Ausgabe 
(30.7.1942) Nr. 207
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Parteiamtliche Tageszeitung

^vas Amtsblatt des legierenden vürgermeisters der Freien Hansestadt vremcn

"-Nr. 20? , 12. Jahrgang

Donnerstag. ZO. Zuli 1942

Nnzskqen > Grundprei' . Anzeigenpreise und Aus- nnhmebedingungei. laut Preisliste. Ausnahmekermine ohne Verbindlich­keit. Geschäftsstellen: Bre­men: Teeren 6/8, Nuf: 219 31. Nachtrus und sonntags 2 47 65; Obernstraße 86, Nuf: 219 81; Syke: Mühlendamm 2; Bremen- Hemelingen: Bahnhofstraße 6, Ecke Poststraße, Ruf: 4 34 58; Bremen- Vegesack. Rohrstvoße 24, Nuf; 4 u. 8; Bremen-Blumenthal: Kapt.- Oallmann-Str. 41/43. Nuf: 88 u. 89

der Nationalsozialisten Bremens

flmlliches verkündungsblatk des Neichsstattlfalters in Oldenburg und vremen

kinzelpreis 15 Npf.

ven lllciniltsch und den Sal überschritten

. Seim letzten Angriff auf die deutfitzen Nordweftgebiete 45 vritenbomber abgesktzotzen

N Suez schwer bombardiert

Nordwestlich Kalatsch die Sowjets im Rückzug

! Aus dem Führer Hauptquartier, 29. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Südlich des unteren Don warfen die deutschen Truppen den zum Teil zäh kiimpsenden Feind nach Süden und erzwängen, von der Luftwaffe mit starken Kräften!

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eiteil am-

^ ütz unterstützt, den Uebergang über den Ma - ""f nytsch und Sal. Nordwestlich Kalatsch wurde an omi» mehreren Stellen der sowjetische Widerstand gebrochen d«i.„nL der Feind zum Rückzug gezwungen. Der Nachschub- fch ützverkehr der Sowjets sowie Eisenbahnverbindungen ost- E : wärts der Wolga wurden bei Luftangriffen schwer ge- ?>O-trossen. Bei der Bekämpfung von Schissszielen versenkte M, die Luftwaffe im Don-Delta drei sowjetische Kanonen- dü boote und erzielte Bombentreffer auf zwei weiteren i Kn Booten. Außerdem wurden bei Nachtangriffen mehrere . Transporte auf der Wolga vernichtet öder beschädigt. Msli Bei der Abwehr feindlicher Vorstöße gegen den Briicken- Woronesch wurden 29 Panzer abgeschossen und eine Ww größere Anzahl durch Kampffliegerkräfte außer Gefecht .. .gesetzt. An der Wolchowsront grissen die Sowjets mein einen Brückenkopf mit starken Kräften vergeblich an. M In Aegqpten wiederholte der Feind seine Angriffe " nicht. In der Nacht zum 28. Juli wurde das Hafengebiet nd O n,n Suez mit Bomben belegt und Treffer in Kai- ü. anlagen, Treibstofflagern und zwischen Schiffsansamm- " Ölungen beobachtet. Ein Flugplatz westlich Alexan- M drien und Flugstützpunkte aus Malta wurden von lÜM deutschen und italienischen Kampfflugzeugen angegrif­fen, wodurch ausgedehnte Brände entstanden. Im Kanal ist ein deutsches Vorpostenbdot nach hartem Kampf mit mehreren britischen Zerstörern und Ka­nonenbooten gesunken. Einzelne britische Flugzeuge warfen am Tage einige Bomben in Westdeutsch­land sowie im norddeutschen Küstengebiet. In der letzten Nacht wurde erneut das Stadtgebiet von Hamburg. vorwiegend mit Brandbomben belegt. Es entstanden Schäden auch au öffentlichen Gebäuden; u. a. wurde das Eppendorfer Krankenhaus schwer getroffen. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Nachtjäger, Flak- »-,-i Artillerie und Marineartillerie brachten 48 der angrei- senden britischen Bomber zum Absturz. — In Mittel- sstql! unz, Südengland griffen Kampfflugzeuge in der ver- gangencn Nacht Werke der Rüstungsindustrie, Bahn- , W anlagen und Flugplätze aus geringer Höhe mit guter Wirkung an."

Kriti8clis Vorpostenboote sn§6Zriüen IkM In den Dienstag-Abendstunden griffen leichte deut- Ml sHe Kampfflugzeuge mehrere britische Vorpostenboote

Her italienische Wetzrmachlsbericht

Rom, 29. Juli. Das Hauptquartier der italieni- scheu Wehrmacht gibt bekannt: „Spähtruppunternehmen MD an der Aegqpten-Front fanden mit Verlusten für den — Gegner und mit der Gefangennahme eines von einem ^Offizier befehligten Spähtrupps ihren Abschluß. Jta- und deutsche Kampfflugzeuge und Jägerver- erzielten sichtliche Erfolge bei wiederholten An- .41 grissen auf Kolonnen im feindlichen Hinterland. Eine Z M große Anzahl von Panzerfahrzeugen und Lastwagen wurde in Brand gesetzt oder unbrauchbar gemacht. Zwei "lugzcugc wurden von deutschen Jägern, vier von der »M ijlak vernichtet. Die Flugplätze der Insel Malta wurden von Verbänden der Luftwaffe her Achse mit Bomben belegt. Es entstanden weit ausgedehnte Brände. Die britische Luftwaffe verlor in Lustkämpsen vier Spitfire. Im Mittelmccr wurden bei einem erfolglosen Angriff auf einen unserer Gelcitziige zwei britische Torpedo- ilugzeugc abgeschossen und fünf weitere mit Sicherheit getroffen. Einige Besatzungsmitglieder, darunter zwei Offiziere, wurden gefangengenommen."

im Seegebiet westlich Newhaven an der englischen Süd- küste im Tiesflug mit Bomben und Bordwaffen an. Zwei britische Vorpostenboote erhielten mittschiffs meh­rere Treffer und zeigten nach dem Angriff starke Schlag­seite. Im Verlaufe dieser Angriffe wurde eine-Spitfire im Scegebiöt von Vrighton abgeschossen. Nordwestlich Bordos bei den Faröerrr wurde ein britisches Vorposten­boot von deutschen Kampfflugzeugen bei bewaffneter Aufklärung durch Bombentreffer versenkt.

?§ScIltLI1ß-rikt6 A6AKN RÜ8tUN88>V6tcke

In der Nacht zum Mittwoch richteten sich Angriffe deutscher Kampfflugzeuge gegen mehrere Rüstungswerke in der Nähe von London und in Mittelengländ. Bom­ben schweren Kalibers detonierten in den Werkhallen einer Kugellagerfabrik bei Luton, etwa 80 lrm nord­westlich London. Außerdem wurde ein Motorenwerk in Lincoln von Spreng- und Brandbomben getroffen. In den frühen Morgenstunden des Mittwoch bombardierten andere deutsche Kampfflugzeuge in Tiefangriffen meh­rere Flugplätze an der englischen Ostküste, wobei die

kinbruch in da

von-flbschniit südlich Nostow in deutscher stand —

Berlin, 29. Juli. Zu den erfolgreichen Kämpfen am Don teilt das Oberkommando der Wehtmacht mit: Bei der Erweiterung des Brückenkopfes Rostow nach Süden gewannen die deutschen Truppen am 28. Juli girren Flußlaus in seiner ganzen Länge bis zu dessen Einmündung in das Asowsche Meer. Eine Kanoneu- booislottille der Voljchewistcn, die in hoher Fahrt aus dem Don-Delta ins offene Meer auszulaufen versucht^, wurde durch deutsche Kampfflugzeuge zersprengt. Drei Kanonenboote wurden durch Bombentreffer versenkt, zwei weitere beschädigt.

Südlich des unteren Don überwanden In­fanterie und motorisierte Verbände, die durch eine Dammfprengung überflutete Manytfch-Niederung und drangen in das Kuban-Gebiet ein. Durch die Luftwaffe unterstützt, stürmten schnelle Truppen einen stark befestig­ten Stützpunkt südlich des Manyksch und nahmen «inen beherrschenden Höhenzug. Dieser Angriff in glühender Sommerhitze stellte hohe Anforderungen an die deutschen Soldaten, zumal das Angriffsziel gegen starkes Artille­riefeuer aus überhöhten Stellungen erreicht werden mußte und dabei die eigenen schweren Waffen über 10 Kilometer weit im -Mannschastszug vorwärts zu bringen waren. Das Ueberfchreiten dieses Flußabschnitrs wurde durch Zerstörerflugzeuge erleichtert, die in Tief­angriffen das Feuer der feindlichen Batterien nieder­hielten. Gleichzeitig belegten Kampfflugzeuge die zurück­weichenden feindlichen Kolonnen und den Eisenbahn­verkehr in diesem Raum wirksam mit Bomben.

In dem Kampfabschnitt zwischen Don und Sal wurde durch deutsche Panzertruppen ein Gegenstoß feindlicher Panzer abgewehrt und dabei zehn bolsche­wistische Panzerkampfwagen abgeschossen. 3m weiteren Vordringen nahmen die deutschen Kampfgruppen zwei zäh verteidigte Ortschaften und brachten außer zahl­reichen Gefangenen sechs schwere Langrohr-Geschütze mit ihren Zugmaschinen als Beute ein. Bei diesen Kämp­fen bewährte sicki besonders eine mit den deutschen Truppen Schulter an Schulter kämpfende rumänische Infanterie-Division. Kampfsliegerverbände unterstütz­ten den Kampf des Heeres durch wirksame Luftangriffe auf feindliche Feld- und Artilleriestellungen.

Im großen Donbogcn brachen die deutschen Truppen den feindlichen Widerstand und stießen, zum Teil flankierend, in die rückläufigen Bewegungen des Feindes hinein. Bei der Abwehr von. Gegenstößen feindlicher Panzer schoß die Bedienung erner einzigen

Rollfelder und Abstellplätze durch Volltreffer erheblich beschädigt wurden.

LI HSMINLN und 8uer mit Bomben beleZt

Am Dienstag griffen deutsche Kampfflugzeuge an der ägyptischen Front den britischen Flugplatz El Hamman südwestlich von Alexandria mit Bomben schweren und schwersten Kalibers an und zerstörten mehrere feindliche Flugzeuge. Trotz starker britischer Abwehr durch Land- und 'Schiffsflak bombardierten deutsche Kampfflugzeuge in der Nacht zum Dienstag den Oelhafen und die Kai­anlagen von Suez. Die Besatzungen konnten bei guter Sicht zahlreiche Treffer in den ausgedehnten Anlagen beobachten. Andere deutsche Kampfflugzeuge griffen Schisfsziele auf der Reede von Suez. an. Trotz d« Ab­wehr durch britische Nachtjäger und Flakartillerie beleg­ten die Kampfflugzeuge ihre Ziele mit Bomben schwe­ren Kalibers, die zwischen den englischen Schiffen deto­nierten. Beim Abflug konnten die Besatzungen ausge­dehnte Brände in den Hafenanlagen von Suez beob­achten.

r Kuban-ffebiet

seindwiderstand im großen Von-Sogen gebrochen

Panzerabwehrkanone zehn feindliche Panzerkampswagen ab, davon sieben hintereinander. Kampf- und Schlacht­flugzeuge bombardierten in mehreren Wellen die bol­schewistischen Verteidigungsanlagen in dem Höhen- gelände nördlich Kalatsch, wodurch den deutschen Trup­pen das Eindringen in die feindlichen Kampfstellungen erleichtert, wurde. Weitere nachhaltige Luftangriffe richteten sich gegen die Eisenbahnstrecken zwischen Don und Wolga und gegen den Schiffsverkehr auf der un­teren Wolga. Ein beladener Transportdampfer von 1800 VRT., sowie drei größere Stromkähne wurden durch Volltreffer versenkt. Drei weitere Schleppkähne gerieten nach Treffern in Brand. Außerdem wurden vier Frachtschiffe von je 1800 BRT. schwer beschädigt. Deutsche Jäger schützten die Angriffe der Kampfflug­zeuge und schössen über dem südlichen Abschnitt der Ostfront 24 feindliche Flugzeuge ab.

Unter dem druck der U-Vootgesatir

Stockholm, 29. Julsi Nach nur sieben Monwten'des von Roofevelt so leichtfertig heraufbeschworenen > Krieges mußte sich.der Kriegswahnsinntge im Weißen Haus nach einer Meldung aus Washington am Dienstag der pein- -lichen Aufgabe unterziehen, die Bevölkerung von „Gor- tes eigenem Land" zu einer nationalen Abfallfamniel- aktion aufzurufen, die noch in dieser Woche eröffnet werden soll. Roosevelt erklärte in der Pressekonferenz, daß Rohmaterial aller Art benötigt werde, um Kriegs­material herzustellen. Abfälle von Metallen, Gummi. Lumpen und andere Materialien würden notwendig gebraucht.-

Moskauer kmla-uirgen an London und waslMglon

Angebliche kniblößung Ser deutschen westsront — Noosevelt konferiert noch und noch

» - Drahtbcricht unserer Berliner Schristleitung

b. Berlin, 29. Juli. Roosevelt führte als „alliierter ^Kriegsherr" im Weißen Haus eine längere Konferenz durch mit dem neuen Stabschef Admiral Leahy, General Marshall und Admiral King. Es wird betont, 'in diesen Besprechungen ein neues System zur Er- . "ilcichterung der Verbindung zwischen dem Präsidenten M?und Chefs der Armee und der Flotte organisiert worden sei.

Die amerikanische Presse bemüht'sich, die soldatischen >0*Tugenden des USA.-Volkes zu beschreiben. So schreibt ,,sidie Zeitschrift „Life": Wenn die Vereinigten Staaten b,,»diesen Krieg verlören — und wie bei allen Kriegen, ^^önnte er verloren werden —, so würde das nicht die ^^chuld der Soldaten sein. Ein amerikanischer Soldat -»^habe dem Berichterstatter erklärt: „Dieser Krieg ist

verdammt dreckige Schweinerei. Wir müssen mit ffü'chm aufräumen. Wir müssen andere Nationen in der rmertkanischen Art der Demokratie unterrichten." Das » ei die rechte Art, so schreibt die Zeitschrift, wie man

> den Krieg gewinnen könne. Er könne jedoch in der

zo>» -klappe verlorengehen, weilcman sich dort weigere, klar vgl,I iu erkennen, wie zäh der Krieg sei. Bis jetzt sei alles, man an der Heimatfront versucht habe, ein Fehl- »»gilchlag gewesen. Selbst kleine Maßnahmen seien bereits ^ vom Mißerfolg begleitet. Die vom Präsidenten selbst ge­ig Guinmikampagne sei'der größte von allen Rein-

, !allcn..Dic ersten 2Wochen hätten nur eineMenge gebracht, ^ soviel, umsHitler zum Lachen zu bringen". Am

sei die Weigerung der Aiycrikaner, der Mah­

nung des Präsidenten zu folgen, mit Gummireifen zu sparen. Es sei unmöglich, den Krieg ohne Gummireifen zu gewinnen. Die vorhandenen Vorräte seien unersetz­lich. Trotzdem gingen überall im Lande die Vergnü­gungsfahrten weiter. Natürlich könne man Washington für eine Menge von diesen Dingen verantwortlich machen, da Washington darauf bestehe, das amerikanische Volk wie kleine Kinder zu behandeln. Washington werde niemals unverblümt die Wahrheit sagen, wenn es die Möglichkeit habe, die Tatsachen in einer Umhüllung hübscher Aussehen zu lassen. Der Grund dieser Miß­erfolge liege darin, daß die Amerikaner diese Kampagne nicht für notwendig erachteten und der Grund für ihren Unglauben sei, daß Washington einen Hollywood-Krieg auf einer silbernen Filmleinwand führe und nicht einen wirklichen Krieg Auge in Auge mit dem Tod und dem Schicksal.

Die Pressekonferenz, die Roosevelt im Anschluß an die militärischen Besprechungen durchführte, schien die Bestätigung dieser Angaben liefern zu wollen. Noosevelt ging zwar auf starke Mangelerscheinnngen in der ameri­kanischen Kriegswirtschaft ein, suchte jedoch nach Um­schreibungen für diese Zustände. Den Umstand, daß ge­genwärtig in den Vereinigten Staaten sogar Fleisch­mangel auftritt, suchte er durch die vielen Einberu­fungen zu erklären. Er stellte die für Rcklamezweckc be­stimmte Behauptung aus, daß die Vereinigten Staaten jetzt 4 Millionen Mann unter den Waffen hätten. Die Knappheit an vielen Rohstoffen mußte er jedoch als ernstes Problem bezeichnen, wobei er noch eine stärkere Stahlknappheit ankündigte.

Verlautbarungen über die militärischen Be­sprechungen betonen, daß L«achy im Laufe der Kon­ferenz auch die „Argumente" entwickelt habe, die fürchte Alliierten bei der Schaffung «in«i: zweiten Front in Europa bestimmend sein müßten. Aufmerksam werden in diesem Zusammenhang die sowjetischen Berichte zitiert, die ihren Bundesgenossen die zweite Front schmackhafter zu machen versuchen, indem sie melden, „die deutsche Truppenführung wirft nicht nur Infanteriedivisionen und motorisierte Truppenteile, sondern auch Flugzeug- verbände aus dem Westen ständig in den Kämpf." Moskau wünscht dabei den Eindruck zu erwecken, als ob Deutschland seine Verstärkungen lediglich durch Ent­blößung Westeuropas herbeiführen könne, so daß die erhoffte britisch-amerikanische Offensive auf geschwächte Verteidigungskräfte stoßen würde. Auch die übrigen sowjetischen Frontberichte greifen wie auf ein Stich­wort dieses Thema auf und überbieten sich gegenseitig mir ins einzelne gehenden Angaben über Regiments- nummcrn und Stärke der aus dem Westen herbeigeschaff­ten deutschen Truppen.

In London hat die inoffizielle Ankündigung, daß der amerikanische General Marshall wahrscheinlich zum Oberbefehlshaber der Truppen der sogenannten zweiten Frönt ernannt werden dürfte, wenig Zustimmung ge­sunden, da die Meinung Randolph Ehurchills an „der Themse ziemlich weit verbreitet zu sein scheint. Carl Winterton legt in einem auf der Vorderseite von „Daily Mirror" veröffentlichten Bericht Einspruch gegen den Vorschlag ein, General Marfhall zum Oberbesehlshaber der vereinigten Truppen in Europa zu machen.

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d- Berlin, 29. Juli. Die deutsche Luftabwehr hat durch den Abschuß von 48 Bombern in der Nacht zum Mitt­woch in London erneut Diskussionen über die Rentabi­lität dieser Terrorangriffe ausgelöst. Die gleichen Ge­danken, die nach den unverhältnismäßig hohen Ver­lusten an Flugzeugen und Besatzungen bei den An­griffen auf Vremen, Oldenburg, .Emden und andere Städte des Nordseegaues in der englischen Presse zum Ausdruck kamen, werden jetzt von oem Kommentator des englischen Nachrichtendienstes in die Frage geklei­det, ob man durch Bombardements deutscher Siedlun­gen das unablässige Vorstoßen der deutschen Verbände am Don aufhalten könne? Diese Frage wird um so größeren Widerhall finden, da nach der britischen jetzt auch die amerikanische Presse sehr deutlich zum Ausdruck bringt, daß durch die Ereignisse an der sowjetischen Südfront nicht nur das Schicksal zahlreicher sowjetischer Armeen, sondern die Möglichkeit zur Ausführung der alliierten Kriegspläne überhaupt in Frage gestellt sei.

Das Exchange-Büro glaubte zwar, die Unterrichtung des anglo-amerikanischen Publikums besonders sorgfäl­tig durchzuführen, als es gemäß der Anweisung zur Do­sierung der Katastrophennachrichten in einem sehr de­taillierten Bericht schildert, wie am Montag die deut­schen und verbündeten Truppen in Rostow eingedrun­gen seien. An diesem gleichen Tage weilten jedoch deut­sche und ausländische Journalisten sehr friedlich in Kie­ler Stadt und schreiben heute fn ihren Berichten: „Wir haben in Rostow geschlafen, ohne einen Schuß zu hören und ohne ein Flugzeug zu sehen, das den Verteidigern helfen sollte, denn diese selbst sind verschollen und nie­mand weiß mehr, wer es war." Der Korrespondent der Madrider Zeitung „Jnformaciones", der diese Zeilen schreibt, hebt hervor, daß das Schlachtfeld die ungeheure Ueberlegenheit der deutschen Waffen zeige, denen kein Befestigungswerk standgehalten habe. Die Gefangenen, die bei Vataisk gemacht worden seien, gehörten nicht weniger als neun verschiedenen Divisionen an, die voll­ständig versprengt worden seien. Die deutschen Truppen dagegen, die Infanteristen und Alpenjäger, die ihren Weg gekreuzt hätten, „sehen aus. als ob sie gestern in den Krieg eingetreten seien". Durch die Stadt höre man ununterbrochen deutsche Kolonnen marschieren, schreibt der Korrespondent von „Dagens Nyheter", denn der Vormarsch werde fortgesetzt.

Die militärischen Meldungen des Mittwochs unter­streichen diese Beobachtung der neutralen Journalisten. Nicht nur der Sal, einer der linksseitigen Nebenflüsse des Don, wurde überschritten, sondern im Kampf mit dem zäh sich verteidigenden Feind wurde auch der letzie auf dem Kaukasusufer des Don fließende Nebenstrom Manytsch erreicht und überschritten. Der Fluß kommt aus der Salzsteppe und ist'von Proletarskaja ab so breit, daß Schiffe auf ihm verkehren können. Es werde sich zeigen, ob Timoichenkos Verteidigungssystem dem deutschen Vormarsch standhalte, bemerken Londoner Be­obachter, auf jeden Fall müsse man „für die kommende Woche ziemlich wichtige Entwicklungen erwarten". Die dem deutschen Vorstoß südlich/ von Rostow gegenüber­stehenden sowjetischen Truppen befänden sich in einer äußerst unvorteilhaften Lage, meldet der Reutcrkorre-- spondent aus Moskau. Nachdem er den Fall Rostows meldete, ist er jetzt geneigt, dem britischen Publikum die ganze Schwere dieses sowjetischen Verlustes vor Augen zu führen. Die überwiegende Masse der deut­schen Armeen, die Rostow besiegt habe, sei jetzt wieder srei und sogar durch Truppen aus dem Raum von Woroschilowgrad verstärkt worden. Sie besäßen eine'viel- sache zahlenmäßige Ueberlegenheit, meldet er, wobei er d;,c <xrage der Bewaffnung offen läßt, daß es klar sein durste, daß . die Truppen Timoschcnkos bei ihrer Flucht aus dem Raum zwischen Don und Donez kaum wesent­liches schweres Kriegsmaterial gerettet haben.

. Das deutsche Vordringen nach Süden wird ergänzt durch Operationen von Vataisk aus nach Osten, wo die Ortschaft O I g i n s k a j a genommen wurde, und durch weiteres Vordringen in nordöstlicher Richtung aus wich­tige sowsetlsche Stützpunkte, und letzte Verbindunqs- Iinlen in diesem Gebiet jenseits des gesamten Dön- Unterlaufes. Es ist bezeichnend, daß die Furcht um die Eisenbahnlinien im Süden der Sowjetunion erneut in den britischen Berichten dominiert. Die Gegend in die die deutschen Truppen nach der „Ueberrennung Ro­stows gelangt seien, sei flach wie ein Villardtisch, be­tont der Londoner Sender, so daß ihr weiteres Vor­gehen durch die Natur sehr erleichtert sei. In dem

Deutsche Truppen haben den Ueberganq über die Don-Nebenflüsse Manytsch und Sal erzwungen. Auch nordwestlich Kalatsch ist der Feind aus dem Rückzug. Beim letzten Terroreinslug in das nordwestdeutsche Küstengebiet wurden 43 Vritenbomber abgeschossen. Unter dem Eindruck der militärischen Lage konfe­riert Rqosevelt am laufenden Band.

Die deutsche Luftwaffe richtete schwere Angriffe gegen die Hafenanlagen von Suez.

Deutsche Heimkehrer aus USA. berichten von ihrem Leidensweg.

In der Nacht zum Mittwoch wurden wiederum zwei Britcnbomber von der Bremer Flak zum Ab­sturz gebracht.

Mit einer Spende von 43,8 Mill. NM. znr 4. Haus- sammlung für das Kriegshilfswcrk hat die Heimat erneut ihren Glauben an den Endsieg bekundet.

Der namhafte Röntgenologe Pros. Dr. med. Hans Meyer-Bremen begeht heute den 68. Geburtstag.