Ausgabe 
(10.4.1945) 83
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Parteiamtliche Tageszeitung

Da» Amteblatt des Bagterendea Bärgenneietera der Fratea ]

der Nationalsozialisten Bremens

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Nummer 83 15. Jahrgang

In erbittertem Ringen

Dienstag, 10. April 1945

Einzelpreis 15 Rpf.

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I. Jeder von uns fühlt, daß der Krieg nun- uehr in sein entscheidendes Stadium einge- ireten ist. Allerdings irren unsere Feinde, tenn sie jetzt große Siegeshymnen anstim- ffle n zu können glauben, denn die letzte Bunde des Kampfes, in der wir uns zur Zeit befinden, ist noch nicht vorüber, und wenn der Anschein im Augenblick für die Feind­ete spricht, dann wissen wir, daß die Ent­scheidung schließlich von der Wendung ab­hängig ist, die unser entschlossener Wille dem gesamten Kriegsgeschehen noch zu ge­hen in der Lage ist. Daß dies keine leeren Worte sind, wird sich zur Zeit heraussteilen. Natürlich ist die Voraussetzung für die er­folgreiche Verteidigung des inneren Kerns der Festung Europa, daß alle Kräfte des Vol­tes und der Wehrmacht sich vereinigen, um dem Ansturm unserer Feinde im Westen und Osten Halt zu gebieten. Die Anglo-Ameri- ianer werden sich bei jedem Schritt, den sie ueiter in deutsches Land hinein tun, davon iberzeugen müssen, daß sie sich auf einem vulkanischen Boden befinden und daß in der Preiheitsliebe des deutschen Volkes Kräfte lebendig sind, die mit materieller Überlegen­heit allein nicht bewältigt werden können. Der Krieg bringt sich immer mehr auf einen revolutionären Grundnenner. Die wahrsten Ursachen dieses Völkerkampfes werdfen in seinem letzten Stadium immer deutlicher sichtbar, und er tritt deshalb aus dem bisher üblichen Rahmen der Kriegführung mehr mehr heraus: Ein Volk kämpft umseine lackte Existenz und um die Bewahrung einer geistigen und kulturellen Möglich­keiten. Von dieser entscheidenden Tatsache ritt alles andere in den Hintergrund Nach br richten sich die militärischen und poli- ischen Notwendigkeiten aus.

In dieser Situation kommt es nicht mehr i sehr auf ein Stück Land mehr oder weni- sr an. Denn die Maßstäbe ändern sich, und l des jir wissen, daß unser gesamtes physisches igebea geistiges basein in den Strudel der Er- lasier- jgnisse hineingezogen worden ist. Ent&hei- raann ^ j s t jetzt, daß wir den Zusammenhang ' ta ir Kräfte und der Willensbildung wahren, loltke nsere Feinde haben uns in unserer tausend- «Bre Trigen Geschichte immer nur dann liber- Vege- jnden können, wenn wir gespalten und un- äins waren. Sie sind in diesem Ringen bislang ■ m dem granitenen Block der deutschen Einig- »it gescheitert. Deshalb kommt es jetzt ver werde« fern darauf an, diesen inneren Zusammen- leisch' kalt zu wahren, nicht nur als ein sozusagen i nicht »turgeschichtjiches Faktum, sondern als eine fang!' helle höchster seelischer Energien. Volk .und öham fehrmacht haben die einmalige Bedeutung r Vul er gegenwärtigen Periode des Krieges beerlf- l de en und werden deshalb durch äußerste Ent- cnser uhlossenheit dafür sorgen, daß das vorzeitige en ll riumphgeschrei unserer Feinde noch recht- litig versturpjnt. Es gibt keine Gefahr, die Seht durch ein starkes Herz und einen ent­flossenen Sinn gemeistert werden könnte.

Hart - kampfenischlossen

..Die Deutschen kämpfen wie die Löwen" — Freiheitsbewegung wächst

Zahl : Vr. rata i noch verdat heuti-

Drahtbericht unseres Vertreters

hw. Stockholm, 9. April. Die deutsche Freiheitsbewegung macht den anglo-ameri- kanisenen Eindringlingen immer mehr zu schaffen, wie aus zahlreichen Berichten feindlicher Kriegsberichterstatter hervor­geht. Selbst kleine Orte oder Vororte von Großstädten müssen mit starken Truppen­kontingenten belegt werden, da der Trans­port von Militärgütem dauernd gefährdet ist und schwächere feindliche Kommandos auf­gerieben wurden.

Durch die feindliche Presse wird sogar ein Bild veröffentlicht, auf dem ein BDM.-‘ Mädel aus Duisburg als Kriegsgefangene zu sehen ist. Der Begleittext zu dieser Auf­nahme, die das Mädel inmitten deutscher Arbeiter und Soldaten zeigt, lautet: „Unter den deutschen Gefangenen, die in einer der Vorstädte Duisburgs gemacht wurden, be­merkt man Angehörige der Wehrmacht, der H-Truppe, der Feuerwehren, des Luft­schutzpersonals, des Volkssturms, sowie ge­wöhnliche Zivilisten, darunter ein kleines Mädchen, die sämtlich die Alliierten mit der Waffe in der Hand bekämpft haben.“ Die junge Verteidigerin ihres Vaterlandes ist sich der Ehre durchaus bewußt, am Kampfe gegen den verhaßten Feind haben teil­nehmen zu können. Aufrecht und erhobenen Hauptes schreitet sie auf dem Bilde neben den Wehrmacht- und Volkssturmeinheiten einher.

Ein weiteres Zeugnis ähnlicher Art — eines von vielen — aus feindlichem Munde besteht in einer Assoeiated-Preß-Meldung aus Lon­don. Sie lautet: „Fanatische Mitglieder der Hitler-Jugend im Alter von 14—16 Jahren haben jetzt begonnen, die deutschen „Tiger“- Panzer zu bemannen, die jetzt gegen die Alli­

ierten zum Angriff übergehen. Diese Jungen haben den Befehl zu kämpfen oder zu fallen, und sie folgen dem Befehl beinahe überall konsequent, erklärt ein amerikanischer Offizier.“

Im übrigen kommt in den Blättern der Feindseite in den letzten Tagen immer stär­ker zum Ausdruck, daß die Invasoren auf einen erbitterten Widerstand der deutschen Wehrmacht stoßen. So berichtet der Kriegs­korrespondent Walker dem „Daily Mirror“, die Amerikaner der 9. USA-Armee hätten jetzt gegen „frische, erfahrene und begeistert« deutsche Truppen zu kämpfen, deren Über­wältigung sehr schwer fallen werde“. Zum anderen verstärke sich aber auch der Wider­stand der deutschen Zivilbevölkerung in zu­nehmendem Maße. Man fühle sich reichlich unbehaglich, wenn einem Wellen des Hasses entgegenschlügen. Als in einem Dorfe wo er eine Nacht zubrachte, eine Anordnung der Besatzung bekanntgegeben wurde, habe man nur höhnische Äußerungen gehört. Tiefer Haß sei zum Vorschein gekommen, als die Menge mit vor Wut bleichen Gesichtern zurück­kehrte. Walker schließt: „Es ist eine ver­

dammt unheimliche Atmosphäre für uns in Deutschland.“

In den Augen der deutschen Jugend sehe man keine Tränen, schreibt enttäuscht ein Kriegskorrespondent der „News Chronic 1 e. Die deutsche Jugend sei hart. Im Teutoburger Wald hätten Hitler-Jungen die amerikari­schen Panzer aufgehalten. Eine Aufforderung, sich zu ergeben, hätten sie abgelehnt und sich in Häusergruppen und Straßengräben ver­teidigt.

Ein Sonderberichterstatter der „Daily Mail“ schildert den harten Widerstand einer Unter­offizier-Schule und bezeichnet ihn als ty­

pisches Beispiel für den Geist der deutschen Wehrmacht. Seit langem habe man festge­stellt, daß die Unteroffiziere zu den besten Kämpfern gehören. Sie hätten hervorragend gefochten und ein prachtvolles Beispiel wirk­samen, heldenhaften Kampfes gegeben. Das ganze Gebiet, in das die alliierten Panzer­spitzen vorstießen, sei zu einer Zone schwer­ster Gefahren geworden, wie sip ganz Deutsch­land vielleicht für den Feind werden könne.

Wie der einfache englische Soldat denkt, erfahren wir aus der Zeitschrift „Leader“. Hier heißt es: „Uns an der Front packt die Wut, wenn wir jetzt wieder mit anhören müssen, wie unsere Politiker und anderes dummes Volk zu Hause so reden, als sei der Krieg so gut wie gewonnen. Dabei müssen wir gerade jetzt unsere schwersten Kämpfe durchstehen, denn die Deutschen verteidigen sich wie die Löwen."

Krieg im Dunkeln

Madrid, 9. April. Der Londoner Korre­spondent der spanischen Zeitung „YA“ be­richtet, in London mache man sich über den fanatischen Widerstand der deutschen Be­völkerung so ernste Sorgen, daß man der augenblicklichen militärischen Erfolge der Allüerten nicht froh werde. Die Besetzung weiter deutscher Gebiete bedeute für die anglo-amerikanischen Truppen keineswegs ein Ende des Blutvergießens in diesen Rau­men. Der Krieg gehe hier im Dunkeln weiter. Kein alliierter Soldat könne sich auf deut­schem Boden wohlfühlen. Die Menschen seien von einem unsäglichen Haß gegen die Alter­ten erfüllt. So sei, schließt der Korrespon­dent, zu den zahlreichen englischen Kriegs­sorgen eine neue sehr schwerwiegende hinzu­getreten.

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ihrte, von der gegenwärtigen aber nicht er­bt wurde. Infolge der Teuerung und der feldentwertung istTSibelius nicht mehr in kr Lage, seinen Lebensunterhalt zu be­freiten und in ärgste persönliche' Bedräng- & geraten.

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Sibelius ist am verhungern

ep. Stockholm, 9. April. Der bekannte fin- sehe Komponist Jan Sibelius befindet sich, aerikanischen Agenturmeldungen aus Hel- ihki zufolge, in der Gefahr zu verhungern, kr 80jährige Komponist lebt gegenwärtig der Nähe von Helsinki von einer Pension,

Drahtbericht unserer Berliner Schrlftleltung

BZ. Berlin, 9. April. Auch in den letzten 24 Stunden trat die Absicht des Feindes un­verkennbar in Erscheinung, seinen Nordflü­gel in ganz besonders starkem Maße zu forcieren und ihn auf die Höhe des mittle­ren Frontsektors nachzuziehen.. Im Rahmen dieser operativen Absichteh haben nunmehr auch die Briten erneut zu einem Großangriff im äußersten Norden der Westfront ange­setzt und zwar einmal gegen den deutschen Brückenkopf Zutphen und zum anderen nördlich von Almelo, wo die britisch-kana­dischen Truppen ebenfalls ihren Druck ver­stärkten, ohne jedoch größere Erfolge davon­tragen zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt entwickelte sich zwischen Ems und Weser, wo die Truppen Montgomerys antraten. Der Feind konnte dabei einige Geländegewinne verzeichnen, mit allerdings nur schwachen Kräften ge­langte er bis in den Raum von Verden. Während dieser britische Vorstoß die An­griffsabsicht des Feindes gegen den Ranm von Bremen erkennen läßt, ver­suchen die Amerikaner über die Weser hin­weg einen konzentrischen Angriff gegen Hannover durchzuführen. Sie konnten öst-

Jnpnn wird Feind zerschmettern'

Tokio, 9. April. Der neue japanische Mini- ffpräsident, Admiral Kantaro Suzuki, hielt i Sonntagabend seine erste Rundfunkan- ache an die Nation. Er habe den Befehl »Tenno zur Kabinettsumbildung in einem «Punkt erhalten, sagte er, da sich Japän •»er unvorhergesehenen Krise gegenüber- ste. Er sei, so betonte Suzuki, fest entschlos- I®' dem Tenno und dem Staate bis zum taten Atemzug zu dienen und für den Sieg ® arbeiten. Es gebe keine Entschuldigung, Mn Feind zu gestatten, einen Teil des japar fehen Landes zu verwüsten. Die gesamte wt der Nation müsse zusammengehallt Wen, damit hundert Millionen Japaner in Wer Geschlossenheit gegen den Feind ämpfen, Japan kämpfe zwar gegen die Bßten Mächte der Welt, doch gebe es staen Zweifel, daß es ihm gelingen werde, ® Gegner zu zerschmettern, wenn alle Ja- *»er mit Todesverachtung und fanatischem ( >it kämpften. Der Ministerpräsident stellte Maßnahmen in Aussicht, um die Ver- Migungsbereitschaft zu erhöhen. ,

Zum Außenminister im neuen japanischen tobinett wurde am Montag Shigenori Togo Bhnnt. Er hat schon in mehreren Kabi- ftten dieses Amt bekleidet. Gleichzeitig Jttnimmt Togo das Großostasien-Ministe- •ffli.

Neue Versenkungserfolge

T °kio, 9. April. Ein großer Flugzeug^ “»niwAlPssr und drei Kreuzer wurden am 6. und

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jo-er, drei Minensuchboote und 13 weitere ^Bfahrzeuge versenkt. Beschädigt wurden iL r Kreuzer, vier Zerstörer, zwei Minensuch- v! e Bhd acht weitere Kriegsfahrzeuge. Eine - ne v on Transportern steht in Brand.

Fei nd bringt noch immer weitere Ver- •jusungen nach der Insel Okinawa-Honto. „“BWrikaner haben dort seit Beginn ihref .aimg en bis zum 7. April bereits 3600 Mann l ’ber hundert Tanks verloren, während Ife* ? Verluste der Japaner auf etwa 400 ■^b belaufen.

V n Ber ichte vom Kriegsschauplatz in ^wässern der Rdukiu-Inseln deuten

darauf hin, daß sich die feindlichen Flotten­verbände nach dem schweren Angriff japa­nischer Luft- und Flotteneinheiten mit er­heblichen Verlusten in südlicher und öst­licher Richtung zurückziehen. Der Sprecher der Regierung wies abschließend darauf hin, daß sich unter diesem heftigen Gegendruck auch die Zahl der feindlichen'Kriegsschiffe, die die Küste von Okinawa beschossen, we­sentlich vermindert habe.

„Japan stärker denn je"

ep. Lissabon, 9. April. Japan ist im Augen­blick stärker als zu Beginn des Krieges, er­klärte General Jose W. Stilwell in einer An­sprache, die er am „Tage der USA-Armee“ hielt. Die japanischen Versorgungslinieß seien jetzt viel kürzer als in den ersten Kriegs­jahren, während die der USA-Wehrmacht um so. länger geworden seien. Statt 3000 Mei- leff hätten die USA-Streitkräfte jetzt 7000 Meilen über den Pazifik zu bewältigen. „Die Probleme sind enorm“, erklärte Stilwell, „und unsere Erfahrung mit den japanischen Streit­kräften zeigt, daß wir gegen diesen wilden und entschlossenen Feind alles an Menschen und Material mobilisieren müssen“.

Rückkehr Frau Kollanlays

ep. Stockholm, 9. April. Sowjetbotschafterin Kollantay, die sieh gegenwärtig in Moskau aufhäit, wird auf ihren Posten nach Stock­holm zurückkehren. Die vor einigen Wochen nach Frau Kollantays Abreise verbreitete Be­hauptung, sie würde nicht zurückkehren, wird ausdrücklich dementiert. Es wäre auch zu verwundern, wenn jemand, der wie Frau Kol­lantay meisterlich Fäden zwischen Moskau und den linksradikalen Elementen zu spinnen versteht, vom Kreml plötzlich für abkömm­lich und auswechselbar gehalten würde.

Paasikivi zurückgeireien

Eigener Drahtbericht

ep. Stockholm, 9.. April. Der finnische Mi­nisterpräsident Paasikivi ist zurückgetreten, wird aus Helsinki gemeldet. Vom finnischen Präsidenten wurde Paasikivi beauftragt, bis zur Neubildung der Regierung die Geschäfte weiterzuführen.

lieh der Weser gegen starken deutschen Widerstand einigen Geländegewinn ver­buchen und dabei bis Hildesheim Vor­dringen.

Gegenüber dieser Entwicklung an der Nordflanke hat sich die Frontlage im Thüringer Raum dank der deutschen Gegen­angriffe kaum wesentlich verändert. Lediglich aus Mühlhausen und Hildbuighausen heraus konnte der Gegner seine Angriffe nach Nordosten bzw. Südosten voxtragen. Ebenso­wenig wird aus dem Raum Würzburg eine Veränderung der Kampf läge gemeldet. Die durch eine Frontlücke in den Raum von Crailsheim vorgedrungenen Panzerverbände werden von unseren Eingreifverbänden mit Erfolg angegriffen. Zwischen Karlsruhe und Heilbronn kam es nur zu örtlichen Vor­stößen, bei Ettlingen und Pforzheim wurden die Feindangriffe abgewiesen.

An der Ostfront liegt das Schwergewicht der Kämpfe im Wiener Raum, wo Angriffe aus dem Wiener Wald heraus an dem Wider­stand deutscher Verbände zerbrachen. Im Süden und Westen Wiens wird aber ge­kämpft, während gleichzeitig die Sowjets sich darum bemühen, ihre Brückenköpfe auf dem östlichen Ufer der March zu erweitern, aber nur an der Marchmündung gewisse Ergeb­nisse erzielen konnten. Im übrigen beschränkt sich die Kampftätigkeit im Osten auf Kämpfe ah der Königsberger Front und auf einen starken Druck an den Weißen Kar- parten, d. h. gegen die Nordgrenze der Slowakei.

Das Bild der militärischen Lage darf jedoch nicht nur an Hand der Eintragungen auf der Landkarte beurteilt werden. Die im OKW.- Bericht genannten Ortsnamen geben keines­wegs ein Bild von einem endgültigen Front­verlauf. Vielmehr handelt es sich überall um die vordersten Spitzen der Panzerkeile der anglo-amerikanischen Armeen. Dazwischen gibt es überall deutsche Widerstandsinseln, die das Vorgehen des Gegners hemmen und den Nachschub empfindlich stören. Es unter­liegt keinem Zweifel, daß der harte deutsche Widerstand in Verbindung mit dem Kampf dieser deutschen Widerstandsinsein dem Geg­ner schwere Verluste zufügt und ihn zwingt, seinen Vormarsch erheblich zu verlangsamen.

Die Feindpresse anerkennt auch diese Schwierigkeiten in steigendem Umfange an, und man wird so langsam auch beim Feinde darüber klar, daß die alliierte Kriegführung noch enorme Anstrengungen machen muß, um eine Entscheidung herbeizuführen.

30 000 Bulgaren vermißt

Madrid, 9. April. In Bulgarien geht der Mordterror der Bolschewisten weiter, um das Land den Moskauer Forderungen gefügig zu machen. So wurden in den letzten Tagen nach einer spanischen Agenturmeldung aus Sofia wieder 197 Personen zum Tode ver­urteilt und sofort hingerichtet. Die offiziell zugegebene Zahl der Hinrichtungen beläuft sich auf 1224, jedoch werden 30 000 Bulgaren als „vermißt“ bezeichnet.

Zwischen Weser und Jagst

Von unserem militärischen v. W.-Mitarbeiter

Bremen, Hannover und Braunschweig, die Räume der Unstrut und Saale, der mitt­lere Main, die Frankenhöhe und die nörd­liche Umfassung des Schwarzwaldes stellen die Ziele der Kampffelder der Schlacht im Westen dar, in der jetzt stärker als zu jeder früheren Stunde feindliche Vorstöße mit eigenen Gegenstößen abwechseln. Die Art, in der der Feind den innerdeutschen Raum zu erreichen sucht, bleibt immer die gleiche: er treibt seine Panzerverbände vorwärts und läßt hinter ihnen einen truppenleeren Raum entstehen, in der er viel langsamer seine weniger beweglichen Infanteriekräfte vor­schiebt. Doch muß er die Verbindung zu den Panzerspitzen durch deren Kolonnen auf­rechtzuerhalten versuchen, weil sie leben müssen und versorgt sein wollen. Das ganze stellt also ein sehr angreifbares Verfahren' dar, weil jeder Stoß gegen, die Marschstraße einer gepanzerten Vorhut gleichbedeutend ist mit ihrer Abschneidung von ihren rück­wärtigen Verbindungen. Der Feind versucht zwar, diese Anfälligkeit seiner Lage durch Versorgung seiner Panzerkräfte aus der Luft auszugleichen. Doch ist das kein vollgültiger Ersatzweg, da dessen Funktionieren nicht mit Sicherheit zu erwarten ist. Wehe dem gepanzerten Verband aber, der vorgeprellt ist, so isoliert wurde und aus Mangel an Treibstoff und Munition bewegungs- und wehrlos unseren Gegenstößen ausgesetzt ist. Auf solche, einander sehr ähnliche Erschei­nungen sind die zunehmenden Panzerver­luste der Briten und Amerikaner zurüekzu- führen. Hätten sie nun viele Dutzende von Panzereinheiten, könnten sie für Ablösung durch frische Kräfte sorgen. Alle ihre Pan­zerdivisionen stehen seit Wochen in der Schlacht: ein Panzerverband verliert auch ohne größere Rückfälle, allein durch die normalen Gefechtsvorgänge, einen ge­wissen Teil seiner Gefechtskraft. Wer das nicht beachtet oder bewußt übersieht, fühlt mit der Dauer die gesamte Gefechts­kraft eines solchen wertvollen Stoßverbandes gleichsam zwischen den Fingern zerrinnen. Die ’ täglichen Panzerausfälle des Gegners machen mehr als den Bestand einer Pan­zerdivision aus: es ist an den Fingern einer Hand auszurechnen, zu welchem Zeitpunkt sich für ihn der Zwang ergibt, den noch in­takten Rest seiner Stroßtruppen anzuhalten.

Vor diese Entscheidung würde der Feind gestellt sein auch ohne den wachsenden Wi­derstand unserer taktischen Kampfgruppen, Garnisonen und Alarmeinheiten. Schon am 6. April wies das OKW. zum ersten Male auf den vielfältigen Wert unserer Gegenstöße hin, die am genannten Tage dem Gegner auch den geringsten Vorteil verwehrten. Dabei ist es nun nicht überall geblieben. Vor allem gegen die untere Weser dringt der Feind mit Richtung Brfemen weiter vor. Jetzt sind ihm neue Verbände auf der Linie Iin- gen—untere Weser entgegengeworfen worden. Der Zugriff des Feindes auf die Weser — und zwar auf der breiten Front, die er braucht — ist noch nicht geglückt. Die starken deutschen

Türkei unter sowjetischem Druck

i Drahtbericht unseres Vertreters sch. Lissabon, 9. April. „Die Sowjetunion hat alle alten panslawjstischen und zaristi­schen Ansprüche auf Konstantinopel, den Bosporus und die Dardanellen erneut auf­gegriffen und verfolgt sie mit größter Syste­matik. Das sowjetische Moskau möchte ebensogut wie das zaristische das Erbe des aiten, einst im Türkensturm gefallenen ost- römischen Kaisertums in Konstantinopel an- treten“ — heißt es in einem neutralen Bericht über die weitere Entwicklung der türkisch­sowjetischen Beziehungen seit der brüsken Kündigung des Freundschafts- und Neutra­litätspaktes durch Moskau. Der türkische Ge­sandte in Moskau ist unterdessen in Ankara eingetroffen und überbringt seiner Regierung die Forderungen Stalins und Molotows. Uber den Umfang dieser Forderungen ist bisher amtlich noch nichts mitgeteiit worden, doch nimmt man nach amerikanischen Berichten an, daß die Sowjets sowohl eine dauernde Kontrolle der Dardanellen und des Bosporus, d. h. praktisch eine Kontrolle Konstantino- pels, verlangen. Darüber hinaus aber auch noch sehr wichtige und einschneidende sogen. „Grenzberichtigungen“ im Kaukasus. Da-

Verschleppungen ans ganz Deutschland

ep. Lissabon, 9. April. Auch ans den von den Anglo-Amerikanern besetzten deut­schen Gebieten sollen alle arbeitsfähigen Männer als Arbeitssklaven nach Sibirien ver­schleppt werden, wie „Daily Mirror“ in einem Artikel ausführt. Alle Besatzungszonen würden unter den gleichen Bedingungen stehen. Die in Berlin anwesende interalliierte Kommission werde mit den Sowjets über deren Bedarf an deutschen Arbeitssklaven verhandelt! und aus alien Besatzungszonen die erforderliche Anzahl Deutscher liefern Es sei beschlossen worden, so fährt das Blatt fort, alle arbeitsfähigen Männer heranzu­ziehen. Auch die Kriegsgefangenen in den Vereinigten Staaten und in England sollen diesem Schicksal nicht entgehen. Sie wü» den zuerst, um den Konventionen über die Behandlung von Gefangenen formal zu ge­nügen, in die. Heimat zurückgeschickt wer­den. Dort würden sie dann sofort für die Sowjets „eingesammelt“ nnd nach Sibirien abtransportiert werden.

Diese Feindpläne decken sich völlig mit der deutschen Erkenntnis, daß die Pluto- kraten in jeder Beziehung Handlanger des Kremls sind. Daß der „Daily Mirror“ so offenherzig sich über die beabsichtigte Ver­schleppung aller deutschen Männer nach Sibirien ausläßt, ist — wenn es dessen noch

bedurft hätte — ein Ansporn mehr, bis zum letzten Atemzug und bis zur letzten Patrone auszuharren, um die schimpflichen Aus­rottungspläne der Bolschewisten und ihrer westlichen Helfershelfer zunichte zu machen.

Ohne Spur verschollen

ep. Lissabon, 9. April. Uber die ln der Sowjetunion verschwundene polnische Mission liegt keinerlei Nachricht vor. Diese Fest­stellung trifft Reuter entgegen unrichtigen Meldungen der Londoner Zeitungen, wonach die britische Regierung von der Sowjet­regierung über die Anwesenheit der polni­schen Mission in Moskau unterrichtet wor­den sei. Irgendwelche neue Nachricht über den Verbleib der verschwundenen Führer der polnischen Parteien sowie der Vertreter der polnischen Untergrundbewegung sei in London nicht eingegangen.

Der Bildung eines neuen Japanischen Kabi­netts unter .Baron Suzuki folgten wichtige Ver­änderungen ln der japanischen Armee. So wurden jetzt zur Verstärkung der Verteidigung des Mutterlandes je ein zentrales Oberkom­mando aller Armeestreitkräfte und der Luft­waffe geschaffen.

durch sollen gewisse Verluste, die Rußland beim Ende des ersten Weltkrieges erlitt wieder ausgeglichen werden. In Ankara sieht man nach einem Bericht der United Preß den kommende^ Ereignissen mit großer Sorge entgegen. Die Auswirkungen des Druckes Moskaus zeigen sich schon auf in­nerpolitischem Gebiet. Bereits heute gilt die Stellung des Präsidenten Inönü als bedroht Sehr verstimmt ist man darüber, daß die amerikanischen und englischen Freunde der Türkei sich verlegen abwenden und ruhig mit ansehen, wie Moskau der Türkei Dau­menschrauben anlegt.

Benesch von Moskau abhängig

Drahtbericht unseres Vertreters

kl. Stockholm, 9. April. Die Benesch-Regfe- rung in Kaschau hat ihre erste offizielle Re­gierungserklärung abgegeben. Aus ihr geht hervor, daß die Selbständigkeit der Tschecho­slowakei nur eine papieme ist. Der neue Staat wird nicht nur politisch, sondern auch militärisch völlig von Moskau abhängig sein Uber die Außenpolitik der Tschecho-Slowakei heißt es in der ersten Regierungserklärung, daß die intimsten Beziehungen zur Sowjet­union aufrechterhalten Werden sollen. Beson­ders sollen auch die Beziehungen zur benach­barten Sowjet-Ukraine gepflegt werden. D e Pflege der Beziehungen zu den Westmächten wird nur in einem Nebensatz erwähnt. Inter­essant ist, daß die Regierungserklärung nichts Genaues über die künftigen Grenzen enthält Die Grenzfrage bleibt also offen. Praktisch bedeutet dies, daß das Schicksal der Karpato- Ukraine noch nicht entschieden ist. Die An­sprüche der Sowjet-Ukraine auf den Ostteil der Tschecho-Slowakei bleiben also weiterhin bestehen.

Die Regierungserklärung der Kaschauer Regierung hat in London ausgesprochenes Unbehagen ausgelöst. In Londoner politischen Kreisen wirft man Benesch Undankbarkeit vor. Seine restlose Unterwerfung unter den Willen Stalins erschwert wesentlich die Europapolitik Großbritanniens.

Bombenanschlag in Rom

ep. Lissabon, 9. April. Eine Bombe wurde in der Nacht zum Sonntag auf das Haus ge­worfen, in dem die Militärkommission Mar­schall Titos in Rom in der Via Garigliano untergebracht ist, meldet Reuter. Verschie­dene Häuser der Umgebung wurden beschä­digt. Der Zwischenfall folgte auf Studenten­umzüge in Rom, in denen die Rückerstattung von Triest an Italien gefordert worden war. Die Täter sind unbekannt entkommen.