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vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeistcrs der Zielen fjansestadt Vremen
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Nr. 1SZ, 1Z. Jalsrgang
Donnerstag, 15. Juli 194Z
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Bremen, 14. Juli. Der Staatssekretär im Reichsministerium des Innern, ^-Gruppenführer Dr. Stuckart, besuchte am Dienstag und Mittwoch den Frontgau Weser-Ems, um sich an Ort und Stelle von den zur Abwehr der feindlichen Luftangriffe getroffenen Maßnahmen zu überzeugen und die bisherige Tätigkeit der verschiedensten Dienststellen auf dem Gebiete der zivilen Neichs- verteidiguna in Augenschein zu nehmen. Der Staatssekretär besuchte zusammen mit Gauleiter Wegener die Städte Bremen und Wil- helmshaven und besichtigte dort die durch die bisherigen Luftangriffe hervorgerufenen Schäden. Weiter benutzte der Staatssekretär die Gelegenheit, um mit dem Gauleiter und verschiedenen führenden Persönlichkeiten des Gaues wichtige Besprechungen abzuhalten.
Am Mittwochmorgen fand in Bremen in der Dienststelle des Reichsverteidigungskommissars Weser-Ems im Hause des Reiches eine Arbeitstagung statt, zu der der Gauleiter als Reichsverteidigungskommissar seine engsten Mitarbeiter aus Partei und Staiat auf dem Gebiete der zivilen Reichsverteidigung geladen hatte. Außer den Chefs und den Mitgliedern der Landesregierungen Bremens und Oldenburgs, den Höheren ii- und Polizeiführern und Befehlshabern der Ordnungspolizei, den Regierungspräsidenten in Aurich und Osnabrück, den Landräten und Oberbürgermeistern sowie den Reichsverteidigungsreferenten bei den Regierungen waren
die Polizeipräsidenten Bremens, Wilhelms- haoens und Osnabrückc und die Mitglieder des Gaueinsatzstabes anwesend.
Gauleiter Wegener betonte in seinen Begriißungsworten an den Staatssekretär, daß ihm in dem ersten Jahr seiner Tätigkeit als Gauleiter in Weser-Ems zwei Ausgaben im Vordergrund gestanden hätten. Einmal sei es der Luftkrieg gewesen, der nicht nur ihm, sondern auch den Dienststellen von Partei und Staat neue umsangreiche Aufgaben bereitete. Dabei habe die Partei sich für die Mobilisakion der erforderlichen Kräfte eingesetzt, während der Staat ohne Schema für die Beseitigung und Minderung eingetretener Schäden sorgte. Zum anderen sei es seine Aufgabe gewesen, die Staatsverwaltung unseres Gaues den Erfordernissen des totalen Krieges entsprechend einsetzen und klare Zuständigkeiten zu schaffen. Es freue ihn besonders, daß seine Besprechungen mit Staatssekretär Stuckart erwiesen hätten, daß der von ihm betretene Weg aus diesem Gebiet zu Ende gegangen werden könne.
Staatssekretär Stuckart, zu dessen Aufgabenbereich es gehört, den Einsatz der All-, gemeinen Verwaltung im Luftkrieg zu lenken, vermittelte den anwesenden Männern aus Partei und Staat in längeren Ausführungen zahlreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Abwehr feindlicher Luftangriffe und erläuterte die seitens des Reiches getroffenen Anordnungen. Außerordentlich
klar waren dabei u. a. seine Ausführungen über die Notwendigkeit einer noch verstärkten Luftschutzbereitschaft. An Hand der von ihm in West- deutschland gesammelten Erfahrungen stellte Staatssekretär Stuckart u. a. fest, daß Luftschutzdisziplin und fortgesetzte Aufklärung der Bevölkerung über Art und Umfang der Selbstschutzmaßnahmen im Luftkrieg gerade im Augenblick von ungeheurer Wichtigkeit sind.
So z. B. sei es nach wie vor das Zweckmäßigste, wenn die Bevölkerung, soweit sie nicht im Bunker Schutz sinden könne, sich in den behelfsmäßigen Lustschutzräumen aushalte und solche durch Selbsthilfe herstelle. Auch der Splitter- und Deckungsgraben stelle durchaus, wo es die Erdverhältnisse gestatten, eine nicht zu unterschätzende Schutzmöglichkeit für weite Teile der Bevölkerung dar. Der Kampf gegen die Phosphorbrandbomben des Feindes sei durchaus nicht so aussichtslos, wie man es hin und wieder hören könne. Dabei müsse unbedingt dafür gesorgt werden, daß in jedem Haus noch mehr Behälter mit Wasser Ausstellung sinden und auch geeignete Wasseroorräte im Luftschutzraum vorhanden sind.
Vollkommen unzweckmäßig sei es, die Kohlenvorräte in der Umgebung des Schutzraumes aufzubewahren. Die gerade bei den letzten schweren Terrorangriffen des Feindes (Fortsetzung auf Seite 2)
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Aus dem Führerhauptquartier, 14. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Starke Gegenangriffe der Sowjets im Raum von Bjelgorod brachen gestern unter schwersten Verlusten zusammen. Allein in einem Abschnitt wurden zwei feindliche Regimenter restlos zerschlagen und zahlreiche Gefangene eingebracht. Der Feind verlor in diesem Kampsabschnitt auch gestern wieder mehr als zweihundert Panzer. Im Raum östlich und nördlich Orel führten die Sowjets wieder mit verstärkten Kräften heftige Angriffe durch. Die Kämpfe, in denen der Gegner trotz schwerster Blutopfer keinen Erfolg erringen konnte, halten zur Zeit. nachdem deutsche Reserven zum Gegenangriff angetreten sind, noch mit großer Heftigkeit an. In den beiden letzten Tagen wurden hier ebenfalls über zweihundert feindliche Panzer vernichtet. Die deutsche Luftwaffe griff mit starken Kräften in die Kämpfe an der Ostfront an, vernichtete zahlreiche Panzer und schoß 212 feindliche Flugzeuge ab.
In Südsizilien stehen die deutschen und italienischen Truppen weiter in schweren Kämpfen gegen die feindlichen Landungstruppen. die aus der Linie Augusts—Licata unsere Stellungen im Gebirge und südlich von Catania anzugreifen versuchen. Deutsche und italienische Fliegerverbände setzten ihre unaufhörlichen Angriffe gegen die britisch- nordamerikanischen Seestreitkräfte und Transportschiffe mit Erfolg fort. 34 feindliche Flugzeuge wurden im Mittelmeerraum abgeschossen.
Britische Bomberverbände führten in der vergangenen Nacht einen schweren Terrorangriff gegen die Stadt Aachen. In den Wohnvierteln der Innen- und Altstadt entstanden große Zerstörungen. Viele öffentliche Gebäude und Kulturdenkmäler wurden zerstört. Der Aachener Dom wurde getroffen. Die Bevölkerung erlitt schwere Verluste. Bei dem An- und Abflug sowie über der Stadt wurden 21 Bomber abgeschossen. Wie nachträglich gemeldet wird, sind aus den in der Nacht zum 13. Juli auf Turin vorgestoßenen Bomberverbänden auf dem Hin- und Nückflug von deutschen Lust- verteidigungskräften elf viermotorige Flugzeuge abgeschossen worden. — Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der vergangenen Nacht Hafen und Stadt Hüll sowie kriegswichtige Ziele an der SLdkiistc Englands mit Bomben aller Kaliber an."
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Bern, 14. Juli. Die schweizerische Gesandtschaft in London ist beauftragt worden, gegen die in der Nacht zum Dienstag von zahlreichen britischen Flugzeugen begangene neue schwere Verletzung der schweizerischen Neutralität mit äußerster Entschiedenheit zu protestieren und die Wiedergutmachung der Schäden zu verlangen, die von den in zahlreiche Orte des Schweizer Gebietes gefallenen Bomben verursacht wurden.
Die Schweizer Zeitungen widmen ihren Nachrichtenteil in erheblichem Umfange den Meldungen aus den verschiedenen Landesteilen über die von den britischen Bombern angerichteten Schäden. Die gleichzeitig veröffentlichten Bilder von den Schadenstellen bringen auch dem letzten Leser die Tatsache nahe, daß in der Nacht zum Dienstag der Krieg, genauer gesagt die besondere Methode der britischen Kriegführung, dem Lande einen kurzen aber brutalen Besuch abgestattet hast-
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Rom, 14. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Es ist dem Feind, der bei seiner Offensive beständig neue Verbände einsetzt, gelungen, denKüsten- streifen von Licata bis Augusta zu überwinden. Er stößt in das Bergland von Südostsizilien vor und steht vor der Ebene von La- tania. An der Front sind die italienischen und deutschen Truppen in harte Kämpfe verwickelt. In Nachtangriffen längs der Küste von Ostsizilien versenkten unsere Torpedoflugzeugverbände zwei große Dampfer und einen Zerstörer und beschädigten sechs Kreuzer, darunter einen schweren, zwei Zerstörer, ein großes Handelsschiff und weitere kleinere Seefahrzeuge, In Lustkämpfen über der Insel schössen die Jäger der Achsenmächte elf Flugzeuge ab, zwölf weitere Flugzeuge wurden von der Artillerie auf Sizilien und vier
von der Artillerie auf Sardinien vernichtet. Sieben Torpedoflugzeuge fielen unseren unterwegs befindlichen Einheiten zum Opfer. 14 unjerer Flugzeuge sind von den Operationen des Tages nicht zurückgekehrt. Im mittleren Mittelmeer versenkte ein U-Boot unter dem Befehl von Kapitänleutnant Alberto Donato aus La Epezia einen.15 OOO-BRT.- Dampfer. Eine andere Unterwassereinheit unter dem Befehl von Kapitänleutnant Pas- quale Beltramo aus Savona schoß eine Torpedosalve gegen einen Verband von Zerstörern ab, von denen zwei getroffen wurden. Ein drittes U-Boot unter dem Befehl von Kapitänleutnant Renato Scandalo aus Castelfranco Emilia torpedierte einen Zerstörer der Hervis-Klasse und einen Zerstörer her Fearleß-Klasse. Die vier letztgenannten Zerstörer sind als versenkt anzusehen."
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ckr. soll. Berlin, 14. Juli. Die agitatorischen Pläne, die mit dem englisch-amerikanischen Unternehmen gegen Sizilien verknüpft waren, sind ins Wasser gefallen. Weder ist die von dem Gegner erhoffte Schockwirkung in Italien eingetreten, noch lassen sich die Völker Europas irgendwie von hochtönenden Phrasen der feindlichen Agitation beeindrucken, daß die Engländer und Amerikaner nunmehr angetreten seien, um den „unterdrückten" Völkern die Freiheit zu bringen. Es traf sich nicht schlecht, daß die Gegner ihren Angriff auf Sizilien als den ersten großen Schritt zur Unterstützung der Sowjets in Europa bezeichneten, während gleichzeitig Rovfevelts Sonderbotschafter in Moskau, Joseph Davies, die maßlosen Ansprüche der Bolschewiken auf Europa aufzeichnete und sich mit Entschiedenheit für ihre Verwirklichung einsetzte. Im Namen Roosevelts. so schreibt eine führende rumänische Zeitung, habe Davies die baltischen Staaten, Weißrußland. Vessarabien, Polen und einen Teil Finnlands, die Donaumün- dungen, die Dardanellen und eisfreie Häfen in Ostasien den Sowjets angeboten. An diese Feststellung knüpft das Bukarester Blatt die nur zu berechtigte Frage: „Schlägt sich also etwa General Eisenhower bei dem Cap Pafaro für die Freiheit der europäischen Völker, . wenn Herr Davies als Sprecher Roosevelts für angebliche Rechte der Sowjets an der Weichsel, an dem Dnjepr und in Reval eintritt? Die Landung in Sizilien muß ausschließlich im Lichte der Sowjet- Politik betrachtet werden, aber wenn die Sowjets am Rande der Adria stünden, wie Litwinow beabsichtigt, dann könnte man schwerlich von Sizilien oder selbst von Ka- labrien aus von der Freiheit der Völker und von den Segnungen der Demokratie sprechen."
Noch aber kann gar nicht die Rede davon sein, daß unsere westlichen Gegner auf Sizilien oder erst recht in Kalabrien, will sagen auf dem europäischen Festland selbst, bereits festen Fuß gefaßt hätten. Mit gelassener RuHe, die den Fohlschlag der gegnerischen Hoffnungen anf eine Schockwirkung unterstreicht, verfolgt die italienische Presse den Verlauf der Kämpfe. Der „Popolo d'Jta» lia" hat durchaus recht, wenn er in einer Betrachtung zur Lage heute früh feststellt, daß der wirkliche und wahre Krieg in Sizilien erst noch beginnen müsse. Das Blatt erklärt, daß die Achsengsgner mit dem Gros der Achsenkräfte überhaupt noch nicht in Berührung gekommen sind und spricht in diesem Zusammenhang von den „beweglichen Reserven" der Achse, die im Innern der Insel konzentriert seien. Welches Manöver die Achsentruppen ausführen würden, sei jedoch noch nicht vorauszusehen, da alles von der weiteren Entwicklung der Kämpfe abhänge. Als das strategische Zentrum Siziliens wird im .,Popolo di Roma" die Stadt Enna bezeichnet, die ziemlich genau im Innern der Insel im Gebirge liegt.
Der deutsche und der italieiische Wehrmachtbericht vermitteln jetzt durch Ortsangaben ein klareres Bild der Lage. Der Feind ist im Südosten der Insel im Besitz des Kiistenstreffens von Augusta bis Licata und sucht das Landungsgebiet durch Angriff sowohl nach Norden in Richtung Catania und im Westen in Richtung Agrigent schließlich durch Vorstöße ins Innere der Insel zu erweitern. Er trifft hier zunächst die Achsen- stellungen am Rande des Gebirges. Hinter diesen Stellungen muß der Feind mit den deutschen und italienischen Vorbereitungen und dem Aufmarsch zum Gegenangriff rechnen, den er in Teilaktionen bereits zu spüren bekam. Der militärische Mitarbeiter der italienischen Agentur Stefani untersucht die Problematik, die sich bei jedem feindlichen Versuch einer Invasion ergibt. Es seien dann immer, so schreibt er, zwei taktische Möglichkeiten gegeben, entweder die Landung der Angreifer unmittelbar an der Küste mit allen Mitteln und ungeachtet der eigenen Verluste zu bekämpfen oder abzuwarten, bis der Feind unter beträchtlichen Verlusten an Schiffen und Material eine auch beträchtliche Menge von Streitkrästen gelandet hat, um ihn dann auf in voraus gewählten Positionen zum Kampf zu stellen. Bei der Wahl der zweiten Taktik könne auch die Schwierigkeit einer wirksamen Bekämpfung der schweren Schiffsgeschütze durch die Küstenabwehr den
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Berlin, 14. Juli. In ihrem barbarischen Feldzug gegen die Kulturwerte Europas haben sich die britischen Luftpiraten nun auch, wie der OKW.-Bericht vom Mittwoch meldet, am Aachener Dom ausgetobt. Nur der aufopfernden Tätigkeit der Löschmannschaften ist es zu verdanken, daß das Münster vor der völligen Vernichtung bewahrt wurde. Es erweckt fast den Anschein, als ob die britischen Kultuvschänder überlegt haben, wie sie das Verbrechen von Köln noch überbieten konnten. So fielen sie in ihrem nächtlichen Terror über die alte ehrwürdige Kaiserstadt, her, die für alle Deutschen mit dem Namen Karls des Großen unlösbar verknüpft ist. Das Aachener Münster war ihrem Sadismus gerade das rechte Ziel. Mit einer nur den Briten eigenen Brutalität stürzten sie sich auf ein geheiligtes Bauwerk, das in seinem Kern fast 1200 Jahre bestand und neben seinen romanischen Teilen
besonders auch in den späteren gotischen Anbauten einen der stolzesten Besitze der gesamten Kulturwelt darstellt. Wohl blutet das Herz jedes Deutschen im Angesicht dieser sinnlosen britischen Zerstörungswut, einer Schande, von der sich die Briten niemals wieder reinwaschen können und über die das Urteil der Geschichte bereits heute feststeht. Aber indem die Krämer an der Themse unsere heiligsten Besitztümer zu vernichten suchen. nähren sie in unserer Brust einen unbändigen Haß, den geweckt zu haben sie einst bitter bereuen werden. ^
Der Aachener Dom selbst sieht auf mehr als eine tausendjährige Geschichte zurück und stellt eine Mischung der verschiedensten Zeitalter christlicher Baukunst dar. Der älteste ist die byzantinische Pfalzkapelle Karls des Großen, ein achteckiger 32 Meter hoher Kuppelbau. Dieses Oktogon, das eigentliche
Schiff der Kirche, wurde Ende des 8. Jahrhunderts nach byzantinischen Mustern begonnen und soll 80ö durch den Papst Leopold eingeweiht sein. Westlich davon steht ein Glockenturm, flankiert von zwei runden karolingischen Treppentürmen. die nach der im Mittelmeer entstandenen gotischen Re- liquienkammer führt. Der Zweitälteste Teil des Doms ist der Chor, der bei 25 Meter Länge und 12 Meter Breite eine Höhe von 34 Metern hat. Er ist im 14. und 15. Jahrhundert in gotischem Stil ausgeführt. Außerdem verfügt der Dom über mehrere reich dekorierte gotische Kapellen, die an den Seiten des Achtecks und des Chors angebaut sind. In der Mitte des Achtecks bezeichnet eine Steinplatte die Stelle, an der Karl der Große angeblich bestattet ist. Sein Grab ist aber noch nicht gefunden. Auch Otto III. ist in dem Dom bestattet, dessen Münster- schatz Weltberühmtheit genießt.
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Berlin, 14. Juli. Der Führer verlieh das Ritterkeuz des Eisernen Kreuzes an: Oberjäger Ulrich Karg, Zugführer in einem Gebirgsjäger-Regiment.
Den Fliegertod stärb Hauptmann Albrecht Kuntze^ Eruppenkommandeur in einem Kampfgeschwader, der sich im Kampf gegen Norwegen das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erwarb und zu den ältesten Rittern dieser Auszeichnung in der Luftwaffe gehört.
Entschluß der Verteidiger beeinflußt haben. Jedenfalls könnte der Feind nach der Landung nicht an der Küste stehen bleiben, wenn er sich nicht der Gefahr eines sinnlosen Stellungskrieges mit dem Meer im Rücken aussetzen wolle, und er müsse also unweigerlich auf den Aufmarsch der Achsenstreitkräfte stoßen. „Wenn er stehen bleibt", so äußert sich im gleichen Sinne der „Popolo d'Jtalia", „also wenn es uns gelingt, ihn zum Stehen zu bringen, dann ist er verloren". Jedenfalls, so stellt der „Carriere della Sera" fest. die große Schlacht im Mittelmeer hat begonnen, die wahrscheinlich vielgestaltige Entwicklungen und Seiten haben werde.
Ganz behaglich im Hinblick auf diese kommenden Entwicklungsmöglichkeiten scheint der gegnerischen militärischen Führung trotz der Prahlereien in den ersten Stunden nach dem Beginn des Unternehmens nicht zu sein. In dem F-rontbericht einer englischen Nachrichtenagentur wird ausdrücklich festgestellt, daß das britisch-amerikanische Oberkommando mit einem besonders schweren Gegenschlag der Achsenmächte rechne und daß die englischen und die amerikanischen Truppen jetzt schon um jeden Meter Baden schwer kämpfen müßten. Aus diesem englischen Bericht ergibt sich auch, daß die achte Armee Mont-- gomerys. von Aegypten kommend, zu einem Teil an dem Unternehmen gegen Sizilien beteiligt ist, während andere Formationen .für andere Aufgaben" bereitgestellt seien. Die Möglichkeit noch weiterer Unternehmungen des Feindes muß auch nach Meldungen aus Gibraltar im Auge behalten werden. Wie sich auch die Dinge weiter entwickeln mögen daß eine zeichnet sich jetzt bereits für die Weltöffentlichkeit ganz deutlich ab. daß schon bei einem beschränkten Landungsunternehmen auf einer dem Festland vorgelagerten Insel die Schwierigkeiten für den Gegner ganz unerwartete Ausmaße annehmen. Eine Zeitung der französischen Südzone sagt dazu mit'recht, daß man sich leicht das Ergebnis einer Landung an den europäischen Küsten selbst vorstellen könne, wenn schon diese zweitrang-ige Operation — die Landung auf einer Insel — derartige Schwierigkeiten mit sich bringe.