung und Wertung der an jenen bei­den Punkten im Gange befindlichen Opera­tionen zu erhalten. Wie steht es nun damit?

Bjelgorod — Orel im Osten und S i - zilien im Süden sind zur Stunde zu Punk­ten strategischer Entscheidungen geworden und wenn der Feind daran Erwartungen knüpft, die geradezu Hoffnungen auf un­mittelbar bevorstehende Kriegsentscheidungen in sich tragen, so wissen wir zwar sehr gut, daß diese feindlichen Wunschträume sich nicht erfüllen werden, verkennen aber darum nicht, wie sehr das Kriegsgeschehen an sich wieder einmal einen Höhepunkt zusammen­gefaßter Kriegsanstrengungen erreicht hat.

Richtet man, wie es unserem Empfinden am meisten entspricht, zuerst den Blick nach Osten,, wo eine alles bisherige an Material-

ver I^okr ksl seine Lckuläigkeit geisn...

Vsrc//snksL 5 < 7 /i/c^La/ c/sr /ronrär/sciisn ^srkätsrgsnsrcr/s — bn 5c1iu/c/gsrtönc/n/§ stoorsvs/tL

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

dr. w. scb. Berlin, 17. Juli. Verräter und Deserteure werden auch dort im Grunde verachtet, wo sie als Instrumente für die eigene Jnteressenpolitik sich mißbrauchen lassen. In besonders bitterer Weise müssen jetzt die beiden „Komiker von Algier", Gi- raud und de Eaull' das Verräterschicksal an sich erleben. Erst haben sie sich von Churchill und Roosevelt als Marionetten gegenein­ander ausspielen lassen, dann haben sie sich nach unendlichen Hängen und Würgen in der Hoffnung „geeinigt", daß sie in ihrem „Be­freiungsausschuß" wenigstens den Schein der Ehren und Würden von Staatsoberhäuptern fifty-fifty miteinander teilen könnten. Auch damit ist es jetzt nichts. Soeben hat Roose­velt erklärt, daß er nicht daran denke, den Ausschuß von Algier, der unter äußerstem Druck von London und Washington Zustande kam, als Regierung anzuerkennen. Eine gleichgerichtete Erklärung hat der englische Außenminister Eden in London abgegeben. Also nicht einmal das gewähren die Briten und Amerikaner heute den französischen Ver­rätern, was sie solchen Kreaturen wie Be- nesch und plötzlich aus dem Nichts aufge­tauchten polnischen Emigranten großzügig zu­gestehen, daß sie nämlich ohne jede staats­rechtliche Basis oder ohne die geringste Ver­bindung weder mit ihren Völkern, noch mit ihren verfassungsmäßigen Institutionen, dip­lomatische Vertreter ernennen und in ihren von britischen Schecks bezahlten Londoner Hotel-Appartements empfangen dürfen, weil sie für besondere Paradezwecke als Staats­

oberhäupter der „vereinigten Nationen" von ihren Geldgebern gebraucht werden. Wenn Roosevelt und Churchill gegenüber de Gaulle und Eirand eine Ausnahme machen, so hat das seine besonderen Gründe.

Die Raubabsichten der Pankees gegenüber dem afrikanischen Kolonialreich der Franzo­sen sind inzwischen sonnenklar geworden. Die Engländer wollen das Rennen noch nicht aufgeben. Da würde es für die britisch-ame­rikanische Auseinandersetzung nur eine starke Hemmung bedeuten, wenn London und Washington mit einer von ihnen anerkann­ten staatlichen Autorität der Franzosen in diesen Gebieten rechnen müßten. Sie wol­len erst unter sich über die Verteilung der Beute einig werden. Daß sie sich dabei selbst noch böse in die Haare geraten wenden, da­ran ist kein Zweifel. Aber noch sicherer ist, daß sie den Raub den Franzosen niemals wieder zurückerstatten wollen. In der Tat häufen Roosevelt und Churchill in den letz­ten Tagen ihre zynischen Bekenntnisse zum Verrat und zum Betrug, was ja nicht mehr sonderlich verwunderlich erscheinen kann, nachdem Churchill in aller Öffentlichkeit die einst so bombastisch verkündete Magna- Charta samt ihrer idealistischen Grundsätze zerfetzt hat.

Auch Roosevelt hat in diesem Zusammen­hang wieder einmal die Vorsicht außeracht gelassen und sich vergalloppiert, als er sich zu einer Stellungnahme gegenüber der Kri­tik an seiner Frankreichpolitik gedrängt sah. Es gibt sowohl in den Vereinigten Staaten wie in England Leute, denen angesichts der

zynischen, brutalen Machtpolitik im früheren französischen Kolonialgebiet doch etwas unbe­haglich zumute ist; nicht etwa, weil sie eine bessere politische Moral vertreten, sondern weil sie befürchten, daß die übrige Welt all­mählich die heimtückischen Methoden der anglo-amerikanischen Politik durchschauen könnte. Das „News Chronicle" äußert die Sorge, daß die mit so großer Mühe erzielte Einigung der französischen Emigranten wie­der gefährdet werden könne, wenn London und Washington die Anerkennung des „Be- freiungsausschufses" als Staatsregierung ver­weigern. Roosevelt in seiner maßlosen Eitel­keit glaubt solche Bedenken mit einer Hand- bewegung beiseiteschieben zu können. Seine Politik gegenüber Frankreich, so sagte er, sei „immer ganz ausgezeichnet" gewesen, und die Kritik könne seinen „wohl erwogenen und schon vor mehreren Jahren entstandenen Plan" nicht gefährden. So so, dieser Plan ist mehrere Jahre alt. Ein Plan nämlich, der die führende Rolle der Vereinigten Staaten im Kriege trotz aller dem amerikanischen Volke gegebenen Schwüre vorsah. Mehrere Jahre, das dürfte doch wohl etwas weiter als bis zum Tage von Pearl Harbour zurückgreifen, den Roosevelt offiziell als den Ausgangs­punkt eines ihm „auserzwungenen Krieges" bisher bezeichnet hat. Die Entgleisung Chur­chills ist uns und der Weltöffentlichkeit nach den Enthüllungen mehrerer deutscher Weiß­bücher gewiß nichts Neues. Aber es ist doch nicht ohne Interesse, daß nunmehr Roosevelt selbst die deutschen Enthüllungen und Ankla­gen unterstreicht.

wucht in Schatten stellende Schlacht ent­brannt ist, so gibt der Verlauf der nun schon fast zwei Wochen währenden Kämpfe dem Be­trachter zweifach die Gewißheit des deutschen Enderfolges. Anders zwar als in jenen Ta­gen, da wir in gewaltigen Kesselschlachten jeweils Gefangene nach Hunderttausenden zählen konnten, ist in dieser für östliche Ver­hältniße neuartig angelegten Schlacht das taktische Ergebnis der Eefangenenziffer und anders das Ergebnis des Raumgewinnes. Die strategische Auswirkung aber, die der schließlichen Niederlage des Feindes mit dem Ziele seiner größtmöglichen Schwächung gilt, ist auch heute wieder gesichert. Man braucht nur die Ziffer der. bisher in dieser Schlacht vernichteten feindlicken Flugzeuge und vor allem der Panzer (es sind über 3650) mit den entsprechenden deutschen Erfolgsziffern einer der Kesselschlachten der zwei vergange­nen Jahre zu vergleichen (Kiew erbrachte weniger als tausend, Vrjansk-Asjaswa 1240 vernichtete Sowjetpanzer), um zu erkennen, wie weit bei aller Beachtung des auf beiden Seiten geradezu unvorstellbar zusammenge­ballten Materials doch schon die Niederlage des Gegners gediehen ist.

Wenn hiermit der Begriff Niederlage des Feindes in Erscheinung tritt, so könnte ange­sichts der zwischen Bjelgorod und Orel nach wie vor heftig wogenden Kämpfe zweier in sich verkrallten und kaum den Platz ver­ändernden feindlichen Fronten vielleicht der Eindruck entstehen, daß der Stand der Dinge hiermit etwas zu optimistisch betrachtet wäre. Aber um den richtigen Maßstab dafür zu finden, was auf unserer Seite bereits er­reicht ist, und was der Gegner im Hinblick auf seine Ziele an erhofften Erfolgsmöglich­keiten bereits abschreiben mußte, darf man keinen Augenblick vergessen, daß wir ja be­wußt in die schon bis zum letzten vorbe­reitet gewesene Großoffensive der Bolsche- wisten stießen,-die, mit den Anglo-Ayieri- kanern verabredet, deren Berennung' der europäischen Festung von Osten her unter­stützen und uns unfähig machen sollte, Jn- vasionsversuchen an anderen Fronten wirk­sam entgegenzutreten.

Ohne weiteres läßt sich heute bereits er­kennen, daß die sowohl von Stalin selbst als auch von den Anglo-Amerikanern mit den größten Erwartungen begleitete Sowjetoffen­sive im Osten gescheitert ist. Ihr Ziel war das, was in der letzten gewaltigen sowjeti­schen Winteroffensive fehlschlug, nun im Som­mer unter allen Umständen zu verwirklichen, nämlich von der Einbuchtung bei Kursk aus unter Ansturm auf die zwei deutschen Front­pfeiler Bjelgorod und Orel die deutsche Linie zum Einsturz zu bringen, womöglich Kiew zu überrennen und dann in Ueber- schreitung des Dnjestr und Dnjepr mit Bessaräbien die deutsche Balkanstellung un­mittelbar zu bedrohen — die Balkanstellung, die ja gleichzeitig vom Mittelmeer aus die Anglo-Amerikaner aufrollen möchten. Daß Stalin, obwohl er schon aus anderen Front­abschnitten Truppen wegzog und in die Schlacht warf, heute unendlich weit von seinem Ziele entfernt ist und daß gleich beim ersten deutschen Anhieb seine kühnen Pläne sich zer­schlugen, das ist die Bedeutung der für die deutschen Waffen erfolgreich verlaufenen Materialschlacht zwischen Bjelgorod und Orel,