Ausgabe 
(22.9.1942) Nr. 261
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parliricmrttrctie

das flmrsdlalk des Negierenden vürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

der Narionalsdzialisten. vremens

flmtlicffes verkündungsblatt des Ncictssstatttialkers in Oldenburg und Nremen

Nr. 261 , 12. Jahrgang

Dienstag. 22. September 1942

Linzelpreis 16 Nps.

Neue Erfolge am lerek und in Stalingrad

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knllastungsangriffe der Sowjets nördlich der Wolgafestung zusammengebrochen

Durch Minenfelder eine Sasse

Berlin, 21. September. Zu den Kämpfen an der Tcrek-Front und vor Stalingrad teilt das Oberkom­mando der Wehrmacht ergänzend mit: Am Terek brachte der deutsche Angriff am 2». September weitere Er­folge. Panzertruppen stürmten nach hartem Kampf die für die Fortsetzung des Kampfes wichtige Ortschaft Madimirowskij ostwärts des Terek-Flusses äs der Bahn­strecke Maiiskij Ordshonikidse. Trotz hartnäckigen Wi­derstandes in zum Teil tiefgegliederten und durch zahl­reiche Minen verseuchtem Gelände war der Feind in seinen gesicherten und stark ausgeÄmten Stellungen der stürmenden deutschen Infanterie sticht gewachsen. In diesen Kämpfen wurden allein im Abschnitt einer Divi­sion über 1ÜÜ0 Minen aufgenommen. Nach Durchbruch durch diese Stellungen lind Ueberwindung eines Sumpf­geländes stiegen die deutschen Truppen weiter nach Sü­den vor und erstürmten die Stadt Terek am Ostufer des Terek.

In Stalingrad gewannen die Angrisfstruppen gegen hartnäckig verteidigte Widerstandsnester weiter Boden. Beim Räumen einer starken 2V» Meter langen Minen­sperre gelang es einer Pionier-Kompanie trotz unaus­gesetzten heftigen Veschnsses innerhalb 38 Stunden 1581 Minen der Bolschewisten unschädlich zu machen.

Der Umsicht des Kompaniesührers und der Tapfer­keit seiner Pioniere war es zu verdanken, daß ohne größere Verluste eine Easse geschaffen wurde für die vordringenden Infanteristen und Panzer. Gegen die Riegelstellung nördlich von Stalingrad rannten die Bolschewisten mit starken Kräften weiter an. Die Ent­lastungsangriffe wurden in erbitterten Kämpfen unter schwersten Feindverlusten abgeschlagen.

Deutsche Kampfflugzeuge richteten den Schwerpunkt gegen die Widerstandsnester und Bunker in der Stadt­mitte. In den feindlichen Vatteriestellungen brachten Sturzkampfflugzeuge elf Geschütze zum Schweigen. Schlacht- und Zerstörerflugzeuge bekämpften die angrei­fenden Bolschewisten an der nördlichen Riegelstellung mit nachhaltiger Wirkung., In Luftkämpfen schössen deutsche Jäger 10 bolschewistische Flugzeuge Lei zwei eigenen Verlusten ab, sechs weitere feindliche Flugzeuge würden von der Flakartillerie zum Absturz gebracht.

Die Reste des im nördlichen Eismeer von der deut­schen Luftwaffe durch U-Boote zerschlagenen britisch­amerikanischen großen Eeleitzuges wurden am Sonn­tag trotz schwierigster Wetterlage noch hinter der Dwina- Bucht im Bereich der bolschewistischen Küste verfolgt und von deutschen Kampfflugzeugen mit Bomben be­legt. Trotz starker Abwehr, die von Land aus durch bolschewistische Flakbatterien aller Kaliber beim Au­slug der deutschen Kampfflugzeuge einsetzte, stürzte sich die „Ju 88" auf die Handelsschiffe. Ein Frachter von

Neue Nitterkreuztrüger

Berlin, 21. September. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberstleutnant Joachim Entmann, Führer eines Panzergrenadier- Regiments,' Major Karl Eöbel, Bataillonskomman­deur in einem Infanterie-Regiment; Oberleutnant Wai- demar von Gazen, genannt Gaza, Kompaniechef in einem Panzergrenadier-Regiment; Oberfeldwebel Süß, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader.

I 8000 VRT. wurde von einer schweren Bombe getroffen I und geriet in Brand. Ein anderes Handelsschiff von I über 4000 VRT. erhielt zwei Volltreffer schwerer Kali­ber mittschiffs und blieb Mit starker Rauchentwicklung liegen. Auf einem weiteren Frachter gleicher Größe

detonierten zwei Bomben auf dem Heck. lieber der Dwina-Bucht kam es zu Lustkämpfeu mit feindlichen Jägern, in deren Verlauf ein bolschewistisches Jagd­flugzeug von der Besatzung eines deutschen Kampfflug­zeuges abgeschossen wurde.

Stadt lerek und Madimirowskij genommen

fluch die Neste des NorSmeergeleilzuges gefaßt

Aus dem Fiihrerhauptq'uartier, 21. Sep­tember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Am Terek wurden nach Ueberwindung schwie­rigen und verminten Geländes die wichtigen vom Geg­ner zäh verteidigten Städte Terek und Wladi- mirowskij im Sturm genommen. In einzelnen Stadtteilen Hon Stalingrad, das der Feind unter Zuführung neuer Kräfte verzweifelt zu halten verflicht, sind noch erbitterte Stragenkämpse im Gange. Erneute Entlastungsangriffe gegen die Riegelstellung nördlich der Stadt brachen verlustreich zusammen. Bei Sara- tow warf die Luftwaffe Tanklager an der Wolga in Brand. Nordwestlich Woronesch scheiterten wieder meh­rere feindliche Angriffe. Auch südoftwärts des Jlmensees und südlich des Ladogasees wurden wiederholte Angriffe der Sowjets durch zusammengefaßtes Feuer aller Waf­fen unter schweren, blutigen Verlusten zerschlagen. Die Luftwaffe versenkte auf dem Ladoga-See ein Fracht­

schiff, ein weiteres Schiff wurde beschädigt und ein Ve- wacher in Brand geworfen. Deutsche Kampfflugzeuge be­kämpften gestern in der Dwina-Bucht bei Archangelsk trotz besonders schwieriger Wetterlage die Reste des britisch-amerikanischen Eroßgeleits. Drei Handelsschiffe wurden mehrmals getroffen. — In Nordafrika griffen Verbände der deutschen Luftwaffe feindliche Kräfte an der El-Alamein-Stellung und im südlichen Wüstengebiet mit Bomben und Bordwaffen ani Vier britische Jäger wurden in Luftkämpsen abgeschossen. — In der Zeit vom 9. bis 2». September verlor die bri­tische Luftwaffe 189 Flugzeuge, davon 46 über dem Mittelmerr und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 22 eigene Flugzeuge verloren. — In den Kämpfen im Raum von Stalingrad schoß eine pommersch-westprenßifche motori­sierte Infanterie-Division bei der erfolgreichen Abwehr starker Entlastungsangriffe des Feindes an einem Tage 129 Sowjet-Panzerkampfwagen ab."

veneralfeldmarskkall Keitel SS lakre alt

kine glänzende Soldatenlauibalzn: Vom Fahnenjunker bis zum VeneralfeiSmarschall

Berlin, 22. September. Der Chef des Oberkomman­dos der Wehrmacht, Ecneralseldmarschall Wilhelm Ket­tet, vollendet am 22. September 1942 sein 8». Lebens­jahr.

Eeneralfeldmarschall Keitel entstammt einem alten niederfächsischen, der Scholle, eng verbundenen Geschlecht; auf dem väterlichen Hof in Hclmscherode bei Eanders- heim wurde er am 22. September 1882 geboren. Er boe gann seine erfolgreiche Solßatenlaufbahn 1901 nach be­standener Reifeprüfung als Fahnenjunker im nieder- sächsischen Feldartillerie-Regiment Nr. 46 in Wolsenbüt- tel. Als Regimentsadjutant dieses Regiments rückte er 1914 in den Weltkrieg, erhielt für seinen Einsatz in der Marneschlacht das EK. I und wurde bei Reims ver­wundet. Als Hauptmann führte er im Winter 1914/16 eine Batterie seines Regiments. Im Frühjahr 1915 wurde Hauptmann Keitel in den Eeneralstab des X. Re­servekorps versetzt, das in den Vogesen. in Ealizien und in Serbien und 1916 vor Verdun kämpfte. Vom Som­mer 1916 an war er Eeneralstabsoffizicr zuerst einer Division an der Westfront, und dann seit Dezember 1917 des Marinekorps in Flandern unter Admiral v. Schrö­der, 1916 wurde Hauptmann Keitel mit dem Hausordcn von Hohenzollern ausgezeichnet. Nach der Teilnahme an Freikorpskämpfen gegen die Polen in der Provinz Posen in das Reichsheer übernommen, fand er zunächst als Lehrer an der Kavallerieschule Hannover Verwen­dung und führte dann eineinhalb Jahre als Batterie­chef die Traditionseinheit seines alten Regiments, 1925 wurde er in das Reichswehrministerium versetzt. Von 1927 bis 1933 stand Keitel, zum Oberst befördert, au

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der Spitze der Organisationsabteilung im Truppenamt, wie der Gencralstab des Heeres damals hieß. In dieser (Fortsetzung auf Seite 2)

Seleitzugschlag - Katastrophe für die Moskauhilse

Sie „Selbstmordgrube" im Nördlichen kismeec — Vritisch-amerikanische stbsagen auf die stilferufe Moskaus

Drahtbericht.unserer Berliner SKriftleitung goe. Berlin, 21. September. Während die Kämpfe » der Ostfront bei Stalingrad und im Kaukasus er- ckgrcich weitergehen, fetzen unsere U-Boote und die uftwasfe das Werk der Vernichtung feindlicher Schiffe a Atlantik und im Nördlichen Eismeer ununterbrochen nt. Wenn diese Aktionen gegen die gegnerische Ver- rgungsfchifsahrt auch nicht im Stile eines Blitzkrieges >r sich zu gehe« vermag, so wußten wir doch stets, dag >re Ergebnisse aus die Dauer um so tödlicher für den eind würden. Ein erstes Anzeichen d,e,es Ersolgs eilt das am Sonntagabend, also alsbald nach der mischen Sondermeldung über den bisher grogteii Ge- itzugschlag, der England traf, gegebene Eingeständnis !s Ersten Lords der britischen Admiralität, Alexander, >r, der zu den durch die enormen Schiffsverluste auf- uvorfenen Problemen Stellung nahm und dabei in uadezu sensationeller. Form feststellte, dag unter den :gebcnen Umständen die Errichtung einer Zweiten ro»t, auch wenn sie noch so dringend gefordert wir», n Ding der Unmöglichkeit darstellen mug.

Es ist unschwer zu erraten, welche ernste folgen die- s hier offiziäl eingestandenen Versagens der Angel- chicn nach sich ziehen muß, und zwar nicht nur hm- htlich der Entlastung und Versorgung ihres jowicti- icn Verbündeten, sondern vielleicht noch mehr im Hin- :ck auf die zunehmende Spannung summen England rd den Bolschewisten. Eine Rettung zur die Anglo- merikaner aus diesem Dilemma erscheint ,edoch um ,o limöglicher, als Churchill bereits in seiner letzten Rede .e Größe des Tonnageschwundes mit der beinahe er­benden Mitteilung zugeben mußte, daß er bereits mner gezwungen war, von Roosevelt Tonnage zu er- Nieln, um Truppen nach Nordafrika überfuhren zu innen. Was gar die Hilfe an die Sowjets amielangt, geh: deren Unmöglichkeit aus nichts deutlicher yer- -r als aus der Mitteilung eines USA.-Marine- rechers, der dem offiziellen Pregedienst des Flotten- inisteriums angehört und der erklärte, bei den wla- rialsendungen nach den Eowjethäfen im Eismeer gehe n Durchschnitt mehr als die Hälfte der eingelegten onnaae verloren. Aus den Mitteilungen des ,

ebl jedoch hervor, daß selbst dieses Eingeständnis noch. pincr eine ausgesprochene Schönfärberei darstellt, da >« in den letzten Monaten auf dieser Route nach der, Sowjetunion geschickten beiden Eeleitzüge so gui wie

hundertprozentig dein Verderben anheimfielen. Daß diese Tatsache auch den Engländern nicht unbekannt ist, zeigt das Wort der britischen Nachrichtenagentur „Ex­change-Telegraph", sie bereits nach der ersten Eeleit- zugkatastrophe im Eismeer die nördliche Verbindungs­linie zu den Sowjets eine „wahre Selbstmordgrube" nannte.

Die Auswirkungen dieses Versagens der Briten und Amerikaner in Moskau sind zur Zeit Gegenstand zahl­loser Debatten im feindlichen Lager. Noch niemals war das Hin und Her über die Zweite Front dermaßen aufgeregt, noch nie auch war der Ton, in dem er sich abspielte, so scharf wie heute. Was in den Herzen der Sowjets dabei vorgeht, zeigt am besten die Aeußerung Wendel! Willkies über seinen Aufenthalt in der Sowjet­union. Willkie erklärte wörtlich: „Die Zweite Front ist für das-russische Volk fast zum Symbol der Hilfe geworden, auf die es seinem Gefühl nach von feiten Englands und Amerikas Anspruch zu haben glaubt. Ich wurde über fünjzigmal über die Zweite Front gefragt." Es ist äußerst bezeichnend für die Stimmung in Sowjet­rußland. wenn die scharfe bolschewistische Ueberwachung es gewissermaßen jedermann gestattet, den Abgesandten Roosevells mit dringenden Frage» über die Zweite Front zu bebelligen/auf die er doch niemals eine be­friedigende Antwort erteilen kann. Wie wenig man in der Tat sowohl in London wie in Washington daran denkt, den Bolirhemisten die io dringend erbetene Hilfe zu gewähren, geht eindeutig aus einer Auslassung der „Rewyork Times" hervor, die in ziemlich unhöflichem Tone Stalin nunmehr um Ruhe bittet und ihm in aller Form erklärt: ..Wir sind noch nicht so weit. wir müssen Zeit und nochmals Zeit haben." Die Aeußerung der „Rewyork Times", die immerhin die größte Zei­tung der USA. ist, entbehrt nicht eines geradezu bru­talen Zynismus, da die Zeitung wörtlich sagt: ..Wenn auch russische Männer und Frauen in den Straßen Sta­lingrads für die USA. kämpfen, io berechtigt doch nichts zur Hoffnung auf eine Zweite Front, solange die Vor­bereitungen dazu noch nicht abaeichlosscn sind." Auch im neutralen Ausland ist diese Frage nach der Zweiten Front Gegenstand unverblümter Aeußerungen über den Wen der britischen Hilie. Man erklärt kier. daß auch dir Sowscts nun an der Reibe seien, darüber beleb.'! w werden daß der Glaube an Enaland stets trügt. Einst sei Polen auf die britischen Märchen von deutschen

Holzkanonen und Papptanks hereingefallen, dann seien Paris, Oslo, Den Haag, Brüssel, Belgrad und Athen zu den Opfern der britischen Versprechungen geworden, nun fei es soweit, daß die Bolschewisten erfahren müß­ten, wohin der Glaube an England führt. England tat alles, um das Zutrauen der Sowjets zu erlangen, die seine letzte Ehance darstellten. Desto verheerender wirke heute der Rückschlag. „Während das Gebäude der Roten Armee in Stalingrad in Schutt und Asche sinkt, steigt der Zweifel an England nun auch bei den Bolschewisten auf."

In der Tat finge» London und Washington der Stadt Stalingrad bereits den Schwanengesangs während der Diktator im Kreml die Bolschewisten zum zwecklosesten aller bisher gebrachten Vlutopfer auffordert. Selbst in London betrachtet man den Ausgang dieser Schlacht nur noch als eine Zeitfrage, trotzdem frische Truppen aus Westsibirien in den Kampf um die Festung ein­gesetzt wurden. In der Londoner Presse wird zum Aus­druck gebracht. - daß der verbissene Widerstand der Sowjets wohl vor allem durch das Fehlen jeder Rück­zugsmöglichkeit aufrechterhalten werde. Wie die Ver­fassung der bolschewistischen Truppen heute aussieht, geht aus einer Meldung hervor, wonach zur Aufrecht­erhaltung der Disziplin eine starke Erhöhung des Be­standes an politischen Kommissaren verfügt werden mußte.

„Dagens Nyhctcr" nennt die bolschewistischen Vcr- inchc eines Gegenangriffes „Stalins eigene Offensive" und meint, daß die Situation der Sowjets ganz gewiß leinen Grund zu der Annahme liefere, daß Stalin mit dieser Aktion Erfolg haben könne. Dagegen sei das Ziel der deutschen Offensive bereits jetzt erreicht, da die bedrängten sowjetischen Kaukasus-Armeen von der übri­gen Sowjetunion abgetrennt seien. Ob Stalingrad mor­gen oder übermorgen falle, könne an dieser Tatsache nichts mehr ändern. Aber auch in London täuscht man iich nicht über die Schwierigkeiten, vor der sich die Bol- iihewiitcn nun gestellt sehen, um so mehr, als den Sowjets/ bereits im letzten Winter die Lcbcnsmittcl fehlten. Die Zeitung „Pa" erklärt: „Ebenso sicher, wie Rußland im lommcnden Winter eine schwere Hunacrs- not erleiden werde, ebenso werde darauf im Frübiahr ein entsetzlicher Durst folgen, — Durst nach Petroleum, der siir die Armee gefährlicher sein wird als der Hun­ger für das Voll."

Lee Ackere

Von

Xonlsisctmiis! L-sciow

Die feindlich« Stimmung und Kriegsbetrachtung ist beherrscht von dem Verlangen nach „gemeinsamem Krisgsplan und Oberbefehl". Der erste Teil dieses Wunsches muß befremden, da England praktisch seit 1936 für diesen Krieg rüstete, sich also doch wohl auch strategische Gedanken darüber machen mußte, da ferner die Verständigung mit den USA. schon feit 1939 be­steht und diejenige mit der Sowjet-Union — wenn man Stafford Eripps Glauben schenken kann — fast ebenso­lange. Jedoch die seitdem verflossenen Zeiträume haben anscheinend nicht zur operativen Einigkeit geführt. Ein Hauptgrund ist zu sehen im verfehlten Aufmarsch, der nach Elaujewitz im Verlauf eines Krieges nur sehr schwer zu berichtigen ist. England glaubte an Seemacht und Wirkung der Blockade, unterschätzte die Luftwaffe und das U-Boot und überhaupt die Kampfkraft der Achse, ließ sich — ebenso wie die USA. — durch absurde Diplomatenberichte über die innere Widerstandskraft des Reiches unterrichten, und beide ließen sich durch die blitzartigen Siege der .Achse, die Erweiterung unseres Versorgungsrauches und durch Japans Kriegseintritr völlig überraschen. Der bescheidene erste Operationsplan war damit zerstört, seine Ergänzung durch die Einbe­ziehung Sowjctrußlands führte nicht zum Ziel. sondern zu dem unerwUnfchten Zwang. Kriegsmaterial in großen Mengen dorthin zu dirigieren, zu Lasten der eigenen Aufrüstung.

Heute stehen die Feinde vor einem strategischen Trümmerfeld, alle Flankenangriffe im Norden, am Bal­kan, in Nordafrika und an der Atlantikküste sind ge­scheitert. In keinem Falle ist es ihnen gelungen, den Schwerpunkt des Krieges dorthin zu verlagern, wo sie ihre. volle Kraft einsetzen können. Vielmehr ist diese Kraft seither zersplittert und wird immer wieder durch die Initiative der Dreierpaktmächte weiter zerlegt. Aus dem geplanten großen Einbruch über Flandern wurde die chanzösksche Niederlage und Dünkirchen, aus den 30 Divisionen der Hilfsvölker am Balkan und dem Maiich auf Wien die Angst um Aegypten, und aus der bolsche­wistischen Dampfwalze die Krisenserie im Kaukasus, in Iran und dem Nahen Orient. Als die Japaner über Burma nach Indien vordrangen, zog man Truppen vom Iran dorthin ab, heute rufen die Jranfront und Indien nach Verstärkung. Die USA., die Japan hin­zuhalten und alle Kraft auf die Atlantikfront zu ver­wenden beabsichtigten, sehen sich zur Doppelfront und von den Aleuten bis zu den Salomon-Jnseln zum Ein­satz gezwungen, zur Küstenverteidigung von Alaska bis zum Pauamakanal. Und schließlich ist da noch der iso­lierte Bär im Spiel, Tschungking, von dem man er­wartet hatte, daß er allein Japans Kampfkraft binden würde und der jetzt vergeblich nach Flugzeugen und Waffen ruft. .Alles das aber wird überdeckt von der Schiffsraum- und Transportfrage, die sich trotz allen Zahlenjonglierens mit „verbessertem Abwehrerfolg" mit bestellten, halbfertigen und fertigen Schiffen zum stra- ieg-.ichen Engpaß Nr. 1 ständig stärker auswächst und durch die Sorgen um Stahl, Oel und Kautschuk noch ergänzt.wird.

Solchen Problemen und weltweit auseinanderliegcn- den Aufgaben gegenüber zu einem einheitlichen Kri'cgs- plan zu gelangen, wäre schon schwierig oder hoffnungs­los genug, wenn eine einheitliche Kriegsauffassung zu- grunde läge. Die Spitzenbegegnungen im Atlantik, in Washington und Moskau haben eine solche nicht zu er­zeugen vermocht. Die USA. gehen letzten Endes unbe­kümmert um britische Gefühle auf die große Erbmasse aus dem englischen Weltreich aus. Ihnen ist die afrika­nische Rohstoffkammer wichtiger als die englischen In­seln und Australien, die man freilich beide als Sprung­brett und Flugzeugträger erhalten muß. Sowjetrußlnnd gegenüber hat man bei aller äußeren Verbundenheit die stärksten inneren Vorbehalte, immer noch am besten wie­dergegeben durch Minister Braüazon: „Sollen sie sich gegenseitig auffressen". Wohin also die „Konzentration der Kraft" lenken, wenn die Invasion in Europa so aussichtslos ist, wenn die Sowjets ebenso wie Tschung­king und Australien Hilfe verlangen, und die Rückerobe­rung der ostasiatischen Rohstoffe ebenso drängt, wie alles andere? Roosevelt zwar ist nie verlegen. Er weiß „min-

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Terek und Wladimirowfkij wurden im Sturm ge­nommen.

Erneute Entlastungsangriffe der Sowjets nördlich Stalingrad brachen zusammen. Starke Minensperren wurden in der Stadt ausgeräumt und den vor­dringenden Panzern sowie der Infanterie eine Gaffe geschaffen.

Auch bei Woronesch, am Jlmenfee und am Ladoga­see zerschlugen unsere Truppen bolschewistische An­griffe.

Bei der weiteren Bekämpfung des britisch-amerika­nischen Eroßgeleits wurden in der Dwina-Bucht , drei Handelsschiffe mehrmals getroffen.

London schrieb Stalingrad bereits als strategischen Faktor ab.

Lord Halifax, Britanniens Botschafter in Washing­ton, offenbarte in einer Rede den anglikanischen Eciftcstiefstand.

Kencralfeldmarfchall Keitel begeht heute feinen 6». Gcburlstag.

Die Wahlen in Schweden zeigen im Anwachsen der kommunistischen Stimmen die Folgen allzu leicht­fertiger Nachsicht gegenüber dem Bolschewismus.

Auf einer Ärbeitstagung der Kauamtsleitcr und Krcislcitcr im Blockhaus Ahlhorn verabschiedete GaulcUcr Wcgencr den nach München berufenen Ga: !:absamtsleiter Walkciihorst.

D e Llopd Dynamowerke widmen der Schulung des Nachwuchses besondere Aufmerksamkeit.