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vremerZeitung
parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden vllrgermeisters der Zreien fjansestadt vrcmcn
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der Nationalsozialisten Bremens
flmiliches verkündungsblait des Neichsstattlialkers in Oldenburg und vremen
Nr. 200 , 12. Jalirgang
Donnerstag, 2Z. Juli 1342
Linzeipreis 15 Nps.
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stuf breiter front über den unteren Von
drei Spitzen des deutschen flngriffsfächers — Unsere rruppen gewannen Zeit und Naum
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Ver feind kann es nicht fassen
Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung
<ir. n. seh. Berti», 22. Juli. Die deutschen und verbündeten Truppen sind heute aus einer strategischen Ge- samtlage unmittelbar vor Rostow erschienen, die von überragend genialer Feldherrnkunst geschaffen wurde und nicht im entferntesten mehr dem Operationsbild ähnelt. Das sich Ende November des vergangene» Jahres nach dem Vortreiben eines schmalen spitzen Keiles bis unmittelbar vor die Don-Miindnng ergab. Alle Maßnahmen, mit denen Timoschenko der gewaltigen Sturz- slut der diesjährigen deutschen Angrisfsbewegung und Ueberflügelnng zu begegnen suchte, lassen das eine jetzt mit Gewißheit erkennen: Der Gegner hatte selbst in den schlimmsten Alpträumen nicht mit der Möglichkeit gerechnet, daß Rostow einmal von Osten her, entlang dem Unterlauf des Don und über das Mündungsgebiet des Doncz hinweg, angegriffen werden könnte. Fünfzig Kilo- meter.tief war das raffiniert angelegte Verteidigungs- systcm zwischen Taganrog und Rostow und nördlich davon, das gegen einen vom Westen her eingeleiteten Frontalangrifs in Richtung auf das Donezgebiet Schutz bieten sollte. Die deutschen Verbände, die im Raum um Taganrog standen, sind.aber erst zum Angriff angetreten, als die „Maginotlinie des Donezgebietes" durch lleber- slügclung und Angriff vom Rücken her strategisch völlig entwertet war und als die Verteidiger sich zum eiligen Rückzug durch eine schmale Lücke östlich von Rostow gezwungen sahen, wenn sie der Gefahr der völligen Vernichtung entgehen wollten.
Wenn die Sowjets und ihre britischen Verbündeten heute noch so viel Geschrei um die Kämpfe am Brückenkopf von Woronesch machen, und dabei, wie inzwischen durch Bilddokumente und Karten einwandfrei nachgewiesen, die tollsten Märchen auftischen, so zeigt das, wie furchtbar schwer es den Gegnern jetzt noch fällt, die vollkommene Wendung der strategischen Lage seit der Einnahme von Woronesch zu begreifen. Timoschenko und die britischen Strategen hielten es offenbar für ganz selbstverständlich, daß der deutsche Angriff auf Woronesch weitere Pläne mit östlicher Stoßrichtung einschließe. In Wirklichkeit hatten die dann einsetzenden Bewegungen den Sinn, das Donezgebiet in. Rücken zu fassen und abzuschneiden und weiterhin den Feind aus dem ganzen Donbogen zu vertreiben. Dabei zeichneten sich schließlich drei Hauptrichtungen des sücherförmig vorgetragenen deutschen Angriffes ab. Im Nordosten Le- -wegt sich eine Front in den großen Bogen hinein, dessen äußerste Ausbuchtung nur noch etwa sechzig Kilometer von der Wolga bei Stalingra-d entfernt ist. Die, Tatsache, daß die Sowjets nur noch geringen Widerstand leisten, weist darauf hin, daß Timoschenko die Ausstchts-
SiinSermann Stelloertreter des Pressechefs der Neichsregierung
Berlin, 22. Juli. Reichspressechef Dr. Dietrich hat seinen Stabsleiter Helmuth Sündermann zu seinem Stellvertreter in seiner Eigenschast als Pressechef der Reichs- regicrung bestimmt.
losigkeit des Versuches erkannt hat, diesen Raum gegenüber dem deutschen Ansturm zu halten. Die andere äußere Fächerspitze des deutschen Angriffes ist am unteren Don nach Westen auf Rostow zu abgebogen, während gleichzeitig deutsche und verbündete Truppen vom Norden her, aus dem Raum von Woroschilowgrad, und von Westen, von Taganrog 'her, zum Angriff antraten und so in konzentrischem Zufassen das Schicksal von Rostow besiegeln.
In der Mitte des deutschen Angriffsfächers ist nunmehr ostwärts des Donez der Unterlauf des Don in breiter Front überschritten. Das ist eine Tatsache von strategisch überragender Bedeutung, die bereits in einen neuen Abschnitt der Operationen hinüberzeigt. Der Zu- sammenbruch des gegnerischen Widerstandes bei Rostow und der ossenkundig gewordene Rückzug aus dem großen Donbogen bedeuten für uns die militärische Eroberung eines Raumes, der ungefähr die Gestalt eines
rechtwinkligen Dreiecks mit abgestumpfter Spitze im großen Donbogen hat. Den rechten Winkel dieses Dreiecks umschließen die Seiten etwa von Orel bis Taganrog und von dort über Rostow und am Don entlang, während die Hypothenuse von Orel über Woronesch am Don entlang in diese abgestumpfte Spitze führt. In dem Raum dieses Dreiecks, das einen Flächeninhalt von etwa 130 vüv Quadratkilometer, etwa die Halste von Großbritannien, hat, liegen das für die sowjetische Rüstung und Kriegführung säst unersetzliche Kohlen- und Jndüstrierevier des Donez-Gebietes und die Kornkammer zwischen Donez und Don, deren Verlust unabsehbare Folgen für die Ernährungslage nach sich ziehen muß.
Als wenn sie die Lehren des großen deutschen Philosophen Kant vertiefen und auf di« Strate^i« übertragen wollten, haben englische und amerikanische Schreib- (Fortsetzung auf Seite 2)
krfolg reiht sich an krfolg
Ver gestrige gkw.-verictzt — Italienische verbünde nahmen Kohlenrevier — Sie Sowjetluftwaffe verlor in 12 lagen S2S Flugzeuge — fünf britische Schnellboote versenkt
Aus dem Führerhauptquartier, 22. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Der planmäßige Widerstand des Feindes im Raum von Rostow ist zusammengebrochen. Deutsche und verbündete Truppen stehen vor der befestigten Briicken- lopfstellung, die im Halbkreis um die Stadt angelegr ist. Ostwärts des Donez wurde der Unterlauf des Don in breiter Front überschritten. Italienischen Verbänden- gelang es im Rahmen der Versolgungskämpfe im Donez- bogen am 19. Juli, das wichtige Kohlenrevier Kraßn i z Lutsch in die Hand zu nehmen; dabei wurden zahlreiche Gefangene gemacht und erhebliche Beute eingebracht. Im großen Don-Bogen leistet schwächerer Feind nur geringen Widerstand. Nördlich und nordwestlich Woronesch wurden Angriffe des Feindes in schweren, Kämpfen abgewehrt und hierbei 25 Panzer abgeschossen. Im rückwärtigen Frontgebiet des mittleren Abschnitt wurde die Vernichtung weiterer feindlicher Gruppen abgeschlossen. Südlich des Jlmensees und vor einem Brückenkopf am Wolchow brachen mehrere feindliche Angriffe unter hohen blutigen Verlusten zusammen. Hierbei vernichtete die Brllckenkopsbesatzung 31 Panzer, zum großen Teil im Nahkampf. Im hohen Norden wurden feindliche Batterien aus der Fischerhalbinsel durch Sturzkampfsliegcr mit vernichtender Wirkung bekämpft. I» der Zeit vom 8. bis 29. Juli verlor die Sowjet- luftwaffe 829 Flugzeuge. Davon wurden 649 in Luftkämpfen, 62 durch Flakartillerie und neun durch Verbände des Heeres vernichtet, die übrige» am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 79 eigene Flugzeuge verloren.
Nach militärisch wirkungslosen Tages,-Störangrifsen einzelner britischer Bomber auf westdeutsches Gebiet warf der Feind in der vergangenen Nacht vor allem auf Stadt und Umgebung von Duisburg und die Stadt Moers eine größere Zahl von Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste.
Sechs der angreifenden Bomber wurden abgeschossen. — Im Verlaufe des Seegefechts im Kanal wurden von unseren leichten Seestreitkräften außer dem feindlichen Führerboot weitere sechs britische Torpedo-Schnellboote im Nahkamps in Brand geschossen, von denen vier untergingen. Ein britisches Kanonen-Schncllboot wurde durch einen deutschen Unterseebootjäger im Rammjtoß versenkt. Die Flagge des Bootes wurde erbeutet, mehrere Gefangene eingebracht. Der unter Führung von Korvettenkapitän Wunderlich zur Sicherung eines Geleites eingesetzte Verband ist nach Durchführung seiner Aufgabe ohne Verluste in seinem Bestimmungshasen eingelaufen. An der niederländischen Küste schoß Marineartillerie fünf britische Flugzeuge ab. — Das Jagdgeschwader 54 schoß seit Kriegsdeginn 2599 Flugzeuge ab."
In der Nacht zum 21. Juli war, wie berichtet, auch ein deutscher Unterseebootjäger bei dem Gefecht Leichter deutscher Seestveitkräfte gegen einem britischen Schnellt bootoerband eingesetzt. Die Geschützbedienungen dieses Bootes schössen mehrere britische Schnellboote in Brand. Plötzlich hatte der deutsche Unterseebootjäger «in britisches Kanoiienschnellboot quer vor dem Bug liegen. Mit „äußerster Kraft" ging der Kommandant mit seinem Boot zum Rammstoß über. Tief schnitt das deutsche Kriegsfahrzeug den hölzernem Leib des britischen Schnellbootes auf. Zür gleichen Zeit sprang ein deutscher Ma- trwe beherzt hinzu und riß von der Flaggleine des britischen Kanonenschiiellbootes die englische Kriegsflagge herunter. 2m gleichen Augenblick aber schon lief der deutsche Unterseebootjäger mit hoher Fahrt"zum zweitem Rammstoß auf das britische Boot los. und wie-' der bohrt« sich der Unterseebootsjäger tief in das Innere des Kanonenjchnellbootes. Bei der dritten Wiederholung des Rammstoßes brach der Brite völlig auseinander und verschwand in den graugrünen Fluten.
Murmansk kabelt - tkurchM schweigt
wo bleibt der lZeleitrug-vericht? — warum löst der britische premieOnicht sein versprechen ein?
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Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcitnug
d. Berlin, 22. Juli. Die Verwaltungsbehörde der noidamerikanischen Kriegsfchisfahrt hat durch eine sensationelle Bekanntmachung, daß die Versenkungen in der letzten Woche ihren Höchststand erreicht hätten, eine Unsumme von trübseligen Betrachtungen in der englischen Presse veranlaßt, die in ihrem Kern alle dem Satz Lord Chatfields in der „Sunday Times" zusteuern: „Dieser Krieg hat erneut bewiesen, daß England ohne Schiffsraum dem Hungertod ausgeliefert ist." Das amerikanische Kommunique gibt zu, daß die Schiffs- vcrlustc der Alliierten durch Torpedoschüsse, Fliegerbomben und Minen den Neubau stark übertreffen. Man habe deshalb beschließen müssen, künftig nur noch Frachten zuzulassen, die siir die Kriegführung wesentlich seien, das gelte sowohl für die Einfuhr wie siir die Versorgung der britischen und sonstigen Verbündeten. Um den Transport von Menschen und Material nach den Kriegsschauplätzen aufrechterhalten zu können, sei beschlossen worden, die Flotten der gesamten Alliierten zur Ergänzung der gegenseitigen Kricgsausgaben aufeinander abzustimmen. Ein „kombinierter Schisfahrtsboard in London und Washington" sei mit dieser Ausgabe betraut worden. Alle Schiffe müßten ohne Rücksicht auf Flagge und Vesitzvcrhältnijse dorthin dirigiert werde», wo das größte Bedürfnis bestehe.
Diese Frage zu entscheiden wird außerordentlich schwer halten. Murmansk wird das „größte Bedürfnis" für sich m Vorschlag bringen, während Australien und all die übrigen Teile des Empire, vor allem aber der „mehr als alle anderen Kriegsschauplätze Material fressende" Kampf rn Aegypten seine Forderungen anmelden wird- Um hier eine Ordnung zu schaffen, hat sich Roosevelt den früheren USA.-Botichaster in Vichy. Admiral Leahy, als seinen Stabschef beigeordnet. Der 67jährige Admiral, dem Zähigkeit nachgerühmt wird. soll die „militärischen' Berichte studieren", betont das lPeißc Haus und stellt.' um allen Vermutungen vorzubeugen, scst, daß Roosevelt selbstverständlich weiterhin Oberbefehlshaber aller nord- amenkanijchcn Streitkräfte bleibe. Leahyck'Beauftragung
wird vor allem in der USA.-Rüstungsbllrokratie begrüßt werden, da der Adiüiral vor seiner Ausgabe in Vichy Chef der Flottenoperationen war und man sich. von ihm größtes Verständnis erhofft. Wie sehr notwendig hier eine einfühlsame Hand ist, beweist das vom „Daily Expreß" mitgeteilte . Beispiel aus Newyork, wo di« Schifsahrtskommijsion der USA. den Bau der Hig- gins-Jndustrieiverke für Schiffsbau in New Orleans einstellte. Der Bau war mit einem Kostenaufwand von 8,4 Millionen englischen Pfund unternommen worden. Einesteils wird der Stahlmangel maßgeblich für den Stillegungsbeschlutz gewesen sein, zum anderen drückt sich hier jedoch die nervöse Unruhe aus, daß „irgend etwas" getan werden müsse. Eine Forderung, die dem allgemeinen Unsicherheitsgesiihl entspringt und für verschiedene Fehlorganisationen in der USA.-Riistungsindustrie verantwortlich gemacht wird.
London muß natürlich diese Entwicklung mit Sorge betrachten. Admiral Lord Thatsield stellte fest. daß seit langem jeder Engländer davon überzeugt sei, Großbritanniens Schicksal liege aus der See. Kürzliche Ereignisse, vor allem die ständig steigende Zahl der Schifss- verluste, gäbe zu größten Besorqnissen Anlaß. Großbritannien habe sein ganzes staatliches Leben auf die See und die Schiffahrt aufgebaut, um so die Verbindung zu allen Empirestellen und Kolonien aufrechtzuerhalten. Im Frieden könne Englands Schiffahrt die Stärke des Landes sein, im Krieg aber sei es seine Achillesferse. Man müsse seststellen, daß moderne Flugzeuge, die vom Feind in größten Mengen hergestellt würden, zu einem derartig wichtigen Faktor der See/rieqführnna geworden seien, daß das alte bequeme Gefühl der Sicherheit auf der See im Herzen der Engländer erschüttert worden sei.
Die „kürzlichen Ereignisse", von denen Chatfield hier spricht, düritcn sich nicht vor der USA.-Küstc, sondern auf dem Murman'k-Wca zugetragen haben, denn das einzig aktuelle Beispiel der von ihm zitierten Ucbcr- lcgenhcit der Luftwaffe über die Kriegsscknsfwasfe wurde in der Barentssee gegeben, dort, wo in der Woche vom
5. bis 12. Juli sich die größte Eeleitzugkatastrophe der Weltgeschichte abspielte. Der größte Eeleitzugtransport, der jemals zusammengestellt wurde, hat hier unter den Schlägen der deutschen- Bomber und. der deutschen Unterseeboote sein Ende gefunden. 35 der 38 wertvollen Transporter wurden beim ersten Zupacken zerschlagen, U-Boote versetzten einem Nachzügler ebenfalls den Todesstoß, so daß von dem stolzen Konvoi lediglich zwei Schiffe ihr« Fahrt nach Archangelsk fortsetzen konnten. Churchill weigerte sich damals, zu dieser Katastrophe irgend eine Stellungnahme zu beziehen oder jedenfalls in einem amtlichen Kommunique diese Katastrophe bekanntzugeben. Er versteckt sich hinter-der Formel, dem Feind keinerlei Informationen liefern zu dürfen, bis der Geleitzug nicht in Archangelsk eingetroffen sei. Das war in den ersten Julitagen. Die Frist, die sich der englische Premier damals setzte, ist verstrichen, nur das Schweigen Churchills ist geblieben. Murmansk mag nach den Schiffen kabeln, Churchill schweigt beharrlich — ein bemerkenswertes Faktum an dem sonst so außerordentlich geschwätzigen Westentaschenpolitiker. Der britische Premier braucht heute nicht mehr zu fürchten, der deutschen Kriegführung irgend einen wertvollen Tip zu geben, wenn er jetzt sein Versprechen, das er dem britischen Publikum gab. einlösen wurde. Doch er weigert sich. So bleiben nur zwei Schlüsse: „Entweder sind die beiden letzten Schiffe auf ihrer Fahrt nach Archangelsk ebenfalls verlorengegangen, so daß auch nicht der kläglichste Rest des Konvois den bolschewistischen Hafen anlaufen konnte. — Eine Tatsache, die Churchill selbstverständlich von seinem Versprechen befreien würde. Oder aber die Stimmung in London muß derart geworden lein — verständlich im Hinblick auf die Entwicklung im Süden der Ostfront und im Atlantik — daß Churchill es nicht waqen darf. der britischen Oeflentlschkeit von diesem wichtigen Voroana Kenntnis zu geben. Beides ist gleich qclab''voll nir die Briten, noch mebr ober für die Hilfe beuchenden Bolickiemilt-": die in Ar
changelsk warten, warten auf große Schiffe und nur Wrackstücke am Strand antreiben sehen. »
Das Schicksal der sowjetischen Schwarzmeerflotte Der Raum zwischen Rostow und Astrachan
k. kckü. Nachdem die sowjetische Schwarzmeerflotte, im Anschluß an ihre Vertreibung aus Sewastopol zur Machtlosigkeit verurteilt und den Aktionen der deutschen Bomber ausgesetzt, zu einem Teil den fast bedeutungslosen Osthafen Noworossisk aufgesucht hat, häufen sich jetzt unter dem Eindruck der neuen deutschen Erfolge die Nachrichten über eine bevorstehende Fluchtder bol- schewistischen Kriegsschiffe in türkisches Hoheitsgebiet. Da die Schwarzmeerstrategie der Sowjets ausschließlich auf Sewastopol zugeschnitten war, ist jetzt die Versorgung und Einsatzmöglichkeit der verdrängten und zudem weiterhin bedrohten Flotte in den Häfen an der Nordostküste des Schwarzen Meeres außerordentlich beschränkt. Noworossisk verfügt über keine modernen Dockanlwgen, ja nicht einmal über Reparaturwerkstätten, die für größere Schiffseinheiten in Frage kämen. Die schon von der Natur wenig vorteilhaft ausgestatteten Häfen Anape, Tuapse und auch Pott wurden von den Bolschewisten, die ihre bautechnischen Anstrengungen eben zu lange auf Sewastopol konzentrierten, gleichfalls vernachlässigt. Der erst während des Krieges projektierte und überstürzt in Angriff genommene „Ausbau" der erwähnten Häfen mußte angesichts der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit von vornherein scheitern. Die Möglichkeit eines Durchbruchs der Sowjetflotte in das Asowsche Meer besteht nicht — ein solcher Versuch würde übrigens einem Selbstmord gleichkommen — so daß ein Abschwenken der schachmatt gesetzten Kriegsschiffe in türkische Territorialgewässer, nnt der man in Istanbul rechnet, in der Tat nicht überraschend käme.
Obschon die Schwarzmeer-Flotte der Sowjets den Kricgs- marinekrästen der übrigen Anliegerstaaten überlegen war, namentlich im Hinblick auf den Besitz der seestrate- gischen Basis Sewastopol, spielte sie doch im Vergleich mit der bolschewistischen Ostseeflotte, aufs ganze gesehen, eine zweitrangige Rolle. Man bezifferte d i e sowjetischen Einheiten im Schwarzen Meer zr? Beginn des Ostfeldzuges einschließlich der kleinen und kleinsten Schiffe auf insgesamt 150. Darunter befand sich das 31 Jahre alte, also noch aus der zaristischen Zeit stammende Schlachtschiff „Parischskaja Kommuna"; vor seinem klmbau führte das 23Ü00 To. große Kriegsfahrzeug den Namen „Sewastopol". Inzwischen hat die Entwicklung der Seekriegstechnik den Kampfwert dieses Schlachtschiffes erneut erheblich gemindert. Wie es um den sagenhaften Flugzeugträger „Stalin" bestellt ist, auf den die bolschewistischen Marinestrategen einst allergrößte Honnungen setzten, ist nach den Angriffen deutscher Ü-Boote und Bomber kein Geheimnis mehr. Sodann gehören bzw. gehörten zu den erwähnten 150 Einheiten der Schwer« Kreuzer „Krasny Kawkas" mit 8000 To.. drei Leichte Kreuzer mit je 6000 bis 7000 To. sowie drei Torpedokreuzer mit je 2800 To. Ueber die im Schwarzen Meer operierenden sowjetischen U-Boote feblen ziffernmäßig« Angaben.doch unterliegt es keinem Zweifel, daß die Üiiterwasserstreit- kräfte der Achsenmächte auch hier schon seit langem den Ton angeben.
Wenden wir uns nach diesen soestrategifchen Erörterungen nunmehr einer Betrachtung des Hinterlan -- desder nordöstlichen Schwarzmeerkllste zu.^ Das Gebiet des äußersten sowjetischen Südostcns, auf das jetzt die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gerichtet ist, weist in mehrfacher Hinsicht die Merkmal« eines umfangreichen Uebergangsterrains auf. Seit Jahrhunderten schon wurde die zwischen dem Don-Unt«rlauf und dem Kaspischen Meer sich in einer Längsausdeh- nung von 680 Kilometern hinziehende Senke als „na-, türliche Grenze Europas" angesehen. Es handelt sich um eine von zahlreichen größeren Seen — Li- man« genannt — durchsetzte talarttge Niederung, deren Flüsse im Sommer zumeist trockengelegt sind. Mit Don und Wolga sind jedenfalls bestimmte geopolitjsche Grenzlinien gezogen, die um so deutlicher in Erscheinung trc-
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Vnsor
Der untere Don wurde in breiter Front überschritten.
Der planmäßige Feindwiderstand im Raume von Rostow ist zusammengebrochen; auch bei Taganrog traten unsere Truppen zum Angriff an.
Italienische Verbände nahmen das Kohlenrevier Kraßnij Lutsch.
Feindliche Angriffe bei Woronesch wurden abgewehrt.
Die Sowjctluftwaffe verlor vom 8. bis 29. Juli 829 Flugzeuge.
Im Kanal vernichteten Leichte deutsche Seestrcit- kräfte fünf britische Schnellboote.
Churchill schweigt sich noch immer über die Geleit- zugkatnstrophe im Nördlichen Eismeer aus.
Die Unterweser Reederei AG., Bremen, hat 1941 wieder mit einem Reingewinn abgeschlossen.
Die 4. Hanssammlung für das Kriegshilsswcrk erbrachte lm Kau Weser-Eins wiederum eine Steigerung im Vergleich zum vorjährigen Sammclergebnis. Ein weiteres NSB.-Notentbindungsheim für Bremer Mütter wurde in Ahltzorn eingerichtet.