Ausgabe 
(17.7.1942) Nr. 194
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Meiner Zeitung

parteiamtliche lageszeitung

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der Nationalsozialisten Vremens

flmiliches verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Nremen

Nr. 1S4 , 12. Zalirgang

Zreitag, 1^. Juli 1942

kinzelpreis 1S Nps.

Deutsche Iromlraerliert kisenIralAnsn rler öalsclZvvfisten

krne ut Sowjetttuppen eingesclilossen

Ver semd kann die fronlliicken nicht durch Neserven schließen

Drahtbericht unserer Berliner Schriftlcitung

b. Berlin, 16. Juli. Die Verfolgungskämpfe im Südabschnitt der Ostfront haben zur Einschließung neuer feindlicher Kräftegruppen durch die deutschen und ver­bündeten schnellen Truppen geführt. Während die schnellen Truppen nach Abschneidung der Rückzugs- und Nachschubinöglichkciten der überholten sowjetischen Eruppcn ihren Angriff in der Verfolgung weiter- trugcn, haben die deutschen Verbände in scharfem Nach­drängen die umschlossenen Feiiidkräfte bekämpft, ihr Festsetzen verhindert und sie mit Handgranaten und der blanken Waffe vernichtet. Die verzweifelten Versuche dieser Feindgruppen, der Vernichtung zu entgehen, wur­den überall vereitelt. Bemerkenswertes Faktum der Ver- folgungs.schlacht ist die Tatsache, daß durch die verschie­denen, inzwischen stark erweiterten Durchbrüche ein Zer­reißen des Zusammenhangs der feindlichen Südfront im gesamten Kampfgebiet festzustellen ist. Es gelang dem Feind nicht, sich zu setzen oder aus der Tiefe Reserven heranzuführen, die die Front hätten wieder schließen können. Es darf festgestellt werden, daß infolge der Durchbrüche in diesem Frontabschnitt der feindliche Auf­marsch zertrümmert und die sowjetische Teilfront voll­kommen durcheinander geworfen ist. Die mit massierten sowjetischen Kräften durchgesührten Entlastungsangriffe konnten die Situation keinesfalls wandeln.^ Bor allem durch Angriff der Luftwaffe konnten die Angriff« ab­geschlagen und den Sowjets schwere blutige Verluste zu­gefügt werden. Die Luftwaffe hatte weiterhin beson­deren Anteil an der Vernichtung zersprengter feind­licher Kräftegruppen.

^'urch rollende Einsätze von Kampf- und Zerstörer­flugzeugen wurden alle Versuche der Bolschewisten, sich an Flußläufen und auf Höhenzügen zu neuem Wider­stand festzusetzen, im Keime erstickt. Zahlreiche Batterien und Geschütze mußten nach Volltreffern ihr Feuer gegen diese nachstoßenden, schnellen deutschen Verbände ein­stellen. Auch die Rückzugs st raßen des Feindes und die an ihnen liegenden Ortschaften wurden während des ganzen Tages mit Bomben belegt und dabei über 200 Fahrzeuge aller Art durch Volltreffer vernichtet. Weiter griffen die Kampfflugzeuge Bewegungen auf den weni­gen nach Osten führenden E i s e n b a h n st r e ck e n an. Zwei Panzerzllge wurdeir, durch schwere Bomben von den Gleisen geschleudert und zahlreiche Transportzüge schwer getroffen. Deutsche Jäger schössen bei Begleit- schutz und bei freier Jagd über dem Kampfgebiet der südlichen Ostfront 12 feindliche Flugzeuge ab.

Die vorbereitenden deutschen Maßnahmen während des Winters findpn jetzt ihre glänzende Bewährung. Wenn es den Sowjets schon nicht während der Winter­monate gelungen sei. die starken Eckpfeiler der deutschen Ostfront einzudrücken, und wenn auch der Ofsensivvor- stoß p.:vWschenkos gegen Ehärfvw ergebnislos verlaufen sei, so stellt heute der englische Akilitärschriftsteller Liddel Hart in der „Daily Mail" fest. dann sei es heute recht einfach, das Kräfteverhältnis der beiden Gegner zu um­reißen. Die Sowjets litten weiterhin an einer Ueber- anstrengung und Ueberbeanspruchung ihrer Streitkräfte,

Neue Versenkungen ;ugegeben

rck. Stockholm, 16. Juli. Das USA.-MarinemiMste- rmm teilt mit, daß wieder ein mittelgroßes Handels­schiff im Karibischen Meer torpediert und versenkt wor­den ist. Desgleichen ging ein größeres englisches Han- delssahrzeug 1500 Seemeilen vor der amerikanischen Atlantikküste verloren. Uebcrlebende beider Fahrzeuge sind in einem Hafen der amerikanischen Ostküste einge­troffen.

Wie aus Newyork verlautet, wurde der britische Dampfer „Lortona". 7093 ART., vor der Küste von Holländisch-Guayana torpediert. Der Frachter „Lortona" war in Glasgow beheimatet.

während die Deutschen — eben weil sie ihre Stellungen während des Winters und Frühjahrs nicht hätten ein­drücken lassen — über ausgezeichnete Eisenbahnverbin­dungen hinter der Front verfügten. Die Sowjets seien auch in dieser Hinsicht außerordentlich im Nachteil, denn bis vor kurzem Hütten sie vor allem noch die Haupt- eisenbahnlinie Moskau—Rostow als größere Verbin­dungslinie verfügbar gehabt. Nun sei diese Linie jedoch an verschiedenen Stellen vom Gegner durchbrochen wor­

den,, so daß die Truppenverschiebungen und auch die Ma­terialtransporte vom Norden zum Süden und umge­kehrt außerordentlich erschwert seien. Möglicherweise seien die Sowjettruppen rein zahlenmäßig noch den Deutschen überlegen, aber die besseren Tanks und Flug­zeuge befänden sich zweifellos auf deutscher Seite. Man müsse auch feststellen, daß die Deutschen gang allgemein über eine viel größere Geschicklichkeit im der Kriegfüh­rung selbst verfügtem.

VerfolgungsKämpfe rastlos fortgesetzt

Verluste des Segners und eingebrachte veute im Südabschnitt der Vstfront bisker nicht;u übersehen feindliche pan;erangriffe gegen den vrückenkops woronesch abgeschlagen

Aus dem Führerhauptquartier, 18. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Südabschnitt der Ostfront werden die Versolgungskämpfe rastlos fortgesetzt. Eingeschlossene und abgeschnittene Gruppen des Feindes versuchten vergeblich, nach Osten durchzubrechen. Die Verluste des Gegners und die ein­gebrachte Beute sind bisher nicht zu übersehen. Starke Verbände der Luftwaffe griffen die rückwärtigen Ver­bindungen der Sowjets an und zersprengten zahlreiche Kolonnen. Kampfflugzeuge bombardierten Rostow und mehrere Häfen an der Kaukasusküste. In kriegswichti­gen Anlagen der Stadt Rostow entstanden mehrere große Brände. Ein Frachtschiss wurde durch Volltreffer versenkt. Gegen den Brückenkopf Woronesch setzte der Feind seine starken Panzerangriffe fort. Im Zusam­

menwirken mit der Luftwaffe wurden sämtliche An­griffe in harten Kämpfen blutig abgeschlagen. An der übrigen Ostfront nur Kämpfe örtlicher Bedeutung. Im Finnischen Meerbusen versenkten Einheiten der deut­schen Kriegsmarine zwei sowjetische Unterseeboote.

In Acgypten wurden mit starken Kräften geführte Angriffe des Feindes im mittleren Abschnitt der El- Alamein-Stellung abgewiesen. Im Verlaufe der erbit­terten Kämpfe wurden im Gegenangriff 1200 Gefangene gemacht und eine Anzahl Panzerkampfwagen und Kraft­fahrzeuge vernichtet. Im westlichen Mittelmeer wurde ein britischer Kreuzer von deutschen Kampfflugzeugen angegriffen und durch Bombenvolltreffer beschädigt. Bei Vorstößen britischer Jagdflieger an die Küste der besetz­ten Westgcbiete gelang es, im Laufe des gestrigen Ta­ges sechs feindliche Flugzeuge znm Absturz zu bringen."

Untertzaus-Iüren bleiben verschlossen

Schiffsraumfrage nach wie vor geheim — verricht aus Nooseoells Liebesgaben

Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitnng

b. Berlin, 18. Juli. Sir Stafford Cripps zerstörte soeben als Führer des Unterhauses mit einer nüchternen Erklärung die letzten Hoffnungen des britischen Publi­kums aus eine amtliche Verlautbarung über die in der Eeheimdebatte behandelten Fragen der Schiffsraum- katastrophe usw. Der Debatte würde keinesfalls eine amtliche Erklärung folgen, so betonte Cripps. Man habe die Angelegenheit in Erwägung gezogen, „aber man ist der Ansicht, daß es besser ist, so weiter zu verfahren wie bisher im Kriege bei Eeheimsitzungen."

Churchill selbst hat noch einmal verbreiten lassen, daß er keinesfalls in der Eeheimdebatte das Wort er­greifen, sondern lediglich als Zuhörer teilnehmen werde. Sprecher der Regierung würden Marineminister Alexan­der und Parlamentssekretär im Marineministerium Sir Arthur Salier sein. Bei der von einigen Unterhausmit­gliedern geforderten Abstimmung würden — so erfährt der-Londoner Korrespondent von „Nya Daglight Alle- handa" — etwa. 50 Mitglieder mit dem Labourabgeord- neten Shinwell für eine öffentliche Debatte stimmen, es sei jedoch nicht glaubhaft, daß Churchill seine Mei­nung ändern werde. ' '

Die Türen des Unterhauses werden nicht nur für den Augenblick der Debatte hermetisch verschlossen sein. son­dern ein besonderes Schweigegelöbnis wird die teilneh­menden Unterhausmitglieder verpflichten. In London sind in diesem Augenblick wieder die.Erinnerungen an die letzte Gche-imde hatte über Schiffahrtsfragen aufge­taucht, nach der ein Abgeordneter indiskret Zahlen nannte, die noch über die von deutschen, militärischen Stellen veröffentlichten VersenikungsergeÄmsse hinaus­gingen. Die-Heutige Weigerung Churchills: irgend etwas über die Schiffahrtsla-gezu sagen, wird mit den voran­

gegangenen Erfahrungen in Verbindung gebracht und als Beweis dafür ausgelegt, daß Churchill es nicht wa­gen könne, selbst hinter verschlossenen Türen die Tat­sachen anzudeuten, geschweige sie in einer späteren öffentlichen Erklärung dem gesamten Publikum zu un­terbreiten.

Außerordentliches Aufsehen, erregte es in London, daß Churchill vor der Eeheimdebatte über den amt­lichen Nachrichtendienst verbreiten ließ, er habe sich mit einer persönlichen Bitte an Präsident Rooseoelt ge­wandt, die Kriegsliebesgaben aus den Vereinigten Staaten an England einzuschränken. Obwohl England den USA. sehr dankbar sei für die vielen Liebesgaben, so sei es jedoch notwendig, die benötigten Schiffe für die Beförderung von Kriegsmaterial zu verwenden. Dieses Eingeständnis der Tonnageknappheit ist ebenso bedeutungsvoll wie die Ankunft Vullits, in London, der als besonderer Vertreter des USA.-Priisidenten mit Botschasterrang auftritt und als „Assistent sür Spezial- aufgaben" im USA.-Marineministerium fungiert. Der als früherer USA.-Botschafter in Moskau und Paris bekannte Intimus Roosevelts erklärte vor Pressevertre­tern, er habe gewisse Marineaufgaben bekommen, über deren Art er nicht sprechen könne. Neutrale Beobachter bringen seinen Aufenthalt und seinen sofortigen Besuch bei Marineminister Alexander in Zusammenhang mit einer Untersuchung der Materiallieferungen an die Sowjetunion. Reuter kündigt einen mehrwöchigen Auf­enthalt Bullits in London an. Man vermutet, daß er an der Themse eine Art „Anstauung des Eismeeres" für Lieferungen an die Sowjetunion betreiben und viel­leicht auch drakonische Einschriinkungsmaßnahmen für England aus dem Gebiet der Secoersorgnng vorberei­ten soll.

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0er Schleier vor den flugen der Veiten zerreißt

Zeit unS Naum gegen kngland — vetrartztungen über öen deutschen Totalsieg

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung ckr.v. scü. Berlin, 16. Juli. Sobald sich die bri­tische Öffentlichkeit einmal in weiteren Bereichsn mit der Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit der Niederlage auseinandersetzen wird, kann es nur «in fassungsloses Entsetzen werden. Es mag sich bei uns schon mancher gefragt haben, wie es möglich ist. daß ein Volk drei Jahr« hindurch nur Niederlagen und Katastrophem. er­lebt, ohne schließlich weich zu werden und den Kops zu verlieren. Es handelt sich aber dabei nicht um eine überlegene Tapferkeit des Herzens, nicht um größere seelische Härt«, vielmehr ist für diese Fähigkeit, pausen­los Prügel einzustecken, eine sture Arroganz wesentlich mitbestimmend, die in Erziehung und geschichtlicher Ueberlieferung begründet ist. „Englische Armeen", io brauste dieser Tage im Unterhaus ein Regierungsmit­glied auf, als von der Niederlage in Afrika die Rede »werden niemals geschlagen, sie erleiden höchstens -Rückschläge". Tatsächlich ist die seelische Verfassung des englischen Volkes nach einer ununtevbrochenen Reihe schwerster Nacken-schläge bischer nur so zu erklären ge- wesen.^daß man es mit dogmatischer Verbissenheit als "ne Selbstverständlichkeit ansah, Laß England alle Schlachten bis auf die letzte verlieren könne und werde, die für den Ausgang des Krieges entscheidend sei.

Die entscheidenden seelischen Grundlagen der britischen Kriegführung müssen selbstverständlich in dem Augen blick vollkommen ins Wanken geraten, wo das Dogma vom sicheren Sieg in der letzten Schlacht seine zwingende Kraft verliert, wo statt dessen das Gespenst der Nieder­lage sich aufreckt. Die letzten Ereignisse auf allen Schau- Platzen des Krieges scheinen wesentlich nach dirs» Rich­

tung gewirkt zu haben. Mit einem Wale zerreißt vor den Augen der Engländer der Wolkenschleier, der bis­her barmherzig den Blick in den schaueroollen Abgrund verdeckte. In einer Artikelreihe des „Econoinist" wird diese Tatsache als Ausgangspunkt gewählt, daß nämlich den Briten bisher niemals der Gedanke an eine Niederlage gekommen sei, um die ganze Bitterkeit der Enttäuschung angesichts der letzten Entwicklung zu kennzeichnen. Der „Economist" untersucht die Auswir- kungsmöglichkeiten der nordasrikanischen Niederlage Englands und hält eine strategische Entwicklung nicht für ausgeschlossen, der gegenüber Hitler, „ganz gleich, welcher Strom von Massen aus den angelsächsischen Fa­briken und von Schiffen aus den Werften sich ergießen würde, nicht nur von einem Remis, sondern von einem totalen Sieg sprechen könnte." Noch müsse, so heißt es weiter, es als ein Wunder betrachtet werden, wenn an­gesichts ihrer Hilfsquellen die Gegner der Achsenmächte besiegt würden, aber Wunder ereigneten sich manchmal.

Man sieht, hier will ein kluger Mann vorsichtig vor­bauen. zumal er an anderer Stelle Zweifel an die alleinseligmachende Produktion äußern muß. Die Rück­schläge in Afrika hätten, so wird in diesem Zusammen­hang festgestellt, die Illusion zerstört, daß Prodnktions- rekorde der amerikanischen Fabriken den Krieg gewinnen würden. Gerade im Zusammenhang mit der Produk­tionsdebatte im englischen Unterhaus sind die Zweifel wieder sehr laut geworden, ab einmal die renommisti- schen Produktionszahlen stimmen, und ob znm anderen die richtigen Waffen hergestellt werden. Man muß heute noch das englische und amerikanische Publikum mit dem Hinweis trösten, daß man keine Zeit verlieren, sondern

die militärischen Sachverständigen und die Produktions- lsute zusammenbringen werde, um die bisherigen Feh­lerquellen auszuschalten. Das ist nach drei Jahren etwas reichlich spät.

Aber selbst wenn im Sektor der Produktion alles klappen würde, ist damit noch nichts Entscheidendes ge­wonnen. Auch Schiffsverluste, so sagt der „Economist", die jetzt gefährlich hoch seien, könnten vielleicht ersetzt, aber geographische Entfernungen könnten nicht verkürzt werden. Hier liegt die schwerste Aufgabe, die Hinder­nisse von Zeit und Raum zu überwinden, welche die Operationen der Alliierten auf ihren weitverstrcuten Fronten behinderten. Der „Economist" vergißt es aus- zusprechen, daß diese Hindernisse von Zeit und Raum durch die kühne Strategie und durch die militärischen Erfolge der Dreierpaktmächte geschaffen worden sind, die den Gegner restlos vom europäischen Kontinent verjag­ten und sich unangreifbare Positionen sür den Angriff und sür die Verteidigung vom Nordkap bis zur Bis- kaya, vom Finnischen Meerbusen bis ans Schwarze Meer und über Kreta bis zu den Eingangspforten des Nildeltas geschaffen haben, die den Engländern den Weg durchs Mittelloser versperren und die Atlan­tikrouten aufs höchste gefährden konnten, die die Sowjet­union von der Außenwelt abgesperrt haben, während gleichzeitig der japanische Verbündete die Briten und Amerikaner aus den reichen Vcrsorgungsgebieten des großostasiatischen Raumes vertrieben und gleichzeitig Tschrnngking-Ehina isoliert halten. Es stellt je länger je mehr für den Gegner eine Unmöglichkeit dar, diese Hindernisse von Zeit und Raum aus dem Wege zu (Fortsetzung auf Leite 2)

kies

Von

ir. s i c b 8 l o i t s r ^.Ikrsck kossnbsiZ,

Ileicbsininietsr kür ckio bssetrtsn Ostgebiets

Heute kann das Rcichskommisfariat Ostland aus eine einjährige erfolgreiche Aufbauarbeit zurückblicken. In diesen Tagen erschien die erste Nummer einer neuen repräsentativen Monatsschrift „Oftland", die der Reichs­kommissar für das Lstland herausgibt. Wir entnehmen dem ersten Hest der reich illustrierten Zeitschrift die nachstehen­den grundlegenden Ausführungen des Reichsminiftcrs Rosenberg.

Es gibt auf dem europäischen Kontinent wohl keine Völker, die sich von anderen so eindeutig abgrenzen, daß eine geschlossene und von außen nicht gestörte Entwick­lung sich vollziehen konnte. Kleine und große Völker Europas standen sich oft feindlich gegenüber, und viel Blut ist in diesem Ringen geflossen. Andererseits aber haben vielleicht gerade diese schweren Auseinander­setzungen eine Schicksalsausfassung gezeugt oder gestärkt, die eine Ursache der großen vielgestaltigen europäischen Kulturkraft gewesen ist. Die Völker Europas haben auch geistig und seelisch miteinander gewirkt, und schließlich ein einzigartiges Vermächtnis unserer Gegen­wart hinterlassen.

In dieser Gegenwart wird nunmehr erneut und tiefer als jemals früher nicht nur um Volksgrenzen und Roh­stoffquellen gekämpft, sondern zugleich auch um die gei­stigen und seelischen Grundlagen des Daseins überhaupt. Der Kampf im Osten ist eine ganz entscheidende Ausein­andersetzung mit einer aus chaotischen Tiefen kommenden Kraft, die alles Leben unterdrücken und es in eine Zwangsanstalt seelenloser Automaten pressen wollte. Auch das Ostland ist in der Vergangenheit ein Schau­platz schwerer Auseinandersetzungen gewesen. Nach den Ländern an der Ostsee haben viele -Großstaaten ihre Hand ausgestreckt. Deutsche Ritter kamen über die Dllna, Lübecker Kaufleute segelten das Land an. Schweden be­mühte sich, einen einzigen Staat um die Ostsee herum zu Hilden, der russisch-zaristische Staat wiederum dehnte sich aus nach der Ostsee und nach dem Schwarzen Messt. Inmitten großer Auseinandersetzungen standen die zah­lenmäßig kleinen Voller des Ostlandes.

Die mtisten Kräfte haben seine innere Struktur nicht wesentlich verändern kö'nn.en, nur der erste Aufmarsch des Deutschtums hat dem Lande eine entscheidende Prä­gung gegeben, von der Menschen, Städte und Land­schaft noch heute sprechen. Die überall auftretenden sozialen Kämpfe in der Vergangenheit nähmen hier später auch den Charakter nationaler Auseinander­setzungen an und haben oft die Gegensätze außerordent­lich verschärft. Nichtsdestoweniger ist aber in diesen vielen Jahrhunderten nicht nur eine geistige, sondern auch eine blutähnliche Annäherung in einem Maße er­folgt, über das viele, die zum erstenmal in dieses Land kamen, außerordentlich erstaunt gewesen sind.

Im Jahre 1918 wurde, als der russische Staat wie das deutsche Kaiserreich zusammengebrochen war, eine geschichtliche Epoche abgeschlossen und es begann jene Zeit, da die kleinen Völker an der Ostsee inmitten der mit ihren Problemen beschäftigten großen Mächte schein­barer Selbständigkeit lebten. Wir begreifen das Stre­ben, das hier aufgetreten war, aber es entsprach in der Form der Aeußerung doch nicht den Notwendigkeiten der Geschichte und den harten Gegebenheiten der' Ge­genwart. 2m Wesen bedeutete die Entstehung der Ost­seestaaten eine Abkehr sowohl vom moskowitifche-n Za- rentum als auch vom Bolschewismus: sie wav im we- - sentlichen ein Be^znntnis zu Europa. Man glaubte jedoch an den ewigen Widerstreit zwischen Deutschland und der Sowjetunion, glaubte, daß keiue dpr Leihen Kräfte einer anderen den Zutritt gestatten würde'und entzog sich deshalb einer klaren Entschließung nach 1933, als das Entweder—Oder besonders deutlich zu werden begann. Die Reserven dieser an sich, weniO-aüch nicht wohlhabenden, so doch sür bescheidene Bedürfnisse aus­kömmlich versorgten Völker, wurden mit den sich stei­gernden politischen Ansprüchen in großem Maße ange­griffen. Das Ilnterbalten einer staatlichen Repräsen­tation im Lande selbst, der Wunsch, durch große städtische Anlagen. Europa nachzubilden, die Kosten der diploma­tischen Vertretungen in andern Staaten überstiegen die Möglichkeiten, die nun einmal durch Zahl und Lage gegeben waren. Zwar halfen manche Rohstoffquellen, namentlich der Holzreichtum, aus den Schwierigkeiten heraus, aber die Kosten des Staates standen auf die Dauer nicht im Einklang mit den Einnahmen, sondern wurden aus dieser Substanz gezahlt, die in absehbarer Zeit doch zur Neige gegangen wäre. Damit wäre das Problem des staatlichen Daseins sowieso gekommen und wäre zunächst von seilen jener behandelt worden, die als Gläubiger vorhanden waren.

Wie immer nun diese Entwicklung auch vor sich ge­gangen wäre,-das Schicksal hat heute kurz und hart ge­sprochen. Als Deutschland tm Rücken von England be­droht. seine Desin-tereistertheit am den Ostseestaaten er­klärte, da sprang der Bolschewismus -auf die Beute zu,, und das Ostland erlebte-ein Jahr von Schrecken, das niemals in seiner Geschichte vergessen werden wird, und auch nicht vergessen werden darf. Denn das, was sich

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Die Verfolgungskämpfe im Südabschnitt der Ost­front nehmen ihren rastlosen Fortgang; erneut er­folgten Einkesselungen feindlicher Kräftegruppen. Starke Panzerangriffe der Sowjets gegen den Brückenkopf Woronesch wurden abgeschlagen.

Im Raum von Orel erzielten unsere Truppen be­deutende Abwehrersolge.

Im Finnischen Meerbusen wurden zwei sowjetische U-Boote versenkt.

An der Ek-Alamein-Front blieben bei einem Gegen­angriff 1280 Gefangene in der Hand der Ach'sen- streitkräfte.

Churchill hält an der Verhcimlichnng der Schiffs- verluftzifsern fest.

In Fortsetzung der Kreisbercisung besuchte Gau­leiter Wcgener Delmenhorst.

Die erste diesjährige Straßensammlung des Kriegs- hilssiverks brachte mit rund 20 Millionen Mark eine Spcndenzunahme von 34,04 Prozent, verglichen mit der gleichen Sammlung 1941.

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