Ausgabe 
(14.4.1945) 87
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Parteiamtliche Tageszeitung

pa* Amtsblatt da« fUgierendsn BBigMmsirtm i'

der Nationalsozialisten Bremens

AmtlichVerkQndunasbkitt des Reichsstailhallers in Oldenburg und Bremen

Nummer 87 15. Jahrgang

SonnabendiSonnlag. 14./15. April 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

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Der eigentliche Kriegsschuldige am größten Welibrand aller Zeilen abberufen

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Bestürzung in den Vereinigten Staaten

Drahtbericht unseres Vertreters ,st. Stockholm, 13. April. Fräsident ?* joeevelt ist am Donnerstagmachmittag in meniM 1* Sommerhaus in Warm Springs (Ge- verde i TOn einem Schlaganfall getroffen und ^ ® j U einer Stünde gestorben. In sämtlichen I Nordamerika eingegangenen Meldungen j betont, daß keine Nachricht seit Kriegs- len dw P m einen solclle n Eindruck auf die öffent- igen. a dseit in den USA gemacht hat wie die prucht i tW cht vom Tode Roosevelts, auf die nie- iod vorbereitet war.

Roosevelt hatte sich am 30. März auf Sei­de W »Landsitz begeben, um sich, wie er da- 1 M & erklären ließ, bis zum Beginn der eit'.'h "^ en Konferenz von San Franzisko zu er- er feta Am Donnerstagnachmittag klagte er stzlich über schwere Kopfschmerzen. We- äjw , ge Minuten- später wurde er ohnmächtig, herbeigerufener Arzt konnte nur noch

Meilen, daß Roosevelt von einem Gehirn-

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Mag getroffen worden sei. Mittlerweile war, aöhati 1 Nachricht an das Weiße Haus in a"=* Khington weitergegeben worden. Noch * dielt« irend der telefonischen Unterhaltungen sehen dem Arzt in Warm Springs und i Vizepräsidenten Truman verschied , nak, isevelt. r und i 01 einem Bericht der schwedischen Zeitung ägens Nyheter aus New York heißt es: teige Minuten nach 18 Uhr New Yorker i gaben die nordamerikanischen Sender Nachricht vom Tode Roosevelts bekannt.

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! Zeitungen waren nicht im geringsten auf tritt 1h ® Nachricht vorbereitet und konnten da- . rii . (auch mit ihren Extraausgaben erst viel wie Ee er kommen. Die Wirkung auf die öffent- rtes k skeit ist verständlich, wenn man berück- n der 35 daß niemand wußte, daß die Gesund- "LJ® p t des Präsidenten sich verschlechtert-hatte.

® ohst vvurde berichtet, daß anläßlich des gen üsg: Roosevelts die große Konferenz in San

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azisko aufgeschoben werden solle. Aber «minister Stettinius gab am Diäten

ad bekannt, daß nach entsprechender . sreinkunft mit 'dem .neuen Präsidenten ebensirs mn ^ Konferenz entsprechend den ur- pglichen Plänen abgehalten werden solle, ersten aus London eingetroffenen Be­besagen, daß die Nachricht vom Tode ivelts auch in England Bestürzung aüs- hat. Man .weist darauf hin, daß Chur- und Roosevelt sehr eng befreundet a, daß also die Todesnachricht für den Sehen Ministerpräsidenten und viele er Mitarbeiter sowohl ein persönlicher wie feiler Schlag ist. Die Nachricht vom Tode' sevelts wurde dem englischen König kurz i Mitternacht durch seinen Privatsekretär ndtnitsbur [geteilt. Der König nahm die Nachrichtmit * y'S feem Bedauern zur Kenntnis", wie man , ( üb « feil erfährt. Die Nachricht verursachte in : kasentej»ton, wie Reuter meldet, große Bestürzimg, 60 mehr, als viele gehofft hatten, Roose- demnächst in England zu sehen.

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olgen einer Gehirnblutung

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feabon, 13. April. Roosevelt starb im fefzimmer seines fcieinen weißen Bunga- 4 auf dem Gipfel ,des Pine-Berges, wo er Jahre geweilt hatte, um sich wegen seiner ferlähmung behandeln zu lassen, die ihn Jahre 1921 befiel. Nur zwei Personen a zur Zeit seines Todes in seinem Bun-

sehen, b'I f gewesen sein, Miß Laura Deland und uni®

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Margaret Suckley, die ihm während sei- - . . häufigen Besuche in Warm Springs die

: ?47ä65' fekaft führten. Admiral Mclntyre gab JtUiedarf» lim Weißen Haus versammelten etwa hun- syke, B! 11 Berichterstattern folgende Einzelheiten e r-straSe g a e n Tod Roosevelts: Er sagte:Um 35 Uhr wurde ich aus Warm Springs an-

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liefet* 55 - Wen, der Präsident sei in Ohnmacht ge­lte,-® *b. während er zu einem Porträt saß. Ich i, B.sy?': Dr. James Paullin auf, nach Warm

' l8, T n« ^' ss zu fallen, als jeh von der Ohnmacht E f lr ' ^ ael1 30 Minuten rief ich wieder an, ^ger t "* 11 - 5 ! man sagte mir, es sei eine sehr ernste b bo. P* Jie. Commander Howard Bruen, der dor- ,._ Arz t. erklärte, es sei-eine Gehirnblutung. hb. hrencl wir darüber sprachen, daß wir nach m jiei(ü«4 5 Springs fahren wollen, ertönte wieder unter U 5 ; Telefon. Das Ende sei, so fuhr Mclntyre U- k p '

In e. WaL'utung habe den Tod verursacht. Er « 37 . T*? 1 : * den Präsidenten noch am Morgen ge- äden, un(1 ibn in ausgezeichneter Stimmung

d.-BoUtt. '-aden. Roosevelt habe in seinem Stuhl ge- 5 I ® v, 'ährend ein Künstler Skizzen von

. ch ^,it6risf 1 ängefertigt habe. Plötzlich habe der Prä- Abinü' über Schmerzen im Hinterkopf ge-

t. ' ,ur t % ?' Wen ige Minuten später habe er das pr 0 I $tst r verloren, und er sei auch nicht

rtlb0 g, v er z um Bewußtsein gekommen.

^Beerdigung des Präsidenten findet am äge a?tlachmlt, - a g auf seiner Besitzung

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Präsident getan hätte. Zu diesem Zwecke habe ich auch das Kabinett gebeten,, zu bleiben. Die Welt darf sicher sein, daß wir den Krieg auf beiden Fronten im Osten und Westen mit aller Energie zu einem erfolg­reichen Ende weiterführen werden.

Harry Trumans Laufbahn

Genf, 13. April. Mit dem Vizepräsidenten Senator Harry Shippe Truman hat ein Mann das Amt des USA-Präsidenten über-; nommen, der sowohl als Senator als auch als Vizepräsident die Innen- und Außenpolitik Roosevelts stets konsequent unterstützt hat. Der heute 61jährige Truman wurde auf einer Farm in der Nähe von Kansas City in Mis­souri geboren. Er hat, als er wegen seiner schlechten Augen von der Offiziersschule in Westpottit .abgelehnt wurde, als Handlungs­gehilfe in einer Drogerie seine Laufbahn be­gonnen, um sie nach dem Weltkrieg, den er als Hauptmann in einem amerikanischen Feldartillerieregiment mitmachte, mit dem Verkauf von Textilwaren fortzusetzen. Als er in finanzielle Schwierigkeiten geriet, griffen ihm seine demokratischen Parteifreunde hel­

fend unter die Arme. Die Partei machte ihn zunächst zum Straßenbauinspektor von Mis­souri, dann zum Richter, bis er schließlich 1934 in den Senat' einzog. Seine Wähler waren nicht sonderlich mit ihm zufrieden, und - es gelang ihm daher 1940 nur mühsam, seine Wiederwahl durchzusetzen. Als er im Fe­bruar 1941 den Auftrag zur Untersuchung der Durchstechereien beim Aufbau der Rüstungsindustrie erhielt, wurde sein Name in der Öffentlichkeit mit einem Schlage .be­kannt. Man nannte ihn nur noch denWach­hund des Senats. Roosevelt hat in Truman stets einen warmen Fürsprecher gehabt. Er hat ihm auch bei der Durchbringung des Pacht- und Leih-Gesetzes, eine der letzten Vorstufen für den Eintritt der USA in den Krieg, die Stimme nicht versagt: Indem Tru- män seinen ganzen politischen Einfluß dafür einsetzte, daß die Pacht- und Leih-Verpflich- tungen der USA mit dem Kriegsende nicht eingestellt werden sollen, leistete er, Roose­velt wohl den letzten großen Freundschafts­dienst. Mit seiner ersten offiziellen Erklä­rung, daß die USA den Krieg mit aller Ener­gie weiterführen werden, hat Truman klar und unmißverständlich bekundet, daß er ent­schlossen ist, den Kriegskurs seines Vorgän­gers weiter zu steuern.

Britische Stimme: England verliert auf jeden Fall

Drahtbericht unseres Vertreters tt. Genf, 13 April. Als Churchill im Jahre 1936 klipp und klar verkündete, Deutschland niüsse vernichtet werden, weil es zu stark würde, gab er eines der britischen Kriegsziele bekannt, das England veranläßte, den Krieg gegen Deutschland vom Zaune zu brechen. Es war ein Ausdruok der Furcht, daß das er­starkende Deutschland eine überragende Stellung in der Weltpolitik einnehmen konnte. Damals ging man in den maßgeben­den englischen Kreisen von dem Gedanken aus, daß Englands Hegemonie unerschütter­lich sei und daß das sogenannte Gleich­gewicht der Kräfte in Europa lediglich die Grundlage für diese englische Hegemonie bilden müsse. Die Schlußfolgerung aus die­sem Gedankengang war selbstverständlich in den, englischen politischen Kreisen die, daß natürlich auch die Hegemonie-Bestrebungen anderer Mächte im Zaune gehalten werden müßten, damit England von dem Glelch- gtewicht der Kräfte profitieren könne Die politische und militärische Entwick­lung seit diesem Churchillschen Bekenntnis hat nun, wenn auch nicht ganz allgemein, so doch einigen nachdenklich gewordenen Engländern klargemacht, daß London mit seiner Politik einen schweren' Fehler began­gen hat. Die britische ZeitschriftWeekly Review sieht diesen Fehler darin, daß Eng­land jedes Land mit offenen Armen aufge-, nommen habe; das sich bereiterklärte, ihm bei der Vernichtung Deutschlands zu helfen. Hierbei habe England vollkommen über­sehen, daß ihm in der Sowjetunion ein Ri­vale entstanden war, der seinerseits die Alleinherrschaft in Europa, wie überhaupt einen maßgebenden Einfluß in der ganzen Welt anstrebe. Moskau, so sagt die englische Zeitschrift, komme es gar nicht darauf an, sogar antibritische Agitation in den Gebie­ten zu treiben, deren Unterwerfung unter das bolschewistische'Joch so gut wie voll­endet sei. Nur hier und da erfahre die Außenwelt von den schrecklichen Ereignissen in den von den Bolschewisten besetzten Län­dern. Im allgemeinen werde man jedoch über das Tun und Treiben des Kreml Im Rahmen seiner Machtsphäre nicht ihs Bild gesetzt. Seit 1917 herrsche über alle inneren Vorgänge in der Sowjetunion ein unheim­

liches Schweigen, das nunmehr auch auf die Länder ausgedehnt worden sei, die die Bol­schewisten jetzt besetzt hätten. t Denn auch diese gehörten jetzt zu dem Komplex der von der übrigen Welt durch die Sowjets ab­getrennten Gebiete des europäischen Kon­tinents.

Das englische Blatt kommt zu dem bemer­kenswerten Schluß, daß . für England die Gefahr bestehe, es werde in allen Fällen zu den Verlierern gehören, £uch wehh es'ge­winne. Alle die großen Leiden und unge­heuren Einbußen an Gut und Blut, die der Krieg auch für England mit sich brächte, würden dann umsonst gewesen sein.

Mit dieser Auffassung derWeekly Re­view, die wegen ihrer Offenheit durchaus beachtlich erscheint, ist das Fehlschlagen der von Churchill beabsichtigten Kriegspolitik hinreichend gekennzeichnet. Der Fehler Eng­lands liegt eben darin, daß es mit dem Zu­sammenfall der Imperialismen, gleichviel ob sowjetischer oder nordamerikanischer Prä­gung nicht gerechnet hat. Churchills Politik hat England zwischen zwei Mühlsteine ge­führt, zwischen denen es zermahlen wird.

Politischer Glaube

Madrid, 13. April.Der eingewurzelte politische Glaube des deutschen Volkes ist für die alliierten Besatzungsbehörden ein viel größeres Problem, als dies alle bisher von ihnen gewonnenen militäri­schen Schlachten gewesen sind, stellt der t WashingtonerYa-Korrespondent Alladren fest. Die USA-Presse veröffentlicht Berichte von der deutschen Front, wonach viele tausend deutsche Soldaten Im Rücken der anglo-amerikanlschen Front kämpfen. In den besetzten Städten fänden sich keine Deutschen, die bereit seien, Verwaltungs­posten zu versehen. Im übrigen verfüge die deutsche Führung noch über viele hundert­tausend Mann regulärer Truppen, um den Alliierten in gewissen Teilen des Reiches sehr gefährliche und blutige Schwierigkeiten zu bereiten. Auch wenn eine deutsche Division ihren Zusammenhang verloren habe, sei da­mit ihr Widerstand nicht gebrochen. In sol­chen Fällen setzten die kleineren Einheiten der Division den Widerstand unabhängig voneinander fort. '

Schwerpunkt der Deutschland-Schlucht

. - -rk am oberen Hudson statt. Diese Be- soll im engsten Familienkreise statt- |/ n - Eine amtliche Trauerfeier wird Im ,Sen Hause veranstaltet.

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« n-®* fles USA-Präsidenten übernommen -J? bereits vereidigt worden. Nach seiner ultef:' L k !fUl nr gab er folgende Erkiärong ab:

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Truman vereidigt

0 c k h o I m, 13. April. Vizepräsident Se- Harrr.S, Truman hat verfassungsgemäß

mich bemühen, mein Amt so zu es nach meiner Ansicht der

Drahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung

BZ. Berlin, 13. April. Die große Ost-West­bewegung der USA-Armeen bildet weiter das Hauptkennzeichen der Frontlage. Zwei Rich­tungen lassen sich dabei am heutigen Tag erkennen: einmal die Bewegung in Rich­tung Berlin, zum anderen die Bewegung in Richtung Leipzig. Der Stoß in Richtung Ber­lin wird gekennzeichnet einmal durch den Angriffskeil, der auf der Linie Salzwedei Wittenberge mit Abzweigung in Richtung Stendal entwickelt wird. Zum anderen zeigt sich das amerikanische Bestreben, in dem Elbebogen zwischen Wittenberge und Magde­burg auf größtmögliche Nähe von Berlin zu kommen. Bei Stendal ist die Elbe etwa 90 Kilometer von Berlin entfernt. Die ameri­kanische Aktion in Richtung Leipzig wird durch die Ortsnamen Eisleben, Merseburg, Weißenfels gekennzeichnet, während gleich­zeitig südlich von Jena die Überschreitung der Saale das amerikanische Ziel ist.

Nach wie vor entscheidet aber das Vordrin­gen der Anglo-Amerikaner vornehmlich in Mitteldeutschland nicht über den Ausgang der im Augenblick tobenden großen Abwehr­schlacht, da sich im Rücken des Feindes immer noch starke deutsche Kampfgruppen halten und mit einer derartigen Erbitterung kämpfen, daß der Ausgang des Ringens dieser Tage durchaus offensteht.

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und Weser ein Gegenangriff durch Fallschirmjäger durchgeführt, der die dort eingesetzten britischen Verbände weit nach Südwesten zurückgeworfen hat. Außerdem kann die Tatsache verzeichnet werden, daß im süddeutschen Raum Gegenangriffe die Frontlinie vom Steigerwald bis zum Ober­rhein gefestigt haben. Hier wurde sogar eine amerikanische Kampfgruppe abgeschnitten.

Durch sein Fortschreiten wird der Feind naturgemäß nicht stärker, sondern sowohl seine Spitzen als auch die nachfolgende Masse der Feindverbände «vertrauen auf die moralische Erschütterung der deutschen Widerstandskraft, die sie sich von ihrem raschen Vordringen erhoffen, und glauben an die Unerschöpflichkeit der eigenen Reserven. Beide Momente lassen sie eine kühne Durch­bruchstaktik durchführen, die dem deutschen Vorgehen in Frankreich ähnlich ist, nur daß sich inzwischen die Kriegserfahrungen geän­dert haben. Die Tatsache, daß es immer wie­der deutschen Verbänden gelingt, beachtliche Abwehrerfolge zu erringen, kann nur dahin gedeutet werden, daß das letzte Wort in der Deutschlandschlacht noch nicht ge­sprochen ist.

Eichenlaub zum Ritterkreuz

Berlin, 13. April. Der Führer verlieh das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kranzes an Oberstleutnant Rudolf Neubert,

Von der Vorsehung gerichlel

Von Erich Beck

Man soll von Toten nur Gutes sagen, be­fiehlt eine alte Regel; aber es ist unmögl'eh dem Manne ein solch gutes Wort nachzusagen, der nun, auf gebahrt im Weißen Haus zu Washington, seinem letzten Weg entgegen­geht. Wenn einmal die Geschichte dieses Krieges geschrieben wird, dann werden sich alle Historiker darüber einig sein, daß nie­mand anders als Roosevält der eigentliche Kriegstreiber gewesen ist, der Kriegsverbre­cher im wahrsten Sinne des Wortes, und daß er wie ein böser Geist über dieser Periode der Menschheitsgeschichte steht. Es ist heute bei­nahe eine Binsenwahrheit geworden und durch unzählige amtliche Dokumentationen belegt, daß dieser Krieg niemals ausgebrochen wäre, wenn nicht dieser Mann Roosevelt mit einer geradezu manischen Besessenheit syste­matisch zum Kriege aufgehetzt und alle Hebel in Bewegung gesetzt hätte, ihn zu provozieren. Es steht einwandfrei fest, daß England seinen verhängnisvollen Schritt vom September 1939 nie und nimmer gewagt haben würde, wenn es nicht bereits bindende Versprechungen des USA-Präsidenten in der Tasche gehabt hätte. Nur unter dieser Voraussetzung ist die Hal­tung eines Chamberlain und erst recht eines Churchill zu verstehen. Und wenn jüngst der englische Arbeitsminister Bevin anklasend ausgerufen hat:Dieser Krieg ist eines Man­nes Krieg!, womit Churchill gemeint war. so ist das nur bedingt richtig. Auch Churchill hätte sich gehütet, das dunkle Tor aufzu­stoßen, wenn nicht hinter ihm ein anderer und größerer gestanden hätte: der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin Delano Roosevelt.

Die beiden Präsidenten der USA, die Europa und mit Europa die ganze Welt zweimal in das Unglück eines -Krieges schleuderten, haben kein glückliches Ende genommen: Woodrow Wilson starb geistig umnachtet, nachdem er vorher die ganze Tragödie eines Friedens miterleben hatte müssen, die in Wahrheit nichts anderes war * als Not und Elend für Millionen von Menschen, und der in sich barg die Wurzel eines neuen Krieges. Und Roosevelt Ist nun dahingegangen, wie­derum weder als ein Sieger noch als rn Friedensbringer, sondern in der 'Mitte eines entscheidungsvollen Ringens, das aber nie­mals einen Frieden bringen wird, wenn seine Idee und sein. Wille siegen sollten. Über seinem Sterbelager schwebt schon heute der Fluch eines ganzen Kontinents. Was jetzt in Finnland, in Rumänien, in Polen,' in Bulga­rien und Serbien, in Frankreich und Italien und nicht zuletzt im feindbesetzten deutschen Osten und Westen an Furchtbarem geschieht, das ist das Werk Roosevelts, das ist die Folge einer bösen Tat, die fortzeugend Böses nur gebiert. Abermals sterben Millionen von Menschen, Millionen von Frauen, Kindern und Greisen am Hunger. Unzählige werden bestialisch getötet, Frauen werden geschän­det, Kinder gemordet, Städte gehen in Trüm­mer, ganze Landstriche werden verwüstet die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges sind fast eine Wohltat gegen das, was heute mit Europa geschieht. Den Mann aber, der allein dafür verantwortlich ist; hat ein leder allzu gnädiges Schicksal vor der Zeit von dieser Welt hinweggenommeri. Aber ihm folgt kein-teilnehmendes Volk, Ihm folgen die See­len der durch seine Blutschuld gemarterten und zertretenen Menschen, ihm folgt der Haß ganzer Kontinente, die heute, statt sich des Friedens zu erfreuen, den sie ersehnten, ln einem schrecklichen Krieg zerfleischt werden.

Beobachter, die besonders freundlich den Vereinigten Staaten gegenüberstehen, pfle-

im Miilelnbschniit

I Kommandeur eines sächsioch-sudetendeut- j sehen Grenadier-Regiments, als 817. Sol­daten der deutschen Wehrmacht; an Oberst­leutnant Friedrich Richter, Kommandeur eines Grenadier-Regiments, als 818. Soldaten der deutschen Wehrmacht; Hauptmann Ernst Kuppinger, Kommandeur eines Füsi­lier-Regiments, als 819. Soldaten der deut­schen Wehrmacht;. Generalleutnant Hans von Tettau, Führer einer Korpsgruppe, als 821. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Rittmeister Bruno Richter, Kommandeur eines sächsisch-sudetendeutschen Füsilier- Bataillons, als 825. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Schacher mit Kriegsgefangenen

Berlin, 13. April. Das Schachergeschäft zwischen London, Washington und Moskau über die Auslieferung deutscher Kriegsge­fangener an die Sowjets, über das ln den letzten Tagen sensationelle Einzelheiten be­kanntgeworden sind, geht unentwegt weiter. Wie der Londoner Korrespondent derNeuen Zürcher Zeitung berichtet, ist die Zahl der an die Sowjetunion ausgelieferten deutschen Männer noch nicht endgültig festgelegt. Die Ziffern würden vom Kreml immer weiter in die Höhe geschraubt. Fest stehe aber schon jetzt, daß die Gefangenen unmittelbar, das heißt ohne Zwischenstationen in Deutsch­land, nach Sibirien deportiert werden sollen.

gen zu sagen, daß dieser Krieg zumindest zu einem Teil aus den alten messianischen We­senszügen des amerikanischen Menschen ent­standen sei, aus dem Gefühl der Auserwählt- heit und aus dem Bewußtsein, besonders be­vorzugte Geschöpfe Gottes zu sein. Der Glaube an die offenkundige Bestimmung der Vereinigten Staaten, an das Beispielhafte Ihrer Staatsform, an ihr Recht, sich räum­lich auszudehnen, und die Fackel ihres ir­dischen Glanzes in die Welt zu fragen, haben auch die Yankees kämpferisch gemacht wie alle Menschen, die sich als Bekehrer und Propheten fühlen. Aus dieser Einstellung her­aus sei das Schlagwort entstanden vom amerikanischen Jahrhundert und die Nei­gung, die dünkelhaft überschätzte eigene an­gebliche Kultur den anderen Völkern aufzu­zwingen. Wer so denkt, geht bei der Beurtei- tung Roosevelts in die Irre. Roosevelt hat niemals solche überspannte Ideen gehabt, aber er ist sich von Anfang an bewhßt ge­wesen,, daß sie im amerikaüischen Volke stecken, und er hat sie mit der ganzen Ge­rissenheit eines modernen Reklameschiebers für seine viel nüchterneren Zwecke ausge­nutzt. Diese Zwecke sind nichts anderes als Geschäft.

Seitdem er gemerkt hat, daß seine wirt- schaftsreformerischen Versuche, stümperhaft erdacht und ebenso stümperhaft durchge- führt, mißglückten, seitdem er feststellen mußte, daß die Zahl der Arbeitslosen nicht sank, sondern rapide stieg und allmählich die Zahl von dreizehn Millionen überschritt, seit­dem gab es für ihn wie füri alle früheren, ähnlich gearteten Charaktere, nur noch den einen Ausweg: den Krieg. Und er hat ihn ge­sucht, hat ihn gesucht mit allen Mitteln. Er ist, ihm nachgelaufen wie noch niejnals in der Geschichte ein Staatsmann und Politiker einem Krieg nachgelaufen ist und hat ihn auch gefunden.

Aber der Ausbruch dieses Krieges im Pazi­fik wie im Atlantik hat mit einem Schlag das ganze amerikanische Geschichtsbild er­schüttert. Zum ersten Male sahen sich die Vereinigten Staaten in einen Daseinskampf verwickelt, in dem der kriegerische Lorbeer nicht so billig wie in Mexiko, gegen eine ster­bende Weltmacht wie das Spanien von 1898, gegen unbewaffnete Indianerstämme oder gegen das Deutschland von 1918 erworben werden konnte, dem man erst dann den Krieg erklärte, als die materielle Überlegenheit den Ausschlag geben mußte. Nein, der Krieg, den Roosevelt suchte und fand, dieser Krieg ist heute zu einem Ringen geworden, das jetzt bereits auch die Kräfte eines so ungeheuren und reichen Kontinents übersteigt, wie es die Vereinigten Staaten sind. Als jm Dezember 1941 Roosevelt darauf verzichtete, den Frie­den zu erhalten, und statt dessen den Krieg wählte, da ging die weltpolitische Handlungs­freiheit der Vereinigten Staaten unwiderruf­lich verloren. Die große Mission, die ihm das Schicksal gestellt hatte, in der Welt vermit­telnd eine tonangebende Rolle zu spielen, ließ er unbeachtet, statt dessen griff er nach Sternen, die unerreichbar sind und ewig bleiben werden. Und als er jetzt die Augen schloß, da sah er nicht jenes wundervolle Land, in dem Milch und Honig fließt und in dem die Menschen einträchtig beieinander wohnen, sondern nur das Chaos.

Es besteht gar kein Zweifel darüber, daß Roosevelt in dem Bewußtsein gestorben ist, daß alle seine politischen Pläne bereits ge­scheitert waren. Als er aus Teheran zurück­kam, also von seiner ersten Zusammenkunft mit Stalin, da wurde er von allen seinen Freunden als ein müder und enttäuschter Mann geschildert. Und die Bilder, die schon damals die im Weißen Haus verkehrenden Journalisten von jhm gaben, besagten über­einstimmend, daß aus Iran nicht mehr der frühere Roosevelt zurückgekommen war, ein energischer, lebhafter und willenskräftiger, sondern ein resignierter und zweifelnder, ein Mensch jedenfalls, dem die innere Sicherheit verlorengegangen war. Und als er nach' Jalta wieder in der Bundeshauptstadt eintraf, da vertiefte sich dieser Eindruck noch um ein Wesentliches. Der Mann, der nun nach dieser Reise vor ihnen stand, war vom Schicksal und vom Tode gezeichnet; es war ein Greis, ein verbitterter, .jähzorniger, mißtrauischer alter Mann, dem der innere Lebensmut fehlte. Kein Wunder, wer sich mit Stalin ein­läßt, muß sterben; und Roosevelt ist gestor­ben, Ist gestorben in Entsfetzen über das Drama, das durch seine eigene Schuld ent­standen Ist. ,

Man möge nicht sagen, daß das eine von uns aufgestellte Propagandathese sei. Wir wollen darum auch hier eine Beurteilung wiedergeben, die vor einiger Zeit der be­kannte englische Schriftsteller John Middel- ton Murray in der londoner ZeitschriftThe Fortnightly niederschrieb. Myrray beschäf­tigt sich darin auch mit der Frage eines dritten Weltkrieges und antwortet auf die Frage, ob man sich praktisch überhaupt eine Gruppe von Großmächten, die zur Schaffung eines wahren Friedens Zusammenhalten wür­den, vorstellen könne, mit folgenden Worten: Die großen Mächte, die zwecks Organisation eines Weltfriedens verbunden sein müßten