Ausgabe 
(30.8.1942) Nr. 238
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vcis flmtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien lZansestadl Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmlliches verkündungsblatt des Neiltisstatttfallers in lNdenburg und Vremen

Nr. 2ZS / 12. Jalirgang

Sonntag, Z0. flugust 1942

kinzelpreis 15 vps.

r Der Landungsversuch von Neppe seiner letzten lZetzeimnMe entkleidet

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Ssivoiskrättisor Lorivl»! «Los Okorkommanrtos äsr V/okrmaokt

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Führerhauptquartier, 2g. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt folgenden Bericht über den englischen Landungsversuch bei Dieppe am 18. August: Die dem Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Berichte von Heer, Kriegsmarine und Lustivasse, erbeutete Befehle und Eefangenenaussagen ergeben nunmehr ein vollständiges Bild über die schwere Niederlage, die der Feind bei seinem Versuch zur „Er­richtung der Zweiten Front" bei Dieppe erlitten hat.

Die Absichten des Feindes sind durch die Ergebnisse der eigenen Aufklärung und durch den erbeuteten Ope­rationsbefehl von nicht weniger als 121 eng bedruckten ipchreibmaschinenseiten eindeutig geklärt. Sie beweisen, daß es dem Feind nicht darauf ankam, einzelne Objekte nach Art der Kommandoangriffe zu zerstören, sondern daß schon der ersten Welle die Aufgabe gestellt war, stadt und Hasen Dieppe einzunehmen und einen tiefen Brückenkopf zu bilden, dessen Umfang durch den als Angrisfszicl genannten Ort Arques la Bataille, sieben Kilometer von der Küste entfernt, gekennzeichnet ist.

Für die Beurteilung des Wertes dieses Brückenkopfes sind folgende Feststellungen wichtig: Dieppe ist der der sranzösisthen Hauptstadt nächstgelegene Hafenplatz. Seine Hafcuanlagen erlauben die, Ausladung von Panzern end schwerem Gerät und damit das Anlanden der wei­teren Angriffswellen. Der Besitz eines tiefen Brücken­kopfes bei Dieppe schafft die Voraussetzung, um die Küster-verteidigung zwischen Somme und Sein« aufzu­rollen und durch die Einnahme von Abbeville (Le Havre) weitere leistungsfähige Häfen zu gewinnen. Zur Durch- sührung dieser Absichten war in der ersten Welle die 3. kanadische Division in einer Breite von etwa 25 Kilo- meter zur Landung an sechs verschiedenen Stellen an­gesetzt und zwar:

Die Stäbe der 4. und 6. kanadischen Infanterie- Brigade,

das Royal Regiment of Canada,

das Royal South Sascatchcwan-Regiment,

das Essex Scottish Regiment,

das Royal Hannlton Light Infanterieregiment,

das Camerons of Canada Fusiliers-Rcgiment,

das Füsiliers Mount Royal,

das 14. Army Tank Bataillon, Calgary Regiment,

ausgerüstet mit schweren Panzerkampfwagen vom

Typ Churchill, I.—III.^, und Panzerspähwagen

neuester Fertigung,

Royal Canadian Engineers (R. C. E.s, das A. V. Commando und die Marine Commandos Nr. 3 und 4,

eine Abteilung eines, USA.-Schlltzenbataillons, Abteilungen aus dem interalliierten Commando.

Neue Mtterkreurtrüger

Berlin. 28. August. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Johannes

Eisermann, Kommandeur eines motorisierten Jnf.- Regiments; Hauptmann Fritz Müller, Bataillons­kommandeur in einem Jäger-Regäment und Hauptmann Wandel, Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader.

Liberi LiläeriUeiist. SerUo

Diese Truppen bestanden aus ausgesuchten, hochwerti­gen, seit Monaten für die Landungskämpfe besonders ausgebildeten Kräften, in der Hauptsache allerdings nicht Engländer, sondern Kanadier.

Hinter dieser ersten Welle stand — neben zahlreichen anderen im Seegebiet zwischen Dieppe und Ports- (Fortsotzung auf Seite S.)

Latsaokon, äis nivkt akLuIsucsnen

I. v. v. Bremen, 30. August

Dokumentarische Wenn es bei der anerkannt unbeding- Untermaueruna Wahrhaftigkeit aller Berichte und u,."-r,„uueru„g Verlautbarungen des Oberkomman­dos der deutschen Wehrmacht noch einer dokumentarischen Untermauerung dessen bedurft hätte, daß die Briten mit ihrem Landungsversuch Lei Dieppe tatsächlich die Zweite Front beabsichtigt und dabei eine vernichtende Niederlage erlitten haben, so nst auch diese Beweisfüh­rung nun gegeben in dem von dem Oberkommando der Wehrmacht heute veröffentlichten Tatsachenmaterial, das aus erbeuteten Befehlen, Gefangenenaussagen und eigenen Erfahrungen ein lückenloses Bild von den Vor­gängen bei dem britischen Unternehmen am 19. August gibt. Was nach der Anlage und dem ganzen Verlauf des Landungsoersuchs keinem verständigen Menschen mehr unklar sein konnte, ist nunmehr durch den, ein- hunderteinundzwanzig Seiten starken, eng bedruckten erbeuteten Operationsbefehl, der bei dem gefangenen Kommandeur der 6. Kanadischen 'Infanterie-Brigade, William Wallace Southam, sich vorfand, in das hellste Tageslicht der Weltöffentlichkeit gerückt. Nicht der Zer­störung einzelner Objekte, sondern der Besitznahme eines großen Teils der nordfranzösiichen Küste galt der An-

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Das mit lotsn sngetüllts Innere eines l-anckungsbootss am 8trsncks von Dieppe.

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„Vas ganze Meer war von Mal gerötet

Sie Lanöungslruppeir bei Vieppe waren von der Stärke des deulskhen flbwekrfeuers völlig überrascht

Paris, 28. August. Die schwere Niederlage, die England Lei feinem Landungsoerfuch an der französischen Küste erlitten hat, findet auch in den Aussagen der ka- »adischcn und britischen Kriegsgefangenen einen bezeich­nenden Widerhall.

- Den stärksten Eindruck machte auf die Eefangemen das Ehrend ihres Landungsversuches plötzlich einsetzende lwrie „„d wirkungsvolle Abwehrfeuer, und zwar sowohl «" schweren Artillerie als auch der Infanteriewaffen, ^ Landungstruppen fühlten sich hilflos, so erklären die Gefangenen übereinstimmend, da sie dem deutschen tMer, voil dessen Stärke und Intensität st« völlig Über­sicht waren, nichts Gleichwertiges entgegensetzen Knuten.' ,

Wörtlich sagte ein kanadischer Offizier: Die Lage sei E» ersten Augenblick an, als sie versuchten, den Strand ?u betreten, höllisch gewesen. Auch die Wiedereinschis- sür die im Falle des Mißlingens der Landungs­operationen sür jeden einzelnen genaue Befehle er- 8"ngen waren, habe zu einem völligen Durcheinander Istlührt. Offensichtlich waren diese Anweisungen für „erfolgreichen Rückzug" doch noch nicht genügend "urchdacht; denn sonst hätte es nicht vorkommen können, einige Boote wegen lleberbelaftung gesunken sind: manche Boote wagten infolge des heftigen deutschen uvwehrseuers nicht zu landen, während die kanadischen galanten an Land im Bombenhagel der deutschen Lu't- , alle auf die Einschiffung warteten. Mehrfach mutzten ^ Landungstruppen, wenn sie glücklich ihre Boote cr- k'At hatten, diese wieder Verlagen, da sie ebenfalls «"lenkt wurden.

Ein kanadischer Bataillonskommandeur, der zweimal "nem sinkenden Boot ins Wasser gesprungen war, lEtzt die Zahl der Toten und Verwundeten bei den

Kanadiern auf mindestens 2000 Mann und glaubt, daß nur wenige nach England zurückgekehrt seien.

Die nachfolgenden Auszüge aus Aussagen und Briefen von kanadischen und englischen Gefangenen vermitteln einen Eindruck davon, wie diese Soldaten den Kamps von Dieppe tatsächlich erleb­ten, während der Londoner Rundfunk davon faselte, datz die Nachrichten von der englischen Aktion bei Dieppe ein breites Lächeln der Zufriedenheit auf dem Gesicht Britanniens hervorgezaubert hätten.

Dieses Lächeln wird sicherlich in London vergehen, wenn man dort die aus dem unmittelbaren Eindruck ihrer schweren Niederlage geäußerten Ansichten der eng­lischen Kriegsgefangenen erfährt.

„Das Regiment hatte gut SO v. H. Verluste, die an­deren Regimenter noch mehr." — „Wir verloren unsere ganze Ausrüstung in der Schlacht." — „In den Booten, die am Strand mit allem Personal landeten, war ich der einzige, der lebend davonkam." — „Wir verloren die Hälfte unserer Truppen. Ich glaube, ich bin um 10 Jahre gealtert. Wir wurden zehn Stunden unauf­hörlich bombardiert." — „Mtin eigenes Schifs wurde in die Lust gesprengt. Ich schwamm zwei Stunden lang und wurde von einem anderen aufgefischt; aber das wurde auch getroffen und sank." — „Sie erwischten meine ganze Kompanie bis auf 15." — „Ich hatte das große Glück, die Aktion überlebt zu haben, eine Kombi­nation von Eallipoli und Dünkirchen und sicher schlim­mer als das Letzte." — „Das Unternehmen war nicht richtia vorbereitet und mußte schiefgehen."

„Wir dachten, wir würden die Deutschen überraschen; aber sie überraschten uns. Als wir landeten, eröffneten sie das Feuer. Wir hatten keine Chance. Wir konnten den Stand nicht wieder verlassen. Es blieb uns nur

übrig, uns zusammenschießen zu lassen oder uns zu er­geben. Wir wählten das letztere, nachdem wir schwere Verluste erlitten hatten."

„Die Kämpfe waren heiß und erbittert. Ich wurde in der Hölle von Dieppe gefangengenommen. Es war furchtbar, schlimmer als in Dünkirchen. Das Meer war ganz von Blut gerötet. Von 6888 Mann sind 2888 Mann gefangengenommen worden. Der Rest ist nicht mehr auf dieser Welt. Das war gewiß kein Fest für uns. Neun Stunden lang durchlebten wir eine Hölle. Eher wollte ich in die Hölle, als nochmals eine solche Schlacht mit­zumachen."

„Nach drei Jahren Ausbildung gmg alles in neun Stunden zum Teufel. Es war furchwar. Von meinem Zuge von 40 Mann sind noch 3 übriggeblieben." — „Die Deutschen hatten verteufelt gute,Scharfschützen. Wir hatten große Verluste."

Der Londoner Nachrichtendienst aber erklärte am Tage der schweren Niederlage, die Operation hätte eine un­erhört aufmunternde Wirkung gehabt. Ihr Ergebnis sei ermutigend, und die militärischen Sachverständigen seien über die erzielten Resultate sehr befriedigt. Die Aussagen der Gefangenen strafen diese Großsprechereien Lügen.

Aber nicht nur die Eefangenenaussagen sind für uns von Interesse, noch wichtiger sind die Waffentypen aller Art, die die Briten, Kanadier usw. bei ihrer überstürzten Flucht auf dem Festland zurückgelassen haben. Sie haben damit der deut'chen Führung einen Einblick in die neueste britisch-amerikanische Massenpro­duktion gewährt. Daß darunter alle drei Typen des in England mit den größten Hoffnungen gebauten neuesten! Panzerkampfwagens Marke „Churchill" vertreten sind, sei nur am Rande erwähnt. >

griff und zwar gerade dem Hafen, der Paris am aächstgelegen und dessen Besitz die Voraussetzung sür die Briten geschaffen hätte, die deutsche Küstenverteidignng zwischen Somme und Seine aufzurollen und so durch die Einnahme von Abbeville mit dem Hafen von Le Havre einen weiteren überaus aussichtsreichen Brückenkopf an der französischen Küste zu gewinnen. Elitetruppen, seit Monaten für die LanduNgskämpfe ausgebildet, waren zum Einsatz gebracht worden und eine schwimmende Re­serve von mit Panzern und Truppen vollbeladenen zahl­reichen Transportern, wartete darauf, nach den ersten Erfolgen der Landungsspitze das Einbruchsg-ebiet um Dieppe zu überschwemmen. Sogar ein Gendarmerie- offizier mit Hilfskräften befand sich habet, der dem nun einmal bei den Briten bestehenden Hang zum Plündern Einhalt gebieten sollte, auf daß der von den deutschen Sol­daten entwickelte „hohe Standard individuellen Auslan­des" in Frankreich nicht allzu sehr absteche gegen die Hal­tung der weniger disziplinierten, des Plünderns ach so frohen britischen Truppen. Kriegsgefangenenlager sogar waren vorgesehen, in denen womöglich mit gebundenen Händen, deutsche Gefangene eingeliefert werden sollten, wenn erst der vorgesehene Einbruch bis zu sieben Kilo- meter Tiefe und die Einnahme der Stadt Dieppe mit ihrem Hafen erkämpft gewesen wäre. Wer hier noch immer an einen angeblich bloß beabsichtigten sogenannten Kom­mandogriff glaubt dem ist nicht zu helfen, so wenig wie demjenigen, der an der ganzen Kampfhandlung auch nur ein einziges Anzeichen eines Teilerfolges sehen möchte. Während auf deutscher Seite, außer 35 Flugzeugen und einem U-Vootjäger, überhaupt kein Material verloren­ging und dreihundert Tote sowie etwa ebensoviel Ver­wundete und Vermißte zu beklagen sind, verloren die Briten, d, h. nicht so sehr die Inselbriten, sondern wieder einmal ihre Dominion-Hilfstruppen. in diesem Falle die Australier, neben 2105 Gefangenen, allein 600 Tote an der Küste und das Vielfache'beim Unter­gang und der schweren Beschädigung zahlreicher Kriegsschiffe und Zerstörer sowie 127 Flugzeuge. Man liest mit innigem Verständnis die am 19. August ab 7.29 Uhr bis 22.45 Uhr ausge­gebenen Funksprllche der Briten, die, einer wie der andere, durchweg den Charakter von SOS.-Rufen tragen, vom ersten angefangen, der lautet: „Verluste auf See"; bis zum vorletzten, Lei dem es heißt: „Hilfe, Hilfe, wir sinken!" Der letzte aber an alle beteiligten Einheiten gerichtet, bedeutet den Rückzug auf der ganzen Linie mit dem Befehl: „Sofort zurück ins Aus­

gangslager!" Und nicht allein die SOS.-Rufe, auch das Veutematerial. das nach der überstürzten Flucht der Briten im Sande von Dieppe bunt durchein- andergewürfelt zurllckblieb, spricht Bände. Eine Muster­kollektion der jüngsten britisch-amerikanischen Waf- fenproduktion läßt man aus geordneten Rückzügen nicht zurück und schließlich bestätigen in schlichter Knappheit die vorliegenden Aussagen von Kriegsgefangenen ebensosehr die wieder einmal echt Churchillsche Leicht­fertigkeit in Vorbereitung des Unternehmens, wie das ganze furchtbare Debacle schlechtweg. Der ganze militä- riiche Irrsinn, der sich bereits in dem bekannten Drängen nach der zweiten Frpnt geoffenbart hatte, hat bei Dieppe Gestalt angenommen, und wenn der jämmerliche Zujam- menbruch des Unternehmens von Dieppe zu einer Ka­tastrophe von zukunftsweisender Bedeutung wurde, so hat er andererseits auch wiederum aller Welt gezeigt, daß nichts so töricht und so widersinnig ist, wie eben die Katastrophcnpolitik britisch-sowjetischer Prägung. Die deutsche Wehrmacht aber. die den Briten diese Kata­strophe in neun Stunden und ohne den Einsah von Reserven bereiten konnte, kann nur wünschen, weitere iolche Lektionen den Schreiern nach der zweiten Front erteilen zu können, unbeschadet der zur gleichen Zeit und vhne jegliche Störung von Westen her, erfolgreich weitergehenden Operationen im Osten.

Die Zange „Fortschreitender Angriff westlich Stalin- im Osten ?rad" und weiterer Vormarsch unserer Trup- pen über den Kaukasus hinweg" nach Suden, sind auch heute wieder die in karger Knappheit im Wchrmachtsbcricht enthaltenen Kernsätze über das schicksalentscheidende Ringen an der Ostfront. Seitdem

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Das OKW. enthüllt in einem umfassenden Bericht über das britisch-amerikanische Landungsunterneh­men die weitgestcckte Zielsetzung des Feindes.

Bei Stalingrad schreitet der deutsche Angriff gegen stark ausgebaute Stellungen fort.

Südwestlich Kaluga wurden starke bolschewistische Kräfte abgeschlagen.

Die Winter-Kartosselverforgung beträgt je Person vier Zentner für neun Monate.

Von der guten Entwicklung der einheimischen Pferdezucht zeugte die Stuten- und Stutsohlenfchau in Bremen-Pahr.

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