Ausgabe 
(10.7.1943) 188
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Vai^teiarntliclie Layeszettung

Dos Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zrcicn Hansestadt Bremen

der Narionalsozial-isten. Vremens

flmtiiches verkündungsbiatt des Ncichsstatlstalters in^Bldenburg und Bremen

Nr. 188 . 1 Z. Iatsryang

Sonnabend, 18 . Juli 1 S 4 Z

Linzelprers 15 6 ps.

Unsere ksarerkeile rücken stetig vor

^otsn'a/sc/i/oc/it ^U5mo6s5 Entmannt ^Vsits/'s ^20 5 ovv/stponrss unc/

N7 ^/ugrs^gs vsf/i/c^tst ^/sus5 /(ä/n

-Aus dem Führerhauptquartier, 9. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Das große Ringen im Raum Bjelgorod-Orel hält mit gesteigerter Heftigkeit an. Seit vorgestern hat sich hin­ter dem durchstoßenen sowjetischen Stellungs­system eine gewaltige Panzerschlacht ent­wickelt, in der die Sowjets die größten An­strengungen unternehmen, unsere stetig vor­dringenden Panzerkeile auszusangen. Hier­bei verlor der Feind neben Hohen Verlusten an Menschen abermals 420 Panzer sowie eine große Anzahl von Geschützen. Kamps-, Sturzkamps- und Schlachtgeschwader der Lust- wasse grissen in die Erdkämpfe ein und be­kämpften vor allem neu herangeführte Re­serven des Feindes. In Lustkämpfen und durch Flakabwehr verloren die Sowjets am gestrigen Tage 117 Flugzeuge.

Im Mittelmeer wurden bei Einflügen britisch - nordamerikanischer Fliegerverbände 2K Flugzeuge abgeschossen. Britische Bomber führten in der vergangenen Nacht wieder einen Terrorangrifs gegen Köln und Umgebung. Es entstanden Verluste un­ter der Bevölkerung sowie Verwüstungen in den Wohnbezirken. Der Kölner Dom wurde erneut angegriffen und getroffen. Nach bis­her vorliegenden Meldungen wurden neun feindliche Bomber abgeschossen. Drei weitere Flugzeuge wurden am Tage am Kanal und über dem Atlantik vernichtet. Sichcrungs- fahrzeuge der Kriegsmarine und Marine- flak schössen drei feindliche Fluazeuae ab. Die Gefamtverluste des Gegners im Westen und im Mittelmeerraum betragen somit 41 Flugzeuge."

Nachdem die Sowjets laufend weitere Verstärkungen, darunter mehrere Panzer­

korps, herangeführt hatten, entbrannten im Raum Bjelgoro dO rel am 8. Juli er­neut härteste Kämpfe, die sich immer mehr zu einer Materialschlacht größten Ausmaßes entwickeln. Von beiden Leiten wurden starke Kräfte, vor allem zahlreiche Panzer und schwere Waffen in den Kamps geworfen. Das Artilleriefeuer steigerte sich zu größter Heftigkeit.

Der Kampfraum südlich Drei ist eine ge­wellte, von kleinen Hügeln und Höhenzllgxn durchsetzte, von Buschwäldern wahllos über­streute Ebene ohne seitliche Begrenzung, die sowohl dem Angreifer als auch dem Ver­teidiger günstige Ausgangs- und Abwehr­stellungen bietet. Viele Kilometer tief sind die deutschen Truppen in den letzten Tagen in diesen Raum vorgestoßen und haben zahlreiche beherrschende Höhcnzüqe genom­men. Die Angriffe der Bolschewisten in den Morgenstunden des 8. Juli scheiterten an der entschlossenen Abwehr der hier einge­setzten Panzergrenadiere unter hohen Ver­lusten für den Feind. Dabei schoß der im Abschnitt einer Infanterie-Division mit seinen mittleren Pakgeschützen sümpfende Feldwebel Kahn innerhalb von fünfzehn Minuten sieben schwere Sowjetpanzer vom MusterT 3t" ab und befreite dadurch die bedrängte Infanterie.

Auch an anderen Abschnitten wurden die in mehreren Wellen geführten, durch stärk­stes Artilleriefeuer unterstützen Angriffe der Sowjets unter erheblichen Verlusten abge­schlagen. Um einen kleinen Ort an der Bahnlinie südlich Orel kam es im Laufe des Tages zu erbitterten Kämpfen. Entlang der Bahnstrecke vorstoßende Grenadiere einer Infanterie-Division gewannen in dem

deckungsarmen Hllgelgelände gegen den ver­bissenen Widerstand des Feindes nur schritt­weise Boden. Trotzdem war in den Mit­tagsstunden die Ortschaft in ihrem Besitz. Am Nachmittag traten auch hier die Bol­schewisten, unterstützt durch 20 schwere Pan­zer. zum Gegenangriff an, der jedoch eben­falls verlustreich zusammenbrach. Diese Di«i Vision hatte innerhalb von zwei Tagen 58 Sowjelpanzer vernichtet. Ein deutsches Pan­zerkorps. das nach Durchbrechung von drei stärkstens ausgebauten feindlichen Stellun­gen zahlreiche Gegenangriffe der Sowjets abwies, konnte bereits den 157. Panzerab­schuß melden.

An einer anderen Stelle wurde in den er­bitterten Kämpfen ein voller Abwehrerfolg gegen stärkste feindliche Panzerkräfte errun­gen, wobei allein hier 50 Sowjetpanzer ver­nichtet werden konnten. Von den Verbänden des Heeres sind im Laufe der Kämpfe süd­lich Orel und bei Bjelgorod bisher 522 Pan­zer, 238 Geschütze, 27 Salvengeschütze zerstört oder erbeutet worden. Die Infanterie schoß mit ihren eigenen Waffen 23 feindliche Flug­zeuge ab. Die Gesamtzahl der vernichteten feindlichen Panzerkampfwagen hat sich in­zwischen auf weit über 1100 erhöht. Durch eine Verschlechterung des Wetters erfuhr die Unterstützung der Erdkämpfe durch die Luft­waffe am Nachmittag des 8. Juli eine ge­wisse Einschränkung, nachdem noch am Vor­mittag starke Kampf- und Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge wirksam in die Unterneh­mungen des Heeres hatten eingreifen können. Mit der Vernichtung weiterer 117 Flugzeuge erhöht sich die Abschußzahl durch deutsche Jä­ger und Flakartillerie der Luftwaffe auf 947 sowjetische Flugzeuge.

Lvglrwä torüsrl Somdsakrisg gegen äis neutralen

O/its/kious^sdatlsn üdsr cii's /-/ungs'k/ockoc/s c/<s /^sutro/sn §o//sn Ltrcmgu/isrt vvsrc/sn

' Drabtbcricht unseres Vertreters

kk. Stockholm, 9. Juli. Die barbarische Brutalität, mit der England diesen Krieg bisher jährte und auch in Zukunft fort­setzen will, gab einer Unterhausaussprache über handelspolitische Fragen den ominie- renden Eharakter. Das internationale Ju­dentum hat von jeher, den Einsatz von Gut und Leben scheuend, es vorgezogen, die Vol­ker, die es zu vernichten trachtet, durch Ter­ror und wirtschaftlichen Druck zu bekämpfen, da es diese niederträchtige Methode, für we­niger gefährlich hält. als die Entscheidung auf dem Schlachtfelds. Dieser Gesinnung ent­sprang der Gedanke einer Hungerblockade gegen Europa, da die Juden wiederum hof­fen, es könnte ihnen der gleiche Erfolg be- schieden sein wie im letzten Weltkrieg, in dem Hunderttausende deutscher Männer. Frauen und Kinder dieser heimtuckrlchen Kriegführung zum Opfer fielen. Die heutige Situation ist allerdings eine wesentlich an­dere als damals, denn den Achsenmächten stehen diesmal die Robstoffauellen der agra­rischen Ueberschußaebiete fast ganz Europas zur Verfügung, abgesehen davon, daß eine vlanvolle Wirtschaftsführung beizeiten da­für gesorgt hat daß auch die eigene Pro­duktion die zweckmäßigste und höchste Kapa­zität erreicht.

Wütend mußte Mister Food. der parla­mentarische Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Kriegsführung, im Unter­haus zugeben, daß in Europa durchaus keine Hungersnot herrsche, sondern Deutschland alles für seine Versorgung Notwendige be­sitze. Aus diesem Grunde brachte er die Frage vor, auf welche Weise die Hunger­blockade verschärft und wirksamer gemacht werden könne. In dem Bewußtsein, daß die Versorgungsquellen der Achse vor dem Zu­griff durch die Kriegführung der Plutokra­tien sicher sind, entlud sich fein sturer Haß gegen die europäischen Völker und auf die neutralen Staaten, die er noch mehr als bisher strangulieren möchte. Durch Drosse­lung ibrer Exporte will er es erreichen, daß diese höchstens ihren eigenen unumgänglichen Bedarf ohne die geringsten lleberschüsse decken können. Wie dieser Bedarf bemessen wird. richtet sich natürlich nicht nach den Bedürfnissen der betreffenden Länder, son­dern wird von den Plutokratien nach ihren Gutdünken bestimmt. Hierdurch sollen nicht

Italiener versenkten 48888 8 KI.

Rom, 9. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: Längs der nordafrikanischen Küste unter­nahmen unsere Torpedoflugzeugverbänds er­neut von glänzendem Erfolg gekrönte An­griffe auf in Fahrt befindliche oder vor Anker liegende feindliche Handelsdampfer. Es wurden drei große Handelsdampfer mit zusammen 40 000 BRT. versenkt und ein weiterer von 3000 BRT. schwer beschädigt. Feindliche Flugzeugverbände bombardierten gestern und in der vergangenen Nacht wie­derholt Gatania und Umgehung. Es werden Gekw",-,e!chäden und Brände im Zentrum der Stadt gemeldet. In den Kämvfen des Tages wurden zwei Flugzeuge von italieni­schen. zwölf, darunter mehrere Bomber, von deutschen Jägern abgeschossen Die Boden­abwehr vernichtete zwei Flugzeuge über Eatania. vier über Sriacca. drei über Castel- netrano. zwei über Marsale und eines über Cela (Provinz Calransettaj."

nur die Neutralen in größere Abhängigkeit von England und den USA. gebracht wer­den, die sie nach dem System der politischen und wirtschaftlichen Erpressung ausnutzen könnten, sondern man will auch die Außen­handelsfähigkeit dieser Staaten generell zugrunde richten.

Food stellte beim Vortrug dieses Pro­gramms sogar das direkte Ansinnen an die Neutralen, mit den Achsenmächten so wenig wie möglich Handel zu treiben, obwohl er genau weiß, daß diese von bestimmten Lie­ferungen Deutschlands: z. B. Kohle und ähnliche abhängig sind und diese Liefe­rungen selbstverständlich komponieren müssen. Die Befolgung der britischen Forderungen müßte für diese Länder also zum Ruin führen, und das ist ja der Zweck der Uebung.

Der konservative Abgeordnete Sir Archi- bald Southby, der von Vorschlägen Foods zur verstärkten Blockierung der Neutralen begeistert beistimmte, empfahl im Verlauf der Unterhausdebatte noch drastischere Mit­tel, um diese Absicht zu verwirklichen, er stieß alle völkerrechtlichen Bestimmungen und die primitivsten moralischen Grund­sätze zynisch beiseite und forderte die Bom­bardierung der Versorgungsbasen, insbeson­dere der Häfen der neutralen Staaten. Er beschwerte sich in diesem Zusammenhang bit­ter über Schweden, wo man die früher ge­hässigen Ausfälle dieses Kriegshetzers gegen das eigene Land deutlich zurückgewiesen

hätte. Erstaunlicherweise sucht zwar das Svenska Dagbladet" bei der Beurteilung der Haltung Southbys nach mildernden und entschuldigenden Umständen.Stockholms Tidningen" aber weist Southby energisch in die Schranken.

Die Unterhausdebatte könnte also manchen Neutralen als heilsame Lehre dienen, denn sie haben aus ihr unmißverständlich erfah­ren, daß England und die USA. die Rechte der kleinen Völker nicht im geringsten inter­essieren. Sie werden vielmehr skrupellos unterdrückt und mißhandelt, wenn man es in London und Washington im eigenen In­teresse oder aus sturem Haß für opportun hält. Mr. Food sprach kljpp und klar aus, daß es keine anderen Motive für die Hand­lungsweise der Plutokratien gebe, denn er verkündete in aller Öffentlichkeit den Grund­satz:Eefühlsgründe dürfen im Kriege nicht dominieren." Das ist jener jüdische Geist, dessen kalter Egoismus sich über alle mensch­lichen Prinzipien hinwegsetzt, der die Blockade betreibt, Europas Städte in Trümmer legen will, um sich am Anblick der ermordeten Frauen und Kinder, der zerstörten Kirchen und Kunstdenkmäler zu weiden. Wie sich die neutralen Staaten gegenüber der britischen Drohung verhalten, ist zunächst deren eigene Sache. In Deutschland wecken solche ver­brecherischen Exzesse nur einen unbändigen Haß unkn eine fanatische Entschlossenheit, ihre Urheber doppelt zu strafen.

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-X.n cken bcksssengräberv von VVinnira. Ois ne-usn lleickentuncts am Westrand von Win- nira im cvestukrainiscksn Osnsrslberirk Lcbitomir sind ebenso Zrsusnbskt ivis ckts bis- ker bekannt gsvordenen bunckstätten im Walds von listen. Unsere kilcker reizen 7kn- zeborigs von llrmorcksten, ckie an cksn clort massenkskt verseksrrtsn, unck jetrt vorzs- kuncksnen Kleidungsstücken äer Opker nack llrkennungsrsicksn sucben.

Sclierl Sitcleräieost

O/s /.uftgcmgstsi von j(ö/n c/sx ^öxc/sr von /(ok/n würc/ig

öl'. V. soll. Der vorstehende Wehrmacht- bericht bringt die erfreuliche Feststellung, daß unser Angriff im Raum von Kursk erfolg­reich fortschreitet, wenn nämlich gesagt wird, daß sich die geballten Anstrengungen der So­wjets gegenunsere stetig vordringenden Panzerkeile" richten. Gerade aus der Tat­sache, daß der Gegner so gewaltige Material­mengen und immer neue Reserven in diese Frontausbuchtung hineinwirft, läßt erkennen, welche große Bedeutung die Sowjets den hier entbrannten Kämpfen beimessen. Die Methoden der sowjetischen Abwehr, nachdem der Feind noch vor wenigen Tagen von Er­folgen seiner eigenen Offensive träumte, er­scheinen allerdings gegenüber dem elastischen Ausweichen bei früheren ähnlich gelagerten Anlässen wieder ganz stur und verbissen. Die jetzt von den Sowjets angewandte Taktik hat bereits zu so gewaltigen Verlusten auf der Gegenseite geführt, wie sie in so kurzer Zeit und auf so immerhin begrenzten Raum bisher wohl noch nicht zu verzeichnen waren. 420 Panzerabschllsse an einem Tage, das ist geradezu ein Rekord. Ueber 1200 Panzer ha­ben die Sowjets insgesamt in vier Kampf­tagen eingebüßt. Die Ueberlegenheit unserer Tiger" und erst recht der neuen noch stär­keren deutschen Panzertypen hat sich ein­deutig erwiesen.

Der Moskauer Nachrichtendienst wagt es zwar noch nicht, die deutschen Erfolge in ihrem ganzen Umfang zuzugeben, spricht aber immerhin schon vom Geländegewinn der deutschen Truppen, während gleichzeitig die Warnung ausgesprochen wird, die Stärke des Gegners nicht zu unterschätzen. Die Lage sei jedenfalls äußerst gespannt. Die Bestür­zung und Enttäuschung im anglo-amerika- nischen Lager tritt in einem tollen Wirr­warr der widersprechendsten Nachrichten und Kommentare in Erscheinung. Seit Wochen und Monaten hatte die Feindagitation der Weltöffentlichkeit einreden wollen, daß die deutschen Armeen und das Rüstungspotential der deutschen Industrie so geschwächt seien, daß Deutschland zu keiner Offensive mehr fähig sei und sich auf die Verteidigung be­schränken müssen. Nun ist man in der gräß­lichen Verlegenheit, wie man es seinem

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Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcitung

Dr. v. sei,. Berlin, 9. Juli. In bestimm­ten Kreisen des deutschen Volkes hat man sich lange gegenüber dem Nationalsozialis­mus darum etwas reserviert verhalten, weil man ganz zu Unrecht annahm, daß er die materiellen Grundlagen der Macht zu ein­seitig betone und darüber die entscheidenden Notwendigkeiten des geistigen Lebens als Quelle der völkischen Kraft und Erneuerung nicht im rechten Ausmaß anerkenne. Eine Ursache des Mißverständnisses ist in der fal­schen Deutung des Schlagwortes vom In­tellektualismus zu erblicken. Reichsminister Dr. Goebbels hat sich schon mehrfach gegen die unberechtigte Auslegung dieses Begriffes gewandt, der keineswegs gegen die echten- Kräfte des Geistes und gegen seine ziel­bewußte Betätigung, sondern gegen Krank­heitserscheinungen des geistigen Lebens ge­richtet ist die ihren Ursprung in der Lösung des Intellekts von den gesunden Grundlagen der natürlich menschlichen Persönlichkeit und von den Notwendigkeiten der Volksgemein­schaft hat. Wenn Dr. Goebbels nunpiehr noch einmal in der altehrwürdigen Aula der Hei­delberger Ruperto-Carolina das Wort zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über die innersten Beziehungen zwischen dem gei­stigen Lebew-Deutschlands und dem national­sozialistischen Führungsprinzip ergriffen hat. so kann man gewiß nicht sagen, daß dies in einer Zeit, in der sich das größte und gerade­zu elementare kriegerische Ringen der Welt­geschichte seinem kritischen Höhepunkt nähert,

wenig angebracht wäre, weil uns andere Aufgaben dringender aus den Nägeln brenn­ten. Im Gegenteil kommt es heute im Zei­chen der totalen Kriegsentwicklung mehr denn je darauf an, jegliche Verstopfung aller Quellen unserer völkischen Kraft zu besei­tigen, um den Reichtum dieser Quellen in einen immer machtvolleren Strom fließen zu lassen.

Dr. Goebbels hat in Heidelberg auf die geradezu kriegsentscheidenden Aufgaben und Arbeiten verwiesen, die die führenden Män­ner der Wissenschaft und der Technik über­nehmen mußten, um der Front die über­legene und siegverbürgendcn Waffen an die Hand zu geben. So wie Dr. Goebbels jetzt in Heidelberg das Problem angefaßt hat, die engste, innerste Verschmelzung des gei­stigen Deutschland mit der nationalsozialisti­schen Volksgemeinschaft und ihrem SchicksalH- kampf auf Leben und Tod zu bewirken, kann diesem Bemühen der vollkommene Er­folg nicht versagt bleiben. Die Unterschei­dung zwischen zeitbedingten Aufgaben und geschichtlichem Auftrag ist schon' geeignet, wesentliche Mißverständnisse zu klären, wenn gleichzeitig festgestellt wird, daß jede erfolg­reiche Revolution in die Versuchung geführt wird, dc(s Kind mit dem Bade auszuschüt­ten. Daß von dieser Gefahr im national­sozialistischen Deutschland nicht mehr die Rede sein kann, das sollte nach den Aus­führungen von Dr. Goebbels endgültig ge­klärt sein. Hier wird eine Auffassung zur Geltung gebracht, die souverän über allen

Tendenzen zum Extrem auf der einen wie auf der anderen Seite steht. Daß das Schlag­wort einer überwundenen Zeit, das Schlag­wort von Besitz und Bildung fallen mußte der Anspruch nämlich, daß ausschließlich aus diesen Luellen die politische Führungsmacht zu speisen wäre, ist uns heute allen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Gerade im Kriegserlebnis ist es an so vielen Stellen jedem einzelnen von uns immer wieder zur Erfahrung gemacht worden, daß die ur­sprüngliche und angeborene Führungsbe­gabung, die im Erbgut des einzelnen be­gründet ist, nicht durch Besitz und Wissen ersetzt werden kann. Auf der anderen Seite stellt Dr. Goebbels fest. daß das national­sozialistische Deutschland die Geburtswchen jeder Revolution längst überwunden hat. und daß Klarheit darüber besteht, daß die angeborene Führungsbegabung zu ihrer fruchtbaren Entfaltung der Verbindung mit Geist, Wissen und Bildung unbedingt be­darf.

Kaum jemals ist von einem Minister eines früheren Regimes die entscheidende Bedeu­tung einer mittleren Führungsschicht als Kitt des nationalen Führungslebens über­haupt, die Bedeutung eines festen Blocks von Intelligenz in ungezählten Beamten, Lehrern, Aerzten. Ingenieuren usw. so be­tont herausgehoben worden, wie das hier in der Aula der über 000 Jahren alten Ruperto Carolina aus dem Munde von Dr. Goebbels vor den prominentesten Vertretern unseres (Fortsetzung auf Seite 2)

Kinde sagen soll, daß sich in den neu ent­brannten Kämpfen an der Ostfront doch wiederum die starke Ueberlegenheit der deut­schen Truppen, ihrer Waffen und ihrer Füh­rung erwiesen hat. Derselbe Reuter-Korre­spondent, der am Donnerstagabend die deut­schen Panzerkeile im Abschnitt von Bjelgorod als unbedeutend abtun möchte, stellt heute morgen fest. daß sich am Donnerstag in den flachen Steppen bei Kursk eine der schwer­sten Panzerschlachten entwickelt hat. Daß sich auch der englische Leser dieses Berichtes sagen muß, daß eine derartige gewaltige Panzerschlacht, die als solche auch vom deut­schen Wehrmachtbericht charakterisiert wird, erst jenseits des tief gegliederten sowjeti­schen Verteidigungssystems entwickelt haben kann, hat der Reuterkorresponbent offenbar nicht gedacht. Auch die Ueberlegenheit der deutschen Panzer in dieser gewaltigen Schlacht mußte der gleiche Korrespondent andeuten, wenn er sägt, daß die deutschen Panzer niemals zuvor eine solche Geschwin­digkeit, Wendigkeit und Manövrierfähigkeit gezeigt hätten. Die Sorge vor der weiteren Entwicklung spiegelt sich in dem Satz eines englischen Kommentars, nach demdie nächsten zwei Tage von lebenswichtiger Be­deutung werden können".

Im neutralen Ausland scheint man sich diesmal von den englischen Agitatoren kei­nen Sand in die Äugen streuen lassen zu wollen. Durchweg berichten auch die Blätter, die sonst gern im britischen Fahrwasser schwimmen, über deutsche Erfolge. Eine schwedische Zeitung stellt fest, daß der deutsche Gegenstoß in einem geschickt gewählten und für den Feind sehr unpassenden Augenblick gekommen sei. So muß die Feindagitation außer den jetzt für die gegnerische Koalition geschaffenen strategischen Schwierigkeiten auch auf dem politischen Felde eine Niederlage registrieren, weil nämlich die Glaubwürdig­keit der gegnerischen Behauptungen über die Schwächung der deutschen Kampfkraft heute weitgehend erschüttert ist. Die Spannung in der ganzen Welt ist heute sehr groß. Die finnische ZeitungKauphaleti" sagt, daß nun das Los gefallen sei und daß man mit ge­spannter Erwartung den großen Ereignissen entgegensehe, wobei es sich herausstellen werde, ob die so großsprecherisch verkündete Zusammenarbeit zwischen Bolschewiken und Angelsachsen nicht nur ein leerer Blufs sei.

Soweit jetzt im feindlichen Ausland Be­trachtungen über die notwendige schnelle Un­terstützung der Sowjets angestellt werden, erscheinen sie uns kaum einer besonderen Würdigung wert, denn sie sind entweder von Tarnungsabsichten bestimmt oder ein Ge­rede um die eigene Verlegenheit im Hin­blick auf die Wirkung einer weiteren mili­tärischen Zurückhaltung bei Stalin. Im übri­gen allerdings bemühen sich die britischen Luftgangster weiterhin, sich als würdige Kumpane der Mörder von Katyn und von Winniza zu erweisen. Trotz des Entsetzens­schreies, der nach dem ersten Angriff aus den Kölner Dom in der ganzen Kulturwelt er­schallte, haben die britischen Mordbrenner nun noch einmal ihre Bomben auf dieses er­habene Dokument der abendländischen Kul­tur abgeworfen, während sie sich selbst über einer Wolkendecke gegen das Äbwehrfeuer zu schützen suchten, dabei aber auch wiederum jede Möglichkeit der Ausrede verloren haben, daß sie militärische Ziele angreifen woF- ten. Daß die Lustgangster von Köln und Palermo der Mörder von Katyn und Win­niza würdig sind, das wissen wir heute ge­wiß, und derEvening Standard" hätte es nicht nötig gehabt, diese Äuffassung auf eng­lisch noch einmal so zu formulieren, daßin der vollen und restlosen Zusammenarbeit der Briten und der Sowjets die Hoffnung auf eine wirkliche politische Ruhe in Europa liegt". Der Friedhofsruhe wie bei Katyn versteht sich.

Die Feststellung desEvening Standard" erscheint in dem Blatt allerdings in Zu­sammenhang einer ganz seltsam unbeküm­merten Darstellung, an der wir nicht vor­über gehen können. Die Londoner Zeitung stellt nämlich eingangs die Frage, die im