Ausgabe 
(11.9.1942) Nr. 250
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parteiamtliche Layeszeitung

vas flmtsblatt des Negierenden vürgermeistcrs der Zielen Hansestadt vrrmen

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üer NationatsoziaMen Vremens

flmtUckfes vcrKündungsblatt des Ncichsstatttialters in LUdenburg und^vremeii

Nr. 250 , 12. Jahrgang

Freitag. 11. September 1942

Linzelpreis 15 lipf.

Sowjets auch am lerek zurückgewiesen

weiter erbittertes Ningen im sestungsgelände von Stalingrad

lsorlc slbwehrkämpfe bei Kschew

38 Feindboote auf der Newa vernichtet f^Aus dem Führerhauptquartier, 10. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Siidostwärts Noworossijsk wurden in dem mit Bun­kern ausgebauten Kampfgelände weitere Höhen ge­nommen. Schwere Artillerie des Heeres versenkte an der Küste des Schwarzen Meeres fünf Transporter. Am Terek wars eine deutsche Kampsgruppe einer Panzerdivision den mit massierten Kräften angreifen­den Feind zurück, brach in die feindlichen Artillerie- Itellungen ein und zerstörte Batterien.

Im Festungsgebiet von Stalingrad wurden mit Unterstützung der Luftwaffe weitere stark ausgebaute und zäh verteidigte Befestigungsanlagen genommen Bei der Abwehr starker Entlastungsangriffe wurden zg sowjetische Panzer abgeschossen. Kampfflugzeuge bombardierten Hafenanlagen und Versorgungslager von Astrachan. Nachtangriffe richteten sich gegen Flug­plätze ostwärts der Wolga.

Im Raum von Rschew nahm der Feind seine An­güsse mit starken Infanterie- und Panzerlräften wie­der auf. Sie wurden im Zusammenwirken mit der Lastmasse in harten Kämpfen abgeschlagen und dabei ff feindliche Panzerkampfwagen vernichtet. Südlich des Ladogasees und an der Einschließungsfront von Lenin­grad brachen mehrere Angrisse der Bolschewisten zu­sammen. Bei vergeblichen Versuchen des Feindes, den Newa-Uebergang zu erzwingen, wurden 38 feindliche Boote vernichtet.

In der vergangenen Nacht führten die Sowjets Stör- slüge über ostdeutschem Gebiet durch. Die sowjetische Lastmasse verlor gestern 1L8 Flugzeuge, außerdem wurde ein Fesselballon durch Jagdflieger abgeschossen. Acht eigene Flugzeuge kehrten vom Flug gegen den Feind nicht zurück. In den Mittags- und Abendstunden des 0. September überflogen einzelne britische Flug­zeuge Westdeutschland. Durch den Abwurf einiger Sprengbomben entstanden geringfügige Schäden. Bor- postenboste schaffen im Kanal zwei britische Flug- zeuge ab."

Zu den Mittwochkämpfen vor Stalingrad teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit:Nach starker Artillerievorbereitung unternahmen die Bolsche­wisten mehrere Gegenangriffe westlich Stalingrad, die sämtlich unter hohen Verlusten für den Feind zusammen­brachen. Sofort setzten die Deutschen zum Gegenan­griff an. Die Bolschewisten leisteten in den zahlreichen iunkcrartig ausgebauten Feldstellungen und in den mit Liahlpanzerkuppeln versehenen Stützpunkten zähen Wi­derstand. Der Angriff auf diese starken Befestigungs­

werke konnte daher nur abschnittweise vorgeführt wer­den. Nördlich von Stalingrad stietz der deutsche Angriff in den Mittwoch-Vormittagsstunden zunächst auf äußerst verbissenen Feindwiderstand. ' Nachdem Pioniere, In­fanteristen und Panzersoldaten mehrere Bunker und zahlreiche Widerstandsnester aus der feindlichen Wefe- stigungslinie im Nahkampf herausgebrochen hatten, konnte der deutsche Angriff weiter vorgetragen werden. Der Feind hatte schwere personelle und materielle Ver­luste. --

Nördlich des äußeren Festungsgürtels griffen die Vol- schewisteu nach heftiger Artillerie- und Granatwerfer- vorbereitung von außen mit starker Infanterie und zahlreichen Panzern an. Nach erbitterten Kämpfen wurde der Feind unter blutigen Verlusten wieder nach Norden zurückgeworfen. Er verlor dabei ins­gesamt 59 Panzerkampfwagen. Bei diesen Kämpfen zeichnete sich ein deutsches Panzerkorps aus, das in den

letzten zwölf Tagen im Norden der Befestigungswerke bis zur Wolga vorgestoßen war und dieses eroberte Ge­biet gegen stärkste gegnerische Angriffe gehalten und erweitert hatte. Wichtige bolschewistische Straßenver- bindungen in nördlicher Richtung wurden abgeschnitten und der Schiffahrtsverkehr auf der Wolga unterbun­den. Seit dem 23. August schoß das Panzerkorps bei diesen Kämpfen über 430 bolschewistische Panzerkampf­wagen ab, erbeutete oder vernichtete 180 Geschütze, zer­störte zwei Monitore und drei Kanonenboote auf der Wolga und versenkte zwei Flußdampfer und vier grö­ßere Motorboote. 9000 Gefangene würden allein von diesem Panzerkorps eingebracht.

Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten am Mitt­woch mit zusammengefaßten Kräften Artilleriestellungen der Bolschewisten mit nachhaltiger Wirkung. Versor­gungslager des Feindes wurden vernichtend getroffen, (Fortsetzung aus Seite 2)

woolton:wenn ihr wüßtet..

Vor krnSlirunssminister straft lsturchitt rügen Die Schifsakrtslage im Spiegel der britischen presse

Drahtbericht unterer Berliner Schrittleitnng ö. Berlin, 10. September. Die Bemerkung des bri­tischen Premiers, wenn auch die Schiffahrtsverluste der Alliierten noch immer groß seien, so zeigten sich dennoch Anzeichen einer großen Verbesserung, wird in der briti­schen Presse durch ein ostentatives Feststellen der schwie­rigen Lage zur See beantwortet. Gerade die Schifss- verknappung sei es gewesen, die säst ausschließlich wäh­rend der letzten Tage im Brennpunkt aller Sorgen und Befürchtungen gestanden habe, schreibt die Lon­donerFinancial News" im Rahmen dieser stürmischen Reaktion auf Churchills Prahlereien, die denDaily Herald" zu der schlichten Feststellung veranlaßt:In den letzten Monaten sind mehr Schiffe versenkt worden, als wir bauen konnten." Es sei immer noch nicht ge­nug geschehen, erklärt auchFinancial Nwis", um die Achillesferse der Alliierten", eben die Schiffahrt, zu schützen. Lediglich einzelne Sprecher und Churchill befindet sich unter ihnen hätten immer wieder be­ruhigende Erklärungen abgegeben, die aber stets mit der monotonen Feststellung geendet hätten, daß noch nicht genügend Schiffsraum vorhanden sei, um Flugzeuge, Tanks, Geschütze, Munition und Truppen in genügender Anzahl an alle Kampffronten und insbesondere zur Eröffnung einer zweiten Front zu befördern. Es sei auch nicht selten vorgekommen worauf gerade der frühere parlamentarische Unterstaatssekretär der briti­schen Admiralität, Lord Muster, in der Vergangenheit unermüdlich hingewiesen habe, daß die amtlichen

Erklärungen einander widersprächen. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß der Abstand zwischen Schisfs- verlnsten und Neubauten sich nach wie vor nicht ver­ringert habe.

Bezeichnenderweise erkläre man in diesem Zusammen­hang auch in den USA., so schreibt die britische Zei­tung, die Alliierten träten in das Jahr 1943 trotz aller Neubauten mit einer weit geringeren Anzahl von Han­delsschiffen «in als sie zu Beginn des Jahres 1942 besessen hätten. Man rede dabei aber immer nur von Fracht­schiffen und übersehe vollkommen, daß man auch Kriegs­schiffe brauche und zwar wahrscheinlich ebenso dringend. Beim Kriegsschifssbau sei die Schwierigkeit nur die, daß man sie nicht in Massen produzieren könne, wenn sie etwas taugen sollten.

Wenn darüber hinaus Reuter am Donnerstag nach amtlicher Auskunft berichtet, es sei keinerlei Abschwä- chung in der deutschen U-Boot-Offensive zu bemerken, und wenn der britische Ernährungsminister Woolton seinem Publikum recht deutlich zuruft:Wenn ihr

wüßtet, was ich Tag für Tag über die Versenkung von Schiffen erfahre, und wenn ihr genügend Phantasie besäht, euch die Menschen vorzustellen, die durch die Bersenkungen persönlich betroffen werden, dann würdet ihr mit dem täglichen Brot viel sparsamer werden." Wenn man all diese Aeußerungen nach ihrer Er- scheinnngszeit, also einen Tag nach der Rede des Pre­miers, wertet, dann stellen sie tatsächlich eine Antwort an Churchill dar, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig läßt.

Neuer englischer übersatt auf Madagaskar

Drahtbericht unseres Vertreters -Ir. k. Vichy, 10. September. Ein am Donnerstag in Lichy veröffentlichtes Kommunique meldet einen neuen uaqualifi,zierbaren" englisch-gaullistischen Angriff auf Madagaskar. Nachdem die gaullistischen Streitkräste vergeblich versucht hatten. 15 Kilometer nördlich von Majunga zu landen, griffen englische Streitkräfte in den frühen Morgenstunden des Donnerstag die franzö­sischen Häfen der Westküste gleichzeitig an. Der neue seige lleberfall ist mit Zustimmung der USA.-Regie- nmg erfolgt, wie aus einer in Washington ausgegebe­nen Verlautbarung hervorgeht. Danach sind die llSA.- Aegierung und die englische Regierung übereingekom­men, weitere militärischen Operationen gegen Mada­gaskar zu unternehmen,falls dies sich als notwendig erweisen sollte".

Vor sichrer empfing italienische saschistenfichrer

Aus dem Führerhauptquartier, 1«. Sept. Der Führer empfing am Donnerstag in Gegenwart des Stabschefs Biktor Lutze den Generalstabschef der Faschi­stischen Miliz, Exzellenz Generalleutnant Enzo Gal- biati, sowie den Kommandeur der Sonderformation Mussolini", General Eins, und General Romc- gialli. Er hatte mit dem Chef der faschistischen Kampsoerbände eine längere Unterredung im Geist der herzlichen Freundschaft und Waffenbrüderschaft.

kichenlaub sür tapferen U-Voot-Kommandanten

Aus dem Führerhauptquartier, 10. Sep­tember. Der Führer verlieh dem Korvettenkapitän Klaus Scholtz, Kommandant eines U-Bootes, das

Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte an ihn nachstehendes Telegramm:In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kamps für die Zukunft unseres Bolkes verleihe ich Ihnen als 123. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Adolf Hitler."

Neue Nitterkreuztrüger

Berlin, 10. September. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Major d. R. Kurt Nolte, Bataillonskommandeur in einem Infanterie- Regiment; Oberfeldwebel Friedrich Vogelfang, Zugführer in einem Infanterie-Regiment; Obergesrei- ter Josef Schutz, MG.-Schütze in einem Infanterie- Regiment.

Stalin errichtete «zweite front" in kngland

tkurchitl-Nede als Vumerang Speichelleckerei ohne erfolg 0er kommunistische kinbruch in Vritannien

Dratztbcricht unserer Berliner Schriftleituna

.N. v.scb: Berlin, 18. September. Da, wo Churchill >6 seiner Unterhausrede eine fühlbare Erleichterung üner offenbar schwierig gewordenen innerpolitischen Lage anstrebte, hat er genau das Gegenteil erreicht. »M britischen Premier ist zweifellos der zunehmende Druck der kommunistischen Agitation je länger je mehr »us die Nerven gefallen. Wenn er kürzlich nach so lan­gem Widerstand das Wiedercrscheinen desDaily Wor- gestatten mußte, so ist das zweifellos sqmptomatiich k- die Tatsache, daß er die Geister, die er rief, nicht !"rhi los zu werden vermag. Schon unmittelbar »ach seiner Rückkehr aus Moskau versuchte Churchill durch leine Rcklamehelfer die Auffassung zu verbreiten, dag >n Moskau eine vollkommene Verständigung erzielt wor­den sei, so daß also künftig ein zu ungestümes Drangen "nch derZweiten Front" gegen den Geist der brniich- delschewistischen Verständigung verstoße. DerDaily eöorker", der offenbar aus dem Wege über Maisky nnd durch die Kanäle der Komintern besser unterrichtet bat sich um Churchills Beschwörungen nicht gekum- Mcrt^ Ex verlangt die sofortige Schaffung derZn>ei- 'kn Front" um jeden Preis.

Nun wollte Churchill in seinem Bericht über die M-rlauer Verhandlungen in seiner Unterhausrede °Mnbar den Eindruck schassen, daß er, wenn auch nach Ueberwindung von Schwierigkeiten, dem Diktator im ^renu schließlich doch die besonderen Voraussetzungen der anglo-amerikanischen Kriegführung habe degforflich machen können. Er hat das Pech, daß die sowjetische gleise in ihrer kommentarlosen Wiedergabe von Teilen d" Ehnrchillrede ausgerechnet diese Stelle ausnahmslos unterschlägt. Was das bedeuten soll. liegt auf der Hand. i-Mrchill wird von Stalin rücksichtslos desavouiert. Amerikanische Berichte aus Moskau legen jetzt einen be- »oudcren Ton auf die Feststellung, daß die Oe'fsent- "chleit der Sowjetunion durch Churchills Rede zum "normal Kenntnis davon erhalten habe. daß m d°n -"vslauer Besprechungen zwischen Churchill und Stalin

ältliche Meinungsverschiedenheiten über

die Kriegführung aufgetreten seien. Nach Meldungen aus Washington finde man es dort höchst bezeichnend, daß jetzt der Moskauer Zensor Nachrichten durchgelassen habe in denen auf die bittere Enttäuschung darüber hingewiesen werde, daß keine Aussichten auf eine recht- zeillge militärische Hilfe der Engländer und Amerika­ner bestehen sollen. Churchills Erklärung habe, berich­tetUnited Preß", diese Hoffnung, die bisher noch be­standen habe, zerstört. 2» Washington hat man den Ein­druck, als ob Moskau auf diesen Wegen der Nachrichten­politik eine neue Form des Druckes im Hinblick auf die Errichtung einerZweiten Front" doch noch in diesem Jahre ausüben wolle. 2n den Zusammenhang solcher Meldungen und Betrachtungen wird dann auch der Be­such erwähnt, den der Sowjetbotschafter Litwinow spat in der Nacht zum Mittwoch dem Staatssekretär Hüll

"^ast^scheint^es so, als ob Churchills Reise nach Mos­kau völlig für die Katz' gewesen sei. Stalin, von dem Churchill kleinlaut berichten mußte, daß er ein«barsche Redeweise" habe kennt in der Tat keine Gnade. Auch die ekelhaften Versuche der Speichelleckerei, die man in Churchills Unterhausrede wieder feststellen konnte, haben nicht das geringste gefruchtet. Die Lobhudeleien über den Charakter Smlins. mit denen Churchill pch noch einmal anbiedern wollie, fehlen in den Auszügen de, Sowjetpresfe die natürlich einen Wink aus dem Kreml bekommen hat, vollkommen. Wo Churchill sozusagen nur zwischen den Zeilen sein politisch-militärisches Dilemma andeuten wollte, sind andere Leute plump genug, um das Kind beim richtigen Namen zu nennen. So charak­terisiert dieDaily Mail" ausdrücklich Churchills Be­merkung, daß man der Sowjetunion so schnell wie mög­lich zur Hilfe kommen wolle, als «in«leere Phrase".

So schnell wie möglich", diese Formulierung könne jede Zeit-periode decken. Auch derManchester Guardian", der sogar von Churchills Rede einenvorteilhaften Eindruck" gehabt haben will, meint, daß Churchill zwar von der Errichtung einer zweiten Front, aber nicht von einer Front gesprochen habe, aus der man keinen Erfolg haben könne. Man wolle kein Manöver, das von vorn­

herein zu einer Katastrophe verurteilt sei. Das alles charakterisiert und verstärkt das Bewußtsein der Ohn­macht und der Hilflosigkeit, das aus jedem Satz der Rede Churchills sprach, und das macht es erst recht be­greiflich, daß die britischen Unterhausabgeordneten schon während der Churchill-Rede durch ihren Auszug aus dem Sitzungssaal ihre Enttäuschung und Jnteressen- lostgkeit geradezu demonstrativ bekundeten. DerDaily Herald" erklärt dazu, daß das Unterhaus das parlamen­tarische Theaterstück durch das Abbrechen der Verhand­lungen in eine Posse verwandelt habe.

Die Leute, die im Austrage Stalins die Zweite Front in England selbst anführen, haben dem Premier so unmißverständlich wie überhaupt nur möglich zu ver­stehen gegeben, daß er so, wie er sich das gedacht haben mag, die Zufriedenheit Stalins und seiner Agitatoren in England nicht gewinnen kann. Der Führer der Opposition, der Abgeordnete Veoan, ging so weit, es als das größte Unglück zu bezeichnen, daß Churchill im­mer noch im Amt sei. Die britischen Arbeiter wüßten, daß die Sowjetgeneräle die Errichtung einer Zweiten Front für möglich hielten, und sie setzten heute mehr Vertrauen in die Worte Woroschilows und Timoschen- kos als in diejenigen Churchills. Wenn es soweit ge­kommen ist, daß im britischen Unterhaus solche Worte gesprochen werden konnten, so muß sich der Kommunis­mus seines kommenden Sieges in England selbst schon sehr sicher fühlen. Zwar haben die Kommunisten sich auf dem Gewerkschaftskongreß in Blackpool im ersten Anlauf noch nicht mit der Forderung nach Aushebung der Bestimmung durchsetzen können, nach der Kommu­nisten von Funktionärposten ausgeschlossen wurden, aber die Mehrheit ihrer Gegner war nur noch sehr gering­fügig. Und so ist der Zeitpunkt abzusehen, an dem die Schleusen znm kommunistischen Einbruch in vollem Aus­maß geöffnet sein werden. Churchill muß Stalin "immer wieder aufs Ungewisse vertrösten, wenn dieser die zweite militärische Front fordert. Umgekehrt hat Sta­lin seine zweite Front in England selbst nunmehr er­richtet, und sie marschiert.

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Die Prophezeiung des Obersten von der Goltz

Von Dr. vn Xonrscl SsNscti

In ?ll.-Berichten wird von dem freudigen Empfang der deutschen Truppen durch die Bevölkerung des Kaukasus gesprochen. Diese Tatsache erinnert uns an die Anwesenheit einer deutschen Expedition in diesem Eebtrgsland während des letzten Welt­kriegsjahres 1918. Es ist erstaunlich, aber auch bezeichnend, daß die Kaukasier jene Zeit vor nunmehr vierundzwanzig Jahren nicht vergessen haben.

Im April 1918 fuhr ich von Damaskus auf Urlaub nach Deutschland. Während meines Aufenthaltes in Konstantinopel fiel mir am Galaia-Kai der große deutsche DampferGeneral" auf, der sonst als Wchn- schiff deutscher Truppen weiter hinten im Goldenen Horn ankerte. Auf mein« Frage, was das emsige Treiben an Bord zu bedeuten habe, erhielt ich die Antwort, daß hier eine deutsche Expedition unter der Führung des bekannten Generals Kreß von Kressönstern nach Balurn fahre, um sich nach Georgien zu begeben. Die Georgier hatten um Hilfe gegen die Bolschewisten ge­beten. Da nun Deutschland Mangel an allerhand Roh­stoffen litt besonders an Oel und Manganerzen kamen sich hier die Wünsche entgegen.

Die verhältnismäßig kleine Expedition traf glücklich in Batum ein und errichtete in Tiflis das Hauptquar­tier, wo zusammen mit den Türken für die Freiheit dev transkaukasischen Republiken nicht ohne Erfolg gear­beitet wurde. Es war nicht ganz leicht, die verschiedenen Volksinteressen unter einen Hut zu bringen, aber die öLefahr des Bolschewismus half über die Schwierigkeiten hinweg, und bald kehrte Ordnung in Georgien ein. Ja, «in recht gut ausgebildeies georgisches Heer entstand, das sich einig« Male kräftig gegen die Feinde gewehrt hat. Neben Kreß von Kressenstein stand übrigens als diplomatischer Mitarbeiter Graf von der Schnlen- burg, dessen Wirken als Botschafter in Moskau spä­ter so große Bedeutung erhalten sollte.

Aber die kleine Expedition genügte nicht. Das Reich beschloß deshalb ihre Verstärkung; die unter Führung des Obersten von derGoltz ihre Reise in den fernen Kaukasus antrat. Man darf nicht vergessen, daß deutsche Truppen damals tief in Rußland standen. Sie hatten die Ukraine, die Häfen der Nordküste des Schwarzen Meeres und auch die Krim besetzt. Sie hielten bis Rostow,Wache. Nördlich des Kaukasus versuchte Denikin mit weißrussischen .Truppen zu retten, was zu retten war, während in der Gegend von Zaryzin, dem heutigen Stalingrad, Abteilungen Koltschaks standen. Es waren Woroschilow und Stalin selbst, die ein Zusammengehen der beiden weißrussischen Generäle schließlich zu verhin­dern wußten. ^

Oberst von der Goltz, der Sohn des berühmten Leh­rers und Feldrnarschalls der türkischen Wehrmacht, fand sofort auch Sympathien, da man die Liebe zum Vater auf den Sohn übertrug, der alsGoltz Pascha ohne weiteres anerkannt wurde. Er war zuerst mit Ziel Baku allein gereist. Ueber Sewastopol kamen dann eine bayerische Kavalleriebrigade und eine ganze Division nach. die die schwache Brigade Kreß von Kressensteins verstärkten. Diese Abteilungen wurden in Poti ausge­laden. Unterdessen war Baku von den Türken einge­nommen worden, und Kreß von Kressenstein schickte von der Goltz als seinen Vertreter nach Baku zu der dort etablierten aserbeidschamschen Regierung.

Ziwschen Tiflis und Baku liegen die deutschen Kolonien, die bekanntsteen unter ihnen Helenen- dorf und Annendorf. Ihre Freude, deutsche Soldaten begrüßen zu können, war groß. Sie hatten sich durch alle Generationen hindurch ihr Deutschtum bewahrt und m Georgien mustergültige Arbeit geleistet. Ihr Pio- niertum und ihr Beispiel als Kulturträger wurde von allen sie umgebenden Volksstämmen anerkannt. Den Bolschewisten blieb es vorbehalten, ihre Existenz zu vernichten.

Professor Dr E. Zugmayer, einer der besten Ken­ner des Nahen Ostens und Teilnehmer an den historisch gewordenen Expeditionen durch den Mittleren Osten während des Weltkrieges, schreibt über den Aufenthalt und die Arbeit der deutschen Truppen im Kaukasus während der wenigen Monate im Jahre 1918:Der gesunde Sinn des georgischen Volkes in Land und Stadt sah rasch in den Deutschen die Freunde und Retter, und das beispiellos gute Einvernehmen, das zwischen der Bevölkerung und der Besatzung fortan herrschte und sich zu herzlicher Freundschaft steigerte, ist ein erfreu­licher und erhebender Zug in dem bunten Bild jener Zeit." Es war, wie gesagt, nicht leicht, die verschiedenen

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Das erbitterte Ringen im Festungsgelände von Stalingrad nimmt einen für unsere Truppen erfolgreichen Fortgang.

Am Terek angreifende massierte Fcindkräfte wurden geworfen.

Bei Rschew sind erneut harte Abwehrkämpse im Gange.

Bei vergeblichen sowjetischen Uebersetzversuchen über die Newa wurden 38 Feindboote vernichtet.

Die Japaner verzeichnen weitere Fortschritte auf Neu-Euinca.

Churchill erging sich in neuen Drohungen geqen Indien.

Ein Hitler-Junge aus dem Gau Weser-Ems erhielt für tapferen Einsatz bei einem britischen Terror- Angriff das Eiserne Kreuz.

Eine Tagung in Wien befaßte sich mit der Auf­stellung von Holzstatistiken.

Die Frage der Eiskiegegelder in der Vinncnschisf- sahrt soll geklärt werden.