Ausgabe 
(12.7.1942) Nr. 189
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtlichcs Nerkündungsblatt des Neichsstatttiallers in oidenburg und vremen

Nr. 1SS / 12. Mrgang

Sonntag, 12. Zuli 1942

kinzelpreis 15 Pips.

0er vernichtende Schlag westlich des Von

Im Verlauf der neuen stngriffsoperalionen bkslzer fast so oov volschewisten gefangen / über Ivoo

Sowjelpanrer und über ISVV Seschütze erbeutet oder vernichtet / 540 ?lug;euge abgeschossen

Nastlose Verfolgung des Feindes

? kigener erkolgreicker öegenangrist im kaum von 0rel

Ver Siegesmarsch im Osten

Lähmendes entsetzen im Lager der Verbündeten Stalins

Aus dem Führerhauptquartier, den 11. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Wie durch Sondermeldung bekannt­gegeben, haben deutsche und verbündete Truppen, hervorragend unterstützt durch die Luftwaffe, im Verlaufe der Angriffsoperationen westlich des Don vom 28. Juni bis 9. Juli den Feind vernichtend ge­schlagen. Nach der Einnahme von Woronesch am 7. Juli wurde südlich davon der Don in einer Breite von 35V Kilometer erreicht und mehrere Brückenköpfe über den Flutz gewonnen. Zwischen dieser Front am Don und den früher bedrohten, jetzt 3VV Kilometer rückwärts gelegenen Städten Charkow und Kursk befindet sich kein nennens­werter Feind mehr. Nach bisherigen Meldungen wurden im Verlauf dieser Kämpfe

88 889 Gefangene eingebracht, 1VV7 Panzer und 1888 Geschütze sowie eine unübersehbare Menge anderer Waffen und Kriegsgeräte aller Art erbeutet oder vernichtet. 54V Flugzeuge wurden abgeschossen.

Die Gefangenen- und Beutezahlen wachsen stän­dig. Die bei der Abwehr feindlicher Angriffe im Raum nördlich und nordwestlich Orel vernichteten 39V Panzer sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Die rastlose Verfolgung des Feindes wird fortgesetzt.

Die Luftwaffe belegte bei Tage Hascnanlagen an der KaukasiiskUste und am Asowfchen Meer mit Bomben and fetzte ihre vernichtenden Angriffe auf zurückgehende feind­liche Kolonnen, Flußiibcrgänge und Nachschubverbin­dungen fort.

Nördlich und nordwestlich Orel griff der Feind nach den hohen Verlusten der letzten Tage nur mit schwä­cheren Kräften an. Die Angriffe wurden abgeschlagen. Eigene Gegenangriffe waren erfolgreich. Die im Raum südwestlich Rschew eingeschlossenen feindlichen Kräfte wurden weiter zusammengedrängt. Ihre Widerstands­kraft ist im wesentlichen gebrochen. Ausbruchsversuche einzelner feindlicher Gruppen blieben erfolglos. An der Wolckww-Front scheiterten von Panzern unterstützte ört­liche Angriffe der Sowjets zum Teil in erbittertem Nah- kampf. Einzelne Einbrüche wurden im Gegenstoß berei­nigt und hierbei 19 feindliche Panzer abgeschossen. Schwerste Artillerie des Heeres beschoß mit guter Wir­kung kriegswichtige Anlagen in Leningrad.

Im Finnischen Meerbusen vereitelten Verbände der finnischen Wehrmacht in zweitägigen schweren Kämpfen einen feindlichen Angriff auf die Insel Someri. Am diesem Erfolg haben leichte deutsche Scestreitkräfte Air- teil. Sie vertrieben im Artilleriegefecht sowjetische Ar­tillerieträger und Transporter, setzten Stoßtrupps ans Land und machten eine- Anzahl von Gefangenen. Im hohen Norden bombardierte die Luftwaffe feindliche In­fanterie» und Artillerie-Stellungen aus der Fischer-

Neue Mtterkreuircügee

Berlin, 11. Juli. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Hauptmann Kiehl, deutsches Asrikakorps, Hauptmann E w e r t, deutsches Asrikakorps, Hauptmann V r a e n d l e, Gruppenkom- mandcur in einem Jagdgeschwader und Oberleutnant Franz Zints, Vataillonsführcr in einem Eebirgs- Jäger-Rcgiment.

Halbinsel. 2m Nordmecr wurden zwei feindliche Hän- delsschisse mit zusammen 13 OVO BRT., ein Zerstörer und ein Vewacher durch Vombenvolltreffcr vernichtet. Außer­dem versenkte die Luftwaffe in der Kola-Bucht ein feindliches Handelsschisf von 8000 BRT. Die Sowjet- Luftwaffe verlor am gestrigen Tage 94 Flugzeuge; sieben eigene Flugzeuge werden vermißt.

In Aegqpten sind heftige Kämpfe im Raum von EI Alamein im Gange. Starke britische Angriffe gegen die Mitte und den Nordteil der deutsch-italienischen Front wurden abgewiesen. Im SUdabschnitt wurde der Feind durch einen überraschende» Angriff deutscher und italie­nischer Truppen zurückgeworfen. Starke Luftstreitkräfte unterstützten die Operationen aus der ganzen Front, griffen Materiallager und Kraftsahrzeugansammlungen an und schössen in Lüftkämpscn 33 britische Flugzeuge ab. Luftangriffe aus Flugplätze der Insel Malta riefen erneute Zerstörungen hervor. Begleitende Jäger schössen 12 britische Flugzeuge ab. — In der Zeit vom 27. Juni bis 9. Juli verlor die britische Luftwaffe 223 Flugzeuge; davon wurden 27 durch Einheiten der deutschen Kriegs­marine abgeschossen. Während der gleichen Zeit gingen im Kamps gegen Großbritannien 84 eigene Flugzeuge verloren."

ckr. v. Berlin, 11, Juli. Wiederum klang die Ost­fanfare auf, um Sieg zu künden und gleichzeitig die Nebelschleier zu zerbissen, hinter denen der gegnerische Nachrichtendienst die tatsächlichen Ereignisse bis zuletzt zu verhüllen bestrebt war. Der Erfolg des ersten Ab­schnittes der Operationen im Süden der Ostfront ist jetzt in seinem ganzen Ausmaß zu über­schauen. Der Don auf einer Frontbreite von 350 Kilometer erreicht. Die stratxgische Bedeutung dieser Tatsache kann nicht mehr übersehen werden. Wenn dieser Tage von neutraler Seite gesagt wurde, daß dies der wahre Blitzkrieg sei,, so findet das wirklich in den Tatsachen die denkbar eindrucksvollste Bestäti­gung, die wir aus der Sondermeldung am Sonnabend- mittag entnehmen können.

. Schon wenige Tage nach dem Beginn des Angriffs Ende Juni war ein Operationskeil etwa 250-Kilometer tief durch/die ersten sowjetischen Vcrteidigungsstellüngen hindurchgetrieben worden. Unsere Truppen hatten in dem Viereck zwischen der Linie Kursk — Charkow und dem Don ein mehrere Kilometer tief gestaffeltes Verteidigungssystem von Felsbefesti? gungen und schachbrettartig angelegten Stützpunkten zu überwinden, voll denen aus der Angreifer frontal und

Unermüdlich am geschlagenen seind

Anstauungen feindlicher Gruppen auf den Niickrugsstrasten am Von

Berlin, 11. Fnli. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, wurde im Südabschnitt der Ost­front die rastlose Verfolgung des vernichtend geschla­genen Feindes durch die deutschen und verbündeten Truppen weiter fortgesetzt. Durch die unermüdliche Ver­folgung des zurückflutenden Feindes entstanden auf den Rückzugsstrahen Anstauungen von Truppen und Kolon­nen, die von schnellen Verbänden, dichtaüsfolgender In­fanterie und Luftwaffe erfaßt und vernichtet wurden. Auch hierdurch wachsen die Beutezahlen noch ständig an. Lurch dad harte Zuschlagen der deutschen und verbünde­ten Truppen, die von Panzern, Flakartillerie und Luft- wassenverbänden unterstützt wurden, zerbrach der feind­liche Widerstand völlig. Nur an einzelnen Stellen, ins­besondere an Flnßübergängcn, lieferte der Feind ver­gebliche Nachhntgefechte, um Zeit zum Rückzug zu ge­winnen. Die sich am Westufcr des Don aufstauenden Truppen und Kolonnen wurden durch die bei Tag und Nacht wiederholten Angriffe deutscher Kampf- und Sturzkampfflugzeuge zerschlagen und von den deutschen Heereseinheiten gefangengenommen. Auch der Kampf der über den Don vorgedrungenen und Brückenköpfe bil­denden deutschen Truppen wurde von der Luftwaffe durch wirksame Bombenangriffe auf die vorbereiteten Auffangsstellungen uyd herangeführte Reserven wirksam unterstützt. i

Im Raume nordwestlich Woronesch setzten die Bolsche- wisten ihre mit Infanterie und Panzern geführten Ent­lastungsangriffe auch am 10, 7. fort. In harten Kämp­fen und teilweise in Gegenstößen wurden die feindlichen Angriffe unter hohen Verlusten an Menschen und Ma­terial abgeschlagen, - wobei insbesondere die Panzer- verluste der Bolschewisten wiederum sehr schwer waren. Eine Zusammenfassung der feindlichen Panzcrverluste während der 12tägigen Angriffsoptrationhn im südlichen Abschnitt der Ostsrönt unter Berücksichtigung der in den letzten Tagen gemeldeten Vernichtung feindlicher Pan­zerkampswagen im mittleren und nördlichen Abschnitt der Ostfront ergibt den für den Feind unersetzbaren Ge- iamlvcrlust von rund 1500 Panzerkampfwagen während der letzten Kampfhandlungen.

Die deutsche Luftwaffe griff nicht nur immer wieder in rollenden Einsätzen in die Kämpfe des Heeres ein, sondern bekämpfte auch den feindlichen Nachschubverkehr im frontalen und rückwärtigen feindlichen Gebiet. Hun­derte von Kraftfahrzeugen und zahlreiche Transport- züge blieben vernichtet oder schwer beschädigt liegen. Die Angriffe der Kampf-, Sturzkampf- und Zerstörer­flugzeuge wurden durch'die deutschen Jäger geschützt, die zusammen mit der Flakartillerie in der Zeit vom 28. 6. bis 9. 7. über dem Kampfabschnitt am Don 540 feind­liche Flugzeuge abschössen. Durch die Beherrschung des Luftraumes schuf die Luftwaffe eine der wichtigsten Vor­aussetzungen für den erfolgreichen Angrifssstoß der deut­schen und verbündeten Truppen bis zum Don und dar­über hinaus.

8ckneiäi868 klsrinestoMruppuilierneknien Auf der Insel Someri hatten Sowjetlandetruppen Fuß gefaßt und standen im Kampf gegen die finnische Besatzung. Leichte deutsche Scestreitkräfte gerieten mit dem Auftrag, weitere Feindlandungen zu verhindern, in der . Nacht zum 9. Juli in ein Gesecht mit feindlichen Seestreitkräften, zu denen der Monitor „Mos­kau", Eeleitboote, -Kanonenboote und Schnellboote ge­hörten. In einer Eesechtspause entschloß sich der Kom­mandant eines der deutschen Boote, Oberleutnant zur See Lützyw, aus der Besatzung gebildete Stoßtrupps an Land zu setzen, um der finnischen Jnselbesatzung Verstär­kung und Munition zu bringen. Unter Führung des Leutnants zur See Dickhaut und des Obersteuermannes Möker griffen die deutschen Seeleute in dem zerklüfteten Felsengelände der Insel die feindlichen Stellungen an, die gleichzeitig von See aus unter Artilleriefeuer ge­nommen wurden. So wurde der Widerstand gebrochen, und die Stoßtrupps nahmen 78 Mann, darunter 4 Offi­ziere, gefangen, die an Bord der Boote gebracht wur­den. Kaum war die Uebernahme der Gefangenen been­det, als die deutschen Boote von Sowjetschnellbootcn an­gegriffen wurden. Es entspann sich ein heftiger Kampf, in dessen Verlauf mehrere Sowjetschnellboote durch Ar­tilleriefeuer stark beschädigt und . zum Teil vernichtet wurden.

flankierend unter Feuer genommen werden konnte. Da­hinter lagen Dörfer, die -als „Rundum-Befestignngen" ausgebaut waren, und Auffangstellungen für die In­fanterie. Die Sowjets hatten monatelang Zeit gehabt, um dieses Verteidigungssystem anzulegen. Es wurde von unseren Truppen zum Teil schon an einem einzigen Tage durchbrochen. Die Sowjets setzten auch ihre stärk­sten Panzer, die sie selbst als „Schlachtschiffe des Landkrieges" bezeichneten, zur Abwehr ein. Ihnen gegenüber kam, wie sich aus den Abschußziffern, vor allem auch bei der Abwehr der Angriffe im Raume von Orel zeigt, die durchschlagende Kraft unserer töd­lichen Panzerabwehr besonders zur Geltung. Allem, was der Gegner unserem Angriff, entgegenstellen konnte, zum Trotz, konnte der Vormarsch unserer Truppen noch nicht zwei Wochen nach dem Tage, an dem sie angetre­ten sind, auf einer Breite von 350 Kilometer bis an die strategisch überragend wichtige Don-Stellung und- darüber hinaus vorgetragen werden.

Wir haben Lei der Betrachtung der Operationen in dem weiträumigen Osten die früher an den Vegriif des Blitzkrieges angelegten Maßstäbe etwas verloren. Wenn man aber einmal das Viereck im Raume von Kursk- Charkow und Don auf die Landkarte von Westeuropa überträgt, so gelangt man zu der Feststellung, daß es dem Raume von ganz Holland, Belgien und Nordfrank­reich bis zur Ms'we-Oise-Stellimg, dem Ausgangspunkt der Schlacht um Frankreich vier Wochen nach dem Be­ginn des Westkrieges entspricht. Von. Kursk bis über den Don haben unsere Truppen im Osten jetzt nur zehn Tage und bis zur Bewältigung des ganzen-' Raumes zwischen Charkow und dem Don auf dreihundertfünfzig Kilometer breiter Front nur zwölf Tage benötigt. Diese schnelle und gewaltige räumliche Ausweitung des von uns militärisch beherrschten Gebietes übertrifft somit in der Tat die in der gleichen Zeit' erfolgte Ausdehnung des Vorma'rschgebietes sowohl im Polenfeldzug als auch im Westen. >

Wenn die Gefangenenzahl nicht an diejenigen der großen Vernichtungsschlachten des vergangenen Jabres und auch noch nicht an die Ziffern der. bisherigen An- griffsopcratjonen dieses Jahres auf der Krim und im Raum von Charkow heranreicht, so ist das zweifellos schon inn Zusammenhang mit der. Neuen Parole Timo- schenkos zu bringen, die es seinen Kommandeuren zur Pflicht macht, die eilige Flucht dem stüren Aushalten auf die Gefahr der Vernichtung vorzuziehen. Di« große Zahl der erbeuteten oder vernichteten Panzer und Ge­schütze dagegen läßt erkennen, daß die Sowjets sich mit dieser Methode der geordneten elastischen Verteidigung noch keineswegs zurechtfinden konnten und daß der Rück­zug aus dem ganzen Raum zwischen der Linie Kursk— Charkow und dem Don zum Teil in regellose Flucht ausgeartet ist.

Um sich ein Bild von den strategischen Auswirkungs­möglichkeiten des bisher erzielten Erfolges zu machen, braucht man nur davon auszugehen, daß der Raum von Orel noch im Zeichen allerdings bereits schwächer ge­wordener sowjetischer Flankenangriffe steht, um unge­fähr berechnen zu können, wie weit nach Süden der Don erreicht und zum Teil schon überschritten wurde. Jeden­falls reicht der Vormarsch über das große Don-Knie 200 Kilometer südlich von Woronesch bereits in den großen Don-Vogen hinein. Die Eisenbahnlinie von Moskau nach Rostow ist auf einer erheblichen Strecke überschritten. Diese Lebensader, die von Zcntral- rußland nach dem Süden führt und die wesentliche Ver­bindung der nördlich und südlich des deutschen Durch­bruchs kämpsenden sowjetischen Armeen darstellt, ist jedenfalls jetzt vollkommen ausgeschaltet. Ein Blick auf die Karte läßt auch erkennen, daß die Spitzen der An- griffskeile am Don bereits erheblich weiter nach Osten gedrungen sind als die Front der weiter südlich .noch Widerstand leistenden gegnerischen Verbände im östlichen Donezbecken verläuft. So rundet sich das^Bild eines

Londoner Sestimdnis: Schiffahrtslage sehr ernst

„Ver Kampf erstreckt stch über alle Weltmeere" — Sie Lehren der großen 6eleit;ugkatastrophe

Stackholm, ll. Juli. Die Londoner „Times" ver­öffentlicht am Sonnabend ein.cn anscheinend auf höhere Weisung geschriebenen Leitartikel über die Schifsahrts- frage, der osscnsichtlich der wachsenden Unruhe des eng­lischen Volkes über die gewaltigen Schiffsverlustc ent­gegenwirken soll. Indem Churchill nun gewisse Ein­geständnisse macht, die allerdings bereits bemerkenswert genug sind, versucht er mit diesem verzweifelten Mit­tel. sich wenigstens von einer genauen Zahlenangabe zu drücken. Die Entscheidung der Regierung, die Debatte über die Schisfahrtssrage in geheimer Sitzung zu halten, so heißt es einleitend, muffe als richtig angenommen werden, denn wenn die Minister in einer offenen De­batte über die ausschlaggebenden Fragen die Mengen, die Gelegenheiten und die Ursachen der britischen Cchijssverluite verhandeln würden, müßten sie notwen­digerweise den Feinden „wichtige Informationen lie­fern".

„Wir sind", erklärt die „Times" dann wörtlich, „in diesen Krieg mit bedeutend weniger Schissen eingetre­ten, als wir l9l4 besahen, während die an sie gestellten Anforderungen gewachsen sind. Alle die ni unserer Nähe gelegenen Länder, von denen wir damals Lebens­mittel und Rohmaterial erhalten haben, befinde« sich

jetzt in der Hand unserer Feinde, und unsere Schisse müssen mehrwöchige Reisen unternehmen, um uns alle die notwendigen Sachen zu bringen, die wir damals beinahe direkt vor unserer Tür sindcn konnten. Hinzu kommt, daß die fortschreitende Mechanisierung eine Ver­mehrung der Ausrüstungen mit sich bringt, die über ungeheure Entfernungen befördert werden muffen zu unseren Heeren, die aus entfernten Kriegsschauplätzen kämpfen. Italien, Japan und Frankreich waren damals unsere Verbündeten. Das Mittelmcer war damals ein ziemlich sicherer Verbindungsweg und der Pazisische und Indische Ozean wurden nur gelegentlich durch an­greifende Schiffe gestört. Jetzt sind alle drei Meere Gefahrzonen. Damals wurde unsere Schiffahrt nur von U-Booten und wenigen feindlichen Ueberwasfer- jtreitkräften bedroht. Diese haben jetzt eine gewaltige Verstärkung erhalten durch die Flugzeuge, die Erkun- dungsdicnste für die U-Boote leisten, und Schiffe durch direkten Angriff versenken. Es ist daher nicht zu ver­wundern", so meint die Times", „daß unsere Verluste schwer sind und daß die Schifsahrtslage gegen Ende des dritten Kriegsjabrcs sehr ernst geworden ist. Der Kamps erstreckt sich über alle Weltmeere unter immer wechselnden Bedingunoen und mit immer verschiedenen Methoden."

Es bleibt abzuwarten, ob das britische Volk sich mit diesem bewegten Klagelied, in dem nun auch aus engli­schem Munde all das gesagt wird, was wir über die Nöte der britischen Schiffahrt seit langem wissen, ab-, speisen läßt und der Totengräber des Empire seine Schublade weiter geschloffen halten kann.

Berlin, 11. Juli. Die Vernichtung des großen Geleit- zuges der Alliierten zerschlägt alle Berechnungen und Hoffnungen, die man sich auf alliierter Seite über die Möglichkeiten der Kriegsmaterialversorgung Sowjet- rußlands auf der Arktisroute gemacht hat. Sie zerschlägt den Bolschewisten zugleich auch das Ergebnis ihrer jahr­zehntelangen mühevollen Vorbereitungen für den Krieg gegen Europa, zu denen gehören: der Bau des Stalin- Kanals, der Eisenbahnen nach Murmansk und Archan­gelsk, die kostspieligen Forschungsexpcditionen zur Unter­suchung der Eisverhältnisse in der Arktis, die An­schaffung der stärksten Eisbrecher 'der Welt und ihre Stationierung an der Eismeerkllste. Alle diese Anstren­gungen der Bolschewisten sind hinfällig und wertlos geworden, nachdem die in Nordnorwegen und Finnland stationierten See- und Luftstreitkräfte Deutschlands und seiner Verbündeten bewiesen haben, daß der arktische Raum unter der Kontrolle der Achsenmächte steht.

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Bei dem vernichtenden Schlag gegen die Sowjets westlich des Don wurden bisher 88 889 Gefangene eingebracht sowie 1007 Panzer und 1888 Geschütze erbeutet oder vernichtet; 540 Flugzeuge wurden ab­geschossen.

Die Widerstandskraft -er im Raume von Rschew eingeschlossenen Sowjcttruppcn ist im wesentlichen gebrochen.

Deutsche Gegenangriffe im Raume von Orel waren erfolgreich.

Im Gebiet um El Alamein sind weiterhin heftige Kämpfe im Gange.

Die „Times" bequemte sich zu einem Teilgestöndnis über die Katastrophe in der Versorgungsschiffahrt der Alliierten.

Die Japaner marschieren auf die wichtige chinesische Stadt Wentschau zu.

Die I. G. Farbcnindustrie A-E erhöht ihr Kapital. Der Reichsbcamtcnsübrer erläßt an die deutsche Be. amtenschast einen Aufruf zur Mithilfe beim Ein. bringen der Ernte.

180 Mädclsührerinncn des Gebietes Nordsee wurden zur Teilnahme am praktischen Einsatz im Osten ver­abschiedet.