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Parteiamtliche Tageszeitung
Den Amtsblatt des Begierenden Bürgermeisters der Freien Bremen
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Bremen: Geschäftsstelle und Schrlft- leitung: Geeren 6-8, Ruf tags und nachts unter Sammelnummer 2 18 31; Syke: Mtlhlendamm 2; Bremen-Hemelingen: Bahnhofstr. 8. Ecke Poststraße, Ruf 4 34 58; Bremen-Vegesack: Rohrstr. 24, Ruf 4 und 8; Bremen-Blumenthal: Kapit.-Dallmann-Str. 41-43, Ruf 88 u. 89
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches Verk&ndungsblatt des Beichaslatthaltere in Oldenburg und B re men
\ Nummer 90 15. Jahrgang
Mittwoch, 18. April 1945
Einzelpreis 15 Rpf.
Darum der Kumpf!
Von Kreisleiter Max Schümann
Viele stellen die Frage über den Sinn des loch jetzt fortzuführenden Kampfes. Diese tage fand durch den Tagesbefehl des Füh- gs an die Soldaten der Ostfront ihre Be- ntwortung. Ein Tagesbefehl, der von allen, le guten Willens sind, sehnlichst erwartet turde. Die Bevölkerung hat in diesen letzten Wochen hundertfach gefragt, warum schweigt ■ Führer. Jetzt hat er das Schweigen ge-
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:heiLR Wehen, nachdem Stalin glaubt, zum ent- j„ , 5 scheidenden. Schlage aushölen zu können, ieet mi S® in8 Worte sinti klar un<i eindeutig, hab spricht davon, daß sich das Schicksal Asiens ™ior der Hauptstadt des Deutschen Reiches
die öS ®das Schicksal den größten Kriegsverbrecher d flM l - er Zeiten von .dieser Erde genommen hat. .rmper Kampf um Bremen erhält d a - :it seinen höchsten Sinn. Wir f'oen die große Aufgabe zu erfüllen, den uns |]r™r nnenden Feind aufzuhalten — und noch- aufzuhalten! Wir müssen ihn schlagen ihm Verluste zufügen, wo immer es geht -Sitzia|®ü wo immer er sein mag. Es 'ist für den nippe, mzelnen bitter und schmerzlich, wenn in ■mträgt dieser schon durch den Bombenterror schwer leimgesuchten Stadt nun auch noch Bauten 1 Apr durchgeführt' werden, die sich aus der mili- m ‘ if »rischen Lage ergeben. Dieses geschieht lsfsW1 nicht zu unserem' Vergnügen, weil nun so ider so Krieg ist, um zu zerstören oder zu iprengen, sondern es geschieht aus der Not- ^“■‘-Jrencligkeit, das, was noch da ist, in der G e - mtheit zu erhalten. Jeder Einsichtige miß das begreifen und verstehen, denn wir
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«Schwere Differenzen"
Truman vor dem Kongreß “ Er sieht internationale Schwierigkeilen voraus
tehen nicht um unserer selbst willen da und HTo m das, weil es uns Spaß macht und wir zweci iefallen -am Kriegshandwerk gefunden ag n aben, sondern wir tun es aus der leidenden f thaftlichen Überzeugung heraus, daß wir. es -Mira jhgffgn werden und alles das doch einen ^’jmn gehabt hat. Wenn wir uns in unserer ^"Jansestadt umsehen, dann kann uns oft das Itrz bluten und keiner Ist unter uns, der mit »aii/är jr nicht der Überzeugung ist und sagt: ngen < iiser Volk hat es nun schon verdient, jetzt .'iueb: m Lohn für das alles zu erhalten, was. es Gesäg j dieser schweren und schwersten Zeit hat die E irchmachen müssen. Wir Nationalsozialisten ; jtrauen dem Führer bis zur letzten Konse- Airf ( ?nz Er würde es niemals zulassen und dul- a, daß dieser Krieg weitergeführt würde, über tnn er nicht die Gewißheit des von uns lie h strebten und heiß erhofften Sieges hätte, xd. d Jemals würde er diese Opfer von unserem i, dke fordern, wenn sie nicht vor der Welt- [ortüB jehichte verantwortet werden könnten. Wir sben — rein militärisch gesehen — ein Fak- 1 ^ t; ' 0 "‘ l r zu bleiben, der in der Lage ist, politische lit (j rderungen zu erheben. Man kann jetzt a-e TK K noch formulieren, jedoch werden die r sk. 1 fchsten Tage und Wochen das zu beweisen ;rBi fen. Es kommt aber bei der augenblick- * es 55 öien Situation in erster Linie tatsächlich «J uns selber an und wir, die wir uns für sm y aes Volk verantwortlich fühlen, denken *er!a Bit daran, dem Feinde Möglichkeiten in die lericas lad zu spielen, auf die er nur wartet. Die en v“ tfangenenaussagen, die neutrale und auch rde et ie feindliche Presse bringen klar zum Aus- k« ‘ rack, daß sie trotz ihres Vormarsches und t ir damit verbundenen politischen Gewalt teionen in ihrem eigenen Lager selbst am ide sind. Dies ist bekanntlich der zweite jj I eltkrieg. Stalin will die Weltherrschaft und i tamert sich heute nicht mehr um Wünsche ul«. iö Interessen der Briten und Amerikaner, i i. ta große Fragezeichen ist für sie: der Be- G.:W tn des dritten Weltkrieges untereinander.
«halb wird das Schicksal nicht nur rügt 6J Machlands, sondern auch Europas mit vor a! l fernen entschieden. Dieses Schicksal wird Jjo’i wall da entschieden, wo dem Feinde ein i ilt geboten wird und wir von der. Rieh-
_gkeit dieser letzten Entscheidung über-
. Fr«» 1 ägt sind. Deshalb glauben wir an die f ffp iicksalhafte Wende und damit auch an uns ü— ist und an die Ewigkeit des Reiches! iji _
Brillanten für General Mauss
en). G® 1 fuhrerhauptqüartier, 17. April. Der Führer o- «lieh das Eichenlaub mit Schwertern und Kw kanten zum Ritterkreuz des Eisernen .rscbJ teures an Generalleutnant Karl Mauss,
1 tamandeur der 7. Panzerdivision, als st. (t ! 1 Soldaten der deutschen Wehrmacht.
; ’J :; Generalleutnant Mauss hat sich bei den *»_ jjj Heren Kämpfen um Elbing und Könitz j.. - #th geschickte wendige Führung, Tatkraft W Draufgängertum ganz besonders beehrt. Seinen immer wieder mit- hervorra- dem taktischen Geschick angesetzten und von ihm persönlich in vorderster Linie Angriffen ist es u. a. zu verdan- t. % jj daß die Besatzung von Elbing entsetzt ■: jij 1 w mit allen Verwundeten aus der bereits 'T T(j c ®ßtenteils in Feindeshand befindlichen n üerausgebracht werden konnte, unmittelbar aus diesen schweren Kämpfen ja SHus wurde die Division nach Könitz ge- fr»;J wt, wo ein Durchbruch der Bolschewisten ' Meist ganz auf sich gestellt, brachte
jt, t;* ® er alleutnant Mauss mit zunächst ernge- [teüenen schwachen Teilen das sowjetische äcbjM; ? gehe u zum Stehen und vernichtete in -pjj' ^ nen Angriffen eine bereits in die Stadt ^rungene feindliche Kräftegruppe. Kurze ü 11 später vereitelte Generalleutnant Mauss
Durchbruchsversuche bei
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-j» Ij ° le Delegierten der Bänder und Re- "pj. lf die zur Teilnahme äh der Kon-
’-'ih- u ' « ?\y on San Franzisko eingeladen sind, hat Che Gese hschalt in Großbritannien ein ■ mit der Aulforderung gerichtet, unver-
h d * e Bildung einer indischen National- (* r Sslitvü® unc i die Freilassung der indischen hen Führer durchzusetzen.
Eigener Drahthericht
m. Berlin, 17. ApriL Truman hat nach seiner Eidesleistung vor dem Kongreß in seiner neuen Eigenschaft als vollamtierender Präsident eine Erklärung abgegeben, die selbstverständlich betont, daß der Krieg bis zu den von unseren Gegnern gesteckten Zielen fortgeführt wird. Truman hat in diesem Teil seiner Rede sehr viel aus dem Sprachgebrauch Roosevelts übernommen. Aber die anderen Abschnitte seiner Kongreßbotschaft enthalten doch einige recht bezeichnende Sätze, die auch von der englischen Presse schon in den Vordergrund gestellt werden. So z. B. der Hinweis darauf, daß die Vereinigten Staatep nicht die Absicht hätten, die Welt zu beherrschen. Derartige Äußerungen werden natürlich in England begierig aufgegriffen. wo allen Redensarten von der Freundschaft der Amerikaner zum Trotz doch ein ungeheures Mißtrauen dem Bundesgenossen gegenüber herrscht.
Sehr viel bedeutsamer ist jedoch die Unterstreichung der' Verantwortung, die heute auf den Vereinigten Staaten von Amerika ruht. Truman hat von einem tragischen Schicksal gesprochen, das den Amerikanern diese schwere Verantwortung auferlegt habe. Aber fast resigniert fügte er hinzu: „Wir müssen weitermachen“. Die Welt wird nun sehen, was die Vereinigten Staaten mit ihrer Verantwortung anfangen werden, wie diese aussieht, wie sie vor allem jenseits des’ Atlantiks ausgelegt wird. Die ganze Welt schaue heute auf Amerika, erklärte Truman. sie erwarte von den USA die Führung zum Frieden und zum Fortschritt. Doch schon muß Truman mit dem Blick auf San Fran- zisko die Bremse hörbar anziehen. Wenn in Zukunft Kriege verhütet werden sollen, so heißt es in seiner Botschaft, müssen sich die Nationen den Gesetzen des Friedens unterwerfen und vor allem ständig Zusammenarbeiten. Dazu gehöre die Gerechtigkeit, denn nur dann könne die wirkliche und wahre Sicherheit gefunden werden.. Infolgedessen müsse man eine internationale Organisation zur Regelung von Differenzen schaffen. Ohne einen solchen Apparat würde die ganze Welt ein Waffenlager bleiben. Sie wäre zu einem tödlichen Konflikt ohne jede Hoffnung auf einen wahren Frieden verurteilt. Die Amerikaner müßten nun für den Frieden arbeiten und, wenn nötig, auch für ihn kämpfen.
Diese knappen Sätze gießen sehr viel Wasser in den Wein derjenigen Optimisten, die meinen, man brauche nur in San Franzisko irgendein Stück Papier zu unterzeichnen, auf dem etwas von Frieden und Sicherheit stehe, dann würde schon alles von allein glatt gehen. Truman sieht dies Stück Papier noch nicht, er sieht dafür sehr schwere Differenzen, die ja ohnehin schon die Weltöffentlich
keit seit Wochen beherrschen; er hat daraus auch die nüchterne Folgerung gezogen, daß vorerst ein Ergebnis von San Franzisko nicht zu erkennen ist und daß es noch eines harten Ringens bedarf, um zur Verwirklichung der oft besprochenen Pläne zu kommen.
Jedoch die Hoffnung hierfür ruht auf einer wackligen Unterlage. Darum hat auch Truman schon die Kehrseite der Medaille ange- sprochep, also die Möglichkeit der Verhinderung jeglicher Abrüstung, der Eiitfachung tödlicher Konflikte und eines neuen Kampfes. Er mußte also sein Amt damit beginnen, der Welt zu erklären, daß die Zukunft keineswegs rosenrot aussieht und daß die Vereinigten Staaten mit einer Verantwortung auch für Europa belastet sind, von der kein Mensch weiß, zu welchen Erscheinungen sie für die Amerikaner und die übrigen Völker führen wird.
Englische Besorgnisse
Drahtbericht unseres Vertreters
sch. Lissabon, 17. April. Die gestrige erste Rede des neuen amerikanischen Präsidenten Truman vor dem Kongreß wird in England zwar nach außen hin als ein Bekenntnis zur Fortsetzung des Roosevelt-Kurses begrüßt, trotzdem spricht auch heute aus allen englischen Berichten der Ton der Sorge und Furcht, der die gesamte britische Berichterstattung über amerikanische Dinge seit dem Tode Roosevelts beherrscht. Präsident Truman bekannte sich zwar in seinef programmatischen Erklärung zu den gleichen Zielen wie sein Vorgänger und forderte ebenfalls die bedingungslose Kapitulation, er bekannte sich weiterhin zur Fortsetzung der internationalen Zusammenarbeit mit den Alliierten, vermied aber dabei sorgfältig irgendein stärkeres Bekenntnis zur Übernahme weitgehender internationaler Verpflichtungen durch die USA. Dagegen betonte er vor allem, daß die Außenpolitik der Vereinigten Staaten vöfi der Zißtlhönüng des' größten Teilps der öffentlichen Meinung getragen werden müsse. Die Betonung gerade dieser Notwendigkeit wird als eine Verbeugung vor dem Senat aufgefaßt, der in Zukunft ein. bedeutend gewichtigeres Wort in der amerikanischen Außenpolitik mitsprechen wird als in den letzten Jahren der Präsidentschaft, man kann schon sagen, der außenpolitischen Diktatur Roosevelts.
Nach englischen Berichten stellte sich Truman bei Übernahme der Geschäfte auf den Standpunkt, er sei von den Beschlüssen in Jalta von Rooseyelt nicht unterrichtet worden, kenne ihren Umfang und ihr Ausmaß nicht und müsse sich erst mit der Materie vertraut machen. Die Konferenz von San Franzisko könne stattfinden, und der
Präsident werde die Beschlußfreiheit der amerikanischen Delegation in keiner Weise beeinflussen, behalte sich aber selbstverständlich das endgültige Wort vor. Stettinius wird eine Übergangszeit hindurch Staatssekretär bleiben, dann aber durch den bisherigen Direktor des Kriegsmobilmachungsamtes, James feyrnes, ersetzt werden, einen rechtsstehenden konservativen Mann, der mit Truman persöiilich sehr gut steht, sein Vertreter als Unterstaatssekretär dürfte dann S u m n e r Weites werden.
„Neue Ära"
Drahtberieht unseres Vertreters kl. Stockholm, 17. April. Einer der besten Kenner Trumans, der Chefredakteur des „Star“ von Kansas City, Ray Roberts, versichert, daß in den Vereinigten Staaten unter der Präsidentschaft Trumans eine neue Ära begonnen habe. Der mittlere Westen und der Westen der USA, die unter Roosevelt nur wenig oder gar nichts zu sagen hatten,' würden jetzt wieder zu Wort kommen. Es ist bekannt, daß Roosevelt für seine Kriegspplitik vor allem im Osten der Vereinigten Staaten Verständnis fand, weniger aber im Westen und im mittleren Westen, die der Hort des Isolationismus waren. Ray Roberts versichert weiter, daß Trumans hervorstechendste Eigenschaft der Konservatismus sei. Truman sei nicht entfernt von dem gleichen politischen Ehrgeiz besteelt wie Roosevelt. Roberts sieht eine Gefahr darin, daß es verschiedenen ehrgeizigen Politikern gelingen könnte, einen überragenden Einfluß auf Truman auszuüben. Wenn Truman erkläre, daß er die Politik Roosevelts fortsetzen wolle, so sei dies richtig und anerkennenswert. Aber jeder Tag bringe in der Weltpolitik neue Probleme mit sich, die Truman nach seinen eigenen Rezepten lösen müsse schon deshalb, weil Roosevelt für sie keine Rezepte hinterlassen konnte.
Im Gegensatz zu Roosevelt stammt Truman aus sehr beschetde nea Verhältgispgn. Er ha£ ’efen Ticker mit eigenen H&ndeh "gepStigT und hat später in einer Paketexpedition gearbeitet. Im Umgang mit Leuten vom Schlage Churchills fehle ihm die Sicherheit, die Roosevelt auszeichnete. Truman sei überzeugter Demokrat und fafcse die Demokratie so auf, daß die Entscheidung von einem möglichst großen Kreis von Politikern gefaßt werden müsse. Dagegen habe er ein unzureichendes Verständnis für die Arbeiterbewegung. Der amerikanischen Delegation für San Franzisko habe er freie' Hände gelassen. Zunächst stehe ihm noch der Honigmond der Präsidentschaft bevor. Aber die wirklichen Schwierigkeiten würden in etwa e.nem halben Jahr einsetzen, wenn die Prüfungszeit vorüber sein werde, die dem neuen Präsidenten von den politischen Parteien gewährt wurde.
Gewaltiger sowjetischer Aufwand — Starke deutsche Abwehr
Eigener Drahtberieht
rd. Berlin, 17. April. Der neue Massen- ansturm der Bolschewisten an der Oderfront hat Formen angenommen, die alle bisherigen Durchbruchsversuche des Feindes in diesem Frontabschnitt bei weitem übersteigen. Die feindliche Truppenführung hat so starke Verbände in den Brennpunkten der Oderschlacht zum Einsatz gebracht, daß der Wehrmachtbericht von einem gewaltigen Aufwand an Menschen und Material sprechen muß. Trotzdem blieb der Feind vor den deutschen Abwehrstellungen liegen und mußte am ersten Tage des Großangriffs den Verlust von 271 Panzern und 169 Flugzeugen in Kauf nehmen.
In hervorragendem Zusammenwirken zwischen Wehrmacht und Luftwaffe wurden diese Abwehrerfolge erzielt, die die deutsche Kampfbereitschaft und die unerschütterliche Standhaftigkeit unserer Soldaten einwandfrei bewiesen. Flugzeugbesatzungen stürzten sich mit ihrer Bombenlast auf besonders wichtige Oderübergänge des Feindes und zerstörten sie so nachhaltig, daß eine empfindliche Schädigung der feindlichen Offensivkraft erwartet werden kann.
Auch an den anderen Ansatzpunkten der neuen sowjetischen Frühjahrsoffensive scheiterten die bolschewistischen Durchbruchsversuche an unserer hartnäckigen Abwehr. Sowohl bei Ratibor als auch an der Lausitzer Neiße bei Rothenburg und Muskau gelangen dem Feind keine Durchbrüche, während Einbruchsstellen abgeriegelt werden konnten.
Somit erwies die Ostfront auch am Montag ihre starke Abwehrkraft auf Grund der mutigen und kaltblütigen Kampfesweise unserer Soldaten, die genau wissen, um was es im gegenwärtigen Zeitpunkt dieses Krieges geht.
Ebenso geringfügig wie die Einbrüche der Bolschewisten blieben die Bodengewinne der Nordamerikaner im Elbe-Mulde-Abschnitt. Soweit sie überhaupt Fortschritte erzielten, ergaben sich diese aus .Vorstößen nach Norden und Süden. Die Bewegungen des Feindes nach Osten blieben bedeutungslos. Statt dessen engten unsere Truppen im Gegenangriff südlich Magdeburg den nordamerikanischen Elbebrückenkopf ein.
Aus dem Nord- und Südäbschnitt der Westfront werden dagegen einige Geländegewinne des Gegners in den Niederlanden, im Mündungsgebiet der Ems, in der Lüneburger Heide, in Franken und in der Oberrheinischen Tiefebene sowie im Industriegebiet gemeldet. Kräftige Gegenstöße verhinderten aber an den Brennpunkten die weitere Entfaltung der feindlichen Angriffe.
Widerstand Immer heftiger
Drahtberieht unseres Vertreters
sch! Lissabon, 17. April. Auch die heutigen Berichte von der englisch-amerikanischen Front in Mitteldeutschland zeigen eine. Verlangsamung der Vorwärtsbewegung an den wichtigsten Punkten vor allem im nördlichen Sektor an. Der britische Kriegsbericht-
Snal eines diiiien Weltkrieges
Drahtberieht unseres Vertreters ws. Lissabon, 17. April. Die immer weiter um sich greifende amerikanische Ernüchterung über die zuerst so angepriesenen „Erfolge“ Roosevelts auf der Konferenz von Jalta kommt jetzt offen in der bekannten USA-Zeitschrift „Saturday Evening Post“ zum Ausdruck. Überall, so erklärt das Blatt, treffe man heute in den USA Journalisten und Leitartikler, die nicht begreifen, warum sie noch vor einem Monat s» begeistert über eine Konferenz geurteilt haben, von der sie praktisch gar nichts wußten. Es habe keinen Zweck, Jalta als einen Sieg der Diplomatie Roosevelts oder eine Rechtfertigung der At
lantik-Charta hinzustellen. Allein die Tatsache, daß die wichtigste Kommission ihr Hauptquartier in Moskau aufschlagen solle, bedeute, daß man die Ausbeutung Deutschlands von den Sowjets durchführen lassen werde, während die britischen und amerikanischen Partner dabei nur theoretische Ratschläge zu geben hätten. Selbst linksradikal eingestellte Zeitschriften wie „New Repu- blic“, so betont „Saturday Evening Post“, sehen heute ein, daß für die Welt kein Grund bestehe, über Jalta irgendwelche Freude zu empfinden und geben zu, daß die Pläne, die in Jalta für die Zukunft Europas geschmiedet worden seien, zwangsläufig die Saat eines dritten Weltkrieges enthalten.
erstatter Robert Barr, der sich bei der 9. Armee an der Elbe befindet, berichtet, daß der deutsche Widerstand immer heftiger werde. Oft müsse man ihn geradezu fanatisch nennen. Es sei den Deutschen sozusagen über Nacht gelungen, selbst östlich und südlich des Brückenkopfes der Amerikaner bei Magdeburg starke Stellungen zu errichten. Weiter südlich habe der äußere Verteidigungsring vor Leipzig die amerikanischen Truppen auch in den letzten 24 Stunden weiterhin aufgehalten. Weiter nördlich gelte das gleiche von dem Abwehrkampf der fanatischen deutschen Besatzung von Ülzen. Die Kühnheit der deutschen Infanterie, die die Panzer bis auf wenige Meter heranrollen lasse und dann mit der Panzerfaust gegen sie vorgehe, ist nach einem Bericht des Londoner „Daily Telegraph“ unbeschreiblich.
Dqs Weiße Haus nachher
Von unserer Berliner Sehriftleitung
BZ. „Viele Amerikaner sind der Meinung, daß die Verantwortung zwischen dem Präsidenten, dem Kongreß und dem Obersten Gerichtshof gleichmäßig verteilt werden soll", meldet ein englisches Blatt aus Washington als Ausdruck der Stimmung, die im Weißen Haus drei Tage nach dem Tod Roosevelts und nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Truman herrscht. Präsident, Kongreß und Oberster Gerichtshof — das waren nach der USA-Verfassung in der Tat die drei Gewichte, die ein Gleichgewicht des Verfassungslebens und der Innenpolitik garantieren sollten. Die zwölf Jahre Roosevelt haben dieses Gleichgewicht verschoben. Der Gedanke, der in dem englischen Blatt zum Ausdruck kommt, geht also offenbar dahin, daß jetzt vielleicht eine. Wiederherstellung der verfassungsrechtlichen Grundlagen der amerikanischen Innenpolitik bevorstehe. Man erwartet, so sagt ein anderes Blatt, daß Trumans Politik „etwas rechts vom Zentrum“ liegen wird, während die Politik Roosevelts „etwas links vom Zentrum“ betrieben wurde. Das alles sind Überlegungen, die beweisen, daß die zwölf Jahre Rooseveitscher Regierung auch im Gefühl der Amerikaner einen tiefen Einschnitt bedeuten und daß die große Trauerfeier, die man für ihn in Washington veranstaltete, offenbar als ein Schlußstrich gedacht ist, was die Innenpolitik anlangt. Wohlgemerkt — die Innenpolitik, denn über die Fortführung der Außenpolitik hat der neue Präsident ja sofort nach Amtsantritt eine Erklärung abgegeben.
Aber ein solcher Wandel der Innenpolitik würde zunächst einmal für Amerika selbst ohne Zweifel sehr bedeutungsvoll sein. Man muß in diesem Augenblick noch einmal überlegen, wie tief der Einbruch in die amerikanische Tradition war, der durch die Persönlichkeit Roosevelts herbeigeführt wurde. Man erkennt ihn im Umriß schon bei der Feststellung, daß zwischen dem amerikanischen Bürgerkrieg und dem ersten Amtsantritt Roosevelts, d. h. in den 73 Jahren zwischen 1861 und 1933 nur 16 Jahre lang demokratische Präsidenten, sonst aber Republikaner regierten, während von 1933 die zwölfjährige Herrschaft des Demokraten Roosevelt begann, die, wenn er seine vierte Amtsperiode durchlebt -Hätter sdgar-iB Janrr%i5aähel-t häfce, also genau so lange, wie die Demokraten in der ganzen vorangegangenen Zeit des modernen Amerika die Leitung der Politik an sich ziehen konnten. Davon ausgehend ergeben sich andere Brüche der amerikanischen Tradition, die schwerwiegend und bedeutungsvoll waren. Der amerikanische Staat ist ja ein Föderativgebilde, das den Bundesstaaten weitgehende Rechte gibt und den Obersten Gerichtshof zum Richter über diese Rechte setzt.
Roosevelt trat sein Amt in der Zeit schwerster amerikanischer Wirtschaftsnot an, und der große Plan, der ihm zunächst Anhänger verschaffte, war „New Deal“ — die „neue Kartenverteilung“, das neue Mischen der Karten für ein neues Spiel zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten. Dafür wollte er durch die Zentralbundesbehörde alle wirtschaftlichen Hilfsquellen ohne Rücksicht auf die Staatengrenzen anspannen. Und nun trat ihm der Oberste Gerichtshof entgegen: für verfassungswidrig wurde eine Anzahl landwirtschaftlicher Reformen und Maßnahmen für den Zusammenschluß der Industrien erklärt. Roosevelt suchte den Schlag gegen sein System abzubiegen. Er ernannte als Richter für das Bundesgericht Männer seines Vertrauens, um so einen günstigeren Urteilsspruch zu erzielen. Konfliktsfall: der Senat lehnte die Neuernennungen des Präsidenten ab. Und trotzdem wurde Roosevelt wiedergewählt. 1936, 1940, 1944. Der Grund für die wiederholte Wiederwahl lag in dem Bruch mit einer anderen amerikanischen Tradition, mit der Regelung der Wahlen durch die Parteiapparate der Demokraten und der Republikaner. Roosevelts New Deal hatte trotz der „neuen Kartenverteilung“ nicht die Wirtschaftsnot beheben können. Aber er hatte eine große Schar unmittelbarer Interessenten am Roosevelt-System geschaffen — allein eine
Polen-Krise verschärft sich weiter
Drahtbericht unseres Vertreters
rd. Bern, 17. April. Die Feindkoalition wird brüchiger, je mehr der Kreml, von seinen Erfolgen überall in der Welt berauscht, die Maske fallen läßt und sich immer rückhaltloser zu seinem Ziel der Welteroberung bekennt. In Amerika wie in England werden gewisse Besorgnisse vor dem übermächtigen Alliierten, der sich über alle Jalta-Beschlüsse einfach hinwegsetzt, immer stärker. Im Vordergrund steht dabei die Polenfrage. Man fürchtet in Washingtoner politischen Kreisen, daß es wegen dieser Frage zu ernsten Zwistigkeiten kommt und bemüht sich, den Konflikt zu beseitigen.
Der politischen Rücksichtslosigkeit des Kreml geht die Terrorisierung des polnischen Volkes parallel, die endlich in der westlichen Presse steigenden Widerhall findet. So schreibt der USA-Schriftsteller Walsh in der Zeitung „The Laeder“, daß von den Polen, die nach Sibirien deportiert wurden, nur eine geringe Anzahl der Überlebenden wahrscheinlich „das Dasein in der sowjetischen Hölle" aushaiten könne. Bis jetzt seien bereits 1,75 Millionen Polen von den Bolschewiken nach Sibirien verschleppt worden. Dte meisten dieser Unglücklichen, die sich geweigert hätten, für die Bolschewiken unter den unwürdigsten Verhältnissen Sklaven
arbeit zu leisten, seien einfach durch Genickschuß erledigt worden. Der Rest führe ein entsetzliches Dasein in der Sowjethölle. Auch in Lettland hätten auf Befehl Moskaus die Sowjets' ein Blutbad unter Tausenden von Frauen und Kindern angerichtet.
In London treffen, wie der Londoner „Ya"- Korrespondent Assia schreibt, ständig ähnliche Hiobsbotschaften aus Polen ein. Das polnische Problem bilde eine Gewitterwolke am Horizont der San-Franzisko-Konferenz. Einer Meldung des „Catholic Herald" zufolge seien allein im letzten Monat wieder über 20 000 Polen nach Sibirien verschleppt worden. Über 6000 Angehörige der Heimatarmee halte man in einem Konzentrationslager gefangen, wo es entsetzlich zugehe.
Gigantische Seeschlacht
ep. Tokio, 17. April. Die gigantische Luft-, Land- und Seeschlacht um Okinawa tobt weiter und nähert sich ihrem Höhepunkt, wie Domei meldet. Die ungeheure Zusammenballung von mehr als 1500 Einheiten der USA- Flotte stellen die größte Konzentration an Kriegsschiffen in diesem Kriege“ dar, so daß die Schlacht um Okinawa die große Entscheidungsschlacht zu werden scheine. Beide Parteien würfen alles ihnen zur Verfügung stehende Kriegspotential in die Schlacht,