Ausgabe 
(11.7.1942) Nr. 188
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden vllrgermeisters der Zrcien Hansestadt vremen

Anzeigen -G rundpreise: Anzeigenpreise und Auf­nahmebedingungen laut Preisliste. Aufnahmetermine ohne Verbindlich­keit. Geschäftsstellen: Bre­men: Geeren 6 / 8 , Ruf: 219 31, Nachtruf und sonntags 2 47 65, Obernstraße 86 , Ruf: 219 31z Syke: Mühlendamm 2, Bremen- Hemelingen: Äahnhofstraße 6 , Ecke Poststraße, Ruf: 4 3458, Bremen- Vegesack, Nohrstraße 24» Ruf: 4 u. 8 ? Vremen-Vlumonthal: Kapk.- Oallmann-Str. 41/43, Ruf: 88 u. 89

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkünduntzsblatt des Neichsstattisaliers in Oldenburg und vremen

Nr. 1SS , 12. Jahrgang

Sonnabend, 11. Juli 1942

kinzelpreis 15 Npf.

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fllarmsignale in London und Voslnnaton

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ttiirrchills slucht lzinter verschlossene lüren / Noosevelt und die sldmlrale

- Drabtbericht unserer Berliner Schriftlcituna aws, ckr. v. aed. Berlin, 16. Juli. Auf die Nachsicht von Ls der Katastrophe des britisch-amerikanischen Geleitzuges iz„.: im Eismeer hin hat man im Weißen Haus in Wafhing- r ton die Köpfe zusammengesteckt, um einen Aupweg aus ^ der verzweifelten Lage zu suchen. Roosevelt lieh den ^Oberbefehlshaber seiner Flotte, Admiral King, den Chef der britischen Flottenmission, Sir Cunning- >^, Hain, und den Leih-" und Pachtdireltor Hopkins zu ^ ° sich kommen,, um sich mit ihnen über das Thema , ^ der Eeleitzugunternehiuungen nach den europäischen H,, Kriegsschauplätzen zu unterhalten. Gleichzeitig teilte in» ^'pps im englischen Unterhaus den Beschluß der Re­nas »gierung mit, datz die beide» nächsten Sitzungen des Par- laments hinter verschlossene» Türen stattfinden und der < Erörterungen der Schisssraumsrage dienen sollen. Die t beiden Tatsachen von Washington und London stellen M das Zentratproblem der gegnerischen Kriegsnot in eine- noch einmal verstärkte grelle Rampenbelenchtung. lj», Die englische Öffentlichkeit ist. wie auch der Sender ' London zugeben muh, über den Beschluß der Regierung L« arg enttäuscht. Nach den vorausgegangenen Andeutungen im hatte man allgemein mit einer öffentlichen Sitzung ge- nm. rechnet, die etwas beruhigend auf die höchste Alarrn- iin§7 siimmung einwirken sollte. Wie groß die Enttäuschung M ist, geht aus der Feststellung der „Times" hervor, die >rdi'-' den Unterhausmitgliedern, die die Eeheimdebatte ab- M lehnen, das Recht zuspricht, gegen die Regierustgserklä- ^5 rpng zu stimmen. Es werden sogar nach diesem Londoner im- Blatt Stimmen laut, die dafür eintreten, die Eeheim- Dkii-' debatte zu Loykottieren. Der politische Korrespondent des »eck' „News Lhronicle" hält es weiter für nicht ausgeschlossen,, haß die Labourparty formell gegen den Regierungsent­scheid betreffend die Eeheimdebatte protestieren werde, ock Nach allem, was die amtlichen Stellen in der englischen n i, und in der nordamerikanischen Hauptstadt in der letzten W Zeit unter dem Zwang der Ereignisse und ihrer Wir- Mtz- kungen zugeben,mußten, kann sich kein Mensch im Feind- H»U lager mehr der Erkenntnis entziehen, daß der Verlauf kH .der ,,Schlacht aller Schlachten" in ein höchst-kritisches if- ,

Stadium getreten ist und die Gefahr besteht, daß auch unabhängig von ddr Entwicklung der Kämpfe in Aegyp- ten sind an der Ostfront der Krieg von den Gegnern -der Dkeierpaktmächte verloren werden kann und verloren werden muß, wenn die Entwicklung im Kampf gegen die Versorgungslinien und Verbindungswege Großbri­tanniens, der' Vereinigten Staaten, der Sowjetunion und Tschungking-Ehinas so fortschreitet wie bisher.

Die restlose Zerschmetterung ' des britsch-amerikani- schen Geleitzuges im Eismeer, die die Katastrophe in den letzten Maitagen in ihrem Ausmaß um das dop­pelte übertrifft, muß zu der Folgerung führen, daß die Sowjets heute ebenso von der Außenwelt und von der britisch-amerikanischen Materialzufuhr abgeschlossen sind wie Tschungking-Lhina seit der Besetzung der Burma- Straße und der vollkommenen Abriegelung Tschuna- kings-vom Chinesischen, Meer durch die Japaner. Unab­hängig von der jetzt erniut nachgewiesenen Möglichkeit, die einzige noch ernsthaft in Frage kommende Zufahrt­straße nach der Sowjetunion zu sperren, liegen maß­gebliche britische und amerikanische Eingeständnisse vor, nach' denen der verfügbare Schiffsraum kaum noch. aus­reicht, um den laufenden Nachschub für die 'bereits be­stehenden eigenen Fronten zu sichern, wobei in erster Linie an Aegypten und an Indien gedacht sein dürfte.

Allen Prahlereien Churchills und Roosevelts zum Trotz, die sich stark gemacht hatten, mit den deutschen Unterseebooten, mit diesem „Wolfspack der Meere", bald gründlich fertig zu werden, nimmt von dieser Seite der Kriegführung her die Katastrophengesahr für die Geg­ner eine immer drohendere Gestalt ay. Trotz Ostfront und trotz Aegypten stellt der Londoner Rundfunk fest, daß die Frage nach dem Schiffsraum aus den entschei­denden Punkt der anglo-amerikanischen Strategie hin­

weise, zumal die britische Regierung nicht mehr leugne, daß der Feind die Schiffe schneller versenke als sie ge­baut werden könnten. Diese Erkenntnis, die den so oft wiederholten Lügen und Prahlereien Churchills knal­lend ins Gesicht schlägt, ist heute schon zum Gemeingut jedes Mannes aus der Straße in England und in den Vereinigten Staaten geworden. Der dauernde Vor- sprung der Versenkungszifsern gegenüber den Neubau­ten wird auch von der englischen Regierung nicht mehr bestritten, sie braucht im Gegenteil diesen Hinweis aus den Ernst der Lage, um die Forderung nach neuen ein­schneidenden Opfern zu rechtfertigen, auf die sie die Öffentlichkeit vorbereiten muß. Sie weigert sich aber nach wie vor, dem englischen Volke erb zahlenmäßig kla­res Bild der ernsten Lage zu geben, nach dem immer weitere Kreise mit ungestümer Dringlichkeit verlangen, um einigermaßen eine Vorstellung davon zu gewinnen, in welchem Tempo bei Fortdauer der gegenwärtigen Entwicklung sich.der absolute Katastrophenpunkt nähern muß.

Die eine Seite der Bilanz liegt ziemlich offen vor der ganzen Welt. Sie kann sich im wesentlichen auf die amt-' lachen deutschen Versenkungsziffern stützen. Ihre Zuver­lässigkeit w-ird heute auch vom Gegner nicht mehr be­stritten, nachdem auf Grund von Indiskretionen aus einer früheren Gehet msitzung in Westminster und von offiziösen amerikanischen Angaben feststeht, daß di e. tatsächlichen Schiffsverlustenoch erheb­lich über den Zahlen liegen, die auf Grund un­serer einwandfreien Beobachtungen mitgeteilt werden können. Eben erst hat die „Daily Mail" festgestellt, daß die durchschnittliche Versenkungsziffer in den,ersten sechs Monaten dieses Jahres eine Million Tonnen betragen (Fortsetzung auf Seite 2s

Verfolgung im Südabschnitt fortgesetzt

In breiter front... — bisher zgo sowjetische panier in den kämpfen von 0rel vernichtet

kin letzter Stoß im kismeer

^ kin Nutzmesblatt in der Seschichte M Mdenburgifcher Infanterie

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^ x " Oldenburg, 16. Juli. Die Erstürmung . des 7 H, Festungswerkes „Stalin", einer der stärksten bolsche- 'gz' «istischen Befestigungsanlagen vor Sewastopol, wird mit dem Namen des Ritterkreuzträgers Hauptmann A-.Hermann Schrader stets verbunden bleiben.

Er hat durch seinen heldenmütigen Einsatz den Weg ^ ' zu dieser - wasscnstarrenden ..'Festung erkämpft. Mit fetnen o Id end u r g is ch e n ,*2 n fant er i st en war ^ er als Stoßtrupp angesetzt,../Hauptmann Schrader war es durch geschickte Führung seines Bataillons gelungen, vom Feind unbemerkt an _die befestigte Höhe heran- <.1. zukommen. Während au-f den benachbarten Festungs- werken die Feuerglocke der unermüdlich feuernden deut- , Fischen Artillerie lag, drang Hanptmann Schrader seinen Infanteristen voran als erster Soldat seines B a t a i l l o n s., in die vordersten Gräben des Vertridi- s. gungssystems ein und beteiltgte-sich selbst an dem harten Kampf Mann gegen Mann, der um jedes vom Feind i besetzte Erdloch vor dem feindlichen Vefestigungswerk entbrannte. Zu gleicher Zeit hatte ein weiteres Jnfanteriebataillon «inen Ähnlichen Einbruch erzielt. ( Das gesamte. Angriffsnnternehmen, an dessen Planung sli-s und Vorbereitung Hauptmann Schröder hervorragenden »« Anteil hatte,'war zum größten Teil geglückt. Als E Hauptmann Schrader vor dem letzten entscheidenden Stoß sein Bataillon noch einmal neu ordnete, wurde er in der vordersten Linie durch ein feindliches Geschoß 7, schwer verwundet. Auf dem Hauptverbandsplatz fand das mutige Soldatenleben wenige Stunden spätex sein gx vorzeitiges Ende. . .

ei Seine Infanteristen aber, die mit ihm aus der Krsm >a» manches Bollwerk der Bolschewisten genommen.hatten, W vollendeten seinen.Plan und stürmten noch am selben >A Abend das Festungswerk „Stalin", das ihr Hauptmann A durch seine überlegene Führung sturmreif gemacht hatte.

Aus dem Führer Hauptquartier. 16. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Südabschnitt der Ostfront wird die Verfolgung des wei­chenden Feindes durch die deutschen und verbündeten Truppen aus breiter Front fortgesetzt. Oertlicher Wider­stand wurde gebrochen. Bon Panzern unterstützte Ent­lastungsangrisse des Gegners nordwestlich Woronesch brachen unter hohen Verlusten zusammen. Starke Kamps­und Schlachtfliegerverbände unterstützten die Abwehr der feindlichen Entlastungsangriffe und bekämpften mit großem Erfolg die zurückflutenden sowjetischen Kolonnen, die sich an einzelnen zerstörten llebergängen zu großen Ansammlungen stanken. Nördlich und nordwestlich Orel wiederholte der Feind feine Angriffe mit starken In­fanterie- und Panzekkräften. Sie wurden in harten .Kämpfen abgewiesen, örtliche Einbrüche abgeriegelt und iiü Gegenstoß bereinigt. Die Zahl der im erfolgreichen Zusammenwirken von Heer und Luftwaffe in diesen Kämpfen vernichteten Panzer, hat sich auf 396 erhöht. Im rückwärtigen Gebiet südwestlich Rschew scheiterten Ausbruchsversuche der eingeschlossenen Sowjetkräfte, Durch Jäger und Flakartillerie wurden am gestrigen Tage 78 sowjetische Flugzeuge , abgeschossen, fünf eigene Flugzeuge sind nicht zurückgekehrt.

Die Reste des englisch-amerikanischen Großgeleitzuges im Rordmeer wurden gestern nochmals durch Kampf­flieger und Unterseeboote erfaßt und angegriffen. Von dem Geleit, das noch aus drei Dampfern mit drei Zer­störern und zwei Bewuchern bestand, wurden sämtliche Dampfer versenkt, davon zwei durrq Unterseeboote.

Die Luftangriffe auf die Flugstützpunkte der Insel Malta wurden bei Tag und Nacht erfolgreich fortgesetzt. In Luftkämpfen wurden sechs feindliche Jagdflugzeuge ohni eigene Verluste abgeschossen.

An der Südküste Englands versenkten leichte Kampf­flugzeuge in den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages aus dem zuvor von deutschen Schnellbooten an­gegriffenen britischen Geleitzug ein Handelsschiff von

3666 BRT. sowie einen größeren Bewacher und be­schädigten ein weiteres Handelsschiff mittlerer Größe. Im Kanal versenkte ein Räumboot in der Nacht zum 16. Juli ei» britisches Kanonen-Schnellboot nach hartem Nahgefecht durch Rammstoß. In der Deutschen Bucht schössen Geleitfahrzeuge und Marineartillerie drei bri­tische Kampfflugzeuge ab.

Der Deder^snZ üder den von

Wie das Oberkommando der Wehrmacht, zu dey Kämpfen im Südabschnitt der Ostfront ergänzend mit­teilt, leisteten die von den deutschest und verbündeten Truppen verfolgten bolschewistischen Truppen zwar stel­lenweise, Widerstand, der aber schnell gebrochen wurde. Die Spitzen weiterer deutscher Angriffskeile erreichten an mehreren Stellen den Don und warfen den Feind über den Fluß zurück. , - '

Qssamtverlust 237 OOO LKT.

^ Zu der bereits gemeldeten Vernichtung des englisch- amerika,irischen Erpßgeleitzuges im Nördlichen Eismeer teilt das OKW. weiter mit: Deutsche Aufklärungsflug­zeuge hatten festgestellt, daß drei schwer beschädigte Handelsschiffe als Wracks im sinkenden Zustande zwi­schen Eisschollen im nördlichen Teil der Barents-See trieben. Diese Schiffe waren bereits vom Feind preis­gegeben. denn irgendwelche Bewachungsfahrzeuge konn­ten im Umkreis nicht beobachtet werden. Drei Handels­schiffe des zerschlagenen Geleitzuges nach Murmansk und Archangelsk wurden trotz schlechter Wetterlage in der Barents-See erneut gestellt und sofort angegriffen. Kampfflugzeuge konnten dabei ein schwer beladenes Handelsschiff von 7060 BRT. und Unterseeboote zwei mit Panzern voll beladene Transporter mit zusammen 1300V BRT. vetnichten. Mit diesen versenkten drei letzten Schiffen des englischen-amerikanischen Geleitzuges würden insgesamt 237 000 BRT- bei diesem Schlag im Nördlichen Eismeer versenkt.

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Noch ein schwedischesSchiffvonSowjet-U-vool versenkt

Helle kmpörung in Schweden / Schaclste vegenmaßntchmen ins finge gefaßt

Stockholm, 16. Juli. Der neue sowjetische Heber­et fall auf ein schwedisches Handelsfahrzcug, bei dem 14 ^ schwedische Seeleute den "Tod fanden, hat. in der schwe­dischen Presse allgemein« Empörung ausgelöst und st dürfte »,ch den bisher vorliegenden Aeußerungen zu - energischen schwedischen Maßnahmen führen, wie „Svenska Dagbladet" betont. Es handele sich bei diesem "ist "eilen Ueberfall ganz offenbar um einen vorsätzlichen -l Reutralitätsbruch gröbster Art. Das Blatt weist daraus A ^ das angreifende U-Boot sich auf der Wasser- oberfläche befand, und zwar innerhalb schwedischer Ho- heitsgcwäjser, und den tödlichen Torpedo ohne vorherige U Warnung abfeuerte.

Schon die bloße Gegenwart eines fremden U-Bootes b» in schwedischen Hoheitsgewässern sei «ine bewußt« Neu- ,1« traliiätsverletzung, fährt „Snenska Dagbladet" fort und betont, daß die schwedische Handclsschisfahrt feit dem ^ vorigen Weltkrieg keine so großen Verluste mehr gehabt ! l",den letzten Tagen durch sowjetische

«es U-Boote zugefügt worden seien. „Nach allem, was ge- üll> Wehen ist", schließt das Blatt, „kann sich die schwedisch« Regierung nicht länger mit platonischen Demarchen bei

der Moskauer Regierung begnügen. Da die sowjetischen U-Boote die schwedischen Höheitsgewässer nicht achten, müssen schwedische Marineeinheiten und Flugzeuge Mit allen Mitteln neue Uebergrifse sowjetischer Ü-Boote zu verhindern versuchen, wo diese U-Boote auch angreifen mögen. Damit wahrt Schweden lediglich seine Neutra­lität ünd sichert den Verkehr in seinen eigenen Gewäs­sern, der unter Schutz des- Völkerrechts steht."

„Dagens Nyheter" schreibt, die Tätigkeit der sowjeti­schen U-Boote sei begrenzt; schließlich würde ihnen kaum etwas anderes übrig bleiben, als sich den schwedischen. Behörden zu ergeben. In solchen Fällen dürften sie je­doch kaum. auf freundliche Gefühle,auf schwedischer Seite rechnen können. „Der Krieg ist ein hartes Spiel mit dem Leben als Einsatz", schließt „Dagens Nyheter", „aber KriegShandlungen gegen unbewaffnete neutrale Handelsfahrzeuge in neutralen Gewässern bringen kei­nen Ruhm mit sich, weder für den, der sie durchführt, noch für die Nation, in deren Interesse die Ausführen­den zu handeln glauben.

Das schwedische HandelsfahrzenA, das dem neuen sowjetischen Ueberfall zuzn Opfer siel, war der schwedi­sche Dampfer „Margarets". Dieses Schiff, das 1272 BRT. groß war, wurde vor dem Arkoe-Sustd versenkt.

Auch die jüngste Offenbarung Sir Stafford Cripps über die Absichten der Sowjets auf Ftnnlwnd beunruhigt die' schwedische Öffentlichkeit stark — so stark, daß ein Teil zu Wachsamkeit und Abwehr aufruft, während ein anderer allerdings feine Aufgabe darin erblickt, die Eng­länder und Sowjets propagandistisch zu entlasten. — Dieser Zwiespalt ist kennzeichnend für die heutige Lage und wird durch zwei Stockholmer Presseäußerungen vom Freitag beleuchtet. „Stockholms Tidningen" wendet sich in einem Leitartikel scharf "gegen „die sowjetischen Ab­sichten gegen den Norden". Das Blatt stellt fest, her «owjetrussisch-englische Bündnispakt enthalte eine terri­toriale Erweiterung der Sowjetunion auf Kosten Finn­lands. Er liefere Finnland anf Gnade und Ungnade der Willkür der Sowjets aus.

„Nya Daglight Allehanda" meint dagegen, trotz der eindeutigen Geständnisse Cripps. es sei „unklar", ob man ans der Cripps-Erklärung vstn Schluß ziehen könne, daß England in einer Eeheimklaufel den sowjetischen Standpunkt gebilligt habe. Das Blatt scheint zu denen zu gehören, die sich. lieber in den eigenen Territorial- gewässern von einem Sowsettoipedo in di?Luft sprengen lassen, als den Realitäten kompromißlos ins Auge zu sehen. Es ist aber immerhin erfreulich daß der Kreis der Unbelehrbaren in Schweden allmählich »einer wird.

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Die entscheidungsschwer^ Verfolgungsschlacht im Raume des Don

»Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitmia .

är. «e. Mb. Berlin, 10. Juli. Jeden Tag . von neuem heben sich die einfachen und klaren, auch in ihrer knappen Zurückhaltung immer noch schwerwiegenden Sätze des deutschen Wehrmachtsberichtes wie ein unerschütterlicher Bronzefelsen heraus aus der zischenden und quirlenden Brandung, als die sich die verkrampften Lügen, die Panikrufe und die verzweifelten Orakelsprllche im gegne­rischen Lager darstellen. Verfolgung auf breiter Front unter Brechung des gegnerischen Widerstandes — das sagt uns und auch der übrigen unvor.eingenommenen Weltöffentlichkeit wirklich genug — auch wenn die wei­teren Einzelheiten noch fehlen.

So weit englische und amerikanische -Berichts solche Einzelheiten übermitteln, kann man zwischen den Zei­len ganz deutlich die volle Bestätigung der deutschen amtlichen Feststellungen lesen. Teilweise stellt.flch in eng­lischen PanikberichteN das Bild noch viel schlimmer dar: Da ist von mehreren tief vörgetriebenen Keilen die Rede, von denen man befürchte, daß sie nach der. Unterbrechung, der Bahn von Moskau nach Rostow die gesamten noch westlich des Don stehenden Streitkräfte "Timoschenkos einkesseln und vernichten könnten. Gleichzeitig müssen sich die englischen Zeitungen krampfhaft winden, um mit der sowjetischen Behauptung fertigzu werden, daß die deutschen Truppen noch nicht in Woronesch seien. Wie wenig man in London den sowjetischen Darstellungen traut, das merkt man deutlich, wenn die „Daily Mail" das Wort „noch", das .in einer ersten Ausgabe des Blattes nicht erschien, nachträglich in den Satz einschiebt „die Russen halten sich noch fest an der Don-Barriere". Die „Times" .fügj in einer Betrachtung, die sich .mit den Möglichkeiten der.nächsten Entwicklung besaßt, vor­sichtig'in Paranthese ein: „. . . was bereits der Fall sein dürfte, wenn Woronesch wirklich eingenommen wor­den ist." Die Vorbereitung des Eingeständnisses dürfte in der Bemerkrmg der „Prawda" zu erblicken sein, daß es kleineren deutschen Abteilungen bereits gelungen sei, in die sowjetischen Verteidigungslinien von Woronesch einzubrechen, wodurch eine ernste Lage entstanden sei.

Darüber hinaüs wollen die Sowjets jetzt selbst offen­bar auf alle ernsten Möglichkeiten vorbereiten, wenn sie der „United Preß" zufolge in all ihren Berichten her­vorheben, daß an den von den Deutschen besetzten Stel­len des Don-Ufers, die jetzt erweitert worden seien, ge­waltige deytsche Truppen und Panzerverbände zusam­mengezogen würden, die den Sowjets zahlenmäßig ganz beträchtlich überlegen seien: Der Londoner Rundfunk will in Woronesch noch das Sinnbild des."erbitterten Wider­standes erblicken; nachdem er vorhei'jsde Täuschung dar­über abgelehnt hat, wieviel von »dem Ausgang der Schlacht bei Woronesch abhänge. In den letzten drei Ta­gen sei man sich überall der Tatsache^bewußt geworden, daß diese eine Schlacht vielleicht entscheidend für den Ansgang des Krieges sein werde. Die Deutschen müßten, so jammert „News Thronicle", zum Stehen gebracht wer­den, es koste was es wolle.. „Ein erfolgreicher. Ueber- gang der Nazis über den Don könne die ganze Verteidi­gung der Sowjets, die jetzt mit dem Rücken an der Wand kämpfen, völlig über den Hausen werfen".. Mit werden uns diese Feststellungen für die Stunde merken, wo das Ergebnis dieser Phase der Operationen so klar vor der ganzen Weltöffentlichkeit liegt, daß die Lügen ihren Sinn verlieren. Cs scheint bald so wett zu sein. Heute muß sich der „Rote Stern", das Blatt der Sowjet­armee'. schon zu dem Geständnis, bequemen, daß es „an. der Woronesch-Front den deutschen Truppen gelungen ist, auf das Ostufer des Don-Flusses zu kommen". Wei­ter wird von dem gleichen Blatt mitgeteilt, daß die deut­schen Truppen auch weit südlich von Woronesch nach einem tiefen Einbruch in die sowjetische Verteidigung einen Punkt an der Eisenbahn Moskau—Rostow er­reicht haben. .

Der britische Nachrichtendienst gibt sich Mühe, den Kwmpfverlwuf aufs äußerste zu dramatisieren. Er spricht davon, daß die Deutschen Tausende von Panzern in die erweiterte Durchbruchslücke stoßen ließen. Man verwickelt sich in die tollsten Widersprüche, so wenn man behauptet, daß die Sowjetpanzer die Deutschen viele 'Kilometer zurückgetrieben hätten, wobei Hunderte deut­scher Kampfwagen auf dem Schlachtfeld zurückgelassen worden seien, und wenn man unmittelbar anschließend sagt: „Die deutsche Offensive geht allerdings mit aller Wucht weiter." Das Schlimmste für die Briten ist die Erkenntnis, daß die sowjetischen Widerstandsmethoden des vergangenen Jahres heute nicht mehr zur Anwen­dung gebracht werden dürfen. Die „Times-' klagt, daß die Sowjets, wenn sie im vergangenen Jahre noch Zeit auf Kosten von Boden hätten verlieren können, in diesem Jahre keine solche Möglichkeit mehr hätten. Um­gekehrt dagegen hat aber Timoschenko in seinem Tages-. befehl schon zum Ausdruck gebracht, daß auch, der sture Widerstand zur Katastrophe führen kaun, wenn nämlich das Festhalten am Boden zur Vernichtung großer Ver- III»II»»II»I»»»I»IIN»II»»I»»IIII»I»II»»I»I»»I»I»I»NIIII»»IIINIMIIII»»INI

Im südlichen AbWnitt der Ostfront wird die Ver­folgung des Feindes aus breiter Front fortgesetzt. In den Kämpfen im Raume von Orel wurden bisher 396 Sowjetpanzer vernichtet.

In London und Washington wird der Ernst der Lage sii^ die Sowjetrussen unter wachsenden Beklem­mungen zugegeben.

Im nördlichen Eismeer versenkten deutsche U-Boote und Kampfslieger die letzten drei Schiffe des eng­lisch-amerikanischen Großgeleitzuges.

Bis zum 8 . Juli versenkten die Finnen im Ostsee­gebiet 14 sowjetische ll-Voote.

Die erneute Versenkung eines schwedischen Schiffes durch ein sowjetisches ll-Voot hat in ganz Schweden stärkste Empörung ausgelöst.

Das vorläufige Ergebnis der Altkleider- und Spinn- stofssammlung beziffert sich im Reich aus 81487 466 Kilogramm.

Zur Wiederzulassung des Feldpostpäckchen-Berkehrs ergingen ergänzende Bestimmungen.

Die Vereinigten Werkstätten für Kunst im Hand­werk haben ihren Handelsumsatz 1641 halten können.