Ausgabe 
(20.9.1942) Nr. 259
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parliriamtkctiL Lcryeszoiiung

vos flmtsdlatk des Negierenden vürgermclslers der Zielen Hansestadt vremen

W

üev Narionalsozial-isteri. Vremens

flmtliches verkündungsbiatt des Neichsstattstalkers in Oldenburg und Bremen

Nr. 2S9 , 12. 7afirgang

Sonntag, 20. September 1942

Linzeipreis 15 Npf.

Sowjetischer Seneralstabschef fiel in deutsche fiand

Lo» ülvn Xämptsn um ä»s ^VoLyakssts Lslsvktsstanä s»nsr kolsoksvLstisvkon Lrmss genommen

LLaUngraü» vntsoksiäsncZI iür <Us Qesamtlage unserer keinäe / Lnglanäs Lsärängnis «rävkst

Berlin, 19. September. Zu den Kämpfen vor Sta­lingrad teilt das Oberkommando der Wehrmacht im einzelnen mit: Der Angriff auf Stalingrad brachte auch am 18. September weitere Fortschritte. In zähen Häu- serkämpsen wurde eine Anzahl Widerstandsnester ver­nichtet und Schritt für Schritt weiter Boden gewonnen. Vorgehende deutsche Infanteristen stiegen auf bolsche­wistische Bunker, die gut getarnt bis zu 15 Meter Tiefe in die Erde hineingetrieben waren. Drei befestigte An­lagen waren sogar zu zweistöckigen Bunkern ausgebaut und dienten einer bolschewistischen Armee als Gesechts- stand; Pioniere überraschten ihn. Der bolschewistische Oberbefehlshaber konnte in letzter Minute dem deut­schen Zugriff entwischen, sein Generalstabschef mit allen Offizieren und Hilfskräften geriet in deutsche Gefangen­schaft.

Von Norden her unternahmen die Bolschewisten gegen die deutsche Riegelstellung einen örtlichen Entlastungs­angriff. Nach trommelfeuerartiger Artillerievorberei­tung ging der Feind in großangelegtem Angriff mit starken Jnfanterieverbänden und über 150 Panzer- lmpfwagen gegen die deutsche Stellung vor, Er wurde unter schwersten blutigen Verlusten zurückgeschlagen. An einer Stelle gelang es ihm mit massierten Kräften einige Kilometer tief in die deutsche Abwehrstellung einzudringen. Die Einbruchsstelle wurde sofort abge­riegelt und die vordringenden Bolschewisten würden in konzentrischem Gegenstoß zum Stehen gebracht. In har­ten Nahkämpfen wurde der Feind dann wieder zurück­geworfen, so daß bei Einbruch der Dunkelheit die deutsche Abwehrstellung überall wieder in deutscher Hand war. Bei diesen erbitterten Abwehrkämpfen verlor der Feind 120 Panzerkampfwagen, zahlreiche Bolsche­wisten mußten/den Weg in die Gefangenschaft antreten. Der mit stärksten Kräften durchgeführte Versuch, die deutsche Riegelstellung im Norden Stalingrads zu durchbrechen, scheiterte an der vorbildlichen Haltung und dem tapferen Einsatz der hier eingesetzten Infanteristen, Pioniere, Artilleristen und Panzersoldaten mit einem völligen Mißerfolg der Bolschewisten.

Deutsche Zerstörer- und Schlachtflugzeuge zermürbten in ununterbrochenen Tiefangriffen die Widerstandskraft des sich verzweifelt wehrenden Feindes. Sturzkampf­flugzeuge stürzten sich trotz heftiger Flakabwehr auf die Bunker und auf sestungsartig ausgebaute Gebäudeblocks der Stadtmitte. An der nördlichen Riegelstellung bom­bardierten Kampfflugzeuge Bereitstellungen bolschewisti- sckcr Angrisfskräfte vom Morgen bis zum späten Abend, kö feindliche Panzerkampfwageu und sieben Geschütze

0er sichrer an den König von Ifiailand

Aus dem Führerhauptquartier. 19 Sept. Der Führer hat dem König von Thailand zu fernem Eeburtstag am 20. September mit einem in herzlichen Worten gehaltenen Telegramm seine Glückwünsche über­mittelt. ' -

Seschenk des sichrer» an das ungarische Noie kreuz

Budapest, 10. September. In Budapest traf ein Laza- lettflugzeug ein, das der Führer durch Frau von Kallay, der Gattin des ungarischen - Ministerpräsidenten, dem ungarischen Roten Kreuz zum Geschenk gemacht hat. Das Geschenk wurde von Frau von Kallay, vom Prä­sidium des ungarischen Roten Kreuzes und von einer Offiziersabordnung der ungarischen Luftwaffe feierlich in Empfang genommen. Bei der Ilebergabe durch den Gesandten Hewel vom Auswärtigen Amt war auch die Ludapester'deutsche Gesandtschaft mit dem Gesandten von Jagow an der Spitze.zugegen.

wurde« vernichtet. Weitere 31 Panzer und zahlreiche Fahrzeuge wurden durch schwere Beschädigungen außer Gefecht gesetzt. Auf einer Eisenbahnlinie wurde ei» bol­schewistischer Mnnitionszug zur Explosion gebracht. Mit Truppen und Kriegsmaterial beladene fünf weitere Züge wurden schwer getroffen. Deutsche Jäger schössen in Luftkämpscn 77, die Flakartillerie schoß vier weitere bolschewistische Flugzeuge ab.

ISO, Bremen, 20. September. Ingrimmiger Kampf Ingrimmig tobt auch heute UM die Wolgafeste noch die Schlacht um Stalin- ^ ' grad. Auf und zwischen den

Häuserruinen der Stadt, die ein einziges Bunkersystem von 25 Kilometer Tiefe bildet, setzen die Bolschewiken in unerhörter Verbissenheit ihren verzweifelten, wenn­gleich fruchtlosen Widerstand bis zur Selbstvernichtung

Neuer krfolg unserer U-Voote

wieder iS Schiffe mit ISS SSS VM. auf den Meeresboden geschickt

Aus demFührerhauptquartier, den 19. September. Das Oberkommando der Wehr­macht gibt bekannt: Deutsche Unterseeboote ver­senkten in harten Kämpfen in der Karibischen See, vor Afrika, im St. Lorenzstrom und im Eis­meer 19 Schiffe mit 10Ü ÜVÜ BRT. sowie einen Schlepper. Drei weitere Schiffe wurden tor­pediert. H

Ooe Die feindlichen Schiffsverluste verteilen sich wieder­um über viele tausend Seemeilen, vom Eismeer bis hinü­ber zur uord- und mittelam.orikanischen Küste und dann zu­rück bis vor die Gestade Afrikas ünd bezeichnen so er­neut die außerordentliche Weiträumigkeit der deutschen Seekriegführung einerseits, wie auf der andern Seite der Lagebericht ein klares Licht auf die Schwerpunkte der gegnerischen Kriegführung wirft, die immer wieder von unseren Ü-Vooten entscheidend getroffen wird. Wenn diese dritte Sondermeldung im Laufe einer kurzen Zeit zusammen mit den in^den OKW.-Berichten als schwer getroffen gemeldeten Schiffen die gewaltige Summe von rund 400 000 BRT. ergibt, so wird damit eindeutig die Phrasenhaftigkeit der Prahlereien eines Hüll, Knox, Rdosevelt bewiesen, die in immer neuen periodischen .An­kündigungen der Welt die endgültige Ausschaltung, der Unterseebootgefahr vorzuspiegeln versuchen. Die feind­liche Agitation hat in diesen Ankündigungen versucht, aus den Pausen, die sich naturgemäß zwischen den ein­zelnen U-Boot-Sondermeldungen des OKW. ergeben, Kapital zu schlagen und immer dann von einem Rück­gänge der Versenkungen zu reden, wenn die Abstände

zwischen den Versenkungsmeldungen etwas größer wur­den. In letzter Zeit nun ist entgegen den anglo-amerika- nischen Großsprechereien über die Verminderung der ll- Byot-Gefahr eine immer schnellere Aufeinanderfolge die­ser Meldungen zu beobachten, während gleichzeitig be­reits seit langen Monaten die bedrohliche Höhe der mo­natlichen Versenkungszahlen sich konstant erhielt, ja im Wachsen begriffen ist. Was das bedeutet,, ist klar, da alle Fragen der Seekriegführnng letzten Endes in die Schiss- fahrtsfrage münden. Mit der Schlacht aus den Meeren hängt unmittelbar jedes andere Kampfereignis zusam­men, wo immer, auch dieser Weltkrieg sich wie jetzt bei Stalingrad oder zü anderen Zeiten in Aegypten zu einem entscheidenden Brennpunkte verdichtet.

Gerade aus dieser Erkenntnis heraus zeigen die feindlichen Kommentare eine steigende Beunruhigung über die Geschehnisse des Seekrieges.' Die Auswirkungen, die die bisherige Gesamt-Versenkungsziffer von über 20 Millionen BRT. hat und haben muß, nehmen einen für die Anglo-Amerikaner immer spürbareren Charakter Irn. Kein noch so krampfhafter Versuch des Gegners vermag das auf diesem Sektor- der Kriegführung uner­bittlich nahende Unheil zu wenden. Systematisch ver­eitelt der Einsatz der U-Boote die Kriegspläne der Engländer. und Amerikaner, während gleichzeitig auch die Folgen für die Versorgung Englands einerseits wie für die Produktion Amerikas andererseits immer deut­licher werden.

Unter den versenkten Schiffen befindet sich auch ein schwer bewaffnetes feindliches Hilfskriegsschiff von 3500 BRT., das im St.-Lorenz-Strom in der Küsten- und Eeleitzugsicherung eingesetzt war.

Feldbefestigungen am lerek durchbrochen

Her -estrige Bericht des vberkommandos der Wehrmacht

Aus dem Führerhauptquartier, 19. Sep­tember. Das Oberlommando der Wehrmacht gibt be­kannt: „Am Terek durchbrachen deutsche Truppen in harten Kämpfen stark ausgebaute und verminte Feld­befestigungen und warfen den Feind aus mehreren Hö- henstellungen. Der Kampf um Stalingrad wurde gegen zähen Widerstand erfolgreich fortgesetzt. Ein von Norden gegen die deutsche Riegelstellung geführter ört­licher Entlastungsangriff starker feindlicher Infanterie und Panzerverbände brach unter schweren Verlusten zu­sammen. In die eigenen Stellungen eingedrungene feind­liche Kräfte wurdeit in hervorragender Zusammenarbeit von Verbänden des Heeres und der Luftwaffe aufge­rieben. Es wurden zahlreiche Gefangene eingebracht und 129 Panzer vernichtet. In Luftlämpfen über Stalingrad verlor der Feind am gestrigen Tage 77 Flugzeuge. An der unteren Wolga warfen Kampfflugzeuge drei ver­

schiffe in Brand und fetzten die Zerstörung von wichtigen Eisenbahnknotenpunkten mit Erfolg fort. Bei Woro- nesch wurden fortgesetzte Angriffe des Feindes gegen den Brückenkopf in erbitterten Kämpfen zum Teil im Gegenangriff abgeschlagen. Verbände der deutschen und italienischen Luftwaffe brachten den Truppen des Heeres hierbei wirksame Entlastung.

In Nordafrika führte die deutsche und italienische Luftwaffe rollende Angriffe mit Bomben und- Bord­waffen gegen britische Panzerbereitstellungen und moto­risierte Kolonnen, Bei nächtlichen Störflügen britischer Bomber im Küstengebiet der Ostsee wurden zwei feind­liche Flugzeuge abgeschossen. Vor der englischen Südküste versenkten gestern leichte deutsche Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 1500 BRT. und beschädigten vier wei­tere Schiffe durch Bombentreffer."

fort und lassen sich, Block um Block, unter der Feuer­lawine deutscher Sturzkampfbomber begraben. Ohn« Möglichkeit eines Ausweichens (nachdem die Brücken über die Wolga längst gesprengt sind) und ohne Mög­lichkeit auch nur von einem Stadtviertel zum andere« zurückzugehen (da das Gesamtgelänbe von mehreren hundert Quadratkilometern, bedeckt von gewaltigen Trümmerhaufen und übersät von den Bomben deutscher Stukas, keinen Schutz mehr bietet) erwarten, stumpf­sinnig wie sie schon einmal sind, die Bolschewiken das Ende, das ihnen gesetzt ist und das sie mit ihrem ver­zweifelten Widerstand lediglich hinauszögern, aber nicht mehr abwenden können. Stalin sölbst, der genau weiß, welche strategische Stellung Stalingrad zukommt, hat aus allen Jagdstaffeln der gesamten Ostfront vom hohen Norden bis zum Süden' die besten Piloten zusammen­gezogen, um sie in Sonderverbänden gegen die deutschen Flieger einzusetzen, ja, es sollen nach japanischem Muster sogar sogenannte Todesstaffeln aufgestellt worden fein, die sich mit voll bel-adenen Bombenflugzeugen auf die deutschen Stellungen und Truppenzusammenziehnn- gen. hinunterstürzen müssen. So ist, diese Schlacht zu der für die Bolschewisten fürchterlichsten dieses Krieges ge­worden, ohne daß aus der sinnlosen Fortsetzung des bol­schewistischen Widerstandes den Sowjets irgendein strate­gischer Vorteil erwachsen könnte.

Kein Zweites Stalingrad ist kein zweites Verdun des üerdun Weltkrieges, wozu es die -anglo-amerika- nische Kriegsberichterstattung gerne stemp- peln möchte; es ist kein solches Verdun, weil es nicht wie dieses am Anfang einer neu geplanten, gewaltigen Kriegsoperation steht, sondern den Abschluß einer solchen bildet. Darum kann auch keine Rede davon fein, daß sein Widerstand eine „katastrophale" Minderung der deutschen Kampfkraft herbeizuführen vermöchte, wo es noch immer in diesem Kriege die deutsche Führung ver­standen hat, selbst die schwierigsten Aufgaben zu lösen, ohne etwa durch sinnlose Verschwendung der eingeietzien Kräfte, weitere bevorstehende Aufgaben zu gefährden. Ganz im Gegenteil wird auf feiten des Gegners der Verlust der Stadt die Lahmlegung seiner letzten Osfen- sivkraft bedeuten. Das sieht man sogar in London ein, wo die „Times" mit bemerkenswerter Resignation fest­stellt: „Wenn Stalingrad fällt, wird die Sowjetunion zu dem Kriege weder im kommenden Winter noch im näch­sten Jahre einen nennenswerten Beitrag leisten können. Da die Sowjets dann gezwungen sind, eine Stellung -nach der anderen aufzugeben, hätte es dann wenig Zweck, eine zweite. Front zu eröffnen." Der gleichen Meinung ist auch der militärische Fachmann Reuters, der seiner Agentur über den bevorstehenden Fall Stalin- grads schreibt, dieser Fall würde alle Zukunftsaussichten für die Eröffnung einer zweiten Front än irgend einem Punkt des Kontinents verschütten, weil danach der Füh- ter einen großen Teil feiner Luft- und Landstreitkräfte nach dem Westen verlegen könne. Das wird dann auch bestimmt zum gegebenen Zeitpunkt geschehen, den aller­dings der Führer bestimmen wird, wie alles, was dieses Kriegsgeschehen entscheidet. Nicht vergebens läßt sich die deutsche Führung Zeit, bevor sie offiziell das zweifel­los >eit Tagen schon entschiedene Schicksal Stalingrads der Welt kundgibt. Stets ist es bei ihr Brauch gewesen, daß erst nach dem vollem Abschluß einer krtegsentschei- denden Operation dem deutschen Volke Rechenschaft über deren Euderfolg und ihre Einzelheiten gegeben wurde. Wenn dies nun'heute oder morgen geschieht, dann wird die Welt vor der Tatsache eines Kampfabschlusses stehen. oe„en Bedeutung die kämpseyde Truvpe wie die Heimat heute schon längst erfühlt haben, von der aber nun auch der Feind und seine Verbündeten Kenntnis nehmen und die Folgerungen ziehen muß.

Moores britische Selbstanklage gegenüber kuropa

kuropa schenkt den britischen Nedensarten und kochtrabenSen Versprechungen keine siulmerksamkeit mekr

Drabtbcricht iinscrcr Berliner SLriftlcituna

>e, Berlin, 1g September. In einer Rede, die der ische'Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, in ton hielt, fetzte sich Hoare als Thema Europa und r das neue Europa, zum Gegenstand seiner Betrach- !en, und er scheute sich nicht, dabei Begriffe und m, ja sogar Schlagworte des revolutionären Europa "greifen und für die britischen Zwecke auszuichlach- Hoare bewies mit dieser Rede ein neues Mal, daß chl, er wie sicher auch manches andere Engländer gut erkannt hat, daß die Idee und die vom

m Europa eine Ungeheure Schlagkraft besitzen, za gerade diese revolutionäre Idee und die mit ihr bundene europäische Revolution die eigentlich tra- >en und unbesiegbaren Elemente in dem Kampf der Ion Völker gegen das reaktionäre England dar- en. Hoare erklärte, daß er auf seinem Beobachtungs- in Madrid oit gefragt worden sei. was denn mit opa. nach einem Alliierten-Siege geschehen wurde, er habe dabei feststellen müssen, daß icder der <ira- >en befürchtet habe. daß mit einer Zerstörung Üchlands und seiner Regierungsform Anarchie uns os über Europa kommen müssen. Mit anderen Aor- Sir Samuel Hoare hat auf feinem Botichalter- en in Madrid erlebt, daß innerhalb der europäischen ker die Thesen des britischen Imperialismus uns britischen Methoden der Beherrschung Europas im ße des entschwindenden „europäischen Gleichgewichts te ihre Gültigkeit verloren haben Er mußte er- irn, baß diest revolutionären Ideen des .neuen ppa zu einer zwingenden Notwendigkeit des Jayr° k:rts geworden sind und mußte dabei gleichzeitig ce-fen, daß die Herrschaftsmethoden des britischen üinchs einem vergangenen Jahrhundert angehören. Hoare, der genierst hat, daß die Thesen und Pa- " für diZos neue/Europa in den europäischen Voi- > bereits so tiefgreifende Wurzeln schlugen, daß sie t-m englisch-'n Mc!bo--en nicht mehr bekämpft wer- kinnen. geht nun mit echt britischer ._:krumilloslgk>-lt Rafkincsfe dazu über, sich einfach einen Teil dir er

unserer Thesen zu eigen zu machen und nun seinerseits mit Begriffen wie „Neuordnung", „nationale Selbstän­digkeit", „völkische Eigenheiten" zu operieren. Der Zweck dieses Manövers besteht offensichtlich darin, der europäischen Revolution den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die innere Verlogenheit dieses Versuchs Hoares, die britische Politik gewissermaßen in das Schlepptau des neuen Europas zu hängen, geht aus den zahlreichen Aeußerungen führender englischer Politiker, von Chur­chill angefangen bis zum letzten seiner Kabinettsmit- glieder, zur Genüge hervor, die samt und sonders sich nicht genug darin tun können, für die Nachkriegszeit ein Ueber-Versailles. 'die Zerstörung Deutschlands, die Aus­lösung Europas in zahllose unorganische Kleinstaaten, die endgültige Ausschaltung Europas als politischen Machtfaktor und schließlich die Auslieferung des Konti­nents an den Bolschewismus zu fordern. Es kann kei­nem Zweifel unterliegen, daß England nach dem Welt­kriege die einmalige Chance hatte, Europa eine Ord­nung nach seinem Willen zu geben Diese Chance wurde von England in der unerhörtesten Art mißbraucht, in­dem durch die britische Politik jede politische Eigenheit, jede nationale Selbständigkeit ip Europa brutal unter­drückt wurde. Wo war das Bild des in jeder Hinsicht geordneten Europas unter der Herrschaft des Versailler Diktats und des Völkerbundes, mit denen England nach dem Weltkriege europäische Politik trieb? Die Wirt­schaftsführung aller Staaten des europäischen Raumes wurde damals mehr als 20 Jahre lang von England rigoros geknebelt. Politisch aber übte London mit Hilfe des franzöfsischen Degens in Europa eine Herrschaft, die alles andere war denn eine Wahrnehmung der europäi­schen Interessen, Es bat seinen guten Sinn, wenn man heute noch mit dem Wort „Balknnisierung" — por? prn — das Aevtzerste an Unordnung bezeichnet, was im europäischen Bezirk möglich ist und was doch ein genaues Abbild der enalischi-n „Ordnung" Europas dar­stellt Gurapa stellt- für England im Gegenteil und geradezu nur das Instrument der Empirepolitik dar,

ein Mittel seiner imperialen und kolonialen Ziele, mit denen das Weltreich erhalten werden sollte. Heute nun hat dieses Europa endlich unter der Führung Deutsch­lands sein eigenes Gesicht, seine eigene Gestalt gesun­den. Es soll nun endlich aus sich selbst heraus ein poli­tisches Gebilde werden, das sein Gesetz aus sich und nicht von England empfängt, und dieses sein Gesetz auch in sich selbst trägt.

Es stellt einen ungeheuren Zynismus dar, daß aus­gerechnet Hoare, einer jener Politiker, der die gesamte Haltung Englands gegenüber Europa in dir Nachkriegs­zeit verantworilich bestimmte, heute Begriffe und Ideen, ja sogar Schlagworte des revolutionären Europa auf­greift, um diese Idee Europa aus den Herze» der euro­päischen Völker zu verdrängen. Es bedarf keines wei­teren Beweises siir die Verlogenheit der sentimentalen Aeußerung jenes Londoner Korrespondenten der „New Park Times", daß „das englische Voll auch ein Ge­wissen habe", als diese neue Auslassung des englischen Botschafters in Madrid. Auch sie ist nichts anderes als eine Reflexion jener „falschen britischen Erundcinstel- lung", die sich seil mehr als drei Jahrhunderten in einer einzigen großen Lüge und in einer gemeinen und er­presserischen Ausbeutung aller anderen Völker zugunsten Englands erschöpft. Gleichgültig bleibt dabei, welche Ziele Sir Samuel Hoare mit dieser Rede verfolgen mag, die letzten Endes ja auch eine bisher in dieser Schärfe noch kaum dagewesene Kritik an der gesamten Politil Churchills darstellt. Hoare mag immerhin heute den Enropäer spielen, bleiben wird er stets ein Brite. Sir Samuel Hoare hätte sich gerade aus diesem Grunde bewußt sein müssen, daß seine eigene Feststellung auch auf ihn selbst und sür seine Aeußerungen zutrifft, wenn er sagt: „Europa schenkt allgemeinen Redensarten und hochtrabenden Versprechungen keine Aufinerkiamleit". Auch über den Versuch Haares, europäisches Gedanken­gut zu stehlen, um damit britischen Zielen zu dienen, wird das im Marsch in seine Zukunft befindliche jnnqc Europa nichtachlcnd hii,n>egschrkiten, »m sein neues Jahrtausend ohne England zu formen.

Schlechtes Der für Deutschland siegreiche Alisgang der löewillen Sckftvcht von Stalingrad legt nicht nur die - . ' . zukünftige Offensivkraft der Sowjets lahm,

sondern beeinflußt darüber hinaus die Eesamtftrategie der feinde Deutschlands schlechtweg. Sie fürchten mit Recht, im kommenden Jahr in Westeuropa und im Mittelost der geballten deutschen Offensivkraft allein gegenüber stehen zu müssen, nachdem mit der Besitznahme der unteren Wolga durch die deutschen Truppen alle Verbindungen mit der europäischen Sowjetunion von Suden her durchschnitten sind. In diesem Gebiete, aus der einzig größeren Stadt in einem Umkreis von 200 Meilen, vertrieben, vermögen die Sowjets nicht, wie im Vorjahre, etwa^wiederum eine Gegenoffensive hier vor­zubereiten, währebd Deutschland imstande sein wird feine bisher im Osten zum größten Teil gebundene Kmft wenigstens teilweise für andere Fronten freizu-

Vnsor

Bei den erbitterten Kämpfen um Stalingrad fiel ein Eencralstabschcs mit allen Hilsskrästen seines Armeestabcs in deutsche Hand.

Nördlich Stalingrad brach ein starker bolschewisti­scher Entlastungsangriss zusammen.

Wieder schickten unsere »immcrmiidcn U-Boote 19 Schiffe mit zusammen 100 090 BRT. auf den Meeresgrund.

Abermals muhte eine Anzahl Inder unter den Kugeln der britischen Schergen ihr Leben lassen. Der britische Botschafter in Spanien, Hoare, beging in einer Rede Diebstahl am geistigen Eigentum des neuen Europa.

In Wien fand die europäische Jugcndtagung einen würdigen Ausklang.

Bremens SA. tritt heute zu den Mehrkämpfer, an, General Hirschauer richtet einen Appell an die Amtstrager und Amtsträgerinnen des Rcich-Uuft- schutzbundes.

Die Bremer Landesbank und die Staatliche Kredit­anstalt Oldenburg-Bremen haben auch 1911 ihre Tätigkeit ausdehnen lönnen.