Ausgabe 
(21.4.1945) 93
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Parteiamtliche Tageszeitung

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der Nationals ozialisten Bremens

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Nummer 93 15. Jahrgang

Sonnabend, 21. April 1945

Einzelpreis 15 fipl

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Unsere Division!

Von Kreisleiter Max Schümann

Mehr denn je leuchtet aus dem Kampf, den unsere Einheiten zu führen haben, das Ein- wlfcämpfertum hervor. Sowohl der Wehr- machtberichteäls auch die Tagesbefehle der einzelnen IJöniu^bdeure an fffre Truppen be­richten stets, von der Unerschrockenheit des deutschen SoWaten. Ob sie nun mit 16 Jah­ren zur Wdfteegreilen oder aber sich im Lan- desschützenDatsHlon gegen eine feindliche übennflcht zur Wehr setzen, stets ist es das -gleiche Bild des Qqfe-jjgäms.

Der Kampf um 'Bremen mit den zunächst gefügten Kämpfen US weiteren Vorfeld ist von uns. die Wir-uns in dieser Stadt befinden, mit, heißet*’ und: bangem Herzen verfolgt wor­den. ob die Truppen, *die dort vdrne emge ; setzt sind, tapfer kära((Jend ihren Manri 1 stehen werden. Der Verlauf ist bisher so ge-' wesen, daß der Feind trotz seiner zahlen­mäßigen Ubenjjacht und seiner Elite- Verbände, die er glaubte hier einsetzen 1 zu müssen, nur langsam, fast möchte man sagen, schrittweise vorwärtsgekommen, ist. Wir haben in den vergangenen Jah­ren sehr oft schon in unserer Stadt mit den verschiedensten Truppenteilen Fühlung bekommen. Offiziere und Soldaten sind in Friedens- und Kriegsjahren gern in der Gar­nison Bremen gewesen, und die Bevölkerung tat ein übriges, um diesen Soldaten, die hier ihre Ausbildungszeit erlebten, ein Stück deut­scher Heimat gastfreundlichst zu vermitteln.

Bremen ist bekanntlich eine der ersten Städte Deutschlands gewesen, die den Luft­terror der Engländer — später der Ameri­kaner — langsam steigernd bis zur größten Härte zu spüren bekommen hat. Zu unserem Schutze marschierte in Bremen mit allen verfügbaren Waffen eine Flakdivision «in, die einen Schutzgürtel um unsere Stadt legte. Ihre Kommandeure als leidenschaftliche Sol­daten mit dem heißen Wollen im Herzen, von der Bevölkerung das schwere Leid abzuwen­den und dem Gegner einen eisernen Vorhang nach oben zu schicken, wären und sind Or­ganisatoren und Könner zugleich.. Nicht um­sonst hat die Royal Air Force mehr als ein­mal verlauten lassen, daß der Anflug auf Bremen mit krepierenden Granaten gespickt sei und daß keine andere Stadt .in*. Deutsch­land so schwer anzufliegen seL.wie diese. In der amerikanischen Fresse wurden Augeft- Riugenberichte der Besatzungsmitglieder ihrer „Fliegenden Festungen“ veröffentlicht und Bilder dieser Piraten sollten das soge­nannte Heldentum dieser Gangster noch unterstreichen. Bremen blieb jahrelang von dem Schwersten verschont. Die6 war nur möglich, weil eine Disziplin und ein Geist in der Truppe wirkte, wie er vom General ge­fördert und vom Stabsoffzier bis zum letzten Flakkanonier mit Begeisterung weitergetra­gen wurde. Diese innere Überzeugung war es, die diese Division zu einer Einheit zu- fiammenschmiedete, und mögen auch in den vergangenen Jahren kleine „Witzeleien“ über die Flak im allgemeinen gesagt worden sein. In Bremen sprach man nur mit großer Ach­tung von ihr. Wie oft wurde, nachdem die ' technische Überlegenheit der anderen größer wurde, die Taktik je nach Lage geändert. Es war und ist das große Verdienst der stets wendigen Offiziere, an der Spitze ihres je­weiligen Generals dem Feinde eine völlige neue Abwehr mit Eisen und Stahl entgegen­zuschleudern.

Jetzt Ist auch der" Krieg für diese Männer in ein anderes Stadium eingetreten. Nicht nur, daß der Feind uns aus der Luft angreift, «ondern er steht unmittelbar vor den Toren Bremens. Viele unserer Volksgenossen haben «Ich in den letzten Wochen gewundert, wenn ln der Presse und auch im Drahtfunk die Mitteilung erging, daß die Flak ein Übungs­schießen vomahm. Ort war es so, daß sogar nach einem Fliegeralarm dieses Übungsschie­schen atattfand und Überschlaue dann ui| l&sterhaften Worten glaubten sagen zu müs­sen. „die sollen- inan schießen, wenn die Feindflugzeuge in der Luft sind“. Jetzt hat aich das Geheimnis uelüftet. Offiziere und Soldaten, die bisher für Können in der Ab­wehr aus der Luft unter Beweis gestellt haben, wurden zu Artilleristen umge­schult. und dieses Übungsschießen hatte den Zweck, daß dis Kampffeld unserer Division nicht nur allein der Luft-, sondern auch der Erdkampf wurda Das wurde bei Tag und Nacht geübt —und nochmals geübt, und wenn in den letzten Tagen vom eigenen Artillerie­feuer gesprochen wurde, dann war es das Feuer unserer Flak-Division. Sie ist es ge­wesen, die mehrere Flußübergänge deä Fein­des abwehrte und ln Zusammenarbeit mit den eingesetzten Infanteristen flankierend die Masse des ansturmenden Gegners femhlelt. Ihr jetziger Kommandeur, der mit seinen Flak-Kanonieren bei der Invasion ln Frank­reich reiche Erfahrungen im Erdkampf sam­meln konnte, steht hier mit seinen Offizieren und Soldaten wieder in der ersten Frontlinie.

Der Feind mag zur Kenntnis nehmen: So wie die Royal Air Force mit Furcht und Grauen den Weg nach Bremen genommen hat, so soll denen, die glauben, diese Stadt be- rennen zu müssen, gleichfalls ein heißer Empfang zuteil werden. Die Männer unserer Division warten darauf.

Generalstreik in Frankreich

Drahtbericht unsere* Vertreters hw. Stockholm, 20. April. Der Bolschewis­mus ergreift nunmehr auch ln Frankreich, *elbst hinter der Front seiner Verbündeten, me Offensive. Die kommunistisch beeinfluß­en Gewerkschaften haben zum 1. Mai den Generalstreik angekündigt, und zwar als ffotest gegen die Langsamkeit der sozialen “-formen.

Polen-Konflikt verschärft

Neue amerikanische Ablehnung — Schlechtes WeitsicherheitsprefekH

Drahtbericht unsere« Vertreter» hw. Stockholm, 20. April. Hinter den Ku­lissen der Konferenz von San Franzisko, die in wenigen Tagen zusammentreten soll, sam­meln sich immer größere Mengen Spreng­stoff. Die Sowjets bestehen mit einer Zähig­keit, die *eigt, # daß sie aus der Polen-Frage endgültig das Prinzip ihrer Vorherrschaft über England und USA entwickeln wollen, uf- Einladung ihres Lubliner Marionetten- gimes zu der Konferenz. Der Moskauer undfunk verlangte erneut eine solche Maß­nahme unter Berufung auf Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und „An­erkennung der Leistungen Lublins für ge­meinsamen Kampf'*. Die Sowjetregierung unterstützt daher diese Ansprüche.

Für die Plutokratie ist es heute, weil die Polenfrage entgegen ihren Wünschen zu einer Prestigeangelegenheit geworden ist, auf die sich wachsendes Mißtrauen ihrer eigenen Öffentlichkeit wegen der weltpolitischen Kon­sequenzen richtet, schwieriger als früher, den immer weltergehenden sowjetischen Forde­rungen nachzukommen.

Die USA-Regierung ließ daher durch Mit­teilung des Außenministeriums eine neue Ab­lehnung des sowjetischen Verlangens nach einer Einladung für Lublin bekanntmachen. Bei dieser Gelegenheit wurde enthüllt, daß die kürzlich übergebene Sowjetnote auf Ein­ladung beharrte. Die amerikanische Antwort

England hat keine derartige Note erhalten, offenbar well die Sowjets damit rechnen, daß Churchill sich natürlich wie immer unter­wirft. Amerikanische Agenturen meiden je­doch aus London, daß man dort nunmehr der amerikanischen Ablehnung voll zustimmt, und ein Teil der englischen Presse bekundet wachsenden Pessimismus gegenüber San Franzisko. Der „Economist“ meint, die ganze neue Weltorganisation verlocke leider zu einer rein zynischen Betrachtung. Der alte Genfer Pakt habe Lücken genug gehabt, aber die Mängel des neuen Apparates seien allzu handgreiflich. Freilich seien bessere und wel­tergehende Vereinbarungen unwahrscheinlich wegen sowjetischer und nordamerikanischer Abneigung. Es werde nicht leicht sein, die Sari-Franzisko-Konferenz zu einem Erfolg zu führen.

Kein Ausweg

ep. Lissabon, 20. April. Alle Hoffnun­gen, daß zwischen den USA. Großbritannien und Sowjetrußland ein Abkommen über den derzeitigen Status der sowjetischen proviso­rischen polnischen Regierung erreicht wird, müssen endgültig als gescheitert angesehen werden, berichtet United Preß Freitag früh aus Washington. Es besteht hier sehr wenig Vertrauen darauf, so erklärt die amerika-

beruft sich auf die bisherige Nichteinlösung: nische Agentur, daß die Besprechungen, die der Krlmübereinkunft. I unmittelbar nach der Ankunft Molotows vor­

gesehen sind, den Weg für eine polnische Vertretung auf der Konferenz von San Fran­zisko bahnen werden.

Die polnische Regierung in London hat einen. Ersatzmann für den polniactien stell­vertretenden Ministerpräsidenten -und. Re­gierungsdelegierten ln Polen ernannt. Die polnische Regierung in London 'hatte am 6. April eine Erklärung des Inhalts heraus­gegeben, daß der VlzemöiisterprSs Ident und die Regierungsdelegierten in PoleO', die eine Einladung vom General Iwanow, dem Be­fehlshaber der 1. weißruthenischen Front, er­halten hatten; an einer Konferenz, teilzuneh­men, von Ihrem Besuch nicht zuriiekgekehrt sind. s

V.

Oberster Sowjelroi einüheruien

Drahtbericht unsere» Vertreters

hw. Stockholm, 20. April. Statin rüstet zu entscheidenden Schritten in Richtung auf einseitige Ausrufung des geplärrten Sowjet­polens. Der höchste Sowjet ist nach Moskau einberufen und die oberste Instainz der Lub­lin-Polen nach Warschau. Von sowjetpolni- scher Seite wird wütend über Verzweiflungs­akte polnischer Nationalisten berichtet, wo­bei u. a. ein jüdischer Sowjetoffizier namens UDger ermordet worden sei. Dia Lublin-pol­nische Presse rast gegen tfie „Londoner Re­aktionäre“, denen sie „terroristische Ver­brechen“ nachsagt. jjj

Wechselvolle Kampfe in der Schlacht vor Berlin

Eigener Drahtbericht

rd. Berlin, 20. April. Die große Schlacht vor Berlin steht Im Mittelpunkt der militäri­schen Ereignisse, die trotzdem an allen an­deren Brennpunkten der Kämpfe in Deutsch­land nichts an Ausdehnung und Bedeutung verlören naben. Die Bolschewisten konnten weiter gegen Berlin Vordringen und einen Keil in das Verteidigungssystem ■ vor dem Berliner Vorfeld treiben, dessen Spitze west­lich Müncheberg bei Tempelberg und Buch­holz liegt und dessen Flanken bis Bad Freienwalde und Frankfurt verlaufen. Der Versuch des Feindes, diesen Keil insbeson­dere im Süden zu erweitern und die Angriffs­spitze mit den Angriffen von Frankfurt aus zu koordinieren, ist fehlgeschlagen, da unsere Truppen bei Frankfurt einen vollen Abwehr­erfolg erzielten und die alte Hauptkampflinie wiederherstellen konnten. Bet Wriezen wird der Versuch unternommen, die Spitze des Angriffskeiies weiter auf Berlin vorzutreiben. Zu diesem- Zwecke haben die Sowjets neue Kräfte herangeführt, die sich mit unseren Reserven bei Steinbeck und Prötzel in schwe­ren Kämpfen befinden. Allein in diesem Kampfraum, der eine der größten Material­schlachten dieses Krieges aufnimmt und ln dem mindestens 6 Panzerarmeen und zahl­reiche Artilleriekorps mit schätzungsweise 2500 Rohren eingesetzt sind, wurden am Don­nerstag wiederum 286 Panzer vernichtet. Da die deutsche Frontlinie trotz der schweren Feindangriffe intakt geblieben ist und weder aufgerissen noch durchstoßen werden konnte. Ist die Schlacht im Vorfeld von Ber­lin noch nicht entschieden. Die nächsten Tage können eine neue Entwicklung bringen.

Die anderen Kampfplätze der Ostfront fal­len in ihrer Bedeutung hinter der Schlacht um Berlin zurück, mit Ausnahme des Kamp­fs im Einbruchsraum Görlitz—Bautzen. Die­ser Feindvorstoß nähert sich beträchtlich der Elbe, gegen die von der anderen Seite die Amerikaner vorstreben. Infolgedessen sind

hiergegen Maßnahmen ergriffen worden, die eine Zurtickdrängung des Einbruchskeiles zum Ziele haben. Im südostdeutschen Kampfraum hat sich die Lage nicht verändert, nachdem sich' der deutsche Widerstand im Semmering, hei St. Pölten und^üdlich Brunn ver­stärkt-hat.

Die Westfront sieht einen langsam aber beständig vordringenden Gegner. Zwischen Ems und Weser gehen die Feindangriffe gegen die nordwestdeutsche Hafenküste wei­ter, und unsere Truppen wurden bis in den Raum südlich Delmenhorst zurückgedrängt. In der Lüneburger Heide haben d.e Engländer nach Norden eingeschwenkt mit dem eindeutigen Ziel der Erreichung Ham­burgs.

An der Elbe-Linie selbst herrscht zur Zeit Ruhe, während die Schlacht in Mitteldeutsch­land mit unverminderter Heftigkeit andauert. Halle ist gefallen, und die in einzelne Kampf­gruppen aufgespaltenen Verteidiger von Leip­zig müssen stärksten Feindangriffen stand­

halten. Von Zwickau aus stoßeri Kampftrup­pen des Feindes über das Erzg ebirge nach Süden vor, während eine zweite: Stoßgruppe von Hof aus in das Sudetenland einzudringen sucht. Jagdkommanöos und Elmgreifreserven konnten diese Verbände auffangtm. Auch zwi­schen Nürnberg und Ansbach , sind Pegerw- maßnahmen eingeleitet,, doch dringt auch hier der Feind nach Süden vor. In Nürnberg wird nur noch der Stadtkern vei •beidigt. Auch in Württemberg konnten die dori t eingesetzten Gaullisten einen tieferen Binbru ch gegen den Mainhardter Wald erzwingen, während sie in den Nachbarabschnitten abgewehrt werden konnten.

Der erneute Luftangriff gegen die Insel Helgoland läßt vermuten, (laß der Feind auch auf diesem Wege gegen (Jas nordwest­deutsche Küstengebiet Aktkmien einzuleiten gedenkt. In jedem Falle jedoch muß er sich damit vertraut machen, daß <t überall auf eine harte und schwerste Vertilgte fordernde Verteidigung stößt.

Wien hinter eisernem Vorhang

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 20. April. Die Sowjets haben prompt nach dem Muster ihres Vorgehen« in anderen unterjochten Ländern auch über Wien und der besetzten Ostmark den eisernen Vorhang heruntergelassen, der ihren Terror und alle Greuel bolschewistischer Besetzung der Umwelt verbergen soll. In einem Teil der englischen Presse wird entrüstet festgestellt, daß die Sowjetregierung sich weiter weigere, selbst voll akkreditierte englische und ameri­kanische Kriegskorrespondenten an Frontge­biete zu lassen. Unglücklicherweise werde das System des geheimnisvollen Schweigens auf jedes neue Gebiet ausgedehnt, das die Rote Armee besetzte. „News Chronicle“ meint, das Verbot für eigentliche Frontbesuche könne man noch verstehen, aber schwer begreiflich

Sowjets werfen neue Kräfte in die Sehlacht

P. K. In der Lausitz, 20. April. Unter einem wetterwendischen Aprilhimmel, der das Stakkato der Spengstoffexplosionen mit dem Donnergrollen jahreszeitlich allzu früher Nachtgewitter mischt, wird die Schlacht um die südöstlichen Zugänge nach Berlin aus­getragen. Die Konzeption des sowjetischen Oberkommandos frühzeitig erkennend, über die drei östlichen Autobahnen mit Je einer Heeresgruppe nach der Reichshauptstadt zu rollen, hat die deutsche Führung nichts un­terlassen, sich an dieser Stelle besonders stark zu machen. Frankfurt, Eberewalde im Norden und Kottbus im Süden sind die Städtenamen. die die russischen Marschälle Rokossowski, Sokolowskl und Konjew in die­sem Zusammenhang am meisten interes­sieren.

Zur Erreichung der Kottbuser Autobahn hatte Konjew zwischen Muskau und Forst seine beiden Panzerarmeen konzentriert, sie am zweiten Tag der Großschlacht über meh­rere panzerfeste Brücken übergesetzt und sie noch ln der Nacht tiber Waldschneisen durch- sickem lassen. Sie sollten am Mittwoch, am dritten Offensivtag, die Überraschung für die Deutschen bilden. Es braucht nicht geleug­net zu werden, daß es schwere Kämpfe kostete, bis die vorgepreschten Spltßen der vorwärtsetrebende» Panzerfinger der Sowjets festgehalten, auriiekgedrängt oder gebrochen werden konnten. Die Zahl vön einem guten Vierteltausend vernichteter Panzer vor Kott­bus und lm Kampf um den zweiten Brücken­

kopf Konjews nördlich Görlitz sagt genug. Aber auch die Tatsache, daß di* Gel&ndege- wlnne des Gegners unter deutscher Kontrolle und vor heftiger, geschlossener Abwehr stehen, erhärtet den Erfolg. Von dem ge­planten weiträumigen operativen Durchbruch ist keine Rede.

Kriegsberichter Walter Estermann.

Gefährliche U-Boote

Genf, 20. April. Die deutsche Kriegsmarine beweise durch Ihre unaufhörlichen Aktionen, daß sie nach wie vor ein gefährlicher Gegner für die Alliierten sei, heißt es in einem Son­derbericht der „Yorkshire Post“. Die jetzigen U-Boot-Unternehmen, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hätten, würden haupt­sächlich ln den britischen Küstengewässern durchgeführt, die man bis vor kurzem als verhältnismäßig sicher angesehen habe. Der Nachschubverkehr von Amerika nach Eng­land sei „wie ln alten Zelten“ dauernden Ge­fahren ausgesetzt. Weiter besäßen die Deut­schen Hunderte von schnellen, mit Torpedos bewaffneten U-Booten, die gleichfalls eine fortgesetzte Bedrohung für die alliierte Schiffahrt darstellten. Außerdem verfügten sie über eine große Anzahl Spezialschiffe, die den Schutz der eigenen Konvois und der Küstenschiffahrt übernähmen. Damit noch nicht genug, besitze Deutschland aber auch noch eine moderne Flotte von großen Kriegs- «chiffen.

sei, warum den engiisch-amerlhinischen Re­portern der Zutritt nach Wlien verweigert werde.

Englischen Meldungen zufolge verlangt Tito für sein bolschewistisches Sjyisfcem die Be­setzung Kärntens. Aus Budapest verlautet, daß die Sowjets bereits den SSturz der von ihnen eingesetzten Übergangsre gierung Miklos auf dem Wege zum vollsten Soivjetsystem ein- geieitet haben. Moskau trifft gleichzeitig, ohne Rücksicht auf seine Verbünicleten, weitere Vorbereitungen zur Bolschewis i-enmg des Be- nesch-Regimes. Er mußte seinen bisherigen Oberbefehlshaber, General Inger, sowie eine Reihe höherer Militärs, darumfcer den Stabs­chef, General Mirosl&w, entlaMnen und an ihre Stelle Marionetten der Sowje ts stellen, die sich damit die militärische Kontrolle auch be­reits über die von Benesch reklamierten Ge­biete sichern. >

Neue Elchenlaoihjbroger

Berlin, 20. April, »er Führer verlieh da« Eichenlaub zur» Ritterkreuz, an General der Infanterie Emst Anton von Krosigk, an Ge­neralleutnant Karl Becker, an General der In­fanterie Kart Röpke sowie: an den Oberst Friedrich Kögelein, all* den ,'127., 8*9., 850. nnd 831. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Moralische Kraft

Von Major a. D. von Keiser

Neben der zahlenmäßigen Stärke der Heer«, Flotten und Luftstreitkräfte und der Meng« und Güte ihres Kriegsmaterials spielen die seelischen Faktoren eine entscheidend wich­tige Rolle in jedem Kriege. Der Kampfgeist von Führung und Truppe, das Vertrauen zwischen Volk, Heer und Führung, der un­beugsame Wüle zum Durchhalten auch in schwersten Krisenzeiten, getragen von einem keineswegs leichtfertigen, wohl aber trotzigen Optimismus, können auch ein* erhebliche personelle und materielle Überlegenheit wett­machen. Das hat die Geschichte der Kriege oft genug bewiesen. ES gibt das dürfen wir ohne Überhebung aussprechen — kein Volk, kein Heer in der Welt, das gegen solche wirt­schaftlichen und seelischen Belastungen, wifl sie das deutsche Volk nun seit fünfeinhalb Jahren in schweigender Pflichterfüllung gegen solche zahlenmäßige und materielle Überlegenheit des Gegners auch nur ein Jahr lang sich behauptet hätte!

Von ausschlaggebender Bedeutung für di* Erhaltung und Forderung des Kampfgeistes ist zu allen Zeiten das unbedingte Vertraue» zwischen den Feldherren seines Offizierkorps und der Masse der Soldaten gewesen. Alexander der Große, Prinz Eugen. Napoleon, Friedrich der Große haben ihre kriegerischen Erfolge mit in erster Linie dem unbegrenzte» Vertrauen ihrer Heere und der seelischen Kraft ihrer Soldaten zu verdanken, auch Krisen mit ungebrochenem Mut zu bestehen. Eine ähnliche überragende Autorität besaß im deutschen Heere des ersten Weltkrieges, obwohl erst in krisenschwerer Zelt zur Ftthv rung des Gesamtheeres berufen, das Feld- berrnpaar Hindenburg-Ludendorff — frei» lieh nur solange, bis es zumeist fremdstäm* migen, voiksverbrecherischen Hetzern in de* Heimat gelungen war, das Vertrauen zwi­schen Führung. Heer und Volk zu zerstöre» und damit der kämpfenden Front die Grund­lage des Sieges durch Standhaftigkeit zu ent­ziehen. Denn im neuzeitlichen Volkskriege, der nicht mehr lediglich von Heer zu Heer geführt wird, sondern in dem das ganze” Volk mit alten seinen geistigen, sittlichen und see­lischen Kräften zum Träger des Krieges ge­worden ist, genügt nicht mehr das bloße Ver­trauensverhältnis zwischen den Führern aller Gfadtr’Ttiid-’ihfni, Mänii«fr. Ntur&piiii 'xsihT und Wehrmacht zu einem eisernen Blo^k zu­sammengeschmiedet sind, der aatäi den stärksten Belastungen gewachsen /it, können krisenschwere Kampftagen, wie hie heute das deutsche Frontheer zu bestehen hat, über­wunden und gemeistert werden,

Clausewitz sagt einmal: „Nur wenn Volks­charakter und Kriegsgewohnheit in beständi­ger Wechselwirkung sich gegenseitig tragen, darf ein Volk hoffen, einen festen Staad in der politischen Welt zu haben.“ Der Charak­ter des deutschen Volkes ist in den. Jahrtau­senden seiner wephselvollen Geschichte in Kampf und Not zu einem eisernen Stahl ge­härtet worden; seine Feinde in Ost und Weet haben dafür gesorgt, daß es nie, zur Ruhe kam, nie zum dauernden Genuß des Frie­dens und eines behaglichen Lebens. Inaner wieder brach der Feind in Deutschlands Grenzen ein und zwang das deutsche Volk, in-langjährigen Kriegen schwerste Opfer an Gut und Blut zur Erhaltung seines Daseins zu bringen. So hat die Kriegsgewohnheifc seine Seele vor jeder Verweichlichung be­wahrt, sind Mut und Tapferkeit, Standhaf­tigkeit im Ertragen von Leiden und Entbeh­rungen sowie Ausdauer im Kampf uner­schütterliche Bestandteile seines innersten Wesens geworden. Und diese Eigenschaften wiederum haben es befähigt, die dauernde Last der Kriege mit ungebeugtem Sinn zu' tragen und sich trotz der Übermacht der EJeinde ringsum als Nation zu erhalten und „«inen 'festen stand in der politischen Welt zu haben.“

Die hart* Schute, durch die das deutsche Volk gegangen ist, erleichtert ihm heute das Standhalten in diesem schwersten alter Kriege gegen eine hohe zahlenmäßige und materielle Überlegenheit! Durch das Beispiel seiner großen Führer der Vergangenheit, vor altem des großen Preußenkönigs Friedrich, ist es zu einem trotzigen Optimismus erzog«» worden, der auch in scheinbar hoffnungslo­sen Lagen nie die Hoffnung, auf einen guten Ausgang verliert. Dieser Optimismus ist nicht etwa ein falscher Hurrapatriotismus. Sunden» er entspringt bei klarer Einschätzung c~- -r-tf der eigenen Seite herrschenden Schwier 1 -

Hohe Auszeichnung för Gauleiter Holz

Führerhauptquartier, 20. April. Der Gau­leiter des Gäues Franken, B;ari Holz, sandte dem Führer aus Nürnberg clsis folgende Tele­gramm: „Mein Führer! Der Endkampf um die Stadt der Reichspartei.tiige beginnt Die Soldaten schlagen sich tapfer, und die Bevöl­kerung ist stolz und standhi»ft. Ich werde in dieser deutschesten aller Städte bleiben kämpfen • und fallen. In diesen Stunden schlägt mein Herz mehr desm je in Liebe und ■Äeue für das herrliche Deutsche Reich und Volk. Die nationalsozialistisc he Idee wird sie­gen und alle Teufel überwinden. Es grüßen Sie die Nationalsozialisten (Hw Gaues Franken in deutscher Treue.“

I* der Antwort, di« der Führer darauf Gau­leiter Koto übermittelte, hcjiBt es: „Ich danke Ihnen für Ihr vorbildliche»/ Verhalten. Nicht nur die Volksgenossen Ibrisg eigenen Gaues, denen Sie alle vertraut sh» 9, richten Sie da­durch auf, sondern auch viele Millionen an­dere Deutsche. E* beginnt jetzt jener Kampf des Fanatismus, der an u nner eigenes Ringen um die Macht erinnert. Wh: groß auch immer im AugenVick die Übermacht unserer Feinde sein mag, am Ende wind alie — genau so wie

einst — trotzdem verbrechen. loh würdige TI* heldenhaftes Wirken in herzlicher Da.nVlc.r- keit durch die Verleihung de« Geldenen Krea- aes des Deutschen Ordens.

ge*. Adolf Hitler.“

Schatten des dritten Weltkrieges

ep. Stockholm, 20. April. „Der Schatten dm kommenden dritten Weltkrieges wird bereits sichtbar.“ Eu dieser Schlußfolgerung geloTtc^r. die „Tribüne“ nach einer Londoner Meldung m einem Artikel über die kommende Weli- «Scherheltskonferen«“ von San Franzisko „Dadurch“, so schreibt das Blatt, „daß sich der künftige Friede nicht auf International« Gerechtigkeit gründe, sondern sich ledivik-a auf Abmachungen der drei Gre>Brrrf>:.hk- stützen soll, verliert die geplante 1 Welt fnedensorganlsation jede Bedeutung. C-;e klrineren Nationen äußerten daher Wz-ich- tigte Zweifel an der Wirksamkeit solch ein* Abmachung. Die Menschheit sah sich nie­mals einer schrecklicheren Zukunft gegen-