Ausgabe 
(4.8.1942) Nr. 212
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Das Amtsblatt des legierenden lürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblalt des Veichsstattstalters in Oldenburg und vremen

t-° Nr. 212 , 12. Zastrgang

Dienstag, 4. flugust 1942

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Vor dem Überlauf des Kuban

Der deutsche Vormarsch ist nicht aufzuhalten / Vie sowjetische Kubanarmee abgetrennt

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ür. «.»>>. Berlin, 3. August. Wenn im deutschen Wehrmachtbericht die Annäherung an einen Ort oder an eine Linie so festgestellt wird» wie das heute im Hin­blick aus den Oberlauf des Kuban geschieht, so darf in der Regel angenommen werden, daß der Weg bis zu dem genannten strategifchen Ziel nicht mehr sehr weit ist. Auch in diesem Raum zwischen Don und Kuban wird nicht von der neuen Angriffstaktik abgewichen, die als Vormarsch in breiter Front in Erscheinung tritt. Die Feststellung, daß der noch geleistete Widerstand an dieser Front zusammenhanglos und nur von örtlicher Bedeu­tung war, sowie der Hinweis auf die große Beute ver­stärkten den Eindruck eines nahen und völligen Zusam- mcnbruches der flüchtenden Sowjetarmee.

Allmählich hat es sich auch überall im Feindlage! llr herumgesprochen, wie sich die militärischen Operationen im Süden der Sowjetfront entwickeln. „Die Deutschen", so teilt der Londoner Rundfunk mit, „stoßen weiter mit JE großen Kräften gegen Süden und über Salsk vor, wo ^ sie die Sowjetfront durchbrochen haben/' An einer an- deren Stelle des englischen Nachrichtendienstes wird fest- gestellt, daß noch keinerlei Anzeichen dafür vorlägen, daß die Sowjets im Süden genügend Streitkräste hätten, - „r um das deutsche Vordringen aufzuhalten. In einem Kommentar des Newyorker Rundfunks erklärte ein mili­tärischer Sprecher, daß überlegene deutsche Kräfte IM Kilometer südöstlich von Rostow die sowjetischen Linien in ziemlicher Breite durchbrochen und einen Keil von beträchtlicher Tiefe in die feindlichen Stellungen vorgetrieben hätten. Schließlich bekennt auch die Mos­kauer „Prawda", daß die Lage im Süden immer kom­plizierter und die Gefahr immer größer werde. Geradezu lähmend muß sich auf die Gegner die Erkenntnis legen, daß man kaum noch eine Möglichkeit hat, um das . Schicksal im Süden zu wenden. Die „Times" unterstreicht .. die Tatsache, daß die sowjetischen Verbände im Süden -Os vollkommen von der Wolga-Armee ab­geschnitten sind, wenn sie die Bersorgungsmöglich- keiten der getrennten Verbände völlig verschieden be- »: handelt und feststellt, daß die Streitkräfte im Kaukasus

^ W mit örtlichen Petroleumvorräten helfen könnten, während die Armeen an der Wolga und nördlich davon, soweit ihnen nicht durch die paar Straßen über das , ' Kaspisch» Meer Zufuhren gesichert würden, mit den vor- >,i, handenen Vorräten auskommen müßten. In einer Reu­termeldung aus Moskau heißt es, man würde gut daran - tun, anzunehmen, daß auf jeden Fall jetzt die Route über ^ die Wolga und das Kafpische Meer nach dem Kaukasus gz nunmehr die einzig« praktische Nachschudroute für ! ? die sowjetischen Kubanstreitkräfte darstelle. Das heißt, »iü daß die Lage der in diesem Raum nach vernichtenden ««!> Schlägen flüchtenden Sowjets unvergleichlich viel schlim­mer ist als die Versorgungsnot der Briten in Aegypten, die auf den Nachschubweg um das Kap der Guten Hoff­st nung angewiesen sind.

Es gibt allerdings noch Illusionisten in London, die, wie der „Daily Expreß", damit rechnen, daß General Kozlow, der Oberbefehlshaber der Sowjettruppen im «i Siidabschnitt, eine neue Verteidigungslinie zwischen der Bahnlinie Noworossijsk—Stalingrad und dem Kuban- fluß errichten werde. Nimmt wirklich im Ernst jemand t> an, daß die geschlagenen Sowjets, sich in der offenen ll? Steppe wirksamer zum Widerstand setzen könnten als ^ hinter den gewaltigen natürlichen Hindernissen des Don und des Manytsch? Unsere Truppen stehen ja schon in der Nähe des Kuban. Der Reuterkorrespondent in Moskau, Winterton, will es aber allerdings noch nicht wahrhaben, daß es irgendwo einen Durchbruch

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Neue Nitterkreuftriiger

Berlin, 3. August. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Erich Geiß­le r, Kommandeur eines Infanterie-Regimentes, Haupt­mann Joses Riepold, Kompaniechef in einem Pan- , zer-Regiment, Oberleutnant Rolf Rocholl, Kom- panicsiihrer in einem Panzer-Regiment, Oberleutnant ^ Schön ert, Staffelkapitän in einem Nachtjagd- gejchwader.

gegeben habe; aber er schildert die „zähe Abwehr", so daß sie stets andauere, „bis die Lage unhaltbar wird oder die Sowjetstellungen vollständig überwältigt wer­den, worauf dann in Ordnung auf neue Linien zurück­gegangen wird." Ordentlicher Rückzug nach vollständiger Ueberwältigung der eigenen Stellung — wie sich das kleine Moritzchen den großen Krieg vorstellt!

Daß bei den bolschewistischen Truppen nach all den furchtbaren Schlägen die Stimmung auch nicht mehr einheitlich nach der Stalinparole „Sieg oder Tod" aus­gerichtet ist, das darf man wohl aus dem Leitartikel der „Prawda" entnehmen, in dem die furchtbarsten Drohungen gegen „Feiglinge und Panikmacher" aus- gestoßen werden.

Nachdem man in London mit den Apokryphen-Meldun- gen über die angebliche Aufnahme der Offensive durch die Truppen Timoschenkos auf breiter Front herein­gefallen ist, wird man jetzt auch im Hinblick auf den Wert der örtlichen Gegenangriffe skeptisch, mit denen die Sowjets an der Leningrad«! Front, am

Wolchow-Brückenkopf, im Raume von Rschew und schließlich bei Woronesch und im äußersten Donbogen die Südfront zu entlasten versuchen. Am Ende des Winters haben die Engländer den Sowjets geradezu Vorwürfe gemacht, weil sie in ihren stur durchgeführten Angriffen ohne einen großen strategischen Plan sich nur selbst zermürbt hätten, ohne die deutschen Stellungen zu erschüttern. Die Sowjets haben tatsächlich nichts gelernt und alles vergessen. Auch jetzt kann man nir­gendwo auf gegnerischer Seite den Versuch erkennen, einen großangelegten Flankenstoß durchzuführen, gegen den übrigens selbstverständlich alle Vorbereitungen ge­troffen sind. Die Lage an der Ostfront ist jedenfalls so, daß eine solche Verzettelung in örtlichen Angriffen, wie sie die Sowjets jetzt wieder erkennen lassen, ihnen überall nur die schwersten Verluste bringt und schließ­lich nichts anderes zur Folge haben kann, als eine Stärkung der deutschen Stellungen. Es ist als eine Fehlrechnung anzunehmen, daß man ruf diese Weise deutsche Kräfte binden könnte. Unsere (Fortsetzung auf Seite 2)

Sowjets zwischen Sal und Von geworfen

Me Seiten verloren in der Zeit oom 2Z. Zu« bis 2. flugust 248 slugzeuge

Aus dem Führerhauptquartier, 3. August. Das Oberkommando -er Wehrmacht gibt bekannt: „Im Osten nähert sich die zur Verfolgung angesetzte Panzer­armee dem Oberlauf des Kuban. Zusammenhangloser örtlicher Widerstand des Feindes wurde gebrochen und zahlreiche Beute, vor allem an Geschützen, eingebracht. Nordwestlich davon wurden feindliche Nachhuten oom Joja-Abschnitt nach Süden geworfen. Auch hier hält der Vormarsch an. Zwischen Sal und Don treiben deut­sche und rumänische Truppen den Feind nach Osten zu­rück. Starke Kampfflieger- und Zerstörerverbände griffen in diese Kämpfe ein. Die rückwärtigen Verbindungen der Sowjets im Kuban-Gebiet, besonders die Eisenbahn­linie Baku—Rostow, waren schweren Angriffen aus­gesetzt. Im großen Donbogen wurden erneute sowje­tische Gegenangriffe abgewiesen und wieder 85 Panzer vernichtet. Sturzkampf- und Schlachtgeschwader sowie Flak-Artillerie-Abteilungen der Luftwaffe waren auch an diesen Kämpfen erfolgreich beteiligt. Bei Nachtangrif­fen auf die W o l g a s ch i s f a h r t wurden zwei Tanker und sechs Frachtschiffe versenkt, neun weitere Fracht­schiffe beschädigt. Nördlich R s h e w, an der W o l ch o w- Front und vor Leningrad scheiterten fortgesetzte An­griffe starker feindlicher Kräfte, die offenbar zur Ent­lastung der schwer bedrängten Südsront vom Gegner ge­führt werden. In Lappland nahmen deutsche Infan­terie und Gebirgsjäger, von Sturzkampffliegern wirk­sam unterstützt, eine vom Feind stark besetzte ausgebaute Höhe. In hartnäckigen Waldkämpsen wurde eine große Anzahl feindlicher Kampsstände zerstört. An der Mur­rn a n f r o n t vernichteten Gebirgsjäger bei erfolgreichen Stoßtruppunternehmungen mehrere feindliche Kampf­anlagen. Die sowjetische Luftwaffe verlor am gestrigen Tage 114 Flugzeuge. Fünf eigene Flugzeuge werden vermißt.

Auf Malta wurde der Flugplatz Halfar durch deut­sche und italienische Kampfflugzeuge mit guter Treffer- lage bombardiert. Im östlichen Mittelmeer versenkte ein deutsches Unterseeboot einen Transportsegler. An der Ostküste Englands und in den Midland» bekämpfte die Luftwaffe am gestrigen Tage und im Ver­laufe der vergangenen Nacht kriegswichtige Anlagen in mehreren Orten. In der Zeit vom 23. Juli bis 2. August verlor die britische Luftwaffe 248 Flugzeuge; davon 84 über dem Mittelmeer und in Nordafrika. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritannien 78 eigene Flugzeuge verloren."

vaschanta KSmpsend durchschritten

Zu den gestrigen Kämpfen im Knvan-Don-Eebiet teilt das Oberkommando der Wehrmacht folgendes mit: Truppen des deutschen Heeres und der Waffen-drin­gen in Verfolgung des Feindes über die Bahnstrecke Salsz—Tichorezk weiter gegen den Oberlauf des Kuban

vor. Ostwärts davon wurde die Stadt Vaschanta am Jugorlyk-Fluß kämpfend durchschritten.

Planloser Widerstand feindlicher Nachhuten, die ins­besondere die Flußübergänge zu verteidigen versuchte», wurde gebrochen; die Bolschewisten wurden weiter zu­rückgedrängt. Mehrere feindliche Kräftegruppen, die

durch überholende Verfolgung von deutschen Truppen ab­geschnitten und eingeschlossen worden waren, führen weit hinter den deutschen Angriffsspitzen einen aussichtslosen Kampf. Außer slowakischen Truppen waren bei den gestrigen Kämpfen auch die Rumänen erfolgreich, die zu­sammen mit deutschen Verbänden die Bolschewisten zwi­schen Don und Sal nach Osten zurückwarfen. Eine starke feindliche Kolonne, die von Norden kommend südlich des Sal durchzubrechen versuchte, wurde nach Norden zurück­geworfen. Die Luftwaffe richtete ihre gestrigen Angriffe besonders gegen den feindlichen Verkehr auf Straßen und Bahnen. Zahlreiche Geschütze, die an beherrschenden Eeländepunkten zur Verstärkung eiligst ausgehobener Feldstellungen eingegraben waren, wurden durch Bom­ben zerstört. Auf den Straßen dieses von zahlreichen Flußläufen durchzogenen Geländes vernichteten die Kampfflugzeuge rund hundert Fahrzeuge. Durch rollende Luftangriffe gegen die wichtigsten Anlagen der Bahn­strecke von Tichorezk nach Armawjr entstanden in Bahn- gebäuden und in der Stadt Armavjr ausgedehnte Eroß- brände. Mehrere Transportzüge wurden auf der durch aufgerissene Gleise blockierten Strecke von Zerstörerflug­zeugen in Brand geschossen.

Im großen Don-Bogen scheiterten am 2. August in dem Höhengelände nordwestlich Kalatsch Gegenangriffe feindlicher Infanterie und Panzer. Die Bolschewisten, die dabei 85 Panzerkampfwagen verloren, versuchten ver­geblich, in diesem Raum durch rücksichtslosen Einsatz frischer Truppen und Waffen das Vordringen der deut­schen und verbündeten Truppen nach Osten zu hemmen.

Starke Verbände von Sturzkampf- und Schlachtflug­zeugen fetzten ihre Angriffe auf die von Osten herange­führten feindlichen Reserven mit unverminderter Hef­tigkeit fort. Auch die Don-Brücken, über die der Feind immer wieder Verstärkungen vorzubringen versuchte, waren heftigen Luftangriffen ausgesetzt. Zwei Ponton- Brücken und zwei feste Straßenbrücken wurden durch Volltreffer zerstört. Bei weiteren Luftangriffen wurden 25 schwere Panzerkampfwagen des Feindes vernichtet und zahlreiche Batterien zum Schweigen gebracht. Am nördlichen Teil des großen Don-Bogens nahmen ita­lienische Verbände bei einem örtlichen Angriff zwei zäh verteidigte Ortschaften. Versuche einer feindlichen Kampfgruppe, auf das Westufer des Don überzusetzen, scheiterten ebenso wie örtliche Angriffe der Bolsche­wisten im Raum nördlich Semljansk. Im Verlauf hef­tiger Luftkämpfe über den verschiedenen Kampfgebieten des südlichen Abschnitts der Ostfront wurden 26 bolsche­wistische Flugzeuge durch deutsche Jäger abgeschossen.

Wallstreets Hochfinanz überflügelt Londoner titg

welllaut der Sroßbanken — gankee-Soldalen verzehre,, zu viel — kaulkrajlslörungen befürchtet

DratztScricht unseres Vertreters i>i. Bern, 3. August. Seit Churchills Kriegspolitik das einst so stolze „Old Vritain" immer stärker in eine wirtschaftliche und politische Filiale der USA. umge­wandelt hat, sind ständig wesentliche Verlagerungen des Tchwergewichtes auch der finanziellen Machtver- Nltnisse aus der City nach der Wallstreet erfolgt. Diese Entwicklung findet deutlichen Ausdruck in dem Stärke- verhältnis der amerikanischen und britischen Großbanken ^einander. Noch vor wenigen Jahren verfügte die Chase National Bank in Newyork, das bedeutendste Bank- mstitut Amerikas, nicht einmal über 60 Prozent des Depositenbestandes der kleinsten der Londoner „Fife", der großen Fünf. Im letzten Vorkriegsjahr lag die Chase National Bank trotz der inzwischen erfolgten Abwertung des englischen Pfundes und des raschen Aufstieges der Newyorker Hochfinanz mit 2152 Mill. Dollar Depositen noch immer hinter der Londoner Barkleys Bank, die damals über Pfunddepositen im Werte von mehr als 4161 Mill. Dollar verfügte. Seit dieser Zeit hat die Ehasc National Bank alle Großbanken Englands weit überholt. Während Barkleys Bank, die bedeutendste umalbank Englands, Mitte 1942 «inen Depofitenbestand

von 2869 Mill. Dollar verzeichnet, kann die Chase Na­tional Bank 3595 Mill. Dollar ausweisen.

Die wirtschaftliche Ueberlegenheit des „großen Bru­ders" über England hat sich auch im öffentlichen Leben Englands auszuwirken begonnen, und zwar sehr zum Leidwesen des britischen Schatzamtes, das mit größtem Unbehagen die beträchtliche Kaufkraft der bisher von Roosevelt nach England geschickten Nordamerikanischen Soldaten festgestellt hat. In den Anweisungen, die Washington den ersten amerikanischen Truppen über den Atlantik mitgegeben hatte, hieß es allerdings wört­lich: „Ihr seid besser bezahlt als die britischen Tom- mies, reibt ihnen das nicht unter die Rase! Eßt nicht so viel, schimpft nicht über das Essen, Bier und Zigaret­ten." Aber die Pankees scheinen sich nicht allzu eng an diese Vorschriften gehalten zu haben. Sie renommierten sehr gern — wie Londoner Berichte melden — mit der Tatsache ihrer weit überlegenen Ausrüstung, die pro Mann nicht weniger als 52 Pfund gekostet habe im Gegensatz zu den 20 Pfund, die England pro Kopf des Tommies ausgibt. Diese amerikanischen Soldaten- leg­ten auch die Schillinge ihres Solds nicht auf die hohe Kante...

Die englische Wirtschaftszeitschrift „Ecconomist" wen­det sich deshalb bereits gegen die Kurzsichtigkeit all jener Leute, die da meinen, „das Geld, das von den amerika­nischen Truppen in England ausgegeben würde, stelle einen Gewinn für die britische Wirtschaft dar". Im Ge­gensatz dazu erklärte „Ecconomist", daß diese zusätzliche unerwünschte Kaufkraft die Gefahr heraufbeschwöre, daß die Preise aller noch vorrätigen Waren weit über jenes Niveau herausgetrieben werden könnten, bei dem Durch­schnittsengländer noch kaufen können. Die englische Wirt­schaftszeitschrift drückt die Befürchtung aus, daß diese unvorhergesehene amerikanische Kaufkraft die Pläne der englischen Regierung ganz und gar über den Haufen werfen könnten, da die englische Produktion an Ver­brauchsgütern ja ständig absichtlich reduziert werde, um weibliche und männliche Arbeitskräfte für die Produk­tion kriegswichtiger Waren freizubekommen. „Eccono­mist" schlägt deshalb vor, daß die amerikanischen Behör­den den ÜSA.-Truppen in Großbritannien weniger Sold in bar auszahlen und ihnen dafür die Differenzen in den Vereinigten Staaten gutschreiben.

Admiral Dönitz über Fragen des U-Boots-Krieges

Berlin, 3. August. Admiral Dönitz, der Befehlshaber der U-Boote, beantwortete dem Kriegsberichter Gerhard Weise einige Fragen, die im Hinblick auf die Atlantikschlacht in der letzten Zeit von ausländischen Zeitungen erörtert wurden. Wir veröffentlichen einen Auszug aus diesen Aeuße­rungen des B. D. U.

Die erste Frage lautet: Mit welchen Mitteln schützen Großbritannien und die Vereinigten Staaten ihre ozeanischen HauptverbinÄungslinien gegen deutsche Il-Boot-Angriffe und welche Wirkung ist diesen Mit­teln von deutscher Seite zuzuerkennen?

Derl Admiral antwortete: „Die angelsächsische Kriegs­führung hat bisher auf allen Gebieten einen allgemeinen Mangel gezeigt — es ist ihr wenig Neues eingefallen. Sie bewegt sich entsprechend ihrem altmodischen Staats- gefüge militärisch auf alten und unrerolutionären Bahnen. Es lag infolgedessen nahe, daß sie zum Schutze ihrer Schiffahrt das alte Rezept des Eeleitzug- Systems aus der Schublade zog, wie sie es am End« des Jahres 1918 hineingelegt hatte. Dieses System ist der Eckpfeiler der englischen Abwehr geblieben und wir sind selbstverständlich nicht untätig gewesen, um durch unsere Ausbildung, unsere Ueberlegnngen und tech­nischen Entwicklungen dieses System wirkungslos zu machen. Ich kann unsere Maßnahmen nicht näher darlegn. Ich erwähne nur ein Schlagwort „Rudeltaktik". Der Begriff ist im übrigen kerne deutsche Erfindung, sondern er wurde von der Gegenseite geprägt. Es ist Tatsache, daß unsere „Wölfe" sich in sehr vielen Fällen über die Konvois geradezu gefreut haben. Einfach, weil mit einem Konvoi den U-Booten eine ganze Speisekarte von Schiffen geboten wird, die sie sich sonst erst mühsam hätten zusammensuchen müssen.

Auf die Frage nach der Bedeutung der These unserer Feinde, daß die Verlagerung der wichtigsten Kampf­zonen an die amerikanische Küste, in das Mittel- und Nordmeer eine Art „Flucht" der deutschen U-Boote in leere, weite Räume bedeute, ant­wortete Admiral Dönitz: „Unsere U-Boote kämpfen in absoluter Landnähe unter der USA.-KLste, so daß dort die Badegäste und bisweilen ganze Küstenstädte Zeu­gen jenes Kriegsschauspieles sind, dessen optische Höhe­punkte die roten Eloriolen der hochlohenden Tanker bilden. Diese Kämpfe zwischen dem Hafengebiet von Norfolk und der Karibischen See oder die Kämpfe im Mittelmeer können gewiß nicht als Flucht in weite Räume bezeichnet werden. Wir haben verschiedene bis­herige Schauplätze unserer Wirksamkeit verlassen, um den Stier an anderen Stellen bei den Hörnern zu packen. Die Verlagerung eines Teils unserer Streit­kräfte in das Mittelmeer folgte aus strategischen Grün­den. Sie erfolgte im Zuge des Kampfes um die Frei­heit der Seeverbindungen zwischen Italien und Nord­afrika. Die Welt kennt den Erfolg. Die Achsenverbin- dung über das Mittelmeer ist vorhanden und entwickelt sich. Der Ost-West-Verkehr der Engländer ist, wie die letzten Ereignisse bewiesen haben, faktisch unmöglich ge­worden. Der Kampf zwischen der Nord-Süd-Verbindung gegen die Ost-West-Verbindung ist im Mittelmeer zu­gunsten der Nord-Süd-Richtung entschieden. Die Höhe­punkte dieses Kampfes waren die Versenkungen der „Barham", der „Arc Royal" und zahlreicher Kreuzer, die die Aufgabe hatten, die von Osten nach Westen ziehenden Eeleitzüge zu beschützen, und die Beschädi­gung zahlreicher Schiffe, zum Beispiel der „Malaya". Aus ähnlichen geographischen Gründen entwickelte sich die Lage im Atlantik. Die Verlegung des Versenknngs- gebietes nach Westen, also unter die amerikanische Küste, wurde vorgenommen, um den Gegner durch rasche, harte Schläge empfindlich zu treffen. Wie die Welt und am besten unsere Feinde wissen, ist uns dies in einer einzig­artigen Versenkungsschlacht geglückt."

Eine weitere Frage galt dem Geheimnis des Akti­onsradius unserer U-Boote. „Ich freue mich", so antwortete der Admiral, „daß unsere Gegner sich an­scheinend in dem Glauben befunden haben, unsere U-Boote könnten nicht bis zur amerikanischen Küste vorstoßen. Bereits im Frieden habe ich mich dort oft darüber amüsiert, daß man unsere 590-Tonnen-Boote als „Oosstsl llosts", als Küstenboot, bezeichnete. Aus diesen Darstellungen ging hervox, daß der Gegner den Aktionsradius dieser U-Boote unterschätzte und daß

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Bei Tag und Nacht richtete die deutsche Lustwaffc mit schwerer Wirkung Bombenangriffe gegen kriegs­wichtige Anlagen auf der britischen Insel,

Durch den deutschen Vorstoß gegen den Oberlauf des Kuban sind die Verbindungen zwischen der Wolga- und der Kuban-Armee der Sowjets praktisch zer­schnitten.

Die britische Luftwaffe verlor in der Zeit vom 23. Juli bis 2. August 248 Flugzeuge.

Admiral Dönitz legte in einer Unterredung Methode und Zielsetzung des deutschen U-Boot-Krieges dar. London befürchtet durch die Anwesenheit der gut­bezahlten ÜSA.-Truppen in England eine Schwä­chung der öffentlichen Kauskrast.

Für den deutschen Schiffbau sind verbindliche Nor­men festgelegt worden.

1009 Kinder aus dem Gau Weser-Ems wurden von der NS.-Volkswohlfahrt zu einer sechswöchigen Er­holung nach Dänemark verschickt.