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(2.8.1942) Nr. 210
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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Verkündungsblalk des Neichsskattlialters in Oldenburg und Nremen

Nr. 210 , 12. Zalirgang

Sonntag, 2. flugust 1942

kinzelpreis 15 Npf.

Im Juli 815 888 V M. versenkt

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^ Ausdem Führerhauptquartier, 1. Slugust. ^ Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Osten ist in der Verfolgung des geschlagenen Feindes ^ die Eisenbahnlinie Krasnodar—Stalingrad nunmehr Ksi in breiter Front überschritten. Sowjetische Kräfte wur- Mk den eingeschlossen und gehen ihrer Vernichtung ent- Ä' gegen. Der Eisenbahnknotenpunkt Ssalizk wurde gc- ws nommen. Die Luftwaffe bekämpfte mit starken Kräften st! die feindlichen Rückzugsbewegungen. Bei anhaltenden r schweren Kämpfen im groben Don-Bogen wurden gestern m wieder zum Teil unter Mitwirkung von Flakbaltericn ch, 48 feindliche Panzer vernichtet. Fliegerverbände griffen ich bei Tage und Nacht Truppenausladungen und Trans­its portc aus Bahnen, Straßen und Wasserwegen an. Auf E der Wolga wurden ein Tanker und sieben Frachter ver- senkt, 18 weitere Frachter beschädigt. Nördlich von Rfhew ' scheiterten erneute, mehrfach wiederholte Angriffe der Sowjets in harten Kämpfe». Infanterie brächte hier- °"°dsi vier feindliche Flugzeuge zum Absturz. Sln der «nilf Wolchow-Front wies die spanische Blaue Division einen es skindlichen Angriff blutig ab. Angriffe des Feindes gegen einen Brückenkopf brachen zum Teil im Nahkampf ^ zusammen.

!W- Am Seegebiet nordwestlich Tripolis versenkten deutsche Suii, Kampfflugzeuge am 3V. Juli ein feindliches Unterfee- ^ b«»t. Nach einigen Störflügen am 31. Juli flog der - Feind in der vergangenen Nacht in das rheinifch-west- ^ siilische Industriegebiet ein. Er griff mit Schwerpunkt ^ Düsseldorf an, wo in Wohnvierteln, u. a. in zwei Krankenhäusern, Brände und Sachschäden entstanden. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Durch Nachtjäger und Flakartillerie wurden 2« der angreifenden Flug- !i zeuge abgeschossen. Bei Angriffsoersuchen eines ge- ^ mischten Bomben- und Jagdverbandes auf das Gebiet der Somin,e-Mündunq schössen deutsche Jäger am gestrigen Tage im Verlauf einer halben Stunde 18 feind­liche Flugzeuge bei einem eigenen Verlust ab. Ein weiteres britisches Flugzeug wurde bei Cherbourg zum «Würz gebracht. Im Kamps gegen Großbritannien be­legte« deutsche Kampsfliegerverbände in der Nacht zum » 1. August kriegswichtige Hafen- und Industrieanlagen

ff von Hüll mit Sprengbomben schweren und schwersten Kalibers. Alle eingesetzten Flugzeuge lehrten zu ihren Einsatzhiisen zurück.

^ Am Kamps gegen die amerikanische und britische Tchiffahrt wurden durch die Kriegsmarine im Monat Aul, 88 feindliche Handelsjchisfe mit 832 48V VRT. ver- ^ senkt, davon 92 Handelsschiffe mit 613 4Vl> BRT. durch ich Unterseeboote, sechs mit 19 688 BRT. durch Schnell­boote. Sechs weitere wurden durch Torpedotresser schwer beschädigt. Ferner versenkten Einheiten der dent- U scheu Kriegsmarine vier Unterseeboote, sieben Schnell- > boote und drei Bcwacher und beschädigten zwei Zerstörer und mehrere Schnellboote.

Durch die Lustwaffe wurden im gleichen Zeitraum 3« Handelsschissc mit 183 588 VRT. versenkt und wer- A tere 17 Handelsschiffe beschädigt. Damit verloren Grog- - britannicn und die USA. insgesamt 815 988 VRT. des 55 sür ihre Kriegführung lebenswichtigen Schiffsraumes.

llull sck^ver bomksräierl

Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, grif­fen im Laufe der Nacht zum Sonnabend deutsche Kampf- b slisgeiverbände kriegswichtige Anlagen der Stadt H u l l M' an der Humbermündung an. Gegen 2.80 Uhr erschienen die ersten Wellen her angreifenden deutschen Flugzeuge s über der Stadt und warfen trotz heftiger britischer Flak- ^ abwehr und Ballonsperren zahlreiche Spreng- und "i Brandbomben in die befohlenen -Ziele. Die Stadt Hüll an der ostenglischen Küste besitzt zahlreiche Dockanlagen und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Transportgüter

aller Art. Außerdem befindet sich dort eine große Tank­anlage mit mehreren Oelpiers. Zur gleichen Zeit bom­bardierten andere deutsche Kampfflugzeuge mehrere Werke der britischen Rüstungsindustrie und Ortschaften an der britischen Ostküste mit nachhältiger Wirkung.

Im Laufe des Freitag nachmittag griffen leichte deut­sche Kampfflugzeuge eine Hafenstadt an der englischen Südküste im Tiesflug an und richteten mit ihren Bom­ben schweren Kalibers umfangreiche Zerstörungen am Rande der Stadt , an. Der Angriff erfolgte so über­raschend, daß die feindliche Flakabwehr erst beim Ab­flug der leichten deutschen Kampfflugzeuge in Tätig­keit trat.

Ver Kampf um die

Zum Zuli-krfolg gegen den seindschiffsraum —

Drahtbcricht unserer Berliner Schriftleituns

är. v. soll. Berlin, 1. August. In der Kriegführung di-tzses Sommers liegt ein besonders starker Ton aus dem Kampf um die lebenswichtigen Verbindungslinien. Das gilt in gleicher Weise für -die Schlacht auf den Welt­meeren wie für die ersten Zielsetzungen st>er Sommer- offensive an der Ostfront. Es handelt sich für uns darum, die Gegner einmal von ihren wichtigsten Vcrsorgungs- gebieten abzuschneiden und zum anderen die verschiede­nen Kriegsschauplätze und Schlachtfelder in weitgehen­dem Maß« wuseinanderzureißen und voneinander zu trennen. Zunehmende und stetige Erfolge im Kampf gegen den feindlichen Schiffsraum haben in der End- Wirkung die gleiche Bedeutung für unser« westlichen Gegner wie der neue Verlust der gewaltigen industriel­len Gebiete und Kornkammern, sowie die Abschneidung der zum kaukasischen Oel führenden Eisenbahnen für die Sowjets.

In der Schlacht auf den Weltmeeren ist die Stetig­keit der aufsteigenden Linie des Erfolges unserer U- Voote und unserer Luftwaffe das Erschreckende und Läh­mende für den Feind. Die letzte Sondermeldung aus der „Schlacht aller Schlachten", die am Freitag ver­öffentlicht wurde, ließ bereits erkennen, daß diese Stetig­keit trotz aller krampfhaften Abwehrbemühungcn der Gegner auch im Juli reine Unterbrechung erfahren hat. Wiederum sind über 888 888 Tonnen aus den Grund des Meeres geschickt worden. Im Januar dieses Jahres waren es 63 Schiffe mit 488 688 BRT., im Februar 79 Schiffe mit 525 686 BRT., im März 105 Schiffe mit 846 988 VRT.,-im April 81 Schiffe, mit 565 588 ART., im Rekordmonat Mai 178 Schiffe mit 924 488 VRT. und im Juni 156 Schisse mit 888 888 VRT., die nach den sicheren Beobachtungen unserer U-Boot-Komman- danten und unserer Flugzeugbesatznngen dem Feind als Erfolge unserer Kampfhandlungen verlorengingen. Nach der Bekanntgabe des Juli-Ergebnisses nähert sich die bisherige diesjährige Verlustzisfer der Gegner der fünf­ten Million. Dabcs find die Erfolge unserer japanischen und italienischen Verbündeten ebensowenig berücksichtigt, wie die Verluste, die der feindliche Schiffsraum durch Minen und durch Beschädigung erlitten hat. Selbst wenn man großzügig den gegnerischen Angaben über das Er­gebnis des Schiffsneubanes seit Beginn dieses Jahres Glauben schenken will, bleibt noch eine beachtliche Mil- lionendifferenz zwischen der Vcrsenlungszahl und der neuen Produktion.

Dazu muß dann auch noch in London festgestellt wer­den, daß eine. Steigerung des britischen Schi,fsbaües nicht mehr möglich ist. Daß den Wersten der Bereinigten

^sv. Bremen, 2. August, ötalin Mit der wachsenden Geschwindigkeit geometri- ltkilint ich" Reihen sieht die Welt die ieit dem ' ' 28. Juni, also kaum fünf Wochen in Gang be­

findliche deutsche Offensive auf dem Südslügel der Ost­front von Tag zu Tag sich weiterentwickeln. und die Londoner Zeitung „People" mag recht haben, wenn sie Stalins derzeitige Seelenverfassung mit der Welling­tons in den schlimmsten Stunden der Schlacht bei Wa- terloo vergleicht. Damals, so schreibt das Blatt, hat Wellington gestöhnt: „Ich wollte, es wär« Nacht oder die Preußen kämen!" Heute ersehne sich Stalin den vorzeitigen Einbruch des Winters oder eine zweite

Verbindungswege

USfl.-„Nekordstt,iffbau" schwer im Hintertreffen

Staaten ebenfalls Grenzen gesetzt sind, ergibt sich schon daraus, daß man dort allen Ernstes den phantastischen Vorschlag aufgegriffen hat, die Wersten auf den Bau von Transportflugzeugen ügizustellen. Die amerikani­schen „Rekordschifsbauer" sind auch am Ende ihres La­teins angekommen und mußten schon zugeben, daß die astronomischen Ziffern, mit denen die Agitatoren Roose- velts operiert haben, nicht in die Wirklichkeit übersetzt werden können.

Wenn im Juli wiodevum über 880 800 Tonnen Opfer unserer Torpedos und-unserer Bomben geworden sind, so ist dieser Erfolg um so bemerkenswerter, als selbstver­ständlich der Schiffsverkehr aus den Weltmeeren nach dem Ansfäll von über vier Millionen BRT. im ersten Halbjahr wesentlich dünner gewordeitz ist. Es handelt sich also um eine weitere Leistungssteigerung in unserem Kampf gegen den feindlichen Schiffsraum. Vom Gegner -aus gesehen erscheint es nahezu verrückt ngiv, wenn man dort in der Verdünnung des Schiffsverkehrs, die den deutschen ll-Vooten das Auffinden oer Objekte schwerer macht, einen Abwehrersolg erblicken will. Die Männer, die für die Versorgung Englands verantwortlich sind, sind offenbar nicht gewillt, einen solchen naiven Trost hinzunehmen. Der britische Landwirtschaftsminister Hudson hat jetzt festgestellt, daß die englisch-amerikanische Schiffahrt die Anforderungen nicht mehr bewältigen könne, die an sie von allen Seiten gestellt würden.

Zu der tatsächlichen gewaltigen Schrumpfung der geg­nerischen Tonnage, gegen die auch weiterhin kein Kraut gewachsen ist, kommt bekanntlich die entlcheidende Er­schwerung des Schiffsverkehrs, die in den strategischen Verhältnissen begründet ist. Das Mittelmver ist als Schiffahrtsweg für die Gegner in Wegfall gekommen. Der Weg über das Kap der Guten Hoffnung nach Aegnp- ten und nach dem Vorderen Orien-t verschlingt ein Mehr­faches des normalen Schiffsraumes.

Das Konvoi-System, dessen Wert durch die vernichtenden Angriffe auf verschiedene Geleitzüge im Eismeer und im Mittelmeer immer problematischer wird, verschlingt auch in zunehmendem Muße Zeit und Tonnage, weil sich ja bekanntlich die Transportgcschwindigkeit immer nach dem langsamsten Schiff richten muß und weil außer­dem eine unverhältnismäßig ausgedehnte Zeit bei der Zusammenstellung der Konvois verschwendet werden muß. Soweit ist es jedenfalls heute schon, daß der gegne­rische Schiffsraum den Anforderungen an eine aktive Kriegführung nicht mehr gerecht werden kann. Mit einer Wendung zum besseren kann drüben nicht mehr gerechnet werden.

wes allein Dampfer „carllon" an vord halte

Nissige Malerialverkuste jür die Sowjets bei der letzten Seleitiugskatastropbe im Nordmeer

* * *

^ Berlin, 1. August. Die Ermittlungen, die nach v- der Vernichtung des Nordmeergeleitzuges angestellt wur- s- den, ergaben än Hand von Aussagen Ueberlebender s - und aufgefundener Papiere ein anschauliches Bild da- > »on, mit welchen Mitteln der feindliche Geleitzugdienst arbeitet, wie die Ueberfahrt erfolgt und welche Men- hen von Kriegsgerät sowie Lcbensmitteln aus diesen ^ irahrten untergehen.

8- Der Dampfer „C a r l t o n" hatte schon am 7. März W »d'c Fahrt von Philadelphia Ober Newqörk nach Halifax » - angetreten. Die Reise dorthin dauerte fünf Tage. Dort 8 Schiff /4 Tage liegen, bis ein Konvoi von

8. 48 Schiffen zusammengestellt würd?, der am 28. März 8 In" Bestimmung'Reykjavik den Hafen verließ. Bei der I ^"?u"lterung der Besatzung der Bestimmungsort S lMvrmansk) nicht genannt worden-, die Verpflichtung » wird,,„r sjjr „frem-de Häfen" ausgestellt. Die Seeleute A bekommen als Gefahrenzulagen einen größeren- Pro- , A"llatz der Heuer, eine Lebensversicherung und eine xlij Kleiderversicherung. Wer nicht weiter mitfahren will, darf kündigen, erhält dann aber an Land einen Ge-' M! stellungsbe-fehl zur Armee oder Flotte. Trotz der Ee- Ehrlichkeit der Route finden sich Seeleute. Denn bei d-,l Elchen Gefahren berechnen sie sich, daß bei einem Monatsgehalt von 600 Dollar die Handelsmarine der ^^bgsmarine vorzuziehen sei, bei der man nur 20 Dollar B °§ults Andere Seeleute melden sich freiwillig zu der -'rv.chku Ouard" der Kriegsmarine, um auf Handels- lch'Nen als Funker und Artilleristen Dienst zu tun, da mer „die Disziplin weniger sttasf fei als bei der Eigentlichen Marine".

Obwohl mit Rücksicht auf das langsamste Schiff die Geschwindigkeit des Konvois nur 8,5 Seemeilen in der Stunde betrug, verlor die „Larlton" in einem schweren Sturm den Anschluß an den Konvoi und kam allein in Reykjavik an. Dort blieben die Schiffe bis Anfang Mai liegen. Ein Teil ging dann mit Bestimmung Murmansk in See. Durch Fliegerbomben beschädigt, kehrte das Schiff zur Reparatur nach Island 'zurück. Dort mußte es wieder wochenlang mit vielen anderen Schiffen warten, bis am 30. Juni ein neues Geleit von 35 Schissen anslief. Von Zerstörern, Korvetten und Kreuzern begleitet, mit Schlachtschiffen und Flugzeug­trägern im Hintergrund, setzte sich der riesige Trans­port in Bewegung. Je - vier Schisse bildeten eine in Kiellinie fahrende Kruppe. In eiyer breiten Dwars­linie fuhren diese Kolonnen nebeneinander. Zwischen der ersten und der zweiten Reihe stand ein sogenanntes Mystery-Schiff, ein geheimnisvolles früheres Handels­schiff, das mit Flakartillerie bestückt war.

Am 4. Juli griffen die ersten deutschen Torpedoflug­zeuge an. Ein Torpedo ging am Schiff vorbei und ver­senkte den Dampfer „Christopher Newport" aus der nächsten Kolonne. Nach dem zweiten Flugzeugangriff schon zerstreute sich das Geleit. Jedes Schiff suchte einzeln weiter seinen Weg. Soweit die Schiffe nach Murmansk bestimmt waren, erhielten sie als neues Ziel Archangelsk. Ein deutsches Beobachtungsflugzeug hielt Fühlung und am nächsten Tage wurde der Darnp- ier von einem deutschen Unterseeboot torpediert und ging unter. 23 Mann der Besatzung wurden später von

deutschen Flugzeugen geborgen, nur zwei kamen ums Leben. Der Kapitän befuhr diese Route zum ersten­mal. Seine Reederei hatte schon beim vorigen Nord­meergeleit von sieben Schiffen drei verloren.

Mit diesem Schiff sind ». a. untergegangen: 888 Ton­nen Mehl, 488 Tonnen Schweinefleisch in Dosen, 588 Tonne» Zinn, 588 Tonnen Aluminium und 588 Ton­ne» Stahlplatte». Ferner 288 Tonnen Granaten, 58 Ton­nen Kartuschen, Tausende von Maschinenpistolen und Gewehren und nicht weniger als 37 Panzerwagen. Dar­unter befanden sich 6 von 28 Tonnen, Typ General Kraut, 14 kanadischer Fabrikation von 13 Tonnen und 17 von 28 Tonnen. Die Eesamtladung des Schisses wog säst 18 888 Tonnen.

Diä Schiffe werden in Amerika ungefähr alle in der gleichen Weise beladen, damit beim Untergang eines Schiffes nicht eine Art von Material, völlig ausfällt. Zur Verteilung des Verlustrisikos sehen sich die Lade­listen sehr ähnlich. Auch die Ermittlungen bestätigen dies.

Mit 35 Schiffen sind also neben sonstiger Ladung etwa 1488 Panzerkainpswagen, 42 888 Tonnen Lebens­mittel und 52 588 Tonnen Metall-Rohstoffe untergegan­gen. Dazu kommen Hundcrttausende von Maschinen­waffen »nd unübersehbare Mengen an sonstigem Kriegs­gerät. Was U-Boote nnd Flieger im Nordmeer zur Entlastung der Ostfront versenkten, entspricht den feind­liche« Materialverlusten einer der großen Vernichtnngs- schlachte«.

Aront. Die Nacht, obwohl ihr Einbruch auf dem r-chlachtfeld von Waterloo weit näher lag als der Ein­bruch des Winters jetzt mitten in der Gluthitze des Don- und Kuban-Gebietes, hätte damnls Wellingtons Armee nicht vor der Vernichtung durch die Franzosen Napo­leons retten können. Das mußten schon die Preußen Blüchers, also deutsche Soldaten, tun, die zuverlässig wie immer noch zur rechten Stunde eintrafen, um das Schlachtenschicksal gegen den Franzosenkaiser zu wenden. So könnte auch der Winter Stalins Geschick nicht ab­wenden, selbst wenn die Winterzeit näher stünde als jetzt, wo die Sommerzeit kaum richtig begann. Zur zweiten Front aber, die Stalin als Alternativ« für die Erfüllung seiner Sehnsucht nach Rettung offenläßt, bedarf es diesmal des Einsatzes von Briten und Ame­rikanern, also von Truppen, die keinen Vergleich mit denen Blüchers bei Waterloo aushalten, und einer strategischen Operation, die ihresgleichen noch nicht in der Geschichte hat. „Wenn die Engländer und Amerikaner doch nur für die zweite Front gerüstet wären", seufzt das obengenannte Blatt und stellt wehmütig fest, daß man jetzt kaum schon in der Lage sei, gleich eine zweite Front , zu bilden, wo man Monate mit Pläncmachen und Fehlorgani- sation vergeudet habe. So muß Stalin sich also vorerst wenigstens noch gedulden, bis der Winter oder die zweite Front kommt, während, ganz unabhängig davon, ob sie kommt, oder ob sie nicht kommt, die deutsche «ommcroffensive über den Don hinweg den ihr vom Führer vorbestimmten Lauf nimmt.

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Doppelseitige 2n volle Flucht und große Unordnung Dedroliung llt Timoschenkos Rückzug ausgeartet. < . und dazu konnten Teilen seines Heeres

bereits auch die Rückzuaslinien verlegt werden. Den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Salzt mußten die Sowjets nach einem hier nochmals aufgeflammten stär­keren Widerstand schließlich den deutschen Truppen über- . lassen und auf 25V km Breite ergießt sich seit Freitag die deutsche Offensivarmee über das von Trümmern des fluchtenden Sowjetheeres übersäte Gebiet von Kuban, wobei, wie das nicht anders bei dem raschen und sieg- hasten Vordringen der Deutschen denkbar ist, die Ge­fangenen- und Beutezifsern ständig wachsen, ohne schon übersehbar oder gar zählbar zu' sein. Daß bei dem raschen deutschen Vormarsch in das strategisch wie wirt- schasilich gleich wertvolle Vorfeld des Kaukasus von deutscher Seite die Front am mittleren Don nicht ver­gessen wird, erhellt ohne weiteres aus den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht, denen zufolge auch auf dem. zweiten Brennpunkt der deutschen Offensive an der Südfront im großen Donknic erfreuliche Fort­schritte gemacht wurden. Hier aber ist es der sogen. Wolga-Ellenbogen, der mit den deutschen Erfolgen an dieser Stelle in den Bereich eines künftigen Zugriffs geruckt erscheint, während jetzt schon unsere Luftwaffe nicht nur die Eisenbahnverkchrslinien jenseits des Don, sondern auch den für die Sowjets als Verkehrsstraße ,o wichtigen Flutzlanf der Wolga unter ihre Kontrolle zu nehmen ini Begriff ist. Die Besorgnis, die aus amt-, lichen Berichten des sowjetischen Oberkommandos zur Lage im Süden der Ostfront spricht, ist schon berechtigt und es ist um nichts übertrieben, wenn man in Mos- kau von einer doppelseitigen Bedrohung des wichtigsten sowjetischen Verkehrsknotenpunktes am Un­terlauf der Wolga spricht, zumal es mit Timoschenkos Reserven, die bereits in vollem Umfang eingesetzt scheid nen, auch einmal zu Ende gehen muß.

kine neue Kit welchem Bangen man in London deutsche laktik? Kud im Häufe der Lüge und des fort- - - »7 - Betrugs, das ist im Weißen

Hause zu Washington, das jüngste Kriegsgeschehen am Don und im Kuban-Gebiet verfolgt, kann man aus Auslastungen entnehmen, welche in der englischen Presse mit Prägungen wie die von der „größten,' militärischen Krise des bisherigen Krieges" sich immer wieder ein­stellen, und aus den in der gleichen Presse enthaltenen Erkenntnissen, daß „im weitesten Sinne des Wortes die gewaltige Schlacht am Don die gesamte britische und nordamcrikanische Eroßstrategic über hen Hansen

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Die Juli-Versenkungsziffer von 815 988 BRT. be­zeugt die unverminderte Heftigkeit der Schlacht im Atlantil.

Die Eisenbahnlinie Krasnodar—Stalingrad wurde von deutschen Verbänden in breiter Front über­schritten.

Im Westen und über dem Reichsgebiet verlor die britische Lustwasfc an einem Tage 43 Flugzeuge.

An der El-Alamein-Front herrscht rege Artillcric- und Spähtrupptätigkeit.

Stuf Neu-Guinea macht die japanische Offensive in Richtung Port Moresby beachtliche Fortschritte.

Der britische Marinelord Alexander faselte erneut von der meerbcherrschcndcn Flotte Albions.

Der neue türkische Botschafter in Berlin, Saffot Arrkan, ist in der Reichshauptstadt eingetroffen.

In Bremen wurden die ersten ministeriell genehmig­ten Fachschulen für den Außenhandels-, Kolonial- und Vctriebskanfmann gegründet.

Mit einer feierlichen Amtshandlung wurde der neue Vorsteher des Finanzamts Bremen-West, Obrrrcqie. »uugsrat Stüdemann. durch Obcrsinanzprnstdcnt Spindler eingesetzt.