Ausgabe 
(6.7.1942) Nr. 183
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parteiamtliche lageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zrcien tiansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des Neichsstattiialters in Oldenburg und Bremen

M.18Z , 12. Zaftrgang

Montag, S. Zuli 1S42

kinzelpreis 15 Npf.

Den Von in breiter sront erreicht

Mastlose Verfolgung der Sowjets zwischen Kursk und lstarkow — kämpfe bei Sewastopol abgeschlossen — Murmansk-Seleitzug schwer getroffen — kritische Segenangriffe bei kl sllamein zerschlagen

. wieder reooo onr.!

./ Aus dem Führerhauptquartier, 5. Lull. >,.'!-:Dns Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Süd- -. westlich von Sewastopol sind die letzten feindlichen // Gruppen nach hartnäckiger Gegenwehr vernichtet oder gefangengenommen. Damit ist die Schlacht um Sewasto­pol beendet. Die endgültigen Gefangenen- und Beute­zahlen werden noch bekanntgegeben. Im Seegebiet von Nostow versenkten Jagdflugzeuge der kroatischen Lust- , Waffe ein feindliches Schnellboot und beschädigten ein weiteres Boot schwer. Nach dem Durchbruch durch die sowjetischen Stellungen zwischen Charkow nnd Kursk haben die Spitzen der deutschen und verbün­deten Truppen in breiter Front den Don erreicht. Ver­zweifelte Gegenangriffe sowjetischer Panzerverbände wurden unter schwersten Verlusten für den Feind abge­schlagen. Starke Kampf- nnd Zerstöreroerbände unter­stützten in rollendem Einsatz die vordringenden Divi­sionen und sügten dem Gegner weitere hohe blutige und

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Materialvcrlustc zu. In Lustkämpfcn wurden 51 Sowjet­slugzeuge abgeschossen. Auch im Raume von Rshew ^ wurde der Angriff gegen hartnäckigen feindlichen Wider- > ..stand in starken Feldbefestigungen und vermintem, schwer ^ gangbarem Gelände weiter vorgetragen. Lustangrisfe .^wurden bei Tage aus feindliche Truppcnunterkiinfte und ^ gegen Nachschubkolonnen im Gebiete des Jlmensees und bei Nacht gegen Bahnbewegungen und Versorgungs- d ftutzpunkte westlich von Moskau geführt. Artillerie des z Heeres bekämpfte kriegswichtige Industrieanlagen in 'Leningrad.

Der zwischen Nordkap und Spitzbergen »ach . Osten A' steuernde feindliche Geleitzug wurde auch gestern von

H Verteidiger von Sewastopol von VPU. erschaffen

' sp- Rom, 5.^ Juli. Auf Befehl der GPU. wurde der Chef des sowjetischen Eeneralstabes in Sewastopol, Ge­neral Erilow. vor dem Fall der Festung erschossen, berichtet die Agentur Stefani in einer Sondermcldung / - aus Sewastopol- ist, dem Bericht zufolge, der

GPU. durrst^den Festungskommandanten, General. Pe- trow, der 'Sewastopol vor der Eroberung verließ, aus­geliefert worden.

llnterseeebooten und Flugzeugen angegriffen. Dabei ver­nichteten Kampfflugzeuge vier Handelsschiffe mit zusam­men 24 666 VRT. und beschädigten elf Schiffe. Untersee­boote versenkten von diesen beschädigten Schiffen einen mit Panzern deladcnen amerikanischen Transporter von 7666 BRT. und ein weiteres Schiff von 566» VRT.

I» Aegypten wurden britische Gegenangriffe in dem Vefestigungssystem bei der EI Alamein-Stellnng, ab­geschlagen. Der Feind verlor in Luftkämpfen 19 Flug­zeuge. Am Suezkanal wurde der britische Flugstützpunkt Kantara" mit Bomben belegt. Bei Luftangriffen auf Malta wurden bei Tage 14 britische Flugzeuge abge­schossen."

Wie das Oberkommando der Wehrmacht weiter mit­teilt, war bei den abschließenden Kampfhandlungen südwestlich von Sewastopol auf der Halbinsel Lhersones das Hauptrückgrat der bolschewistischen Widerstandsnester ein nach modernstem Gesichtspunkt ausgebautes Groß­kraftwerk, in das sich die Reste der geschlagenen Kiisten- armee geflüchtet hatten. Hier versuchten die Volsche- wisten Zeit zu gewinnen für einen anscheinend erhoff­ten Abtransport über See. Die Kämpfe gestalteten sich in der Nacht zum 4. 7. nnd am nächsten Vormittag beson­ders dramatisch. Unter Beteiligung zahlreicher Flinten­weiber führten die Volschewisten mehrfach verzweifelte Gegenangriffe durch. Alle diese Vorstöße brachen im zusammengefaßten Feuer der deutschen Angriffsgruppe zusammen. Der Feind erlitt hierbei außerordentlich hohe blutige Verluste. Mit dem Fall des Großkraftwerkes wurde der Rest der Halbinsel von Tausenden von Bol- schewisten gelüubert, die in zahllosen Felsennestern an der Steilküste und den abfallenden Hängen verbissenen Widerstand leisteten. Nach Abwehr eines letzten geschei­terten .Durchbruchsvcrsuches nahm ein Stoßtrupp, durch Artillerie und Sturmgeschiitze wirksam unterstützt, die feindliche Küstenbatterie auf dem nördlichen Zipfel der Halbinsel sowie das Kap mit dem Leuchtturm Lhersones. Die letzten Bunker der Südküste südwestlich der Eret-'

schtchina-Enge wurden niedergekämpft und die sich in schwer zugänglichen Felsenhöhlen noch haltenden Reste des Feindes vernichtet. Damit ist die große Schlacht um die Land- und Seefestung Sewastopol beendet. Die gesamte Halbinsel Krim ist nunmehr fest in der Hand der deutsch­rumänischen Truppen.

Im Abschnitt Charkow und Kursk wurde die Verfol­gung des geschlagenen Feindes auf der ganzen Front erfolgreich fortgesetzt. Der Feind versuchte vergeblich, den Angriff durch Gegenangriff und Artilleriefeucr zu stö­ren. Eine Kampfgruppe erreichte im Vorgehen nach Osten im Angriff gegen starke feindliche Nachhuten einen Panzergraben. Bei Herstellung der Verbindung zwischen den beiden Umsassungsflügeln wurden mehrere feindliche Gruppen vernichtet und bei Säubernngs- aktionen zahlreiche Gefangene eingebracht und umfang­reiches Kriegsmaterial erbeutet. Bei der Abwehr feind­licher Panzerangrisse wurden elf Panzerkampfwagen vernichtet. Weite Waldgelände wurden von versprengten Resten des Feindes gesäubert.

Starke Verbände deutscher Kampf-, Sturzkampf-, und Zerstörerflugzeuge unterstützten am Sonnabend laufend die Unternehmungen des Heeres im südlichen Abschnitt der Ostfront. Ein gegen die deutsche Angriffsfrout an­rollender feindlicher Panzerzug wurde zur Entgleisung gebracht und geriet in Brand. Sturzkampfflugzeuge bom­bardierten in rollenden Einsätzen vom Feind besetzte Brücken, die durch leichte und schwere Flakbatterien geschützt wurden. Trotz der heftigen Flakabwehr wurde eine Brücke durch Volltreffer zerstört und dem Feind damit an einxm entscheidenden Punkt jegliche Verkehrs- möglichkeii genommen. Während des ganzen Tages ent­wickelten sich über den. Angriffsspitzen der deutschen Panzerkämpfwagen- und Artillcrieverbände heftige Luft­kämpfe, in denen durch deMche Jäger 51 bolschewistische Flugzeuge abgeschossen wurden. Außerdem waren Flug­plätze und Eisenbahnstrecken das Ziel weiterer Angriffe deutscher Kampfflugzeuge.

Wie Sewastopol bezwungen wurde

Veneralmäjor Schulz, tlzef des Stabes der Krimarmee, Widert den Karten Kamps um die Sowjetfestung

Berlin, 5. Juli. Ueber die Festung SewastoPol, Hre Beschaffenheit, ihren Ausbau, ihre Stärke und über die Anlag« der deutschen Operationen, die zu ihrem Fall nach 25 Tagen geführt haben, gab der Chef des Stabes der Krimavmee, Generalmajor Schulz, spannend« Ein­zelheiten bekannt.. Vor Vertretern der deutschen Presse erklärte er, es sei dem deutschen Oberkommando klar gewesen, daß Sewastopol die Schlüsselstellung im Schwar­zen Meer sei. Schon um die Mitte des vorigen Jahr­hunderts bewies' diese Schwarzmeerfestung ihre Stärke dadurch, daß sie dem feindlichen Ansturm fast ein ganzes Jahr lang Widerstand leistete. Und.doch wurden damals nur die südlichen, jenseits der Ssewe'rnaja-Bucht gelege­nen Teile der Festung erobert. Die stärkeren Befesti­gungsanlagen liegen aber auf dem Nordteil des tief in das Land einschneidenden Meeresarmes,

.. Seit-der-Zel't-des'Krimkrneg-es ist-^ewastopol um nie-. les-stärker ausgebäu-t'worden! Die Sowjets haben kein« Mittel gescheut, ein Meisterstück der Festungsbankunst zu schaffen. In weitestem Umkreis ist die Stadt Se­wastopol von Feld- und Felsbefestigungen umgeben. Stark armierte Forts, Dreigeschossig in die Felsen ge­sprengt, beherrschen Höhen nnd Niederung, Unzählige Bunker nnd befestigte Felshöhlen sind in dem znin Teil von tiefen Schluchten zerklüfteten Gelände verborgen. Ist früher die.Festung vor allem nach der Seeseite hin zur Abwehr bereit gewesen, so war jetzt ihre Verteidi­gungskraft nicht minder gegen alle Angriffe von Land- seite her, gerichtet. Die Sowjets haben die Gunst des

Geländes mit höchster Kunst der Festungsbwntechnik ver­eint,. Das flankierende Feuer der Werke sperrte viel­fältig den Durchgang durch Täler, Schluchten und über die Höhen.

Für die Operationsleitung der deutschen Angriffs- armce erhob sich die Frage, von welcher Seite her die Festung mit der größten Aussicht aus Erfolg anzugehen sei. Nach landläufigen Gesichtspunkten hätte man einen Angriff von Süden zuerst in Betracht gezogen. Das Gelände war hier nicht so schwierig, die Befestigungen nicht so stark. Das Herankiimpfen an den Stadtkern, hätte es zum Erfolg geführt, würde dennoch nicht den end­gültige» Sieg gebracht haben, weil die beherrschenden Forts damit doch noch nicht gefallen wären. So entschloß sich Generalfeldmarschall von Manstein, den Stier bei den Hörnern zu packen, alle Angrissswncht auf die Steil- höhen der Nordbcfcstignngen zu richten, um die Forts Stalin, GPU., Molotvw,..Sibirien, Wolga, jedes eine Festung für sich, niederzuzwingen.- - -«—— .

Die Sowjets schätzten den Wert von Sewastopol richtig ein, das erwies ihr erbitterter Widerstand, Nur Elfle- regimentcr hatten st« in der Festung konzentriert. Man mächt sich einen Begriff von der Verteidigungskraft, wenn man hört, daß u. a, sieben Schützendivisionen, sieben Marinebrigaden, sechs Arbeitsbataillone und fünf Granaiwerserbatäillon« außer zahlreichen anderen Waf­fengattungen zur Festungsarmee gehörten.

Der Angriff wurde von deutscher Seite auf das sorgfältigste vorbereitet. Ungeheure Mengen Artillerie, (Fortsetzung auf Seite 2)

USfl. wollen oberbeLehlshaber stellen

kooseveils Botschaft zum amerikanischen Unabkangigkeitstag — „kigenarbeit" der Briten gesor-ert

DrahtberiKt unserer Berliner Schriftleituns

b. Berlin, 5. Juli. Der amerikanische Präsident Roose-, veli hat das USA.-Publikum am Unabhängigkeitstag mit einer Botschaft beglückt, in der er den Bürgern der Vereinigten Staaien erklärte, dieser Tag fei noch nie in Zetten erlebt worden, die so gefahrvoll seien wie die Heurigen. Es sei keine Stunde zu vergeuden, kein Schuß M versäumen und kein Schlag zurückzuhalten, meinte er, um baun von den „freien Männern" zu sprechen, die „verzweifelt kämpfen und sterben, u-m die Freiheiten und Errungenschaften der modernen Zivilisation zu

- Kützrn." Staatssekretär Hüll, die in Washington an­wesenden Emigranlenminister und verschiedene Wort­führer: des amerikanischen Parlamentsbetriebes haben dem Tag gleichfalls durch Reden gewürzt, in denen viel

- von Freiheil gesprochen wurde und die alle in einen Appell an die Amerikaner mündeten^ ja nicht zu ver­gessen, wie große Anforderungen dieser Krieg auch an fie -stelle.

Das amerikanische Publikum schien jedoch an diesem TaF mit anderen Sorgen erfüllt zu fein. Der Newyor- ker Korrespondent des Londoner „News, Ehronicle" kabelt seinem Blatt, daß Churchills Erklärungen, nach denen die Engländer vor Beginn der Schlacht in Li­byen den Feind an Truppen überlegen gewesen seien, die mil-tärische Lage sich dann aber sehr schnell für die Engländer ungünstig entwickelte, in den Vereinigten Staaten dazu geführt habe, daß man sich frage, ob die

britischen militärischen Führer den ihnen gestellten An­forderungen überhaupt gewachsen seien. Man erkläre in den USA., die Engländer dürften jetzt nicht etwa überrascht oder gar beleidigt sein, wenn die Ameri­kaner, sobald britischerseits Behauptungen über die eigene militärische Stärke ausgestellt würden, jeweils antworteten: „Beweist das zuerst, bevor wir es glau­ben!" Aus den Zweifeln an der Qualität der jeweili­gen britischen Heerführer erwachse weiter in den Ver­einigten Staaten immer mehr der Wunsch, daß ame­rikanische Generale und Offiziere bei allem zukünftigen militärischen Unternehmen der beiden Alliierten den .Oberbefehl übernehmen.-

Die „Newyork Daily News" fragt in dieser Situation höhnisch die Briten, ob sie etwa aus die Amerikaner warteten, wenn sie ihre Millionen gut ausgebildeter Soldaten nichtstuend auf der Insel zurückließen. Wenn sie das täten, dann dürften die Engländer nicht über­sehen, daß in diesem Krieg die militärische Hilfeleistung an England viel schwieriger sei als im vorigen. Die Engländer ständen schließlich dem europäischen Konti­nent sehr viäl näher. Wolle. England eine Invasion zum europäische» Festland starten, dann solle es das gefälligst zunächst ohne die Amerikaner tun, denn es sei immerhin nur 26 bis 56 Meilen von Europa ent­fernt, während die Bereinigten Staaten zu einem solchen Unternehmen einen sehr stark gefährdeten, drei­tausend Meilen langen Anmarschweg zurückzulegen

hätte». May dürfe ja schließlich nicht vergessen, daß sich die Gefahr zur See ständig erhöhe und die Schisss- raumknappheit immer katastrophaler werde.

Diese Schiffsraumfrage beschäftigt auch die übrige amerikanische Presse. Das amerikanische Marimodeparte, ment gab die Torpedierumg und Bevsenku-ng eines USA.- Frachters mittlerer Größe und eines kleinen m Kanada registrierten Schiff?? bekannt. Das USA.-Schiff sank m der Nähe der Nordküste Südamerikas, das andere Schiff wurde im Golf von Mexiko torpediert. Die mexikanische Regierung sah sich gezwungen, sich „mit.der äußerst kri­tischen wirtschaftlichen Lage des Landes zu befassen, die durch die feindliche U-Boot-Offensive hervorgerufen wurde." Die Häfen Mexikos an der kalifornischen Küste seien fast vollkommen verwaist, die Wersten ständen still und die Bevölkerung wandere aus den Hasenstädtem in das Inner« des Landes ab, um dort Arbeit zu suchen. Der Londoner Rundfunk übertrug den Bericht eines amerikanischen Kommentaliors, der unter Anführung der allgemeinen Lage in den Vereinigten Staaten erklärte: „Die seit dem Beginn des Unterseebootkrieges erfolgten Versenkungen vor der amerikanischen Küste ergehen eine deprimierende Gesamtzahl." Die „N-ew Park Daily News" aber ziehen den Schluß, daß die USA. gar nicht in der Lage sind. gegen Europa etwas Wesentliches zu unternehmen, weil die deutschen U-Boot« soviel Schiffs, räum versenkt haben, daß nicht einmal die normalen Transporte in ausreichendem Maße durchgeführt werden könnte«. ^

ffeöeclM Haqek« ötM-e/

/ Die Achsenstreitkräfte diktieren die Stunde

d. Berlin, 5. Juli. Deutsche Truppen stehen m brei­ter Front am Don! Das ist der Abschluß einer wahr­haft geschichtlichen Woche, in der. ein heldenmütiges Ringen zur Eroberung der stärksten Festung der Welt führte, in der die Sewastopolschlacht zu Ende geführt und mit der Vernichtung der letzten feindlichen Grup­pen südwestlich der Festung die Krim-Halbinsel voll­kommen vom Feind leergefegt wurde; in der Rommels Panzer weit über Marsa Matruk hinaus vorstießen, die El-Alamein-Stellung durchbrachen und nun in er­folgreichen Kämpfen den Widerstand Auchinlecks in die­ser. letzten britischen Verteidigungsstellung brachen, und in der deutsche und verbündete Truppen im mittleren und südlichen Abschnitt der Front gegen den Bolschewis­mus zum Sturm antraten.-- Auf einer Frontbreite von 300 Irin, vdn den Eckpfeilern Charkow und Kursk vor- brechend, marschierten sie in dieser Zeit zweihundert Kilometer vor, durchbrachen sie die in langen Winter­monaten unter Einsatz aller Mittel ausgebauten sowje­tischen Verteidigungsstellungen, überwanden sie das Erabensystem der Volschewisten und stehen heute am Don. So ist der Abschluß dieser Woche der Beginn einer Zeitspanne, in der durch die Einzeldaten militäri­scher Erfolge die solange umrätselten strategischen Zu­sammenhänge offenbar werden. Man habe ihm bei sei­nem Besuch im Führerhauptquartier alle eingetretenen Ereignisse mit mathematischer Sicherheit' vorausgesagt, . äußerte, in Budapest der ungarische Ministerpräsident von Kallay, und nahm so den erreichten und bevorstehenden Erfolgen den Charakter der Improvisation.

Diese Ereignisse haben das Interesse Londons zwi­schen. Aegypten und der Ostfront aufgespalten. Den angstvollen, resignierten, erbitterten und mutlosen An­klagen und Aufmunterungen, von der Themse nach Aegypten gerichtet, haben sich Rufe des Erschreckens über die militärische Situation des letzten Festlands- verbllndeten zugesellt. Moskau mußte heute in einer amtlichen Meldung mit der Umschreibung eingcstehen: „An einer Stelle der Front von Kursk haben sich un­sere Truppen zurückgezogen und neue Stellungen be­zogen." Welche Verzweiflungsstimmnng hinter diesen Worten , steht, beweist das neuerliche Gcleitzugunglück der Alliierten im nördlichen Eismeer. Wenn die Bri­ten nach den überaus schlechten Erfahrungen des vor­hergegangenen Unternehmens sich jetzt wieder in die Fänge der deutschen Kampfflieger und U-Boote wagten, dann müssen die Hilferufe der Volschewisten an die Adresse der Alliierten beträchtliches Ausmaß angenom­men haben. Nachdem der Sender London dann auch gestern angstvoll meinte: „Die Kämpfe im Abschnitt von- Kursk und Charkow haben sich zu einer großen Offensive der Deutschen entwickelt", gab der englische Nachrichtendienst heute dje für das britische Publikum erschreckende Nachricht: „An der Ostfront haben die Kämpfe eine kritische Phase streicht." Diese Mittei­lung rührt an Dinge, die Churchill als Positivum in seiner Unterhauserklärung anführte. Die Sowjets seien des Premiers letzte Hoffnung gewesen, erklärt heute das demokratische Berner Tageblatt in einem Bericht seines Londoner Korrespondenten. Sie seien auch die Hoffnung des britischen Parlaments, denn ohne diese Hoffnung wäre das Vertrauensvotum für Churchill nicht so stark ausgefallen.

Der Blick, nach Aegypten bleibt für die Engländer weiter sorgenvoll. Nach Meldungen italienischer Kriegs­berichter übertrifft die feit fünf Tägen am Arabsr-Gokf tobende Schlacht alle bisherigen Kämpfe in Nordasrika an Härte. Nach dem frontalen Durchbruch der deutsch- italienischen Panzerverbände im mittleren Abschnitt der Verteidigungslinie von El Alamein, dtr am 1. Juli inr ersten Ansturm glückte, bat Auchmleck alle überhaupt verfügbaren Reserven an die Front geworfen um die im Korridor zwischen dem Araber-Golf und der Katar- rasenke noch standhaltenden britischen Stellungen -zu ver­stärken und zu entlasten. Nach den in Rom vorliegenden Berichten konzentrierten sich jetzt die Kämpfe auf eine 'Bunkerzone südöstlich voy"AMm'ein7'Del ihren durchweg zltstrnrmengebrvchenen GegenangrlsftN'^häWn sich die britischen.Truppen mit Verbissenheit geschlagen Die Lustoperationen im Bereich des Arwber-Golfes hätten ungewöhnliche Ausmaße angenommen. Der britische

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Die deutschen und verbündeten Truppen haben in breiter Front den Don erreicht.

Bei Sewastopol wurden die letzten versprengten Feindreste vernichtet.

Deutsche Lust- und Unterwasserstreitkräste führten schwere Schläge gegen einen für Murmansk bestimm­ten Eeleitzug.

An der El-Alamein-Front wurden verzweifelte britische Gegenangriffe zerschlagen.

Zum amerikanischen Unabhängigkeitstag erließ Roo- sevelt eine hochtrabende Botschaft.

Schalke 64 wurde zum sechsten Male deutscher Fuß­ballmeister durch einen 2:0-Sieg über Bienna.

D» Bremer Sportverein siegte im Fußball über den LWSV. Hannover.

Handball über Gebiet Nordsee.

Nothdurft—Kleinholz siegten im 125-Runden-R, ne» i« der Kampfbahn.