Ausgabe 
(2.7.1942) Nr. 179
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parteiamtliche Tageszeitung

Eas Amtsblatt des Negierenden vürgermeistcrs der Freien Fjanfeftaöt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

pmtlidieo Dcrhünöungsblatt des Nelchsstattlfalters in Oldenburg und Bremen

Nr. , 12. Jahrgang

Donnerstag, 2. Juli 1942

kinzelpreis 15 Npf.

Sieg in SerSchlacht aller Schlachten": im Juni 886000 VM. versenkt

Stärkste Festung der Welt genommen

Vorbildliches Zusammenwirken aller Waffengattungen

Aus dem Führerhauptquartier, 1. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Sewastopol ist gefallen! lieber Festung, Stadt und Hafen wehen die deutschen und rumänischen Kriegsflaggen! Unter Füh­rung des Generalobersten von Manstein haben deutsche und rumänische Truppen, hervorragend unterstützt von den bewährten Nahkampf-Fliegerkorps des Gene­ralobersten Freiherrn von Richthofen, nach 25tägigem erbittertem Ringen heute Mittag die bisher stärkste Land- und Seefestung der Welt bezwungen.

Starke Forts, in Fels gehauene Befestigungswerke, unterirdische Kampfan­lagen, Beton- und Erdbunker, sowie unzählige Feldbefestigungen wurden in vor­bildlichem Zusammenwirken aller Waffen genommen. Gefangenen- und Beute­zahlen lassen sich noch nicht übersehen. Reste der geschlagenen Sewastopol- Armee haben sich auf die Halbinsel Chersones geflüchtet. Auf engstem Raum zusammengedrängt gehen sie ihrer Vernichtung entgegen.

Im Osten zum Angriff angetreten

flchsentruppen Kümpfen gegen letzte Vefestigung vor fllerandrien

Sieg des Heldentums ]

Der Dorn aus der Südflanke der Ostfront entfernt

Drahtbcricht unserer Berliner Schriftlcitmig

dr. w. sch Berlin, 1. Juli. Unsagbare stolze Sieges­freude und zugleich ein heiß aufguellendes Gefühl der tiefsten Dankbarkeit für die schier übermenschlichen hel­dischen Leistungen erfüllte uns, als wir am späten Abend des Mittwoch die Nachricht erhielten, daß Sewastopol gefallen ist, und daß die Reichskriegsflagge über der Stadt und über dem Hafen weht. Sewastopol gefallen! An den Namen knüpfen sich die bedeulsanrsten Erinne­rungen der Kriegsgeschichte. Vor 90 Jahren, während des Krimkrieges 1854/55 stand die gewaltige Festung am Schwarzen Meer über ein Jahr lang im Zentrum des Weltinteresses. Während des ersten . Weltkrieges wurde Sewastopol im Oktober 1914 von den deutschen KreuzernKocben" undBreslau" beschossen; von un­seren Truppen beseht wurde die Stadt erst am 1. Mai 1918, und.zwar durch die Heeresgruppe Eichhorn.

Als der^Wehrmachtsbericht vom Mittwoch den Fall des geschichtlich berühmten Forts Malakow meldete, da konnten wir schon wissen, dag der Kampf um die starke Festung an der Südspitze der Krim den Höhepunkt über­schritten hatte und dag die Entscheidung unmittelbar bevorstand, genau so wie es im Krim-Kriege der Fall war,' als die französischen Truppen am 8. September 1855 nach einer Belagerung von 349 Tagen diese wich­tigste Befestigung unmittelbar am Rande der Innenstadt erstürmt hatten. '9fIs die Russen damals nach ungemein zäher Verteidigung die beherrschende Höhe hatten preis­geben müssen, fielen, unmittelbar anschliegend Stadt und Hafen dciü französischen Belagerungstruppen in die Hände, schossen.Paris und London Salut und illuminier­ten, und der Krimkrieg war zu Ende.

Nachdem wiederum der erfolgreiche Sturm auf das Malakow-Fort das Schicksal von Sewastopol besiegelt bat, ist cs diesmal an uns, der großen Siegcssreudc Ausdruck zu geprn. Die strategische Bedeutung des Er­eignisses kann gar nicht übertrieben werden. Sie ist in den letzten Wochen in allen Betrachtungen der Ge­genseite, als man doch noch Hosfnungen machte, dag die Sowjets aushalten würden, in stärkster Weise »nter- (Fortsetzung auf Seite 2)

van Manstein öeneralfelömacschall

Aus dem Führcrhauptquartier, 1. Juli. Der Führer hat den Oberbefehlshaber der Krim-Armee, Generaloberst von Manstein, zum Eeneralfeldmar- fchall befördert und folgendes Telegramm an ihn ge­richtet:An den Oberbefehlshaber der Krim-Armee, Ge­neraloberst o. Manstein! In dankbarer Würdigung Ihrer besonderen Verdienste um die siegreich durchgefiihrtcn Kämpfe auf der Krim, die mit der Vernichtungsschlacht von Kertsch und der Bezwingung der durch 'Natur und Bauten mächtigen Festung Sewastopol ihre Krönung fanden, befördere ich Sie zum Generalseldmarschall. Mit Ihrer Beförderung und durch die Stiftung eines Er- innerungsschildes für alle Krim-Kämpfer ehre ich vor dem ganzen deutschen Volk die heldenhaften Leistungen der unter Ihrem Befehl fechtenden Truppen.

Adolf Hitler."

Aus dem F n h r e r h aup t'q u a r tr e r, 1. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Angriff gegen Sewastopol wurde der Einbruch in den inneren Festungsgürtel an mehreren Stellen zum Durchbruch erweitert. Deutsche Truppen drangen, von der Luftwaffe hervorragend unterstützt, bis zu den Verteidigungsstellungen am Ostrand der Stadt vor und erstürmten das aus dem Krimkrieg bekannte Fort Maiakow. Von Osten angreifende Divisionen stießen nach dem Durchbruch durch die Sapun-Stellung in breiter Front tief in das Festungskampsfeld vor und befinden sich in fortschreitendem Angriff. Dabei wurde in hartnäckigen Kämpfen der Uebcrgang über eine« ausgedehnten Panzerabivehrgraben erzwungen und zahl­reiche durch moderne Kampfanlagen ausgebaute Höhen­stellungen genommen. Rumänische Truppen gewannen in schnellem Vorstoß Stadt und Hafen Balaklawa.

Im südlichen und mittleren Teil der Ostfront sind deutsche und verbündete Truppen zum Angriff an- gctreten. Nachtangriffe von Kampsfliegernverbänden gegen den feindlichen Nachfchubverkehr im Raume zwi­schen Don und Oskol verursachten große Zerstörungen in mehreren wichtigen Bahnknotenpunkten. Im Gebiet westlich des W o l ch o w wurde die Säuberung des Ge­ländes von zersprengten Resten des Feindes fortgesetzt. Artillerie zerschlug erneute Bereitstellungen der Sowjets vor dem Wolchow-Brückenkopf. An der EinschlicßuNgs- sront von Leningrad griffen Kamps- und Sturz­kampfflugzeuge mit gutem Erfolg feindliche Panzer­bereitstellungen an und bekämpften Eisenbahnanlagen im Waldai-Gcbiet. Im hohen Norden wurden Hasen- und Industrieanlagen sowie ein feindlicher Flugzeug­stützpunkt von der Luftwaffe schwer getroffen. In

Aegypten stiegen deutsche und italienische Truppen durch das Gebiet von El Daba nach Osten vor und stehen im Angriff gegen die El-Alamein-Stellung, die letzte, feindliche Befestigung vor Alexandrien. Bor Alexandrien griff ein deutsches Unterseeboot einen stark gesicherten Geleitzug an und versenkte einen Truppen­transporter von 13 (100 BRT. Auf Malta bombardier­ten Kampfflugzeuge in der letzten Nacht den Flugplatz Lucca. Bombenvolltreffer zerstörten mehrere am Boden abgestellte Flugzeuge und riefen größere Brandfelder in den Flugplatzanlagen hervor.

Der. Kampf gegen die feindliche Berforgungsfchiff- fahrt brachte auch im Monat Juni große Erfolge. Es wurden 156 feindliche Schiffe mit zusammen 886 060 BRT. versenkt. Außerdem wurden 58 feindliche Han­delsschiffe durch Torpedo oder Bombentreffer beschädigt. An diesem Erfolg ist die Untcrseebootwaffe mit der Versenkung von 132 Schiffen mit 755 3110 BRT. hervor­ragend beteiligt."

über 30 Wracks versenkter Kampfer

Buenos Aires, 1. Juli. Das Frachtschiff der argen­tinischen staatlichen HandelsflotteRio Teuco" ist aus llSA. kommend in Buenos Aires eingetroffen. Die Besatzung berichtete, daß sie bei Norfolk in nächster Nähe der Küste eisten förmlichen Schiffsfriedhof ge­sichtet 'habe. Sie Hütten über 30 Wracks versenkter Schiffe gezählt, die dort die Schiffahrt außerordentlich erschwerten. Vom USA.-Marineministerium wird erneut der Verlust'von .acht Handelsschiffen in den (bewässern der atlantischen Küste und in der Karibischen See zugegeben.

* Steigende Wirkungskraft der deutschen U-Voote

Sie stolze Monatsbilanz des Kampfes gegen den feindlichen Schiffsraum

Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitnns ,ckr. w. .-di. Berlin, 1. Juli. Die stolzen Erfolgs- ziffcrn unseres Kampfes zegen den feindlichen Schiffs­raum im abgelaufcnen Monat Juni sind ein ganz be­sonders wuchtiger Schlag gegen die letzten Hoffnungen, die sich unsere Gegner aus eine mögliche Wende der für sic immer entscheidender und tatastrophaler werdenden Entwicklung des Tonnageproblems gemacht haben. Wenn überhaupt, so dursten sie sich jür den Monat der kür­zesten Nächte eine Minderung der Erfolgsmöglichkeiten ; jür die deutschen Unterseeboote versprechen. Die Tat- ' sachc, daß auch diese Illusion getrogen hat, beweist, daß trotz des Rckordergebnisfes im Mai die Wirkungskraft unserer U-Boote aus einer weiter ansteigenden Linie vcriäuft. zumal angesichts des bereits zu verzeichnenden gewaltigen Toniiageschwundes die Weltmeere sich ge­leert haben und darum die Zahl der Zielobjekte -für unsere Torpedorohre geringer geworden ist. Trotz dieser Erschwerung hat sich das Ergebnis des U-Boot k r i c g e s im Juni mit 775 :.Ü0 BRT. aus säst die gleiche Höhe wie im Rekordmonat Mai mit 767 400 BRT. gestellt.

Der geringfügige Unterschied des Gesamt «rgebnisses von 800 000 BRT. gegen 924 400 BRT. im Vormonat liegt in. den verschiedenen Erfolgszifsern der Luftwaffe beglMScst.. Heren Wirkungskraft in besonderer Weife eiuiiM 'ifen 'Witterungsvcrhältnissen lind zum anderen von den gegnerischen Versuchen abhängt, Gcleitzugunter- nehmplMn,, ipi Aktionsbereich unserer Luftwaffe durch- iiifiii^öii. Jm> Mai war es vor allem-die Zerschlagung des, SFu sengclsitzuges der britischen und amerikanischen -pchiffe, die den Sowjets durch das nördliche Eismeer die so dringend benötigte Entlastung bringen sollten, die der Lufrwafic zu ihrem stolzen Erfolg :m Ausmaß van 157 000 BRT. vcrhalf, Im abgelaufenen Monat sah sich Churchill durch die verzweifelte Rot auf Malta und Afrika vikranlasu, in den beiden von Gibraltar nach Alcrandrien ansg,laufenen Geleiltziigen willkommene Z:ele für die deutsche und die italienische Luftwaffe zu

schicken, die zum größten Teil heute auf dem Grunde des Mittelmeeres ruhen.

In der Veröffentlichung des Juni-Ergebnisses liegt somit die Feststellung eingeschlossen, daß alle gegneri­schen Ankündigungen, die von zunehmenden »nd er­folgsicheren Abwehrmaßnahmen sprechen, eitel Prah­lerei waren, und daß die Schiffsraumnot unserer Geg­ner sich immer inehr der Katastrophe nähert.

Es findet sich heute im^feindlichen Lager kein ernst­hafter Mensch mehr, der noch den geringsten Zweifel an der Zuverlässigkeit der von uns veröffentlichten Zahlen äußern möchte. Seitdem das britische Parlament den schlimmen Regiefehler machte und den Fall Mc. Eovern an die große Glocke hängte, weiß die ganze Weltöffent­lichkeit, daß von amtlicher britischer Seite in geheimer Unterhaussitzung Vcrlustziffern genannt worden sind, die ganz erheblich über den von uns gemeldeten Ver­senkungen liegen. Darüber hinaus hat der militärische Mitarbeiter derNew Park Times" eine Berlustrech- nung für das erste halbe Jahr seit dem amerikanischen Kriegseintritt aufgemacht, hinter der ebenfalls die Ad­ditionsziffer der von uns veröffentlichten Monatsergeb- nisie in der gleichen Zeit weit zurückbleibt. Danach er­scheint der Schwund der feindlichen Tonnage in der Tat die Grenze des Erträglichen schon erreicht, wenn nicht schon überschritten zu haben.

Wir wissen aus den Erinnerungen vieler gegnerischer Staatsmänner,des ersten Weltkrieges, dgß ingv. dagialp bereits der Verzweiflung sehr nahe war und den Zu­sammenbruch als Folge des deutschen U-Boot-Krieges unmittelbar vor Augen sah. Wenn nun auch einige Monatsergcbnisse im ersten Weltkrieg noch höher lagen als heute, so fehlt doch die Kontinuität des Erfolges und die fortlaufende Steigerung der Versenkungsziffern. Hinzu kommt, daß der Wcltschiffsraum bei Beginn die­ses Krieges wesentlich kleiner war als damals, während andererseits das Bedürfnis nach Schiffsraum angesichts der gewaltig gesteigerten Transpoctnotwrndigkeiten die­ses Krieges ganz unvergleichlich viel größer ist. Vor

einem Vierteljahrhundert brauchten die Engländer den riesigen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung nicht zu machen, um nach Aegypten und dem ganzen Nahen Osten zu kommen. Damals konnten sie wenig angefoch- tcn über die Mittelineerwege verfügen. Wenn nicht die Lage heute sehr viel schlimmer erschiene als im ersten Weltkrieg, wo sich unsere Gegner der Katastrophe nahe­fühlten, io wäre das anhaltende laute Jammern nicht verständlich, so hiittenZich vor allem sicher Roosevelt un» Churchill nicht das Geständnis in der Abschlußerklärung nach den Washingtoner Besprechungen abgerungen, in dem die schweren Opfer an Frachtschiffen als Folge des U-Boot-Krieges der Achsenmächte zugegeben werden.

Es ist heute beinahe soweit, daß Sondermeldungen über U-Boot-Er folge in der gegnerischen Oeffentlichkert wicht mehr als Sensation wirken, baß 'man vielmehr die gleichbletbenben und verstärkten wuchtigen Schläge in dumpfer Ergebenheit als etwas Unabwendbares htn- nimmt. Auch darüber ist man sich heute im klaren, daß alle Versprechungen, nach denen die Neubauten langsam aber sicher die Versenkungsziffern in den Schatten stellen sollten, nichts als prahlerischer Bluff waren. Die Tat­sache wird heute von der'gesamten noch einigermaßen ernst zu nehmenden gegnerischen Publizistik anerkannt, daß das phantastische Schiffsbauprogramm Roofevelts hinter dem Voranschlag weit zurückgeblieben ist. Dar­über hinaus haben amerikanische Sachverständige fest-

f ltell^,..LLßjLlbstdje. DutMMiuxg des v.orgesehenen cogramms für 1942 nicht wusreichen werde, um die bisher eingetretenen und als wahrscheinlich weiter zu berechnenden Verluste auszugleichen. Wie entscheidend sich die Tonnagenot auf allen Gebieten der Kriegführung für unsere Feinde auswirkt, das zeigt sich jetzt besonders emdrucksvolk an dem Beispiel Afrika. Roosevelt und Churchill sehen nach wie vor kein Mittel, um das ihnen von de« deutschen ll-Booten drohende Unheil abzuwen­den, Die 886 000 BRT., die im Juli auf den Meeres­grund geschickt wurden, bedeuten einen gewaltigen Schritt näher zur Katastrophe hin.

Da- Zh<U dm Smiäk2mdm(,t im StkumuH Y/lm

Von SA.-Gruppenführer Erich Hasse

Das erbitterte Ringen um die rote Seefestung Se­wastopol war der Höhepunkt des Kampfes um eine beherrschende Machtstellung an der Slldwestgrenze des Sowjetstaates. Schon rein erdräumlich gesehen springt die Halbinsel Krim wie eine das Schwarze Meer be­herrschende Bastion in diesen Seeraum hinaus, an den sich die Südflanke der bolschewistischen Front anlehnt und der durch den Bosporus und das Mittelmeer die Verbindung zu den Ozeanen herstellt. Vom Bosporus und von-den transkaukasischen Oelleitungen bei Batum und Poti mit je 750 Kilometer ungefähr gleichweit entfernt, beherrscht die Festung den ganzen Meeres­raum, der sich zwischen der Krim und der kleinasiati- ichsn Küste auf 300 Kilometer verengt. Nahezu die Hälfte seiner Küsten stand unter der Herrschaft der Sowjets.

Der hervorragenden Kllstenlage entsprach die so­wjetische Seegeltung. Mit einer Kriegsflotte von einem Schlachtschiff, einem Flugzeugträger, 6 Kreuzern, 20 Zerstörern, etwa 50 ll-Booten und zahlreichen Klein­kampfschiffen besaß hier der Bolschewismus eine be­herrschende Stellung. Ihr entsprach auch die Bedeu­tung der sowjetischen Handelsschiffahrt: 116 Schiffe mit 437 028 BRT. waren in den Schwarzmeerhäfen be­heimatet. Das sind 36 Prozent des gesamten Han­delsschiffraums der Sowjets, der sich im übrigen auf den Fernen Osten (364 686 BRT.), auf die Ostsee (270 530 BRT.) und auf das nördliche Eismeer (104 354 BRT.) verteilt. Hier im Schwarzen Meer ist vor allem, von weüigen kleinen Fahrzeugen in Ostasien abgesehen, die gesamte Tankerflotte der Sowjets von 21 Oel- transportern mit 126 000 BRT. stationiert. Auf diese Seemacht gestützt, haben die Bolschewisten nach der Er­oberung der Küste von Odessa bis Kertsch durch unsere 'Truppen immer wieder versucht, über das Meer An­griffe gegen die deutsche Slldflanke vorzutragcn, aber die überlegene deutsche Luftwaffe brachte im Verein mit unserem wachsamen Küstenschutz diese Versuche stets zum Scheitern. Neben zahlreichen Kriegsfahrzeugen haben die Bolschewisten hierbei einen erheblichen Teil ihrer Handelsschiffe, besonders größere Transporter, verloren. Odessa, Nikolajew und Cherson blieben fest in unserer Hand, und Feodosia und Kertsch wurden in einer großen Kesselschlacht im Mai dieses Jahres endgültig der deutschen Ostfront gesichert. Mit dem Fall von Sewastopol verlieren die Sowjets nun den Eck­pfeiler ihrer beherrschenden Stellung am Schwarzen Meer, dessen Ostküste mit dem nur zweitrangigen Kriegshafen Noworofsisk, mit Tuapse, dem Heimathafen der Tankerflotte, sowie mit Poti und Batum unter deutscher Bedrohung, vor allem aus der Luft, liegt.

Schon heute steht der Rest der roten Kriegs- und Handelsflotte im Schwarzen Meer vor der Frage, ob die Flucht in die türkischen Häfen oder die Selbstvernich­tung ihr Schicksal werden soll. Der Fall von Sewastopol ist gleichbedeutend mit dem Verlust.der bolschewistischen Machtstellung am Schwarzen Meer und leitet über zum_ Zusammenbruch der westkaukasischen Küstenfront. Gewiß ist die Seemacht der ^ Achsenmächte in diesem europäischen Randmeer nur klein, aber wiederholt schon haben sich rumänische Kriegsschiffe über und unter Wasser erfolgreich mit den Sowjets gemessen, und neuerdings sind deutsche und italienische Schnellboote mit großem Erfolg gegen die roten Seestreitkräfte ein­gesetzt worden. Vor allem aber ist es die überlegene deutsche Luftwaffe, die jetzt das Schwarze Meer und damit die dem Feind noch verbliebene Küste unbestritten beherrscht und alle sowjetischen Versuche, hier das Schicksal noch einmal zu wenden, zur Ohnmacht ver­dammt.

Der Jahrhunderte alte moskowitische Traum der alleinigen Beherrschung dieses südeuropäischen Meeres, das die Brücke nach Vorderasien und darüber hinaus nach dem zentralasiatischen Raum schlägt, ist mit dem

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Unser Tagesspiegel

2m mittleren und südlichen Abschnitt der Ostfront sind die deutschen und verbündeten Truppen zum Angriff angetreten.

Sewastopol wurde von den deutschen und rumä­nischen Truppen nach 25tägigem erbittertem Ringen genommen.

Der Führer beförderte Generaloberst von Manstein zum Eeneralfeldmarschall.

In Aegypten kämpfe» die Streitkräfte dcb Achse gegen die letzte feindliche Befestigung vor Alexan­drien.

Im Juni wurden von unserer U-Boot- und Luft­waffe insgesamt 886 »00 BRT. versenkt.

Japan verzeichnet neue Erfolge im Kampfe gegen Tschungking-China.

Anläßlich der Jnkrafttretung des Gesetzes über den Einsatz der deutschen Frau im Kriege sprachen in Berlin der Reichsarbcitsministcr und die Reichs- frauensiihrerin.

In Fortsetzung der Krcisbcreisung besuchte Gau­leiter Paul Wegener am Dienstag Bremen, wo er vormittags vor Vertretern der Wirtschaft, abends vor den Politischen Leitern sprach.