Ausgabe 
(6.7.1943) 184
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Varieiamtlrctie Layeszettung

Das flmtsbiatt des Negierenden vürgermeisters der 5reien Hansestadt vremen

Nr. 184. 1Z. Jahrgang

vienstag, S. Juli 194Z

der Nationaildzial-rsten. Vremens

flmtUches verkündungsbiat« des Ncichsstattstalters in Llldenburg und Nremen

kinzelpreis 15 Npf.

Köln, 5. Juli. Auf die Nachricht von der Schändung des Kölner Doms durch britische Terrorbomber haben führende Männer des Auslandes den Auslandskorrespondenteti des „Westdeutschen Beobachters" Aeußerungen übermittelt, die den Abscheu über die ruchlose Tat ausdrücken. Nach Sven Hedin.äußert sich jetzt der Schweizer Dichter Jakob Schaffner.

„Der Kölner Dom — das ist uns allen nicht bloß ein Dom unter anderen, nicht nur ein Wahrzeichen der gesamteuropäischen Kul­tur, eines der fielen historischen Denkmäler oder auch das größte unter ihnen: er ist uns unendlich mehr. Nach dem Kölner Dom wall- fahrtet män. Er ist uns ein Heiligtum, das wir — und nicht nur die Deutschen — in wahrer Ehrfurcht betreten, um darin Zwie­sprache zu halten mit den letzten höchsten Be­griffen, deren unsere Seele fähig ist. Mehr als Wirklichkeit, tiefer als unsere Träume, ist er uns der Schauer des Eotthaften im Menschen schlechthin, das Unaussprechliche, das nur im Stein erscheinen konnte — und dann noch in der deutschen Musik. Sie wenig­stens können sie uns nicht zerschlagen. Bach und Beethoven können sie uns nicht be­schmutzen mit ihren unreif-überreifen Teufe- leien.Upd doch darin ist der Kölner Dom nun ein Wahrzeichen, daß er nicht das alleinige Opfer einer in der Weltgeschichte einzigen Offenbarung des Verbrechens, sondern wie­der nur ein Zug in dem apokalyptischen Ge­sicht. das uns die britische Nation nachgerade zeigt. Deutschland hat die Verwüstung der Pfalz durch die Franzosen erlebt. Aber dazu mußte man zuerst die deutschen Armeen schla­gen, und übrigens war es eine deutsche An­gelegenheit. Millionen von Menschen bat die Nachricht von Köln mit dem heiß schmerz­lichen Bewußtsein durchzuckt, daß dies eine Angelegenheit ganz Europas ist — und daß es das wirklich gibt, dies Europa. Aus der klaffenden Wunde im Leib des Kölner Doms ist der Schrei Europas aufgeklungen, der nun nicht wieder verstummen wird. Gibt es aber eine höhere Gerechtigkeit, und soll es im göttlichen Sinn eine Vergeltung geben, so muß die Vergeltung für die Mördnächte von Westdeutschland unausdenkbar sein. Die Antwort auf die Verwüstung der Pfalz war die Parisek Guillotine? Was wird die Ant-' wart auf Köln und Messina sein?!"

... imä srgeniimRckk Stimmen

«p Buenos Aires, 5. Juli. (Eigener Funk­bericht.) Das argentinische Wochenblatt „Choque" veröffentlicht unter dem Titel: „Vor der Ruine des Kölner Doms" einen Kommentar zur Bombardierung des Doms, in dem es u. a. wörtlich heißt: „Der Kölner Dom, das größte Wunderwerk der gotischen Architektur in der ganzen Welt und eines der schönsten Gotteshäuser aller" Länder, wurde durch britische Bomben teilweise in Schutt verwandelt. Der Angriff wurde mit kalter Tücke vorher überlegt. Seine Absicht ist klar: Zivilpersonen sollten gemordet und in ihren Herzen wertvolle Dinge zerstört werden. Man wollte' Panik säen, um den Krieg zu gewinnen. Da das nicht durch Hungerblockade erreicht wurde, versuchte man, das Volk mit verbrecherischen und fre­chem Terror zu demoralisieren. Nationen von der Härte der Deutschen kann man nicht mit solchen Methoden einschüchtern. Hierdurch werden sie einzig und allein entflammt. Zweifellos nähert sich eine Zeitspanne in diesem Krieg, welche die Welt mit Grauen erfüllen wird. Doch alle, die dann redlich urteilen wollen, müssen wissen, wer diese Zeitspanne auslöste und welche Art Gründe es waren, die sie zu ihrer Unverantwortlich- keit führte.

Das große argentinische Blatt „El Pam- pero" befaßt sich in einem ganzseitigen Ar­tikel nochmals mit dem Terrorangriffen. In erschöpfender Form und unter Verwendung von Bildern behandelt der Artikel die Ge­schichte des Kölner Doms, den das Blatt als eine der eindrucksvollsten Bauten aller Zeiten bezeichnet.

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Stockholm, 5. Juli. Reuter bringt die lakonische Mitteilung, daß Sikorski getötet worden sei. Der Chef der in London sitzenden polnischen Emigrantenorga­nisation Sikorski hielt sich nach britischer Meldung zuletzt in Kairo auf. Nach einer Meldung des britischen Luftfahrtministeriums fand Sikorski den Tod an Bord eines britischen Bombers, mit dem er kurz zuvor Gibraltar verlassen hatte. Das Flug­zeug stürzte ab und zerschellte am Boden. Bei dem Unglück fand auch Sikorskis

Tochter den Tob.

Für die Welt, die die Methoden des bri­tischen Secret Service in zahllosen Fällen kennengelernt hat, kommt der Tod des Chefs der polnischen Emigrantenorganisation Si­korski nicht überraschend. Sikorski, der sich seit Katyn bei den Briten und Sowjets immer mißliebiger gemacht hatte, ist nun, wie vorauszusehen war, von den Englän­dern einfach beseitigt worden. Er teilt da­mit das Schicksal eines Darlan und unzähli­ger anderer, die sich nicht völlig dem bri­tischen Willen unterwarfen. Die Meldungen von dem angeblichen Flugzeugunglück, , die die Engländer erst einige Zeit später in die Welt setzten, ist ein typisches Vertuschungs­manöver, das von keiner Seite ernst genom­men werden dürfte und höchstens an den seinerzeitigen Fall des französischen Gouver­neurs Chiappe erinnert, der gleichfalls auf dem Wege im Flugzeug nach Syrien „ver­unglückte". Sikorski und mit ihm der soge­nannte Eeneralstabschef General Klimecki. der gleichzeitig den Tod fand, sind daran besteht kein Zweifel — auf Wunsch des Kremljuden beseitigt worden; sie sind die letzten Opfer von Katyn.

Erzerum, 5. Juli. Zur Meldung des engli­schen Lufifahrtministeriums über den Flug­zeugabsturz Sikorskis wird aus Bagdad ge­meldet, daß sich die Nachricht bei den polni­schen Emigranten im Irak mit Windeseile

verbreitet und ungeheure Erregung ver­ursacht bat. Die Behauptungen der Englän­der, es handele sich um einen Flugzeugunfall, fanden wenig Glauben. Man verweist dabei darauf, daß Churchill und Roosevelt bei ihren vielen Flugreisen noch nie einen Un­fall hatten, offenbar weil dabei andere Vor­sichtsmaßregeln ergriffen worden seien. Die Mißstimmung zwiichen den Engländern und Polen im Irak, die seit der Stellungnahme Englands zugunsten der Eebietsforderungeü der Sowjets und seit Katyn ungeändert be­stehen, kam in zahlreichen neuen Zwischen- fällen zum Ausdruck.

Hur äer kilol dltsd am I-sdsa

ep. Stockholm, 5. Juli. (Eig. Drahtber.) Eine ergänzende Mitteilung des Londoner Luftfahrtministeriums besagt, daß zusammen mit Sikörski und seiner Tochter beim Absturz des Bombenflugzeuges über Gibraltar auch der Verbindungsmann der Londoner Regie­rung zum polnischen Emigranten-Kabinett, Victor Cazalett, und mehrere hohe polnische Emigranten-Offiziere, darunter General­major Klimecki, getötet wurden. Nur der Pilot, ein Engländer, kam mit dem Leben davon. Nach Berichten aus der spanischen Stadt La Linea, von wo aus man den Ab­sturz mit ansehen konnte, setzten alle vier

Motoren des Flugzeuges wenige Minuten nach dem Start vom Flguplatz Gibraltar plötzlich aus. Der Bomber verlor sofort an Höhe und stürzte kurz darauf wenige hundert Meter vom Meeresstrande entfernt auf den Erdboden. Eine gewaltige Stichflamme schoß in die Höhe.

Die polnische Exilregierung in London be­eilte sich, unmittelbar nach dem Bekannt­werden des Todes Sikorskis in einer Sitzung „die Lage zu prüfen" mit dem Ergebnis, daß Stanislaw Mikolajezy mit der Fortführung der Geschäfte des „Ministerpräsidenten" vor­läufig beauftragt wurde. Der bisherige „Kriegsminister" General Kukiel, übernahm das Ämt des mitabgestllrztcn Generalmajors Klimecki als „Generalstabschef der polnischen Streitkräfte". Es muß auffallen, daß die durch den Tod Sikorskis und Klimeckis freigeworde­nen Posten so rasch wieder besetzt worden sind.

Lovjetiscksr ^sssenmorä bei Lckiloimr

Auch Frauen und Kinder klagen an

Rowno, 5. Juli. Am Westausgang der Stadt Winniza im Eeneralbezirk Schitomir wurden umfangreiche Massengräber entdeckt. Sie sind in den Jahren 1938 bis 1941 an­gelegt worden und enthalten nach vorsichti­gen Schätzungen mehrere Tausend von der GPU. ermordete Ukrainer beiderlei Ge­schlechts, darunter zahlreiche Kinder. Die amtlichen Ausgrabungen haben bereits be­gonnen und werden beschleunigt durchge­führt.

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Oksf jto/l'sm'sckisn, c/sn Ks5stztsn V/srtgstristsn unc/ »m fiolisn ^/orc/sri

Aus dem Führerhauptquartier, 5. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „In einigen Abschnitten der Ostfront war gestern die Kampftätigkeit etwas leb­hafter als an den Vortagen. Mit dem am 4. Juli gemeldeten Angriffserfolg im La- gunen-Eeb-iet des Kuban-Brückenkopfes kamen mehrwöchige Kämpfe in besonders schwierigem Gelände zum vorläufigen Ab­schluß. Der Feind verlor insgesamt zwei­tausend Tote und Gefangene sowie zahlreiche leichte und schwere Infanteriewaffen. Im Zusammenwirken mit der Luftwaffe wurden fast siebenhundert feindliche Boote erbeutet, vernichtet oder beschädigt. Deutsche Jäger schlugen in der vergangenen Nacht den An­griffsversuch eines Verbandes feindlicher Torpedoflugzeuge auf ein Geleit in den Ge­wässern des hohen Nodens ab und vernich­teten ohne eigene Verluste 20 feindliche Flugzeuge. Hierbei erzielte Leutnant Wei­ßenberg er sieben Luftsiege.

Im Mittel meerraum und über den besetzten West gebieten erlitt die britische und nordamerikanische Luftwaffe, die vergeblich Flugstützpunkte, Verkehrsver­bindungen und Industrieanlagen anzugrei­fen versuchte, im Verlaufe heftiger Luft- kämpfe erneut schwere Verluste. Ueber ita­lienischem Gebiet wurden 56 Flugzeuge, davon 28 durch die deutsche Luftwaffe, über den besetzten Westgebieten 20 weitere Flug­zeuge, insgesamt 85 meist schwere viermoto­rige Bomber, abgeschossen. Neun deutsche Jagdflugzeuge kehrten vom Einsatz nicht zu­rück. — Fünf einzeln fliegende feindliche Bomber warfen in der Nacht zum 5. Juli einige Bomben auf westdeutsches Ge­biet. Die Schäden sind unerheblich. — Deut­

sche Unterseeboote versenkten im Mittelmeer in scharfen Kämpfen aus stark gesicherten Ee- leitzügen vier Schiffe mit 21 000 VRT."

Am 4. Juli, gegen 22 Uhr, wurde in den Gewässern des hohen Nordens, nördlich von Kirkenes, ein deutsches Geleit von 30 bis 35 feindlichen Flugzeugen im Tiefflug mit Lufttorpedos angegriffen, wie der vor­stehende OKW.-Bericht meldet. Zur Abwehr gestartete deutsche Jagdflieger schlugen den Angriff so vollständig ab, daß keinerlei Scha­den angerichtet wurde. Mit 20 feindlichen Flugzeugen wurde mehr als die Hälfte der Angreifer abgeschossen, ohne daß ein einziger eigener Verlust entstand. Ritterkreuzträger Leutnant Weißenberger vernichtete in diesen Luftkämpfen allein sieben Gegner und errang damit seinen 104. Luftsieg. Ein Ober­feldwebel konnte ebenfalls vier der Angrei­fer abschießen.

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Berlin, 5. Juli. Die Luftverteidigung der Achsenmächte über Europa nimmt stetig an Stärke zu. Infolge ihrer schlagkräftigen Ab­wehr verlor die feindliche Luftwaffe im Ver­lauf der letzten 48 Stunden nicht weniger als 103 Flugzeuge, von denen der weitaus größte Teil viermotorige Bomber waren. Außer dem wertvollen Material wirkt sich der Verlust an fliegendem Personal aber noch weit verhängnisvoller für die feind­liche Luftwaffe aus. Der Ausfall von min-- destens 1300 ausgesucht guten Soldaten mit langjähriger Fachausbildung steht in gar kei­nem Verhältnis zum militärischen Gewinn, der bei diesen Aktionen erzielt werden könnte.

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Aus dem Führerhauptquartier, 5. Juli. Der Führer verlieh am 4. Juli 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes an Kapitänleutnant Carl Emmermann, Kommandant eines Unter­seebootes, als 258. Soldaten und an Kapi­tänleutnant Werner Henke, Kommandant eines Unterseebootes, als 257. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Kapitänleutnant Carl Emmermann, der am 6. 3. 1915 in Hamburg geboren wurde, versenkte nach seiner Auszeichnung mit dem Ritterkreuz weitere zehn Schiffe mit 72 500 BRT. und erhöhte damit sein Verjenkungsergebnis auf insgesamt 26 Schiffe mit rund 170 000 BRT. Einen be­sonderen Erfolg erzielte er, als es ihm ge­lang, aus einem nach Gibraltar gehenden Geleitzug allein vier Schiffe mit zusammen 30 800 BRT. herauszuschießen und zu ver­senken.

Kapitänleutnant Werner Henke, am 13. 5. 1909 in Rudalk bei Thorn geboren, hat ebenfalls nach seiner Auszeichnung mit dem Ritterkreuz durch vollen Einsatz als Kom­mandant und gute Vootführung neue wesent­liche Erfolge erzielt. Er versenkte weitere 12 Schiffe mit 71201 BRT. und erhöhte da­mit sein Versenkungsergebnis auf insgesamt 23 Schiffe mit 144 122 VRT. Für den be­sonderen Schneid und das hohe Können dieses U-Boot-Kommandanten spricht die Tatsache, daß er einmal aus einem einzigen Geleitzug nicht weniger als neun Schiffe im Alleingang herausschoß und wersenkte.

Ferner verlieh der Führer das Ritterl kreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Hergst, Eruppenkommandeur in einem Nachtjagdgeschwader.

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Rom, 5. Juli. Der Duce nahm in einer längeren Rede zu der Botschaft Stellung, die das Direktorium der Partei ihm im ver­gangenen Monat überreichte. In dieser Bot­schaft hatte die faschistische Partei die volle und ganze Verantwortung für die Betreu­ung und Verteidigung der Nation in An­spruch genommen und in neun Punkten einzelne Forderungen ausgestellt.

In seiner Rede wies Mussolini einleitend auf den Massencharakter der faschistischen Partei hin und betonte dabei, daß die Par­tei auch in Zukunft stets eine Partei der Massen fein werde. Ein 46-Millionen-Volk, das bald 50. Millionen zählen werde, be­dürfe zu seiner Führung einer solchen Or­ganisation, die von Hunderttausenden von gleichem Glauben beseelten Mitarbeitern ge­tragen würde. Der Dyce unterstrich mit ein­drucksvollen Worten, daß die faschistische Partei zu aller Zeit und in jedem Fall ihrer Aufgaben gewachsen sei. Die faschistische Partei, so sagte er, bestehe nicht nur aus den durch die Mitgliedszahl ausgewiesenen Angehörigen, sondern ebenso sehr aus ihren Gefallenen, aus Kriegsfreiwilligen und ihren Märtyrern, deren Handeln auf der idealen Linie liege, die er stets verteidigen werde.

Der Duce nahm dann zu den bekannten Punkten des Parteidirektoriums im einzel­nen Stellung. Zu der Forderung nach schar­

fem Vorgehen gegen negative Elemente sprach der Duce von der einfachen bewun­derungswerten Haltung des italienischen Volkes, das dem Lande seine Söhne und ieine Habe zur Verfügung stelle und daß der gan­zen Achtung und ganzen Liebe würdig sei. Die grundsätzlichen Opponenten seien zumeist Ueberbleibsel verschwundener politischer Par­teien und seien nichts gegenüber dem faschi­stischen Regime. Besonders unterstrich der Duce die Forderung nach stärkerer Konzen­tration der Industrie und Landwirtschaft so­wie nach restloser Durchführung'der Arbeits­dienstpflicht. In diesem Zusammenhang be­tonte er, daß die Arbeite-' ausgerichtet in der Front der Nation ständen. Der Duce spen­dete dann der faschistischen Miliz ein beson­deres Lob und hob hervor, daß die Miliz ge­genwärtig über Hunderttausende von Miliz­angehörigen verfüge, daß in ihren „M"- Bataillonen die Blüte der Miliz zusammen­gefaßt sei und daß die Miliz auch über eine eigene Panzer-Division verfüge, deren Be­waffnung ihr als Ausdruck der Kampfgemein­schaft von der geliefert worden sei.

Zur inneren und äußeren Haltung aller Mitglieder der faschistischen Partei bemerkte der Duce, daß alle Mitglieder die innere Ueberzeugung haben, und diese wie ein Evangelium ins Volk tragen müssen, daß es in diesem Krieg nur einen Weg gibt, der

bis lum Sieg weiterbeschritten werden muß. „Entweder wir gewinnen diesen Krieg, wie ich selbst mit aller Entschiedenheit gemein­sam mit den Kameraden der Achse und des Dreierpaktes glaube oder Italien erhält einen Frieden der Schande." Kapitulation würde für Jtblien Schande und Zusammen- bruch, Eutwassuung und Vernichtung be­deuten."

„Zweiflern muß ich sagen, daß dieser Krieg Entwicklungsmöglichkeiten hat, die noch nicht vorausgesehen werden können: Entwicklungsmöglichkeiten auf politischem, und nicht nur politischem, Gebiet, die der Reife entgegengehen", führte der Duce wei­ter .aus. Auf der Gegenseite sei inzwischen festzustellen, daß beispielsweise die Ereignisse in Detroit die Atlantik-Charta zu einem Fetzen Papier gemacht haben. Der Feind muß jetzt eine Karte ausspielen, er muß den Versuch machen, die Invasion durchzuführen, von der er so viel gesprochen hat, wenn er sich nicht vor Beginn des Kampfes für ge­schlagen geben will", stellte der Duce sodaitn fest.

Das italienische Volk sei nunmehr über­zeugt davon, daß es sich in diesem Krieg um eine Angelegenheit aus Lehen und Tod handele. Pflicht der Faschisten sei es. dem Volk die absolute Gewißheit zu geben, daß einem feindlichen Landungsverfuch mit allen

Mitteln und mit eiserner und unerschütter­licher Entschlossenheit begegnet werden wird. Mehr denn je müsse die faschistische Partei in diesem Augenblick zum bewegenden Mo­ment des Lebens der ganzen Nation und zu ihrem Vorbild werden. Die Partei müsse mitten im Volke stehen Und dem Volk hel­fen, denn das Volk verdiene diese Hilfe.

„Wir müssen durchholten! So ist es das Gebot der Ehre!" rief Mussolini aus. „Der Feind darf nicht rechtbehalten mit seiner niederträchtigen Behauptung, die Italiener seien nicht fähig, bis 12 Uhr Widerstand zu leisten, sondern würden um N12 Uhr nach­geben." Neben diesen Fragen der Ehre stän­den jedoch die höchsten Interessen der Na­tion auf dem Spiel, es gehe um die Errin- gung eines siegreichen Friedens, der Italien nach 30 Jahren ständigen Kampfes die.Ruhe und die Mittel geben werde, um seine ge­schichtliche Aufgabe zu erfüllen, die es für den Rest des Jahrhunderts beschäftigen werden.

Die Größe des Augenblicks werde von allen Soldaten empfunden. Das italienische Volk besitze noch immer unberührte moralische Hilfsquellen. Der Gegner, der den Zusammen- bruch des italienischen Volkes nach.drei Mo­naten vorausgesehen hatte, sei im Begriff, sich davon zu überzeugen, daß 20 Jahre faschi- (Fortfetzung aus Seite 2)

seine« äeüei«

, Die Gegensätze^bleiben

cir. V. setz. Der plötzliche und merkwürdig verschleierte Tod des polnischen Emigranten­häuptlings Sikorski kommt Churchill und seinen Kumpanen so sehr gelegen, daß keine Vermutung über die Ursachen des Todes zu weit gehen kann. Alan wird daran erin­nert, daß der ägyptische König Faisal an Vergiftungserscheinungen starb, als er sich widerspenstig gegenüber der britischen Ab­sicht zeigte, Aegypten ohne Rücksicht auf die Bevölkerung zu mißbrauchen. Man denkt an den Tod des früheren Ministerpräsidenten der indischen Provinz Sindh und an viele ähnlich gelagerte Fälle im Nahen Osten, und schließlich, als ein Parallelfall der letz­ten Zeit, drängt sich das Schicksal in der Erinnerung auf, das den Admiral Darlan ereilte, als er sich als Söldling des Dollar­imperialismus den englischen Interessen in Afrika in den Weg stellte. Jeder Politiker, dessen Existenz den Zielsetzungen des briti­schen Imperialismus gefährlich erscheint, kommt aus die schwarze Liste des Secret- Service, und sein Leben ist dann kernen Pfifferling mehr wert. >

Die Parallele Darlan—Sikorski ist ganz besonders auffällig. Nach dem Anschlag auf den französischen Admiral brachte der eng­lische Nachrichtendienst auffallend schnell eine ganz kurze Nachricht mit dem Hinweis, daß Einzelheiten erst später mitgeteilt werden könnten. Erst mußten die Dinge für die Öffentlichkeit richtig zurecht gebogen wer­den. Auch diesmal veröffentlichte Reuter zu­nächst die lakonische Notiz, daß Sikorski „ge­tötet" worden sei. Eine ganze Stunde später kam man dann mit der Version des Flugzeug­unfalles heraus, wobei es höchst merkwürdig erscheint, daß der Flugzeugführer des briti­schen Bombers nicht ums Leben kam. Jeden­falls war Reuter, noch ehe Einzelheiten vor­lagen, über die Tatsache der „Tötung" Sikorskis im Bilde, und das spricht wie im Falle Darlan. wo es ganz genau so war, Bände.

Die Wahrheit über die Einzelheiten des Todesfalles wird jedenfalls nicht so bald ans Licht kommen. * Die politischen Zusammen­hänge dagegen sind vollkommen klar. Seit den Veröffentlichungen der grauenvollen Gräberfunde von Katyn ist der General Si­korski der englischen Regierung als eine un­erträgliche Belastung erschienen. Selbst der Häuptling des jämmerlichen Emigranten­klüngels in London sah sich gezwungen, wenn er noch einen Fassadenrest gegenüber seinen Landsleuten aufrechterhalten wollte, nach den deutschen Enthüllungen gegen Moskau Stellung zu nehmen. Damit schuf er für Lon­don eine geradezu gräßliche Situation. Die englische Regierung hatte, wie man bereits aus zahlreichen offiziösen Artikeln der Lon­doner Presse wußte, Stalin Europa als Preis für seine Kriegsanstrengungen zugesagt, ohne die sich England schon längst zur Niederlage hätte bekennen müssen. Der britische Ver­rat schloß selbstverständlich die unhedingte Sowjetherrschaft über die baltischen Län­der. über Finnland, den Balkan und Polen ein. Bis zu den Veröffentlichungen über Katyn konnt« die englische Regierung den polnischen Emigrantenausschuß in. London mit hinhaltenden vagen Versprechungen am Zaume halten, die genau so unehrlich und wertlos waren, wie die vor Kriegsbeginw gegebene Garantie, mit der Polen zur Ent­fesselung des Weltbrandes gedrängt wurde. Nach der Öffnung der Gräber von Katyn aber platzte selbst einem Mann wie Sikorski der Kragen, und im Uebereifer rollte er dann das ganze Problem der sowjetisch-pol­nischen Frage so auf, daß Moskau die diplo­matischen Beziehungen abbrach und dadurch die englische Regierung in die peinlichste Verlegenheit brachte. Denn wenn man nun­mehr ebenfalls den poln^schn Emigranten­ausschuß hatte fallen lassen, so wär« das dem brutal zynischen Geständnis vor der ganzen Weltöffentlichkeit gleichgekommen, daß all die Parolen und Grundsätze, für die England angeblich in den Krieg gezogen sein sollte, nichts als pürer Schwindel sind und daß es in Wirklichkeit bereit ist, sich kalt­schnäuzig selbst über den ersten Blutspender Englands auf dem Kontinent zugunsten des Moskauer Anspruchs auf die Volschewisie- rung Europas hinwegzusetzen.

Eine Zeitlang konnte dann die englische Regierung — wer weiß, mit welchen Mit­teln? — Sikorski wieder zum Schweigen bringen. Dann ging dieser zur Besichtigung der polnischen Truppen nach dem Nahen Osten, und dort scheinen ihm seine Kamera­den wohl wieder Akut gemacht haben, so daß er in Kairo eine Rede hielt, in der die pol­nisch-sowjetischen Gegensätze wieder in helle Beleuchtung gehüllt wurden. Sikorski stellte erneut das Verlangen nach Befreiung der Hunderttausende von den Bolschewistcn nach Sibirien verschleppten Polen, obgleich er sich darüber klar sein muß, daß deren Schick­sal kaum ein wesentlich anderes sein dürfte als dasjenige der Offiziere, die man bei Katyn verscharrt hat. Gleichzeitig entwickelte er seinen Plan zur Schaffung dreier euro­päischer Staatenbünde, eines tschechisch-polni­schen im Zentrum, eines griechisch-serbischen im Süden und eines skandinavischen im Nor­den. Dieser Plan konnte von Moskau nur so gedeutet werden, daß er ein System von Pusferstaatenverbünden zur Abtrennung der Sowjetunion von Europa schaffen sollte.

So mußte sowohl vom Gesichtspunkt der Sowjets wie ihrer Londoner Trabanten her dem Faß den Boden ausschlagen. Die eng­lische Regierung konnte sich nicht, zu einem solchen Plan bekennen, ohne die Bolschewiken vor den Kopf zu stoßen, denen sie schon die Polrzerherrschaft über Europa zugesagt hatten. Sie sah sich andererseits nicht in der Lage, mit der Schattenregierung des ersten