Ausgabe 
(11.4.1945) 84
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Parieiamlliche Tageszeitung

Pas Amißbkill des Regierenden Bürgermeisler« der Freien Haneentndt Bremen

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Nummer 84 15. Jahrgang

Mittwoch, 11. April 1945

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Sinn des Widerstandes

Aus zahlreichen feindlichen, Meldungen ist jetzt fast täglich zu,entnehmen, daß der Feind sich davon überzeugt hat, wie wenig Aussich­ten für ihn bestehen, den harten Widerstand der deutschen Wehrmacht und darüber hin- »us der gesamten- deutschen Nation schnell zu überwinden. Je mehr in der feindlichen Öf­fentlichkeit von den nicht zu leugnenden miiitärischen Einzelerfolgen der Alliierten Lärm gemacht wird, und je unbelehrbarer man da drüben immfer wieder glaubt, nun müsse doch das Ende gekommen sein, um so mehr ist der Feind dann jedesmal überrascht, daß er statt dessen auf eine nur noch härter gewordene Verteidigung *md einen noch'ent­schlosseneren Widerstand stößt: Es wird viel­leicht sogar in Deutschland nicht immer und überall vollkommen richtig verstanden, welchen Sinn und Zweck es im Rahmen der jetzigen Verteidigungstaktik hat, an jedem Punkte, an welchem der Feind uns angreift, unter allen Umständen fest stehenzubleiben und die Gegenwehr gegen einen oftmals zehn­fach überlegenen Feind auch dann weiterzu- ffiiren, wenn der Widerstand nach mensch­lichem Ermessen innerhalb einer gewissen feit aussichtslos werden muß. Die Verteidi­gung derartiger weit , vorgeschobener Posten bat jedoch im Zusammenhang mit der Ge­samtführung des Krieges sowohl nach der militärischen wie nach der politischen Seite bin ihre sehr tiefe Bedeutung.

Rein militärisch betrachtet, werden durch diesen deutschen Widerstand in festen Stel­lungen, auch dann, wenn diese Plätze längst vom Feinde eingeschlossen sind und wenn die Front weit über sie hinaus vorgerückt ist, überall starke feindliche Kräfte für längere Zeit gebunden, die somit nicht in der Lage sind, in die Kämpfe an der eigentlichen Front einzugreifen. Das haben wir in hervorragen­dem Maße in Frankreich, vor allem durch den Widerstand der umzingelten deutschen Be­satzungen irr den Atlantikhäfen kennen­gelernt. Die politischen Wirkungen dieses opferbereiten deutschen Widerstandes liegen im Zeitgewinn, den wir zu verzeichnen haben and der für den Gegner einen ebenso großen Zeitverlust bedeutet. Der Feind hat aber selbst zugegeben, daß er den Krieg nur gewinnen kann, wenn ihm der Sieg hinnen sehr kurzer Zeit, spätestens in diesem Sommer, zuteil wird. Andernfalls treten die politischen Diffe­renzen in seinen eigenen Reihen immer be­drohlicher hervor. . Je weiter die Zeit fort- ■ichreitet, um so kritischer werden die inneren politischen Verhältnisse- im .Feindbunde, und die Härte des deutschen Widerstandes; eröff­net daher die Möglichkeit, daß diese Schwie­rigkeiten, den Alliierten immer mehr über den Kopf wachsen. .

Ädfutnmi des Führers gefallen

( Berlin, 10. April. Im Westen fiel durch Feindeinwirkung Oberst des Generalstabes Heinrich Borgmann, Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Mit ihm starb ein vielfach bewährter Komman­deur und hervorragender Generalstabsoffi- zier, der als Adjutant des Führers längere Zeit an besonders verantwortungsvoller Stelle wirkte, den Soldatentod.

In einer schlichten Trauerfeier nahmen am 9. April seine Kameraden von Oberst Borgmann .Abschied Der Chef des Ober­kommandos der Wehrmacht, Generalfeld­marschall Keitel, der. als Vertreter des Führers bei der Trauerfeier anwesend war, umriß in einer Gedenkansprache Lebenslauf und Wirken dieses 'außerordentlich befähig­ten jungen Offiziers und legte einen Kranz des Führers an der Bahre nieder.

Neuer Schwerierträger

Führerhauptquartier, 10. April. Der Führer verlieh das Eichenlaub mit Schwertern an Oberst Arthur Jüttner, Kommandeur eines schlesischen Grenadier-Regiments, als hl. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Sklavenhandel geplant

Anglo-Amerikaner erörtern Auslieferung ihrer Kriegsgefangenen an Sowjets

Drahtbertoht unserer Berliner Sehrlftleltung g. Berlin, 10. April. Feststellungen des USA-Leitartiklers Walter Lippmann über den Plan, die deutschen Kriegsgefangenen an die Sowjetunion auszuliefern, sind ein neuer Be­weis für die Absicht der Westmächte, bei der Vernichtung der deutschen Voikssubstanz Hand-in Hand mit den Sowjets zu arbeiten. Schön vor längerer Zeit tauchten in der po­litischen USA-Presse Erwägungen auf, man möge 1 die Vernichtungoarbeit, die gegen das deutsche Volk zu leisten sei, den Sowjets überlasien. Sie verstünden dieses Handwerk bester, und man belaste sich nicht mit den Maßnahmen, die sie träfen. Das führte da­mals zu lebhaften Auseinandersetzungen in der USA-Presse selbst. Inzwischen hat sich die Idee offenbar durchgesetzt, und Lipp- manns Artikel zeigt, daß man in Jalta diese Arbeitsteilung* planmäßig festgelegt hat.

Bei alledem aber ist bemerkenswert, daß im gleichen Zeitpunkt, in dc. i man an der Ver­nichtung des deutschen Volkes mit den Sowjets Zusammenwirken will, die Voraus­sagen der Presse der Westmächte über einen dritten Weltkrieg immer deutlicher und offe­ner ausgesprochen werden. Es zeigt sich eine geradezu zynische Offenheit d^in, daß der dritte Weltkrieg als eine Selbstverständlich­keit behandelt wird.- Es zeigt sich zugleich, daß die Westmächte mit ihrer Politik, gleich­viel, ob es sich jetzt um die Vernichtungs­pläne gegen das deutsche Volk oder um die Vorbereitung einer großen neuen blutigen Weltauseinandersetzung handelt, die Weg­bereiter von Anarchie und Chaos sind. Die Bestrebungen auf Steigerung der persönlichen Macht und die Sicherung langfristiger Profit­quellen, wie sie sich aus einer Ankurbelung der Rüstungswirtschaft ergeben, sind offen­sichtlich die Hauptantriebe dieser Entwick­

lung. Auch darin, so sehr die Erörterungen über einen dritten Weltkrieg sich auf Mei­nungsverschiedenheiten zwischen den Sowie^s und den Anglo-Amerikanern stützen, sind auch die beiden Gruppen der Gegner Deutschlands im grundsätzlichen einig — in dem Grundsatz,' das. Entstehen jeder wirk­lichen Ordnung und jeder wirklichen Befrie­dung schon in den ersten Anfängen zu ver­hindern.

Massendepdrlniionen

Genf, 10. April. Es sei zwecklos, wenn die Deutschen versuchten, sich aus denjenigen Gebieten zu verdrücken, die ihrer Meinung nach von den Bolschewisten besetzt würden, um unter englische oder amerikanische Be­setzung zu kommen. Das schreibt die eng­lische Zeitung „Daily Mirror“, die in einem vor Haß und Vernichtungswut triefenden Ar­tikel weiter feststellt, daß die Anglo-Ameri­kaner in ihren eigenen Besetzungszonen sämtliche arbeitsfähigen Deutschen erfassen würden, um sie den Bolschewisten auszulie­fern. Diese Abmachungen, die zur Zeit von einer alliierten Kommission vertraglich fest­gelegt würden, sahen vor, daß mehrere Millionen deutscher Männer und ebenso Frauen vom 18. bis 50. Lebensjahr den Sowjets überlassen werden. Bezüglich der in ameri­kanische oder englische Gefangenschaft ge­ratenen deutschen Soldaten würde nach den Darlegungen des stets gut informierten Blat­tes vereinbart, daß die deutschen Gefangenen in großen Transporten unmittelbar in die Sowjetunion verbracht werden sollen, ohne daß sie zuvor ihre Heimat Wiedersehen könnten.

Diesen satanischen Ausrottungsabsichten wird das deutsche Volk mit eiserner Ent­schlossenheit entgegentreten, auch seine letz­ten Kräfte hergeben und kämpfen, bis der

verhaßte Feind endgültig von seinen blut­gierigen Plänen Abstand nimmt.

Ausmerzung alles Deutschen

ep. Lissabon, 10. April. „Alles, was deutsch ist, soll in Zukunft unter der Marke .anonym“ laufen. Das Wort deutsch soll künftig über­haupt von der Erde verbannt werden“ schlägt der englische Hauptmann Padraig Mills vor, der für ein Orchesterkonzert vor englischen Truppen in Rom Verantwortlich zeichnete, bei dem- die Komposition von Wagners Wal­kürenritt als anonym angezeigt' wurde. „Wir' dürfen nicht mehr mit den Deutschen .Mit­leid -laben, sondern müssen sie ausrotten. Das nächste Mal wird uns das vielleicht nicht mehr gelingen.“

Diese hochgespannten Pläne werden wie alle teuflischen Projekte der plutokratiseh- bolschewistischen Koalition, ob sie nun von Vansittart, Kaufmann, Stalin oder sonst je­mand stammen, an der fanatischen Ent­schlossenheit des gesamten ^deutschen Volkes scheitern., das sich mit allen Kräften für den Sieg einsetzen und lieber in Ehre fallen als in Schanden sich der Willkür der Gegner aus­liefern wird.

Erwünschtes Kanonenfutter

’ ep. Mailand, 10. April. Eine Aufteilung der in Italien stationierten polnischen Streit­kräfte hat in Jalta Stalin verlangt, da die polnischen Soldaten nach Moskaus Ansicht geschlossen antisowjetisch eingestellt seien. Dje Art der Aufgliederung ist bisher noch geheim gehalten worden, um unter den pol­nischen Soldaten keine Unruhe hervorzu­rufen. Ein beträchtlicher Teil wird auf den Pazifik-Kriegsschauplatz abtransportiert wer­den. Ein weiterer Teil wird entwaffnet und als Arbeitssklaven deportiert werden.

Storker Widerstand unserer Kampfgruppen an der Westfront

Orahl bericht unserer Berliner Schrtltlettung

g. Berlin, 10: April. Am letzten Tage machte sich an der Westfront eine neue Entwicklung bemerkbar. Während im nördlichen Teil die Kämpfe- mit dem vordringenden Feind noch äußerst beweglich geführt werden, hat sicn die Lage im Thüringer und süddeutschen Ge­biet kaum räumlich verändert. Der Grund hierfür mag einmal im Zeitfaktor liegen, da der amerikanische Offensivstoß als der Stoß um das Ruhrgebiet herum schon länger läuft, was bei einer Materialoffensive anglo-ameri- kanischer Art immerhin einige Bedeutung hat. Zum anderen kann auch eine Erklärung für die verschiedenartige Entwicklung im Landschaftsverhältnis gefunden werden: Im Norden erstreckt sich die weite norddeutsche Tiefebene, in der als einzige, Hindernisse die Flüsse in Süd-Nordrichtung in Frage kommen. Im südlichen Abschnitt der Front dagegen ist das Gelände gebirgig und läßt sieh außerordentlich gut von der Verteidigung ausnutzen. Der Feind, der diese Gelände­schwierigkeiten im Thüringer Wald kennt, versucht, diesen Faktor durch einen unge­heuren Bombereinsatz auszuschalten. Aber auch die deutsche Führung setzt in wachsen­dem Maße eine • Luftgegenwehr ein, die die hart kämpfende Erdtruppe in ihrer Verteidi­gung gegen den immer wieder, anrennenden Amerikaner unterstützt.

Während im Süden Namen wie Schwein- furt, Würzburg und Heilbronn die Front kennzeichnen, hat die Entwicklung im Norden zur Nennung Hannovers, Bremens und Verdens geführt. Von diesen drei Städten

Englische Erkenntnisse zum Bombenterror

Drahtbericht unseres Vertreters hw. Stockholm, 10. April. Engländer und Amerikaner haben jetzt bei ihrem Vor­dringen in deutsches Gebiet die Wirkungen ihres verbrecherischen Terrorbombenkrieges Selber an Ort und Steile studieren können. Die Londoner „Sphere“ gesteht wörtlich: »Olfen gesagt sind wir überrascht und ent­täuscht worden durch die Kraft des Fein­des. dem vernichtenden Terror der Ver­bündeten ' zu widerstehen“. Hinter solchen Feststellungen verbirgt sich ein Erschrecken vor den sittlichen, Kräften des deutschen Volkes, die, wie man drüben fürchtet, auch Weiterhin sich im Kampf und Widerstand entfalten werden.

Der Kriegskorrespondent und Militärsach - verständige der „Times", Kapitän Cyrill Falls, ahnt noch etwäs anderes. Dieser Mann scheint erstmals das Medusenhaupt erblickt 8,1 haben, das sich aus diesem Terrorkrieg Segen England selbst erhebt. Früher oder später wird die Rache der Geschichte jene Völker treffen, die für den wahnsinnigen Duftterror verantwortlich sind.

In der „Daily News“ nagelt Cyrill Falls “Je englische Schuld an der Luftterror- ~ r iegführung ausdrücklich fest. Er konsta- rjett, daß viele Engländer und besonders {P 1 ? Führung lange geglaubt hätten, den "jheg allein durch den Bombenkrieg ge- *;tinsn zu können. In bezug auf die Ergeb- äußerst er jedoch Zweifel. Abgesehen «?? den enormen Kosten der Luftkrieg- .“nritng erscheinen gewisse Konsequenzen. / a ™klich. Cyrill Falls gelangt zu folgen- I- r honntiiis: „Wir verwüsten das feind- Gebiet in sehr viel größerer Tiefe als "Odern in einen Frontabschnitt beim ‘rommelfeuer. Wir legen Städte nieder, zer- bS 1 die Nahrungsmittelvorräte der Zivil ■ ^'Mkerung, fegen die Krankenhäuser hin- ” dhd wir machen mit allem möglichen

Schluß, was wir andernfalls gern selber be­nutzen würden!“ '

Vor allem flößt dem englischen Militär­schriftsteller die Zukunft Angst, und Schrecken ein. Er sieht „psychologische und wirtschaftliche Probleme“ voraus, für die vor allem der Luftkrieg verantwortlich sei. Große Teile Europas seien in eine Wüste verwandelt. Der Wiederaufoau könne nur durch Zwangsmaßnahmen verwirklicht wer­den, so daß die „Freiheit“, für die England angeblich den Krieg führt, auf Generationen hinaus in Frage gestellt, wenn nicht „ge­mordet“ sei.

de Gaulle mißtrauisch

^ Eigener Drahtbericht

ep. Lissabon, 10. April. Die französische Regierung hat sich an Washington, London und Moskau ✓gewandt mit dem Ersuchen, Näheres über die Auslegung, Anwendung und Reichweite der Jalta-Deklaration mitzuteilen. Da die Deklaration offenbar, was Polen, Ru­mänien und Griechenland änbelangt, nicht angewandt werde, so heißt es in der fran­zösischen Note, ergebe sieh die Frage, ob die Sowjetunion und Großbritannien besondere Vorrechte genössen. Diese Mitteilung machte der USA-Staatssekretär des Äußeren, Stetti- nius, auf der Pressekonferenz am Montag.

De Gaulle ist sehr naiv. Er müßte schon längst wissen, daß die „Großen“ tun, was sie wollen, und wenn es eine Einschränkung gibt, dann nur in dem Sinn, daß das letzte Wort niemand anders als Stalin zu sprechen hat.

Bolschewistische „Kulturpropaganda" macht «ich in Schweden zunehmend bemerkbar. Eine der größten Kirchen Göteborgs war über Nacht plötzlich mit Hammer und Sichel in meterhohen Figuren „geschmückt".

fiel allerdings nur Verden in Fefiideshähd. Vor Bremen wurde der Feind aufgefangen pnd ihm der Durchbruch zur Küste verwehrt. Weiter südlich, in der hannoverschen Gegend, versucht der Gegner, diese Stadt zu umgehen. , *

Zwischen Niederrhein und Weser, wo die feindlichen Verbände zur Zeit in drei Keilen nach Norden drängen, mußte der Gegner auf niederländischem Boden infolge seiner hohen Verluste eine Kampfpause einlegen. Auch öst­lich der Ems konnten die britischen Verbände gegen den Widerstand unserer Kampfgruppen im Raum von Meppen und im Hase-Abschnitt nur geringe Fortschritte erzielen. Südlich Bremen verhinderten unsere Gegenangriffe ebenfalls ins Gewicht fallenden Bodengewinn des Gegners. Die Briten schoben sich hier da­her weiter nach Osten an die Weser-Niede­rung heran, nahmen unsere Brückenköpfe unter schweres Artilleriefeuer und über­schritten im Mündungsgebiet der Aller mit Teilkräften den Fluß nach Osten. Gegenstöße zur Abriegelpng der Übersetzstellen sind ein­geleitet.

Zwischen der Unterweser und Thüringen ist der Gegner bemüht, seine keilförmigen

Einbrüche dort zusammeiizuziehen. Aus dem Raum beiderseits des Steinhuder Meeres drängte er mit starken Verbänden gegen Hannover vor und sücht die Verbindung mit den bis Hildesheim v'orgedrungenen Kräften aufzunehmen. Diese Verbände stießen ihrer­seits an der Leine nach Süden vor, wurden aber bei Einbeck blutig abgeschlagen, obwohl ihnen eine, weitere starke Panzergruppe am Südrand des Solling vorbei entgegenzukom­men suchte. Weiter südlich konnte sich die in Göttingen eingebrochene feindliche Pan- zergruppe, durch den Widerstand der Be­satzung gebunden, nur wenig weiterent­wickeln; doch drangen von der Werra her und aus dem Raum von Mühlhausen stärkere Kräfte bis in die Gegend von Duderstadt vor. Auf der Linie Langensalza—Friedrichroda— Suhl nahm der feindliche Druck abermals zu. Den vorstoßenden feindlichen Panzerkeilen warfen sich im ganzen Abschnitt zwischen Verden und Suhl Eingreif reserven und Jagdkommandos entgegen. Während die er-, bltterten Kämpfe in den Räumen von Han­nover und Hildesheim andauem, verhinderten andere Kampfgruppen in Thüringen ins Ge­wicht fallende feindliche Bodengewinne.

'Harter Kern der deutschen Abwehr'

ep. Stockholm, 10. April. Der' englische Rundfunkkommentator Fraser erklärte:. „Es ist von besonderer Wichtigkeit, daß die Deut­schen im Westen noch eine große Armee zur Verfügung haben. Wir besitzen die Feststel­lung Eisenhowers selbst, daß in den deutschen Divisionen ein harter Kern des Widerstandes vorhanden ist, seihst wenn sie. schon aus- einandergebrochen scheinen. Einheiten ent­kommen und verteilen sich, und diese Ein­heiten leisten auf alle mögliche Weise Wider­stand. Was jedoch hinsichtlich der Waffen und des Nachschubs für die deutschen Trup­pen zu sagen ist, so ist es vernünftig, wenn man annimmt, daß der Feind sich mit aufge­häuften Vorräten versieht. Es liegt kein An­zeichen vor, daß die Führung der Armee be­absichtigt, die'Sache aufzugeben. Vor einigen Tagen sah es so aus, als oh es zuerst eine Periode geben müsse, die derjenigen bei den Sowjets ähnelt, sobald sie an die Oder ge­langten. Sie standen dann sehr nahe an Berlin, aber am Ende von ausgedehnten Nachschuhlinien, vor denen vorbereitete Ver­teidigungsstellungen und eine im Werden be­griffene Armee lagen. Sie hatten nicht die Kraft, zur Hauptstadt weiter vorzustoßen. Wir befinden uns daher in einer Periode, in der Panzerkolonnen nicht mehr wild vor­stoßen. Weit hinter der Front kämpfen deutsche Männer in guter Ordnung.“

Eine allgemeine Verhärtung des deutschen Widerstandes entlang der ganzen Front der Armee des Generals Dempsey meldet Asso­ciated Preß aus London. Es sind viele An­zeichen dafür vorhanden, so meldet die amerikanische Agentur, daß sich die Schlacht In der nordwestdeutschen Ebene zu den här­testen Kämpfen seit Überschreitung des Rheins entwickeln dürfte.

Bei der Armee Dempseys handelt es sich um die 2. britische Armee, die u. a. auch den Raum um Bremen angreift.

Wien und Königsberg

Eigener Drahtberieht

rd. Berlin, 10. April. Die Kämpfe um Wien und Königsberg sind am Montag noch härter geworden, weil der Feind neue starke Reser­ven in die Vorstädte hereingeführt hat. Ganz besonders stark hat sich der Feind in Königs­berg gemacht, dessen Verteidiger in be­wunderungswürdiger Weise sich bisher be­

hauptet haben. Nun allerdings haben die Bolschewisten eine überwältigende Übermacht herangeführt, deren Spitzen tief in die Stadt eingedrungen sind. Überall halten sich Wider­standsnester bis zum letzten Schuß, und lediglich das Ausgehen der Munition kann die tapferen Verteidiger veranlassen, sich auf eine neue Stellung zurückzuziehen. Da der Feind von allen Seiten angreift, ist der zur Zeit noch verteidigte Raum im Stadtinnern bereits sehr klein geworden. In Wien wurden zahlreiche Angriffe abgewiesen. Doch greift der Feind auch hier von allen Seiten an, so daß sich ebenfalls um den Stadtkern heftige Kämpfe entwickelt haben.

Linksruck in Finnland

ep. Stpckholm, 10. April. In der neuen fin­nischen Regierung werden die Linksparteien die Mehrheit erhalten, während bisher die Bürgerlichen die Mehrheit hatten. Zu den wichtigsten Veränderungen wird wahrschein­lich der Umstand gehören, daß erstmalig der Posten des Verteidigungsministers nicht mehr mit einem Offizier, sondern mit einem Zivi­listen besetzt werden wird. Die Moskau nahe­stehenden Volksdemokraten betreiben diese Veränderung mit Nachdruck.

Der eiserne Vorhang

Von Hans Schadewaldt

Nach dem Fall Polen geben jetzt die ein­drucksvollen Beispiele der Behandlung Finn­lands und Rumäniens der Weltöffentlichkeit eine praktische Anschauung, was Moskau unter der von London und Washington in Teheran zugestandenen und in Jalta bestä­tigten Auslieferung Europas an den Bolsche­wismus und der Realisierung der imperia­listisch-weltrevolutionären moskowitischen „Sicherheitspolitik“ versteht, die die Schaf­fung „freundschaftlich eingestellter Regie­rungen“ in allen Nachbarländern der Sowjet­union von Helsinki bis Ankara voraussetzt, und mit welchen brutalen und raffinierten Mitteln Stalin die Beschleunigung der Bol- schewisierung der von den Sowjets besetzten Gebiete als Vorstufe zur Einverleibung der zu Sowjetrepubliken gepreßten europäischen Länder in die Union sozialistischer Sowjet­republiken ohne jede Rücksicht auf die ver­kündeten, in der Atlantik-Charta gegen Län­derrauh und Völkervergewaltigung beschwo­renen demokratischen Grundsätze und die Lebensinteressen Englands planmäßig be­treibt.

Allmählich erkennen nun auch die soge­nannten Neutralen und jene Gruppen in den Feindländerh, die bisher noch an die Demo­kratisierung, Verbürgerlichung und Verchrist- lichung des bolschewistischen Systems ge­glaubt haben, daß die Sowjets mit den ihrer Gewalt ausgelieferten Völkern ausschließlich das machen, was sie wollen, und daß sie mit List, Tarnung und Terror eine Gleichschal­tung betreiben, die den Untergang jeder völ­kischen Selbstbestimmung und aller eigen­staatlichen Lehensrechte bedeutet. Sie erken­nen, daß weder Churchill noch Roosevelt in der Lage und willens sind, Stalin an der eigenmächtigen Durchsetzung der Alleinherr­schaft des Bolschewismus über Europa zu hindern. In diesem kritischsten ' Stadium Europas wagen sie endlich schüchtern die Frage zu stellen, was denn Moskau unter „Demokratie“ verstehe und was die „demo­kratischen Methoden“ Stalins sind. Jetzt, wo die Liebäugler Moskaus erkennen, daß statt demokratischer Regierungssysteme Vorfelder des moskowitischen Ipiperialismus und Exer­zierplätze der bolschewistischen' Weltrevolu­tion auf Kosten der wahren Europainteressen errichtet werden, öffnen ihnen Blutjustiz und Massenmord, Deportation und Zwangsarbeit, Hungersnot und Seuchen die Augen, daß der von England und den Vereinigten Staaten betriebene Verrat an den moralischen und demokratischen Prinzipien den bolschewisti­schen Bewegungen Tür und Tor öffnet urd mit der Flut der asiatischen Steppe die ..Hammer-und-Sichel-Mentalität“ und der bolschewistische Despotismus in den europä­ischen Ländern ihren Einzug halten

Alle diese Länger sind, wie neulich die „Weekly Review“ schrieb, nicht befreit, son­dern versklavt worden! Der sorgfältig vorbereitete Plan Stalins, überall dort, wo. die Sowjets hinkämen, bolschewistische Schreckensherrschaften zu errichten, werde jetzt mit einer Grausamkeit in die Tat um­gesetzt, die man dem britischen Volke wohl­weislich verschweige. Hinter einem eisernen i Vorhang spielen sich Entwicklungen ah, dier die Chaotisierung der europäischen Welt und- den Untergang der abendländischen Kultur und Sitte, Ordnung und Freiheit zeitigen. Aus dem verblendeten Haß Churchills gegen das Deutsche Reich und die deutsche Nation läßt sich die grenzenlose britische Unter­würfigkeitspolitik gegenüber Moskau allein nicht erklären; das England Churchills und Edens leistet dem Bolschewismus in Europa Handlangerdienste, und verzichtet dadurch auf die Tradition der britischen Gleich­gewichtspolitik, weil es glaubt, daß es einmal Moskau wegen des Sicherheitsbedürfnisses der Sowjetunion unentbehrlich sein würde; es schätzt die Gefahr des moskowitischen Bolschewismus für die Zukunft Europas ge­ringer ein als die Weltmachtsmonopolziele der Vereinigten Staaten, die ihre in diesem Kriege errichtete Hegemonie auf den Welt­meeren und Weltmärkten auf Kosten Eng­lands rücksichtslos befestigen.

Die Ausschaltung d§s englischen und ameri­kanischen Einflusses in Sofia und Bukarest, in Belgrad und Helsinki, in Ankara, War­schau und Teheran sucht die englische Re­gierung durch die verbrecherische Ablenkung der britischen Öffentlichkeit auf das Ver­nichtungsziel der Koalition gegen Deutsch­land, die Ausiöschung deS deutschen Volkes, die Vernichtung der deutschen Industrie, die Zertrümmerung der politischen und mili­tärischen Reichseinheit dem Britentum vor­zuenthalten: sie gihj; damit die Zukunft Eu­ropas, die Freiheit und den Frieden aller europäischen Völker preis. Wir Deutschen

Deutsche Frauen und Kinder als Kugelfang

Berlin, 10. April. Mit welch bestialischen Methoden die sowjetische Soldateska vor ­geht und welcher unmenschlichen Mittel sie sich bedient, um ihre Angriffe voranzu­tragen, beweist ein Beispiel “äus den Kämpfen in der Weichselniederung. Achtmal hatten die Bolschewisten am 7. April beim Fort Neüfähr in Batäillonsstärke vergeblich ange­griffen. Auch ein Angriff auf Reichenberg zerbrach an dem heldenmütigen deutschen Widerstand.

Um endlich doch noch zn einem Erfolg gegen die hart zurückschlagenden deutschen Truppen zu kommen, trieben die Sowjets deutsche Frauen und Kinder zusammen und schoben sie bei einem Angriff auf Sper­lingsdorf ostwärts Danzig als Kugelfang vor sich her. Auf diese Weise konnten sie bis zu

einer Straßenkreuzung südlich der Ortschai Vordringen. Dort faßte sie dann der deutsch Gegenangriff und warf sie erneut zurück.

Diese gemeine und feige Art der bolsche wistischen Horden ist nur ein Beispiel de viehischen Bestialitäten, denen die deutsch Bevölkerung in den von den Sowjets be setzten Gebieten ausgesetzt ist. Wir erhalte: hier einen neuen Beweis dafür, daß wir e im Osten nicht mit einem gleichwertigel Gegner zu tun haben, sondern mit Banditei und Untermenschen, die keine menschlich Regung kennen und deren niederste In stinkte von den jüdischen Kommissaren auf gepeitscht werden. .

Die Ratswahlen im Schweizer Kanton W haben mit einem großen kommunistischen Er geendet.