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Vai^teiarntliclie Layeszettung
Dos Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zrcicn Hansestadt Bremen
der Narionalsozial-isten. Vremens
flmtiiches verkündungsbiatt des Ncichsstatlstalters in^Bldenburg und Bremen
Nr. 188 . 1 Z. Iatsryang
Sonnabend, 18 . Juli 1 S 4 Z
Linzelprers 15 6 ps.
Unsere ksarerkeile rücken stetig vor
^otsn'a/sc/i/oc/it ^U5mo6s5 Entmannt — ^Vsits/'s ^20 5 ovv/stponrss unc/
N7 ^/ugrs^gs vsf/i/c^tst — ^/sus5 /(ä/n
-Aus dem Führerhauptquartier, 9. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Das große Ringen im Raum Bjelgorod-Orel hält mit gesteigerter Heftigkeit an. Seit vorgestern hat sich hinter dem durchstoßenen sowjetischen Stellungssystem eine gewaltige Panzerschlacht entwickelt, in der die Sowjets die größten Anstrengungen unternehmen, unsere stetig vordringenden Panzerkeile auszusangen. Hierbei verlor der Feind neben Hohen Verlusten an Menschen abermals 420 Panzer sowie eine große Anzahl von Geschützen. Kamps-, Sturzkamps- und Schlachtgeschwader der Lust- wasse grissen in die Erdkämpfe ein und bekämpften vor allem neu herangeführte Reserven des Feindes. In Lustkämpfen und durch Flakabwehr verloren die Sowjets am gestrigen Tage 117 Flugzeuge.
Im Mittelmeer wurden bei Einflügen britisch - nordamerikanischer Fliegerverbände 2K Flugzeuge abgeschossen. Britische Bomber führten in der vergangenen Nacht wieder einen Terrorangrifs gegen Köln und Umgebung. Es entstanden Verluste unter der Bevölkerung sowie Verwüstungen in den Wohnbezirken. Der Kölner Dom wurde erneut angegriffen und getroffen. Nach bisher vorliegenden Meldungen wurden neun feindliche Bomber abgeschossen. Drei weitere Flugzeuge wurden am Tage am Kanal und über dem Atlantik vernichtet. Sichcrungs- fahrzeuge der Kriegsmarine und Marine- flak schössen drei feindliche Fluazeuae ab. Die Gefamtverluste des Gegners im Westen und im Mittelmeerraum betragen somit 41 Flugzeuge."
Nachdem die Sowjets laufend weitere Verstärkungen, darunter mehrere Panzer
korps, herangeführt hatten, entbrannten im Raum Bjelgoro d—O rel am 8. Juli erneut härteste Kämpfe, die sich immer mehr zu einer Materialschlacht größten Ausmaßes entwickeln. Von beiden Leiten wurden starke Kräfte, vor allem zahlreiche Panzer und schwere Waffen in den Kamps geworfen. Das Artilleriefeuer steigerte sich zu größter Heftigkeit.
Der Kampfraum südlich Drei ist eine gewellte, von kleinen Hügeln und Höhenzllgxn durchsetzte, von Buschwäldern wahllos überstreute Ebene ohne seitliche Begrenzung, die sowohl dem Angreifer als auch dem Verteidiger günstige Ausgangs- und Abwehrstellungen bietet. Viele Kilometer tief sind die deutschen Truppen in den letzten Tagen in diesen Raum vorgestoßen und haben zahlreiche beherrschende Höhcnzüqe genommen. Die Angriffe der Bolschewisten in den Morgenstunden des 8. Juli scheiterten an der entschlossenen Abwehr der hier eingesetzten Panzergrenadiere unter hohen Verlusten für den Feind. Dabei schoß der im Abschnitt einer Infanterie-Division mit seinen mittleren Pakgeschützen sümpfende Feldwebel Kahn innerhalb von fünfzehn Minuten sieben schwere Sowjetpanzer vom Muster „T 3t" ab und befreite dadurch die bedrängte Infanterie.
Auch an anderen Abschnitten wurden die in mehreren Wellen geführten, durch stärkstes Artilleriefeuer unterstützen Angriffe der Sowjets unter erheblichen Verlusten abgeschlagen. Um einen kleinen Ort an der Bahnlinie südlich Orel kam es im Laufe des Tages zu erbitterten Kämpfen. Entlang der Bahnstrecke vorstoßende Grenadiere einer Infanterie-Division gewannen in dem
deckungsarmen Hllgelgelände gegen den verbissenen Widerstand des Feindes nur schrittweise Boden. Trotzdem war in den Mittagsstunden die Ortschaft in ihrem Besitz. Am Nachmittag traten auch hier die Bolschewisten, unterstützt durch 20 schwere Panzer. zum Gegenangriff an, der jedoch ebenfalls verlustreich zusammenbrach. Diese Di«i Vision hatte innerhalb von zwei Tagen 58 Sowjelpanzer vernichtet. Ein deutsches Panzerkorps. das nach Durchbrechung von drei stärkstens ausgebauten feindlichen Stellungen zahlreiche Gegenangriffe der Sowjets abwies, konnte bereits den 157. Panzerabschuß melden.
An einer anderen Stelle wurde in den erbitterten Kämpfen ein voller Abwehrerfolg gegen stärkste feindliche Panzerkräfte errungen, wobei allein hier 50 Sowjetpanzer vernichtet werden konnten. Von den Verbänden des Heeres sind im Laufe der Kämpfe südlich Orel und bei Bjelgorod bisher 522 Panzer, 238 Geschütze, 27 Salvengeschütze zerstört oder erbeutet worden. Die Infanterie schoß mit ihren eigenen Waffen 23 feindliche Flugzeuge ab. Die Gesamtzahl der vernichteten feindlichen Panzerkampfwagen hat sich inzwischen auf weit über 1100 erhöht. Durch eine Verschlechterung des Wetters erfuhr die Unterstützung der Erdkämpfe durch die Luftwaffe am Nachmittag des 8. Juli eine gewisse Einschränkung, nachdem noch am Vormittag starke Kampf- und Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge wirksam in die Unternehmungen des Heeres hatten eingreifen können. Mit der Vernichtung weiterer 117 Flugzeuge erhöht sich die Abschußzahl durch deutsche Jäger und Flakartillerie der Luftwaffe auf 947 sowjetische Flugzeuge.
Lvglrwä torüsrl Somdsakrisg gegen äis neutralen
O/its/kious^sdatlsn üdsr cii's /-/ungs'k/ockoc/s — c/<s /^sutro/sn §o//sn Ltrcmgu/isrt vvsrc/sn
' Drabtbcricht unseres Vertreters
kk. Stockholm, 9. Juli. Die barbarische Brutalität, mit der England diesen Krieg bisher jährte und auch in Zukunft fortsetzen will, gab einer Unterhausaussprache über handelspolitische Fragen den ominie- renden Eharakter. Das internationale Judentum hat von jeher, den Einsatz von Gut und Leben scheuend, es vorgezogen, die Volker, die es zu vernichten trachtet, durch Terror und wirtschaftlichen Druck zu bekämpfen, da es diese niederträchtige Methode, für weniger gefährlich hält. als die Entscheidung auf dem Schlachtfelds. Dieser Gesinnung entsprang der Gedanke einer Hungerblockade gegen Europa, da die Juden wiederum hoffen, es könnte ihnen der gleiche Erfolg be- schieden sein wie im letzten Weltkrieg, in dem Hunderttausende deutscher Männer. Frauen und Kinder dieser heimtuckrlchen Kriegführung zum Opfer fielen. Die heutige Situation ist allerdings eine wesentlich andere als damals, denn den Achsenmächten stehen diesmal die Robstoffauellen der agrarischen Ueberschußaebiete fast ganz Europas zur Verfügung, abgesehen davon, daß eine vlanvolle Wirtschaftsführung beizeiten dafür gesorgt hat daß auch die eigene Produktion die zweckmäßigste und höchste Kapazität erreicht.
Wütend mußte Mister Food. der parlamentarische Staatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Kriegsführung, im Unterhaus zugeben, daß in Europa durchaus keine Hungersnot herrsche, sondern Deutschland alles für seine Versorgung Notwendige besitze. Aus diesem Grunde brachte er die Frage vor, auf welche Weise die Hungerblockade verschärft und wirksamer gemacht werden könne. In dem Bewußtsein, daß die Versorgungsquellen der Achse vor dem Zugriff durch die Kriegführung der Plutokratien sicher sind, entlud sich fein sturer Haß gegen die europäischen Völker und auf die neutralen Staaten, die er noch mehr als bisher strangulieren möchte. Durch Drosselung ibrer Exporte will er es erreichen, daß diese höchstens ihren eigenen unumgänglichen Bedarf ohne die geringsten lleberschüsse decken können. Wie dieser Bedarf bemessen wird. richtet sich natürlich nicht nach den Bedürfnissen der betreffenden Länder, sondern wird von den Plutokratien nach ihren Gutdünken bestimmt. Hierdurch sollen nicht
Italiener versenkten 48888 8 KI.
Rom, 9. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Längs der nordafrikanischen Küste unternahmen unsere Torpedoflugzeugverbänds erneut von glänzendem Erfolg gekrönte Angriffe auf in Fahrt befindliche oder vor Anker liegende feindliche Handelsdampfer. Es wurden drei große Handelsdampfer mit zusammen 40 000 BRT. versenkt und ein weiterer von 3000 BRT. schwer beschädigt. Feindliche Flugzeugverbände bombardierten gestern und in der vergangenen Nacht wiederholt Gatania und Umgehung. Es werden Gekw",-,e!chäden und Brände im Zentrum der Stadt gemeldet. In den Kämvfen des Tages wurden zwei Flugzeuge von italienischen. zwölf, darunter mehrere Bomber, von deutschen Jägern abgeschossen Die Bodenabwehr vernichtete zwei Flugzeuge über Eatania. vier über Sriacca. drei über Castel- netrano. zwei über Marsale und eines über Cela (Provinz Calransettaj."
nur die Neutralen in größere Abhängigkeit von England und den USA. gebracht werden, die sie nach dem System der politischen und wirtschaftlichen Erpressung ausnutzen könnten, sondern man will auch die Außenhandelsfähigkeit dieser Staaten generell zugrunde richten.
Food stellte beim Vortrug dieses Programms sogar das direkte Ansinnen an die Neutralen, mit den Achsenmächten so wenig wie möglich Handel zu treiben, obwohl er genau weiß, daß diese von bestimmten Lieferungen Deutschlands: z. B. Kohle und ähnliche — abhängig sind und diese Lieferungen selbstverständlich komponieren müssen. Die Befolgung der britischen Forderungen müßte für diese Länder also zum Ruin führen, und das ist ja der Zweck der Uebung.
Der konservative Abgeordnete Sir Archi- bald Southby, der von Vorschlägen Foods zur verstärkten Blockierung der Neutralen begeistert beistimmte, empfahl im Verlauf der Unterhausdebatte noch drastischere Mittel, um diese Absicht zu verwirklichen, er stieß alle völkerrechtlichen Bestimmungen und die primitivsten moralischen Grundsätze zynisch beiseite und forderte die Bombardierung der Versorgungsbasen, insbesondere der Häfen der neutralen Staaten. Er beschwerte sich in diesem Zusammenhang bitter über Schweden, wo man die früher gehässigen Ausfälle dieses Kriegshetzers gegen das eigene Land deutlich zurückgewiesen
hätte. Erstaunlicherweise sucht zwar das „Svenska Dagbladet" bei der Beurteilung der Haltung Southbys nach mildernden und entschuldigenden Umständen. „Stockholms Tidningen" aber weist Southby energisch in die Schranken.
Die Unterhausdebatte könnte also manchen Neutralen als heilsame Lehre dienen, denn sie haben aus ihr unmißverständlich erfahren, daß England und die USA. die Rechte der kleinen Völker nicht im geringsten interessieren. Sie werden vielmehr skrupellos unterdrückt und mißhandelt, wenn man es in London und Washington im eigenen Interesse oder aus sturem Haß für opportun hält. Mr. Food sprach kljpp und klar aus, daß es keine anderen Motive für die Handlungsweise der Plutokratien gebe, denn er verkündete in aller Öffentlichkeit den Grundsatz: „Eefühlsgründe dürfen im Kriege nicht dominieren." Das ist jener jüdische Geist, dessen kalter Egoismus sich über alle menschlichen Prinzipien hinwegsetzt, der die Blockade betreibt, Europas Städte in Trümmer legen will, um sich am Anblick der ermordeten Frauen und Kinder, der zerstörten Kirchen und Kunstdenkmäler zu weiden. Wie sich die neutralen Staaten gegenüber der britischen Drohung verhalten, ist zunächst deren eigene Sache. In Deutschland wecken solche verbrecherischen Exzesse nur einen unbändigen Haß unkn eine fanatische Entschlossenheit, ihre Urheber doppelt zu strafen.
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-X.n cken bcksssengräberv von VVinnira. Ois ne-usn lleickentuncts am Westrand von Win- nira im cvestukrainiscksn Osnsrslberirk Lcbitomir sind ebenso Zrsusnbskt ivis ckts bis- ker bekannt gsvordenen bunckstätten im Walds von listen. Unsere kilcker reizen 7kn- zeborigs von llrmorcksten, ckie an cksn clort massenkskt verseksrrtsn, unck jetrt vorzs- kuncksnen Kleidungsstücken äer Opker nack llrkennungsrsicksn sucben.
Sclierl Sitcleräieost
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öl'. V. soll. Der vorstehende Wehrmacht- bericht bringt die erfreuliche Feststellung, daß unser Angriff im Raum von Kursk erfolgreich fortschreitet, wenn nämlich gesagt wird, daß sich die geballten Anstrengungen der Sowjets gegen „unsere stetig vordringenden Panzerkeile" richten. Gerade aus der Tatsache, daß der Gegner so gewaltige Materialmengen und immer neue Reserven in diese Frontausbuchtung hineinwirft, läßt erkennen, welche große Bedeutung die Sowjets den hier entbrannten Kämpfen beimessen. Die Methoden der sowjetischen Abwehr, nachdem der Feind noch vor wenigen Tagen von Erfolgen seiner eigenen Offensive träumte, erscheinen allerdings gegenüber dem elastischen Ausweichen bei früheren ähnlich gelagerten Anlässen wieder ganz stur und verbissen. Die jetzt von den Sowjets angewandte Taktik hat bereits zu so gewaltigen Verlusten auf der Gegenseite geführt, wie sie in so kurzer Zeit und auf so immerhin begrenzten Raum bisher wohl noch nicht zu verzeichnen waren. 420 Panzerabschllsse an einem Tage, das ist geradezu ein Rekord. Ueber 1200 Panzer haben die Sowjets insgesamt in vier Kampftagen eingebüßt. Die Ueberlegenheit unserer „Tiger" und erst recht der neuen noch stärkeren deutschen Panzertypen hat sich eindeutig erwiesen.
Der Moskauer Nachrichtendienst wagt es zwar noch nicht, die deutschen Erfolge in ihrem ganzen Umfang zuzugeben, spricht aber immerhin schon vom Geländegewinn der deutschen Truppen, während gleichzeitig die Warnung ausgesprochen wird, die Stärke des Gegners nicht zu unterschätzen. Die Lage sei jedenfalls äußerst gespannt. Die Bestürzung und Enttäuschung im anglo-amerika- nischen Lager tritt in einem tollen Wirrwarr der widersprechendsten Nachrichten und Kommentare in Erscheinung. Seit Wochen und Monaten hatte die Feindagitation der Weltöffentlichkeit einreden wollen, daß die deutschen Armeen und das Rüstungspotential der deutschen Industrie so geschwächt seien, daß Deutschland zu keiner Offensive mehr fähig sei und sich auf die Verteidigung beschränken müssen. Nun ist man in der gräßlichen Verlegenheit, wie man es seinem
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcitung
Dr. v. sei,. Berlin, 9. Juli. In bestimmten Kreisen des deutschen Volkes hat man sich lange gegenüber dem Nationalsozialismus darum etwas reserviert verhalten, weil man ganz zu Unrecht annahm, daß er die materiellen Grundlagen der Macht zu einseitig betone und darüber die entscheidenden Notwendigkeiten des geistigen Lebens als Quelle der völkischen Kraft und Erneuerung nicht im rechten Ausmaß anerkenne. Eine Ursache des Mißverständnisses ist in der falschen Deutung des Schlagwortes vom Intellektualismus zu erblicken. Reichsminister Dr. Goebbels hat sich schon mehrfach gegen die unberechtigte Auslegung dieses Begriffes gewandt, der keineswegs gegen die echten- Kräfte des Geistes und gegen seine zielbewußte Betätigung, sondern gegen Krankheitserscheinungen des geistigen Lebens gerichtet ist die ihren Ursprung in der Lösung des Intellekts von den gesunden Grundlagen der natürlich menschlichen Persönlichkeit und von den Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft hat. Wenn Dr. Goebbels nunpiehr noch einmal in der altehrwürdigen Aula der Heidelberger Ruperto-Carolina das Wort zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über die innersten Beziehungen zwischen dem geistigen Lebew-Deutschlands und dem nationalsozialistischen Führungsprinzip ergriffen hat. so kann man gewiß nicht sagen, daß dies in einer Zeit, in der sich das größte und geradezu elementare kriegerische Ringen der Weltgeschichte seinem kritischen Höhepunkt nähert,
wenig angebracht wäre, weil uns andere Aufgaben dringender aus den Nägeln brennten. Im Gegenteil kommt es heute im Zeichen der totalen Kriegsentwicklung mehr denn je darauf an, jegliche Verstopfung aller Quellen unserer völkischen Kraft zu beseitigen, um den Reichtum dieser Quellen in einen immer machtvolleren Strom fließen zu lassen.
Dr. Goebbels hat in Heidelberg auf die geradezu kriegsentscheidenden Aufgaben und Arbeiten verwiesen, die die führenden Männer der Wissenschaft und der Technik übernehmen mußten, um der Front die überlegene und siegverbürgendcn Waffen an die Hand zu geben. So wie Dr. Goebbels jetzt in Heidelberg das Problem angefaßt hat, die engste, innerste Verschmelzung des geistigen Deutschland mit der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft und ihrem SchicksalH- kampf auf Leben und Tod zu bewirken, kann diesem Bemühen der vollkommene Erfolg nicht versagt bleiben. Die Unterscheidung zwischen zeitbedingten Aufgaben und geschichtlichem Auftrag ist schon' geeignet, wesentliche Mißverständnisse zu klären, wenn gleichzeitig festgestellt wird, daß jede erfolgreiche Revolution in die Versuchung geführt wird, dc(s Kind mit dem Bade auszuschütten. Daß von dieser Gefahr im nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr die Rede sein kann, das sollte nach den Ausführungen von Dr. Goebbels endgültig geklärt sein. Hier wird eine Auffassung zur Geltung gebracht, die souverän über allen
Tendenzen zum Extrem auf der einen wie auf der anderen Seite steht. Daß das Schlagwort einer überwundenen Zeit, das Schlagwort von Besitz und Bildung fallen mußte der Anspruch nämlich, daß ausschließlich aus diesen Luellen die politische Führungsmacht zu speisen wäre, ist uns heute allen zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Gerade im Kriegserlebnis ist es an so vielen Stellen jedem einzelnen von uns immer wieder zur Erfahrung gemacht worden, daß die ursprüngliche und angeborene Führungsbegabung, die im Erbgut des einzelnen begründet ist, nicht durch Besitz und Wissen ersetzt werden kann. Auf der anderen Seite stellt Dr. Goebbels fest. daß das nationalsozialistische Deutschland die Geburtswchen jeder Revolution längst überwunden hat. und daß Klarheit darüber besteht, daß die angeborene Führungsbegabung zu ihrer fruchtbaren Entfaltung der Verbindung mit Geist, Wissen und Bildung unbedingt bedarf.
Kaum jemals ist von einem Minister eines früheren Regimes die entscheidende Bedeutung einer mittleren Führungsschicht als Kitt des nationalen Führungslebens überhaupt, die Bedeutung eines festen Blocks von Intelligenz in ungezählten Beamten, Lehrern, Aerzten. Ingenieuren usw. so betont herausgehoben worden, wie das hier in der Aula der über 000 Jahren alten Ruperto Carolina aus dem Munde von Dr. Goebbels vor den prominentesten Vertretern unseres (Fortsetzung auf Seite 2)
Kinde sagen soll, daß sich in den neu entbrannten Kämpfen an der Ostfront doch wiederum die starke Ueberlegenheit der deutschen Truppen, ihrer Waffen und ihrer Führung erwiesen hat. Derselbe Reuter-Korrespondent, der am Donnerstagabend die deutschen Panzerkeile im Abschnitt von Bjelgorod als unbedeutend abtun möchte, stellt heute morgen fest. daß sich am Donnerstag in den flachen Steppen bei Kursk eine der schwersten Panzerschlachten entwickelt hat. Daß sich auch der englische Leser dieses Berichtes sagen muß, daß eine derartige gewaltige Panzerschlacht, die als solche auch vom deutschen Wehrmachtbericht charakterisiert wird, erst jenseits des tief gegliederten sowjetischen Verteidigungssystems entwickelt haben kann, hat der Reuterkorresponbent offenbar nicht gedacht. Auch die Ueberlegenheit der deutschen Panzer in dieser gewaltigen Schlacht mußte der gleiche Korrespondent andeuten, wenn er sägt, daß die deutschen Panzer niemals zuvor eine solche Geschwindigkeit, Wendigkeit und Manövrierfähigkeit gezeigt hätten. Die Sorge vor der weiteren Entwicklung spiegelt sich in dem Satz eines englischen Kommentars, nach dem „die nächsten zwei Tage von lebenswichtiger Bedeutung werden können".
Im neutralen Ausland scheint man sich diesmal von den englischen Agitatoren keinen Sand in die Äugen streuen lassen zu wollen. Durchweg berichten auch die Blätter, die sonst gern im britischen Fahrwasser schwimmen, über deutsche Erfolge. Eine schwedische Zeitung stellt fest, daß der deutsche Gegenstoß in einem geschickt gewählten und für den Feind sehr unpassenden Augenblick gekommen sei. So muß die Feindagitation außer den jetzt für die gegnerische Koalition geschaffenen strategischen Schwierigkeiten auch auf dem politischen Felde eine Niederlage registrieren, weil nämlich die Glaubwürdigkeit der gegnerischen Behauptungen über die Schwächung der deutschen Kampfkraft heute weitgehend erschüttert ist. Die Spannung in der ganzen Welt ist heute sehr groß. Die finnische Zeitung „Kauphaleti" sagt, daß nun das Los gefallen sei und daß man mit gespannter Erwartung den großen Ereignissen entgegensehe, wobei es sich herausstellen werde, ob die so großsprecherisch verkündete Zusammenarbeit zwischen Bolschewiken und Angelsachsen nicht nur ein leerer Blufs sei.
Soweit jetzt im feindlichen Ausland Betrachtungen über die notwendige schnelle Unterstützung der Sowjets angestellt werden, erscheinen sie uns kaum einer besonderen Würdigung wert, denn sie sind entweder von Tarnungsabsichten bestimmt oder ein Gerede um die eigene Verlegenheit im Hinblick auf die Wirkung einer weiteren militärischen Zurückhaltung bei Stalin. Im übrigen allerdings bemühen sich die britischen Luftgangster weiterhin, sich als würdige Kumpane der Mörder von Katyn und von Winniza zu erweisen. Trotz des Entsetzensschreies, der nach dem ersten Angriff aus den Kölner Dom in der ganzen Kulturwelt erschallte, haben die britischen Mordbrenner nun noch einmal ihre Bomben auf dieses erhabene Dokument der abendländischen Kultur abgeworfen, während sie sich selbst über einer Wolkendecke gegen das Äbwehrfeuer zu schützen suchten, dabei aber auch wiederum jede Möglichkeit der Ausrede verloren haben, daß sie militärische Ziele angreifen woF- ten. Daß die Lustgangster von Köln und Palermo der Mörder von Katyn und Winniza würdig sind, das wissen wir heute gewiß, und der „Evening Standard" hätte es nicht nötig gehabt, diese Äuffassung auf englisch noch einmal so zu formulieren, daß „in der vollen und restlosen Zusammenarbeit der Briten und der Sowjets die Hoffnung auf eine wirkliche politische Ruhe in Europa liegt". Der Friedhofsruhe wie bei Katyn — versteht sich.
Die Feststellung des „Evening Standard" erscheint in dem Blatt allerdings in Zusammenhang einer ganz seltsam unbekümmerten Darstellung, an der wir nicht vorüber gehen können. Die Londoner Zeitung stellt nämlich eingangs die Frage, die im