Ausgabe 
(12.7.1943) 190
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pavleiarntlrciie Layeszeilung

vas pmtsblati des Negierenden vürgermeistcro der 5rcicn fjansesiadt vremen

der Nationalsozialisten. Vremens

flmtiiches verkündungsbilltt des Ncichvstatttiallers in Oldenburg und Nremen

Nr. 190 . 1 Z. Zaliroang

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Berlin, 11. Juli. Die erbitterten Kämpfe nördlich Bjelgorod und südlich Orel nahmen am 10. Juli ihren Fortgang. Unse­ren Stoßkeilen wirft der Feind in überstürz­ter Eile immer neue Reserven entgegen. An einzelnen Punkten sind heftige Artillerie- duelle entbrannt. Das von kreidigen Karsten durchzogene Hügelland am Donez ist unun­terbrochen ersüllt vom Lärm der Massen. Im Raum nördlich Bjelgorod stehen Divi­sionen bei schwierigen Wege- und Gelände­verhältnissen in hartem Ringen mit dem sich verbissen wehrenden Feind. Nachdem die Bolschewisten, zum Teil im Nahkampf, aus ihren tiefgcgliederten, gut ausgebauten Stel­lungen geworfen waren, versuchten sie. den Vorstoß unserer Panzerdivisionen durch ein Massenaufgebot schwerer Panzer auszuhal­ten. Es kam zu hartnäckigen Gefechten, bei denen die deutschen Kampswagen, vor allem die Tiger, erneut ihre Ueberlegcnheit be­wiesen und die feindlichen Panzerbrigaden zerschlugen. Rechts und ljnks der Vormarsch- straßen liegen zu Hunderten die ausgebrann­ten, zerschossenen Wracks der vernichteten schweren und schwersten Sowsetpanzer. Allein am 10. Juli erledigten unsere Truppen wei­tere 103 bolschewistische Kampfwagen. Die Zahl der in wenigen Tagen zerstörten oder erbeuteten Panzer erböht sich damit bei ge­ringen eigenen Verlusten auf 1420.

Im Verlauf der Durchbruchskämpfe östlich Bjelgorod hatte eine rhcinisch-w.srfälische Panzerdivision den Auftrag, mitten durch das stark befestigte Gelände des Feindes durchzustoßen, eine wichtige Ortichafr zu neh­men und feindliche Panzeransammlungen zu zerschlagen. Der Kommandeur der Panzer­division führte an der Spitze des Stoßkeils sowie einer ihm unterstellten Kampfgruvve der Nachbardivision den Angriff durch. An einem Panzergraben, der geschickt angelegt und stark durch Pak gesichert war. versuchten die Bolschewisten. den Vorstoß aufzuhalten. Während unsere Kampfwagen die feindlichen Pak niederkämpfte« und dabei 43 Panzerab­wehrkanonen vernichteten, arbeiteten sich un­sere Pioniere an den Panzergraben heran, beseitigten die Sperren, sprengten ihn and schufen damit eine Aebergangsstelle. Aber immer noch war ein weiteres Vordringen nicht möglich, da unmittelbar hinter dem Graben ein tiefes, von Scharfschützen gesicher­tes Minenfeld lag. Ungeachtet des starken Feuers der feindlichen Schützen räumten un­sere Pionier« ein« Gaste durch die Minen­sperre. Nun konnte der Panzerangriss un­aufhaltsam weiterrollen.

Nachdem am Vortage südlich Orel eine vorübergehende Kampfpause eingetreten war. ist unser Angriff am 10. Juli gegeli die tiefgegliederten bolschewistischen Stellungen trotz schlechter Wetterlage mit starker Lust- waffenunterstützung wieder aufgenommen worden. Unser Vorstoß wurde, zum Teil in schwierigem Gelände und unter heftigem Artillerie- und Eranatwerferfeuer. durchge­führt. In hartem Kampfe, in dem auch die feindliche Luftwaffe eingriff, konnten ört­liche Erfolge erzielt weiden. Die vom Feind mit frischen, durch Panzer unterstützten Kräften geführten Gegenstöße blieben überall erfolglos. Im Laufe der Nacht zum 11. Juli griffen unsere Kampfflugzeuge Verkehrs­anlagen. Bahnhöfe und Flugplätze des Fein­des mit guter Wirkung an. Durch Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe wurden wie­derum 85 Flugzeuge abgeschossen, so daß sich die Zahl der vernichteten feindlichen Flug­zeuge im Kampfraum Bjelgorod—Orel da­mit auf 1158 erhöht.

llie Lcklsckl im Osten lobt veiler

c/65 5»ri/l65i5 5c/ivvs,6 Kämpfe mit gs/onästsfi Kläitsn c/s 5 OsgnsfZ

„Des 5 pts/t 56 M 6 istzts Koste ou§"

Aus dem Führrrhauptquartier, 11. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Die große Schlacht im Osten tobt weiter. Unsere Truppen konnten in schweren Kämpfen weiteres Gelände gewin­nen und 103 feindliche Panzer vernichten. Die Lustwassr unterstützte trotz schlechter Wetterbedingungen mit starken Kräften die Angriffe des Heeres. Panzer- und Truppen- bereitstellungen des Feindes wurden zer­sprengt und 85 Sowjetslugzeuge abgeschossen. Leichte deutsche Seestreitkräste grjssen über­raschend den Hasen Atschujew am Asow- schcn Meer an. versenkten drei Küstenfahr­zeuge und beschädigten drei weitere schwer.

Ander Südostkiiste S i z i l i e n s sind heftige Kämpfe deutscher und italienischer Truppen mit gelandeten feindlichen Kräste- grnppen im Gange. Ueber Sizilien und im Seegebiet um die Insel wurden bisher l>4 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Italienische Torpedoflugzeuge versenkten drei Schisse, darunter zwei Transporter von 13 llOll BRT.. und beschädigten im gemeinsamen Angriff mit starken deutschen Fliegerkräften drei Kreuzer und zahlreiche große und mittlere Transporter sowie viele Landungsboote so schwer, daß mehrere dieser Schisse als ver­nichtet angesehen werden können.

Im Kanal kam es am 10. Juli zu einem Gefecht zwischen einem Verband englischer Zerstörer und Schnellbooten mit leichten deutschen Seestreitkräften. Ein britischer Zerstörer und zwei Kanonenboote wurden durch Artilleriefeuer versenkt, andere schwer beschädigt. Aus deutscher Seite ging eine Einbeit verloren, deren Besatzung zum größ­ten Teil gerettet wurde."

*

ckr. v. sck. Im britischen und amerikani­schen Lager ist es schon offen bestätigt wor­den, daß das Landungsunternehmen in Si­

zilien im wesentlichen auf das gesteigerte Drängen der Sowjets zurückzuführen ist. Vorläufig aber bleiben Dank und Anerken­nung aus Moskau noch aus. So eilig haben es die Bolschewiken damit nicht. Der Mos­kauer Sender hat zunächst nur eine kurze englische Reutermeldung wiedergegeben, während eigene Betrachtungen und Urteile bewußt zurückgehalten werden. Auch der Rruterkorrespondent in Moskau weiß nichts von Begeisterung und großen Hoffnungen in der Sowjetunion zu berichten. Er charak­terisiert die Stimmung als „gespannte Er­wartung". Die Sowjets wollen es eben ganz genau misten. Sie erinnern sich an Dieppe und sind erst dann bereit, eine „zweite Front" als solche anzuerkennen, wenn die westlichen Verbündeten tatsächlich auf dem Kontinent sich im Vormarsch befinden wür­den. Vorläufig wird noch auf einer großen Insel gekämpst, die dem Festland vorgela­gert ist. Die „Gazetta del Popolo" hat ganz recht mit der Feststellung, daß es mit einer Landung allein noch keineswegs getan sei. Der Gegner müsse erst die Streitkräste der Achse bezwingen, die entschlossen in Aktion getreten seien Ihre Aufgabe sei die Beweis­führung, daß die Berechnungen der Feinde auch dort irrig seien, wo ihnen das Unter­nehmen weniger schwierig als an anderer Stelle erschienen ist.

Die Enttäuschung darüber, daß man es nicht mit Bombenterror und Agitation allein schassen könnte, und die Unsicherheit im Hin­blick auf die weitere Entwicklung möchten die Engländer hinter neuen agitatorischen Tricks verschleiern. Stesani greift ein Reutertele­gramm auf, mit dem die Engländer in sehr plumper Manier gegenüber der Weltöffent­lichkeit Eindruck schinden möchten. Prahlerisch verkündet das Londoner Nachrichtenbüro, daß die englisch-amerikanischen Streitkräste 290

Meilen von Rom gelandet seien. Dieses Telegramm, so sagt dazu Stesani. habe zwei­fellos den Zweck in den Gehirnen all »euer Engländer und Amerikaner Verwirrung an­zurichten. die in Geographie nicht allzu be­schlagen seien. Der Prahlerei von Reuter setzt Stesani eine entscheidende Tatsache ge­genüber: „In Wirklichkeit hat die Landung, die immer noch in ihrem anfänglichen Ver- suchsstadium steckt, in Südostsizilien stattge- sunden, das heißt aus einer Insel, und nicht aus dem Kontinent." Die Anerkennung einer zweiten Front will aber Stalin offenbar erst geben, wenn es den Engländern und Ameri­kanern gelingen sollte, stärkere Kräfte aus dem europäischen Festland zu binden. Ob un- lere westlichen Gegner wirklich die Kraft und den Mut in sich suhlen, es mit uns aus dem Kontinent aufzunehmen, kann erst die wri- lere Entwicklung lehren. Es spricht jedenfalls für starke Hemmungen auf der anderen Seite, wenn der militärische Kommentar der Asso­ciated Preß, nachdem er zunächst von dem jetzt geschossenen Scheidepunkt des Krieges spricht, höchst eindringlich vor der Schluß­folgerung warnt „daß die Alliierten von Sizilien aus sofort in «ine noch größere Phase des Krieges eintreten würden." Die

Eroberung von Sizilien wurde, so meint Entwicklung Dänemarks zu .

Associated Preß weiter, an sich selbst schon um die Beherrschung dieser Meeresstraßcn einen großen Triumph darstellen. Daß der! und der zugehörigen Jnselbrücke --worden.

Di« 4 ee«a»rs« 6 e

Von

8/z -6ruppenȟkrer llrick Hasse

Wuchtig und breit dehnt sich der Raum, in dem sich seit Jahrtausenden germanisches Volktsum entfaltete, um die beiden nord- atlantischen Binnenmeere, um Nord- und Ostsee. Seine Grenzen zeichnen sich n drei Richtungen durch mächtige Gebirge ab. im Norden das norwegische Felsmassiv mit sei­nen Schneeseldern und Fjorden, im Westen .das Bergland von Wales und Schottland und im Süden die machtvolle Gebirgskette der Alpen und Karpathen. Nur nach Osten hin ist dieser Raum weit geöffnet. Hier gab die Schöpfung mit der offenen Grenze auch das uralte Kampffeld gegen die Völker d-r östlichen Steppe- frei. Aus diesem germani­schen Landraum fließen von seinen Rändern her die Flüsse und Ströme zur Nord- und Ostsee. So wurden diese beiden Binnenme:.? nicht Grenzen, sondern Bindeglieder und gemeinsamer Anteil der germanischen " 'in­nre, die sich an ihren Küsten im Laufe von zwei Jahrtausenden zu Staaten entwick.l'en. Inmitten dieses von der Natur vorgezeich-

neten Raumes liegt dort, wo sich Nord- und Ostsee über das Skaaerrak und Kattegat und durch drei schmale Meeresarme die Hand reichen, die germanische Landbrückr Däne­mark. Sie ist räumlicher Mittelpunkt und Meeresbrücke zugleich. Hier fanden die Le­bensbeziehungen der germanischen Staaten über Land und mehr noch zur See ihren Verkehrsmittelpunkt. So ist die geschi htlichr

einem K-mps

Feind alle ihm verfügbaren Kräfte einsetzen wird. um diesen begehrten Triumph zu er­ringen, damit müssen wir schon rechnen. Es handelt sich hier für ihn um eine Prestige­frage von geradezu entscheidender Bedeutung. Die moraiischen Folgen eines Mißerfolges könnten verheerend werden. Man sucht sich schon heute ein Hintertürchen zu öffnen, in­dem man die Schwierigkeiten des Kampfes, die natürlichen Hindernisse, Wasferknappheit und Malariagesahr unterstreicht und gleich- lFortsetzung auf Seite 2)

.. 8 iMev. ein nasales vnlerliekmen"

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Truppen an der Küste Siziliens hat in

Drabtberilbt unseres Vertreters

LK. Stockholm. 11. Juli. Irregeführt durch die großmäuligen Ankündigungen der angel­sächsischen Presse, die für den Fall einer In­vasion vernichtende Niederlagen der Achsen- streikräfte ankündigte, erfährt die Oeffent- llchkeit Englands und der USA. nun zu ihrer Ueberrasch-ing aus den amtlichen Kom­muniques, schwere Schlachten seien im Gange, und man sei bei der ganzen Aktion ein großes Risiko eingegangen. Nach den Berichten schwedischer Beobachter hat man sich in London wohl oder übel zu der Erkennt­nis durchgerungen, daß man mit verlust­reichen und langwierigen Kämpfen zu rechnen habe, ihr Ernst und die vorhan- denen Schwierigkeiten dürften nicht unter­schätzt werden. Der erbitterte Widerstand der Achsentruppen bestärkt die Engländer in der Ahnung, daß sie, auch wenn die amtlichen Stellen sich noch ausschweigen, große Blut­opfer hinnehmen müssen.

Das schwedische Kommunistenblatt „Ny Dag" erklärt dennoch kaltschnäuzig, die Eng­

länder und Amerikaner müßten sich ja nicht einbilden, mit dieser Invasion in Moskau Eindruck zu machen. Sizilien bedeute für die sowjetische Armee keine Entlastung, sondern es bleibe bei der Forderung, daß die Alli­ierten etwas direkt gegen das Festland un­ternehmen müßten. Die Entwicklung an der Front um Kursk ersüllt die maßgeben­den Bolschewistenhäuptlinge mit wachsender Sorge. Laut Reuter wird von ihnen zuge­geben, daß die deutschen Panzer nun auch abänderen Stellen durch sowjetische Linien durchgebrochen sind. United Preß leitet hier­aus eine „Befürchtung größerer Gefahren" ab. wobei das amerikanische Büro unter Be­rührung auf zuständige Autoritäten in Mos­kau folgenden aufschlußreichen Satz kabelt: „Die deutsche Angriffswucht kann nicht von menschlichem Widerstand aufgehalten werden."

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Drabtberlckt unteres Vertreters

am. Budapest, 11. Juli. Die Nachricht von der Landung englischer und amerikanischer

Ungarn keine allzu große Ueberraschung her- vorgerufen, weil man ichon seit einiger Zeit mit einem ähnlichen Schritt rechnete. Die gesamte ungarische Öffentlichkeit blickt im übrigen vertrauensvoll auf die Abwehr der Achsenmächte. Der „Pester Lloyd" gibt in seinem Leitartikel unter der Ueberschrist „auf europäischem Boden" einen Ueberblick über die Vorgeschichte des englisch-amerikani­schen Landungsvcrsuchs und schreibt dazu wörtlich: „Ohne den Ereignissen vorgreifen zu wollen, können wir mit Beruhigung die Zuversicht teilen, die aus italienischer wie aus deutscher Seite hinsichtlich des Ausgangs der dort beginnenden Kraftprobe gehegt wird. Ungarn, das sich mit seinen Verbündeten solidarisch weiß und die Tapferkeit und Va­terlandsliebe seines italienischen Verbünde­ten genau kennt, sieht den kommenden Ereig­nissen in der Hoffnung entgegen, daß es'den

Abwebrkräften der Achse gelingen wird. das Angrifssunternehmcn der Angloamerikaner zum Scheitern zu bringen.

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Rowno, 11. Juli. Die Kunde von den grauenhaften Ermordungen Tausender von Ukrainer in Winniza geht heute durch die ganze Welt. Sie lassen alle gesitteten Völker

in,

aushorchen und erkennen, daß das Regiment des Bolschewismus, das mit Blut und Terror 1917 begann, auch heute noch mit den gleichen Methoden leine Schreckensherrschaft ausübt Die Massengräber von Winniza sind ein Dokument für Stalins Blutterror. Die ver­krampften Leichen klagen mit ihren gefessel­ten Händen das System des Bolschewismus an, und sie sind Zeuge für die Wahrheit der Erkenntnis, daß ein gleiches Schicksal allen jenen Völkern droht, üßer die der Bolsche­wismus seine Herrschaft ausrichten könnte.

In den Massengräbern von Winniza wur­den zu vier Fünsteln die Leichen von ukraini­schen Handarbeitern gefunden, Versklavte, die auf den Stalinschen Kolchosen oder in den Fabriken der Städte gearbeitet haben. Man fand daneben die Leichen von Priestern und Angehörigen religiöser Gemeinschaften. Die Ermordeten von Winniza beweisen, daß in dem Paradies der Arbeiter und Bauern niemand seines Lebens sicher war. denn das Ziel des Bolschewismus war und ist auch eute ndch, eine Masse auch geistig zu kollek­tivieren, die stumpf und ergeben für die jü­dischen Herren Sklavetiarbeit leistet. „Volks­feinde" suchte und fand die teuflische Ein­richtung der Weltgeschichte. Stalins Geheim­polizei, sei es die Tscheka, die GPU. oder das NKWD. in allen Schichten des Volkes, in allen Berufen, Lebensaltern und Gegen­den des Landes. Nach der massenhaften Ab- schlachtung der Konterrevolutionäre .nach 1017 gingen immer wieder Wellen von Massen- verhaftungen und Erschießungen durch has sowjetische Land. Die Tüchtigkeit der Kom­missare sand in jedem Falle schon eine Ur­sache und einen Grund für eine Verhaftung.

Die ermordeten Ukrainer von Winniza

lasten sich in etwa sieben Ermppen ein­teilen. Den Hauptanteil stellen Kolchos­arbeiter. Es handelt sich hier vor allem um Landarbeiter, Leute mit kleinstem Besitz, bei denen der Verdacht bestand, daß sie trotz jahrelanger Arbeit aus dem Kolchos einen inneren Widerstand gegen den Bolschewis­mus in sich trugen. Die geringste verdächtige Aeußerung genügte, um sie für den Genick­schuß reif zu machen. Da die sowjetischen Spitzel nicht nur junge Kommunisten, son­dern gerade alte, ehrwürdige Leute waren, die man unter Todesandrohung zu diesem Dienst gepreßt hatte, kam tatsächlich auch die geringste Bemerkung de« Kommissaren zu Gehör.

Die zweite Gruppe erfaßte vor allem 1937/38 noch einmal alle ehemaligen Geist­lichen, die in den Jahren vorher der Erschie­ßung entgangen waren. Es war dabei gleich, gültig, ob sie sich in der Zwischenzeit mit dem neuen System abgefunden und in ihr jetziges Sklaoendasein eingewöhnt hatten. Die dritte Gruppe enthält die Leichen der­jenigen. die der Verbindung mit antibolsche- wistischcn Elementen verdächtig wurden. Zu ihnen gehörte jeder, der irgend einmal von dem NKWD. bestraft oder verhaftet wor­den war. Jeder Verwandte, Bekannte, aber auch Auffällige mußten gewärtigen, ohne Un­tersuchung und ohne daß ihm der Name des Volksfeindes genannt wurde, verhaftet, ver­brannt oder erschossen zu werden. Jede Ver­haftung zog so immer weitere Kreise und führte zu neuen Festnahmen. Je nach dem Urteil des Kommissars wurden dann die Verhafteten als Arbeitssklaven verschickt oder ermordet.

Eine Kruppe für sich enthält alle, die der Verbindung mit dem Auslande verdäch- tig wurden. Eine Postkarte, die offiziell von der Moskauer Zentrale zensiert worden war, genügte schließlich, um zur Verhaftung».

Ursache zu werden. Man hat bei den Ermor­deten von Winniza zensierte Briefwechsel mit Rumänien oder Lettland gefunden, die bei dem Hausuntersuchungsprotokoll als ver­dächtige Gegenstände beschlagnahmt worden waren. In einem Falle genügte eine Samm­lung ausländischer Briefmarken für den Ge­nickschuß, in einem anderen sogar ein Aus­tausch von Schmetterlingen. Die Winnizacr Zusammenstellung von Fundgegenständen enthält als Erschießungsursache u. a. ein Postkartenalbum aus Italien. Die fünfte Gruppe resultiert aus den Religionsverfol­gungen des Bolschewismus. Bis 1030 fiel sür den Besuch von Gottesdiensten nur der Schatten des Verdachtes auf Männer und Frauen. Später erfolgte aber für religiöse Betätigunfl ohne Ausnahme die Verhaftung rkstd Erschießung. Angehörige von religiösen Gemeinschaften wurden grundsätzlich ausge­rottet. So hatten Bewohner der Dörfer Losna und Gachuray im Gebiet Chmclni sich zu einem Bibelkränzchen zusammengefunden. Zwanzig Angehörige dieser Gemeinschaften, darunter vier Frauen, wurden erschossen. Ihre Leichen konnten in Winniza bereits ge- funden werden. Die sechste Art der Ver­folgung richtete sich gegen die nationalen Minderheiten, denen verfassungsgemäß die volle Freiheit garantiert war. Hierunter fal­len die wenigen Polen oder andere Ange­hörige von Nationalelf Minderheiten,, die in den Massengräbern gefunden wurden: auch die Ukrainer aus Gglizien galten offiziell als eine Gefahr für das Sowjetregime. Die Beschuldigung lautete aber nie auf die Zu- "eböriokeit zu einer bestimmten Nationalität. Als Nerbastunasariind wurde stets ein an- d---->>a Motiv angegeben.

Schließlich versolote da« NKWD auch alle jene Anaebörinen des Partei, »nd Re- aieruvasa-vgfgtrs. die nicht »nbebjnat '»< verlässige Kommunisten waren. Diese Be­

spitzelung lief unter dem Stichwort „Festi­gung des Sowjet, und Parteiapparates . Da mehrere Angehörige des Zentroclkomitees in Kiew bei einem Prozeß/verhastet worden waren, wurden auch in Winniza zwei Par- teisekretäre als Volksfeinde hingerichtet, die der Verbindung mit den Kiewer Partei- stellen bezichtigt worden waren.

Der Wellenschlag der Massenverhastungen und Erschießungen hatte in der Sowjet­union von 1917 bis heute niemals ausae- hört. Zwei besonders Hohe Spitzen erreichte er l029 und 1930 bei der Einführung des Kollektivsystems und 1936 bis 1038 als die Sowjets ihre Rüstungsindustrie oesonders stark ausbauten; denn das war das teuflische bei allen Verhaftungen, daß sie besonders stark nach der Proklamierung von Riesen- Unternehmungen einsetzten. Zuerst wurde z. B. die Erhauung eines Kraftwerkes oder eines Kanals angekündigt. Dann setzten die Verhaftungen ein. um Arbeiter für diese Unternehmen zu schassen. Die Verhafteten sollten, wie die Sowjets es ausdrückten, in der Verbannung die Möglichkeit erhalten, sich zu läutern. So wurden auch tatsächlich immer wieder einige der sogar mit Orden ausgezeichneten Verbannten wieder in die Heimat entlassen. Auf diese Weise gelang es, die Massenverhastungen in einem harmlosen Lichte erscheinen zu lasten und so besser die Spuren der Mastenerschießunaen zu verheim- lichen. Die ukrainische Bevölkerung — und es ist kaum eine Familie, die nicht einen Verbannten zählt, — erfährt heute aus der Aufdeckung der Mastenmorde von Winniza. wo Tausende ihr Ende gesunden haben. Aber nicht nur die Ukrainer, sondern die ganze Welt soll und muß die schauerliche Methode Stalins und seiner jüdischen Hintermannes erfahren. Die deutschen Soldaten an der Ostfront schirmen mit ihren Waffen heute die Völker vor einem ähnlichen Schicksal,

Hierauf beruht die viele Jahrhunderte alte Seegeltung Dänemarks, die diesem räum­lich kleinen Landgebirt seine europäische B->- deutung gab. Jmkner schon war hier ein küh­nes Seefahrcrgeschlecht zu Hause. Am "und. der bedeutendsten der drei Meerengen, ent­stand so in der Hauptstadt Kopenhagen ein Handelsplatz von weltweiter Geltung dem­gegenüber alle übrigen Städte des Landes weit zurücktraten. Jeder vierte Däne hat heute seinen Wohnsitz in dieser Landeshaupt­stadt. einer der saubersten und schönsten in Europa. In ihr verkörpern sich die Wohl­habenheit eines Landes, das reichen Nutzen am Handel der Welt nimmt. Noch heute verfügt die dänische Handelsflotte mit 1 200 000 BRT. über einen gewichtigen Anteil am Weltfrachtraum. Ein Viertel so groß wie die deutsche Handelsflotte gehört sie einem Lande von nur dreieinhalb Mil­lionen Einwohnern. Reedereien wie A. P. Möller und die Ostasiatische Kompanie in Kopenhagen können sich mit ihrem Schisfs- bestand an Umfang und Güte mit jeder gro­ßen europäischen Schissahrtsgesellschaji mes­sen. Eine gut entwickelte Liniensahrt nach allen Erdteilen ist hier ebenso vorka cn wie ein« auf allen Meeren anzutreffende Trampschiffahrt. In der Nord- und Ost'ce- sahrt befriedigt diese Handelsflotte nicht bloß die eigenen Verkehrsbedürsvisie. son­dern nimmt auch lebhaften Anteil am aus­ländischen Geschäft und mehrt durch dicscn zusätzlichen Verdienst die Wohlfahrt des kleinen Landes. Ein Gleiches trifft aus kie dänische Fischereiflotte zu.

Aber dieser ausgedehnte Handel steht nicht für sich. sondern gründet sich auf ein in seinem Hauptanteil durchaus bodenständiges Volkstum, besonders auf ein gesundes, kul­turell und wirtschastlich hochentwickeltes Bauerntum, das in Jütland ebenso behei­matet ist wie auf den großen und kleinen Inseln dieses Brückenstaates. Der Anteil die­ses Bauerntums an der Dolkszahl ist mit 33 Prozent höher als in allen übrigen ger­manischen Ländern, und zu ihm stehen In­dustrie und Handwerk mit 29 Prozent. Han­del und Verkehr mit 17 Prozent in einem gut ausgewogenen Verhältnis. Wenn zwischen dem ländlichen und dem großstädtischen Dänen überhaupt ein Unterschied wahrnehm­bar ist, dann liegt er nicht in der Sphäre des kulturellen oder wirtschaftlichen Lebens, das hier wie dort gesund war. sondern auf politi­schem Gebiet. Hier hat sich seit einigen Men- schenaltcrn eine Entwicklung angebahnt, die es dem dänischen Volk bis jetzt schwer ge­macht hat. in den großen Umwälzungen unserer Zeit die Stellung zu beziehen, die ihm nach Volkstum und Geschichte zufallen müßte: das Bindeglied zwischen den um Nord- und Ostsee gelagerten germanischen Räumen zu sein.

Die politische Haltung Dänemarks seit dem letzten seiner Kriege im Jahre 1864 ist gei- stesgeschichtlich durch zwei Namen gekcnn- 'zeichnet: Grundtvig und Brandes. In den Jahrzehnten nach diesem für Dänemark un­glücklichen Kampfe um die deutsche Nord­mark war es der seines germanischen Blutes bewußte Däne Grundtvig. der als großer Erweckcr seines Volkstums sich ein bleiben­des Denkmal in dänischen Herzen setzte und besonders dem dänischen Landvolk n-ue Kraftquellen kultureller und wirtschaftlicher, damit aber auch politischer Art erschloß. In der Landeshauptstadt aber erstand ihm zum Unscgen des Landes in dem jüdischen Lite- raten Brandes der politische Gegenspieler. In jener von englischen Einflüssen stark über­schatteten Zeit des Liberalismus fand der Jude in die führenden Kreise der dänischen Geistcswelt all»u leicht Eingang. Von hier aus hat er schließlich über den gesund empfindenden Volkser ccker Gundtvig die Oberhand gewonnen, das blut«mäßiae G«- sübl der Dänen stumpf gemgcht. verlä'stbt und zu jenem unaermnnilch-n Ehgun-nismug nmaeboaen. der uns Deutschen 1LI8 in der schleswialchen Grenzsroae feindselig negen- übertrat. Dieser wurzellose Jude ist auch der geistige Ngter jener sonderbaren Spielart kommunistischer Ideen geworden, die als