Ausgabe 
(14.9.1942) Nr. 253
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parreiamtliche Lcryeszettuny

Uas flmtsblatt des Negierenden vilrgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

der Narionaildzialiften. vremens

flmllikstes NerKündungsbiatt des Neichsstatttsalters in Oldenburg und öremen

Nr. 2SZ , 12. Jahrgang

INontag. 14. September 1942

kinzeipreis 15 Nps.

Unsere U-öoote schlagen weiter ;u!

Neutsche truppen sind ln den Südtell Stalingrads eingedrungen

wieder IS Schiffe mit 121500 VM...

7m fltlantik eine 6eleit;ugschlachl großen Umfanges Im vange

Lu 8 dem Führerhauptquartier. IS. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Am Terek durchbrachen deutsche Truppen mehrere festungsartig ausgebaute feindliche Stellungen. Vor Stalingrad kämpften sich die Angriffstruppen trotz des zähen feindlichen Widerstandes nach der Erstürmung zahlreicher Kampfanlagen weiter gegen den Stadtrand vor und drangen in den Südteil der Stadt ein. Entlastungsangriffe des Feindes von Norden wurden abgewiesen. Starke Kräfte der Luftwaffe unterstützten an den Brenn­punkten der Schlacht die Kämpfe des Heeres und bombardierten bei Tag und Nacht die Stadt, wodurch ausgedehnte Brände hervorgerufen wurden

Im kaum von Rschew griff der Feind von neuem an mehreren Stellen an. Alle Angriffe wurden in harten Kämpfen unter hohen Verlusten des Feindes abgeschlagen. An der Wolchow-Front wurden durch ein starkes Stoßtruppunternehmen zahlreiche feindliche Kampf­stände zerstört und ein feindliches Bataillon vernichtet. Südlich des Ladogasees und an der Newa brachen feindliche Angriffe im deutchen Abwehrfeuer zusammen. Elf Panzer und acht Ubersetzboote wurden dabei vernichtet.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, versenkten deutsche Unterseeboote im St. Lorenz-Strom und an der kanadischen Küste, im Atlantik und vor Afrika aus Geleit­zügen und in Einzeljagd in harten Kämpfen 18 Schiffe mit 121 500 BRT. Ein weiteres Schiff wurde torpediert. Zur Zeit ist im Atlantik eine neue Geleitzugschlacht großen Umfanges im Gange."

Vernichtimgsfchliige auf allen Meeren

deutsche U-öoote beantworten «zuversichtliche krklärungen" der flilierten

Nalikampf mit Flammenwerfern

Jedes Haus in Stalingrad ein Stützpunkt

Berlin, 13. September. Zu den erbitterten Kämp- fen nnt Stalingrad teilt das Oberkommando der Wehr­macht ergänzend mit:Im Festungskamps von Stalin­grad arbeiteten sich die deutschen Truppen »ach Nieder- iämpfung zahlreicher Bunker und in schwere» Hänser- kämpsen schrittweise weiter gegen den Stadtrand' vor. Betonbunker und eingegrabene schwere Panzer muhten mit Flammenwerfern und geballten Ladungen im Nah- lamps vernichtet werden. Heftige Kämpfe entwickelten sich in einem Fabrikgelände, wo jedes Haus durch Aus­brechen von Scharten und Anlage von Sperren und Hin­dernissen zu einem Stützpunkt ausgebaut, im harten Einzellampf mit der blanken Waffe genommen werden muhte. Kamps- und Sturzkampsfliegerverbände unter­stützten wirksam den Angriff des Heeres gegen die Schwerpunkte des feindlichen Widerstandes und die ties- gestasselten bolschewistischen Stellungssysteme. Flakar- tillerieoerbände waren im Vorgehen mit den eigenen Angrisssspitzen an der Zermürbung des feindlichen Widerstandes hervorragend beteiligt und setzten vier bolschewistische Batterien anher Gefecht, die von be­herrschenden Stellungen aus die deutschen Stohkeile auf- zohalten versuchten. Bis in die Häuser der Vorstädte pon Stalingrad konnte der deutsche Angriff vorgetragen werden.

Im Siivwesten Wirt Stalingrald nahmen Verbände eines Panzerkorps in schneidigem Einsatz einige beherr­schende Höhen, die sich fast bis unmittelbar an die Stadt «nd an die Wolga erstreckten. Die außerordentlich stark befestigten Stellnngen, deren Bunker mit dicken Stahl- platten versehen waren, wurden nach eingehender Vor­bereitung durch Angriffe der Luftwaffe von den vor- stotzenden Panzerverbänden vernichtet und dabei 15 schwere Feindpanzer, 22 Geschütze und Pak zerstört. Dom Wolga-User aus wurde der Verkehr über die Krisgs- brücke, die die Bolschewisten aus Pontons gebaut hatten, durch Artillerie und schwere Infanteriewaffen unter­bunden.

Besonders starke, von Artillerie und Lnftwaffenver- iiirnden unterstützte Entlastungsangriffe unternahmen die Bolschewisten gegen unseren nöMich der Stadt zur Wolga vorgeschobenen Angriffsflügel. Auch hier wurden im Zusammenwirken mit Flakartillerie und fliegenden Verbänden der Luftwaffe alle Angriffe unter hohen klu­ngen Verlusten für die Bolschewisten und empfindlichen Ausfällen am schweren Waffen abgewiesen. zum Teil so­gar schon vor dem Heraustreten ans dem Bereitstellungs­raum durch Artillerie und Flieger zerschlagen.

Starke Schläge führte die deutsche Luftwaffe bei Tag >wd Nacht gegen rückwärtige Teile der Festung Staliu- gmd. In mehreren Wellen warfen Kampfflieger Bom­ben schweren und schwersten Kalibers auf Flugstützpunkte, Lagerhallen und Industrieanlagen. Volltreffer riefen starke Explosionen und umfangreich« Flächenbrände her­vor. Daneben wurde der sowjetische Nachschnbvevkehr auf Straßen und Bahnen empfindlich getroffen und mit Truppen und Kriegsgerät vollbeladene Transportzüge der Bolschewisten zerstört. Deutsche, italienische und ru­mänische Jäger, die zum Begleitschutz der Kampsverbände und zu freier Jagd gegen starke bolschewistische Luft- waffenverbäNde emgesetzt waren, schossen in diesem Kampfabschnitt 28 Sowjetflugzenge ab. Wettere zwei feindliche Flugzeuge wurden durch Flakartillerie zum Absturz gebracht."

Moskau bestätigt

o. sch. Bern, 13. September. Eine Sendung des Moskauer Rundfunks enthält einen Hinweis aus Stra- ^nkämpse, die sich in Stalingrad abspielen. Im übrigen lauten die Moskauer Frontberichte recht düster. Die Uiiterstützung, die die deutschen Truppen weiterhin durch die deutsche Luftwaffe erhalten, wird dabei erneut unter- lirichen. In einem Exchange-Bericht heiht es:Stalin­srad selbst liegt Tag und Nacht unter dem Bomben- bagel/der deutschen Lustwasfe. Es gibt in der Stadt leine einzige Straße mehr, die nicht schwer gelitten hat.

Drabtbericht unserer. Berliner Schriftleitung

b. Berlin, 13. September. Die U-Boot-Fanfaren der Sondermeldung des Sonntags brachten die Bestäti­gung der unablässig andauernden Schlacht um die See­verbindungslinien des Feindes, einer Schlacht, in der die Frist zwischen den einzelnen Sondermeldungen Zählpausen darstellen, der harte Kampf jedoch keine Pause kennt. Der unerhörte Bersenkungsrhythmus be­antwortet drastisch die zahllosen Prognosen alliierter .Propheten, die es als ihre Aufgabe ansehen, die Zähl­pausen zwischen den Sondermeldungen mit den Ver­sicherungen auszufüllen, daß nuntatsächlich" und wirklich" die U-Boot-Gesahr als überwunden ungesehen werden darf. Nach jeder Sondermeldung verstummen diese Erklärungen für kurze Zeit, um Warnungen Platz zu machen, wie sie heute aus dem kanadischen Marine­hauptquartier kommen:Die Schlacht auf dem Atlan­tik ist von einer größeren Ausdehnung, als man es je zuvor erlebt hat, und sie wird.schonungslos wie noch nie ausgetragen!" Der Schock, den derartige Ver­lautbarungen im amerikanischen und britischen Publi- kmn auslösen, läßt es den ehemaligen Kavallerieober­sten und jetzigen USA.-Marineminister Frank Knox erforderlich erscheinen, die Gefahr kurz darauf zu ba­gatellisieren und sie als überwundenen Schrecken hin­zustellen. So wechseln die alliierten Stellungnahmen, die Erfolgskurve der deutschen U-Boote aber steigt trotz aller Sicherungsoorrichtungen des Feindes mit kon­stanter Folgerichtigkeit.

Neben leeren Erklärungen versuchte die amerikanische Marineleitung in jüngster Zeit durch den Bau von Handelsschiffen von nur 10 000 Tonnen die Versen­kungsziffer kleiner werden zu lassen. Neutrale Beob­achter melden aus Washington, daß sich die Hoffnung, auf diese Weise der Schiffsraumnot Herr zu werden, nicht erfüllt hat. Es stimme zwar, meldet ein spani­scher Journalist, daß die deutschen U-Boote jetzt eine größere Anzahl von Dampfern torpedieren müßten, um auf die gleiche Tonnagezahl zu kommen, auf der anderen Seite hätten die USA. aber die Arbeit der U-Boote durch den.Bau,des neuen Dampfertyps wesentlich er­leichtert,. denn wie sein Name sage, sei er schwerfällig, laufe nur zehn Knoten und biete durch seine runde Form ein leichtes Ziel für die deutschen U-Boot- Kommandanten.

Beachtung verdient in diesem Zusammenhang die Er­klärung des Vorsitzenden des amerikanischen Produk­

tionsausschusses, Donald Nelson, die Vereinigten Staa­ten hätten infolge der ständig steigenden Schiffsverluste derartig unter der Eisenschrottknappheit zu leiden, daß man in der nächsten Zeit jede alte Brücke abreißen und jede entbehrliche Eisenbahnschiene einsammeln müsse. Der Präsident der Lukend-Stahlwerke teilte dazu er­gänzend mit, daß die Stahlwerke der USA. nur noch für zwei Wochen genügend Eisenschrottvorräte besäßen, um ihre Stahlproduktion ausrechtzuerhalten. Der Han­del mit den ibero-amerikanischen Staaten, auf die Washington so große Hoffnungen setzt, leidet jedoch gleichfalls katastrophal unter Tonnageschwund.

So werden alle feindlichen strategischen Pläne von den Erfolgsfanfaren der deutschen U-Boot«unter­malt", die eine passende Begleitmusik zu dem Konzert lieferten, das in London am Wochenende für Seeleute gegeben wurde, die der Eeleitzughölle entronnen sind. Flottenadmiral Lord Dhatfield erklärte in einer Rede vor dem Konzert, daß über 16 000 Seeleute der briti­schen Handelsmarine in diesem Krieg den Tod fanden. Der König schickte ein Telegramm:Die Königin und ich vertrauen darauf, daß das Konzert die Anerkennung fein wird der unschätzbaren Dienste, die die tapferen Männer der britischen und alliierten Handelsmarine dauernd leisten." Die Schlußakkorde dieses Konzerts bildeten die Sondermeldunqsfanfaren im deutschen Rundfunk.

Ueber die Erfolge der deutschen U-Boote in der ver­gangenen Woche liegt folgende Meldung vor: Aus Ee- leitzügen und in Einzeljagd wurden an' der kanadischen Küste, im St. Lorenzstrom und an der Ostküste der USA., im Atlantik sowie vor der afrikanischen West­küste 35 feindliche Handelsschiffe mit insgesamt 229 500 BRT. versenkt. _

Japanischer Nachschub für die Salomonen

Drabtberickt unseres Vertreters . Stockholm, 13. September. Trotz des starken ame­rikanischen Widerstandes ist es den japanischen Trup­pen gelungen, neue Landungen auf den Salomoninseln vorzunehmen. Wie englische und amerikanische Mel­dungen besagen, sind besonders die japanischen Kräfte auf Eudadalcanal verstärkt worden. Der Nachschub sei im Schutze der Dunkelheit auf kleinen Fahrzeugen ge­landet worden. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß bie Aktivität der japanischen Luftstroitkräfte im Raum der Salomoninseln beträchtlich zugenommen habe.

Stalin fct|t Churdiill erneut unter Muck

Nücksichlslos gegenüber London wie gegen die ihrer Nückrugsmöglikhkeilen beraubten Sowjettruppen Stalingrads

b. Berlin, 13. September. Ein Befehl Stalins, d>e im Rücken der belagerten Verteidiger Stalingrads "der die Wolga führenden Brücken zu sprengen, um bden möglich erscheinenden Fluchtversuch zu vereiteln, l>°t für die Welt das Ringen der deutschen Truppen »m die Namensstadt des bolschewistischen Diktators am Wolgaknie aus der rein militärischen Ebene in das Ecbiet moralischer und politischer Bedeutung geruckt. »» in der neutralen Welt als sensationell und in der "Mexikanischen Presse alsstreng historisch" bezeichnet« «esthl läßt die massenmörderijche Tradition Stalins "vd damit den tieferen Sinn des Kampfs kenntlich merdcn. der nun in dem Festungsgelände Stalingrads einen der Höhepunkte des Zusammenpralls zweier Weltanschauungen findet.

: Aus der Schlacht um eine Stadt der Sowjetunion ist k" den Augen der Welt die Schlacht um die Schluflel- kiellung des sowjetischen Feldzuges, die gewaltige strä­fliche Schanze des bolschewistischen Heeres, dieMa- atnoiiirtie der Sowjetunion" geworden. Es ist natur- daß in einem derartigen Festungskampf nicht tag- "lih weitgreifender Bodengewinn erzielt werden kann, otud für Stück aus dem stählernen Festungsgürtel' 5-brochen, Widerstandsnest um Widerstandsnest, Beton- vvnler um Betonbunker und Maschinengewehrstand um L"lchinengewehrstand niedergerunaen werden mutz. ff°nn trotzdem nach Angabe des OKW.-Berichtes der 7%m unter Brechung zähen Widerstandes weiter ge- f fn den «tadtrand vorgetragen werden konnte, jo gren- f.^ie hierbei von den deutschen Soldaten gezeigten Gütungen nahezu ans Unermeßliche. Italienische Zei- stellen die Verteidigung des äußerst befestigten ^"-'-ngrads in vieler Hinsicht der Verteidigung von " wastopol gleich, wenngleich Sewastopol nicht die

umliche Ausdehnung hat wie die sich an der Wolga rstreckende Stadt. In den letzten Tagen seien neue deutungsvolle Fortschritte in der Einkreisung der adt erzielt worden. Der deutsche Druck habe sich nördlichen und südlichen Abschnitt verstärkt, sei je- äj gegenwärtig am schärfsten im Zentralgebiet, also stlich der großen Wolgastadt. Seit einigen Tagen sei l gewaltiger Frontalangriff zur Unterstützung der I rechts und links abspielenden Kämpfe im Gange, sonders beeindruckend sei das gewaltige Artillerie- ier. Tausende von Geschützen jeden Kalibers lieferten ;lich ein gigantisches Duell. Wenn auch die Sowjets bestimmten Abschnitten ein tiefgegliedertes und ver- ckeltes Verteidigungssystem geschaffen hätten, das tige Vororte und sogar einen großen Teil der Stadt bst umsasie, gehe dennoch der deutsche Vormarsch,un- fhaltsam vorwärts.Popolo di Roma" will erfah- l haben, daß in der Schlacht um Stalingrad Eefan- ie in Höhe einer sechsstelligen Zahl gemacht worden en Die Zahl der vernichteten und erbeutete» Pan- , Geschütze und Flugzeuge gehe in die Tausende. Auch die feindliche Agitation muß in ihren Berichten s Moskau die Fortschritte des deutschen Angriffs ennen lasten. Der Sonderberichterstatter der Reuter- entur in Moskau meldet das Eintreffen neuer deut- er und italienischer Divisionen, die die Lage für die wsets kritischer gestalten. Der ,Times"-Korrespon- rt erklärt, eine Rückzugsmoglichkert für die Stalin- rd verteidigenden sowjetischen Truppen gebe es nicht hr. Die Sowjetregierung mache kein Hehl aus der ,ßen Särge, die sie um Stalingrad hege, und ver- imliche auch nicht die Bedeutung dieser Schlustel- lluna an der Wolqa. Der Verlust Stalingrads wurde e bisher erlittenen Niederlagen an Tragweite uber- ffen Der gleicheTimes"-Korrespondent will die

ungeheuren sowjetischen Anstrengungen, Stalingrad zu halten, als Beweis der sowjetischen Befürchtungen aus­legen, daß die versprochene Hilfe der Plutokratien aller Voraussicht nach zu spät kommen werde. Stalin wendet in dieser Situation die gleiche' Rücksichtslosigkeit, die er den Verteidigern Stalingrads durch das Aöbrechen der Wolgabrücken zeigt, auch gegen den britischen Premier an.

Er läßt durch denTimes"-Korrespondeitten mahnen, der mögliche Fall Stalingrads und das Ausbleiben der Zweiten Front in Westeuropa würde nach sowjetischer Auffassung zur Folge haben, daß die Vol>chewisten im Winter und im nächsten Jahre zu einem tatsächlich ins Gewicht fallenden Kriegseinsatz nicht mehr imstande seien. Außerdem habe das Bewußtsein, allein kämpfen zu müssen, eine spürbare Beeinträchtigung für die Mo­ral der Bolschewisten zur Folge gehabt.' Daß es sich bei diesem Hilferuf nach der Zweiten Front wirklich um die Ausfastung der führenden Kreise in Moskau han­delt, wird im übrigen in der neuesten Nummer der von der^ Sowjetbotschaft in London herausgeqevcnen Kriegszeitung bestätigt. Darin kommt, einer Meldung des Londoner Vertreters derDagens Nyheter" zufolge, die wachsende bolschewistische gelinde gesagt Ver­wunderung über das Ausbleiben der Zweiten Front eindeutig zum Ausdruck. Ein sowjetischer Marineoffi­zier beschreibt in der Zeitung dieJnvasionsmöglich- keiten" der Alliierten, die der Verfasser als günstig be­urteilt und den Engländern an Hand der Erfahrungen von Dieppe nachzuweisen versucht. Stalin nimmt also keine Rücksicht darauf, daß London nach wie vor der Ausfastung ist, die britischen Rüstungen seien noch nicht weit genug fortgeschritten, um ein Gelingen des Un­ternehmens der Zweiten Front in diesem Herbst zu gewährleisten.

die .luutkad Uthe Tlmem

Von Noworossijsk bis Suchum

rd. Berlin, 13. September

Der fast in gerader Linie von Novdwesteu nach Slld- westen verlaufende Kamm des Kaukasus- Gebirges stellt eine wichtige Klima-Scheide dar. Er trennt das nordöstlich von ihm liegende Land vom milden Klima des Schwarzen Meeres. Daher die unerträgliche Hitze im Sommer und die beißend kalten Schneestürme im Winter, die in der ganzen Landschaft zwischen dem Asowschen Meer und dom Kaspischen Meer herrschen. Die klimatischen- Wohltaten, die das warme Schwarze Meer spendet, kommen ausschließlich einem schmalen Küstenstreifen zugute, der sich zwischen dem Gobirgskämm und dom Meere breitet. Dieser Küstensaum trägt daher den bezeichnenden Namenkaukasisch« Riviera". Je weiter wir nach Südwosten gelangen, desto milder und wärmer wird das Klima. Das hängt nicht nur von der geographischen Lag« sondern in weit stärkerem Matze von der Höhe des Gebirgszuges ad. der etwa auf dem Breitengrad von Suchnm seine höchste Erhebung er­reicht. ehe er die enge Nachbarschaft zur Küste verläßt.

Südlich von Noworosstfsk, bei T u a p f e, beginnt die eigentliche Riviera. Die kleinen Wagen der von hier nach Südosteu führenden Küstenbahn bringen den Rei­senden nach dem ersten größeren Kurort Sotschi. Drei Stunden lang, strömen die Strahlen der durch keine Wolke getrübten Sonne und das bläulich« Glitzern des weiten Meeres.durch di« quadratischen Fenster in die Wagen. Aus der drückenden Luft des Abteils tritt man hinaus auf den Bahnhofsplatz von Sotschi. Das erste Gefühl ist, mau wäre in ein Gewächshaus geraten, so warm und feucht ist die Luft. Seltsame Pflanzen be­gegnen dem Besucher auf seinem Wege, große, fleischige Blätter und unwahrscheinlich bunt gefärbte Früchte, als wären st« zum Anschauen und nicht zum Essen da.

Palmen!" Jeder, der Sotschi zum ersten Male besucht, macht diesen -überraschten Ausruf, sobald er die erste dünne Chamerops-Palme sieht, die ihre federartigen Blätter zum blauen Himmel emporfchietzen läßt. Aus Südchtna fand diese Palme, deren Stamm wie von dickem braunen Filz bedeckt ist, ihren Weg nach der kaukasischen Riviera, und hier hat sie sich überraschend gut akkli- mattsiert.

Wenn man den Blick vom Meere und von den darauf tummelnden Delphinen abwendet, nimmt man eine un­durchdringliche grüne Wand wahr: bis zu einer Höhe von über 4000 Meter sind die hart ans Meer reichenden Berge bewaldet, und im Vorgebirge ist der Pflanzen­wuchs besonders reichhaltig. Nicht weniger als 105 ver­schiedene Pflanzeuarten haben die Botaniker auf diesem einen schmalen Küstenstreifen gezählt, hier steht man die gigantischenTschinaren", Bäume mit einer Rinde, die an Elefantenhaut mahnt; die behaarten Zweige der tollen Weide"; die einheimische kaukasische PalmeSam- schit"; die an die Fühler eines Tintenfisches mahnenden Agaven und dann die verschiedenartigsten Schlingpflan­zen, die das Betreten dieses die Berge emporsteigenden subtropischen Urwaldes fast unmöglich machen.

In A.d l e r, einem Nachbarort von Sotschi, ist die letzte Bahnstation. Weiter längs der Küste fährt nur ein Omnibus. Immer schwieriger wird das Gelände, das diese Sttaßen überwindet, immer windungsreicher wird ihr Verlauf, zuweilen verschwindet das Meer hinter irgend einem Felsen, daun leuchtet es wieder bläulich auf.

Aber die berühmte Küstenstraße der Kaukasischen Ri­viera ist nicht nur durch die schönen Ausblicke berühmt, die man hier gewinnt. Interessant noch sind die vielen Brücken. Der ganze Küstenstreifen wird nämlich von vielen Hunderten von Flüßchen durchschnitten, die von den firnbedeckten Gipfeln und Gletschern des Kaukasus- Gebirges genährt werden. Im September füllen diese Flüßchen nicht ihr breites kiesbedecktes Bett; sie sickern wie dünne Streifen längs der Sohle irgendwo ta der Mitte des Bettes. Aber über diese dünnen Wasserarme in breiten Strombetten sind große Brücken gebaut, deren Schönheit auch den technisch Uninteressierten fesselt. An kostbare Spitzen erinnern die Stahlkonstruk- tlonen, di« etwa vorhandenen Pfeiler sind massiv, wie richtipe Festungstürme gebaut. Und dabei zeichnen sich die Brucken vor. allem dadurch aus, daß keine einzige der anderen gleicht. Das auf den ersten Blick seltsam an- mutende Verhältnis zwischen Vrückengröße und der Winzigkeit des Flußlauses wird erst verständlich, wenn man erfahrt, daß diese Rinnsale im Frühjahr und zur Zeit der echt tropischen Regengüsse zu großen, reißen­den Strömen werden. Innerhalb von einer Stunde kann

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Unser Tagesspiegel

Unsere U-Boote erzielten neue Erfolge: 18 Schisse mit 121500 BRT. wurden versenkt.

Im Atlantik ist eine Eeleitzugschlacht großen Um­fangs im Gange.

Deutsche Truppen drangen in den SLdteil Stalin­grads ein.

Sowjetische Angriffe bei Rschew, am Ladogasee und an der Newa brachen unter schweren feindlichen Verlusten zusammen.

Stalin setzt Churchill erneut unter Druck.

1100 französische Kriegsgefangene aus der Gegend von^Dieppe kehrten auf Grund des Führerbesehls

Werder siegte im Eauklassenfußball hoch 7:1 gegen Vremerhavey 93, während BSD. und Sportfreunde ihre Spiele verloren.

Im Handball der Gauklasse gab es die ersten Ueber- raschungen. '

Unsere Fußballnationalspieler schossen bei ihrer Generalprobe für das Spiel gegen Schweden 23 Tore.

Stahlunion-Dllsseldorf wurde deutscher Handvall- meister der Frauen.