Ausgabe 
(26.9.1942) Nr. 265
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parleiamtiiclie Layeszettung

vos flmtsdlatl des Negierenden Bürgermeisters der Zielen, Hansestadt Bremen

der Nationalsozialisten vreinens

flmtUches verkündungsblatt des Bcichsstattiialte.rs in Bidenburg und Bremen

Nr. 265 ,12. Jahrgang

Lonnabend, 26. September 1942

kmzelpreis 15 Npf.

erscheinen japanischer U-Voote in deutschen 0perationsgebieten / Seestrategische kiicheit der VreierpaktmSchte

Deutsch japamschelullifülilunglmsttlantik

erscheinen japanischer U-Voote in deutschen vperationsgebieten / Seestrategische kinheit dec dreierpaktmächte

kin wichtiges kreignis

B ° r l i n 25. September. Das Oberkommando der . teilt mit: „Im Zuge der gemeinsamen See-

krregfuhrung der Dreierpaktmächte haben japanische Kriegsschiffe mit den im Atlantik operierenden Ver- bänden der Achsenstreitkräste Fühlung aufgenommen. Nachdem deutsche Seestreitkräfte bereits seit dem Ein- treten Japans in den Krieg mit japanischen Einheiten im Indischen Ozean zusammenarbeiten, ist durch das Meinen japanischer U-Boote nun auch erstmalig im Atlantik ein Zusammenwirken auf militärischem Gebiet zustandegekommen. Dieses Ereignis ist in operativer Hinsicht von grundsätzlicher Bedeutung. Eines der ja- pan,,chen Unterseeboote ist nach einem deutschen Stütz­punkt entsandt worden und inzwischen wieder in sein Operationsgebiet ausgelaufen."

Die enge militärische Zusammenarbeit der Achsen­mächte wird durch diese neue Entwicklung der „Schlacht auf den Meeren" erneut bewiesen. Die japa­nische Kriegsmarine hat in ihrem bisherigen Kampf gegen die britische und amerikanische Flotte große Er­folge errungen, die sich in entscheidender Weise stra­tegisch auswirkten und noch weiter auswirken werden. Die Verluste, die die japanische Kriegsmarine dem Aeind bisher zufügte, sind außerordentlich hoch. Die Manische Marineluftwaffe und Einheiten der japani­schen Flotte versenkten nach Mitteilung des Kaiserlich­japanischen Hauptquartiers bisher an feindlichen Kriegsschiffen: 8 Schlachtschiffe, darunter. 6 amerikani­sche; 8 Flugzeugträger, darunter 7 amerikanische; 22 Kreuzer, darunter 14 amerikanische, 5 britische und 3 in britischen Diensten stehende, ehemals holländische. Ferner wurden versenkt eine große Anzahl Zerstörer, Unterseeboote, sowie zahlreiche kleinere Kriegsschiffe. Schwer beschädigt wurden: 5 amerikanische Schlacht­schiffe, 2 Flugzeugträger, 10 Kreuzer und 8 Zerstörer. *

är. IV. seh. Gleichzeitig mit dem Oberkommando der deutschen Wehrmacht hat auch das japanische Haupt­

quartier im Wortlaut nahezu übereinstimmend hie für die ganze Weltöffentlichkeit sensationelle Mitteilung über die aufgenommene Fühlungnahme japanischer. Flottenstreitkräfte mit den Verbänden der Achsenmächte im Atlantik veröffentlicht. Die Bedeutung dieser Tat­sache kann kaum überschätzt werden. Zunächst einmal widerlegt sie schlagend/alle Behauptungen, die in der letzten Zeit von amerikanischer Seite über die Ereignisse im Stillen Ozean und über die dort angeblich ein­getretene Kräfteverschiebung zu ungunsten'der Japa­ner verbreitet wurden. ''Die amerikanischen Niederlagen im Korallenmeer, Lei Midway und im Umkreis der Sa­lomonen wurden in Siege umgefälscht, und man ver­suchte es so darzustellen, als ob die Vereinigten Staa­ten jetzt dabei seien, den Spieß umzudrehen und die Japaner in die Verteidigung zr drängen. Erst in den letzten Tagen sind die Amerikaner wesentlich klein­lauter geworden, nachdem es sich nicht mehr verheim­lichen ließ, daß das Unternehmen der USA. gegen die Salomonen zu einer vollkommenen Pleite geworden ist, während gleichzeitig die Javaner sich in gefährlicher Weise Port Moresby genähert haben. Soeben hat sich sogar das Washingtoner Marineministerium gezwungen gesehen, den Verlust von SS US.A.-Kriegsschisfen seit Pearl Harbour zuzugestehen. Die entscheidenden Ver­luste von Pearl Harbour sind in dieser Zahl also noch nicht einbegriffen. Um das unvermeidlich gewordene. Geständnis schmackhafter zu machen, behauptete das Marineministerium in Washington einfach frech ins Blaue hinein, daß die Japaner erheblich größere Verluste als die amerikanische Kriegsmarine erlitten habe. Eine schlagende Widerlegung dieses Schwindels ist. die Ent-. sendung japanscher Seestreitkräfte in den Atlantik.

Die Japaner dürfen sich heute auf der Linie von den Meuten nach Neuguinea gegenüber allen amerikanischen Angrisfsmöglichkeiten so stark.und sicher fühlen, daß sie einen Teil ihrer Kräfte unbesorgt in den Atlantik ab­zuzweigen vermögen, weil sich dort heute ein wirk­

sameres Operationsfeld gegen den gemeinsamen Feind bietet.-kJn der Veröffentlichung des deutschen Oberkom­mandos wird dich-gruNdsatzliche Bedeutung des Ereig­nisses in operativer Hinsicht unterstrichen. Es ist nicht so, wie es sich Roossoelt einmal'erträumt hat, daß er näm­lich ganz nach »eigenem Gutdünken Zsine Kräfte jeweils nach der einen /»der nach der anderen Richtung kon­zentrieren könnte; um. wie er . es sich ausgemalt haben mag. mit ganzer Kraft seine Gegüer-nacheinander zu er­ledigen. Da er- seit Pearl Harbour im Pazifik trotz alles späteren Siegesgefchreis hoffnungslos in die Defensive gedrängt ist und gleichzeitig entsprechend dem Wunsch des Weltjudentu-ms zunächst all seine Anstrengungen einseitig gegen das nationalsozialistische Deutschland rich­ten soll. so sieht sich heute Japan veranlaßt, den ge­meinsamen Gegüer'auq'auf dem Kriegsschauplatz aufzu­suchen. den dieser selbst zunächst in den Vordergrund stellen möchte. Deutsche Seestrei,Kräfte haben seit Beginn des Krieges mit den Japanern im Indischen Ozean zu­sammengearbeitet und dort das Operationsfeld im Zu­sammenwirken mit den Verwundeten gesäubert. Nun tritt die andere Seite dieser Zusammenarbeit in Er­scheinung. ..

„Kraftvoller kilndedruck"

sp. Tokio, 28. September. Einen kraftvollen Hände- druck zwischen der japanischen Flotte und den Flotten der Achsenmächte, den der Feind stets befürchtete, nennt die Tokioter Zeitung „Asahi" den Beginn der Zusammen­arbeit voickSeestreitkräften Japans mit denen der Achsen­mächte im'Atlantik. ^Sie werde zweifellos zu einer we­sentlichen Stärkung der Schlagkraft führen. ..Nitschi Nitschi" spricht angesichts der kommenden gemeinsamen Operationen deutscher und japanischer U-Boote von einem Wendepunkt des Krieges. Das Blatt begrüßt die Bekanntgabe dieser Tatsache namentlich angesichts des bevorstehenden zweiten Jahrestages des Dreimächte­paktes.

kichenlaul» zum Mtterkreu;

Berlin, 25. September. Der Führer hat dem Oberleutnant Friedrich Karl Müller, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader, das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen KrLuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhastcn Einsatzes im Kamps für die Zukunft unse­res Volkes verleihe ich Ihnen als 126. Soldaten der Deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, (gez.j Adolf Hitler."

Neue Nitterkreujiröger

Berlin, 25. September. Der Führer verlieh das litterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Paul icheuerpflug, Kommandeur eines Jnsanterie-Regi- ients; Oberleutnant d. R. Günther Kilt, Kompanie- iihrer in einem Jäger-Regiment; Oberleutnant Ton- e, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader; Oberleut- -nt Michalski, Staffelkapitän in einem Jagdge- hwader; Wachtmeister Hugo Promozic, Zugführer i einer Sturmgeschütz-Abteilung; Feldwebel Otto teutsche!, Zugführer in einem Infanterie-Regiment. Ferner verlieh der Führer das Ritterkreuz des Eiser- eir Kreuze? an Hauptmann Liesendahl, Staffel- ipitiin in einem Jagdkampfgeschwader.

Hauptmann Frank Liesendahl, am 23. 2. ISIS in Wuppertal- farmen geboren, hat im Kamps gegen England unter ruck- chtAosem. Einsatz seiner Person an der Spitze seiner von ihm iktisch hervorragend geführten Staffel bei Angriffen auf Erd- nd SchisfLzisle bedeutende Erfolge errungen und seine Be- chungen zu höchsten Leistungen mitgerissen. Hauptmann Lie- ndahl, u a. bereits mit der Goldenen Frontflug,pange und em Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet, ist bei einem ngriff auf einen britischen Ichisssverband gefallen.

weiterhin zäher stäuserkampf in Stalingrad

Naumgewinn gegen harinSckig verteidigte Steltungen im Kaukasusgebiet

Aus dem Führerhanptquartier,25. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Kaukasus- Gebiet gewannen deutsche und verbün­dete Truppen im Angriff gegen hartnäckig verteidigte Stellungen weiter Raum und wiesen mehrere Gegen­angriffe ab. Bei der Bekämpfung von Schiffszielen vor der Kaukasusküste wurden zwei Frachtschiffe durch Bom­bentreffer schwer beschädigt. Im Stadtgebiet von Sta- lingrad nahmen die Angriffstruppen in zähem Häu- serkampf weitere befestigte Stützpunkte. Entlastungs- . angriffe gegen die nördliche Abriegelungsfront wurden in harten Kämpfen abgewehrt und dabei 38 Panzer abgeschossen. Flugplätze ostwärts Stalingrad wurden bei Tag und Nacht bombardiert. Nächtliche Bomben­angriffe setzten abermals Oelbehälter bei Saratow in Brand. Im Mündungsgebiet der Wolga und ost­wärts des Stromes wurden zwei Tanker versenlt, zwei Lastkähne beschädigt und ein Munitionszug zur Ex­plosion gebracht. An der Don - Front schlugen italieni­sche Truppen einen llebersetzversuch der Volschewisten über den Fluß ab. Bei Woran es ch wiederholte der Feind seine vergeblichen Angriffe. Im mittleren und nördlichen Frontabschnitt wurden die eigenen Angrisssnnternehmuilgen fortgesetzt. Feindliche Gegen­angriffe und örtliche Angxiffe der Sowjets sudostwarts des Jlmensees brachen im Abwehrfeuer zusammen.

Im östlichen Mittelmeer versenkte ein deutsches Un­terseeboot einen Transportsegler, Britische Bomber I führten in der vergangenen Nacht StörsInge über der

Ost- und Nordsee durch. Nachtjäger schössen ein Flug­zeug, Marineslak und Vorpostenboote fünf britische Flugzeuge ab. Nach wirksamen Tiefangriffen leichter deutscher Kampfflugzeuge bei Tage gegen militärische Ziele an der englischen Südlüste wurde in der ver­gangenen Nacht ein Verkehrsknotenpunkt im Siidwesten der Insel mit Bomben belegt. Bei der erfolgreichen Abwehr starker feindlicher Entlastungsangriffe im Raum von Stalingrad zeichnete sich die Vrandenburgische 78. Infanterie-Division besonders aus."

Leichte deutsche Kampfflugzeuge stießen nach Mittei­lung des Oberkommandos der Wehrmacht am 24. 9. gegen die britische Südküste vor und warfen in über­raschenden Tiefangriffen Bomben auf militärische und wehrwirtschaftliche Ziele in mehreren Orten in der Nähe von Falmouth. Die Bomben riefen in meh­reren Gebäudeblocks heftige Explosionen und Brände hervor. Bei Bordwaffenangriffen auf britische Flak- stellungen wurden mehrere Geschütze zum Schweigen ge­bracht. Leichte Kampfflugzeuge belegten auch die Ver­sorgungsanlagen von Hastings mit Bomben. In der Nacht zum Freitag bombardierten deutsche Kampfflug­zeuge einen wichtigen Bahn- und Straßenknotenpunkt auf der Halbinsel Eornwall im Süden Großbritan­niens. Kurz nach Mitternacht erschienen die Kampf­flugzeuge über dem befohlenen Ziel und warfen ihre Bomben aus geringer Höhe ab. Nach den Vomben- detonationen entstanden zahlreiche Brände.

kuropa auch wirtschaftlich uiyMHreifbar

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

är. v. scli. Berlin, 25. September. Nach der entscheiden­den Schwächung, welche die Kriegsflotten Englands und der Vereinigten Staaten im bisherigen Verlauf o Krieges erfahren haben, ist nunmehr die ostastatische Se - Großmacht in engere operative Zusammenarbeit mit der weitaus stärksten Landmacht der Welt getretwl, >e in drei Jahren Krieg Europa zu einer Militär ch und wirtschaftlich unangreifbaren Festung auszubauen un gleichzeitig in einer mächtigen Unterseebootflotte sich

eine tödliche Waffe gegen den über die Ozeane verlaufen­den Lebensnerv d-er anslo-amerirwnifchen Kriegführung zu schassen vermochte.

Die entscheidenden Auswirkungen des von dieser macht­vollen und fest geeinten Mächtegruppe getragenen A- grifss beginnen sich jetzt immer scharfer abzuzeichnen. E

ist alles ganz, ganz anders gekommen, wie man sich das in London und in Washington vorgestellt hat als man dort noch mit den Begriffen des bequemen und reizen den Krieges operierte. Man glaubt, gegründet al Seeherrschaft, uns noch einmal mit dem Mttt Blockade allmählich abwürgen zu können. Man speku­lierte. daß Deutschland langsam verhungern und Japan

an Rohstoffmangel zugrunde gehen werde Am An,a g des vierten Kriegsjahres aber haben sich dr«.Achsenmächte lN Europa bis an den Kaukasus hrn eine >2^.! e

Kriegsdauer ausreichende Bersorgungsgrundlage ge>cha -.

'en. während gleichzeitig Japan sich die re-chen Rohsio s- quellen des groß-asiatischen Raumes zu sichln

rnren Ausfall die anglo-amerflanische Krregfuhrung in

eine katastrophal steigende Notlage gebracht Hai.

Wir machen uns gar keine übertriebenen Illusionen, betrachten vielmehr die Lage ganz nüchtern l" > ist. Wir wissen, daß der gegenwärtige amerlkaniscpc Lebensstandard über dem Kriegsstandard bei uns 8 > daß die Engländer vielleicht von dem ernen or ­deren Eenuhmittel noch etwas mehr haben als wi, während immerhin schon die Rationssatze für die wü­tigsten Lebensmittel Fleisch, Fett usw. aus erner ahn­

Unverkennbarer Umschwung in unserer Versorgungslage - Urüben^ekl es nachtun,en!

lickien Ebene wie bei uns festgesetzt find. Nun abeÄ schnellen Schiffe seien die Fleischschiffe, die man zum kommt es aanz entscheidend darauf an, nach welcher > Transport von Truppen über den Ozean benötige. ' hüben und drüben die Versorgungslage

wetter entwickeln wird. Da aber steht jetzt eindeutig fest daß bei uns die Linie erreicht und überschritten ist von der aus es nur noch eine Veränderung nach oben «eben kann. während man in England und in den Vereinigten Staaten die Bevölkerung aus wertere ganz einschneidende Senkungen der Versorgungssatze vorberei­ten muß. Auch im Feindlager kommt man um d,e An- erkennunq der Tatsache nun nicht mehr herum, daß Deutschland die gewonnenen gewaltigen Gebiete, ore bisher den Gegnern zur Verfügung standen, ,n steigen­dem Maße für sich selbst nutzbar zu machen we-g und daß damit eine große und entscheidende Wende in die­sem Krieg eingetreten ist.

So muß die amerikanische Agentur llnited Preß be­kennen. daß „die allgemeine Ernährungslage für die Achsenländer und das besetzte Europa besser als je im vergangenen Jahre ist." Es wird von unterrichteten Stellen in Washington, so heißt es in dieser Darstel­lung weiter, vor der Auffassung gewarnt, die Achsen­mächte würden im Laufe des Winters am Ende sein. Der verstärkte Anbau habe eine Vergrößerung der Nahrungsmittelratiönen gestattet und gleichzeitig sei es den Deutschen gelungen, die Erntearbeltin m be­trächtlichen Räumen des ukrainischen Eetreldegebietes durchzuführen. Wieder also muß eine Illusion zu Grabe qetragen werden, die in den anglo-amerttamschen Kriegsspekulationen bisher eine überragende Rolle ge- 'wielt hat. Umgekehrt mußte Reu er dem englischen Publikum eine bittere Erklärung übermitteln, die der Ernährungsminister Lord Woolton gestern in Edin­burgh abgegeben hat und in der es heißt daß in den nächsten 12 Monaten „unvermeidlich.' und sehr be­trächtliche Veränderungen Hmsichilich, der Erna^ung ointteten würden. „England >es, so sagte Lord Wool- wn nicht knapp an Brot. aber er mochte daß die Leute"mehr Kartoffeln essen^ um den zum Transport von Brotgetreide benötigten Schiffsraum zu sparen. Dte

Darum solltet: die Hausfrauen versuchen, aus Käse so v.iel Kraftstoffe wie aus dem Fleisch herauszuholen.

Wie gesagt, wir geben uns nicht der törichten Täu­schung hin, daß England bereits unmittelbar vor dem Zusammenbruch seiner Versorgung stehe, aber ganz we­sentlich und entscheidend ist, daß von jetzt ab die Ent­wicklungsrichtung bei uns und bei den Gegnern in dem Sinne auseinandergeht, daß bei uns eine Verände­rung nur noch eine solche zum Besseren sein kann, während im Feindlager die Kurve künftig weiter und immer steiler nach unten abzufallen droht. Von den sowjetischen Rationen, die jetzt von einer englischen Nachrichtenagentur bekazmtgegeben wurden, kann in die­sem Zusammenhang vergleichsmäßig schon kaum noch gesprochen werden.

Nach den britischen Angaben, die auf Meldungen aus Moskau beruhen, erhält der Normalverbraucher in der .Sowjetunion für vier Wochen 200 Gramm Fleisch, ''der Schwerstarbeiter 2200 Gramm. In Deutschland ste­hen für den gleichen Zeitraum dem Normalverbraucher 1200 Gramm, dem Schwerstarbeiter 3400 Gramm zur Verfügung. An Butter. Margarine, Rohsett usw. soll der Durchschnittsbürger der Sowjetunion 200 Gramm für vier Wochen erhalten. In Deutschland, das nach dem Wollen unserer Feinde dem Hungertode nahe sein sollte, stehen dem Normalverbraucher in vier Wochen 825 Gramm Fett, dem Schwerstarbeiter 2290 Gramm Fett gegenüber angeblichen 800 Gramm Fett. die der sowjetische Schwerstarbeiter erhalten soll, zur Verfü­gung. Zucker, der gemessen an der Weite der sowje­tischen Rübenfelder in Fülle vorhanden sein müßte, unterscheidet sich in der den Bolschewisten zur Ver­fügung stehenden Mengen gleichfalls von der deutschen Zuteilung. 200 Gramm sollen an den Durchschnitts- uerbrauchcr in der Sowjetunion ausqeliefert werden. Dem Schwerstarbeiter in den bolschewistischen Rüstungs­werken sollen 500 Gramm für vier Wochen zur Ver- (Fortsetzung auf Seite 2)

Quisling und seine Partei

Der norwegische Ministerpräsident Quisling verkün­dete am Freitag anläßlich des achten Parteitages der Nasjonal Sämling die Errichtung eines Reichsthing als politische Volksvertretung Norwegens.

Es scheint, als träte in der Auffassung der Norweger der 25. September in den Wettstreit mit dem 17. Mai. Am 17. Mai beging Norwegen bislang die'Lösung aus der dänischen Abhängigkeit im Jahre 1814 als Natio­nalfeiertag. Mit schmetternden Märschen zogen an diesem Tag früher in Stadt und Land die Kapellen der Eutte- musik durch die Straßen, die den Voyscouts bis auf den letzten Uniformknopf ähnelnden Speiher und Spei- derpiker, die männlichen und weiblichen Pfadfinder, hatten ihre Umzüge, man trug den guten Anzug und die Honoratioren vom Zollinspektor an aufwärts den Zylinder, die Prohibition war für 24 Stunden aufge­hoben, und viele Betrunkene freuten sich demnach auf ihre Weise des Festes. Einem kritischen-Betrachter kam die Leere der Gebräuche peinlich zum Bewußtsein, der vielleicht nie ganz begriff, wie unter einem dänischen Prinzen, der als englischer Schwiegersohn König von Norwegen geworden war, die Befreiung von Däne­mark gefeiert werden konnte, die auf dem Umweg über die Personalunion mit Schweden zu einer engeren Ab­hängigkeit von England geführt hatte. Doch das waren norwegische Angelegenheiten.

Wenn jetzt der 25. September eine größere Bedeu­tung gewonnen hat, so mögen das in erster Linie wieder die Norweger untereinander abmachen. Sie wer­den jedoch das freundschaftliche Interesse verstehen, mit dem man in Deutschland diese Entwicklung betrachtet. Der 25. September 1940 ist, um ein vergleichbares Wort für ihn zu finden, der Tag der Machtergreifung für Quislings Partei. Vor zwei Jahren kam an diesem Tag die Nasjonal Sämling mit den Kom­missarischen Staatsräten an die Regierung. Daß es nicht durch eine norwegische Volksbewegung, sond-rn unter dem Druck der Notwendigkeit und mit der Billi­gung eines deutschen Reichskommissaxs geschehen mußte hatten König, Parlament und Regierung verschuldet; als sie der deutschen Besatzungstruppe den Krieg erklärt und nach ihrer Niederlage die Flucht -us ihrer Ver­antwortung nach England angetreten hatten.

Ouisling war die llltima Ratio des Heimattreuen Norwegertums geblieben. Die Zeit zwischen dem 9. April, als die ersten deutschen Soldaten auf norwegischem Bo­den landeten, und dem 25. September, als Reichskom­missar Terboven den Staatsräten ihren Auftrag über­gab, hatte die Probe aufs Exempel gemacht.

Mdkun Ouisling, der norwegische Pfarrevsohn aus Vauerngeschlecht. der aktive Offizier, der Kenner bolsche­wistischer Verhältnisse aus jahrelanger Tätigkeit im Nansenkomitee für die hungerstevbende Ukraine, der zeit­weilige Kriegsminister des norwegischen Königs, der nachmalige Parteiführer, in seiner politischen Entwick­lung insgesamt ein Mann, der mit Recht von sich sagen kann, „daß er zwar kein Prophet sei, daß aber doch alles eingetroffen sei, was er je vorher gesagt habe" war vor dem 25. September mit größerer Machtflllle schon einmal Chef der norwegischen Regierung gewesen. Das war am 9. April 1940, als er gegen König, Regierung und Storting als einziger die Einsicht hatte, daß gegen Deutschland kein Krieg zu führen, sondern Frieden zu halteu das wahre norwegische Interesse war. Als Schloß und Regierungsgebäud« in Oslo verwaist standen, hatte er sich zum Sprecher der norwegischen Belange gemacht ein« nationale Regierung gebildet, die Mobilmachung widerrufen und die Norweger aufgefordert, sich u-m ihn zu scharvn, „um zu retten, ioas noch zu retten ist."

Die geflohenen Größen verstanden jedoch, ihre Bereit­willigkeit zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts von der Entfernung Quislings abhängig zu machen. Da der neue Mann keine eigenen Belange, sondern nur das Wohl seines Volkes im Auge hatte, trat er am 16. April wieder zurück. Daß der König und seine Minister Ny- gaüdsvold und Koht trotzdem nicht daran dachten, dem Reich die Hand zu bieten, scheint nachträglich bei den bekanntgewordenen Einzelheiten ihrer britischen Be­ziehungen selbstverständlich.

Ün Norwegen begann ein Interregnum. Ohn« An­maßung kann von deutscher Seite behauptet werden, daß der vom Führer in erster Linie zur Wahrung der deutschen Interessen eingesetzte Reichskommissar auch die inneren Verhältnisse Norwegens vor dem Chaos ge­rettet hat. Wohl gab es Dutzende von Cliquen, Hun­derte von Strömungen, Tausende von Interessenten, die auf die verwaisten Regierungssessel Ansprüche erhoben, aber keinen, der bereit war, die schwere Verantwortung einer Regierung unter solchen Umständen voll zu über­nehmen. Die Departements waren nicht ausgelost, aber ohne. Leitung, die letzte Verfassungsgewalt, das Höchste Gericht, fand keinen Mut zu einer Entscheidung, der

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In Stalingrad ist nach wie vor ein erbitterter Häuserkamps im Gange.

Bei Entlastungsangriffen gegen die nördliche Ab­riegelungsfront verloren die Sowjets 38 Panzer. Gegen hartnäckig verteidigte Stellungen im Kau­kasusgebiet erzielten unsere Truppen weiteren Raumgewinn.

Die Italiener schlugen einen llebersetzversuch der Volschewisten über den Don ab.

Japanische Unterseeboote operieren nunmehr auch im Atlantik vnd unterstreichen damit die operative Einheit der Dreierpaktmächte.

Während in unserer Versorgungslage ein unver­kennbarer Umschwung eingetreten ist, müssen die Sowjets den Rationicrungsbogen überspannen.

Die Sonderzuschlüge für Brotgetreide und Gerste sind verlängert worden.

Die Gültigkeit der Reichskleiderkarte wurde bis zum 38. Juni 1944 veÄsngert.