Ausgabe 
(14.7.1942) Nr. 191
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parteiamtliche Lageszeitung

Vas ftmksblatt des Negierenden viirgermeisters der Zrcien Hansestadt vremcn

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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches Nerkünöungsblatt des Neichsslattlfalters in Oldenburg und Nremen

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Nr. ISt , 12. Zalirgang

Dienstag. 14. Zuli 1942

Linzelpreis 13 Nps.

Vermchtungsschlag südwestlich

Mehrere Schützen- und Kavalleriedioisionen sowie eine Panzerbrigade erledigt / Über ZlNwa Sefangene

Verfolgung auf breiter front

Sei flbwetzr seindlicher knilastungsangriffe 111 Sowjetpanzer abgeschossen Neue britische flngrisfe im Naum von kl fllamein unter Verlusten für den Segner abgewiesen

tage der Sowjets hoffnungslos

„Ernster als nach Singapur und Dünkirchen" Wieder Spekulationen mit der zweiten Front DrahtbcriKt nnscrer Berliner Schriftleitung 6r. vv. sck. Berlin, 13. Juli. Der deutsche Durch- bruchssicq im Dongebiet wird von der militärischen Führung mit härtester Entschlossenheit und in radi­kaler Anwendung der strategischen Lehren von Llause- «itz ausgewertet. Dem geschlagenen Feind wird nicht die geringste Pause zum Atemholen gegönnt, die sieg­reichen deutsche» Truppen bleiben dem Gegner in rast­loser Verfolgung auf de» Fersen, und zwar in ganz breiter Front in einem Gebiet, das durch den Ueber- gang vorn Schwarzerderaum zur Steppe gekennzeichnet ist. Es handelt sich hier um eine taktische Bewegung, die gegen eine geschlagenen Feind durchgeführt wird und mit lleberholen und Ueberslügeln des Gegners, mit der Schasfung neuer Durchbrnchstellen und dem rastlosen Vorwärtsdrängen die natürliche Fortsetzung einer ge­wonnenen Schlacht bildet. Auf breiter Front! Die Sowjets kommen bei dieser Taktik ofsenbar nicht mit. Sie hatte» wohl mit den wiederholten An­wendungen der Angrisfsmethoden gerechnet, mit denen unsere Armeen im Westen und auch noch im Ost­krieg des vergangenen Jahres zu schnellen und durch­schlagenden Erfolgen gelangt sind. Wenn sie geglaubt hatten, sich in der Abwehr aus diese Taktik eingestellt zu haben, so sehen sie sich jetzt grausam enttäuscht. Ganz bestürzt hat die „Prawda" über die rücksichtslose Art gejammert, mit der die Lösen Nazis ihren Ansangs- ersolg auszunutzen suchen.

Diesmal wurde von unserer militärischen Führung nicht der Weg überraschender und kühner Panzervor- stöße tief hinter die feindlichen Linien gewählt. Der Angrisf im Don-Eebiet wird jetzt vielmehr auf er­drückend breiter Front mit unbedingt zuverlässiger Flankensicherung durchgeführt. Auch auf diesem Wege sind auf längere Sicht strategische Umklammerun­gen größten Ausmaßes verstellbar. Zunächst tritt der (Fortsetzung aus Seite 2)

Veneraloberst Holder 40 Zatzre Soldat

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Drahtbericht unterer Berliner Schriftleitung Berlin, 13. Juli. Das rätselvolle Attribut des Lä­chelns der Sphinx von Eizeh scheint bestimmender Aus­druck im Gesicht des britischen Premiers geworden zu sein. der sich nach seinem Thealersicg im Unterhaus seit einer Woche in vollkommenes Schweigen hüllt und von englischen Zeitungen deshalb offen in fragenden Ar­tikeln als Rätsel, als das „Rätsel Churchill" bezeichnet wird. Es liegt ein vorwurfsvoller Ton in diesen Be­trachtungen, die das gespannte Warten der britischen Oesfentlichkeit auf irgendeine Initiative der Alliierten verraten und doch nur zusehen müssen, wie Kanada weiter in die Hände des zweifelhaften Freundes Roo- sevelt gerät, und wie,in Aegypten höchst merkwürdige Depeschen verbreitet werden, von den Reuter die Kost­probe gibt: „Nach zweitägiger Pause wurde die poli­tische Aktivität wieder aufgenommen. Abends versam­melten sich die Minister, um die militärische Lage zu besprechen. Lange Beratungen wurden im Kriegsmini­sterium abgehalten zwischen dem Verteidigungsminister, dem Eencralstabschef, dem Chef der englischen Militär. Delegation und anderen." Doch auch diese politische Ak­tivität ist nicht das, was man in London nach der Chur­chill-Erklärung erwartete. Man hatte gehasst, günstigere aktivere Meldungen zu hören.

Das Fehlen von Handlungen könn« nur. bedeuten, so schreibt -er „Observer" unter diesem Eindruck in einem

Aus dem Führerhauptquartier, 13. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Siidabschnitt der Ostfront wird der Feind in breiter Front verfolgt. Starke Luftstreitkräfte unterstützten die Vcrsolgungskämpse und zerstörten in Tag- und Nacht­angriffen weitere Uebergänge über Don und Donez. An der Kaukasus-Küste erzielten Kampfflugzeuge Voll­treffer schweren Kalibers auf zwei Schwimmdocks im Hafen von Noworossijsk. Nördlich und nordwestlich Wo- ronesch wurden bei der Abwehr feindlicher Entlastungs­angriffe am gestrigen Tage 111 Sowjetpanzer abge­schossen.

Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, führte der im Raume südwestlich Rschew am 2. Juli begonnnene umfassende Angriff der deutschen Truppen, wirkungs­voll unterstützt durch Verbände der Lüstwafse, nach Durchbruch durch das feindliche Stellungssqstem in schweren Waldkämpfen zur Einschließung und Vernich­tung mehrerer Schützen- und Kavallerie-Divisionen so­wie eine Panzer-Brigade. In dieser elstägigen Schlacht wurden über 3K VüV Gefangene eingebracht, 218 Panzer, 591 Geschütze und 1391 Maschinengewehre und Eranat-

vielbeachieten Artikel, daß Churchill, gestärkt durch das Vertrauensvotum, nicht mit der Art und Weife unzu­frieden sei, in der der Krieg geführt werde. „Die Maß­nahmen der britischen Regierung haben sich bisher bei der einzigen Probe, die etwas wert ist, nämlich der Probe im Kampf, als unzulänglich erwiesen. Unter allen militärischen Gesichtspunkten läßt sich durch Englands Art und Weise zu handeln, der Krieg nicht gewinnen Führung und Schlagkraft, Strategie und Produktion. die>e Kardinalpunckte der Debatte, sind jetzt die Kardinal­punkte einer Reform." Das sind Beweggründe, die Beaverbrook in seinen Blättern immer wieder zum Vor- wand nimmt, um in einem kuriosen Gemisch von Vor­würfen für den Premier und Unterstreichungen der Wichtigkeit Churchills die sofortige Schaffung einer zweiten Front, ein Heraufschrauben der Produktions­leistung und die Ausschreibung von Neuwahlen für das Unterhaus zu fordern '

Wenn Beaoerbrook als Produktionsminifter Erfolg gehabt habe, dann sei dieser lediglich quantitativ, aber keinesfalls qualitativ erreicht, meint der „Observer", der seinem Artikel die bezeichnende Ueberschrift „Ruf nach Taten" gibt und mit „Audax" ein neues Pseudo­nym auszuweisen bat, hinter dem sich wahrscheinlich der frühere Theaterkritiker Jvor Vrawn als neuer Chef­redakteur des Blattes verbirgt. Das Blatt betont, nun schaue das Land auf Churchill, damit er di« no-twen-

wcrfer sowie große Mengen anderer Waffen und Kriegsgerät aller Art erbeutet oder vernichtet. Die blutigen Verluste des Gegners sind schwer. Die Gefan­genen- und Beutezahlen wachsen noch an.

An der Wolchow-Front wurde ein starker feindlicher Angriff gegen einen Brückenkopf abgewiesen. Eine auf dem Westufer des Wolchow gelandete feindliche Kriiste- gruppe wurde vernichtet. Im Finnischen Meerbusen ver­senkten Minensuchboote ein sowjetisches Unterseeboot. Im hohen Norden bombardierten Sturzkampfflugzeuge die Hasenanlagen von Rosta bei Murmansk. Mehrere Brände wurden beobachtet.

In Aegypten wurden erneute britische Angriffe im Raum von El Alamein verlustreich abgewiesen. Ver­bände der deutschen und italienischen Luftwaffe setzten die Zerstörungen britischer Flugstützpunkte aus Malta fort.

An der englischen Südkiiste versenkten leichte Kampf­flugzeuge bei Tage im Hasen Vrixham einen britischen Bewachen? außerdem wurde ein großes Frachtschiff durch Bombentreffer schwer beschädigt."

digen Verbesserungen zum Zwecke des Sieges vornehme. Aber es fei möglich, „daß Churchills Eigenschaften falsch beurteilt worden sind — infolge seiner rednerischen Fähigkeiten". Man habe von Churchill mehr als von irgendeiner anderen Person eine inspirierende Führung und ferner auch eine rücksichtslose Beseitigung der Spinn­gewebe, die am England der Vorkriegszeit hingen, er­wartet, um jetzt feststellen zu müssen, daß diese Spinn­gewebe immer noch da hängen.

Zur Beurteilung der ernsthaften Krise, die hinter die­sen Wortplänkelcien steht, ist es recht interessant, daß Churchill vor der Eeheimdebatte des Unterhauses jetzt den Lordsiegelbewahrer Attlee vorschicken muhte, um das erhebliche Maß von Kritik aufzufangen. Attlee nahm diese Stimmungsmache recht plump vor und stellte den Kurs der Labourpartei direkt ins Fahrwasser der Regierung. „Was er auch immer getan hat, zu Recht oder zu Unrecht, niemand kann den Premier ersetzen", erklärte er in Turnbridge Wells. „Es wurden Versuche unternommen, Churchill vom Parlament zu trennen, um so zu erreickien, daß — wenn irgend etwas schicsaeht — Churchill allein dafür die Beräntwortung übernimmt. Das ist falsch. Seine Kollegen übernehmen zusammen mit ihm die volle Beräntwortung für alles, was ge­schieht." Diese Worte können lediglich als Snmptom der Krise betrachtet werden, die Churchills Politik herbei­führte, da das englische Volk seiner Beredsamkeit verfiel.

Von Usus Zckacksvvalckt

Siebenhundert Jahre deutscher Einfluß haben jenem Land im Osten ein eigenes, unzerstörbares Gepräge ge­geben, in dem der Bolschewismus eine Art General­probe seiner ganz Europa zugedachten Herrschafts­methoden abgehalten hat. Das sowjetische Herrfchafts- experiment haben die Völker der ehemaligen baltischen Staaten mit so unheimlichen Gut- und Älutopfern be­zahlen müssen, daß heute auch die letzten Parteigänger Moskaus bei den Esten, Letten und Litauern restlos und für immer vom Bolschewismus geheilt sind. Nunmehr sind in der Vorstellung der befreiten Ostgebiete Böl- schewist und Jude identische, hassenswerte Objekte, mit denen die spontane Volkswut radikal aufgeräumt hat. Seitdem sind die Soldaten Adolf Hitlers die gefeierten Befreier von einem Schicksal, das dem Ostland den Untergang in der asiatischen Steppensphäre zudachte. Seitdem haben die Völker des Ostlandes erkannt, daß ihre Rettung und ihre Zukunft in der Eingliederung in die europäische Völkergemeinschaft gelegen sind und die deutsche Führung ihnen Leben und Besitz sichert, sie durch loyale Mitarbeit am Wiederaufbau des einst von deutscher Kultur durchtränkten, durch deutsche Tatkraft zu Wohlstand aufgestiegenen Landes eine völkisch­kulturelle Auferstehung in Frieden und Ordnung er­leben läßt, damit sie im Schutze des Eroßdeuiischcn Reiches cZiien nützlichen Beitrag für das neue Europa leisten können. Der deutsche Soldat und der deutsche Hoheitsträger haben dem Ostland die Grundlagen ge­schaffen, von der aus es seine Stellung wider den Bol­schewismus halten und ausbauen und darüber hinaus seinen Anschluß an das europäische Wirtschafts- und Kulturleben vollziehen kann.

Welch Unterschied in der Spanne eines Jahres: In den Tagen vom 13. bis 24. Juni 1941 rollte die Mord- und Verschleppungswelle der Tschekisten durch den bal­tischen Raum, riß 50 000 Letten, 60 000 Esten, 60 000 Litauer in den Tod und bedrohte die Völker des Ost­raumes mit der Vernichtung ihre; gesamten wehrhaften Bevölkerung: allein aus Estland sind 60 v. H. aller Männer zwischen 20 und 45 abgeschlachtet oder auf Nimmerwiedersehen in die Folterkammern Sibiriens ge­steckt worden, aber auch Frauen, Kinder und Greise wurden in Viehwagen gejagt und „in unbekannte Fer­nen abtransportiert, zu Tausenden sind die gemarterten Menschen von den moskowitischen Henkersknechten um­gebracht worden. Und nun trieben die deutschen Sol­daten den jüdisch-bolschewistischen Todfeind aus dem Lande^ gab die deutsche Zivilverwaltung den Bewohnern des Ostlandes das Recht auf Leben und Arbeit und die Aussicht auf Erwerb und Eigentum wieder, ließ sie ihr Brauchtum pflegen, ihre Volkslieder singen, iihre Fah­nen wehen, ihr Trachten tragen und half'ihnen mit Rat und Tat den Anschluß an die neue Lebenslinie zu ge­winnen, in der sich heute das neue Eurnpa formt.

Dankbar und loyal arbeitet die Bevölkerung des Ost­landes unter der deutschen Führung und über die lan- deseigenen Berwalrungen fleißig an'der Erfüllung der Kriegsersordernisse, die vor allem die Sicherung der Er­nährung bezwecken.. Trotz Mangels an landwirtschaft­lichen Maschinen und Gerät, an Bespannung, Kunst- dünger und Saatgut und trotz unzureichender Arbeits­kräfte sind dank dem vorbildlichen Eirkssttz der Frauen die Aecker restlos bestellt. Durchweg stehen die Saaten gut, so daß die Erntsaussichtsn günstig beurteilt werden. Freilich bedarf das Ostland noch jahrelanger intensiver Bewirtschaftung und Schulung, um die Erträge aufzu­bringen, die im Reiche Aecker der gleichen Bodenklasse abwerfen. Die deutschen Landwirtschaftsführer haben schon ein beachtenswertes Aufbauwerk im Ostland voll­bracht, aber sie stehen erst am Beginn. Wenn heute die Anforderungen ganzer Armeen aus dem Ostland befrie­digt werden und die einheimische Bevölkerung bei zwar eingeschränkten, aber doch ausreichenden Rationen ar­beitsfähig und arbeitsfreudig am Werke ist,' so ist das ein Ergebnis einjähriger deutscher Verwaltungspraxis, das der Planung und Tatkraft der deutschen Verwal­tungsstellen und der loyalen Mitarbeit der vorwiegend bäuerlichen Bevölkerung der Ostlande das beste Zeua- nis ausstellt.

Ueberall sind im Ostland Ansätze zu neuem frucht­barem Aufbau festzustellen, sei es im Einsatz des Handwerks, sei es in der Gemüse- und Obstkultur, sei es in der Pferdezllchtung oder in der Schaffung einer Schweinezucht, sei es im Straßenbau und der Äeliorie-

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An der Durchbruchsfront im Südabschnitt werden die Sowjets in breiter Front verfolgt.

Die Schlacht südwestlich von Rschew endete mit der Vernichtung mehrerer Schützen- und Kavallerie- Divisionen sowie einer Panzerbrigade des Feindes? 39 999 Gefangene und große Kriegsbeute wurden eingebracht.

Im finnischen Meerbusen wurde ein sowjetisches Unterseeboot versenkt.

Neue britische Angriffe im Raum von El Alamein konnten abgewiesen werden.

Generaloberst Halber begeht heute sein 49jähriges Militärjubiliium.

Die englische Oesfentlichkeit steht im Zeichen der sowjetischen Niederlagen und der katastrophalen Schisfsverluste.

In Anwesenheit des Gauleiters Wegencr verab­schiedete die Rcichssrauensührcrin in Oldenburg die Gausrauenschaftsleiteri» Clausing und führte die k. Gausraucnschaftskcitcrin Frau Möring in ihr Amt «in. > » '

Vem besten Soldaten Sie besten Waffen!

flnordnung zur Mobilisierung von kisenreserven

^.nkn.: Lcberl

(Siehe unsere Meldung auf Seite 2!)

Berlin, 13. Juli. Zur Sicherstellnng der für die deutsche Rüstung notwendigen Eisenerzeugung hat der Reichsminister für Bewaffnung und Munition mit Zu­stimmung des Führers und im Auftrage des Beauf­tragten für den Vierjahresplan, Reichsmarschall Eö- ring, eine Anordnung erlassen, nach der jede verfüg­bare Menge nicht genutzten Eisens der Verschrottung zuzuführen ist. Dazu gehören insbesondere Alteisen, unbearbeitetes Eisen- und Stahlmaterial in nichtgän- gigen Sorten und Abmessungen, angearbeitetes Eisen- und Stahlmaterial und Guß aus annullierten Aufträ­gen, Fertigteile aus Eisen, Stahl und Guß, die als Ersatzteile von Industrie und Wehrmacht eingelagert wurden, aber durch Typenänderung nicht mehr benötigt werden und schließlich stillgelegte Anlagen unter beson­deren Voraussetzungen.

Gegen Ablieferung solchen Eisens imi> Stahls wird grundsätzlich nur der Schrottwert vergütet, doch können bei «»gearbeitetem Eisen, bei Fertigteilen und bei still­gelegten Anlagen Anträge auf Zusatzentschädigung ge- stell! werdey. Die örtliche und mengenmäßige Ermitt­lung übernimmt die Jndustrieabteilung der zuständigen Wirlschaftskammer,' für die Leitung der Aktion wird vom Präsidenten der Wirtschaftskammer mit Zustim­mung des Gauleiters eine Persönlichkeit bestimmt. Zur Durckjiührung der Aktion ergehen durch den Reichs­minister für Bewaffnung und Munition besondere An­weisungen? die Aktion selbst wird aus Anordnung des Chefs der Reichskanzlei in enger Zusammenarbeit von den Eauwirtschastsberatern und den Eauamtsleitern für Technik unterstützt. Eine weitere tatkräftige Unter-, stützung der Gesamtaktion wird durch besondere Anord­nung des Reichsführers von der Ordnnngspolizei veranlaßt werden.

Weitere Vorschriften der Anordnung, die mit dem Tage ihrer Verkllndung in Kraft tritt, betreffen den Transport an die Abgabestellen und von dort zu den Schrottsammellagern, ferner die Zerkleinerung des Ma­terials und den Abtransport aus den Sammellagern an die Eisenbeschaffende und Gießereiindustrie. Ferner ist festgesetzt worden, daß im Raume Essen und Glei- witz je ein Sonderlager zur Unterstützung des Kohlen-' bergbaues aus dem Material gebildet wird, das sich für'kurzfristige Wiederverwendung im Bergbau eignet.

Vor Durchführung'der Gesamtaktion von Eisenreser- vcn, durch die alle vorhandenen Schrottmengen der Neu-

verhüttung zugeführt und damit im Interesse des deut­schen Rüstungspotentials der Wirtschaft wieder zür Ver­fügung gestellt werden sollen, erläßt der Reichsminister für Bewaffnung und Munition. Speer, folgenden

flufruf an den deutschen Betriebssichrer

„Dein besten Soldaten die besten Waffen!

An dieser Forderung des Führers arbeitet die deutsche Rüstungsindustrie, um den unvergleichlichen Leistungen der Front eine ebenbürtige Leistung der Heimat gegen­überzustellen.

Die vom Führer geforderte Rationalisierung und Leistungssteigerung hat überragende Ergebnisse gezeitigt, die es ermöglichen, die Produktion auf allen Gebieten der Rüstung zu erhöhen. Damit wachsen nun auch die Anforderungen an Stahl.

Um der deutschen Rüstungsindustrie auch in Zukunft den Stahl geben zu können, die sie für eine Produktions- steigerung benötigt, habe ich dem Führer vorgeschlagen, durch eine umfassende Schrott-Aktion der deutschen Eisen­erzeugung eine Reserve zu schaffen, die es ermöglichen soll, die notwendige Mehrforderung sicherzustellen.

Mit Zustimmung des Führers und im Austrage des Reichsmarschalls habe ich die „Anordnnng zur Mobili­sierung von Eiscnreserven" erlassen. Ich habe darin die Entscheidung, welche Mengen der Verschrottung und da­mit der Mehrerzeugunq an Stahl für die Rüstung zuqe- führt werden sollen, in die Hand des deutschen Ve- triebsfnhrers gelegt.

Ich erwarte, daß das Vertrauen, das der Führer der deutschen Industrie mit seiner Anweisung über die Selbstocrantwortung und Mitbestimmung bewiesen hat, mit einer ernsthaften Prüfung dieses Appells beant­wortet wird. Finanzielle Gesichtspunkte und Rücksicht­nahmen aus eine Friedenssertigung müssen unter allen Umständen zurückgestellt werden. Die Entscheidung darf ausschließlich von der Ueberlcgung bestimmt werden, daß mit jeder Tonne Stahl unseren Soldaten mehr und noch bessere Waffen in die Hand gegeben werden.

Den deutschen Arbeiter und den deutschen Techniker fordere,ich auf, dieser Aktion durch zusätzlichen Arbeits­einsatz in der Freizeit zum Erfolg zu verhelfen.

Gelegentlich meiner Besuche in den Betrieben werde ich mich davon überzeugen, daß mein Appell eine unserer Zeit würdige Antwort gefunden hat".

thurchttl braucht Slimmungsmacher zur Selzeimdebatte

verschärfte Kritik der englischen presse — „tkurchitts kigenschaften falsch beurteilt"