Ausgabe 
(8.7.1943) 186
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der NalionalldziaUsteri. Vremens

flmtiiches verkündungsbiat» des Ncichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 186, 1Z. Jahrgang

Donnerstag, 8. Juli 1S4Z

kinzelpreis 15 Nps.

im ksume von Ljelgoroä-Orel

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Aus dem Führerhauptquartier, 7. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Im Raum von Bjelgorod und südlich Orel scheiterten auch gestern schwere Angrisse, die die Sowjets mit stärk­sten, seit Wochen bereitgestellten Verbänden führten. Demgegenüber traten unsere Truppen, von der Luftwaffe wirkungs­voll unterstützt, selbst zum Angriff an. Es gelang, tief in die feindliche» Stellun­gen einzubrechen und dem Feind schwerste Verluste zuzufügen. Allein von Truppen des Heeres wurden über dreihundert feindliche Panzer, zum Teil neuester Bauart, ver­nichtet oder bewegungsunsühig geschossen. Auch in der Luft kam es über diesem Kampfraum zu erbitterten Gefechte» mit starken sowjetischen Fliegerverbänden. Am 5. und 6. Juli wurden in Luftkiimpsen und durch Flakabwehr bei 11 eigene» Verlusten 637 Sowjetflugzeuge abgeschossen, darunter eine große Zahl von Schlachtflugzeugen. Starke Kampfverbände der Luftwaffe bom­bardierten Nachschubverbindungen, Flug­plätze und Bahnhofsanlage» im riickwätigen Gebiet des Feindes mit nachhaltiger Wir­kung. An der übrigen Ostfront wird nur beiderseitige lebhafte Spähtrupptätigkeit ge­meldet. Leichte deutsche Seestreitkräfte ver­senkten unter der K a u ka s u s st e aus einem gesicherten Nachschubgeleit der Sowjets drei Schiffe mit zufammen 17W VRT.

Im Mittelmeerraum setzten feind­liche Fliegerverbände ihre Angrisse gegen das Küstengebiet Siziliens fort. Siebzehn britisch-nordamerikanische Flugzeuge wur­den von deutschen und italienischen Lust­verteidigungskräften vernichtet. In der ver­gangenen Nacht warfen wenige feindliche Störflugzeuge einige Sprengbomben aus großer Höhe planlos über Westdeutsch­land ab. Es entstand geringer Gebäude­schaden. Deutsche Unterseeboote ver­senkten im Atlantik und im Mittelmecr im Kampf gegen stark bewachte Geleitziige und Einzelsahrer neun Schiffe mit zusammen 53 ül>» VRT. sowie einen Frachtsegler."

Wenn es möglich war, in den ersten Stun­den der neuen schweren Kämpfe an der mittleren Ostfront über 300 feindliche Pan­zer zu vernichten und 637 Schlachtflugzeuge abzuschießen, dann beweist diese Tatsache, daß die Solschewiften aus dem Raum von Kursk heraus mit einer starken Offensive vorstoßen und in die Ukraine vordringen wollten. Dieser sowjetische Plan' ist nicht neu, denn schon die letzte sowjetische Offen­sive an der Mittel- und Südfront hatte ihn zur Grundlage. Während an der gesamten anderen Ostfront die örtlichen Kämpfe eine planmäßäige Bsgradigung der Frontlinie erreichten, blieb die Stadt Kursk und mit ihr ein weit ^ausholender Bogen nach Westen in der Hand des Feindes. Es war zu er­warten, daß die sowjetische Führung hier starke Angriffskräfte massieren und die augenblicklich günstige Jahreszeit zu Offen- sivoperationen ausnutzen würde. Wie die deutsche Aufklärung festgestellt hat, stand diese Offensive unmittelbar bevor, bzw. war bereits im Anlaufen, als daher deutsche Spähtrupps die feindlichen Stellungen ab­tasteten, lösten sie den bolschewistischen Ofsen- sivstoß aus, der schließlich zur Vernichtung starker Feindkräfte führte und die obenge- nannten staunenswert hohen Abschußziffern erbrachte.

Offensichtlich hat die örtliche deutsche Füh­rung sich mit diesem schönen und schnellen Abwehrerfolg nicht begnügt, sondern'ein zeitweifes Erlahmen der sowjetischen An­griffskraft dazu benutzt, ihrerseits zum Ge­genangriff überzugehen. Hierbei gelang, wie der Wehrmachtbericht meldet, überraschend schnell ein tiefer Einbruch in die feindlichen Stellungen.

Man kann nicht annehmen, daß ein solcher Gegenstoß in die Tiefe der feindlichen Offen- sivvorbereitungcn ohne heftigen Widerstand und ohne Gegenangriff abgeht. Vielmehr müssen die Kämpfe schwer und hart sein, und erst in ihrem weiteren Verlauf wird sich erkennen lassen, ob wesentliche Veränderun­gen der Frontlinie hierdurch zu erwarten sind. Es steht jedoch jetzt schon fest, daß so­wohl südlich Orel, das den nördlichen Wendepunkt des Kursker Bogens darstellt, als auch nordöstlich Bjelgorod, wo der Kursker Bogen im Süden ryieder in die ge­rade Frontlinie bis zur Mius-Stellung hin­ab einbiegt, die deutschen Truppen am 4. und 5. Juli schon ihre Hauptkampflinie be­

deutend vorverlegen konnten. Dies ist gleich­bedeutend mit einer starken Schwächung der feindlichen Offensivaktionen, so daß im Zu­sammenhang mit den schweren Verlusten des Feindes von einer völligen Zerschlagung der sowjetischen Offensive bereits gesprochen wer­den kann. Inwieweit der deutsche Gegen­angriff in der Lage sein wird, diesen ersten Erfolg in die Tiefe des feindlichen Aufmar­sches hinein auszudehnen und die offensicht­liche Schwächung des Gegners zu eigenen Offensivoperationen zu benutzen, müssen die nächsten Tage erweisen.

Die Luftwaffe hat an den großen Er­folgen des Heeres reichen Anteil. Sie unter­stützte nicht nur durch den Einsatz starker Kampf- und Sturzkampf- und Zerstörungs­flugzeuge, sondern auch durch einen um­fassenden Jagdschutz ihrer Jagdfliegerver­bände über dem ganzen Kampfraum. Durch Jäger und Flakartillerie verloren.die So­wjets bereits am ersten Tage 432 Flug­zeuge, denen ein eigener Verlust von 26 Flugzeugen gegenübersteht. Am zweiten Tage war die beiderseitige Lufttätigkeit durch

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IVeuei- iVucbscbub du, cl,rückn 8,nolen8lr. Das llilcl dul-clirielieixle^ Kolonnen und Truppen kür die l'ront in den Levvolinern der 8tsdk ein rwsr verlr^ules, sie sber iniiner wieder von neue,» intere8sierendes 6ild. Trokr des Iieklix niederströinenden Redens unisäuinen sie die 8lrs6en und beobscliten den Vorbeiinsrscb der Kolonnen

eine Verschlechterung des Wetters behindert. Trotzdem büßten die Bolschewisten 205 Flug­zeuge ein, während die deutsche Luftwaffe 15 Flugzeuge verlor. Allein das Jagdge­schwader Mölders erzielte am 5. Juli 99 Luftsiege, von denen Oberfeldwebel Stra­fe! 15 Abschüsse und damit seinen 38. bis 52. Luftsieg errang. Ungarische Jäger sind mit 5 Abschüssen an den Erfolgen beteiligt.

vls KIs8§siimoräs Sll äsn Ukrainern in

L)/s c/sr 6 sm'< 7 ^ 5 < 7 ffu 55 S 5 cr/r bo/ 5 c/i 6 iv/ 5 t/ 5 cks 3 Vi/s/korc/ttungLpp/ttr/p Stnsut /s 5 tgsrts//t

Nowno, 7. Juli. Die Leichenfunde am Westrand von Winniza stellen eine nicht min­der grauenhafte Entdeckung dar als die bis­her bekanntgewordenen Fundstätten im Walde von Katyn. Unter den Hohen Obst­bäumen eines ausgedehnten Gartens mit einer Gesamtfläche von einem Hektar ist man auf nicht weniger als.30 Massengräber gesto­ßen. Das Grundstück war 1938 durch das NKWD. beschlagnahmt und mit einem drei Meter hohen dichtgefügten Bretterzaun um­geben worden. Seit dieser Zeit war es dem Einblick durch die Bevölkerung entzogen; nach dem Einzug der deutschen Truppen be­gann diese den Zaun als Brennmaterial ab­zubrechen. Der Obstgarten schien völlig un­verändert, es war lediglich ein Schießstand errichtet worden. .

In der Bevölkerung umlaufende Gerüchte veranlaßten jedoch die Behörden, das Grund­stück näher zu untersuchen. Als man eines Tages dann bei Ausgrabungen auf Chlorkalk stieß, war bereits mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß unter dem Rasen zwischen den Obstbäumen des Gartens Leichen ver­graben sein mußten. Deutlich zeichneten sich mehrere eingesunkene Erdstellen ah, wo nun systematisch nachgegraben wurde. Die Erd­schollen flogen beiseite, und in einer Tiefe von etwa zwei Meter stieß man auf eine große Menge von Kleidungsstücken, die letzte Hasie der Ukrainer. Einige Spatenstiche tie­fer wurden dann die ersten Leichen frei­gelegt.

Seit Tagen strömt die Bevölkerung von Winniza und aus der Umgebung nach der Mordstätte auf dem ehemaligen Gelände des NKWD. Viele erkannten bereits unter den geborgenen Kleidungsstücken der unglück­seligen Opfer Besitzstücke von Angehörigen, die seit langem verschwunden waren, und die die Bevölkerung zunächst in sibirischen Gefangenenlagern vermutet hatte. Ost ver­raten an den Kleidungsstücken noch Namens­züge und Stickereien mit den Anfangsbuch­staben der Namen der Ermordeten, wer in den tiefen Massengräbern begraben liegt. Die Leichen liegen in vielen Schichten über­einander, so wie man sie nach der Ermor­dung in die Gruben geworfen hat. Ukrai­nische Aerzte und Amtspersonen sind bei den Ausgrabungen anwesend und stellen die Todesursache fest. Fast immer lautet das Er­gebnis: Tod durch Genickschuß.

Auf dem Obstb-aumgelände von Winniza hat sich der Bolschewismus ein schreckenerregen- des Denkmal gesetzt, das die Völker aber­

mals gründlich alarmiert. Nun besteht nach allen Spuren, die der Bolschewismus im Osten von Karelien bis Beßarabien hinter­lassen Hat, in Europa kein Zweifel mehr, daß es keine scheußlichereZivilisation" gibt als die sowjetische. Werden aber auch all­mählich die Lauen, die Ewig-Neutralen oder gar die Bundesgenossen Stalins begreifen, welche Gefahr hier der Menschheit droht? Die 30 Massengräber" sind eine Anklage, die nicht mehr zum Schweigen gebracht werden kann, bis die. sowjetischen Meuchelmörder gestellt und unschädlich gemacht sind. Es

kann nun einmal der Genickschuß nicht zum Prinzip einer politischen Ordnung und zur Methode der Beherrschung« fremder Völker erhöhen werden, und voll Empörung wer­den alle gesunden Völker die Kluft, die sie von Moskau trennt, noch vertiefen. Wer aber wie die Weltverbesserer vom Typ eines Wendel! Willkie und Joseph Davies mit dem Bolschewismus scharmuziert, der ver­dient als Helfer und Hehler den gleichen Abscheu, mit dem sich jeder von den Massen­gräbern von Katyn und Winnizia ab­wendet.

lerrorkliegsr sl§ Ldrsv-kreimsurer

Oc >5 Vi/s/t/uc/sntum roff/t Os/c/prämisn ansr/o/gfs/cffs" Langstsspi/otsn

m. Berlin, 7. Juli. Die Eroßloge der Freimaurer von Washington, der auch Roose- velt angehört, hat den Beschluß gefaßt, alle nordamerikanijchen Flieger zu Ehrenmit­gliedern zu ernennen, die an Luftangriffen auf Italien beteiligt waren. Es soll ein Spczialsonds gegründet werden, aus dem die Geldmittel zu entnehmen sind, die man als Prämien an diejenigen Flieger weiter­leiten will, die nachweisen können, daß sie bei ihrem Bombenterror besonders erfolg­reich gearbeitet haben.

Diese Mitteilung ist von der vatikanischen NachrichtenagenturLa Cörrespondenza" verbreitet worden. Der darin erwähnte Be­schluß stellt eine bezeichnende Geste des nord- amerikanischen Judentums, darüber hinaus aber des W e I t j u d e n t u m s dar; ist doch die Freimaurerei im wesentlichen eine jüdi­sche Angelegenheit. Kein Wunder also, wenn die Al Capones der Lüfte wegen ihrer ver­brecherischen Tätigkeit noch ein Sonderhono- rar erhalten sollen. Hier finden sich die Gei­ster, die zusammengehören. Die Prämien, die 'die Washingtoner Freimaurer auswerfen wollen, sind nichts weiter als eine Beloh­nung für die Zerstörungen von Kirchen, Spi­tälern, Kulturstätten aller Art und für die Hinschlachtung von Frauen und Kindern.

Damit wird der Welt wieder einmal ge­zeigt, welche Bewandtnis es mit dem Frei- maurertum hat und wie die sogenannte Menschenfreundlichkeit des Judentums aus­sieht, von der in der jüdischen und jüdisch beeinflußten Presse fortgesetzt die Rede ist. Eines Tages werden allerdings den Völkern, i die im deutschfeindlichen Lager stehen,, die!

Augen über ihre eigenen Führer aufgehen. Sie werden dann merken, welche Verbrecher an ihrer Spitze stehen oder standen und sie werden daraus auch die entsprechenden Schlußfolgerungen ziehen. Vorerst herrscht draußen jedoch noch eine maßlose Verblen­dung. Man spricht von Gefahren für die Freiheit der Völker, obwohl diese Freiheit ausschließlich durch diejenigen vergewaltigt oder auch vielfach beseitigt worden ist, die als die Wortführer im gegnerischen Lager auftreten und die zu der großen Gilde der Freimaurer gehören. Sie sitzen im Hinter­grund, sie schicken auch fortgesetzt die Bomben- flieger vor, die auf Europa angesetzt werden.

Augenblicklich ist es besonders die Mit­te l m e e r f r o n t, an der englische und amerikanische Terrorflieger in großer Zahl in Erscheinung treten. Sie haben in den letzten Tagen jedoch so schwere Verluste er­litten, daß zwischendurch ein Abflauen der Kämpfe eingetreten ist. Morgen kann aber schon wieder Hochbetrieb im Luftraum über Sizilien herrschen, denn diejenigen, die die verbrecherischen Instinkte dieser Terrorflie­ger durch Geldprämien besonders zu reizen fuchen, wollen Ruinen und Leichen sehen. Sie werden erneut Bombengeschwader auf­steigen lassen, aber wiederum werden die englischen und amerikanischen Bomber auf eine starke deutsche und italienische Abwehr stoßen. Und wieder wird der Feind festzu­stellen haben, daß die deutsch-italienischen Kampfflieger ihren Gegnern in der Kamp­fesweise nicht nur weit überlegen sind, son­dern auch von jenen Idealen beherrscht wer­den, die die jüdische Freimaurerei aus tief­ster Seele verachtet und haßt.

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(Eigener Trahtbcrichti

dr. rv. Berlin, 7. Juli. Da ist noch einer, der sich über das plötzliche Verschwinden Sr- korskis von der politischen Bühne freut. Das ist Mister Benesch, ehemals Außenminister und Präsident der von ihm gegründeten, aber auch ins Verderben ^gerissenen Tschecho- Slowakei. Er ist lange ist den Vereinigten Staaten gewesen. Jetzt, rein zufälligerweise natürlich im selben Augenblick, wo Sikorski verschwindet, ist er wieder zur Stelle, um seine Ansprüche anzumelden. Er weiß. daß hie Polen keinen rechten Ersatz zur Ver­fügung haben. Was sie als Nachfolger Si- korskis anmelden könnten, ist weit unter Mittelmaß, wird also den Tschechen nicht mehr gefährlich, weder in ihren Ansprüchen, die sie auf Teile des ehemaligen polnischen

Staatengebildes erheben, noch in Ambitio­nen, die sich Benesch als Führer eines mit­teleuropäischen Blocks macht, zumal, da Be­nesch triumphierend versichert, zwischen den tschechischen Emigranten und der Sowjet­union beständen keineswegs Gegensätze. Er will eben jenen Preis zahlen, den Stalin verlangt, und verlangt nun vom Kreml, daß er als artiges Kind auch entsprechend be­vorzugt wird.

.Wenn Benesch sich so pünktlich zur Stelle melden konnte, so spricht auch das dafür, wie gut derUnfall des Flugzeuges" vorbereitet war, nur die Nachrichtenregie hat nicht gleich geklappt. Die Engländer haben mehr als zwölf Stunden gekraucht, um den Tod Si- korskis überhaupt bekanntzugeben. Jetzt brü­ten sie schon seit zwei Tagen darüber, ob sie irgendwelche Einzelheiten über denUn­

glücksfall" veröffentlichen sollen, vorläufig weiß man nur, 'daß alle vier Motoren der Maschine gleichzeitig versagt haben sollen, was merkwürdigerweise bei den zahllosen Flügen englischer Staatsmänner nie vor­gekommen ist. Die Engländer haben auch selbst den Eindruck, daß ihnen niemand das Märchen von der großen Panne abnehmen wird. Deswegen haben sie sich in geheimnis­volle Andeutungen ergangen, daß Sikorski vor Antritt seiner Fahrt gewarnt sei. Mög­lich, daß das besonders gute Kenner des Secret Service gewesen sind, die diese War­nung aussprachen, aber die Engländer zie­len nach einer anderen Richtung. Stefanie will aus Algeciras erfahren haben, daß die Behörden von Gibraltar eine Untersuchung eingeleitet haben, um festzustellen, ob nicht kommunistische Sabotage hier am Werk ge­

wesen sei. Denn Gibraltar sei in letzterer Zeit zu einem wichtigen kommunistischen Zen­trum geworden. Es wimmele geradezu dort von bolschewistischen Geheimagenten und Spionen. Ein plumper Trick mit dem Eng­land die eigene Spur verwischen und den Verdacht auf den Verbündeten ablenken will, ein Beweis für die freundschaftlichen Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern; während doch wahrscheinlich die Dinge so liegen, daß der englische Geheimdienst und die kommunistische GPU. gearbeitet haben, um den ihnen beiden gleich unbequemen Si­korski los zu werden. Er stürzte ab, weil Stalin mit ihm nicht mehr verhandeln wollte, nachdem er allzu neugierig nach den Mördern von Katyn gefragt Hatte, er stürzte ab, weil England für einen lebenden Si­korski keine Verwendung mehr hatte.

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Schon vor Eintritt Italiens in den Krieg mußte die Bevölkerung auf die Möglichkeit vorbereitet werden, die eine passive oder aktive Beteiligung an Schwierigkeiten und Notwendigkeiten der zivilen Verteidigung mit sich bringt. Als dann die zivile Mobil­machung verkündet wurde, ^ waren es vor allem auch die Fstauen, an die sich Staat und Partei wandten, um mit ihrer Hilfe alle er­forderlichen Maßnahmen und Vorbereitun­gen zu treffen.

Hunderte von Kursen wurden eingerich­tet, an denen^die Frauen aller Bevölkerungs­kreise und Budungsschichten gemäß ihren In­teressen und Vorkenntnissen lernend und leh­rend teilnahmen, so Kurse für Nachrichten­wesen, für technische, chemische und meteoro­logische Zwecke im Dienste der Landesver­teidigung. Neben vielen Lehrgängen für rein weibliche pflegerische und fürsorgerische Tätigkeit, neben Umschulungskurfen für bis­her den Männern vorbehaltene Vekufe war es vor allem der Luftschutz, der den Frauen anvertraut wurde. Wie schon im abessini- schen Krieg, so kam auch jetzt wieder die italienische Frau auf allen Gebieten zum Einsatz und hat sich darin bewährt.

Als nun der englisch-amerikanische Terror über dem italienischen Lad zu wüten begann, traten die Frauen " überall in Zusammen­arbeit mit Staats- und Parteistellen in Ak­tion. Vor dem Kriege sah man oft Frauen in praktischen Luftschutzanzügen, zum Teil motorisiert, zu Uebungen eilen; durch alle Zeitungen gingen Bildberichte davon. Nun haben sich diese Uebungen in harte Wirklich­keit verwandelt. Um die Aufgaben der Fa­schistinnen dem zunehmenden Terror gegen­über noch zu aktivieren und ihren Verant­wortungsbereich festzulegen, wurden Ende vorigen Jahres erweiterte Richtlinien für den Einsatz der weiblichen Fasci bei Luft­angriffen herausgegeben.

Dieser Einsatz umfaßt nicht nur die direk­ten Aufgaben der zivilen Verteidigung, d. H. Bekämpfung von Brand- und Bombenschä­den und Erste Hilfe, sondern darüber hin­aus alle möglichen Maßnahmen zur Hilfe und Betreuung Geschädigter. Zunächst ist bei den provinziellen bis herab zu den kleinsten Ortsparteidienststellen ein ständiger Bereit- schafts- und Wachdienst.eingerichtet worden. Für Alarmfälle stehen dann überall mutige und beherzte Frauen bereit, die mit Um­sicht und Ruhe sofort Hilfsmaßnahmen in die Wege leiten können. Sie haben mit anderen Stellen zusammen einen Plan zur Unterbringung von Kindern, denen ja in besonderem Maße die Liebe und Vorsorge des italienischen Volkes gilt, aufgestellt. Da­nach steht für jedes Kind, auch wenn es plötzlich der helfenden und schützenden Elternhand beraubt wird, gleich eine Unter­kunft und liebevolle Betreuung bereit. In jeder Ortsgruppe sind Kleidungsstücke hin­terlegt, die für die dringendste Notwendig­keit sofort greifbar sind. Eine weitere Ein­satzgruppe hat den besonderen und aus­schließlichen Auftrag, die Krankenhäuser zu besuchen und sich um die Verletzten und Ge­schädigten zu kümmern. In Universitäts­städten sind die Studentinnen zu diesen spe­ziellen Ausgaben herangezogen und leisten auch so einen Teil ihres Kriegseinsatzes.

Noch ein typisches weibliches Gebiet ist in den Dienst dieses Luftschutzes gestellt wor­den. In den Zeitschriften.findet man immer wieder zweckentsprechende Modelle von Kom­binationen und Kleidungsstücken und sehr praktische Zusammenstellungen von all den Ausrüstungsgegenständen, die als notwen­digste in einen handlichen Koffer hinein- gehören, um dann den Weg in .den Keller anzutreten oder bei einer Ueberfiedlung in ein ländliches Gebiet mitgenommen zu wer­den. Mehr noch als bei uns bestehen in dem nicht vorwiegend Industrie-, sondern Agrar­land, direkte Beziehungen der Stadtbevölke­rung zum Land und somit die Möglich­keit, dort auch für längere Zeit eine' Zu­flucht zu finden.

Nur allzubald hat die Italienerin Gele­genheit gehabt, alle vorausschauend getroffe­nen Maßnahmen in die Tat umzusetzen. Aus