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par^etcnntUclie Tayeszettung
Vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zielen fjansestadr Bremen
dev Nationalsozialisten. Bremens
flmliiciies verkündungsdiat» des Neichsstatttialters in Oldenburg und Bremen
fit. 246 , 12. Jahrgang
Montag, 7. September 1942
kinzeipreis 15 lipf.
Sowjetfestung NoworoMK gefallen
Ser letzte bedeutende Schwarzmeer-Stützpunkt der Noten flotte nach tzarten Kümpfen ausgeschaltet
Vas erbitterte Magen *• um Stalingrad
^Berlin, 6. September. Zu dem erbitterten Ringen WStalingrad teilt das Oberkommando der Wehrmacht ergänzend mit: Der Feind versucht, nach Heran- liihren frischer Reserven im Festungskampffeld von Stalingrad verzweifelt Widerstand zu leisten. Aber der artgriff deutscher Truppen gewann nach Ansräuchern mehrerer Bunker und Abwehr starker feindlicher Pan- zerangrisse weiter an Raum. Eine starke seindliche Ar- iilleriegruppe wurde durch die Artillerie erfolgreich be- lämpst, wobei in den feindlichen Artilleriestellungen heftige Explosionen beobachtet werden konnten. Panzerverbände wehrten mehrere, von starkem Artillerieseucr anterstiitzte feindliche Gegenangriffe znm Teil in erbittertem Rahkampf ab. Nachdem der Feind weitere ggsanterie- und Panzerunterstütznng herangeführt hatte, setzte er an der Nordfront zwischen Wolga und Don seine Angriffe zur Entlastung der Stadt Stalingrad fort. Die Bolschewisten führten hierbei zehn Schützen- Divisionen und sieben Panzer-Brigaden in den Kampf. Alle mit äuherster Erbitterung gesührten Gegenangriffe des Feindes wurden unter Vernichtung von insgesamt 8t Panzerkampswagen zerschlagen.
einige Panzervorstöße scheiterten im Bombenhagel der deutschen.Kampf- und Sturzkampfflugzeuge. Die bolschewistischen Panzerkampfwagen blieben in dem von unzähligen Bombenkratern zerwühlten Kampfgelände im Norden und Westen der Stadt und an. den besonders hart umkämpften Uebergängen verschiedener kleinerer Pußläuje vernichtet liegen. Einige am Vormittag von den Bolschewisten erzielte örtliche Einbrüche wurden bis zum Nachmittag im Gegenstoß wieder bereinigt. Die eigene Truppe schlug sich in diesem vom Feind erbittert geführten Ringen hervorragend. Rumänische Truppen nahmen nach harten Kämpfen eine Hauser- Gruppe und drangen nach Einnahme feindlicher Bnnker- Mungen trotz starken feindlichen Abwehrfeuers in eine w einem Stutzpunkt ausgebaute Ortschaft ein. Deutsche kujtwajfxnverbände griffen die Befestigungsanlagen Mn Stalingrad an.
Sturzkampfflugzeuge vom Muster In 87 bombardier- kn wirkungsvoll die Flakabwehr von Stalingrad. 13 Kindliche Flakstellunaen wurden durch Bombenvolltref- |ei zerstört. Die Baynhossanlagen und der Tranpsort- verkehr auf verschiedenen Strecken nördlich von Stalinarad waren das Ziel mehrfacher Luftangriffe. Bomben deutscher Kampfflugzeuge zerstörten hierbei mehrere ikisenbahnzüge und verursachten zahlreiche Eleisunter- irechungen. j
Jm-Laufe der Nacht znm Sonntag wurden die Stadt ktalingrad und mehrere Flugplätze ostwärts der Wolga von deutschen Kampfflugzeugen wirkungsvoll mit Bomben schwere» Kalibers belegt. Deutsche Jäger schossen In Lusttämpfen 36 feindliche Flugzeuge ab. zehn m r J- , irre Flugzeuge wurden durch Einheiten der Flakartil.e- lie zum Absturz, gebracht.
ln 51 Minuten drei vritenbomder ...
Berlin, 6. September. Ritterkreuzträger Oberleutnant Becker, Staffelkapitän in einem Nachtjagdgeschwader, war in der Nacht zum Sonnabend bei der Bekämpfung der britischen Bomberverbände, die ksnen Terrorangriff auf Wohnviertel der Stadt B r e - »kn unternahmen, besonders erfolgreich. Der 31jährige vssizier brachte innerhalb von 51 Minuten drei britische Bomber zum Absturz und errang damit seinen 33. bis & Nachtjagdsieg.
3000. Cuftfieg des Ingdgeschwaders Gollob
. Berlin, 6. September. Das von Major Gollob ge- Jagdgeschwader errang in den letzten Tagen Wnen 3000. Luftsieg. Die Gruppen des Geschwaders Wen sich schon auf mehreren Kriegsschauplätzen, u. a. **4 während des Frankreich-Feldzuges und auf dem Wan, durch besondere Eiirsatzfreudigkeit und große ^Nolge tm Kampf gegen di« feindliche Luftwaffe ans- ilsieichnet. -
Neuer Mtterkreurtröger
Berlin, 8. September. Der Führer verlieh aus "arschlag des Oberbefehlshabers der Luftwafse, Reichs- "arschall Eöring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Leutnant Fuß, Flugzeugführer in einem Jagd- beschwader.
Aus dem Führerhauptquartier, 6. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Die Land- und Seefestung Noworossijsk, der letzte Kriegshafen von Bedeutung, der nach dem Fall von Sewastopol der sowjetischen Schwarzmeerflotte noch verblieben war, ist gefallen. Württembergische, badische, fränkische und hessische Divisionen unter Mitwirkung rumänischer Kavallerieverbände haben in tagelangen harten Kämpfen unter schwierigsten Geländeverhältnissen diesen stolzen Waffenerfolg errungen. Die Beute ist noch nicht zu übersehen.
Noworossijsk ist gefallen! Ueber dem letzten bedeutungsvollen sowjetischen Schwarzmeerhafen weht die deutsche Kriegsflagge. Voller Stolz und Freude vernahm das deutsche Volk am Sonntagabend in einer Sonder- meidvng des -Oberkommandos der Wehrmacht diesen neuesten entscheidenden Erfolg der deutschen und verbündeten Truppen, durch den die Kräfteverhältnisse im Schwarzen Meer sehr zugunsten der deutschen Krieg- führung verschoben wurden. Die deutsche Heimat weiß die Leistungen der hessischen, fränkischen, badischen, würt- tembergischen und rumänischen Verbände zu würdigen die — die vom Feind gesäuberte Taman-Halbinsel als sichere Rückenstellung wissend — das stark ausgebaute sowjetische Bnnkersystem vor diesem militärisch wie wirtschaftlich gleichermaßen wichtigen Hafen durchbrachen und^ damit die sowjetische Schwarzmeerflotte einer Basis beraubten, die nach dem Fall Sewastopols erhöhte Bedeutung hatte und als größter noch verbliebener Ankerplatz in der Liste der sowjetischen Schwarzmeerhäfen rangierte. Reparaturmöglichkeiten verschiedenster Art und ein größeres Dock geben dem Hafen seine Bedeutung.
Die Sowjets stemmten sich mit unerhörter Erbitterung dem deutschen Vormarsch entgegen, wohl wissend, welche strategische Bedeutung Noworossijsk bekam, nachdem es den von Kertfch her vorgödvungenen deutschen Truppen' zusammen mit den rumänischen Einheiten gelungen war, auf der Taman-Halbinsel die letzten Widerstandsherde des Feindes auszplöschen, die Straße von Kertsch auf beiden Ufern fest in deutsche Hand zu bringen und damit den.sowjetischen Einfluß auf das Afowsche Meer und seine Häfen zu unterbinden. Di« sowjetische Schwarzmeerflotte hat nach britischen Meldungen den Hafen von Noworossijsk bereits vor Tagen verlassen, um durch Waffeneinwirkung von See her das Vorrücken der aus dem Raum von Anapa operierenden deutschen Verbände zu hemmen. Nun ist ihr der Hafen verschlossen und sie ist auf den zweitrangigen Hafen von Vatum angewiesen.
Noworossijsk, dessen Bild durch die riesigen Lagerhäuser und umfangreichen Oeltankanlagen am Hafen charakterisiert wird, erhielt als Nachschubhafen im letzten I Stadium der Operationen eine eminent wichtige Be-!
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deutung. Die Stadt zählt etwa 166 066 Einwohner und besitzt eine sehr wichtige Rüstungsindustrie. Vorwiegend Geschütze, Munition, Fahrzeuge und Motoren wurden hier hergestellt, außerdem Wasserflugzeuge. Der das ganze Jahr über eisfreie Hafen begründete die wirtschaftliche Bedeutung dieser Stadt, die über große Werke der Nahrungsmittelindustrie verfügt, da die Rohprodukte leicht aus dem fruchtbaren Hinterland bezogen, werden konnten. Die Weinberge, die die Stadt umgeben, bedingten die Anlage großer Weinkellereien. Die Sektkellereien von Noworossijsk sind die größten, über die die Sowjetunion verfügte. Die Bahnverbindungen nach Rostow und Stalingrad erhöhten diese wirtschaftliche Bedeutung.
Die Schicksalsfrage der sowjetischen Flotte im Schwarzmeer ist durch den Fall'von Noworossijsk in ein neues Stadium getreten. Die britischen Beobachter, die es der Türkei stets verübelten, daß sie auf Grund ihrer neutralen Haltung die Durchfahrt der sowjetischen Flotte durch die Meerenge verweigerten, rätseln nun, ob die Flotte in nicht allzu ferner Stunde sich entweder selbst versenken oder eine Entwaffnung in türkischen Häfen wählen wird. b.
1062 Sowjetflugzeuge in 10 Tagen vernichtet
Nur 49 eigene Verluste — weiterer kaukasus-past genommen
Aus dem Führer Haupt quartier, 6. Sept. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Aus der Taman-Halbinsel wurde in raschem Nachstößen nach Süden der letzte feindliche Widerstand gebrochen und damit die gesamte Halbinsel ostwärts der Straße von Kertfch genommen. Zahlreiche Gefangene wurden eingebracht und u. a. 37 leichte und schwere Geschütze erbeutet. Bor Noworossijsk arbeiteten sich deutsche und rumänische Truppen gegen stark ausgebaute Bunkerstellungen in hartem Kamps immer näher an die Stadt heran. Deutsche Schnellboote stieße» in den Ostteil des Schwarzen Meeres vor. Sie oirsenkten vier Dampfer und vier Leichter mit zusammen 8506 BRT. Im Kaukasus nahmen Eebirgstruppen nach mehrtägigen Kämpfen gegen zähen feindlichen Widerstand einen weiteren Hochgebirgspaß. Die erbitterten Kämpfe im Raum von Stalingrad halten an. Auch gestern scheiterten unter Mitwirkung der Luftwaffe Entlastungsangriffe sehr starker feindlicher Kräfte von Norden. Hierbei wurden 81 Panzer vernichtet. Stalingrad, Flugplätze ostwärts der Wolga und Rachfchubverbin- dungen der Sowjets wurden bei Tag und Nacht bombardiert. Zwei Wolgaschlepper wurden durch Bombenwurf beschädigt. Im Raum von Woronesch wurden bei feindlichen Luftangriffen aus deutsche. Flugplätze 27 Flugzeuge in Lnftkämpfen ohne eigene Verluste ab- geschosjen. Südwestlich Kaluga und südostwärts Rschew brachen wieder feindliche Angriffe zusammen. Mehrere Flugplätze des Feindes wurden überraschend angegriffen
und dabei'20 sowjetische Flugzeuge am Boden zerstört. An einem Wolchow-Brückenkopf südlich des Ladogasees und an der Einschließungsfront von Leningrad scheiterten wiederholte seindliche Angriffe. Marineartillerie versenkte bei Kronstadt ein sowjetisches Minensuchboot und einen Schleppkahn. Ein weiteres Minensuchboot wurde im Finnischen Meerbusen durch Bombentreffer beschädigt. An der Eismeersront bombardierten Kampfflugzeuge den Krkegshafen Murmansk sowie Eisenbahnanlagen mit guter Wirkung. In der Zeit vom 25. August bis 4. September verlor die Sowjetluftwaffe 1082 Flugzeuge. Davon wurden 812 in Lustkämpfen, 175 durch Flakartillerie und 33 durch Verbände des Heeres abgeschosfen, die übrigen am Boden zerstört. In der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 18 eigene Flugzeuge verloren.
2« Nordafrika bekämpfte die deutsche und italienische Luftwaffe britische Stellungen, Panzeranfammlungen und Flugplätze. Nach Volltreffern wurden Explosionen und Brände beobachtet. Ueber dem nordafrikanischen Kampfraum sowie über Kreta wurden durch deutsche und italienische Jäger und durch Flakartillerie 20 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Bei Einflügen in die besetzten Westgebiete wurden in Luftkämpfen 10, in der Nordsee und im Kanal durch Einheiten der Kriegsmarine zwei britische Flugzeuge znm Absturz gebracht. Deutsche Flugzeuge griffen gestern Industrie- und Berkehrsanlagen an der englischen Südküste und in Ostengland an."
Mil der blanken Waffe Mann gegen Mann!
Öeutrcfie Infanterie schreibt vor StalingraS ein neues Ntchmesblatt ihrer Oefchichte — Sorgenvolle tonöonec Setrnchtungen
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
,i>. Berlin, 8. September. Das erbitterte Ringen " deutschen Truppen um Stalingrad ist zu einem "“UPI der Infanterie geworden, die sich im Ringen um bolschewistische Festung am Wolgaknie ein neues uhmcsblatt ihrer an glanzvollen Taten so reichen Ge- ichr-iüt. Rachdenr die deutschen Paszerkerle die len Einbrüche im feindlichen Fejtungssystem erzielten, "lsspien nun die Pioniere Bunker um Bunker der V 3 *? Verteidigungsanlage« nieder, ringen sich die »e«„ »tit der blanken Waffe im Kampf Mann
li «!™ onn weiter gegen das Herz der sich weit an hinstreckenden Stadt vor. Während an den Brennpunkten der Südfront auf der Taman- |c l der letzte feindliche Widerstandsherd ausge- M « ’ m diaum von Noworossijsk weiterer wesent- "odengcwlnn erzielt werden konnte, muß bei ^8rad um jeden Meter Boden mit äußerster Hin- f le H,. sm,n ß? n werden, da die Sowjets hier alles, was m "frfügbac haben, den Angreifern entgegensetzen, utt '® Cn ^"lnste, die der Feind bei diesen 93c= 5 et ,“ n 5 . e , n „ etI ' : ii>ci, sind schwer wie kaum an einer an- «P, L, der Front. Alle Gegenangriffe scheitern Wiattn at * e unil Kampswillen des deutschen
Die- sich jagenden Aufrufe der sowjetischen Armeezeitungen, in denen die Verteidiger Stalingrads zum unbedingten Aushall-en . aufgesordert- werden und in denen man jeden Rückzug als außerordentlich verbrecherisch und weittragend bezeichnet, sind wie die betonte Herausstellung der überragenden Bedeutung dieser Stadt als strategisch wichtiger Eckpfeiler der gesamten sowjetischen Front — Symptome einer Stimmung, die auch im britischen Publikum bei der bangenden Sorge um das Schicksal der Namensstwdt Stalins ihren immer stärkeren Ausdruck findet. Nach Zeugnis des Londoner „Daily Expreß" schwankt diese Stimmung „zwischen Sturm und Ungewiß". Das Bild der übrigen Presse zeigt jedoch ein deutliches Ausschlagen des Barometers nach Sturm. Die Ankündigung, dast in wenigen Tagen die Parlamentsferien ihr Ende erreicht hätten und dann di« Stunde nahe, in der Churchill seine Erklärung über die Reise nach Moskau und den erwarteten Ueberblick über die Kriegslage geben wird, können zu keinerlei Optimismus uerleiten, da zwischen dem Händedruck Churchill—Stalin und heute eine von Enttäuschungen reiche Zeit liegt. „Die Nation ist untröstlich", so schreibt „Nineteenth Cenmry" in einem vielbeachteten Arttkcl, „weil britische Truppen zum erstenmal in diesem Krieg dem Feind unter gleichen Bedingungen begegnet sind uiü» dabei geschlagen wurden!" Auch Churchill wird
hier keinen Trost geben können. „Es ist niemand da, der sagen kann, wie der Krieg gewonnen werden kann", meint das. zitierte britische Blatt und zeigt damit die Fragestellung des Mannes auf der Straße auf. „Können wir denn nichts für di« Sowjets tun?" hieß es vor einigen Wochen, jetzt ist die Fragestellung schon entschieden ängstlicher geworden. Man sucht nach einem Rezept, das Zauberwirkung verspricht, aber, so meint „Nineteenth Century", „die Katastrophen, die uns Briten betroffen haben, bleiben ungeklärt. Wir sprechen von einem starren despotischen System in Deutschland und von einem angeblich biegsamen System bei uns. Die Wahrheit ist, daß das deutsche System Biegsamkeit zeigt, während das englische System starr geblieben ist. Deutschland hat den Notwendigkeiten der Stunde wie ein lebender Organismus entsprochen, während sich England wie -ein Holzklotz verhalten hat. Dabei hat Deutschland wett mehr Schlachten gewonnen als es verloren hat, während England weit mehr Schlachten verloren als es gewonnen hat."
Die amtliche britische Agitation sucht diese ihr gefahrvoll erscheinende stimmungsmäßige Entwicklung durch die Lancierung der Frage: „Was machen wir mit dem Feind?" in eine andere Ebene zu verlagern. Die „Contemporary Review", die sich diesen Bemühungen wid- (Fortsetzung auf Seite 2)
Das IHiktlm
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Von Werner Schulz- Lissabon
England beginnt sich immer ernstere Sorgen um die Entwicklung /der Prodnktionslage in den Vereinigten Staaten zu machen, deren Auswirkungen auf den Kriegsschauplötzen der angelsächsisch-bolschewistischen Allianz unvermeidbar sind. Während die Londoner Propaganda noch bis vor nicht allzulanger Zeit die britische Bevölkerung mit Anpreisungen der .unerschöpflichen amerikanischen Rüstungsproduktion über di« Mißerfolge der britischen Kriegführung hinzutrösten
......„h versuchte, fleht
sie sich jetzt gezwungen, einzugsstehen, daß die Möglichkeiten Amermas viel begrenzter sind als man es sich je vorgestellt hatte. Di« politischen Schwierigkeiten Washingtons tragen ebenfalls nicht zur Beruhigung der btttischen Gemüter bei, und die bekannte englische Wochenschrift „Tablet" erklärt in ihrer letzten Ausgabe
flb heute neues tuftwnrnlignnl!
Für Breme« wird ab heute, 7.00 Uhr morgens, das neue Luftwarnfignal eingeführt. Es heißt „Oeffentliche Lustwarnung" (OeLW.) und besteht aus einer dreimaligen Wiederholung eines hohen Dauertons von etwa 15 Sekunden Länge. Jever Intervall beginnt mit einem ansteigenden und endet mit einem abklingenden Ton. Dauer des gesamten Signals etwa 1 Minute. Das neue Signal bedeutet, daß seindliche Flugzeuge einsliegen, daß aber mit größeren Luftangriffen nicht gerechnet wird. Der Abwurf einzrlner Bomben ist jedoch nicht ausgeschlossen. Durch dieses Signal soll die Oessentlich- keit zur erhöhten Aufmerksamkeit veranlaßt werden. Allgemeines luftschutzmäßiges Verhalten ist hierbei nicht vorgeschrieben. Verkehr und Wirtschaftsleben gehen weiter. Beim Signal „Fliegeralarm" wie bisher fl Minute Heulton) ist' in jedem Falle luftschutzmäßiges Verhalten allgemeine Pflicht.
ganz unvevhüllt, daß „das politische Bild Amerikas alles andere als erfreulich und vertvaueneinflößend" sei und daß man Rooseoelt in seinem eigenen Lande bereiis recht ausgiebig als einen „falschen Propheten" betrachte.
Die Londoner „Times", die in ihrem Urteil den Vereinigten Staaten gegenüber bisher von äußerster Vorsicht war und vor j«>sr noch so leichten Kritik zuriick- jchente, hält es jetzt bereits für angebracht, dm Briten
,wvvt'tv JW*. Uttyvvvuujl, VIPIl •SOJ.’Wtril
anzuraten, die Rüstungsproduktion Amerikas „sehr aufmerksam und kühl ans der Perspektive zu betrachten". Bedauernd stellt das Londoner Blatt fest, daß die Vorwärtsbewegung der amerikanischen Kriegsanstrengunaen „durchaus nicht gleichmäßig vor sich gegangen" ist. Die Arbeiten in den neuen Fabriken und Schiffswerften, die sich im Aufbau befanden haben — so hebt „Times" hervor — abgebrochen werden müssen, da nicht genug Material zu ihrer-Durchführung vorhanden war und sie nach der- Fertigstellung wegen Rohstoffmangels sowieso hätten stillgelegt werden müssen. Ueberall in den USA. beklagt man sich bitter über den erschreckenden Mangel an ZufwiNmenarbeit und Planung der Kriegsorganisation. gibt das britische Blatt weiter zu und warnt ganz offen bereits davor, an-zunehmen, daß flch-eine einheitliche Leitnna. und damit eine -Verstärkung der amerikanischen Produktion im Laufe des nächsten Jahres erreichen lassen würde. Das ist deutlich uud auf- lchluhreich.
Besondere Sorg« bereitet in England die starke und immer weiter um sich greifende Entwicklung Amerikas zur Inflation hin. Man ist sich heute — auch das verrät die „Times" — in den verantwortlichen Kreisen Washingtons ganz darüber klar, daß weder die rück- sichtslosIte Rationierung noch eine allgemein durchgeführte Preiskontrolle die herannahende Jnflatton auf- halten kann, solange die Regierung — ob sie will oder nicht — dazu gezwungen ist, den Geldumlauf ständig zu erhöhen. Der Egoismus der einzelnen Klassen, denen man den Krieg als ein Geschäft ankündigte und die heute auf diesem Geschäft bestehen, da ihnen jede innere Bindung zu dem Krieg ihres Präsidenten fehlt, macht eine gesunde nationale Lohnpolitik nicht nur äußerst schwierig, sondern überhaupt unmöglich. Es ist offensichtlich, daß die wirklich unterrichteten Briten heute mit Pessimismus die Lage betrachten, auch wenn sie noch davor zurück'schrecken, dem britischem Volk die volle Wahrheit über seinen Bundesgenossen einzugestchen. Bezeichnend ist es, daß der Berichterstatter des „Daily Expreß" in Rewyork, C. V. R. Thompsen, in einem
«MINUMIIUMIIIINIIMIMININIIINIIIINIINIIIIIIIIMINIIINIMINNIIIIMMMMIM»
Unser Tagesspiegel
. Der letzte bedeutende Schwarzmeerhafcn der Sowjets, Noworossijsk, wurde genommen.
Im Raum um Stalingrad scheiterten unter erbitterten Kämpfen wütende Entlastungsangrisse der Bolschewisten.
Zum Jahrestag seines Amtsantritts erließ Marschall Antonescu einen Aufruf an die rumänische Nation.
Argentiniens Staatsprästdent Castillo unterstrich erneut die Reutralitätspolitit seines Landes.
Wieder feuerte die britische Polizei in Indien an mehreren Orten blindlings in die Aufmärsche indischer Freiheitskämpfer.
Im Kampf um die Deutsche Schwergewichtsmeister- schaft im Berussboxen siegte Nensel durch Aufgabe Heusers nach acht Runden.
Werder und der Bremer Sportverein sicherten sich die ersten Punkte zur neuen Fußballmeisterschaft.
Im Kampf um den Reichsbundpokal gelangte vorerst nur Niederrhein ins Endspiel.
Im Kanu-Bergleichswettkampf in Bremen wurde das Gebiet Nordsee nur Zweiter.
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