Ausgabe 
(6.8.1942) Nr. 214
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parteiamtliche Tageszeitung

fias Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien Hansestadt vrcmen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmliiches Vcrkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und vremen

Nr. 214 , 12. Zalngang

Donnerstag, 6. flugust 1942

kinzelpreis 15 Nps.

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Vrückenkops jenseits des Kuban

Stalins Parole noch lchne Wirkung / Neue SeMndnisle aus dem seindlager

stäblich zu nehmen. Während Reuter noch seine Genug­tuung über den sowjetischen Widerstand im Donbogen äußert, dessen Sinnlosigkeit sich vielleicht schon bald offenbaren dürfte, muß gleichzeitig zugestanden werden, daß es im Süden ganz anders aussehe, wo die Deut­schen ihren schnellen Vormarsch fortsetzten. Auch der sowjetische Heeresbericht geht mit dem Eingeständnis wieder einen kleinen Schritt weiter. An drei aufein­anderfolgenden Tagen war dort wörtlich gleichlautend vonerbitterten Kämpfen im Donbogen und in den Bezirken Salsk und Kutschewskaja" die Rede gewesen. Heute wird der Name Salsk durch Bjela-Glina, hundert Kilometer südwestlich von Salsk ersetzt. Auch daraus kann jeder, der die Methoden der Sowjetberichterstat- tung kennt, eine Bestätigung der deutschen amtlichen Darstellungen lesen.

Eine Newyorker Zeitung klagt wieder sehr erbittert darüber, daß-sich die Sowjets nicht geneigt zeigten, den Amerikanern und Briten Informationen über den Krieg im Osten zu geben. Das sowjetische Oberkommando sei auch nicht gewillt, vollständige und ins einzelne gehende Informationen über seine eigenen Strpitkräfte und seine Stärke auszugeben. Amerika und England aber müßten lebenswichtige entscheidende militärische Entschlüsse fassen und könnten es sich nicht leisten, unter dem zusätz­lichen Handicap einer unvollständigen und unbestimmten

Kenntnis hinsichtlich der Kräfte eines Hauptverbündeten zu arbeiten.

Vorsichtigere militärische Korrespondenten der eng­lischen Presse gehen dann auch in ihren Lagebelrach- tungen einfach vom deutschen Wehrmachtbericht aus. So beginnt ein Sprecher des Londoner Rundfunks seinen Kommentar mit dem Vorsatz:Jetzt/ wo die deutsche Südarmee den Kuban erreicht hat, ist ein Zusammenstoß mit der sowjetischen Kaukasus-Armee zu erwarten." Die Hoffnung auf den Erfolg diesesZusammenstoßes" erscheint allerdings auch schon ziemlich vage. Der Mos­kauer Korrespondent desNews Lhronicle" berichtet, daß die Sowjets am Kuban gegen einen weit über­legenen Feind zu kämpfen hätten und daß wenig Hoff­nung bestehe, daß hier erfolgreich Widerstand geleistet werden könne. Natürlich will man noch nicht alle Illu­sionen von einem Tag zum anderen preisgeben. Man spekuliert noch mit der letzten Verbindungslinie zwischen der sowjetischen Wolga-Armee und der Kaukasus-Armee, die über die Wolga, das Kaipische Meer und dann über die Bahn MahatschKala parallel mit dem Nordrand des Kaukausus führt. Aber in allen Betrachtungen ist die Angst zu erkennen, daß das alles aus sein wird. wenn die Verbindung über die Wolga unterbrochen werden kann. Zwischen Sal und Don stoßen unsere Panzer­spitzen weiterhin nach Osten vor.

kiseirbakirknotenpilirkl kropotkin erobert

krlolgreicher einsah leichter deutscher Seeftreitkräste im Kanal

'ks ist fünf Minuten vor Zwölf"

^ Drahtbcricht unserer Berliner Schriftlcitnng

är. v. scb. Berlin, 5. August. Die ganze Weltöffent- lichleit steht unter dem starken Eindruck unserer Erfolge an der Ostfront, die die kühnsten Hoffnungen aus unserer Leite und die schlimmsten Befürchtungen der Gegner iibertrossen haben. Besonders lebhaft bekunden sich ^ Freude und Genugtuung bei unseren Verbündeten. Nun- mehr, so stellt die finnische ZeitungUusi Suomf" fest, , könnten alle Völker, die gegen den Bolschewismus kämp­fen, mit größter Zuversicht dem Endkampf entgegensehen. Auch der Faktor Raum, auf den sowohl die Bolsche­wiken, wie ihre westlichen Verbündete., so große Hoff- K nungen gesetzt hatten, sei von den Achsenmächten über­wunden worden.Popolo d'Jtalia" gelangt in einer Be­trachtung zur Kriegslage zu der zusammenfassenden Schlußfolgerung:Die Ereignisse jagen sich und Timo- schcnkos Niederlage am Don erweist sich immer mehr als der völlige Zusammenbrach der Sowjetarmeen, die die deutsche Offensive zum Stehen br.ngen sollten." Auch li im neutralen Ausland sieht man die Möglichkeiten der ^4 Sowjets immer mehr und immer schneller zusammen­schmelzen. Der Sender Ankara glaubt nicht mehr daran, daß die Sowjettruppen westlich der Bahnlinie Jaisk Armawir, von der der neue deutsche Wehrmachtsbericht feststellt, daß unsere Truppen sich ihr in breiter Front »obern, noch viel Aussicht auf wirksamen Widerstand haben. Das ganze sowjetische Verteidigungssystem süd­lich des Don werde wohl bald entwertet sein und mit der Eroberung der lebenswichtigen Gebiete im Süden durch die Deutschen müßte in Kürze gerechnet werden.

Entsprechend werden die Hilferufe aus Moskau immer dringender. Der Moskauer Korrespondent der Nerv Park Post" malt die Katastrophe an die Wand, die in den nächsten vierzig Tagen eintreten könne, wenn nicht die Amerikaner und die Engländer sofort eingrei­fen könnten. Es sei, so heißt es, noch nicht zu spät, aber die Uhr stehe auf fünf Minuten vor zwölf. Wir gewin­nen gegenüber manchen Berichten aus dem feindlichen Lager den Eindruck, daß einige Leute die Nerven soweit verloren haben, daß sie die tatsächliche Lage schon viel schlimmer sehen, als sie sich in unserer eigenen nüchter­nen realistischen Beurteilung darstellt. Wir wissen, daß /uns noch schwere Arbeit bevorsteht und daß noch ein ganz erheblicher Widerstand auf der Feindseite gebro­chen werden muß, der sich je nach dem Da oder Dort zusammenballen wird.

Allerdings hatte man sich in England und Amerika von der neuen Widerstandsparole Stalins eine wesent­lich stärkere Wirkung versprochen, als sie bisher in Er­scheinung getreten ist. Jetzt lenkt der Londoner Rund- < funk schon ein. Wenn, so heißt es da, Stalin die Pa­role ausgegeben habe,Bis hierher und nicht weiter!", so sei das zwar kein leeres Wort, aber doch nicht buch-

Neue Nitterkreujträger

Berlin, 5. August. Der Führer verlieh das Ritter- , kreuz des Eisernen Kreuzes an: General der Gebirgs- truppen Rudolf Konrad, Kommandierender General eines Armeekorps; Generalleutnant Will;. Schnecken- burger, Kommandant einer Jnf.-Division; Oberleut­nant Dr. Herbert P o l l o w, Bataillonsführer in einem Jns.-Rcgt.; Feldwebel Johann Biehl, Zugführer in einem Infanterie-Regiment.

Ritterkreuzträger tödlich verunglückt. Der Kommandeur eines Panzer-Regimentes, Ritterkreuzträger Walter Nörd­lich. ist am 23. Juli 1942 während des Einsatzes tm Ost- leldzug tödlich verunglückt.

Aus dem Fuhrerhauptquartier, 3. August. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:Ost­wärts des Afowschen Meeres nähern sich deutsche und rumänische Divisionen in breiter Front der Eisenbahn­linie KeiskTichorezk. Der Feind leistet hier nur noch vereinzelt Widerstand. Am Kuban wurde der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Kropotkin (früher Kawkaß- kaja) von einem Berbande der Wafjen-Ü nach hartem Kamps im Sturm genommen. Damit ist der Fluß nun­mehr in über IllN Kilometer Breite erreicht. Nördlich Armawir gelang es, Brückenköpfe auf dem Westufer des Kuban zu bilden. Mehrere feindliche Kolonnen wurden durch den schnellen Vorstoß der motorisierten Verbände abgeschnitten und vernichtet. Die Lustwasse griff den aus den Kaukasus zurückweichenden Feind ununterbrochen an und setzte die Bombardierungen von Transportstau­ungen auf den Bahnlinien mit vernichtender Wirkung fort. Zwei Panzerzüge und 24 Transportzüge wurden durch Sturzkampfflugzeuge zerschlagen. Italienische Schnellboote versenkten im Schwarzen Meer einen sowje­tischen Kreuzer von 85ÜV Tonnen. Zwischen Sal und Don bahnen Kamps- und Schlachtfliegerverbände den nach Osten vorstoßenden Panzerspitzen den Weg. Im gro­ßen Donbogen griffen die Bolschewisten gestern nur mit schwächeren Kräften erfolglos an. I», Raum von Rfhew dehnten die Sowjets ihre von starken Infanterie- und Panzerkräften vorgetragenen Angriffe auf weitere Frontabschnitte aus. Die harten Kämpfe dauern an. Nördlich der Stadt scheiterten alle Entlastungsangriffe an dem ungebrochenen Widerstandswillen unserer Trup­pen und dem vorbildlichen Zusammenwirken aller Waf­fen. Am Wolchow und vor Leningrad brachen mehrere von starkem Artilleriefeuer unterstützte feindliche An­griffe zusammen.

Die britische Luftwaffe unternahm in der vergangenen Nacht mit schwachen Kräften planlose Angriffe auf das rheinisch-westfälische Industriegebiet. In einigen Orten entstanden geringfügige Schäden. Ein feindliches Flug­zeug wurde abgeschossen. Leichte deutfche Kampfflugzeuge

griffen am gestrigen Tage Ziele an der englischen Süd- küste an und erzielten Volltreffer in kriegswichtigen An­lagen der Stadt Brighton. Außerdem wurde ein Vor­postenboot getroffen. In der Nacht zum 5. August be­legte div Luftwaffe Hafenanlagen an der Südwestküste Englands mit Bomben. In der Nacht zum 2. August kam es im Kanal zwischen deutschen Minensuchbooten und britischen Kanonen-Schnellbooten zu einem kurzen Gefecht, in dessen Verlauf ein feindliches Boot durch Ar­tillerievolltreffer vernichtet, zwei weitere in Brand ge­schossen und ein viertes schwer beschädigt wurde. In der Nacht zum 4. August torpedierten deutsche Schnellboote bei einem Vorstoß in den Kanal drei Dampfer von zu­sammen 5V60 BRT., von denen zwei gesunken sind. Das Sinken des dritten konnte wegen starker Abwehr nicht beobachtet werden."

Sie öeöelitung von worosWkowsk

In dem Gebiet von Ordshonikidie kann man drei Hauptwirlschafisräume unterscheiden, von denen der Raum von Woroschilowsk den Nordwesten des Gebietes umfaßt. Es ist ein großes Agrargebict, in dem Sommer- und Winterweizen. Mais, Gerste, Sonnen­blumen, Sojabohnen, Rizinus, Kartoffeln, Wasser­melonen, Gemüse und Gartenfrüchte angebaut und Feinwollsch'afe gezüchtet werden. Die Stadt Worofchi- lowsk, die früher Stawropol hieß, ist die Hauptstadt des Gebietes Ordshonikidse. Die Stadt zählt nach den letzten sowjetischen Angaben rund 100 800 Einwohner und ist ein bedeutender Riistungs- und Industriestandort. Ent­sprechend der intensiven Landwirtschaft ihres Hinter­landes hat sich in der Stadt eine vielfältige Lebens­und Genußmittelindustrie entwickelt. Mühlen, Oelschläge- reien, Brennereien, Molkereien und Margarinefabriken. Konservenfabriken, ein größeres Fleischkombinat, Leder­werke sowie Werke der Spinnerei- und Webereiindustrie sind hier vertreten. In der Rüstungsindustrie ist das Werk (Fortsetzung auf Seite 2>

»USfl.produktionsprogramm kracht in allen fugen!"

Neben Virlschastlitken Schwierigkeiten kvsterttche Panikmache Kritik an Nooseveits kriegfichrung

DrahtberiLt unserer Berliner SLriftleitung

Ice. Verlin, 5. August.Baisse in Wallstreet!" Hysterie in Baltimore!"USA.-Produktionspro- -r-mm kracht in allen Fugen!" das sind einige der lleberschristen, wie sie in den letzten Tagen die USA-- Zntungen zur Schau stellen. Der Londoner Korrespon­dent vonAstonbladet" gibt die Baissestimmung an der Newyorker Börse wieder: Die zunehmenden Steuern l'eßen im Zusammenhang mit der ernsten Kriegslage °>c Verkäuse über die Käufe dominieren. Die Krise in «er Eummiindustrie, die seit der Eroberung Malaqas °urch die Japaner über die USA. hereingebrochen sei, habe starke Einschränkungen in der Gummiindustrie zur «l.olge gehabt. Infolge der hohen Steuern sei es für viele Unternehmungen vorteilhafter, den Betrieb ein- I.ach einzustellen. Der Produktion von Kunstgummi stelle sich infolge der in USA. herrschenden Kupserknappheit °>n gewaltiges Hindernis entgegen, da zu gewissen Pro­zessen der Kunstgummi-Produktion Kupfer benötigt werde. Am Rande seiner Erörterung der wirtschaftlichen «chwicrigkeitcn in USA. kommt der Berichterstatter von Astonbladet" dann uns die Benzinforgen in Australien ZU sprechen. Man sei jetzt auf den bezeichnenden Ausweg verfallen, zur Behebung der Benzinnöte Pflanzenspiri- lils aus Getreide herzustellen. Vier Destillationswerke wurden für diesen Zweck errichtet werden.

. Dia stetig sich häufenden Berichte über die wirt- MMuhen Schwierigkeiten in USA. sind begleitet von Schilderungen der Kriegshysterie, die in vielen Orten oer Staaten infolge der Rooseveitschen Massenpsychose festzustellen ist. Die Armecdienststellen in Baltimore "s.uhlcn jetzt in einem offiziellen Bericht gegen die Ge­suchte über die Fallschirmlandungen in Pennsylvanicn, Maryland und Virginia Stellung nehmen. Alle Nach­

richten über angebliche Fallschirmlandungen hätten sich als falsch erwiesen. Gleichzeitig aber wird die Bevölke­rung darauf aufmerksam gemacht, daß Wachsamkeit wie­der am Platze sei. Die Tatsache, daß bisher nichts Ernst­liches eingetreten sei, bedeute nicht, daß so etwas un­möglich sei. Die ernsten Betrachter der Kriegslage in den USA. halten mit einer Kritik an der Kriegführung Washingtons nicht hinter dem Berge. Besonders auf dem Wirtschaftssektor werden immer wieder Zustände gegeißelt, die in direktem Gegensatz zu den geschwollenen Phrasen Roosevelts über seinSuper-Kriegsprogramm" stehen. So schreibt die USA.-ZeitschriftTime":Das gesamte USA.-Produktionsprogramm kracht in allen Fugen." Das Getöse des Zusammenbruchs könnte bis Berlin und Tokio gehört werden. Der an hundert Stel­len zugleich aufgetretene Stahlmangel bedeute mehr als eine militärische Niederlage, er sei eine Demütigung des USA.-Volkes, welches so stolz auf seine Industrie ist. Aus Stahlmangel mußte beispielsweise der größte von der Marinekommission vergebene Kontrakt an­nulliert werden, nämlich der Auftrag auf 200 soge­nannte Libertyschiffe. Hierdurch wurden mit einem Schlage die Vorarbeiten im Werte von 10 Millionen Dollar nutzlos. Das Chrysler-Tankarsenal in Detroit müsse möglicherweise innerhalb weniger Wochen den Betrieb einstellen. In Detroit allein wurden bereits die Chevrolet-Getriebewerke und die Fisher-Karosserie- fabrik Nr. 1 geschlossen In den Kaiserwerken in Oregon hätten allein im letzten Monat fünf Handelsschiffe weni­ger als vorgesehen gebaut werden können. Die Todd- 'wcrften wieder hätten ihren Stahl abgeben müssen, weil er angeblich anderwärts stärker benötig: wurde. Das Bedauerlichste aber sei, daß in der letzten Zeit die Stahlzuteilungen für die Fabrikation von Waffen für

das Pacht- und Leihgesctz um 50 Prozent gedrosselt wer- oeu mutzten.

Washington habe amtlich zugegeben, daß viele im Bau befindliche Waffenfabriken nach ihrer Fertigstel­lung monatelang stilliegen müßten, oder aber zumin­dest ihre Leistungsfähigkeit nicht voll ausgenutzt werden würde. Einige dieser in aller Hast errichteten Werke könnten während der Kriegsdaucr überhaupt nicht in Betrieb genommen werden, so daß sie möglicherweise wieder abgerissen würden, um den bei dem. Bau ver­wendeten Stahl für andere Zwecke einzusetzen.Time" wirft die Frage auf, wie diese unglaubliche Krise über­haupt entstehen konnte. Als Hauptgrund gibt sie an, daß die Hochöfen im laufenden Jahr nur 85 Millionen Tonnen Stahl erzeugten, während die Kapazität 80 Millionen Tonnen betrage. Die weitere Ursache sei in der völligen Desorganisation durch den Washingtoner Bürokratismus zu suchen. Die Sachverständigen seien der Ansicht, daß allein 200 000 Tonnen monatlich für die Errichtung von Wohnbaracken und militärischen Depots verschwendet wurden. Ein weiterer gewaltiger Teil des verfügbaren Stahls würde für Kriegsschiffe verarbeitet, welche jedoch nicht vor 1946 fertiggestellt würden. Ab­gesehen hiervon habe Churchill bei seiner letzten Amerikareise eine erhöhte Stahllieferung nach England bei Roosevelt durchgesetzt. 11 Millionen Tonnen Stahl wurden in diesem Jahre allein für Kasernen- und Stützpunktbauten von der Armee angefordert. Weitere 27 Millionen Tonnen wurden für sogenannteindirekte militärische Zwecke" beschlagnahmt und somit der eigent­lichen Kriegsmatcrialproduktion entzogen. DieTime" stellt abschließend fest, daß das Prioritätssystcm völlig fehlgeschlagen habe und die Aufrüstung lediglich be­hindere.

VeeseiMk-e« /leAaötett

Von

Lovtsrsckvairsl Liüvlvgbsus

Gerade in den letzten Monaten sind die engen Zu­sammenhänge, die zwischen den kriegerischen Gescheh­nissen an Land und auf See bestehen, immer deutlicher in die Erscheinung getreten. Unsere Gegner operieren dauernd auf dem Papier mit astronomischen Zahlen an verfügbarem Kriegsmaterial aller Art und auch an Menschen, wobei sie aber geflissentlich übersehen oder, besser gesagt, übersehen müssen, daß für den Transport all der geplanten Hilfeleistungen die Voraussetzung, nämlich der nötige Schiffsraum, nicht mehr vor­handen ist. Das wissen Leute wie Roosevelt und Chur­chill naturgemäß ganz genau. Je schwieriger aber die Lösung des Frachtraumproblems wird, um so voller wird der Mund genommen. Hierbei ist Churchill aller­dings allmählich vorsichtiger geworden als sein ameri­kanischer Freund, der mit den Echiffsneubauten, je nach Bedarf, eine derartige Zahlenakrobatik treibt, daß es selbst seinen sonst mehr als geduldigen Landsleuten zu arg wird. Seine Schätzungen sür den Zugang an Schif­fen bewegen sich zwischen 6 Millionen und 23 Millionen Tonnen jährlich, wobei er noch. falls dies in seine je­weilige Beweisführung hineinpaßt, mit Bruttotonnen, Nettotonnen, Deadwighttonnen und Eewichtstonnen herumsongliert, um eine an sich sehr klare Sachlage möglichst zu komplizieren und zu verschleiern.

Die ganze Frage läßt sich auf den Generalnenner bringen:Geht mehr Schiffsraum verloren, als neu gebaut wird' oder inabfehbarer Zeit neu gebaut werden kann?" Den ersten Teil dieser Frage beantwortete in den USA. der Vizepräsident der Kommission für den Bau von Handelsdampfern. Konteradmiral Vickery, vor wenigen Tagen ganz eindeutig, indem er sagte:Die im Monat Juni in den Werften der USA. fertig­gestellten Frachter reichen bei weitem nicht aus, um die von den Achsenmächten versenkten Schiffe zu er­setzen." Es liegen amtliche Nachrichten aus den Ber­einigten Staaten über den schiffsneubau vom 1. Ja­nuar bis zum 10. Mai 1942 vor. Danach sind in dieser Zeit von 4)4 Monaten an neuem Schiffsmaterial in Zugang gekommen 120 Schiffe, wahrscheinlich vom so­genannten Libcrty-Typ von je 7500 BRT. Es wurde mithin nicht ganz jeden Tag ein Schiff gebaut. Auf das Jahr umgerechnet würde das eine Zunahme im Jahre 1942 von etwa 2,8 Mill. BRT. bedeuten. Man wird gut tun. die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Schiffswerften für die Zukunft höher zu bewerten. Aber selbst, wenn man damit rechnet, daß die Schiffsproduk­tion noch ganz wesentlich steigt, sich im laufenden Jahr vielleicht verdoppelt, können die Neubauten nicht entfernt die V e r l u st e... die der Handelskrieg der Achsenmächte der feindlichen Schiffahrt zufügt, aus­gleichen.

Wie sich im übrigen die Schiffbautätigkeit in den USA. weiter entwickeln wird, ist mit abhängig von der Rohstoff- und Arbeitstage, die, wie als bekannt vorausgesetzt werden darf, gerade in den Ber­einigten Staaten von Nordamerika schon einige Schwie­rigkeiten bereitet. Wenn z. B die Tankerverluste an der nordamerikanischen Ostküste durch unsere U-Boote, die kürzlich auch das Gebiet des Panama-Kanals in ihr Tätigkeitsfeld einbezogen haben, nur noch kurze Zeit an­halten, so wird in den nordöstlichen Industriezentren der USA., wie Newyork und Detroit eine Art Revo­lution auf dem Arbeitsmarkt und damit auch in der Kriegsproduktion einschließlich der Schiffsbauwerften, eintreten. Die Verluste an Handelsschiffstonnage' durch die Achsenmächte, die in den beiden Monaten Mai und Juni rd. 2 Millionen BRT. betrugen, wirken sich auch immer stärker nach der moralischen Richtung hin aus; dies um so mehr, als die. Bewohner vonGottes eige­nem Land" in ihrer geradezu naiven Selbstüberschätzung den jetzigen Krieg schon als gewonnen betrachteten, ehe er überhaupt angesungen hatte. Selbst der unrühmlich bekannte Wendel! Willkie, ^Präsidentschaftskandidat, brachte das kürzlich treffend mit den Worten zum Aus­druck:Wir alle haben es von unseren Scbultagen an als völlig selbstverständlich betrachtet, daß die Ver­einigten Staaten das größte, das mächtigste und das

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Deutsche Verbände haben jenseits des Kuban einest Brückenkopf gebildet.

Der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Kropotkin wurde genommen.

Die deutsche Luftwaffe richtete wiederum Tag- und Nachtangriffe gegen kriegswichtige Ziele der bri­tischen Insel.

In der USA.-Oefsentlichkeit wird scharse Kritik an der wirtschaftlichen und militärischen Schwierigkeit der Rooseveltschen Kriegführung geübt.

Die Japaner haben die australische Verteidigungs­stellung vor Port Morcsby durchbrochen.

Aus der Messe in Budapest zeigt die 2. E. Farben- Industrie eine vollsynthetische Faser.

Die Vorzugsaktien der Unterweser Schiffbau-Gesell­schaft sollen eingezogen und das Grundkapital erhöht werden.

Die Kohlenbcrg S- Putz Seefischerei AG. will ihr Grundkapital erhöhen.

Durch Erlaß des Führers wurde der Verkehr mit landwirtschastlichen Grundstücken im Kriege einge­schränkt.

2m Gebiet Nordsee der Hitler-Jugend wurden zwei Wehrcrtüchtigungslager eingerichtet.