Ausgabe 
(17.9.1942) Nr. 256
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vas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Nremrn

der NationalldziaMen vremens

flmriiches verkündungsbtalt des fieichsstattßalkers in Llidenburg und Vremen

Nr. 256 , 12. Jahrgang

Donnerstag, 17. September 1842

Linzeipreis 15 Nps.

Nchkampfe im Stadtkern der Wolgafeste

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Her deutsche Soldat bricht den verbissenen bolschewistischen widerstand

Stalins Stadt im lodeskrampf

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 16. September. Stalingrad" kämpft fei­nen Todeskampf! Im Stadtkern der bolschewistischen Festung am Wolgaknie toben härteste Nahkämpfe, nach­dem die deutschen Truppen in siegreichem Ansturm durch das festungsartig ausgebaute Gelände in das Innere der Namensstadt Stalins vorstießen und in ihrem Kamps sich die Umrisse eines Sieges abzeichnen, der zu den größ­ten dieses ganzen Krieges zählen wird. Noch tobt das. Inferno der Schlacht am Wolgauser, noch leisten die bol­schewistischen Verteidiger von allen Rückzugsmöglich- feiten abgeschnitten einen verzweifelten Widerstand, der die Kämpfe zu den härtesten des ganzen Krieges werden läßt. Die unvergleichlichen Leistungen des sich in diesem harten Ringen selbst übertreffenden deutschen Sol­daten, seine Einsatzsreudigkeit und sein Kampswille aber garantieren die Ueberwindung der mannigfachen Bun­ter, die mit Verbissenheit verteidigt werden und zumeist nur im harten Nahkampf genommen werden können. Ein Masseneinsatz der sowjetischen Luftwaffe und auch in die­ser Ltunde noch zur Verteidigung eines einzigen Bun­ins eingesetzte Sowjetpanzer sollen den deutschen Solda- dcn aufhalten, der eine Entscheidung erkämpft, die nicht nur für die sowjetische Kriegslage, sondern auch für die gesamte alliierte Strategie nach Geständnissen englischer und amerikanischer Zeitungen außerordentlich schwerwie­gende Folgen haben wird.

Reuters Frontkorrespondent in Moskau, der die Illu­sion derUneinnehmbarkeit Stalingrads" nicht mehr länger aufrechterhalten kann, stellt dem noch vor Tagen in der Londoner Presse angeschlagenen Tenor,es sei durchaus nicht sicher, daß die Deutschen diese Entschei­dungsschlacht siegreich beenden könnten", die knappe Feststellung gegenüber:Die Lage der Stadt ist heute gefährlicher als gestern". Auch die übrigen Korrespon- dcntenberichte aus Moskau sind äußerst wortkarg gewor­den. In dem Kabel des United-Preß-Korrespondenten wird darauf hingewiesen, daß die Versorgung der Trup­pen in Stalingrad nur noch unter den allerschwierigsten Umständen durchgeführt werden könne. Hunderte deut­scher Flugzeuge führten die größten Angriffe dieses Krieges durch und zerschlügen Ahschnitt auf Abschnitt der sowjetischen Stellungen ganz systematisch. Eine an­dere amerikanische Agentur läßt sich aus Moskau kabeln, daßin nächster Zeit die Entscheidung der Schlackt. sollen kann". Der deutsche Angriff bräche entweder zu- l lammen oder es komme zu einem Todeskampf der Stadt. ! durch welchen ihr Verlust aber nur hinausaesckoben > werden würde. Die Leistungen der deutschen Soldaten, seien außerordentlich. Straße um Straße. Haus um Haus. Maschinengewehrnest um Maschinengewehrnest s müßten umkämvft. gegen Barrikaden. Zeitbomben und! alle modernen Mittel der Kriegstechnik müßte mit vol­lem Einsatz gerunaen werden. Die Laae der Sowrets werde i-dock von Stunde zu Stunde ernster.

Die spärlichen, jedoch sehr leicht zu deutenden An­gaben der Korrespondenten veranlaßten dieDaily Mail" folgendes zu schreiben:Wenn irgendwo in

lbroßbritonnien noch Hoffnungen genährt würden, daß «s den Sowjetarmeen doch gelingen sollte. Stalingrad zu halten, dann tut man gut daran, diese Hoffnungen

per flngriff auf Voston

Berlin, 16 September. Wie das Oberkommando der Wehrmacht zu dem Dienstag-Angriff deutscher, Kampf­flugzeuge auf die britische Industriestadt Voston er­gänzend mitteilt, durchbrachen deutscke Kampfflugzeuge kurz nach Mitternacht die Flak- und Ballonsperren von Boston und warfen große Mengen von Spreng- und Brandbomben auf das Stadt- und Hafengebiet. Es ent­standen zahlreiche Brände, die sich im Verlaufe der in mehreren Wellen durchgeführten Angriffe immer mehr erweiterten. Ein slldostrvärts von Boston gelegenes,und mit Truppen belegtes Barackenlager wurde ebenfalls durch Spreng- und Brandbomben getroffen, die starke Brände verursachten.

. Boston ist ein bedeutendes Zentrum der britischen Rü­stungsproduktion und besitzt zahlreiche Werke der metall- und eisenverarbeitenden Industrie. Sie ist ferner ein besonderer Verkehrsknotenpunkt, da sich hier zahlreiche Bahnen. Straßen und Wasserwege kreuzen. Die Hafen- anlagen der Stadt Voston sind modern eingerichtet uno dienen besonders dem Umschlag für die Holzeinfuhr.

endgültig zu begraben. Man muß sich darauf einstellen, daß Großbritannien auf einige Zeit hinaus die Haupt­last dieses Krieges wieder wird tragen müssen, zumal die Rüstungsproduktion der USA. noch nicht voll in Schwung gekommen ist!" Dieser Satz ist ein Angst­schrei, der die gegenwärtigen Gefühle sowohl des amt­lichen wie auch des privaten London darbietet. Man erörtert nicht mehr das ThemaZweite Front", dessen offene Forderung lediglich dem kommunistischenDaily Wörter" vorbehalten ist, denn nach Ansicht des Lon­doner Korrespondenten vonDagens Nyheter" hat sich die verantwortliche britische Meinung der Auffassung angeschlossen, daß die Vereinigten Staaten und Eng­

land im Augenblick nichts zur unmittelbaren Beein­flussung der Lage an der Ostfront tun können". Die Aeußerung der 'Pra-roda", daßmit Recht oder Unrecht in der Sowjetunion die feste Ueberzeugung bestehe, daß Leute hinter den Kulissen in England und Ame­rika die Hilfe an Sowjetrußland bremsen", wird als höchst bezeichnend wiedergegeben. DieLeute hinter den Kulissen" aber sind die deutschen Soldaten, die durch ihren Kampf in Afrika'und auf den Weltmeeren jede Hilfe für das so hart bedrängte Stalingrad un­möglich machen. So muß die Namensstadt Stalins ihren Todeskampf allein ausseihten. Auch das ist symbolisch wie der Name der Stadt.

In elf lagen 1215 Sowjetflug;euge...

Sei Nschew 106 Panzer der vöischewisten abgeschossen

Aus dem Führerhauptquartier, 16. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Am Terek scheiterten mehrere feindliche Angriffe. In der Schlacht um Stalingrad wurden in erbitterten Kämpfen weitere bedeutende Eeländegewinne erzielt. Verbände der Luftwaffe unterstützten den Kampf des Heeres und griffe» den feindlichen Nachschubverkehr aus Bahnen und Straßen im Mündungsgebiet der Wolga an. Lm Raum von Woronesch nahm der Feind seine Angriffe mit stärkeren Kräften wieder auf. Er wurde in harten Kämpfen unter hohen Verlusten abgewiesen. Bei Rschew wurden bei der Abwehr wiederholter feind­licher Angriffe im Bereich eines Armeekorps am gestri­gen Tage 1V6 Panzerkampswagcn, davon 71 allein im Abschnitt einer Infanteriedivision vernichtet. An ande­rer Stelle wurde ein eigener örtlicher Angriff erfolg­reich durchgeführt.

Im Nordabschnitt der Front brachen örtliche Vorstöße der Vöischewisten zusammen. Südlich des Ladogasees wurden schwächere feindliche Kräfte eingeschlossen und vernichtet. Artillerie bekämpfte feindliche Feuerstellun­gen, Bunker und Kampsstände mit beobachteter guter Wirkung. Auf dem Ladogasee wurden ein Sowjetbe- wacher und ein Frachtschiff durch Bombenwurf beschädigt.

In der Zeit vom 5. bis 1S. September verlor die Sowjetluftwaffe 1215 Flugzeuge, davon wurden 838 in Luftkämpsen, 212 durch Flakartillerie und 13 durch Ver­bände des Heeres abgeschossen, die übrigen am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ost­front 87 eigene Flugzeuge verloren.

Einschließlich der schon früher gemeldeten feindlichen Verluste vernichteten finnische und deutsche See- und Luftstreitkräfte im Lause dieses Sommers 28 sowjetische Unterseeboote.

Wie bereits durch Sondcrmeldung bekanntgegeben, wurden die in der Nacht zum 11. 9. bei Tobruk unter

Einsatz von Luft- und Seestreitkräften gelandeten briti­schen Truppen im engen Zusammenwirken deutscher und italienischer Kräfte nach hartem, schnellem Kampf ver­nichtet oder gefangengenommen. Die feindlichen Flotten- einheiten wurden von Küstenbatterien und Flakartille­rie unter gutliegendes Feuer genommen und dabei drei Zerstörer, einige Korvetten und zahlreiche Landungs­boote versenkt. Die daraufhin nach Osten abdrehenden Schifsseinheiten wurden von deutschen und italienischen Lustwassenoerbänden angegriffen, die zwei Kreuzer und einen Zerstörer und mehrere Motoriorpedoboote oersenk- -ten. Weitere kleinere Einheiten wurden schwer beschädigt. Deutsche Räumboote brachten ein britisches Schnellboot mit 117 Gefangenen in den Hafen von Tobruk ein. Neun feindliche Bombenflugzeuge wurden abgeschossen. Insgesamt wurden 588 Gefangene, darunter 34 Offi­ziere, eingebracht; außerdem verlor der Feind eine große Anzahl von Toten. Umfangreiches Kriegsgerät wurde erbeutet. Unter den Gefangenen befinden sich zahlreiche Schiffbrüchige der versenkten britischen Kriegsschiffe. Die eigenen Verluste sind gering. An der Front in Aegypten bekämpften leichte deutsche Kamps- und Sturzkampfflug­zeuge Kraftwagenansammlungen der Briten mit großer Wirkung. Deutsche Jäger schössen in Luftkämpsen über Nordasrika und Malta 25 britische Flugzeuge bei einem eigenen Verlust ab.

Ueber dem Seegebiet westlich Brest sowie bei Einflü- gen in die besetzten Westgebiete wurden 5 britische Flug­zeuge abgeschossen. Im Kampf gegen Großbritannien griffen Kampfflugzeuge in der letzten Nacht die Hafen- und Industriestadt Voston an. Es entstanden zahlreiche Brände. In der westlichen Nordsee versenkten Vorposten­boote in einem kurzen Seegefecht zwei britische Schnell­boote und schössen ein drittes in Brand. An der ägyptischen Front errang Oberleutnant Marseille sei­nen 145. bis 151. Lustsieg."

Deutscher slngrisfsgeist entscheidet

Hervorragende kinzelleistungen bei den kämpfen im Kaukasus und um Siälingrad

Berlin, 16, September. Zu den Kämpfen im Kau- kasusgediet und vor Stalingrad teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit: 2m Kaukasus ost­wärts und südlich von Noworosfijsk herrschte nur ört­liche Kampftätigkeit. An verschiedenen Stellen wurden bolschewistische Gegenangriffe abgewiesen und dem Geg­ner blutige Verluste zugefügt.'

An der Terekfront war ein deutscher örtlicher Angriff erfolgreich, während mehrere feindliche Gegen­stöße zerschlagen wurden. Bei den Kämpfen im Kau­kasusgebiet, die militärisch wie alpinistisch gleich bemer­kenswert sind, zeichneten sich bayerische und württem- bcrgische Gebirgsjäger besonders aus. Auf Höhen bis zu 3600 Meter stellen die Kämpfe an.die Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft der hier eingesetzten, deutschen Ge- birgstruppcn, an die selbständige Entschlußfähigkeit jedes Führers, Unterführers und einzelnen Gebirgsjägers höchste Anforderungen. Weder zahlenmäßige Ueberlegen- he-it noch genaue Kenntnis des Geländes nützt dem Gegner. Die oft mit Unterstützung schwerer Infanterie­waffen und Artillerie vorgetragenen Angriffe brachen unter blutigen Verlusten für den Gegner zusammen.

Im Festüngskampffeld von Stalingrad dauern die heftigen Straßenkämpfe an. Alle verzweifelten Ver­suche der Vöischewisten, die stählernen Fesseln des Ein- fchlicßungsringes zu lockern oder zu durchbrechen, schei­

tern unter schwersten blutigen Verlusten. Jedes Haus ist in ein verbarrikadiertes Widerstandsnest verwandelt worden. Häuserblocks bilden festungsartig ausgebaute Stützpunkte mit Infanteriewaffen, Artillerie und schwe­ren Geschützen. Deutsche Infanteristen und Pioniere brechen mit zäher Ausdauer und entschlossener Tatkraft Stück für Stück dieses Kampfseldes heraus und dringen weiter in die Stadt vor. Im südlichen Stadtgebiet ge­lang es den deutschen Truppen, eine weitere starke Feindstellung zu durchbrechen und mit großem Schneid und in heldenmütigem Einsatz in erbittertem Straßen- kampf weiter Boden zu gewinnen. Die harten Kämpfe dauern ununterbrochen an.

Unter persönlichem Einsatz ihres Divisionskomman­deurs, Generalleutnant Hoffmann, haben sich die Flak­artillerie-Abteilungen einer Flak-Division der Luft­waffe bei den schweren Kämpfen der letzten Tage be­sonders ausgezeichnet. Eine dieser Abteilungen vernich­tete allein an zwei Tagen 21 bolschewistische Panzer­kampfwagen, zwei schwere und 15 leichte Geschütze, mehrere Vunkerstellungen und Erdbefestigungen und ein Kraftstofflager. Eine unter dem Befehl von Hauptmann Lutz stehende Siurmgeschützabteilung des Heeres konnte ebenfalls ausgezeichnete Erfolge erringen. Die Sturm- geschütze vernichteten in drei Tagen 37 feindliche Pan- (Fortsetzung auf Seite 2)

flmlliche" britische Verlustliste für Indien

Vattu Mail" beliirchtek Indien-Invasion der Japaner Noosevelts pa;isikralprüft" indische Lage

Drabtbcrickt unseres Vertreters

. nl. Stockholm, 16. September. Der Jnneminister der indischen Zentralregierung, Reginald Maxwell, ver­suchte in der Mittwoch-Sitzung der gesetzgebenden Ver- inmmlung in New Delhi die gewaltigen Opfer des bri­tischen Terrors in Indien .zu verschleiern, indem er "Neamtliche" Bekanntgabe der bisherigen Verluste an Menschenleben unierbre-tete. Durch Eingreifen der Polizei seien bisher 340 Inder getötet und etwa 888 verwundet worden. Diese Zahlen, so fügte er hinzu, ergäben kein vollständiges Bild, da die Meldungen aus der Provinz Bihar, dem Hauptunruhegcbiet, noch seyt- ten. Die britischen Verluste an Polizei und englischen Truppen beliesen sich auf 42 Tote und zahlreiche Ver­wundete. Dabei seien wieder die Verluste unter dem ^üenbahnpersonal nicht eingerechnet, die deshalb sehr bedeutend seien, weil sich die Sabotageakte in erster Linie gerade gegen die Verkehrsanlagen gerichtet honen.

. DieDaily Mail" versucht in einem Leitartikel den indischen Freiheitskampf im Tone der allgemeinen bri- tiichcn Erbitterung zu einer Sabotage-Aktion zu stem- ?t>». Die Furcht, daß die Japaner in die Auseinander- lttzungen eingreifen könnten, steht dabei deutlich hinter

allen Ausführungen. Wie von der britischen Indien- politik nicht anders zu erwarten, sieht die Zeitung die Möglichkeit eines Scheiterns der indischen Erhebung in den Spannungen zwifchen den Hindus und den Moham­medanern.

In dem Durcheinander des indischen Aufstandes sehen sich nun die Sowjets in Indien nach Möglichkeiten für stärkere Einflußnahme um. So ist jedenfalls die Nach­richt aus Ankara zu werten, daß der erste Vertreter der sowjetrussischen Nachrichtenagentur Taß in New Delhi eingetroffen sei.

Wie aus Bangkok gemeldet wird, sind über 150 indi­sche Nationalisten bisher in einem schon drei Tage dau­ernden erbitterten Kampf im Nordteil von Madras zwischen englischer Polizei und Angehörigen der indi­schen Kongreßpartei getötet worden. 2n Paine, in der Provinz Bihar, fällte das britische Sondergericht das erste Todesurteil und eine Reihe von schweren Gefäng­nisstrafen in einem ordentlichen Gerichtsverfahren wegen der jüngsten Kongreß-Unruhen. Der frühere Kongreß-Minister der Provinz Assam. Biswas, wurde verhaftet. Zahlreiche weitere Ortschaften in mehreren Provinzen erhielten schwere Kollektivstrafen, so allein

19 Dörfer in der Provinz Madras in einer Gesamthöhe von 235 000 Rupien.

Vor allem jedoch richtet der Hauptinteressent am Ausverkauf des Empire nun sein Augenmerk auf In­dien. Wie aus Washington berichtet wird, galt die letzte Sitzung des pazifischen Kriegsrates am Dienstag in erster Linie einer Prüfung der indischen Vorgänge. Eingehend sei die Bedeutung der Teilung Indiens für die alliierten Streitkriifte unterstrichen worden. Es wird immer deutlicher, daß Roosevelt die Kompetenzen des pazifischen Kriegsrates in Washington nicht nur auf den Pazifik beschränkt wissen will. Bereits jetzt also glaubt er über diese Institution aus die militärischen Maßnahmen in Indien einwirken zu können.

op. Schanghai, 16. September. Während der Bera­tungen über die politische Lage in Indien wurde in der gesetzgebenden Versammlung in Neu-Delhi von dem nationalistischen Abgeordneten des Punschab, Singh, ein aus sechs Punkten bestehender Antrag eingebracht, der vor allem die sofortige und vollständige Unabhängig- keitserklärung für Indien fordert. Weiter ist darin die Forderung auf sofortige Aufhebung des Versammlungs­verbots, sofortige Haftentlassung Gandhis und seiner Mitarbeiter, sowie Zurückerstattung aller Geldstrafen enthalten.

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Die größte Stadt an der unteren Wolga

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts war das ganze Land zu beiden Seiten der unteren Wolga eine einzige große Steppe, die im Süden in eine regelrechte Wüste überging. Wohl hatten die Tataren an der Mündung der Wolga eine Großstadt, Astrachan, erbaut, aber zwischen Astrachan und der 1800 Kilometer wolgaaufwärts gele­genen Stadt Kasan gab es keine einzige Siedlung von Bedeutung. Als Iwan der Schreckliche das Tatarenreich von Kasan im Jahre 1552 und das von Astrachan im Jahre 1556 erobert hatte, ließ er längs der Wolga eine Reihe von befestigten Plätzen anlegen, um das neu eroberte Gebiet militärisch zu sichern und die allmählich sich entwickelnde Schiffahrt auf der Wolga zu schützen. Einer dieser befestigten Orte war Zaritzyn.

Die Gelehrten sind sich nichb darüber einig, weshalb der Ort diesen Namen erhielt. Während einige meinen, daß erZarinnen-Stadt" genannt wurde, weil etwa 30 Kilometer wolgaaufwärts von ihm eine andere Be­festigung Zarew, alsoZaren-Stadt" (das heutige Krasnoarmeisk) genannt wurde, behaupten andere, daß Zaritzyn" nur eine Verstümmelung des tatarischen WortesSari-Su" sei, dennSari-Su"Gelber Fluß", nennen die Tataren den kleinen Flußlauf, der sich durch eine Lößlandschaft windet, eine gelbe Wasserfarbe hat und bei Zaritzyn in die Wolga einmündet.

Im Laufe der ersten beiden Jahrhunderte seiner Ge­schichte hat Zaritzyn manch eine Belagerung erlebt, mal wurde der Ort von Don-Kosaken überfallen, mal vertei­digten sich hier Wolga-Kosaken gegen einen Ueberfall durch mongolische Nomaden, der Thronprätendent Pu-

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gat>chow belagerte Zaritzyn zweimal in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts. Aber allmählich wurde die Gegend an der unteren Wolga ruhiger, und so entschloß sich die russische Regierung, 1780 die Befestigungen zu schleifen. Zunächst entwickelte sich Zaritzyn nur langsam. Im Jahre 1799 zählte die Stadt nur 1130, 1839: 5253 und im

Jahre 1860: 6748 Einwohner. Ein Marktflecken, wie viele andere, in dem die Bauern ihr Getreide gegen Fisch, Holz und Jndustriewaren eintauschten. Dann kam die hervorragende Verkehrslage Zaritzyns zur Auswir­kung. Die Stadt befindet sich am östlichsten Punkt des Knicks, den die Wolga an ihrem unteren Lauf macht, und der in der Luftlinie nur 45 Kilometer vom nächsten Punkt des Don-Saufes entfernt liegt. Als sich nach Ein­führung eines Schlepperdienstes die Wolga-Schiffahrt sprunghaft zu entwickeln begann, als eine Eisenbahn Zaritzyn zunächst mit dem nächstgelegenen Don-Hafen Kalatsch und dann weitere Strecken mit dem Norden und dem Süden des Landes sowie mit dem Kaukasus verban­den, als die Holzwirtschaft im Flüßgebie' der Kama, des wichtigsten nordöstlichsten Nebenflusses der Wolga, der Getreidebau an der mittleren Wolga einerseits, eine Schwerindustrie im Donez-Becken und eine Erdölindu­strie an den Ufern des Kaspischen Meeres andererseits ausgebaut wurden, schnellten die Bevölkerungszahlen von Zaritzyn in die Höhe. Im Jahre 1881 waren es 29 837, im Jahre 1897: 55 970 und im Jahre 1902: 67 650.

In Zaritzyn kamen alljährlich riesige Mengen von Bau- und Grubenholz an, die aus dem Kama-Eebiet

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Stalingrad zuckt unter den Schlägen der in seinen Stadtkern eingedrungenen deutschen Truppen im Todeskrampf.

Bei den neuen Angriffen der Bolschewiken um Rschew wurden 108 Sowjetpanzer abgeschossen.

Vom 5.15. September verloren die Vöischewisten 1215 Flugzeuge.

Die deutsche Luftwaffe unternahm einen nächtlichen Bombenangriff aus Boston.

USA.-Marinekreise berichten von einer heftigen Seeschlacht bei den Salomonen.

Indien steht nach wie vor im Zeichen britischer Terrorakte.

Die für Bremen vorgesehenen Sonderzuteilungen an Kaffee, Süßwaren und Spiritussen wurden wesentlich erhöht.