Ausgabe 
(12.9.1942) Nr. 251
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parleianEicke Layeszettuny

vas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der §reien Hansestadt Vremen

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der Nationcrisozial-isterl. vreinens

flmlliches verkündungsbiatt des Ncichsstattstalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 251 , 12. Jahrgang

Sonnabend. 12. September 1942

L'nzetpreis 15 Npf.

Wolga auch südlich Stalingrads erreicht

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Naumgewinn bei Noworossijsk und am lerek /1000. flbschuß eines Nachtjägerkorps

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Aus dem Führer Haupt quartier. 11 . Sep­tember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt be­kannt:Bei Noworossijsk und am Terek-Abschnitt ge­winnt der Angriss deutscher und verbündeter Truppen in schweren Kämpfen weiter Raum. Im Festungskampf- seld von Stalingrad nimmt die Schlacht ihren Fortgang. In harten Kämpfen wurden Befestigungsanlagen süd­lich der Stadt durchbrochen und nunmehr auch dort die Wolga erreicht. Entlastungsangriffe des Gegners schei­tert-». Kampffliegerkräfte führten heftige Angriffe ge­gen Schwerpunkte des feindlichen Widerstandes und be­kämpften Trnppenbereitstellungen der Sowjets.

Im Raum von Rschew führten eigene Angriffe zu ört­lichen Erfolgen. Gegenangriffe des Feindes wurden blu­tig abgewiesen und dabei 22 Panzer abgeschossen. Süd­lich des Ladogasees und vor Leningrad scheiterten er­neute Angriffe des Feindes. In diesen Kämpfen wurden bei llebersetzversuchen über die Newa 2S Boote der Sowjets vernichtet.

Nach vereinzelten wirkungslosen Tagesstörflügen grif­fen Verbände der britischen Luftwaffe in der vergange­nen Nacht mehrere Orte Westdeutschlands an. Bor allem in Wohnvierteln der Stadt Düsseldorf entstanden zahl- uichc Brände sowie Sach- und Gebiindeschäden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Nach bisherigen Wei­tungen schössen Nachtjäger und Flakartillerie 31 der an­greifenden Flugzeuge ab. Außerdem wurden im Kanal, über -er Nordsee und über der Deutschen Bucht durch leichte deutsche Seestreitkräfte und Marineartillerie drei seindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. An der eng­lischen Südküste griffen leichte deutsche Kampfflugzeuge ein britisches VorpostenLoot an, das nach Bombentreffern schwer beschädigt liegen blieb. Bei einem Angriff eng­lischer Schnellboote auf ein deutsches Geleit im Kanal erzielten die deutschen Sicherungsstreitkräfte auf einem der angreifenden Boote so schwere Treffer, daß mit seinem Verlust gerechnet werden kann.

Weitere Boote wurden beschädigt. Ein Nacht-Fagd- korps der deutschen Luftwasse erzielte.;» der vergangenen Nacht seinen eintau senilsten Abschuß."

libersetfversuche der Sowjets an der Newa-front zerschlagen

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Berlin, 11. September. Wie das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mitteilt, wurden am Mittwoch mehrere bolschewistische Angriffe südlich des Ladoga­sees abgewiesen und sieben feindliche Panzerkampf- Mgen abgeschossen. An der Einschließungsfront von Leningrad führte der Gegner nur vereinzelte örtliche

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Aus dem Führerhauptquartier, 11. Sept. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptman» Rüncheberg, Stellvertretender Kommodore eines Jagdgeschwaders, und übermittelte ihm folgendes Schreiben:Im Ansehen Ihres immer bewährten

Heldentums verleihe ich Ihnen als 19. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern M Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, gez. Adolf Hitler."

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... und das kichenlaub für ljauptmann wilche

Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz -des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Wilcke, Kom- iModore eines Jagdgeschwaders, und übermittelte ihm Mendes Schreiben:In dankbarer Würdigung Ihres Mcknhaften Einsatzes im Kamps Um die Zukunft un- Volkes verleihe ich Ihnen als 122. Soldaten MsAeutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter- Wens -es Eisernen Kreuzes, gez. Adolf Hitler."

^ Neue Nitterkreuzträger

Mbtrlin, 11. September. Der Führer verlieh das Wterkkeuz des Eisernen Kreuzes an Major d. R. Mns Ritter vo »Schmidt, Führer eines Jnfanterie- Ahiments; Leutnant d. R. Rudolf Witsch, Zug­führer in einem Infanterie-Regiment; Oberfeldwebel Weßling, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader.

Vorstöße gegen die deutsche Stellung durch, die aber im Feuer der deutschen Waffen zusammenbrachen. An der Newa-Front versuchten die Volschewisten, wie be­richtet, nach stärkerer Artillerievorbereitung, mehrere Uebersetzversuche durchzuführen. Sie wurden durch das konzentrische deutsche Feuer bereits in der Entwicklung zerschlagen. Soweit feindliche Boote unter dem Schutz einer dichten künstlichen Nebelwand das freie Wasser erreichen konnten, wurden sie wirkungsvoll beschossen und dabei nach bisherigen Meldungen 36 Boote versenkt. Es gelang dem Gegner an keiner Stelle, das diesseitige von den deutschen Truppen besetzte Ufer zu erreichen.

Berlin, 11 . September. Erst am Donnerstag hatte Churchill im Unterhaus die Behauptung aufgestellt, dah sich die Lage in Indien gebessert habe. Sein ausdrück­liches Lob für das brutale Vorgehen des britischen Mili­tärs gegen die indische Bevölkerung, die für nichts an­deres als für ihre ihnen von Churchill wiederholt ver­sprochene Freiheit demonstriert, und für die lahtischwin- gende britische Polizei beweist jedoch, dah die britischen Grausamkeiten, die noch aus der Zeit der erstem Unter­drückung des friedliebenden indischen Volkes durch die britischen Eroberer bekannt sind, jetzt ihre Neuauflage erleben. Die schwedische ZeitungDags Posten" bringt eine Meldung aus Schanghai, dah in sämtlichen RL- stungsfabriken Kalkuttas schon seit einer Woche die Ar­beit niedergelegt worden sei. Bei den Unruhen am Mitt­woch seien nicht weniger als 375 Personen getötet wor­den. Die wiederholten Zwischenfälle der letzten Tage in Indien führten zu weiteren Massenverhaftungen. So wurden u. a. 350 Personen in Bombay, 259 in Karachi und 179 in Madras festgenommen.

Die in Rom erscheinende ZeitungMessaggero" ver­öffentlicht folgende Meldungen aus Bangkok in Indien: In einem chemischen Werk in Neu-Delhi erfolgte in der Nacht zum 19. September eine Explosion. Als Ur­sache wird Sabotage angenommen. 120 Personen wurden durch die Explosion getötet, 309 verletzt. In Parganas stürmte eine Studentengruppe die Räumlichkeiten einer antinationalistrschen Zeitung, die geplündert und in Brand gesetzt wurde. Die Polizei kam zu spät, um ein­greifen zu können. In Sahabäd wurde eine Frau, die ihren Mann den Händen zweier Polizisten entreißen wollte, von diesen niedergeschlagen. Die Polizisten wur­den von den Umstechenden schwer mißhandelt. Nur das Eingreifen .eines starken Polizeitrupps rettete sie vor dem Tod. In Bombay eröffneten die zur Unterstützung der Polizei eingesetzten Truppen viermal das Feuer auf indische Demonstranten. Es gab Tote und Verletzte. 39 Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Verkehr war für einige Stunden unterbrochen. Die wenigen ge­öffneten Läden schlössen eiligst.

In Bannu im Bezirk Peschawar kam es bei der Ver­haftung des Führers des Studentenverbandes von Bannu, Lhatam Daß, und eines Mitgliedes des All­indischen Kongreßausschusses, Dr. Mohammed Ismail Khan, zu heftigen Unruhen, die sich noch steigerten, als die Volksmenge erfuhr, daß auch ein Abgeordneter

Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten am 9. Sep­tember Feindansammlungen südlich des Ladogasees mit vernichtender Wirkung, es entstanden ausgedehnte Brände und Explosionen in Munitions- und Treibstoff­lagern. In einer Bucht des südlichen Ladoga-Sees wurden drei bolschewistische Kanonenboote schwer be­schädigt.He 111"-Kampfflugzeuge griffen an der Ein- schließuagsfront von Leningrad Stellungen des Gegners mit guter Wirkung an. Eingegrabene bolschewistische Batterien wurden am Newa-Knie durch Volltreffer außer Gefecht gesetzt. Deutsche Jagdflieger schössen elf bolschewistische Flugzeuge ab.

Vas britische vlulbad in Indien

kjunderle von neuen opfern der Sewattlierrschaft

der Gesetzgebenden Versammlung, Malik Akbar Ali, unter Verletzung seiner Immunität verhaftet worden war. Die Polizei nahm weitere 60 Verhaftungen vor. Da sie jedoch nicht Herr der Lage werden konnte, ließ der Gouverneur von Peschawar den Ort von mit Ma­schinengewehren ausgerüsteten Truppen umstellen. 2n Madras starb Sir Kurma Vencada Roddi, der vor 10 Tagen zum Mitglied des von den Briten kontrol­lierten indischen Nationalverteidigungsrates ernannt worden war, eines geheimnisvollen Todes.

Wie Reuter aus Allahabad meldet, ging die bri­tische Polizei erneut mit Lahtis gegen eine Menschen­menge vor, die «ine Versammlung abhalten wollte. Frau Indira Gandhi, die Tochter Nehrus, und deren Mann Feroze Gandhi, der eine Rede halten wollte, wurden mit einem Dutzend weiterer Personen verhaftet.

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Churchills Indien-Erklärung hat im Unterhaus die gleich unwillige Aufnahme gesunden, wie die Erklärung über die Kriegslage und die Reise nach Moskau. Es sei unmöglich, so erklärte der linksradikale Abgeordnete Bsvan (der Erfinder des Wortes vomgrößten natio­nalen Unglück" mit Namen Churchill), daß die verloge­nen Worte des Premiers über die Lag« in Indien tat­sächlich die Billigung des Kriegskabinetts gefunden ha­ben könnten, als dessen Sprecher sich Churchill bezeichnete. Devon fragte erschüttert, ob denn Groß-Vrttannien tat­sächlich zu einer soblödsinnigen Ausdrucksweise" ver­pflichtet wäre. Der Hinweis des Premiers, daß auch Attlee und Cripps als Angehörige der Labour-Party die Erklärungen über Indien gutgeheißen hätten, wur­den von den Labour-Abgeordueten mit gemischten Ge­fühlen angehört, da dieser Satz Churchills nicht mehr und nicht weniger bedeutet, als daß die offizielle Füh­rung der Labour-Party die angekündigten Terrormaß­nahmen der Regierung in Indien billigt. Der Premier hielt es für notwendig hinzuzufügen, daß der Text der Erklärung mit Attlee zusammen bis spät in den Äbend hinein ausgearbeitet worden sei immerhin ein be­merkenswertes Schlaglicht aus die zerrissene Lage der Labourpartei, Symptomatisch ist es jedoch, daß die englische Presse die Indien-Erklärung Churchills als ge­rade so wenig, beruhigend bezeichnet, wie es seine all­gemeine Kriegsübersicht gerochen sei. b.

Sründung einer Veutsch-Indischen Sesellschajt in tiamburg

Hamburg, 11. September. Am Freitag wurde im mburger Rathaus in Anwesenheit des indischen eiheitsführers Snbhas Chandra Böse dieDeutsch- dische Gesellschaft in Hamburg" gegründet. Bei der anschließenden Gründungsfeier begrüßte Reichsstatt- lter Kaufmann die indischen Gäste, zahlreiche Ver- ter von Staat. Partei und Wehrmacht sowie füh- ide Persönlichkeiten der an den deutsch-indischen Be­hängen interessierten Kreise aus Wissenschaft, Kunst d Wirtschaft. Der Präsident der Vereinigung ischenstaatlicher Verbände und Einrichtungen, js-Ober- ippenführer und General der Polizei, Lorenz, be­tte in seiner Ansprache, daß die Deutsch-Indische Ge­schäft gerade zu einem Zeitpunkt gegründet weide.

wo Indien um seine Freiheit kämpfe, was deswegen von besonderer Bedeutung sei. Deutschland bringe dem indischen Freiheitskampf besonderes Verständnis ent­gegen. Sodann sprach der indische Freiheitsführer Sub- has Chandra Bofe. Er führte unter anderem aus, die Briten hätten, als es ihnen gelungen war, ihre Herrschaft über Indien zu errichten, ihr Bestes getan, um alles Indische als möglichst minderwertig hinzu­stellen. Als Indien moralische Hilfe brauchte, hätten deutsche Denker und Gelehrte Indien und seine Kultur entdeckt. Dies sei eine Tatsache, die das indische Volk nie vergessen könne, und dieses kulturelle Band, frei von allen selbstsüchtigen und materiellen Interessen, habe bis heute die Grundlage aller deutsch-indischen Interessen abgegeben. Die Lieder deutschen Nation und die indische Nationalhymne bildeten den Abschluß der eindrucksvollen Kundgebung.

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lNadagaskar neues Ablenkungsmanöver ckurchttls

Noofevetts Volle bei dem britischen pirotenakt knglands Niedertracht gegen dos verratene Frankreich

DrahtberiKt unserer Berliner Schriftleitung

^roe. Berlin, 11. September. Der neue britische "»chenakt gegen Madagaskar enthüllt nicht allein ein neues Mittel der ganzen Schamlosigkeit und widerlichen Heuchelei der anglo-amerikanischen Kriegshetzer, son- °eru er wirst gleichzeitig auch ein bezeichnendes Licht "us die bedrängte Lage, in der sich heute in Auswirkung kriegerischen und politischen Erfolge der Achse und chrer Verbündeten die Kriegführung und Politik der ^ugländer und Amerikaner besindet.

Unter den zu dem Ueberfall auf Madagaskar von kszlischer und amerikanischer Seite ausgegebenen Nach- tichien stellen die Londoner Produkte ein kaum mehr su überbietendes Musterbeispiel der Lüge und Heuchelei s°r. So heißt es in dem Kommentar des Kriegsmmi- uenums. die britische Regierung habe sichwider^ eM- uem Willen" gezwungen gesehen, weitere militärische Operationen auf der Insel durchzuführen, da die un­bedingte Erfordernis Londons infolge der Haltung der <üchy-Rsgierung auf friedlichem Wege nicht erreicht werden konnte. Man scheut sich also nicht, wie bei dem ersten englischen Vorstoß gegen Madagaskar vor vier "sonnten wiederum das alte Märchen von einer rapa- ,Wichen Gefahr von Madagaskar aus der Mottenkiste rss holen, indem man erklärt, es lägen Beweise für die ^ugtcit von Achsenagenten auf der Insel vor; lap«' "«che U-Boote hätten Oel und andere Vorräte in dem Vichy kontrollierten Teil von Madagaskar ein- »^onimen und ebenso hätten japanische Agenten dort

vermutlich" Eingang gefunden. Diese Behauptungen sind freilich so frech aus der Luft gegriffen, daß selbst London zu ihnen die Einschränkung machen muß, es läge eine offizielle Bestätigung für die Richtigkeit mcht vor.

Die eigentlichen Gründe Englands für den neuen feigen Uebersall auf den Kolonialbesitz seines ehemaligen Bundesgenossen liegen jedoch vor aller Welt klar zutage. Churchill braucht einen neuen Erfolg. Er hat erst eben auf dem Feld der Politik sowohl in Indien als auch in Moskau empfindlichen Schaden erlitten, zu dem die immer heftiger werdende Kritik an seiner Kriegführung im eigenen Lande kommt. Er hat weiter auf dem stra­tegischen Felde seinen Dilettantismus neuerdings mit der schweren Niederlage von Dieppe bezahlen müssen. Alle diese Gründe Zwingen ihn. irgendwo eins Aktion zu unternehmen, die er auch dem britischen Volk und der Weltöffentlichkeit als ein Erfolg seiner Strategie vor­weisen kann. Jnnenpolitsch gesehen stellt das Unterneh­men von Madagaskar ein ausgesprochenes Ablenkungs­manöver dar. Anders verhält es sich, wenn man die neue Aktion Churchills vom außenpolitischen und mili­tärischen Standpunkt aus betrachtet. Von hier aus qesehen ist der Ueberfall nichts anderes als ein voll­kommenes Eingeständnis der verzweifelten strategischen Lage in die das Empire durch die Schuld Churchills geraten ist. Churchill und Roosevelt sehen sich gezwungen, nach Sicherungen der anglo-amerikanischen Seewege Ausschau zu halten, der Ueberfall auf Madagaskar

stellt nichts als einen weiteren bedeutsamen Rückzug der anglo-amerikanischen Strategie dar, die mit diesem Unternehmen zumindest den absoluten Verlust des Mittelmeerweges vor aller Welt einräumt. Madagaskar liegt im Bereiche der den Engländern und Amerikanern noch verbliebenen Seeverbindungen zum Mittleren Osten. Nach einer Meldung vonSvenska Dagblaidet" wurden denn auch die jetzt ergriffenen Maßnahmen mit aller Wahrscheinlichkeit bereits bei der Unterredung zwischen Churchill und General Smuts in Aegypten vor einem Monat beschlossen.Popolo d'Roma" vermutet nicht zu Unrecht, daß die Engländer eine weitere Verschlechterung ihrer Positionen im Pazifik und im Indischen Ozean be­fürchten und daher den Versuch unternehmen, nach neuen Basen zu greifen.Aber", so sagt die italienische Zei­tung,auch mit Madagaskar werden die Briten ihre Probleme in Ostasten nicht lösen können und erst recht nicht diejenigen in Aegypten und im Mittleren Osten." Nicht zuletzt macht auch der Blick auf die gegenwärtig« Situation in Indien diese neue Handlung Churchills aufschlußreich, denn es ist klar. daß die Briten mit ihrem Unternehmen gegen Madagaskar nach dem Ver­lust des Seeweges durch das Mittelmeer einen sicheren Punkt auf dem Wege nach Indien suchen, da sie befürch­ten müssen, über kurz oder lang dort in den Endkampf um die wichtigste Position des Empire eintreten zu müssen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die Erste ^tee 28

Ein primitiver Bluff

Vov Dr. 2. 2 ö p H

Der demokratische Hang zur tönenden, tarnenden Phrase, der in der Atlantikcharta einen klassischen Aus­druck gefunden hat, hat sich mit der amerikanisch-engli­schen Sucht zur großen Zahl verbunden in einer Erklä­rung. die nichts als ein grandioser Bluff von entwaff­nender Naivität ist. Sie lautet:Die unterzeichnenden Regierungen verpflichten sich mit dieser Erklärung auf ein gemeinsames Programm mit Zielen und Grund­sätzen. wie sie in der Proklamation des Präsidenten der Vereinigten Staaten und des britischen Premiermini­sters vom 14. August 1941 enthalten und unter der BezeichnungAtlantikcharta" bekannt sind." Es folgt eine lange Liste von 26 Nationen.

Man muß sich diese Liste einmal genauer ansehen, um feststellen zu können, mit welch billigen und lächer­lichen Mitteln die Demokratien der ununterbrochenen Kette ihrer politischen und militärischen Niederlagen irgend etwas entgegenzusetzen versuchen, das ihren be­trogenen Völkern wenigstens einige Hoffnung gibt. Wer sind diese 26Vereinigten Natio­nen", die am 3. Januar 1942 die genannte Erklärung unter großem Theaterdonner unterzeichnet haben? Zu­nächst die Vereinigten Staaten. Großbritannien und die Sowjetunion. Wir wußten auch vor dem 3. Januar, daß diese Koalition der großen Plutokratien mit dem Bolschewismus uns den Kampf auf Leben und Tod angesagt haben.

Aber das sind erst drei von 26. Hinzu kommen einzeln aufgeführt die Dominions des britischen Empire: Kanada. Australien, Neuseeland und die Südafrika­nische Union. Das ist auch nichts Neues, und interessant ist daran nur, daß sie als selbständige Nationen auf­geführt werden, was für die Entwicklung des Empire bezeichnend ist. Die Dominions haben auch vorher schon, wie das Beispiel Versailles gezeigt hat. Verträge ein­zeln unterzeichnet. In dieser seltsamen Liste derVer­einigten Nationen" aber dürfte der Einzelaufmarsch der Dominions auf den Wunsch Roosevelts zurückzu­führen sein, die von ihm weitgehend abhängigen Glie­der des Empire nicht summarisch unter englischer Firmenbezeichnung zu führen.

Die 8.Nation" ist Indien. Das indische 400-Millio- nen-Volk wird wahrscheinlich von seinemGlück", in dieser Liste zu figurieren, gar nichts wissen, auf alle Fälle ist es gar nicht gefragt worden. Der ganze hohle Schwindel, den die Demokratien bedenkenlos mit ihren Opfern treiben, ist an dieserindischen" Unterschrift abzulesen.Indien" muß eine Erklärung unterzeichnen, daß es für die Grundsätze der Atlantikcharta kämpft. Churchill hat aber offiziell erklärt, daß die Atlantik­charta auf Indien keine Anwendung findet. Er ist jetzt damit beschäftigt, den Indern mit Bleirohr, Kugel und Bombe einzuhämmern, daß sie zwar den Namen ihres Landes hergeben dürfen für die demokratische Agita­tion, aber daß feder Versuch, daraus irgendwelche Fol­gerungen zu ziehen, im Blut erstickt wird.

Nummer 9 ist Tschungkingchina. Unbekümmert um die Tatsachen führen Roosevelt und Churchill auf der Habenseite ihres militärisch-politischen Hauptbuches im­mer noch 450 Millionen Chinesen, weil die Zahl sich so großartig zum Bluffen eignet. Daß Tschiang Kai-schek mit den Trümmern seiner Armeen, abgeschnitten von allen Verbindungen, einen völlig aussichtslosen Kampf kämpft, kümmert die-großzügigen Rechner nicht.

Nummer 10 bis 18 sind die halbkolonialen mittel- a-merikanischen Zwergstaaten Guatemala, Hoüduras, EI Salvador, Nikaragua, Kostarika, Panama, die karibischen Neger- und Mulatteastwaten Haiti und die Dominika­nische Republik und die von den USA. abhängige Re­publik Kuba. Die neunNationen" haben zusammenge­nommen eine zum größten Teil aus Kreolen. Mestizen. Indianern, Ladinos. Negern und Mulatten bestehende Bevölkerung, die halb so groß ist wie die des verflossenen Polen, dem in 18 Tagen das trügerische Lebenslicht aus- geblasen wurde. Honduras z. V. hat eine Vevölkerungs- zahl, die so groß ist wie die von Vreslau. Aber für Roosevelt und Churchill kommt es auf den Bluff an. und zu diesem Zweck werden halbe USA.-Kolonien aus­nahmsweise zuNationen" emporgelobt, die für die Menschenrechte kämpfen. Was den bolschewistischen Vor­kämpfern für Religion. Freiheit und Menschenwürde recht ist, muß den Mulatten billig sein. Wenn Litwinow unterzeichnet, kann das auch irgendein Sohn des Ur­waldes tun.

Den Tempelhütern der Demokratie erschien die Zahl von 18Nationen" zu mager. Da im Augenblick nichts Besseres zur Hand war. verfielen sie auf einen Einfall.

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Im Festungskampsfeld von Stalingrad nimmt die Schlacht ihren erbitterten Fortgang.

Bei Noworossijsk und am Terek erzielte der deutsche Angriss weiteren Raumgewinn.

Ein Nachtjagdkorps meldet den 1669. Abschuß. Der britisch-amerikanische Eewaltstreich gegen Madagaskar hat in Frankreich helle Empörung ausgelöst

Aus Indien werden neue britische Gewalttaten ge­meldet.

In Hamburg wurde eine Deutsch-Indische Gesell­schaft gegründet.

Reichswirtschaftsminister Funk hat in Ungarn u. a. über Preis- und Währungssragen verhandelt. Staatssekretär Landfried sprach in Oberschlesien über die Aufgaben der Eauwirtschaftskammern.

Für Schäden infolge Umquartierung in luftgefähr­deten Gebieten wird gemäß neuem Erlaß in be­stimmten Fällen ein Härteausgleich gewährt.

Im Feldpostpäckchenverkehr mit Zulassungsmarken tritt eine Erweiterung ein.