Ausgabe 
(5.7.1942) Nr. 182
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parteiamtUclie Hygeszeitung

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der Nationalsozialisten Bremens

flmilirties DerkündungsblaU des Neichsskatttsalters in Oldenburg und vremen

Nr. 182 , 12. Jahrgang

Sonntag, 5. Zuli 1842

kinzelpreis 15 Nps.

In clsn /^bsekn ittsn Llrarko^ un«> I^u^slc clsi^ ksincl a us clsr g «n^en ki^ont gsseklergsn

Nach dem schwerst en S ieg im fingrlff

Sewastopol verbürgt den knderfolg / Heldentaten der Kämpfer aus dem Nordseegau

knglands fingst vor der vernichlungszange

Drahtbcricht unserer Berliner Schristlcitung ckr. v. scli. Verlin, 4. Juli. „Das war das Schwerste! Nachdem das geglückt ist, wird alles weitere leicht sein und selbstverständlich gutgehen!" Mit diesen hosfnungs- starken Worten schloß am Sonnabend vor einem Kreis von Pressevertretern der Oberst, der Freitag morgen noch im eroberten Sewastopol weilte, seinen Bericht. Das Regiment dieses Obersten von Chvltitz war im Zentrum des Angriffs aus die stärkste Land- und See- sestung der Welt angesetzt und hat sich seinen Weg über die Panzerwerke „Stalin" und „Wolga" bis zur Sewernaja-Bucht und schließlich in nächtlicher Sturm­bootfahrt auf die Südseite dieser Bucht gebahnt, wo die Entscheidung fiel. Es waren Männer aus dem Nordseegau, aus dem friesischen Lande, die in diesem Regiment die bisher schwerste und größte Tat der Kriegsgeschichte, immer im Mittelpunkt des Kampfes und in vorderster Linie, vollbrachten, und es war ein Regiment aus Bremen, das in unmittelbarer ^ Nachbarschaft der Soldaten des Obersten von Choltitz die Sewernaja-Bucht überquerte. Soldaten aus dem Nordseegau haben während dieses ganzen gigantischen ^ Ringens mit in der vordersten Linie gestanden, als es ?t,- galt, das schwerste Hindernis z« bezwingen, das sich ' uns auf dem Weg« zum Siege entgegenstellte. Wie «in« Sage aus vorgeschichtlicher Zeit, wie ein Epos über dem Kamps mit dem Drachen erscheint uns dieses Ringen jetzt »ach den Berichten, die wir ans dem Munde

- d«s Regimentskommandeurs ans dem Nordseegau und , vorher des Generalmajors Schulz, des Eeneralstabschefs

der Krim-Armee, vernahmen.

i > Die ungeheuerlichen Schwierigkeiten des einzigartigen Verteidigungsgeländes, gesteigert durch di« äußersten

- - Mittel des modernen Festungsbaues, sind schon mehrfach ? geschildert worden. Hinzu trat dann noch «ine Wider­standsleistung dep sowjetischen Soldaten, die ans Un­heimliche grenztlund nur zu begreifen ist aus einer grauenhaften Verbindung von angeborenem Fatalis­mus, sturem Beharrungsvermögen, unglaublicher mensch- -licher Irreführung, maßloser bolschewistischer Verhetzung und eingeredeter Angst vor den „Faschisten". Der Führer der bolschewistischen Sewastopol-Armee, General Pe- trow, so erzählte Generalmajor Schulz, hatte den strik­ten Befehl erlassen, daß jeder seinen Kameraden und Nachbarn sofort umzulegen habe, falls dieser den Ver­such machen sollte, sein Loch nach rückwärts oder vor­wärts zu verlassen. „Ais unsere Pioniere die Panzer-

. .. kuppeln des Forts „Maxim, Gorki" gesprengt hatten ' und auf die Besatzung in einem tieferen Stockwerk un- - «ntwegt Fiammenöl hineingössen, um sie auszuräuchern, ließ der Kommissar mitteilen, daß die Besatzung das ganze Fort und die Angreifer mit in die Luft spren­gen wurde, wenn wir die „Schweinerei mit dem Flam-

Neue MllerkreujtrSger

Berlin, 4. Juli. Der Führer verlieh das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an: Major d. R. Werner Kalb, Bataillonskommandeur in einem Infanterie- Regiment und auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Eöring, an Oberleutnant Möhle,..Beobachter in einer Nahaufklärungsstafsel.

menöl" nicht sein ließen. Nicht nur Kommissare und Offiziere, sondern auch Soldaten haben sich vor ihrer Gefangennahm« selbst erschossen. Sie wußten nicht, daß auf unserer Seite Gefangene überhaupt lebten.

Wenn unsere Soldaten, vornean Männer aus dem Nordseegau, mit einem solchen unheimlichen Gegner in der stärksten Festung von Fels und Beton fertig ge­worden sind, so beweist das eine übermenschliche Lei­stung der besten Soldaten der Welt, die nicht allein mit der Wirkungskraft der Artillerie, der Flak» der Flammenwerfer und der Sturmgefchützezu erklären ist, sondern ihren tieferen Ursprung in der überlegenen Rasse, in dem großen Klauben, in der tapferen Seele und in dem harten Herzen unserer kämpfenden Männer hat. Die SUMM Tonnen Eisen, die unsere Artillerie auf die Festung geschleudert hat — das sind hundert Muni­tionszüge — und die 24 000 Tonnen, die die Luftwaffe als Bomben aller Kaliber warf, diese gewaltigen Eisen- massen allein hätten es noch nicht geschafft, wenn nicht nach dem Vernichtungswcrk des Trommelfeuers immer und immer wieder die Infanteristen und Pio­niere angetreten wären, um mit letztdenkbarer Ein-

slugkafen von Zsmatta angegriffen

Der italienische Wehrmachtsbericht

Rom, 4. Juli. Das Hauptquartier der italienischen Wehrmacht gibt bekannt: „Im Gebiet ostwärts und süd­lich von El Alamein versuchte der Eegne, der aus dem Schlachtfeld beträchtliche Verstärkungen an Menschen und Material zusammengezogen hat, unseren Vormarsch durch Gegenangriffe aufzuhalten, die jedoch in hartem Kamps von unseren Truppen sofort und entschieden zurück­gewiesen wurden. Die allmähliche Säuberung der geg­nerischen Widerstandszentralen geht weiter. Die Luft­waffe der Achsenmächte, die die Altion unserer großen Verbände unterstützte, errang gestern neue Erfolge. In einer großen Reihe von Zusammenstößen mit oft zah­lenmäßig stark überlegenen Verbänden schassen italie­nische und deutsche Jäger 28 britische Flugzeuge ab. Ver­bände unserer Flugzeuge griffen beim Kanal von Suez den Flughafen Ismail« an, wo zahlreiche Brände und

satzbercitschaft das schwerste Werk zu schaffen und uns dahin zu führen, wo wir sagen können, daß wir das Schwerste in diesem Krieg« nunmehr hinter uns haben.

Von diesem Berge, den wir jetzt bezwungen haben dürfen wir nun erst recht mit letzter Siegessicherheit ausschauen nach den Kämpfen, die noch vor uns liegen und das Werk der Vernichtung des Feinhes krönen sollen. An dem Tage, an d«m Sewastopol fiel, erfuhren wir, daß unsere-Truppen Seite an Seite mit verbünde­ten Soldaten auf breitester Front zum großen Schlage ausgeholt haben. Seit einer Woche rollt der Angriff. Die Angriffserfolg« berechtigen zu den größten Hoff­nungen. Mit lapidarer Wucht folgten einander die schwerwiegenden Feststellungen des Wehrmachtsberichtes, daß die feindliche Front in «in«r Breite von fast 300 Kilometer aufgerissen wurde, daß sich die, vollkommene Ileberlegenheit unserer Pan­zer erwiesen hat, - daß. der Gegner auf der gesamten Angriffsfront geschlagen wurde, daß bereits die erprobt« Methode der Einkesselung zum ersten großen Er­folg geführt hat und daß sich nun unsere Trupp«n, unter- (Fortfetzung auf Seit« 2)

Explosionen beobachtet wurden. Auch die Bombardierung von Malta ging Tag und Nacht weiter. Dort wurden zwei Spitfire im Luftkampf und andere am Boden ver­nichtet. Bei den Taaesoperationen verloren wir vier Flugzeuge. Auf der Höhe von Port Said erzielte eine Streife italienischer Torpedoflugzeuge Volltreffer aus zwei feindlichen Handelsschiffen mittlerer Tonnage."

flus Lee flucht gefangen

Berlin, 4. Juli. Deutsche Schnellboote hgben an dem Tag« des Falls von Sewastopol zwei feindliche U-Boot- jäger zum Kampf gestellt, die mit höher Fahrt zu fliehen versuchten, und beide versenkt. An Bord der feindlichen Fahrzeuge befand sich außer der Besatzung eine Truppe höherer Offiziere und Funktionäre, die gefangengenommen wurden, unter ihnen ein Komman­dierender General, ein Kreuzerkommandant und ein Kommissar, die ihre Truppen im Stich gelassen hatten.

kin Knsgrvsrhusclrsr f>ot clos V/ort

ll. blü. Zwischen den Leiden Kriegsverbrechern Chur­chill und RooseveIt hat sich seit dem Tode Neville Ehamberlains ein lebhafter, nur durch persönliche -Zu­sammenkünfte unterbrochener Briefwechsel eingespielt. Das neueste Schreiben des Washingtoner Regierungs­chefs an seinen Londoner Vasallen könnte sehr wohl folgende Wendungen zur neuen Situation enthalten:

„Nachdem einem Juden unseres Gefolges der Nachweis gelungen ist, daß wir beide Vettern sind — wenn auch recht entfernten -Grades — sehe ich keinen Grund, wes­halb wir unseren politischen Meinungsaustausch von jetzt an nicht auf Du und Du durchführen sollen, mein lieber Winston! Zunächst: das hast Du gut gemacht im Unterhaus! Meinen herzlichsten Glückwunsch! Der Trick, mit dem Du in Ermangelung Militärischer Erfolge teils als Schwarzmaler, teils als Trostspender den viel er­örterten Mißtrauensantrag des wildgewovdenen Abge­ordneten Milne zur Plattform für einen parlamenta­rischen Sieg benutzt hast, war ausgezeichnet! Nur Dein« Presseregie klappt noch nicht! Der Eindruck, daß die Volksmeinung „Deines" Landes mit der ermun­ternden Willenserklärung des Unterhauses nicht über­einstimmt, hätte unbedingt vermieden werden müssen! Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, den Wortführern der oppositionellen Zeitungen den Mund zu stopfen. Bei unserer nächsten Zusammenkunft werden wir auch zu diesem Punkt entscheidende Beschlüsse fassen.

Dann gleich etwas noch weniger Erfreuliches: Rom - mels Aufmarsch in Aegypten bringt mich hier nach Deinen vorangegangenen optimistischen Erklärun­gen vor meinen Kongreß-Abgeordneten in eine außer­ordentlich peinliche Lage. Ich habe Mühe. den ent­täuschten Parlamentariern auszureden, Du hättest sie regelrecht betrogen, als Du in Washington unter Auf­bietung Deines ganzen Wortschatzes die Kampfkraft der britischen Truppen des nordafrikanischen Kriegsschau­platzes als unüberwindlich rühmtest. Hättest Du lieber geschwiegen, mein lieber Winston! Denn Tobruk, Marsa- Matrük und Alexandrien kann ich jetzt dem amerikani­schen Publikum gegenüber (obgleich ich ihm sonst schon einiges zumuten darf) unmöglich in militärisch belang­lose Mittelmeerbäder verwandeln! Auch derFall von Sewastopol hat Deinem Ansehen hier schwersten Schaden zugefügt ^— von der Niederlage der sowjetischen Agitation ganz abgesehen. Warum hast du in Washing­ton eigentlich mit derart blindem Eifer in das Mos­kauer Horn geblasen: „Die stärkste Festung der Welt wird gehalten, gegen jeden Ansturm und um jeden Preis?" Jetzt haben wir die Pleite, und der Eeaner triumphiert! Wer befreit uns außerdem von dem Alp­druck, den der wuchtige Durchbruch der deutschen Truppen im mittleren und südlichen Teil der Sowjetfront für uns brachte? Üeberhaupt müssen wir endlich Schluß machen mit der unheilvollen These: „Der Feind siegt sich tot — wir aber werden van einer Niederlage zur anderen stärker!" Der Spott des Volkes über diese nicht mehr zeitgemäße Formel wird immer bissiger. Sodann: daß wiederum Senegalneger, Neuseeländer, südafrikanische Truppen und Inder einen britischen Rückzug, diesmal das „flüssige Manöver" am Rande des Nildeltas, decken müssen, hätte gleichfalls nicht so schnell in die Öffentlichkeit dringen dürfen, wenn ich auch, unter uns gesagt, gegen die ausgiebige Verwen­dung von nichtbritischem Kanonenfutter an sich kaum etwas einzuwenden habe! Meinen durch das Kriegs­ministerium erteilten Auftrag zür Herstellung von einer Million „Siegesabzeichen für die alliierten Soldaten" habe ich allerdings vorsichtshalber in aller Stille zurück­gezogen, um uns beide den an diese „Rüstungsproduk­tion" geknüpften Frotzeleien nicht noch länger auszu­setzen.

Mit größtem Unmut las ich soeben den Bericht meines Londoner Beauftragten Aoerill Harriman über die abfällige Kritik, die sich. sogenannte Militärkorre- spondenten der britischen Presse an den in Nordafrika eingesetzten USA.-Panzern des Typ „General Erant" erlauben. Ich habe volles Verständnis für den-Versuch

«NININNNNIIIIINIIIININNINNMMNMMININNIMMIMMINNNNNNIN I I NN NNI ,

Vnssr l'aySsspreAsI

In den Abschnitten Charkow und Kursk wurde der Feind auf der gesamten Angriffsfront geschlagen; stärkere Feindkräfte konnten eingeschlossen werden. Unsere siegreichen Truppen befinden sich in raschem Vordringen auf den Don.

Frontoffiziere gaben in Berlin ein packendes Bild des erfolgreichen heldenhaften Ringens unserer Krimkämpser, unter denen sich auch Männer aus Bremen und dem übrigen Nordscegau befinden, um die stärkste Festung der Welt.

In Aegypten nimmt der Kamps an der El-Alamein- Stellung seinen Fortgang.

Dr. Goebbels eröffnete in München mit einer tief­schürfenden Rede die Große Deutsche Kunstausstellung. Die Deutschen Linoleum-Werke ziehen 10 Mill. RM. eigene Aktien ein und berichtigen um 3 Mill. RM. Gauleiter Wegcner erläßt wichtige Anordnungen zur Gemüse- und Kartoffelversorgung in Bremen.

Ab sofort darf jedem Soldaten mit Feldpostnum­mer monatlich ein Päckchen bis zum Gewicht von 1000 Gramm geschickt werden.

Ober Sewastopol wehen die flaggen der Sieger

Vle vernichtenden Wirkungen des deutschen flngriffs — Hie Stadt tags darauf...

Seit dem denkwürdigen 1. Juli, an dem deutsch« und rumänische Truppen den Fall von Sewastopol erzwängen, wehen aus den höchsten Zinnen der zerstörten Festung die Reich-kricgsflagge und'd(c rumänischen Hoheitszeichen. Sie wehen hoch über den Trümmern der Stadt über dem mit Wracks versenkter Zerstörer, Kreuzer und anderer Kriegs- sahrzcuge angesüllten Hafenbecken. Kein sestes Gebäude, keine Werst, keine Fabrik und kein Dock blieben unver­sehrt. Nur noch wenige Ruinen weisen Teile eines Daches aus. Die Befehlshaber der Stadt hatten dieses Schicksal berausgcsordert. Sie hatten in diesem aussichtslosen Kampf alles geopfert, was die Kiistenarmee General Pctrows, die Ersatz-Reserven des Kaukasus und die zivilen Verteidi­gungskräfte auszubicten hatten. Als der Fall'der Festung nicht mehr auszuhalten war, haben sich die Bolschcwisten nicht gescheut, Flintenweiber vorzuschicken, die die deut­schen Soldaten aus dem Hinterhalt abschießen sollten. Alle diese Kampfmcthoden haben nichts genutzt.

. . . . .4. Juli. (PK). Am Tage nach der Einnahme erkannten wir Sewastopol kaum wieder. War es gestern noch eine Stadt zwischen Hölle und' Himmel, zwischen Stöhnen und Lachen, eine wohl sterbende Stadt, in der aber jeder Stein in Qualm und Feuer gespenstisches Leben gewann, so hat der Tod über Nacht ihre Züge völlig entstellt. Der lärmende Veitstanz der Einschläge das Rasseln der Sturmgeschütze, -das Trapsen der Sol- datenstizfel. das wie hysterisch immer wieder auf­flackerst« Knattern der Munition, die in den brennen­den Häusern hochging, die peitschende Jagd kurzer, per- vöser Feuerstöße ans Maschinengewehren, das bösartige Schnurren und Orgeln der Bomber, diö wie Mstfkn- schwarme über der Stadt standen, das. Rauschen oer Bomben und das Winseln der Granaten, ihr Bersten und das Krachen und Gepalter der einstürzenden Häuser — dies Inferno der Geräusche ist nun mit einem Male abgelöst von einer Stille, daß man vor der eigenen

Stimme erschrickt, und verwundert, ja geradezu fassungs­los hebt man den Kopf und blickt nach dem Schwalben- pärchen, das auf einem Telephondraht sich niedergelassen hat und unbekümmert laut und schmetternd drauflos zwitschert, baß es in den Ruinen nur so widerhallt.

Ab und zu gerät in den Ruinen das Geröll ins Rutschen oder eine Mauer hat den letzten Halt ver­loren und bricht plötzlich zusammen. Dann hört man von der anderen Seite der schluchtartigen Bucht ein hohles, verlorenes Echo.

Nichts rührt sich sonst. Starr und stumm- liegt Sewa­stopol vor uns. Sein totes, wächsernes Gesicht gleicht einer Mondlandschaft. Kein Lüftchen bewegt sich, blei­ern und wie mit verhaltenem Atem liegt das Schwarze Meer vor der Bucht und.; steht mit dem ausdruckslosen, unpersönlichen Ernst eines innerlich nicht sehr beteilig­test Trauergaftes aus die tote Stadt. Gestern strahlte es noch in tiefstem Azurblau, und der Hjmmel, der heute, obgleich zwar .wolkenlos, aussieht, als sei er mit einer seinen graiix-ir Staubschicht überzogen, hatte — kaum war die Stadt endgültig in unserer Hand — wie auf dieses Zeichen hin ein Festkleid angelegt von geradezu unwirklicher Farbenpracht. Die Felder und Berge ringsum leuchteten in einem Rot. als brenne die Welt ein Freudenfeuer ab. Ein Wunder schien geschehen, und dieses äußere Bild stimmte ganz überein mit dem Lachen, das die Straßen erfüllte, indes die Stadt in den letzten Zügen lag.

Dieses Lachen statte fast etwas Unheimliches, denn es freuten sich nicht unserer Landser, die ja gute Gründe dazu statten, «"> «4 sie doch 4 Wochen gegen diese Stadt angerannt, .sondern -selbst im Anblick ihres eigenen vernichteten Heims sogar Zivilisten. Ihr „Spassiva!" („Danke"), da» st« »r» immer wieder entgegenliefe«,

ließ manchmal daran zweiseln, ob diese Aermsten, denen wenige Minuten zuvor das nackte Granen die Kehle zugeschnürt hatte, noch bei klarem Verstände waren.

Taumelten sie buchstäblich meist noch vor Freude in das Leben, das ihnen doch noch geschenkt worden war, so schienen sie heute erstarrt wie die ganze Stadt, denn erst jetzt kommt ihnen das ganze Unglück zu Bewußt­sein, das der Irrsinn der bolschewistischen Verteidiger über sie gebracht hat. Gibt es doch in ganz Sewastopol kein Haus mehr, in dem man eine Bleibe finden tonnte, und so ziehen mit ihren Bündeln viele wieder zurück in ihre Felsenhöhlen, in denen sie während der Belage­rung der Stadt den letzten Schutz gesucht hatten.

Wie oft gebraucht man das Wort, daß kein Stein mehr aus dem anderen steht — hier ist es grauenhaft greifbare Wirklichkeit geworden. Nirgends in diesem Krieg — ob im Westen oder Osten — haben wir ein gleiches Bild völliger Verwüstung gesehen. Sewastopol ist heute nur noch ein geographischer Begriff. Es ist so vollkommen zerstört, daß kaum eine Straße für Slutos noch passierbar ist. Die großen Quadersteine, aus denen hier alle Häuser bestanden haben, versperren in stock- werthohen Hügeln die Weg«.

. Um so lebhafter geht es an der Peripherie zu. Bau- ioldaten sind fleißig dabei, Brücken und Zugänge zu der Stadt wieder herzustellen, indessen die Gefangenen da­neben die gefallenen Bolschewiken und Pferdekadaver bergen und begraben. Stukas ziehen über uns hinweg emsig ihre Bahn zu der Halbinsel Cherson, um den letzten spärlichen Teilen der bolschewistischen Krim- Armee. die sich in verzweifelter Flucht dorthin zurück­gezogen haben, den Rest zu geben.

)f-llri»r«b«rl«dt«r vr. s«rw»«n> ktirkob.

wieder starke seindkrafte eingeschlossen

Rasches Vordringen aus den Von — erbittertes Mngen um die ki-fllamein-Stettung

Aus dem Führerhanptqnartier, 4. Juli, Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Süd­westlich von Sewastopol wurde der Widerstand letzter Reste bolschewistischer Truppen ans der Halbinsel Cher- sones gebrochen. Die Vernichtung einzelner versprengter und in Bunkern eingeschlossener kleiner Kriistegruppen steht vor dem Abschluß. Im Seegebiet südlich der Krim versenkten Kampfflugzeuge einen seindlichen Bewacher.

In den Abschnitten Charkow und Kursk haben die deutschen und verbündeten Truppen den Feind auf der gesamten Angrissssront geschlagen. Stärkere Kräfte des Gegners sind durch umfassenden Angriff eingeschlossen. Schnelle Verbände befinden sich in raschem Vordringen auf den Don. Kamps-, Zerstörer- und Jagdgeschwader unterstützten in rollenden Einsätzen die Angriffsopcratio- nen und-fügten dem Gegner empfindliche Verluste an

Mensche« «nd Material z«. Ei« Flakartill«rie-Regime«t vernichtete im Erdtampf 47 feindlich« Panzer »nd brachte neun Sowjetflngzenge zum Absturz.

An der Eismeerfront bombardierte die Luftwaffe Flakstellungen im Stadt- und Hafengeviet von Mur­mansk sowie eine» wichtigen Flugstützpunkt ostwärts der Kolabucht. In der Nacht zum 4. Juli wurde im nördlichen Eismeer ein feindliches Handelsschiff von 10 000 BRT. durch Luftangriffe versenkt.

In Aegypten dauert das erbitterte Ringen um di« stark befestigte El-Alamein-Stellnng noch an. Gegen­angriffe, die der Feind mit herangeführte» Verstär­kungen unternahm, wurden in harte» Kämpfen abge­schlagen, weitere Widerstandsnester niedergekämpft. In Lustkämpsen schössen deutsche und italienische Jäger 28 britische Flugzeuge ab."