Ausgabe 
(5.7.1943) 183
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IJas Amtsblatt ÖC5 Negierenden Bürgcrmciftcrs der §rcicn Fjanfcftaöt Bremen

Der ttattona.lf03talifteri ‘Bremens

Amtliches DetfcünDungsblatt des Ncichsstatttialters in Oldenburg und Bremen

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Nr. 183 i 13. ]ahtgong

Montag, 5. Juli 1943

Schümann in sein Amt eihgeführt

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Der Gauleiter verpflichtete den neuen Hoheitsträger des Kreises Bremen und sprach zum Kreisappell der NSDAP. - Kreisleiter Blankes Abschiedsworte

Gauleiter Paul Wegeuer verabichiedete gestern Kreisleiter Blanke, der in Vremen 13 Jahre Hoheitsträger war, und führte Kreisleiter Schümann, Träger des goldenen Ehrenzeichens der Partei, in fein Amt ein.

Der Kreisappell, der aus diesem Anlaß im großen Saal der Glock ftattfand, war ein Bekenntnis zu Bremen und zu den Bremern, zu ihrer Tradition, ihrer Art und zu den Aufgaben, die ihrer in den kommenden Tagen harren und unter der Führung und dem Borbilg der NSDAP, in der Welt­anschauung des Führers gelöst werden sollen.

Nachdem unter den Klängen des Kreis-- musikzuges der Fahneneinmarsch erfolgt war. begrüßte Kreisleiker Blanke, mit Be'sall empfangen, den Gauleiter und die Gäste, die Mitglieder der Partei und ihrer Gliederun­gen. des Reichsarbeitsdienstes, die Vertreter des Staates und der Wehrmacht, die Saal und Ränge füllen. Er eröffnete zugleich den Kreisappell und bat Len Gauleiter, das Wort zu nehmen.

Osulsilsr Paul Wegener

verweist auf den nicht alltäglichen Anlatz, der uns dieses Mal zusammenfuhrte. Er erinnert an den Tag, als er vor neun Jahren Bremen verläßt und sein damaliger Stellvertreter Blanke Kreisleiter wird, aber nebst dem Stolz auch daran, daß seither zwei Gau­leiter aus der Bremer Kreisleitung her­vorgegangen sind. Der Kreis Bremen ist also ein dankbares Tätigkeitsfeld. Der Gauleiter spricht dann Kreisleiter Blanke als

Freund und Kameraden an, dem es nicht einfach sein wird, den kommenden Weg einzuschlagen. Er dankt ihm für seinen nimmermüden Fleiß und seine Arbeit im Dienst der Bewegung, für die sich Kreisleiter Blanke ungeachtet seiner eigenen Person immer eingesetzt hat. und für die auch der nun einsetzende Beifall Anerkennung bedeutet. Es wäre eigenartig, so fährt |I| - der Gauleiter fort, wenn ein Nationalsozialist von der Art des Kreisleiters Blanke sich von seiner Umgebung und seinen Freunden hätte tragen lassen. um so mehr freue Ihn der Beifall, der soeben dem scheidenden Hoheitsträger gegolten habe und aus dankbarem Herzen komme!

Der Gauleiter wendet sich dann dem neuen Kreisleiter und Ehren­zeichenträger zu, der sich auch an der Front bewährt hat und in Bremen nun größere Verantwortung übernehmen muß als anderswo. Er verpflichtet ihn vor den Parteigenossen, sich ungeachtet kommender' Schwierigkeiten mit jugendlicher Frische in den Dienst seiner Aufgaben zu stellen und dafür zu sorgen, daß Bremen in die Lage versetzt wird, noch schwierigere Leistun­gen zu vollbringen als bisher.

Von den Parteigenossen verlangt der Gauleiter, gemeinschaftlich an die Arbeit zu gehen zum Schutz fürjedermann; denn so, wie an der Front der Soldat seinen Platz nicht aussuchen könne, müßten wir auch in Bremen ausharren und unser Schicksal meist'ern. Der Gauleiter hebt dann die Kinderland Verschickung als Sorge der Partei hervor, die ihm besonders am Herzen liege, und ging dann im einzelnen auf be­sondere Fragen des Luftschutzes und des luftschutzmäßiqen Verhaltens, so den Bau von Lufkschutzgräben. das Bcreithalten von Sand und Wasser u. a. in ein. Ueber das Paragraphenmäßige hinweg, und ohne besondere Befehle abzuwarten. sollen sich die Parteigenossen gerade auf diesem Gebiete be- - mühen und helfend einqreifen, damit eine echte Haus-, Block- und ^ Turngemeinschaft entstehe. Das ist Sache der Partei, und dazu muß sie emgespannt werden! Bei alledem sollten wir den Humor nichi verlieren und nicht.mit grämlichem Gesichtsausdruck umherlaufen. Aus glau bigem Herzen und mit freundlichen Zügen, mit soldatischem Wollen sollten wir die Dinge anpacken, nicht ihnen aus dem Wege gehen! Die größte Tugend in der heutigen Zeit aber sei Schweigsamkeit, die iii dem Bewußtsein der eigenen Kraft ruhe und die alte saubere Kampfesweise voraussetze, damit Schwätzer schweigen lernen!

Der Gauleiter bittet die Parteigenossen dann, das große Vertrauen, das ste Kreisleiter Blanke entgegengebracht haben, auch Kreisleiter Schümann zu schenken, feine Verpflichtung der Allgemeinheit gegenüber zu erkenne» und seine Befehle auszuführen mit dem gleichen fanatischen Willen zum Kampf für die Idee des Führers!

Kreisleiter Blanke

wendet sich nun an den Gauleiter. Gäste und Parteigenossen. Es ist der letzu Kreisappell, den er in Bremen abhält, und darum dankt er nicht ohne innere Bewegung für das Vertrauen des Gauleiters, der ihn in seinen engeren Mitarbeiterftab berufen hat. Mit dem ihm eigenen Humor und unter heiterem Lachen des Saales wandelt er das Wort des Gauleiters, wonach zwei Gaulei­ter aus der Bremer Kreisleitung hervorge­gangen sind, ab, indem er sagt:' „Es geht wieder einmal ein Bremer in die Eaulei- tung!" In seiner neuen Aufgabe sieht Kreis­leiter Blanke als Nationalsozialist und Frontsoldat eine dankbare Arbeit, die ihm Freude machen wird, gilt es doch. Front­kämpfern und deren Angehörigen zu helfen.

Kreisleiter Blanke bekennt aber auch, daß es ihm nicht leicht fällt, sich von den bisheri­gen Kameraden zu trennen, daß. er jedoch stolz auf alle Mäner und Frauen ist, die sich in Bremen eingesetzt haben, seien es nun Parteigenossen oder nicht. Er spricht von der Kameradschaft der alten Parteigenossen, von denen die jungen gelernt haben, und gibt seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß Kreisleiter Schümann sich auf alle verlassen kann Während er hervorhebt, daß er mit den bremischen Behörden und auch mit der Wehrmacht immer kameradsckiaftlsch zusammengearbeitet habe, ohne daß einer vor dem andern Kotau machte, versagt er der bremischen Bevölkerung seine uneinge­schränkte Anerkennung und Achtung nicht.

Er erwähnt, wie die Bremer dem Führer bei der letzten Volksabstimmung ihr unein-

S eschxänktes Vertrauen bekundeten, wie sie insichtlich der Spenden für die Winterh'lfe pro Haushalt und pro Kopf der Bevölke­rung die Spitze im Gau halten, sich in der Abgabe von Woll- und Wintersachen hervor­getan haben, der Büchersammlung für die Soldaten zu eineiji Erfolg verhaifen und sich in den Einsatztrupps bewähren! Wie sehr aber Kreisleiter Blanke die Bremer kennt zeigt seine Bemerkung, daß es für ihn das Schönste sei zu sehen, wie tapfer sich

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die Bevölkerung verhält, vom ersten Flie­gerangriff an! Es besteht auch kein Zweifel, daß das so bleiben wird bis zum Tage des Sieges und wir bekennen gern, daß der Ein­satz eines Mannes wie des Kreisleiters Blanke, unseres Parteigenossen, in Bremen sich gelohnt hat. Das. wird ihm nicht zuletzt der Kreisappell und der nachhaltige Beifall gezeigt haben, mit dem der volle Saal den Schluß der Worte des Kreisleiters be­gleitete.

Kreisleiter Max Schümann

zeigte in seiner Rede, daß er sein Amt mit großem Verständnis für seinen Kreis, aber auch mit einem bestimmten Wollen und Planen antritt. Er begann mit dem Hin­weis. daß er sich der ihm übertragenen Auf­gabe und Verantwortung voll bewußt sei, um dann sortzusahren:

Ich weiß, daß der Name Vremen eine Verpflichtung ist und daß mir inner­halb des Gaues Weser-Ems Menschen zur Führung anvertraut sind, die in dieser schwe­ren und ereignisreichen Zeit für viele Volks­genossen des Gaues und darüber hinaus auch des übrigen Erohdeutfchen Reiches in ihrer Haltung als Vorbild anzusprechen sind.

Wir sind im Gau Weser-Ems der Vor­posten des nationalsozialistischen Deutschland sowie u. a. des jungen Europa schlechthin. Die Namen Emden. Wilhelmshaven. Osna­brück und Bremen sind Begriffe geworden. Nicht nur, daß sie es früher schon waren, sondern in der Schicksals- und Notgemein- schaft, hervorgerufen durch die Terrorangriffe der anglo-auierikaiiiichen Bomberverbände wurden sie damit zum Bei­spiel vieler. — Die Alltagssorgen, bedingt durch die Ereignisse des Krieges, nebmeu im Leben des einzelnen den breitesten Raum ein. Wir wissen, daß der Heldentod unserer Kameraden an der Front, der Männer unserer Frauen, Murrer und Biäure. oft schwere Wunden schlägt, die nur in härtester Selbst­disziplin überwunden werden können; daher ist es die vornehmste Pflicht der Bewegung des Führers, überall da helfend einzuspringen, wo. es, not­wendig und erforderlich ist. Trotz dieser vordringlichen Aufgaben der Gegen­wart dürfen wir als verantwortungsbewußte Nationalsozialisten, die wir mit der Führung dieser Menschen beauftragt sind, nicht vergessen, daß dar­über hinaus Aufgaben der Zukunft harren, die heute schon geplant und vorbereitet werden müssen.

Es handelt sich darum, für die Bevölkerung unseres Gaues und hier insbesondere der Hansestadt Bremen die Vorbedingungen zu schaffen, um in der späteren europäischen Entwicklung unfern Teil am Neuaufbau dieses Kontinents auf Grund der großen geschichtlichen Leistungen und der in diesem Kriege gebrachten Opfer mehr als bisher beitragen zu können.

Ich weiß, daß das revolutionäre Wollen der jungen, gepaart mit dem ruhigen und bedächtigen Planen der älteren Generation die Harmonie und dest Einklang bringen werden, um den Erfolg zu sichern, der für die Gesamtheit notwendig ist. Die Grundlage aber ist immer die Weltanschauung Adolf Hitlers in ihrer ganzen Klarheit, wie unser alter Gauleiter Carl Rover und nunmehr Sie. Gauleiter, es vorgezeichnet haben. Die Menschen dicles Kreises den Stämmen der Fri-efen und Sachsen entstammend, stan­den dem Reuen erst abwartend gegenüber; haben aber nun begriffen, daß die Idee des F ü h r e r s der Ausdruck der deutschen Seele schlechthin ist Es lieg! im Charakter der Rasse begründet, daß wir uns nicht immer mit sliegeiidcn Fahnen dem Reuen zuwandten, sondern nach abgewogener »wd überlegte, Prüfung das annabmen. was Bestand haben sollte! Desto fester und tiefet iaß es dann auch, und das bewährt sich gerade in dieser Zeit wo der Führer alle aufgerufen hat, um für Deutschlands Ehre und Freiheit zu kainpsen Diese Wachbereitschaft vor den Toren Eng­lands zu festige,, und immer wieder erneut hochzuhalten, ist die erste Auf­gabe der 'JiSDAP

Ick, rufe daher die Parteigenosienschaft wie bisher unter meinem Kame­raden Planke zum weiteren Kampfe auf und richte den Appell an die ge- , a in l c Bevölkerung des streises Bremen, niemals nachzulassen, sondern darüber hinaus Bannerträger der entschlossensten Kampfgemeinschaft zu sein'

Wenn ich in diesem Sinne meine Arbeit ausnehme und mir des Ver­trauens aller Männer und Frauen, Jungen ünd Mädels bewußt bin, dann glaube ich das meistern zu können, was mir der Gauleiter heute vertrauens­voll in die Hände gelegt hat. Ich werde meinen ganzen Stolz und Ehrgeiz darin ichen, mich des Vertrauens würdig zu erweifen. Ihnen allen aber biete ich die beite Kameradschaft an, und ich bin gewiß, daß sie

mir erwidert wird. Wir alle sind der festen Ueberzeugung und leben in der Ge­wißheit, daß am Ende unserer Arbeit der Sieg stehen wird, wir wiffen es, weil der Sieg bereits unter uns ist: er heißt Adolf Hitler!

Der Appell schloß mit der Ehrung des Führers, der nicht mehr nur der Führer der Deutschen, sondern darüber hinaus der aller Germanen geworden ist, und den Liedern der Nation. bb

Vorbeimarsch an Kreisleiter Blanke

Nach der Veranstaltung in der Glocke fand in der Holler-Allee ein Vorbeimarsch an Kreisleiter Blanke statt. Auf einem vor dem Kreishaus aufgebauten Podest hatte Kreis­leiter, Blanke mit dem Regierenden Bürger­meister SA.-Obergruppenführer Vöhmcker, Kreisleiter Schümann. Generalleutnant Wag­ner und dem Standortältesten, Konteradmi­ral Kienast, Aufstellung genommen, während lFortietzung aui Seile 2)

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Oben: Der Gauleiter verpflichtet

den neuen Hoheitsträger ' des Kreises Bremen, Pg. Max Schümann, nach dem Abschied von Kreisleiter Blanke (im Bild ganz rechts). Im Hintergrund die Ehrengäste

Unten: Kreisleiter Blanke nimmt züm Abschied den Vorbeimarsch der Politi­schen Leiter, Walter und Warte und der Angehörigen der Gliederungen so­wie der angeschlossenen Verbände ab Aufnahmen: Ciippers (3)