Ausgabe 
(31.7.1942) Nr. 208
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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches verkündungsblalt des Neichsstatchalters In Oldenburg und vremen

Nr. 208 , 12. Jahrgang

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Wirrwarr um die zweite front

Drahtücricht unserer Berliner Scbriftleituna ,v. seil. Berlin, 3V. Juli. In einer Beziehung können die Engländer darüber froh sein, daß ihnen die­ser Tage ihr Nachrichtendienst wieder einmal eine beson­ders freche Lüge vorgesetzt hat. Es hietz da, dah die deut­schen Truppen am Montagmorgen in die Stadt Rostow eingedrungen seien, in der tatsächlich vor diesem Tage Vertreter der Weltpresse sich davon überzeugt hatten, dah die Kampfzone sich bereits wesentlich südlich der Stadt befand. Inzwischen ist die Stadt Proletarstaja an der Eisenbahnlinie Stalingrad—Krasnodar von deut­schen Truppen im Sturm genommen. Diese besindct sich 128 km südlich des Don und 16V bin südöstlich von Rostow. Wenn der britische Nachrichtendienst recht ge­habt hätte, so würde der deutsche Vormarsch innerhalb zweier Tage diese Strecken hinter sich gebracht haben. Das mühte dann schon auf einen völligen Zusammen- bruch der sowjetischen Kräfte südlich des Don schlichen

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lassen. Wir sehen die Dinge nüchterner. Das Oberkom­mando der Wehrmacht spricht noch von teilweise harten Kämpsen mit Nachhuten in diesem Raum. Allerdings zeichnen sich angesichts des Tempos und der unaufhalt­samen Stetigkeit unseres Vormarsches über lebenswich­tige Verkehrslinien-hinweg ins Kuban-Gebiet hinein rntscheidende strategische Ziele unserer Operationen in immer gröhere Nähe ab.

Auch der englische Nachrichtendienst versucht jetzt eini­germaßen mir den Tatsachen Schritt zu halten. Die Gründe für das gewaltige Schwanken zwischen^srecher Verlogenheit und plötzlicher Realistik in der Darstellung sind nicht innner durchsichtig. Jedenfalls meldet Reuter beule auch schon, daß deutsche Truppen die Eisenbahn­linie von Stalingrad nach Krasnodar überschritten haben. Der Wehrmachtsbericht deutet die überragende Wichtigkeit, die der Unterbrechung dieser Linie zu­kommt, mit knappen Worten an. Auch Moskau gibt die Rückzüge zu. Es wird festgestellt, dah es südlich von Vataisk keine brauchbaren Verteidigungsstellungen mehr gibt, insbesondere, wenn dort noch einige Höhenzüge preisgegeben werden müssen, was inzwischen, wie man

Ver Vuce Dankt dem sükrer

Berlin, 3v. Juli. Der Duce hat dem Führer die Geburtstagswünsche mit folgendem Telegramm gedankt: „Tausendfachen Dank. Führer, für Ihr Telegramm an- lählich meines Geburtstages. Ich möchte mit den freund­schaftlichsten Gefühlen die Wünsche erwidern, die Sie zum Ausdruck brachten. Schulter an Schulter werden wir fortfahren, gemeinsam zu kämpfen als treue und redliche Kameraden. Mussolini."

aus den Mitteilungen des Oberkommandos der Wehr­macht schließen muh, schon geschehen ist.

Man hat in England und in den Vereinigten Staa­ten bis zuletzt noch der Hoffnung Ausdruck gegeben, dah Timoschcnko zwischen Don und Wolga große Reserven bereit halte, um mit ihnen im entscheidenden Zeitpunkt zum gewaltigen Eegenschlag auszuholen. Inzwischen mutz man doch bei der Erwägung angelangt sein, dah diese Reserven unbedingt hätten eingesetzt werden müs­

sen, um den Verlust unersetzlicher Räume und die Ab- schneidung strategisch und wirtschaftlich gleich wichtiger Lebensadern zu verhindern. Jetzt heiht es in der Lon­doner Presse, dah Timoschenko seine Reserven zwar in Anspruch nehme, dah er aber dennoch wegen der zahlen­mäßigen Ueberlegenheit der Deutschen an Menschen und Material weiterhin benachteiligt bleibe und daher ge­zwungen sei, weiter Boden aufzugeben. Die Lage sei (Fortsetzung auf Seite 2)

virmingkam erneut schwer angegriffen

Sowjetischen Gruppen im großen Sonbogen der Fluchtweg abgeschnitten

Aus dem Führerhauptquartier, 3V. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekommt: „Südlich Rostow verfolgen Verbände des Heeres und der Wafsen-ff in teilweise harten Kämpfen mit feindlichen Nachhuten den weichenden Feind. Südlich des Sal-Flusses nahmen schnelle Truppen die Stadt Proletarskaja im Sturm und unterbrachen an mehreren Stellen die letzte grohe Eisenbahnverbindung zwischen dem Kaukasusgebiet und der übrigen Sowjet­union. Hierbei zeichnete sich eine brandenburgische Pan­zerdivision besonders aus. Bei der Abwehr feindlicher Entlastungsangriffe vernichtete eine württembergisch- badische schnelle Division am gestrigen Tage in erbitter­tem Kamps 68 zum größten Teil schwere Panzer. Starke Kampsfliegerkräfte unterstützten nach ersolgreich durch­geführter Luftaufklärung die Angriffe des Heeres. Im großen Donbogen wurde feindlichen Kräften der Niick- zugsweg nach Osten abgeschnitten. Im Raum von W o - ronesch verlor der Feind gestern wieder 18 Panzer. Im mittleren Frontabschnitt und südlich des Jl- mensees finden in schwierigem Gelände erfolgreiche ört­liche Kämpfe statt. Im hohen Norden wurden bei Luftangriffen die Bersorgungs- und Werftanlagcn bei Murmansk sowie ein grohes Truppcnlager westlich der Kolabucht schwer getroffen.

Im Schutze starker Bewölkung durchgeführte Tages- störangrifse einzelner britischer Bomber auf Städte des Rheinlandes hatten nur geringe Wirkung. In der ver­gangenen Nacht griff ein britischer Bombenverband einige Orte der Saarpsalz, vor allem Wohnviertel der Stadt Saarbrücken an, wobei u. a. das Eautheater völlig zerstört wurde. Sieben der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen, zwei weitere durch Einheiten dcrdeut- schen Kriegsmarine über der Deutschen Bucht zum Ab­sturz gebracht. An der Ostküste Englands erzielte ein Kampfflugzeug am Tage Vombcnvolltresfer in den Werkanlagen eines Rüstungsbctriebes. Stärkere Kräfte der Luftwasfe griffen in der Nacht zum 3V. Juli erneut Birmingham an. Durch Aufklärer wurden in den heutigen Morgenstunden zahlreiche ausgedehnte Groh- brände festgestellt. Vor der niederländischen Küste ver­senkten Vorpostenboote vier von zehn angreifenden bri­tischen Kanonenschnellbooten und schössen ein weiteres in Brand. Der Feind brach das Gefecht ab."

Ganz wohl scheint der britischen Öffentlichkeit ange­sichts der Entwicklung nicht zu sein, die der Luftkrieg in der letzten Zeit genommen hat. Schon die eigenen schwe­ren Verluste vermindern die recht problematische Freude bestimmter Schichten in England über die Terroran- griffe auf deutsche Städte. Von den 82 Bombern, die bei den Angriffen auf, Hamburg in dieser Woche zum Ab­sturz gebracht wurden, haben die Briten immerhin 64 zugegeben. Die ganze Wahrheit wagt man nach den Er­fahrungen, die man mit den Schockwirkungen nach ähn­lichen Katastrophennächten der britischen Luftwaffe ge­macht hat, der Öffentlichkeit nicht mehr vorzusetzen Dazu

kommt die Wirkung der Angriffe, die die deutsche Luft­waffe durchführt, und die in dieser Woche zweimal mit besonderer Wucht das britische Industriezentrum Bir­mingham getroffen haben. Darüber hinaus haben in jeder Nacht dieser Woche die Midlands, der Süden und die Ostküste Englands gemerkt, dah die Inanspruchnah­me unserer Luftwaffe im Osten uns keineswegs hindert, gegen England sehr wuchtig zurückzuschlagen. Auch am Tage sind, wie wir aus dem heutigen Wehrmachtsbericht wieder ersehen, unsere, Flugzeuge unterwegs, um Bom­ben auf Rüstungsbetriebe in England abzuwerfen.

Es müssen auch im englischen Volk Zweifel auf­tauchen. ob die Behauptungen über eine englische Luft­überlegenheit wenigstens für die Dauer der starken In­anspruchnahme unserer Luftwaffe im Osten in den Tat­sachen begründet sind. Wenn das englische Luftfachrt- minifterium jetzt Tag für Tag „verbreitete Einflüge" deutscher Flugzeuge und Angriffe besonders auf, viele Gebiete Mittelenglands sowie andere Angriffe auf weit auseinanderliegende Gebiete in Nordwest-England mel­den muh, werkn von zahlreichen Bränden „in einer Stavr im Gebiet der Midlands" die Rede ist und wenn auch London wieder Alarm gehabt hat, so scheinen sich im Zusammenhang mit diesen Dingen jetzt in der englischen Oeffcntlichkeit ernstere Besorgnisse verdichtet zu haben, die auch in der Presse schon ihren Ausdruck gefunden haben. Die Sorgen gehen dahin, dah die jetzigen Ope­rationen der deutschen Luftwaffe die Borbereitnng zu größeren Schlägen gegen England darstellen könnten, die besondere Ausmaße annehmen würden, wenn die Englandet an ihren eigenen Ueberfällen auf deutsche Städte festhalten sollten. Der bekannte Flugfachverstän- dige Oliver Stuar; schreibt im „Evening Standard", die «usgcdehnren Aktionen der deutschen Luftwaffe gegen England in der letzten Zeit seien wahrscheinlich ein Bestandteil deutscher Vorbereitungen für eine neue ganz grohe Bomüenofsenfioe. Schwere Bomber, so sagt Stuart warnend, feien die erste Waffe, die nach ge­nügend großen Erfolgen zur Verwendung an anderen Fronten freigemacht werden könnten. Auch von diesem Gesichtspunkt aus wird das steigende Entsetzen der Bri­ten angesichts der über alle Erwartungen hinaus großen und schnellen Fortschritte der deutschen Operationen an der Ostfront verständlich.

Es ist den Engländern immer wieder, wenn sie sich zu jammern anschicken, zu bedeuten, daß es Churchill war, der den verschärften Luftkrieg heraufbeschwor. Dah England bei seinen Bombenangriffen systematisch aus Terrorisierung der Zivilbevölkerung hinarbeitet, beweist auch eine Veröffentlichung in dem offiziellen englischen Propagandaorgan für Schweden. Dort heißt es über die Vombenoffensioe der englischen Luftwaffe iin Anschluß an die übliche heuchlerische Behauptung, die englische Bomberwaffe halte sich streng an materielle Ziele, „nichtsdestoweniger sind Rückwirkungen auf die Moral der Zivilbevölkerung ein wichtiges Nebenprodukt des Bombenfeldzuges!" clr. -w. scb.

(Siehe auch Seite 2)

Kommunistenaufmarfch im englischen Unterhaus

- Vie „aufgeregteste Sitzung" der britischen Parlamentarier — Vansittart und kden einig im kaß

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A DrahtSeriKt unserer Berliner Schriftleitung

'' b- Berlin, 3V. Juli. Das britische Unterhaus er­lebte heute den Aufmarsch von 150V Männern und Frauen, die unter dem Eindruck der kommunistischen Demonstration auf dem Trafalgar Square die Auf­hebung des Verbots der kommunistischen Zeitung ,/Daily Worker" forderten. Dieser Kominternvorstoh in die Gefilde der britischen Parlamentarier folgt einer De­batte, die Reuter als „die aufgeregteste" bezeichnet, die wit langem im Unterhaus durchgeführt worden sei. Die Debatte offenbarte die Rückständiqkeit der sozialen Ver­hältnisse in dem von der „Times" so oft als „Hort der -wohlsahrt" bezeichneten England, in dem zugleich stets auf die Freizügigkeit hingewiesen wurde, mit der alle die Oessentlichkeit interessierenden Fragen stets offen und ohne Scheu behandelt würden. Das Verhalten der Regierung aus die Anfragen der Unterhausabgeordne- ten lieh die-wahre Situation erkennen. Attlee lehnte es ab, auf eine vom Abgeordneten Shinwell eingebrachte «xrage über das Schicksal des Nordmeer-Eeleitzuges zu antworten, trotzdem die britische Presse seit Wochen zu "'annen j^ih die Oessentlichkeit stärkstes Interesse "" b",em Problem nimmt. Während der Debatte wurde Attlee gefragt, ob er über die gesamte Geleitzugfrage etwas zu sagen habe, was er ebenfalls verneinte.

Die so vorbereitete Stimmung entlud sich in der De­batte über den vo,n der Regierung eingebrachten Ee- setzesvorschlag zur Erhöhung der Pension. Die La- bourpartei zeigte sich als stärkster Kenner dieses Vor­schlages. Ihr Sprecher erklärte diese Ablehnung durch den Hinweis, wenn die Regierung noch immer nicht einmal Sorge dafür tragen wolle, dah die alten Leute einen anständigen Lebensstandard erhielten, dann sei sie überhaupt nicht wert, dah man für sie kämpfe. Ar­

beitsminister Bevin unternahm darauf den Versuch, die Regierung zu verteidigen, muhte seine Rede dabei aber auch zu einer Verteidigung seiner eigenen Stellung ausdehnen, da scharfe persönliche Angriffe wegen seiner Laufbahn und seiner Stellung zur Labonrpartei gegen ihn gerichtet wurden. Er versuchte sich zu revanchieren durch den Hinweis, die Fraktionsmitglieder möchten erst einmal ihre eigene „akrobatische politische Laufbahn" betrachten. .

Die Abstimmung über das Gesetz ergab zwar die Mehrheit der Regierung, Reuter betont jedoch, die Ziffer der 63 ablehnenden Stimmen „ist nicht nur an und für sich kennzeichnend, sondern sie ist die höchste, die jemals gegen die Regierung herausgebracht wurde, seitdem sie '1940 am Ruder ist. Die höchste Stimmen- zahl'gegen die Regierung war bisher 25." Reuter weih zugleich üb§r interessante Begleiterscheinungen der De­batte zu berichten. Die Regierungsvorschläge seien mit Scheltworts» empfangen worden. Dabei sei es zu Sze­nen gekommen, die man seit Jahren nicht im Unterhaus erlebt habe. Nach der Abstimmung seien Rufe laut ge­worden: „Abtreten;" und „Gebt die Sache aus!" und „Wie steht es mit dem. politischen Waffenstillstand?"

Der ehemaliqe jüdische Kriegsminister Hoare Belisha 'der seit langem als eifriger Kritiker der Regierung auf­tritt, und Lloyd George sollen nach Reuter zu den Opponnenten gehört haben, unter denen man auch Shin­well, Bevan und eine Anzahl weiterer führender Köpfe der Labonrpartei bemerkt haben will. Der Verwaltungs- gusschuh der Labour-Frocktion soll heute die Lage er- mcut in Erwägung ziehen, wobei Greenwe>oÄ den Vor­sitz führen soll, der gestern für die Regierung stimmte.

Die Unterhanssitzung war im übrigen durch eine Er­klärung Edens interessant, der, auf Grund der Hullrede

aufgefordert, sich über die Regierungspolikik hinsichtlich eines internation>alen Gerichtshofes zu äußern — der Vollmachten besitzen Zolle, Fragen, die die Behandlung Deutschlands nach dem Kriege regeln — betonte, dah die Gründung eines Gerichtshofes an sich zu bejahen sei, die Funktionen eines derartigen Gerichtshofes „können sich aber nicht in angemessener Weise auf gewisse An­gelegenheiten erstrecken, auf die in der Krage Bezug ge­nommen wurde. Die.Ansicht der Regierung ist, dah nach dem Krieg die internationale Autorität durch internatio­nale Streitkräfte gestützt werden muh." Der britische Außenminister deutete so im anglo-bolschewistischen Ee- heimoertrag angeschnittene Fragen, über die Nieder- haltung Deutschlands an. Er fand sich mit weiteren hahvollen Erklärungen in der Linie des Lords Van- sittart. der auf kritische Worte wegen seiner Haltung gegenüber Deutschland betonte: „Man erkennt allgemein an, das; ich nicht zu denjenigen zähle, die Gutes über Deutschland zu sagen wissen. Wenn Goethe gehört hätte, daß ich mich mit der Absicht trag«, die Deutschen in 50 Jahren zu zivilisieren, so hätte er mich einen aus­gesprochenen Optimisten genannt," Hier irrt Vansittard,' der anscheinend Goethe nicht aus den Werken Carlqles über den Olympier kennt, sondern Ms den Darstellun­gen der Emigranten, die den Weimaraner sezierten und seine deutschen Anschauungen in Bewunderung für Eng­land umzumünzen trachteten. Vansittard sagte weiter: „Die Polen haben den gleichen Eindruck von Deutschland wie ich, weil sie Deutschland kennen. Deutschland muh vollständig entwaffnet und' kontxolliert werden!" Es sind Pläne, die wir seit langem aus britischem Munde zu hören gewohnt sind und deren Verwirklichung durch die Taten der deutschen Wehrmacht bereits jetzt un­möglich gemacht wurden.

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Der bisherige Verlauf des Oftfeldzuges hat die deutsche Pionierwaffe in weitaus umfassenderem Mähe vor die Lösung- unerwarteter Aufgaben gestellt, als es in den vergangenen Feldzügen dieses Krieges der Fall war. Während die blitzschnellen Vorstöße in Polen, Frankreich. Serbien usw. die feindliche Piomerwaffe in vielen Fällen daran hinderten, ihre Kampfmittel voll zur Abwehr einzusetzen, benutzt« der Sowjetrusse jede Gelegenheit und Möglichkeit um Sperren aller Art anzulegen. Hinzu kommt die Tatsache, dah im Gegensatz zu anderen Heeren, bei denen ein energischer deutscher Stoß sich auf weiter entfernt liegenden Fronten aus­wirkt« und ihre Zurücknahme auslöste, die sowjetruMchs Armee sich gegen solche Flankenbedrohung als weit­gehend unempfindlich erwies.. Der Sowjetrusse blieb au seiner Stelle stehen und benutzte die Zeit zu Ver- nnnungen großen Ausmaßes. Der den Russen eigene Basteltrieb zeitigte dabei ein« überraschende Füll« von Ideen und Konstruktionen, die manchmal den deutschen Pionier in Erstaunen setzte.

Um es aber gleich vorwegzunehmen: die gelegentlich geäußerte Ansicht, der Russe sei findiger in seinen Ideen, rascher und unkomplizierter in der Fabrikation und großzügiger in der Einführung neuer Ideen, beruht auf einem Eedankenfehler. Bei den Vormarschkämpfen trafen unsere Pioniere auf verschiedenartigste sowjet- russische Minen, die von der Größe einer mittleren Schuhwichsdose bis zu. Ladungen von 1000 Kilo und darüber auftraten. Zunächst die Jnfanteriennnen. Sie waren zumeist aus Sperrholz, geschnitten und mit ein paar Pinnen zusammengeheftet. Als kleinste gebräuch­liche Mine in Form einer Schuhwichsdose wurde die Jnfanteriemine PMK. 40 mit einem Gesamtgewicht von 90 Gramm und einer Sprengladung von 50 Gramm vorgefunden. Der Minenkörper ist aus Blech, in letzter Zeit auch aus aus Pappkarton hergestellt. Ein Mann kann eine gröhere Anzahl solcher Minen mit sich führen, die die Aufgabe haben, den auflaufenden Gegner durch Fußvcrlctzungen ausfallen zu lassen. Bei dichter Vo- denbewachsung erübrigt sich die Tarnung einer solchen Mine. Mit dem Bekanntwerden, dah unsere Pioniere Metallmincn aufzuspüren vermögen, schaltete der Sowjetrusse die Fertigung von Minen aus Metall in solche aus Holz um.

Die Vielzahl der von den Sowjetrussen angewandten Kampfwagenminen, die ebenfalls zum größten Teil aus Holz gefertigt sind, bedeuten keine technischen Neuerun­gen, so dah man sie übergehen kann. In zwei Fällen aber versuchten die Sowjetrusscn einen neuen Weg zu gehen; es blieb ihnen allerdings beidemal der Erfolg versagt, den sie sich davon versprachen. Zunächst der Mi- nenhnnd — eine Idee, wie sie nur dem Hirn eines Vol- schcwisten entspringen kann. Auf dem Rücken eines mit­telgroßen Hundes wird mit einem Brustgurt eine La­dung von 6 bis 12 Kilogramm befestigt. Ein Kipphebel von etwa 20 Zentimeter Länge, der mit dem Sicherungs- splint verbunden ist, soll die Zündung auslösen. Die Hunde wurden dressiert, ihr Futter unter dem Panzer­wagen zu suchen, und sollten so beim Anlaufen des Pan­zers den Kipphebel betätigen. Der Hundefllhrer lag in Deckung, entsicherte die Hundemine bei Annäherung eines Kamvfwagens und jagte das Tier vor. Die vor­liegenden Berichte melden allerdings als einzigen Er- folg, dah diese Tiere bereits beim Durchlaufen von Ge­büschen, Drahthindernissen usw. und bei Beihereien „de­tonierten". Oder aber sie kamen freundlich wedelnd zu unseren Männern, die sie „entschärften".

Ein weiteres Kampfmittel gccchn Panzerkampfwagcn, das aber nicht als ausgesprochene Pionierwafse anzu­sehen ist, hat der Sowjetrusse in Form des „Molotows- Cocktails" eingeführt, (siegen den Panzer werden Glas­flaschen geschleudert, die ein selbstentzündliches Flüssig- keitsgemisch enthalten. Durch den Aufprall zerbrechen die Flaschen, und der Inhalt entzündet sich an dem hinzutretenden Sauerstoff der Luft. Das Feuer wird dann durch Zuwerfen weiterer Flaschen mit leicht brenn­barem, aber nicht selbst entzündlichem Gemisch genährt. Durch die in das Innere des Panzers eindringende brennende Flüssigkeit soll 1. der Motor. 2. der Brenn­stoff und 3. das Innere des Panzers in Brand gesteckt werden und so die Besatzung-zur Aufgabe des Kampf-, Wagens gezwungen werden. Es gibt daher verschiedene! Zusammensetzungen, die mit einem festhaftenden, ui«

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Deutsche Truppen erstürmten die Stadt Proletar­skaja im Kuban-Gebiet.

Den Sowjetverbänden im großen Don-Bogen wurde der Riickzugswcg abgeschnitten.

Die deutsche Luftwasfe richtete erneut einen schwe­ren Angriff aus das britische Rnstungszcntrum Bir­mingham.

Der Duce richtete an den Führer in Erwiderung der Eeburtstagsglückwiinsche ein Danktelegramm.

Englische Kommunisten veranstalteten Radauszeneil im Unterhaus.

Das Haushaltsdefizit in den USA. ist im sprung­haften Steigen bcgrifscn.

Eine grohe Trauergcmcinde nahm gestern Abschied von dem verewigten Bremer Senator Konsul Flohr. Ab 1. August wird in Bremen ein Vcreitschafts- dienst für dringende ärztliche Nothilse eingerichtet. Die Dcschimag erhöht ihr Aktienkapital um 7,8 aus 26 Mill. RM.